[0001] Die Patentanmeldung betrifft eine Visiervorrichtung nach dem Oberbegriff des ersten
Patenanspruchs.
[0002] Visiervorrichtungen als solche sind seit sehr langer Zeit bekannt. Insbesondere sind
auch Visierfernrohre bekannt, bei welchen ein Fernrohr zum Anvisieren eines Zieles
dient. Visierfernrohre besitzen im allgemeinen ein reelles Zwischenbild, an dessen
Ort eine Visiermarke (Strichfigur auf Strichplatte) gebracht werden kann. Die Visierrichtung
(Ziellinie) ist dabei gegeben durch die Verlängerungslinie von Visiermarke und optischem
Mittelpunkt des Objektives.
[0003] Aus der US-PS 4 299 044 ist es bekannt, eine Visiervorrichtung, welche vergrößerndes
Zielfernrohr beinhaltet, auf einer Schußwaffe so anzubringen, das eine zweite Visiereinrichtung
(Kimme und Korn auf dem Gewehr) alternativ verwendet werden kann. Dabei kann die zweite
Visiereinrichtung zum schnellen Schuß und die erste Visiereinrichtung (Zielfernrohr)
zum gezielten Schuß verwendet werden.
[0004] Die somit aus der US-PS 4 299 044 bekannte Visiervorrichtung hat mehrere Nachteile.
Zum einen erscheint die zum schnellen Schuß geeignete Visiereinrichtung erst nach
der zum gezielten Schuß geeigneten Visiereinrichtung vor dem Auge des visierenden.
Zum anderen erlaubt die zweite Visiereinrichtung es dem Visierenden kaum, mit einem
Auge das Schußumfeld zu beobachten und mit dem anderen Auge zu zielen, da das zielende
Auge immer zwischen Ziel, Korn und Kimme abwechselnd fokussieren muß und so der visierende
gezwungen ist, beim Visiervorgang ein Auge zu schließen.
[0005] Es sind auch Schnellschuß-Visiereinrichtungen bekannt, welche einen Zielpunkt in
das Auge des Visierenden abbilden.
[0006] Aus der US-PS 3 992 782 ist eine Visiereinrichtung bekannt, bei welcher eine von
Tageslicht beleuchtete Zielmarke in die Visierlinie eingespiegelt wird. Diese Visiereinrichtung
kann als Reflexvisier bezeichnet werden.
[0007] Aus der CH-PS 652 204 ist ein weiteres Reflexvisier bekannt, bei welcher ein das
Bild einer Leuchtdiode in die Visierlinie einreflektiert wird. Dies ist auch aus der
WO 87/07005 bekannt.
[0008] Von der britischen Firma epc. Ltd. ist aus der Zeitschrift Visier 6/1991 ein Leuchtpunktzielgerät
bekannt, welche einen Helligkeitssensor besitzt, welcher die Helligkeit einer Leuchtdiode
steuert, die in die Visierlinie hinein reflektiert wird.
[0009] Von der amerikanischen Firma Elbit ist eine Visiereinrichtung bekannt, welche unter
dem Namen Falcon Mark III vertrieben wird, bei welcher dasselbe erfolgt. Im Gegensatz
zu der Visiereinrichtung der Firma epc. strahlt hier die LED direkt in Richtung auf
ein objektivseitig angeordnetes Doppellinsenelement mit einer teilreflektierenden
Schicht in ihrem Inneren.
[0010] Es ist die Aufgabe der Erfindung eine Visiervorrichtung zu schaffen, mit welcher
durch eine erste Visiereinrichtung ein schneller Schuß möglichst gut und schnell erfolgen
kann (wobei beide Augen geöffnet bleiben können) und mit welcher ein gezielter Schuß
mit einer zweiten Visiereinrichtung möglich ist.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den kennzeichnenden Teil des ersten Patentanspruches
gelöst.
[0012] Die erfindungsgemäße Visiervorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß erstmalig ein
vergrößerndes monokulares Fernrohr mit einer zweiten Visiervorrichtung gekoppelt ist,
welche das Visieren mit einem Auge bei geöffnetem zweiten Auge zuläßt.
[0013] Dies hat den Vorteil, daß man bei der zweiten Visiereinrichtung das Schußumfeld im
Auge behalten kann, während man mit dem anderen Auge visiert.
[0014] Dies ist insbesondere bei einem optischen Reflexvisier möglich, da bei diesem die
Zielmarke im Ziel abgebildet wird und beide Augen entspannt bleiben können.
[0015] Vorteilhafter Weise besitzt die zweite Visiereinrichtung dabei einen separaten optischen
Strahlengang, damit das vergrößernde Zielfernrohr nicht umgeschaltet werden muß.
[0016] Damit die zweite Visiereinrichtung nicht verschmutzt, ist es dabei vorteilhaft, wenn
auch die zweite Visiereinrichtung geschlossen ausgeführt ist. Dann kann die zweite
Visiereinrichtung auch nach einer Verschmutzung, welche nur für die Eintritts- und
Austrittspupille relevant ist, schnell gereinigt werden, so daß die Visiervorrichtung
sehr schnell wieder nutzbar ist.
