[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebseinrichtung für einen mehrachsigen Transport
von Werkstücken in einer Transferpresse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Stand der Technik:
[0002] Bei der konventionellen Fertigung von beispielsweise Karosserieblechteilen werden
diese in mehreren Arbeitsgängen auf Einzelpressen oder in Pressenstraßen hergestellt.
Dabei kann der Grad der Mechanisierung, d. h. die Verkettung der einzelnen Pressen
untereinander, sehr unterschiedlich sein. Bei einer Transfer- oder Stufenpresse handelt
es sich um eine Einzelpresse mit einer bestimmten Anzahl von hintereinander geschalteten
Werkzeugstationen, d. h. die Arbeitsgänge sind in einer einzigen Presse zusammengefaßt.
Die Werkstücke werden in aufeinanderfolgenden Arbeitsgängen bearbeitet, d. h. während
eines Pressenhubs finden gleichzeitig mehrere Arbeitsgänge statt. Der Transport der
Werkstücke von Stufe zu Stufe erfolgt über ein zweidimensionales oder dreidimensionales
Greifersystem, welches in aller Regel mit dem Stößelantrieb mechanisch gekoppelt ist.
Hierfür werden zwei parallel zueinander angeordnete Greiferschienen - auch Tragschienen
genannt, über die gesamte Länge der Stufenpresse beidseitig hindurchgeführt, um die
Werkstücke innerhalb der Presse zu bewegen.
[0003] Der Teiletransport innerhalb der Presse vollzieht sich beim klassischen Transfersystem
über folgende Funktionen:
- Greifen der Werkstücke mittels einer Querbewegung der Greiferschiene;
- Heben des Werkstücks mittels einer Vertikalbewegung der Greiferschiene;
- Weitertransport des Werkstücks mittels einer Längsbewegung der Greiferschiene;
- Absenken der Werkstücke;
- Öffnen der Greifer;
- Rücklauf in Ausgangsstellung.
[0004] Generell muß die Greiferschiene nach Durchführung dieser dreidimensionalen Bewegung
wieder in die Ausgangslage zurückgeführt werden. Zum Greifen der Werkstücke weisen
die Greiferschienen spezielle Werkstück-Greifersysteme auf.
[0005] Aus der EP 0 210 745 A2 ist insbesondere aus der dortigen Figur der prinzipielle
Aufbau des Bewegungsschemas für ein klassisches Dreiachssystem bekannt geworden. Die
parallel durch die Presse verlaufenden Greiferschienen werden demzufolge dreidimensional
von einem Kurvengetriebe gesteuert. Dabei ist der Antrieb des Kurvengetriebes mit
dem zentralen Pressenantrieb mechanisch gekoppelt.
[0006] Aus der DE 33 29 900 C2 ist weiterhin ein Transfersystem für eine Stufenpresse bekannt
geworden, bei welchem der dreidimensionale Transport der Greiferschienen über jeweils
eigene Antriebssysteme erfolgt. Dabei ist dem Vorrückmechanismus, dem Hub-Mechanismus
sowie dem Spann- bzw. Schließmechanismus jeweils ein eigener elektrischer Antrieb
zugeordnet, der über eine Getriebeanordnung den jeweiligen Bewegungsvorgang synchron
für beide Greiferschienen durchführt. Eine mechanische Kopplung und damit eine gegenseitige
Zwangssteuerung wie bei der zuvor genannten Druckschrift EP 0 210 745 ist nicht vorgesehen.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung:
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Antriebseinrichtung für einen mehrachsigen
Transport von Werkstücken in einer solchen Transferpresse zu schaffen, bei welcher
unabhängige Antriebe für die verschiedenen Bewegungsabläufe eingesetzt werden können,
die eine elektronisch gesteuerte Synchronisierung der Bewegungsabläufe, insbesondere
der Vorschub-, Hub- und Öffnungs-/Schließbewegung der Greiferschienen haben.
[0008] Diese Aufgabe wird ausgehend von einer Antriebseinrichtung nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der im Hauptanspruch
angegebenen Antriebseinrichtung vorgesehen.
