[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Spinn- oder Zwirnmaschine, insbesondere Ringspinnmaschine,
bestehend aus gleichartigen, mit Arbeitsstellen versehenen, jeweils einen Teil der
Länge der Maschine umfassenden Maschinenabschnitten, wobei die Maschinenabschnitte
durch Längsbauteile stützende, sich quer zur Maschinenlängsrichtung erstreckende Gestellwände
begrenzt sind.
[0002] Für die Sektionsbauweise von langen Spinnereimaschinen, wie insbesondere Ringspinnmaschinen,
sind verschiedene Bauformen bekannt. Es geht hierbei darum, die lange Spinnereimaschine
in Sektionen aus senkrechten Zwischenständern, d.h. Gestellwänden und waagerechten
Längsteilen wie Spindelbänken, Streckwerksträgern, Streckwerkswalzen, Luft- und Kabelkanälen
usw. zu unterteilen, welche in sich hinreichend stabil sind, um vormontiert versandt
zu werden. Diese Sektionen werden dann an der Montagestelle miteinander verbunden.
[0003] Als Stand der Technik sind bereits Konstruktionen mit endständigen Zwischenständern
bekannt, welche sektionsweise nebeneinander liegen (DE-AS 15 11 000, DE-PS 42 19 701,
DE-PS 29 15 814). Nachteilig ist hierbei, daß sich jeweils zwei nebeneinander angeordnete
Zwischenständer ergeben, was sowohl räumlich als auch finanziell aufwendig ist.
[0004] Bei einer anderen Konstruktion (GB-PS 768 376) sind wiederum zwei Zwischenständer
vorhanden, welche jedoch im Abstand voneinander liegen. Auch hier ergeben sich die
vorgenannten Nachteile.
[0005] Zum Stand der Technik zählt darüber hinaus eine Sektionsbauweise, bei welchen die
Längsbauteile über den Zwischenständer hinausragen (DE-OS 22 20 228). Hier ergibt
sich der Nachteil, daß die Stoßstellen der Längsbauteile, insbesondere auch die Kupplungen
der Unterwalzen, in der Mitte zwischen den Gestellwänden, d.h. zwischen Ständern liegen
und damit keine Lagerung ermöglichen.
[0006] Demgegenüber liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, bezüglich der
Sektionsbauweise von langen Spinnereimaschinen eine Konstruktion zu schaffen, welche
bei einfachem Aufbau in sich stabil genug ist, um vormontiert versandt zu werden und
welche andererseits funktionssicher an der Montagestelle zu der langen Spinnereimaschine
zusammengebaut werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Maschinenabschnitte montagemäßig
wechselweise aus mit endständigen Gestellwänden versehenen, kompletten Vollsektionen
und aus nur die Längsbauteile aufweisenden Zwischensektionen bestehen und daß die
Längsbauteile der Zwischensektionen in den angrenzenden Gestellwänden der Vollsektionen
gelagert sind.
[0008] Durch diese Aufteilung in Vollsektionen und Zwischensektionen ergibt sich der Vorteil,
daß die Gestellwände, d.h. die Zwischenständer, montagemäßig für den Bauzustand der
Maschine in konstruktiv richtigem und zulässigem Abstand angeordnet werden können,
wobei trotzdem transportstabile Sektionen mit endständigen Gestellwänden gebildet
werden können. Die Stoßstellen der Längsbauteile liegen vorteilhafterweise in diesen
Gestellwänden, wo sie sicher gelagert sind.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können die Längsbauteile der Zwischensektionen
teilmontierte Elemente aufweisen. Diese teilmontierten Elemente können beispielsweise
Streckwerksrahmen, Leitungskanäle, Spindelbänke und Führungsschienen für Transportvorrichtungen
sein. Erfindungsgemäß sind die Gestellwände der kompletten Vollsektionen so gestaltet,
daß sie Aussparungen zur Aufnahme und Befestigung der Längsbauteile der Zwischensektionen
aufweisen.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher beschrieben. Die einzige Zeichnung zeigt eine schematische Vorderansicht von
einzelnen Voll- und Zwischensektionen einer langen Spinnereimaschine vor der Montage.