[0017] Die zweite Visiereinrichtung hat dabei vorteilhafter Weise eine 1-zu-1-Optik, d.h.,
die Optik der zweiten Visiereinrichtung liefert kein vergrößerndes Bild, so daß die
Bilder von beiden Augen des Benutzers der zweiten Visiereinrichtung von diesem leicht
in Einklang gebracht werden können.
[0018] Unter Reflexvisier im Sinne dieser Anmeldung sollen alle Visiere verstanden werden,
bei welchem eine Zielmarke (Punkt, Kreuz, usw.) so in das Auge des Benutzers abgebildet
werden, daß dieser die Zielmarke bei Betrachtung des Zieles sieht, d.h. daß die Zielmarke
in die Zielebene abgebildet wird.
[0019] Wenn die Visiervorrichtung auf einer Schußwaffe angebracht wird, dann ist es vorteilhaft,
wenn das Zielfernrohr mit seiner vergrößernden Optik zwischen Waffe und der zweiten
Visiereinrichtung angebracht wird.
[0020] Es ist vorteilhaft, wenn bei einer einschüssigen Waffe die beiden optischen Achsen
von Zielfernrohr und zweiter Visiereinrichtung in einer Ebene mit der Laufachse liegen.
Bei zweischüssigen Waffen, bei welcher die beiden Laufachsen parallel nebeneinander
liegen und so eine Ebene aufspannen, sollte die Ebene, welche durch die optischen
Achsen der beiden Visiereinrichtungen aufgespannt wird, senkrecht auf der Laufachsen-Ebene
stehen und sich zwischen den beiden Läufen der Waffe befinden.
[0021] Die zweite Visiereinrichtung sollte vorteilhafter Weise eine okularseitig angeordnete
Lichtquelle besitzen, deren Bild in das Auge des Benutzers abgebildet wird. Dadurch
verhindert man, daß die Lichtquelle auch unter einem falschen Winkel für das Auge
des Benutzers sichtbar wird.
[0022] Der objektivseitige, optisch transparente Gehäuseabschluß beinhaltet vorteilhafterweise
eine Optik, welche es ihm erlaubt, das schräg zur optischen Achse auf ihn fallende
Licht der Lichtquelle in das Auge des Benutzers so in das Auge des Benutzers abzubilden,
daß dieser die Zielmarke bei der Betrachtung des Ziels erkennen kann. Dadurch hält
man die Zahl der optischen Bauteile für die zweite Visiereinrichtung sehr niedrig.
[0023] Um diese Abbildung der Lichtquelle in das Auge des Benutzers zu realisieren, besteht
der objektivseitige Gehäuseabschluß vorteilhafter weise aus einer Doppelinsenanordnung
mit planen äußeren Oberflächen in Durchblickrichtung.
[0024] Die inneren Oberflächen der beiden Linsen sind dabei einmal konkav und einmal konvex
und der Betrag des Radiuses ist für beide Linsen derselbe, so daß man die beiden Linsen
ohne Spalt zusammenfügen kann. Auf einer der inneren Oberflächen befindet sich dabei
eine teilreflektierende Schicht.
[0025] Vorteilhafter Weise sind die beiden Linsen mit innenliegender teilreflektierender
Schicht zusammengekittet. Die zusammengesetzte Doppellinse hat keine vergrößernde
Wirkung für die durch sie dringende Strahlung. Für die reflektierte Strahlung hingegen
hat die Doppellinse eine fokussierende Wirkung.
[0026] Damit nun das schräg auf die Doppellinse einfallende Licht in der optischen Achse
in Richtung auf das Auge des Betrachters reflektiert wird, muß diese Doppellinse leicht
schräg in das Gehäuse der zweiten Visiereinrichtung eingebaut werden, wenn diese Schräge
nicht schon bei der Herstellung der konvexen und konkaven inneren Oberfläche der Doppellinse
berücksichtigt wurde und somit die konkave und konvexe innere Oberfläche relativ zur
optischen Achse einen durch den Einstrahlwinkel der Lichtquelle vorgegebenen Neigungswinkel
besitzen.
[0027] Die teilreflektierende Schicht ist vorteilhafter weise ein Kantenfilter, dessen Filterkante
in Abhängigkeit von der Frequenz des aus der Lichtquelle austretenden Lichtes zu bestimmen
ist.
[0028] Dabei ist es vorteilhaft, wenn dieses Licht eine rote Farbe besitzt, da Rot am Ende
des visuellen Spektrahlbereiches liegt. Dadurch kann fast das gesamte visuelle Spektrum
durch den Kantenfilter ungestört in das Auge des Visierenden gelangen und trotzdem
dem Visierenden eine klar sichtbare Zielmarke in der Zielebene dargeboten werden,
welche für das Ziel selber nicht sichtbar ist.