[0010] Die erfindungsgemäße Antriebseinrichtung hat gegenüber bekannten Systemen den Vorteil,
daß ein sehr kompakter Aufbau für eine kombinierte Hub- und Schließbewegung der Greiferschienen
geschaffen wird. Die Greiferschienen sind zur Durchführung des Bewegungsablaufes auf
sogenannte Hubsäulen gelagert, die ihrerseits von einem für beide Greiferschienen
gemeinsamen Vertikalantrieb über eine höhenverstellbare Quertraverse und über einen
Stellantrieb für eine Querverschiebung in ihrer Lage verstellbar sind. Dabei können
die Hub- und Schließbewegungen in ihren Bewegungsabläufen durch separate Motorantrieb
weitestgehend unabhängig gestaltet werden. Andererseits kann durch die mechanische
Kopplung und Anordnung der Bewegungssysteme eine unmittelbare Beeinflussung der Bewegungsabläufe
zueinander erfolgen, d. h. zur Taktzeitverkürzung sind auch Bewegungsüberschneidungen
möglich.
[0011] Besonders vorteilhaft ist die Anordnung der Hubsäule in einem eigenen Gehäuse, welches
eine Relativbewegung zwischen Hubsäule und Gehäuse und damit eine unabhängige Bewegung
beim Hubvorgang und Schließvorgang ermöglicht. Wird beispielsweise das Hubsäulengehäuse
zur Durchführung der Schließbewegung in Querrichtung verfahren, so kann gleichzeitig
die Hubsäule innerhalb des Hubsäulengehäuses vertikal verfahren werden.
[0012] Die Verstellbarkeit der Greiferschienen zur Durchführung der quer gerichteten Schließbewegung
kann in vorteilhafter Ausbildung der Erfindung durch separat angetriebene Gewindespindeln
mit gegenläufiger Steigung oder durch einen Riemenantrieb oder dergleichen erfolgen.
Dabei wird jeweils das Hubsäulengehäuse mit entsprechenden Antriebsmitteln versehen.
Mit einer Hindurchführung der Gewindespindeln durch die Hubsäulen wird gleichzeitig
ein symmetrischer Kraftangriff gewährleistet.
[0013] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung geschieht der Hubvorgang über ein mechanisches
Hebelgestänge, welches durch eine Linearbewegung mittels eines separaten Servomotors
oder dergleichen angetrieben wird und eine Hubbewegung der zugehörigen Quertraverse
bewirkt. Ein solches Hebelgestänge kann kompakt in einem zugehörigen Gehäuse angeordnet
sein, um die Hubbewegung der mit den Hubsäulen verbundenen Quertraverse oder Lagerbalken
durchzuführen. Durch die U-förmige Ausbildung der Quertraverse ist es möglich, auf
engstem Raum und bei geringer Masse die Erfindung zu realisieren. Dabei dient die
Quertraverse gleichzeitig zur Horizontallagerung der quer verschiebbaren Hubsäulen.
[0014] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und in den nachfolgend hierzu erläuterten Ausführungsbeispielen näher angegeben. Es
zeigen
- Fig. 1a, Fig. 1b
- ein erstes Ausführungsbeispiel für eine Antriebseinrichtung der Greiferschienen mit
einem Spindelantrieb in unterer Hubstellung nach Fig. 1a und oberer Hubstellung nach
Fig. 1b,
- Fig. 2a
- eine Draufsicht auf die Hubverstelleinrichtung mit Hebelgestänge nach Fig. 1a, 1b
entlang der Schnittlinie A-A in Fig. 1a,
- Fig. 2b
- einen Schnitt durch das Hebelgestänge nach Fig. 1b entlang der Schnittlinie C-C,
- Fig. 3a
- eine alternative Ausführungsform für den Antrieb des Schließmechanismus mittels eines
Riemenantriebs und
- Fig. 3b
- eine Draufsicht des Riemenantriebs nach Fig. 3a entlang der Schnittlinie B-B.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele:
[0015] Der in Fig. 1a dargestellte Schnitt durch die Stirnansicht einer Stufenpresse 1 zeigt
