[0001] Die Erfindung betrifft eine Klappschachtel (Hinge-Lid-Packung) aus vorzugsweise dünnem
Karton mit einem Schachtelteil und einem mit diesem schwenkbar verbundenen Deckel,
insbesondere zur Aufnahme einer Zigaretten-Gruppe, wobei die Klappschachtel als Rundkanten-Packung,
d. h. mit aufrechten, abgerundeten oder polygonalen Längskanten ausgebildet ist, im
Schachtelteil ein aus diesem teilweise herausragender Kragen mit Kragen-Vorderwand
und Kragen-Seitenwänden angeordnet ist und wobei ein aus dem Schachtelteil herausragender
Bereich (Kragenteil) des Kragens in Schließstellung des Deckels von diesem umschlossen
ist und deckelseitige Schließkanten im Bereich von Schachtel-Seitenwänden und Deckel-Seitenwänden
zur Packungsvorderseite hin abfallend verlaufen.
[0002] Klappschachteln mit Kragen sind eine weltweit verbreitete Verpackungsform für Zigaretten.
In der gewünschten Schließstellung liegen freie Schließkanten des Deckels an korrespondierenden
Schließkanten des Schachtelteils an. Dies gilt auch für eine Klappschachtel mit gerundeten
oder polygonalen Längskanten wie sie in der EP-A-0 205 766 gezeigt ist. Die bekannte
Klappschachtel weist eine gerade, horizontal gerichtete Vorderkante am Deckel auf.
Zugleich ist die Deckel-Vorderwand zweilagig ausgebildet. Der für die bekannte Klappschachtel
erforderliche Materialaufwand ist nicht optimal.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Klappschachtel vorzuschlagen, die
mit geringerem Materialaufwand und einfach herstellbar ist.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die erfindungsgemäße Klappschachtel dadurch gekennzeichnet,
daß eine Deckel-Vorderwand einlagig ausgebildet und in einem dem Schachtelteil zugekehrten,
unteren Bereich zungenartig abgerundet ist unter Bildung einer abgerundeten freien
Deckel-Vorderkante. Die neue Form des Deckels ist einfach herstellbar, stabil in der
Handhabung und ermöglicht eine materialsparende Anordnung von Zuschnitten innerhalb
eines Nutzens.
[0005] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Klappschachtel in Öffnungsstellung in Vorderansicht,
- Fig. 2
- eine Einzelheit der Klappschachtel gemäß Fig. 1, nämlich einen Ausschnitt eines oberen
Randbereichs im Grundriß, bei vergrößertem Maßstab,
- Fig. 3
- einen ausgebreiteten Zuschnitt für eine Klappschachtel gemäß Fig. 1,
- Fig. 4
- einen Zuschnitt für einen Kragen in ausgebreitetem Zustand,
- Fig. 5
- den Kragen gemäß Fig. 4 in der Faltstellung entsprechend der Anordnung in der Klappschachtel,
in Vorderansicht.
[0006] In den Zeichnungen ist als bevorzugtes Anwendungsbeispiel eine Klappschachtel gezeigt,
deren vier aufrechte Längskanten 10, 11 abgerundet sind. Die Klappschachtel besteht
aus einem Schachtelteil 12 und einem mit diesem schwenkbar verbundenen Deckel 13.
In Fig. 1 wird die Klappschachtel in Vorderansicht bei geöffnetem Deckel 13 gezeigt.
Dieser ist vollständig nach rückwärts geschwenkt und deshalb nicht erkennbar.
[0007] Der Schachtelteil 12 besteht üblicherweise aus Schachtel-Vorderwand 14, Schachtel-Rückwand
15 und Boden 16. Schachtel-Seitenwände 17 sind jeweils aus einander teilweise überdeckenden
Seitenlappen 18 und 19 gebildet.
[0008] Zum Deckel 13 gehören entsprechend eine Deckel-Vorderwand 20, Deckel-Rückwand 21
sowie Stirnwand 22. Deckel-Seitenwände 23 sind durch einander überdeckende Deckel-Seitenlappen
24 gebildet.