[0029] Enthält die Lichtquelle lumineszierendes Material, welches vom natürlichen Licht
(z.B. Tageslicht) bestrahlt wird, so ist die Zielmarke auch ohne eine sich beim Betrieb
verbrauchende Energiequelle zu erzeugen. Das vom lumineszierenden Material ausgehende
Licht muß dabei so ausgewählt sein, daß dieses Licht von der teilreflektierenden Schicht
reflektiert wird.
[0030] Wenn das lumineszierende Material eine vorzugsweise Ausstrahlung besitzt, sollte
vorteilhafter weise die Ausrichtung des lumineszierenden Materials so gewählt werden,
daß möglichst viel Licht durch die Blende am Ausgang der Lichtquelle gestrahlt wird.
[0031] Das lumineszierende Material hat dabei den Vorteil, daß die Intensität der Lichtausstrahlung
abhängig ist von der Intensität des natürlichen Lichts, was für einen ausreichenden
Kontrast der Zielmarke in Bezug auf die allgemeinen Lichtbedingungen wünschenswert
ist.
[0032] Damit die Visiervorrichtung insbesondere auch bei Nacht problemlos verwendet werden
kann, sollte das lumineszierende Material wahlweise von natürlichem Licht (z.B. Tageslicht)
und/oder von einer zusätzlichen weiteren Lichtquelle, z.B. einer elektrischen Lichtquelle
bestrahlt werden können.
[0033] Es ist vorteilhaft, wenn in der Stromversorgung der elektrischen Lichtquelle dann
ein lichtempfindliches Element eingebaut ist, welches die Intensität des Tageslichts
mißt und die Leuchtstärke der elektrischen Lichtquelle den äußeren Lichtverhältnissen
anpaßt. Diese Anpassung sollte nur bis zu einem Minimum erfolgen, damit die Zielmarke
auch bei Dunkelheit noch erkennbar ist.
[0034] Es ist vorteilhaft, wenn die elektrische Lichtquelle eine Leuchtdiode ist, welche
im roten Spektralbereich strahlt, da diese Leuchtdioden mit einer niedrigen Spannung
betrieben werden können und das Licht mit hoher Intensität durch das lumineszierende
Material durchstrahlt.
[0035] Um einen kompakten Aufbau der Lichtquelle zu erhalten, ist es vorteilhaft, wenn das
lumineszierende Material zwischen elektrischer Lichtquelle und Blende angeordnet ist.
[0036] Es ist vorteilhaft, wenn die Visiervorrichtung in einem Tragegriff der Schußwaffe
integriert ist, da dieser dann so gestaltet werden kann, daß die Visiervorrichtung
durch den Tragegriff eine zusätzlichen mechanischen Schutz erhält. Außerdem erleichtert
der Tragegriff das Tragen der Schußwaffe.
[0037] Vorteilhafter weise sollte dabei die Visiervorrichtung in einem als ein ganzes von
der Schußwaffe getrennt werden können, da dies einen schnellen Austausch für eine
Reparatur ermöglicht.
[0038] Die Erfindung wird nachstehend in beispielhafterweise anhand von Zeichnungen näher
erläutert, wobei weitere wesentliche Merkmale sowie dem besseren Verständnis dienende
Erläuterungen und Ausgestaltungsmöglichkeiten des Erfindungsgedankens beschrieben
sind.
[0039] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- einen seitlichen Schnitt durch die erfindungsgemäße Visiervorrichtung;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Visiervorrichtung aus Fig. 1 senkrecht zu den optischen Achsen;
- Fig. 3
- eine Detailzeichnung des Zielfernrohres;
- Fig. 4
- eine Detailzeichnung des Reflexvisiers;
- Fig. 4a
- eine Detailzeichnung des lumineszierenden Materials in der Beleuchtungseinrichtung
des Reflexvisiers;
- Fig. 5
- einen Schnitt durch das Reflexvisier aus Fig. 4 senkrecht zur optischen Achse; und
- Fig. 6
- einen Schaltplan für die Beschaltung der elektrischen Lichtquelle;
- Fig. 7
- eine chematische Zeichnung einer konstruktiven Variante des in Fig.4 dargestellten
Reflexvisiers.
[0040] Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Visiervorrichtung (1) besteht aus einem vergrößernden
monokularen Zielfernrohr (2) und einem Reflexvisier (3).
[0041] Die Visiervorrichtung (1) ist lösbar auf einer Schußwaffe (4) (Gewehr) angebracht
und besitzt an ihrem unteren Ende die dazu notwendige Klemmvorrichtung (5) nach bekanntem
Stand der Technik. Die optische Achse (3a) des Reflexvisiers (3) und die optische
Achse (2a) des Zielfernrohres (2) bilden mit der Achse (4a) des Gewehrlaufes (4aa)
eine gemeinsame Ebene. Die Seelenachse des Gewehrlaufes ist wegen der Balistik gegenüber
den optischen Achsen etwas erhöht. Die beiden optischen Achsen selber schneiden sich
in der vorher festgelegten Entfernung.