die beiden durch die gesamte Länge der Stufenpresse hindurchführende Greiferschienen
2, 3 sowie einen Hubmechanismus 4 zur Durchführung der Hubbewegung und einen Öffnungs-
bzw. Schließmechanismus 5 zur Durchführung der Schließbewegung der Greiferschienen
2, 3. Entsprechend der prinzipiellen Darstellung des dreiachsigen Transports in der
DE 38 42 182 C1 führt dabei jede Greiferschiene 2, 3 bei jedem Schließvorgang eine
Querbewegung um eine Mittelachse 6, 7 durch, um die quer verlaufende Schließbewegung
jeweils durchzuführen. Die Mittelsymmetrieebene 8 verschiebt sich demzufolge in Querrichtung
in die Position 8', d. h. die Greiferschiene 2, 3 führt eine Querbewegung während
des Spann- bzw. Schließvorgangs durch. Von diesem ständigen Bewegungsvorgang zum Teiletransport
von Werkzeugstufe zu Werkzeugstufe ist die Anordnung der Greiferschienen 2, 3 in ihrer
Ausgangslage als Rüstachse zu unterscheiden. Je nach Größe und Beschaffenheit des
in der Presse zu bearbeitenden Werkstücks wird die jeweilige Mittelachse 6, 7 in eine
feststehende Ausgangslage gebracht. In Fig. 1 ist die äußere Lage der jeweiligen Mittelachse
6, 7 sowie die innerste Lage der Mittelachsen 6', 7' dargestellt. Die Verschiebung
der Mittelachsen 6, 7 geschieht zur Einstellung der Rüstachse innerhalb eines solchen
festgelegten Bereiches bei der Einstellung der Presse auf das zu bearbeitende Werkstück.
[0016] Die für die Querbewegung verantwortliche Öffnungs- und Schließeinrichtung 5 (im weiteren
"Schließeinrichtung" genannt) ist demnach sowohl für die Bewegung zwischen den Mittelsymmetrieebenen
8, 8' während des Werkstücktransportvorgangs als auch für die Einstellung der Rüstachse
verantwortlich. Die innerste Position der Greiferschienen 2, 3 ist mit 2', 3' bezeichnet.
Die in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Ausführungsformen der Erfindung zeigen den
Hubmechanismus 4 sowie den Schließmechanismus 5 zur Durchführung der Auf- und Abwärtsbewegung
sowie der seitlich gerichteten Schließbewegung der beiden Greiferschienen 2, 3. Die
Längsbewegung der Greiferschienen 2, 3 mittels eines Vorrückmechanismus ist in den
Figuren 1 bis 3 nicht näher dargestellt. Er kann in analoger Weise vorgenommen werden,
wie dies die DE 38 42 182 C1 der Anmelderin zeigt. Gleichermaßen kann auch ein getrennter
Antrieb gemäß der einleitend genannten DE 33 29 900 C2 für den Vorrückmechanismus
vorhanden sein.
[0017] Die zueinander synchrone Hub- und Schließbewegung der beiden Greiferschienen 2, 3
geschieht über jeweils eine Hubsäule 9, die in ihrem oberen Bereich über eine Schlittenführung
10 mit der Greiferschiene 2, 3 verbunden ist. Im unteren Bereich ist jede Hubsäule
9 der beiden Greiferschienen 2, 3 auf einer gemeinsamen Quertraverse 11 über einen
jeweiligen Führungsschlitten 12 in einer hinsichtlich der Pressenlängsachse quer verlaufenden
Führung 13 gelagert. Die Führungen 13 überdecken eine Verfahrlänge, die den erforderlichen
Spielraum zur Weitenverstellung der Rüstachse einschließlich Schließweg ermöglicht.
[0018] Entsprechend der Darstellung der Figuren 1a, 2a sowie 2b ist die Quertraverse 11
als im Querschnitt U-förmiges Bauteil ausgebildet, mit einem oberen, querliegenden
Flächenabschnitt 14 zur Aufnahme der daraufliegenden Führung 13 sowie zwei seitlich
nach unten reichenden Schenkel 15, 15', an denen in einem Abstand l₁ jeweils zwei
gegenüberliegende Lagerstegen 16, 16' bzw. 17, 17' angeschweißt sind. Die Fig. 2b
zeigt einen Schnitt A-A durch die in Fig. 1a dargestellte rechte Lagerstege 16, 16'.