[0009] Die abgerundeten Längskanten 10, 11 sind jeweils durch eine Anzahl von parallel verlaufenden
Rillen 25 bestimmt. Diese erstrecken sich in einem der Abrundung der Längskanten 10,
11 entsprechenden Bereich über die volle Länge des Zuschnitts (Fig. 3), also auch
im Bereich des Deckels 13.
[0010] Die Klappschachtel ist mit einem Kragen 26 versehen. Dieser besteht hier aus einem
gesonderten Zuschnitt (Fig. 4) mit Kragen-Vorderwand 27 und Kragen-Seitenwänden 28,
29. Auch der Kragen 26 ist mit abgerundeten Kragen-Längskanten 30, 31 versehen, die
mit den Längskanten 10, 11 des Schachtelteils 12 und des Deckels 13 korrespondieren.
[0011] Der Kragen 26 ist in den Schachtelteil 12 eingesetzt, derart, daß ein etwa hälftiger
Kragenteil 32 aus dem Schachtelteil 12 herausragt. Mindestens die Kragen-Vorderwand
27 ist durch Klebung mit der Innenseite der Schachtel-Vorderwand 14 verbunden. Der
aus dem Schachtelteil herausragende Kragenteil 32 wird in Schließstellung der Klappschachtel
von dem Deckel 13 umschlossen.
[0012] In Schließstellung liegen Schließkanten des Schachtelteils 12 einerseits und des
Deckels 13 andererseits aneinander. Es handelt sich dabei zum einen um schräggerichtete
Seitenkanten 33 des Schachtelteils 12 im Bereich der Schachtel-Seitenwände 17 und
zum anderen um Gegenkanten 34 im Bereich der Deckel-Seitenwände 23. Die vorgenannten
Kanten sind schräggerichtet, zur Vorderseite der Packung abfallend. Im Bereich der
Schachtel-Rückseite führen die Kanten zu einem die Schachtel-Rückwand 15 mit der Deckel-Rückwand
21 verbindenden Schwenkscharnier 35.
[0013] An der Vorderseite der Packung finden die seitlichen Stoßkanten (Seitenkante 33 und
Gegenkante 34) eine Fortsetzung als Vorderkante 36 zur Begrenzung der Schachtel-Vorderwand
14 und als Deckel-Vorderkante 37 im Bereich der Deckel-Vorderwand 20.
[0014] Der Kragen 26 ist so innerhalb des Schachtelteils 12 angeordnet, daß der aus dem
Schachtelteil 12 herausragende Kragenteil 32 im Bereich der Kragen-Seitenwände 28
und/oder 29 eine nach außen gerichtete Verformung aufweist. Diese ist hier als im
Querschnitt bogenförmige Auswölbung 38 ausgebildet. Die Querabmessungen des Kragens
26 nehmen dadurch in Richtung zum freien, oberen Rand zu (siehe Fig. 1). Die Auswölbung
38 ist dabei so bemessen und gestaltet, daß sie teilweise seitlich über die Konturen
des Schachtelteils 12 geringfügig hinwegragt.
[0015] Beim Schließen des Deckels 13 und vor allem in Schließstellung desselben liegen die
Innenflächen der Deckel-Seitenwände 23 mit erhöhtem Druck und damit erhöhter Reibung
an den Kragen-Seitenwänden 28, 29 im Bereich der Auswölbung 38 an. Diese kann dabei
aufgrund ihrer Gestalt und der Materialeigenschaft des Kragens durch den Druck der
Deckel-Seitenwände 23 nach innen verformt werden. Dadurch wird eine deutlich erhöhte
Schließkraft auf den Deckel 13 übertragen, mit der Folge, daß die Schließkanten 33,
34 sowie 36, 37 exakt aneinanderliegen. Gleichwohl ist die Handhabung der Packung
nicht beeinträchtigt.