[0042] Das Reflexvisier (3), welches im Detail anhand der Fig. 4, 5 und 6 näher erläutert
wird, ist oberhalb des Zielfernrohres (2), welches anhand der Fig.3 noch näher erläutert
wird, angeordnet. Dieses Reflexvisier (3) besitzt eine nichtvergrößernde Optik, welche
auch als 1-zu-1 Optik bezeichnet wird, und ist für eine beidäugige Zielerfassung besonders
gut geeignet.
[0043] Am okularseitigen Ende des Reflexvisiers (3) befindet sich eine planparallele Platte
(6), welche als optisch transparenter Gehäuseabschluß für das geschlossene Gehäuse
des Reflexvisiers (3) dient. Der objektivseitige Gehäuseabschluß (7) ist auch optisch
transparent und besitzt eine teilreflektierende Schicht (8). Die Doppellinsenanordnung
(7) besitzt eine erste äußere Linse (7a), welche eine äußere Planoberfläche und eine
innere konkave Oberfläche besitzt. Die zweite, innere Linse (7b) der Doppellinsenanordnung
(7) besitzt eine innere konvexe Oberfläche und eine äußere Planoberfläche. Der Radius
der konkaven Oberfläche der ersten Linse (7a) und der Radius der konvexen Oberfläche
(7) der zweiten Linse (7b) sind identisch. Die beiden Linsen (7a, 7b) sind an ihren
nichtplanen Oberflächen zusammen gekittet. Zwischen den beiden Linsen (7a, 7b) befindet
sich eine teilreflektierende Schicht (8), welche als Kantenfilter ausgeführt ist und
welche Lichtstrahlen mit einer Wellenlänge größer als 580nm reflektiert. Diese teilreflektierende
Schicht (8) ist für die Wellenlänge des aus der Lichtquelle (10) austretenden Lichtes
optimiert.
[0044] Oberhalb der optischen Achse (3a) des Reflexvisiers (3) ist hinter einer Blende (9)
eine Lichtquelle (10) in einer Beleuchtungseinrichtung angeordnet. Diese Lichtquelle
(10) strahlt durch die Öffnung der Blende (9) Licht auf die teilreflektierende Schicht
(8) des objektivseitigen Gehäuseabschlusses (7), welches durch diese Schicht (8) kollimiert
in Richtung des Auges (11a) eines Visierenden (Schützen) reflektiert wird und für
den Visierenden als scharf umgrenzter roter Punkt in der Zielebene erscheint.
[0045] Als Lichtquelle (10) dient dabei ein plattenförmiger Körper (10a) aus lumineszieren
Material, welcher durch eine Öffnung (12a) im Gehäuse (12) des Reflexvisiers (3) mit
natürlichem Licht (z.B. Tageslicht) bestrahlt wird. Diese Öffnung (12a) kann auch
als Lichtkanal bezeichnet werden und kann konstruktiv den jeweiligen Verhältnissen
in der jeweiligen Visiereinrichtung entsprechend angepaßt werden. Außerdem ist hinter
dem plattenförmigen Körper (10a) eine als elektrische Lichtquelle dienende Leuchtdiode
(10b) angeordnet, deren Intensität durch ein lichtempfindliches Element (3b) beeinflußt
wird.
[0046] Wenn das natürliche Licht (z.B. Tageslicht) hell genug ist, dringt durch das optisch
transparente Abschlußfenster (12b) (planparallele Platte) am oberen Ende der Öffnung
(12a) im Gehäuse (12) des Reflexvisiers (3) genügend Licht auf die aus lumineszierendem
Material bestehende Platte (10a), um ausreichend Licht durch die Blende (9) in Richtung
der teilreflektierenden Schicht (8) auszustrahlen, damit der Schütze mit seinem Auge
(11a) einen klar umrissenen leuchtenden Punkt bei Durchsicht durch das Reflexvisier
(3) in der optischen Achse (3a) sieht. Wenn der Schütze diesen Punkt mit seinem Ziel
in Deckung gebracht hat, kann er schießen und wird einen Treffer im Ziel haben.
[0047] Das Reflexvisier (3) hat den Vorteil, daß der Schütze mit einem Auge (11a) zielen
kann und mit dem anderen Auge sein Umfeld trotzdem noch erfaßt. Der Zielvorgang erfolgt
dabei bei entspannten Augen und kann sehr schnell erfolgen, weshalb das Reflexvisier
(3) insbesondere zum schnellen Schuß auch auf kürzere Entfernungen geeignet ist. Das
Zielen mit dem Reflexvisier ist sicherer als mit Kimme und Korn, und hat zusätzlich
den Vorteil, daß sich das visierende Auge (11a) des Schützen während des Zielvorgangs
nicht auf stark wechselnde Entfernungen einstellen muß und er mit dem anderen Auge
das Zielumfeld erfassen kann.
[0048] Ist aber das natürliche Licht (z.B. Tageslicht oder helles Mondlicht) nicht ausreichend
hell oder aber zu hell, so kann der Schütze über einen Schalter (13) eine Leuchtdiode
(10b) anschalten, welche als zusätzlich elektrische Lichtquelle dient und welche ihr
Licht in die lumineszierende Platte (10a) abstrahlt.