[0019] In einem nach oben hin geöffneten, ebenfalls U-förmigen Gehäuse 18 sind zwei L-förmige
Winkelhebel 19, 20 in einem jeweils ortsfesten Lager 21 gelagert, wobei ein etwa horizontal
ausgerichteter unterer Schenkel 22 über einen Lagerpunkt 23 mit dem unteren Teil der
jeweiligen Lagerstege 16, 16' bzw. 17, 17' verbunden ist. Ein nach oben gerichteter
etwa vertikaler weiterer Schenkel 24 jedes Winkelhebels 19, 20 ist über jeweils einen
Lagerpunkt 25 mit einer etwa horizontal ausgerichteten Schubstange 26 verbunden. Die
Schubstange 26 ist auf ihrer in Fig. 1a dargestellten rechten Antriebsseite über eine
Lasche 27 mit den Einzelgelenken 28, 29 mit einem Führungskopf 30 verbunden, der in
einem Lagerschuh 31 am Gehäuse 18 in einer Längsführung 32 gelagert ist. Der Führungskopf
30 weist seitlich eine Spindelmutter 33 auf, in die eine horizontal ausgerichtete
Spindel 34 eines Spindelantriebs 35 eingreift. Der Spindelantrieb 35 ist als feinverstellbarer
Elektromotor oder Hydromotor ausgebildet und seitlich am Gehäuse 18 angeflanscht.
Es kann auch ein anderer Linearantrieb für eine lineare Verstellung des Führungskopfes
30 vorgesehen sein. Er weist eine Wegmeßeinrichtung 74 auf, der die Verstellbewegung
der Spindelmutter 33 und damit die Hubbewegung erfaßt.
[0020] Auf der der Antriebseinrichtung 35 gegenüberliegenden Seite ist die Schubstange 26
über einen weiteren Gelenkhebel 36 mit den Einzelgelenken 37, 38 mit einer Zuglasche
39 verbunden, die ihrerseits mit einem Gewichtsausgleichszylinder 40 mit Kolbenstange
41 verbunden ist. Der Zylinder 40 übt ständig einen Zug aus und gleicht dadurch das
Gewicht der Hubeinrichtung 5 aus. Eine Drehbewegung der Gewindespindel 34 bewirkt
demnach eine Längsverschiebung der Schubstange 26 (siehe Pfeil 43), wobei der Zylinder
40 an der Schubstange 26 zieht. Eine z. B. in Fig. 1a nach links gerichtete Längsbewegung
der Schubstange 26 bewirkt eine Drehbewegung der beiden Winkelhebel 19, 20 gegen den
Uhrzeigersinn (Pfeil 44) und damit über den Hebelarm 22 eine Aufwärtsbewegung der
beiden Lagerstege 16, 16' bzw. 17, 17'.
[0021] Hierdurch wird die mit den Lagerstegen 16, 17 verbundene U-förmige Quertraverse 11
nach oben verschoben (Pfeil 45).
[0022] Eine entgegengesetzte Bewegung der Schubstange 26 mittels des Antriebs 35 bewirkt
eine Absenkung der Quertraverse 11. Die Hubsäulen 9 übertragen diese Hubbewegungen
auf die beiden Greiferschienen 2, 3. Dabei sind die Hubsäulen in einem Lagergehäuse
46 in einer Lagerbuchse 47 gelagert.