[0011] Wie aus der Zeichung erkennbar, liegen einzelne Maschinenabschnitte 1 vor, welche
in Sektionsbauweise zu einer langen Spinnereimaschine, insbesonders einer Ringspinnmaschine
zusammengebaut werden. Hierbei sind Vollsektionen 2 vorgesehen, welche endständige
Gestellwände 3 und 4 und die zwischen diesen Gestellwänden liegende Längsbauteile
5 aufweisen. Diese Vollsektionen 2 mit den endständigen Gestellwänden 3 und 4 werden
bei der Montage in konstruktiv richtigem Abstand auf dem Boden 12 aufgestellt.
[0012] Die Sektionsbauweise der vorliegenden Konstruktion umfaßt bezüglich der Maschinenabschnitte
weiterhin montagemäßig Zwischensektionen 6, welche nur aus den einzelnen Längsbauteilen
5 bestehen, also keine Gestellwände 3,4 umfassen.
[0013] Diese Längsbauteile 5 können teilmontierte Elemente aufweisen, wie beispielsweise
Streckwerksrahmen 7, Leitungskanäle 8, Spindelbänke 9 oder Fußschienen 10 sowie nicht
näher dargestellte Führungsschienen für Transportvorrichtungen. Diese montagemäßigen
Zwischensektionen 6 bestehend aus den Längsbauteilen 5 werden bei der Montage in funktionsrichtigem
Abstand in nicht näher dargestellte Aussparungen der Gestellwände 3 und 4 eingebaut,
woraus insgesamt die in Sektionsbauweise gestaltete lange Spinnereimaschine resultiert.
[0014] Die Vollsektionen 2 mit den Gestellwänden 3 und 4, zwischen welchen die entsprechenden
Längsbauteile angeordnet sind, bilden hierbei transportstabile Sektionen. Die einzelnen
Längsbauteile 5 der Zwischensektionen 6 können raumsparend transportiert werden. Da
die Stoßstellen der Längsbauteile 5 in den Gestellwänden 3 und 4 liegen, erfahren
sie eine sichere Lagerung bzw. Halterung.
[0015] Insgesamt ergibt sich erfindungsgemäß eine Spinn- oder Zwirnmaschine langer Abmessung,
deren Sektionsbauweise kostengünstig, raumsparend und transportstabil ist.
1. Spinn- oder Zwirnmaschine, insbesondere Ringspinnmaschine, bestehend aus gleichartigen,
mit Arbeitsstellen versehenen, jeweils einen Teil der Länge der Maschine umfassenden
Maschinenabschnitten, wobei die Maschinenabschnitte durch Längsbauteile stützende,
sich quer zur Maschinenlängsrichtung erstreckende Gestellwände begrenzt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Maschinenabschnitte (1) montagemäßig wechselweise aus mit endständigen Gestellwänden
(3,4) versehenen kompletten Vollsektionen (2) und aus nur die Längsbauteile (5) aufweisenden
Zwischensektionen (6) bestehen und daß die Längsbauteile der Zwischensektionen in
den angrenzenden Gestellwänden (3,4) der Vollsektionen (2) gelagert sind.
2. Spinn- oder Zwirnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsbauteile (5) der Zwischensektionen teilmontierte Elemente aufweisen.
3. Spinn- oder Zwirnmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die teilmontierten Elemente insbesondere Streckwerksrahmen (7), Leitungskanäle
(8), Spindelbänke (9) und Führungsschienen für Transportvorrichtungen sind.
4. Spinn- oder Zwirnmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gestellwände (3,4) der kompletten Vollsektionen (2) Aussparungen zur Aufnahme
und Befestigung der Längsbauteile (5) der Zwischensektionen (6) aufweisen.