[0049] Während das Reflexvisier (3) als eine Visiereinrichtung für einen schnellen Schuß
dient, dient das Zielfernrohr (2) als Visiervorrichtung für einen gezielten Schuß
über eine größere Distanz. Deshalb besitzt das Zielfernrohr (2) eine vergrößernde
Optik.
[0050] Das Zielfernrohr (2) ist zwischen der Waffe (4) und dem Reflexvisier (3) angeordnet.
Zwischen dem Zielfernrohr (2) und dem Reflexvisier (3) befindet sich eine Öffnung
(14), durch welche die Hand des Schützen greifen kann, so daß die Schußwaffe an der
Visiervorrichtung (1) getragen werden kann. Stege (15a, 15b) an den Enden der Öffnung
(14) sorgen dafür, daß zwischen dem Reflexvisier (3) und dem Zielfernrohr (2) eine
genügend starre Verbindung besteht, so daß die beiden optischen Achsen (2a, 3a) von
Zielfernrohr (2) und Reflexvisier (3) immer akkurat zueinander ausgerichtet bleiben
und die Schußwaffe problemlos an der Visiervorrichtung (1) getragen werden kann.
[0051] Seitlich des Zielfernrohres (2) befinden sich zwei Batterieschächte (16a, 16b), welche
die zur Betreibung der Leuchtdiode (10b) notwendige elektrische Energie liefern. Die
elektrischen Kabel (in den Figuren 1 und 2 nicht eingezeichnet) werden durch eine
Steg (15b) zur Leuchtdiode (10b) hochgeführt. Damit die Visiervorrichtung (1) ein
möglichst geringes Gewicht besitzt, ist sie größtenteils aus einem leichten Material
(z.B. verstärkten Kunststoff) ausgeführt.
[0052] Beim visieren durch das Reflexvisier (3) als auch durch das Zielfernrohr (2) befindet
sich das Auge (11a, 11b) des Schützen in einem gewissen Abstand zu dem entsprechenden
Visier (3, 2). Damit der durch das Zielfernrohr (2) Visierende mit seiner Kopfbedeckung
nicht an das Reflexvisier stößt, ist dieses um 35 mm längst der optischen Achse in
Sehrichtung nach vorne versetzt. (Dieser Abstand sollte nicht weniger als 20 mm und
auch möglichst nicht mehr als 50 mm betragen, um noch eine einwandfreie Benutzung
des Reflexvisiers (3) zu gewährleisten).
[0053] In Figur 3 ist nun das monokulare Zielfernrohr (2) der Visiervorrichtung (1) aus
den Figuren 1 und 2 nochmals detaillierter dargestellt. Das dreifach vergrößernde
Zielfernrohr (2) ist die Visiereinrichtung der Visiervorrichtung, welche zum gezielten
Schuß insbesondere über größere Entfernungen dient.
[0054] Das Zielfernrohr (2) ist als Einstech-Fernrohr ausgeführt und kann leicht in die
Visiervorrichtung (1) eingesteckt und mit einem Schraubring befestigt bzw. leicht
von dieser gelöst und als Einzelteil aus dieser entfernt werden. Das Zielfernrohr
(2) besitzt zur schnellen Montage bzw. Demontage in die Visiervorrichtung (1 aus Figur
1 und 2) einen Anschlagring (20), welcher okularseitig angeordnet ist.
[0055] Das Zielfernrohr (2) besitzt ein Okular (21), ein Umkehrsystem (22, 22a) und ein
Objektiv (23). Die Strichplatte (24) mit ihren Strichfiguren befindet sich auf der
Planfläche eines Linsenelementes (22a) des Umkehrsystems (22, 22a) in der objektivseitigen
Zwischenbildebene. Eine Blende (25) ist in der okularseitigen Zwischenbildebene angebracht.
[0056] Das Gehäuse des Zielfernrohres (2) ist aus einem leichten Material (Aluminium, glasfaserverstärkter
Kunststoff usw.) gefertigt, damit das Zielfernrohr möglichst leicht ist. Der AP-Abstand
(Abstand Okular-Auge des Visierenden) beträgt 40 mm (kann aber bei der Berechnung
des Zielfernrohres frei gewält werden).
[0057] In den Figuren 4 und 5 ist nun das Reflexvisier (29) detaillierter dargestellt. Das
Reflexvisier (29) liefert einen nichtvergrößernden Durchblick für den Visierenden
zum Ziel.
[0058] Das geschlossene Gehäuse des Reflexvisiers (29) wird okularseitig von einer Planplatte
(30) abgeschlossen, welche durch eine umlaufende Kittschicht (30a) fest mit dem Gehäuse
des Reflexvisiers (29) verbunden ist.
[0059] Objektivseitig wird das Gehäuse des Reflexvisiers (29) durch eine Doppellinsenanordnung
(31) verschlossen., welche durch eine weitere Kittschicht (33) fest mit dem Gehäuse
des Reflexvisiers (29) verbunden ist.