[0023] Die Öffnungs- oder Schließbewegung der beiden Greiferschienen 2, 3 geschieht über
den weiteren, separaten Öffnungs- und Schließmechanismus 5, bestehend aus einem separaten
Antriebsmotor 48, der ggf. als Getriebemotor ausgebildet ist und dessen Antriebswelle
als Gewindespindeln 49, 49' sich über die gesamte Länge des Schließkastens der Presse
erstreckt. Im Bereich der vertikalen Symmetriemittelebene 50 sind die Antriebswellen
49, 49' in einem Lager 51 gelagert, und setzen sich von dort aus einstückig als Wellenabschnitt
49' fort. Die Antriebswellen 49, 49' bestehen aus Gewindespindeln mit gegenläufiger
Steigung. Am Lagergehäuse 53 ist eine Wegmeßeinrichtung 73 vorgesehen, die die Querverschiebung
der Greiferschienen 2, 3 erfaßt und die erforderlichen Meßsignale an den Positioniermotor
48 weiterleitet. Die beidseitig angeordneten Lagergehäuse 46 für die Hubsäulen 9 weisen
jeweils eine Spindelmutter 52 auf, die mit den Antriebswellen 49, 49' in Eingriff
stehen. Das dem Antriebsmotor 48 gegenüberliegende Ende der Antriebswelle 49 ist in
einem Lagergehäuse 53 gelagert. Aufgrund einer umgekehrten Steigung der Antriebswelle
49, 49' bewegen sich die beiden Spindelmuttern 52 bei einer Drehbewegung der Antriebswelle
(Pfeil 54) in entgegengesetzter Richtung, so daß die mit den Spindelmuttern 52 verbundenen
Lagergehäuse 46 und damit die Hubsäulen 9 und mit ihnen die Greiferschienen 2, 3 aufeinander
zu- oder voneinander wegbewegt werden. Hierfür sind die oberen Abdeckbleche 55 gegeneinander
verschiebbar ausgestaltet.
[0024] Um einen möglichst symmetrischen und mittigen Angriffspunkt der Spindelmuttern 52
auf das Lagergehäuse 46 zu erhalten, kreuzen sich deren Symmetriemittelebenen. In
diesem Fall wird die Antriebswelle 49 durch einen Längsschlitz 56 mit der Höhe h₁
hindurchgeführt. Da die Antriebswelle 49 in der gleichen Horizontalebene verbleibt,
muß der Längsschlitz mit einer gewissen Höhe h₁ ausgestattet sein, um die erforderliche
Hubbewegung der Hubsäule 9 zu gestatten.
[0025] Die Fig. 1a zeigt weiterhin innere Anschläge 57 sowie äußere Anschläge 58, die die
seitliche Fahrbewegung oder Querbewegung während des Spann- bzw. Schließvorgangs begrenzen
und die mit der Seitenwandung des Lagergehäuses 46 zusammenwirken.
[0026] Fig. 1a zeigt die Stellung des Hebelgestänges 42 derart, daß die untere Hubposition
der beiden Greiferschienen 2, 3 erreicht ist, d. h. die Antriebswelle 49 befindet
sich im oberen Bereich des Längsschlitzes 56. Durch eine Schubbewegung der Schubachse
26 in Fig. 1b in Richtung des Spannzylinders 40 (Pfeil 43') drehen sich die beiden
Winkelhebel 19, 20 gegen den Uhrzeigersinn (Pfeil 44), so daß die Lagerlaschen 16,
17 und damit die Quertraverse 11 angehoben wird (Pfeil 45'). Damit werden die beiden
Hubsäulen 9 nach oben verschoben, so daß in der Darstellung nach Fig. 1b die Antriebswelle
49 im unteren Bereich des Längsschlitzes 56 zu liegen kommt. Um den Betrag der Anhebung
der Längstraverse 11 werden auch die beiden Greiferschienen 2, 3 nach oben hin angehoben.
[0027] Die Hubbewegung mittels des Hubmechanismus 4 und die Öffnungs- bzw. Schließbewegung
mittels des Schließmechanismus 5 können unabhängig und zeitlich überlappend geführt
werden. Dabei dient der Schließmechanismus 5 sowohl zur Durchführung der Schließbewegung
während des Bearbeitungsvorgangs als auch zur Anpassung auf die erforderliche Teilebreite
bei der Umrüstung.
[0028] Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3a, 3b zeigt einen abgewandelten Öffnungs- bzw.
Schließmechanismus 5'. Der Hubmechanismus 4 entspricht dem Ausführungsbeispiel nach
den Figuren 1 und 2.