[0016] Die geschilderte Verformung der Kragen-Seitenwände 28, 29 entsteht bei dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel durch die Gestaltung des Kragens 26 selbst. Die Kragen-Vorderwand
27 ist mit einer nach oben zunehmenden Breite gestaltet durch nach oben divergierenden
Verlauf der Kragen-Längskanten 30, 31. Dies führt zu einer Zwängung im Bereich der
Kragen-Seitenwände 28, 29 außerhalb des Schachtelteils 12 mit der Wirkung, daß sich
die Verformung, nämlich Auswölbung 38 selbsttätig einstellt. Die Breite der Kragen-Vorderwand
27 kann so gewählt sein, daß sie im Bereich des Eintritts in den Schachtelteil 12
den Innenabmessungen desselben (Breite der Schachtel-Vorderwand 14) entspricht. Die
Divergenz der Kragen-Längskanten 30, 31 kann 2° betragen, jeweils gegenüber den Längskanten
10, 11.
[0017] Die geschilderte Schrägstellung der Kragen-Längskanten 30, 31 gilt auch für die Ausführung
mit abgerundeten Längskanten. Die Rillen 25 im Bereich der abgerundeten Kragen-Längskanten
30, 31 sind parallel zueinander verlaufend. Sie können, wie in den Zeichnungen dargestellt,
entsprechend den Kragen-Längskanten 30, 31 nach oben divergierend verlaufen. Aus herstellungstechnischen
Gründen ist es aber besser, wenn die Gruppen der Rillen 25 parallel zueinander gerichtet
sind.
[0018] Das gezeigte Ausführungsbeispiel enthält eine weitere zusätzliche Maßnahme zur Erzeugung
einer erhöhten Schließkraft auf den Deckel 13. Zu diesem Zweck sind die Kragen-Seitenwände
28, 29 im Bereich der Auswölbung 28 mit einem aufrechten Schnitt 39 versehen. Dieser
ist im vorliegenden Falle benachbart zum oberen Rand des Kragens 26 angeordnet, und
zwar am Rand der Gruppe von Rillen 25. Dadurch ergibt sich auch eine leichte Schrägstellung
bzw. Divergenz der Schnitte 39. Diese enden im übrigen mit geringem Abstand vom oberen,
freien Rand, sind also geschlossen.
[0019] Durch die Auswölbung der Kragen-Seitenwände 28, 29 innerhalb der Verpackung springt
der Schnitt 39 auf. Es entsteht eine zusätzlich vorstehende Haltekante 40, die eine
weitere Erhöhung der Reibung an der Innenseite der Deckel-Seitenwände 23 bewirkt und
damit eine Erhöhung der Schließkraft. Der Schnitt 39 ist im Bereich der Auswölbung
38 so angeordnet, daß die vorspringende Haltekante 40 eine widerhakenartige Wirkung
auf die Deckel-Seitenwände 23 ausübt, wenn der Deckel 13 die Schließstellung erreicht
hat. Die Haltekante 40 ist demnach zur Vorderseite der Packung gerichtet.
[0020] Der Zuschnitt für die Klappschachtel und damit auch die Klappschachtel selbst ist
- unabhängig von den geschilderten Schließhilfen - in besonderer Weise gestaltet.
Wie sich vor allem aus Fig. 3 ergibt, ist die Deckel-Vorderkante 37 in besonderer
Weise gestaltet, nämlich bogenförmig geformt, insbesondere als Teil eines Kreisbogens.
Hieran schließen seitlich im Bereich der Deckel-Seitenwände 23 geradlinige Kanten
an, nämlich die Gegenkanten 34. Die gesamte, den Zuschnitt gemäß Fig. 3 am deckelseitigen
Ende begrenzende Kontur besteht demnach aus einem bogenförmigen mittleren Bereich
(Deckel-Vorderkante 37) und anschließenden geradlinigen Schenkeln (Gegenkanten 34).