[0060] Die Doppellinsenanordnung (31) besitzt eine erste äußere Linse (31a), welche eine
äußere Planoberfläche (31a') und eine innere konkave Oberfläche (31a'') besitzt. Die
zweite, innere Linse (31b) der Doppellinsenanordnung (31) besitzt eine innere konvexe
Oberfläche (31b'') und eine äußere Planoberfläche (31b'). Der Radius der konkaven
Oberfläche (31a'') der ersten Linse (31a) und der Radius der konvexen Oberfläche (31b'')
der zweiten Linse (31b) sind identisch. Die beiden Linsen (31a, 31b) sind an ihren
nichtplanen Oberflächen (31a'', 31b'') zusammen gekittet. Zwischen den beiden Linsen
(31a, 31b) befindet sich eine teilreflektierende Schicht (32), welche als Kantenfilter
ausgeführt ist und welche Lichtstrahlen mit einer Wellenlänge größer als 580nm reflektiert.
Diese teilreflektierende Schicht (32) ist für die Wellenlänge des aus der Lichtquelle
(35) austretenden Lichtes optimiert.
[0061] Die beiden Linsen (31a, 31b) der Doppellinsenordnung (31) sind so zusammengekittet,
daß die Doppellinsenanordnung (31) zwei äußere Planoberflächen (31a', 31b') besitzt
und somit für sie durchdringende Lichtstrahlen keine beugende Wirkung besitzt. Die
Doppellinsenanordnung (31) ist um einen kleinen Winkel (36) um die optische Achse
(34) nach oben gekippt. Diese Kippung sorgt dafür, daß das durch die Blende (37) aus
der Beleuchtungseinrichtung mit der Lichtquelle (35) schräg in Richtung der optischen
Achse (34) abgestrahlte Licht, welches von der teilreflektierenden Schicht (32) im
Inneren der Doppellinsenanordnung (31) in Richtung der okularseitigen Planplatte (30)
reflektiert wird, ins Auge des Visierenden (in dieser Figur nicht dargestellt) abgebildet
wird. Anstelle der Kippung der Doppellinsenanordnung (31) könnten auch die gekrümmten
Linsenoberflächen (31a'', 31b'') relativ zur Senkrechten der planen Oberflächen (31a',
31b') entsprechend gekippt sein, so daß dann die Doppellinsenanordnung (31) senkrecht
zur optischen Achse (34) des Reflexvisiers (29) eingebaut sein könnte.
[0062] Im Inneren des Gehäuses des Reflexvisiers (29) sind die Randstrahlen (38a, 38b) eingezeichnet,
um anzudeuten, daß das Auge des Visierenden sich bei der Benutzung des Reflexvisiers
(29) in einem gewissen Abstand zum Reflexvisier (29) befindet.
[0063] Die okularseitige Planplatte (30) und die objektivseitig angeordnete Doppellinsenanordnung
(31) liefern dem Visierenden ein nichtvergrößerndes Bild und diese Anordnung wird
auch als 1-zu-1-Optik bezeichnet.
[0064] Das durch die Blende (37) vor der Lichtquelle (35) ausgestrahlte Licht hat eine Wellenlänge
von ungefähr 620nm, liegt also im roten Bereich.
[0065] Die teilreflektierende Schicht (32) ist so ausgeführt, daß das Licht der Lichtquelle
(35) möglichst gut in Richtung des Auges des Visierenden reflektiert wird, wobei die
konkave Oberfläche (31a'') dafür sorgt, daß das Bild der Lichtquelle (35) scharf in
das Auge des Visierenden abgebildet wird.
[0066] Die Lichtquelle (35) selber besteht im wesentlichen aus zwei Teilen. Das Licht der
Lichtquelle (35) wird zum einen durch einen Körper (35a) aus lumineszierendem Material
erzeugt, wobei dieser Körper (35a) von natürlichem Licht (z.B. Tageslicht) bestrahlt
wird und dieses natürliche Licht in ein rotes Licht umsetzt wird, welches den Körper
(35a) richtungsselektiv verläßt. Das in der Lichtquelle (35) für diesen Körper (35a)
verwendete Material ist lumineszierendes Plexiglas (welsches unter diesem Namen von
den deutschen Firmen Bayer oder Röhm bezogen werden kann).
[0067] Dieses lumineszierende Material in der Lichtquelle hat die Form einer rechteckförmigen
Platte (35a) (siehe insbesondere Fig. 4a). Diese Platte (35a) hat eine Länge von rund
10,5 mm, eine Breite von rund 8 mm und eine Dicke von rund einem Millimeter. Die Platte
(35a) ist in der Lichtquelle (35) so angeordnet, daß die Blende (37) in der Plattenmitte
der Plattenvorderfläche (35a') angeordnet ist.
[0068] Auf der Plattenhinterfläche (35a'') befindet sich eine Aussparung (39), welche so
groß ist, daß der Kopf einer kleinen Leuchtdiode (35b) dort hineingesteckt werden
kann.