[0029] Zur Durchführung der Schließbewegung sowohl zur Verstellung während des Werkstücktransportvorgangs
als auch zur Anpassung auf die Werkstückbreite wie zu Fig. 1 beschrieben, ist beim
Ausführungsbeispiel nach Fig. 3a in Stirnansicht sowie Fig. 3b in Draufsicht ein Riemenantrieb
60 vorgesehen, der aus einem umlaufenden Riemen 61 besteht. Zum Antrieb des umlaufenden
Riemens 61 ist ein separater Antriebsmotor 62 mit Wegaufnehmer 73' vorgesehen, auf
dessen Antriebswelle 63 eine erste Umlenkrolle 64 angeordnet ist. Der über die Umlenkrolle
64 geführte Zahnriemen 61 wird auf der gegenüberliegenden Seite der Presse über eine
zweite Umlenkrolle 65 geführt, die an einem Lagerbock 66 gelagert ist. Der Lagerbock
66 selbst wird über Spannschrauben 67 an einem Gehäuse 68 für den Schließmechanismus
gehalten. Die Drehachsen der beiden Umlenkrollen 64, 65 stehen vertikal und liegen
parallel zu den Mittelachsen der beiden Hubsäulen 9. Wie aus Fig. 3a, 3b ersichtlich,
liegt das Lagergehäuse 46 für die jeweilige Hubsäule 9 zwischen den beiden Riemenhälften
61, 61', wobei gemäß der Darstellung in Fig. 3b, das linke Lagergehäuse 46 mit dem
oberen Riemen 61 über eine kraftschlüssige oder formschlüssige Verbindung 69 verbunden
ist, während das in Fig. 3a dargestellte rechte Lagergehäuse 46 mit dem unteren Riemen
61' über eine entsprechende kraft- bzw. formschlüssige Verbindung verbunden ist. Letzteres
ist aufgrund der Schnittzeichnungen nicht näher dargestellt. Durch die jeweils gegenüberliegenden
Verbindungen mit den beiden Riemenhälften 61, 61' laufen die beiden Lagergehäuse 46
aufeinander zu oder voneinander weg. Dreht sich beispielsweise der Riemen 61 im Uhrzeigersinn,
so laufen die beiden hieran befestigten Lagergehäuse 46 aufeinander zu.
[0030] Der linke Teil der Fig. 3b zeigt den Schnitt B-B in Fig. 3a bis zur vertikalen Symmetriemittelebene
50. Von dort aus geht der Schnitt entsprechend der Darstellung im rechten Teil der
Fig. 3b nach oben in den Führungsbereich des rechten Lagergehäuses 46. Zur Führung
der beiden Lagergehäuse 46 ist demzufolge im oberen Bereich jedes Lagergehäuses ein
Schlitten 70 vorgesehen, der in seinen vier Eckbereichen vier profilierte Rollen 71
aufweist, die mit zwei gegenüberliegenden Führungsstangen 72, 72' in Eingriff stehen.
Diese Führungsstangen 72, 72' erstrecken sich über die gesamte erforderliche Weglänge
zur Durchführung der erforderlichen Querbewegungen der beiden Greiferschienen 2, 3.
[0031] Bei Betätigung des Antriebsmotors 62 wird demzufolge je nach Drehrichtung der Antriebswelle
63 der Riemen 61 im Uhrzeigersinn oder entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn gedreht,
so daß die hieran gegenläufig befestigten Lagergehäuse 46 für beide Hubsäulen 9 der
beiden Greiferschienen 2, 3 die in Querrichtung verlaufende Öffnungs- oder Schließbewegung
durchführen. Dabei wird das Lagergehäuse 46 über die Schlitten 70 mit Rollen 71 an
den Führungsstangen 72 horizontal geführt.
[0032] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen und dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Sie umfaßt auch vielmehr alle fachmännischen Ausgestaltungen im Rahmen
des geltenden Anspruchs 1.