[0021] Am gegenüberliegenden Ende ist der Zuschnitt korrespondierend gestaltet. Die Vorderkante
36 als oberer Rand der Schachtel-Vorderwand 14 ist ebenfalls (konkav) bogenförmig
gestaltet, und zwar passend zur Deckel-Vorderkante 37. Auch die hieran anschließenden
Seitenkanten 33 der Schachtel-Seitenwände 17 sind geradlinig verlaufend, in Übereinstimmung
mit der Kontur des Deckels.
[0022] Ein so ausgebildeter Zuschnitt kann materialsparend gefertigt werden, weil innerhalb
eines Materialbogens bzw. einer Materialbahn die Zuschnitte im Bereich der geschilderten
Kanten 33, 34; 36, 37 unmittelbar aneinanderliegen können. Die benachbarten Zuschnitte
sind hier lediglich durch einen einzigen Stanz- bzw. Trennschnitt voneinander zu trennen,
ohne daß dabei Materialabfall auftritt.
[0023] Bei der fertigen Packung ist die Deckel-Vorderwand 20 einlagig. Es fehlt demnach
der sonst bei derartigen Packungen übliche Deckel-Innenlappen. Darüber hinaus paßt
die abgerundete Ausführung der Schließkanten zu den abgerundeten Längskanten 10, 11.
[0024] Klappschachteln mit rechtwinkligen Längskanten oder polygonalen bzw. abgeschrägten
Längskanten können analog ausgebildet sein.
1. Klappschachtel (Hinge-Lid-Packung) aus vorzugsweise dünnem Karton mit einem Schachtelteil
(12) und einem mit diesem schwenkbar verbundenen Deckel (13), insbesondere zur Aufnahme
einer Zigaretten-Gruppe, wobei die Klappschachtel als Rundkanten-Packung, d. h. mit
aufrechten, abgerundeten oder polygonalen Längskanten (10, 11) ausgebildet ist, im
Schachtelteil (12) ein aus diesem teilweise herausragender Kragen (26) mit Kragen-Vorderwand
(27) und Kragen-Seitenwänden (28, 29) angeordnet ist und wobei ein aus dem Schachtelteil
(12) herausragender Bereich (Kragenteil 32) des Kragens (26) in Schließstellung des
Deckels (13) von diesem umschlossen ist und deckelseitige Schließkanten im Bereich
von Schachtel-Seitenwänden (17) und Deckel-Seitenwänden (23) zur Packungsvorderseite
hin abfallend verlaufen, dadurch gekennzeichnet, daß eine Deckel-Vorderwand (20) einlagig ausgebildet und in einem dem Schachtelteil
(12) zugekehrten, unteren Bereich zungenartig abgerundet ist unter Bildung einer abgerundeten
freien Deckel-Vorderkante (37).
2. Klappschachtel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Form der Deckel-Vorderkante
(37) in Fortsetzung der Neigung der deckelseitigen Schließkanten im Bereich der Deckel-Seitenwände
(23) bildet (Fortsetzung von Gegenkanten 34).
3. Klappschachtel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ränder - ohne
Berücksichtigung des Kragens (26) - einer Schachtel-Vorderwand (14) mit angrenzenden
Seitenlappen (19) entsprechend der Endkontur der Deckel-Vorderwand (20) einschließlich
von Deckel-Seitenlappen (24) ausgebildet sind, derart, daß Zuschnitte für die Klappschachtel
in diesem Bereich abfallfrei voneinander trennbar sind.
4. Klappschachtel nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckel-Vorderkante
(37) im Bereich der gerundeten oder polygonalen Längskanten (10, 11) hinsichtlich
der Neigung eine Fortsetzung der deckelseitigen, schräggerichteten und zur Packungsvorderseite
hin abfallenden Schließkanten im Bereich der Deckel-Seitenwände (23) bildet.
5. Klappschachtel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die abgerundete freie Deckel-Vorderkante (37) in Schließstellung des Deckels an
der Vorderkante (36) der Schachtel-Vorderwand (14) anliegt.