[0069] Das natürliche Licht fällt auf diese Platte (35a) auf die obere Deckfläche (35a''),
wird dort in rotes Licht umgewandelt und bevorzugt in Richtung der seitlichen Randflächen
ausgestrahlt. Alle Oberflächen der Platte (35a) sind poliert und bis auf die obere
Deckfläche (35a'''), die Austrittsöffnung auf der Plattenvorderfläche (35a') im Bereich
der Blende (37) und die Aussparung (39) in der Plattenhinterfläche (35a'') mit einem
reflektierenden Material überzogen.
[0070] Die Verwendung des lumineszierenden Materials hat mehrere Vorteile. Zum einen verstärkt
sich die Ausstrahlung aus der Platte (35a), wenn die Intensität das natürlichen Lichts
zunimmt, bzw. die Ausstrahlung aus der Platte (35a) verringert sich, wenn die Intensität
des natürlichen Lichts abnimmt.
[0071] Dies ist deshalb so vorteilhaft, weil dadurch der durch das Reflexvisier (29) ins
Auge des Visierenden abgebildete Punkt der Lichtquelle (35) im Verhältnis zum natürlichen
Licht mit einem angenähert gleichmäßigen Kontrast abgebildet wird.
[0072] Zum anderen senkt das durch die lumineszierende Platte (35a) erzeugte Licht den Lichtbedarf
durch die zusätzliche elektrische Lichtquelle (35b), welche bei dem in Figur 4 dargestellten
Reflexvisier (29) durch eine rote Leuchtdiode (35b) realisiert ist. Die Intensität
des aus der Leuchtdiode (35b) austretenden Lichts wird dabei durch ein fotoempfindliches
Element (29a)(z.B. ein Fototransistor oder ine Fotodiode) beeinflußt. Beide Maßnahmen
(lumineszierendes, vom natürlichen Licht bestrahltes Material und lichtempfindliches
Element) erhöhen die Lebensdauer der elektrischen Spannungsquelle (Batterie, siehe
Beschreibung zu Figur 1 und 2) erheblich, so daß die eingeschaltete Visiervorrichtung
bei der Verwendung im Freien eine sehr viel längere Benutzungsdauer besitzt.
[0073] Wie bereits gesagt, muß die Beleuchtungseinrichtung mit der Lichtquelle (35) bei
starker Sonneneinstrahlung relativ viel Licht ausstrahlen, während in der Nacht das
von der Lichtquelle (35) ausgestrahlte Licht relativ schwach sein muß, damit der durch
das Reflexvisier (29) Visierende nicht durch das Licht der Lichtquelle (35) geblendet
wird und sein anvisiertes Ziel bei allen Lichtverhältnissen möglichst gut erkennen
kann bzw. bei starker Sonneneinstrahlung muß der ins Auge des Visierenden abgebildete
Leuchtpunkt der Lichtquelle (35) ausreichend stark strahlen, damit der gewünschte
Kontrast erhalten wird und der Visierende den Leuchtpunkt ausreichend stark erkennt.
[0074] Um dies zu erreichen, ist die elektrische Lichtquelle (35) (welche auch eine Glühlampe
sein könnte) so beschaltet, daß sie ihre maximale Leistung bei starker Sonnenlichteinstrahlung
besitzt. Wie dies erreicht werden kann, ist in Figur 6 beispielhaft dargestellt. Der
in Figur 6 dargestellte Schaltplan für die Leuchtdiode (40) besitzt eine Batterie
(41) als Spannungsquelle.
[0075] Im Schaltplan ist zusätzlich ein lichtempfindliches Element (43) enthalten, welches
bei dem beschriebenen Reflexvisier (29) als Fototransistor ausgeführt ist. Dieser
Fototransistor (43) ist an der Visiervorrichtung so angebracht, daß er ungestört vom
Tageslicht bestrahlt werden kann.
[0076] Der Eingang des Fototransistors (43) ist mit der Leuchtdiode (40) und mit einem Pol
der Batterie (41) verbunden. Der Ausgang des Fototransistors (43) ist mit der Basis
eines NPN-Transistors verbunden, dessen Durchlässigkeit somit vom Fototransistor (43)
gesteuert wird. Kollektorseitig ist der NPN-Transistor (42) mit der Leuchtdiode (40)
verbunden und emitterseitig mit dem zweiten Pol der Batterie (41).
[0077] Damit das Tageslicht auf das lumineszierende Material der Platte (35a) fallen kann,
befindet sich im Gehäuse (46) der Visiervorrichtung (29) eine, der Größe der Platte
(35a) angepaßte Öffnung (44), welche nach außen durch eine transparente Platte (45)
abgeschlossen ist, damit es nicht zu Verschmutzung im Inneren der Visiervorrichtung
kommt.
[0078] Das in der Fig. 7 dargestellte Reflexvisier (50) mit okularseitigem Gehäuseabschluß
(57) (planparallele Platte) unterscheidet sich von dem Reflexvisier (29) in der Fig.