1. Antriebseinrichtung für einen mehrachsigen Transport von Werkstücken durch nacheinander
folgende Bearbeitungsstationen einer Umformpresse, und insbesondere einer Transferpresse,
wobei zwei parallel zueinander angeordnete Greiferschienen vorgesehen sind, die mittels
eines Vorrückmechanismus in Langsrichtung, mittels eines Hubmechanismus in Vertikalrichtung
sowie mittels eines Öffnungs- bzw. Schließmechanismus in Querrichtung bewegbar sind,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Durchführung der vertikalen Hubbewegung (45) unterhalb
der Greiferschienen (2, 3) eine mittels eines antreibbaren Hebelgestänges (42) auf-
und abwärts bewegbare Quertraverse (11) vorgesehen ist, daß die Quertraverse (11)
an ihrer Oberseite (14) Führungsmittel (13) für hierauf verschiebbare Hubsäulen (9)
aufweist, auf denen jeweils eine Greiferschiene (2, 3) quer verschiebbar gelagert
ist und daß zur Durchführung einer quergerichteten Öffnungs- bzw. Schließbewegung
der Greiferschienen (2, 3) den gegenüberliegenden Hubsäulen (9) für die Greiferschienen
(2, 3) eine gemeinsame Antriebseinrichtung (49, 61) zugeordnet ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Hubsäule (9) in einem
Lagergehäuse (46) angeordnet ist und daß das Lagergehäuse Befestigungsmittel (52,
69) für einen Quertransport mittels einer Linear-Antriebseinrichtung (49, 61) aufweist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Linear-Antriebseinrichtung
für die Hubsäulen (9) bzw. dessen Lagergehäuse (46) durch eine, die Hubsäulen (9)
vorzugsweise durchsetzende Gewindespindel (49) gebildet ist, die mit einer zugehörigen
Spindelmutter (52) am Lagergehäuse (46) in Eingriff steht.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Linear-Antriebseinrichtung
für die Querverschiebung der Hubsäulen (9) durch einen umlaufenden Riemenantrieb (61)
oder dergleichen gebildet ist, wobei die Hubsäulen (9) bzw. dessen Lagergehäuse an
jeweils gegenüberliegenden Riemensträngen befestigt sind.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Lagergehäuse (46) einen
Schlitten (70) mit Führungsrollen (71) umfaßt, die sich an zugehörigen, ortsfesten
Führungsstangen (72) abstützen.
6. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich
die Lagergehäuse (46) beidseitig an Anschlägen (57, 58) zur Wegbegrenzung abstützen.
7. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
mit den Hubsäulen (9) verbundene Quertraverse (11) als nach unten hin offenes U-Profil
ausgebildet ist, welches sich weitestgehend über die gesamte Breite des Schließkastens
der Presse erstreckt und dessen oberer Flächenabschnitt (14) Führungsmittel (13) für
einen Führungsschlitten (12) an den Hubsäulen (9) aufweist und an dessen seitliche
Schenkel (15, 15') ein Hebelgestänge (42) für die Hubbewegung der Greiferschienen
(2, 3) angreift.
8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das U-Profil der Quertraverse
(11) in einem nach oben hin offenen, ebenfalls U-förmigen Gehäuse (18) eingebettet
und über im Gehäuse (18) gelagerte Winkelhebel (19, 20) und Lagerstegen (16, 17) in
diesem auf- und abwärts bewegbar ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkelhebel (19, 20)
zur Durchführung der Vertikalbewegung der Quertraverse (11) über eine antreibbare,
und insbesondere horizontal verschiebbare Schubstange (26) bewegbar bzw. verschwenkbar
sind.
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb für die Schubstange
(26) über einen Elektro-, Servomotor (35) bzw. Positioniermotor oder dergleichen mit
Gewindespindel (34) und Spindelmutter (33) oder einem gleichwirkenden Hydromotor oder
Linearantrieb erfolgt.
11. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Querverschiebung der mit den Greiferschienen (2, 3) verbundenen Hubsäulen (9) zur
Durchführung der im Arbeitstakt erforderlichen Öffnungs- und Schließbewegung einerseits
und zur Verstellung der Rüstachse bei geänderter Werkstückgröße andererseits erfolgt.
12. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Hubmechanismus (4) und/oder der Öffnungs- und Schließmechanismus (5) jeweils einen
gesonderten, vorzugsweise elektrischen Antrieb ohne eine mechanische Kopplung aufweist.
13. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Antrieb für den Hubmechanismus (4) und/oder für den Öffnungs- oder Schließmechanismus
(5) und/oder einem Vorrückmechanismus für die Greiferschienen (2, 3) über einen gemeinsamen
mechanischen Antrieb erfolgt.
14. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem
Hubmechanismus (4) und/oder dem Öffnungs- bzw. Schließmechanismus (5, 5') jeweils
Wegmeßsysteme (74; 73, 73') zugeordnet sind.