4 dadurch, daß das aus der Beleuchtungseinrichtung (51) austretende Licht nicht direkt
in Richtung des objektivseitigen Gehäuseabschluß (52) mit seinen beiden Linsen (52a,
52b) und der zwischen diesen angeordneten teilreflektierender Schicht (53) ausgestrahlt
wird. Vielmehr wird bei dem Reflexvisier (50) das von der Beleuchtungseinrichtung
(51) kommende Licht auf einen, das Licht reflektierenden Körper (54) (z. B. ein Spiegel)
abgestrahlt, welcher dann das von der Beleuchtungseinrichtung (51) kommende Licht
in Richtung der teilreflektierenden Schicht (53) ablenkt. Diese teilreflektierende
Schicht (53) sorgt dann wieder für, daß das Licht der Beleuchtungseinrichtung (51),
welche lumineszierendes Material als Lichtquelle und/oder eine elektrische Lichtquelle
beinhaltet, in das Auge des, das Relexvisier (50) Benutzenden in der optischen Achse
(55) des Reflexvisiers (50) abgebildet wird.
[0079] Vor der Beleuchtungseinrichtung (51) ist eine Blende (56) angeordnet, welche dafür
sorgt, daß das ganze Licht aus der Beleuchtungseinrichtung (51) durch den reflektierenden
Körper (54) in Richtung der Doppellinsenanordnung (52) reflektiert wird.
[0080] Die Blende (56) ist dabei als Absehen ausgebildet. Dies bedeutet, daß durch die Blende
(56) die Zielmarke ausgebildet wird. Je nach Form der Blende kann dabei diese Zielmarke
ein Kreis, eine Pfeilspitze eine horizontale Strich-Punkt-Strich-Figur oder aber jede
beliebige andere Zielmarke, welche auch auf einer Strichplatte in einem Zielfernrohr
aufgebracht sein könnte, sein, wobei die mögliche Form der Zielmarke mit der Form
des Körpers aus lumineszierenden Material in der Beleuchtungseinrichtung (51) abgestimmt
sein muß.
[0081] Auf eine separate körperliche Ausgestaltung der Blende (56) kann verzichtet werden,
wenn die Blende (56) als Aussparung der reflektierenden Schicht auf der Platte aus
lumineszierenden Materials in der Beleuchtungseinrichtung (51) ausgebildet ist, wie
dies bereits erwähnt wurde. Dabei braucht die Ausstrahlungsfläche (Blendenöffnung)
nicht plan sein, sondern kann entsprechend den vorgegebenen optischen Verhältnissen
im Reflexvisier (50) geformt sein. Auch die anderen Seiten der rechteckförmigen Platte
aus lumineszierenden Material in der Beleuchtungseinrichtung (51) brauchen nicht plan
sein, sondern können zur Optimierung der Lichtausbeute und zur anpassung an die konstruktieven
Gegebenheiten im Inneren der Visiereinrichtung eine andere Oberflächenform besitzen
(z.B. runder Stab, gebogener Stab, usw.). Wichtig ist allein, daß dem natürlichen
Licht eine ausreichend große Einstrahlfläche dargeboten wird.
[0082] Die Erfindung ist nicht auf das vorstehende Beispiel begrenzt, sondern umfaßt alle
Ausgestaltungsmöglichkeiten, welche in den Schutzbereich der Patentansprüche fallen
und durch die Offenbarung nahegelegt sind. Insbesondere kann die Beleuchtungseinrichtung
mit lumineszierendem Material auch in einer vergrößernden optischen Einrichtung (Fernglas,
Zielfernrohr) eingebaut sein. Dazu muß lediglich im Strahlengang der vergrößernden
optischen Einrichtung dafür gesorgt werden, daß das von der Beleuchtungsanornung ausgestrahlte
Licht ins Auge des Einrichtungsbenutzers entsprechend dem vorhergesagten abgebildet
wird. Die teilreflektierende Schicht kann sich dabei auf einem optischen Element der
vergrößernden Einrichtung befinden oder aber in einer separate Einrichtung entsprechend
der Doppellinsenanordnung angebracht sein.
1. Visiervorrichtung, welche ein vergrößerndes Zielfernrohr als erste Visiereinrichtung
beinhaltet, dadurch gekennzeichnet, daß in der Visiervorrichtung (1, 31) zusätzlich
ein zweite Visiereinrichtung (3, 29, 50), welches eine Marke in das Auge eines Visierenden
abbildet und welches einen separaten optischen Strahlengang besitzt, enthalten ist.
2. Visiervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die optische Achse
(3a, 34, 55) der zweiten Visiereinrichtung (3, 29, 50) und die optische Achse (2a)
eines vergrößernden monokularen Zielfernrohres (2) in einer Ebene angeordnet sind,
in welcher auch die Laufachse (4a) einer Schußwaffe (4) liegt, bzw. bei parallel angeordneten
Laufachsen einer Schußwaffe sollte die Ebene der optischen Achsen (2a, 3a) senkrecht
auf der Ebene der Laufachsen stehen und zwischen diesen angeordnet sein.
3. Visiervorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das vergrößernde Zielfernrohr
(2) zwischen der Schußwaffe (4) und der zweiten Visiereinrichtung (3, 29, 50) angeordnet
ist.
4. Visiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in
der zweiten Visiereinrichtung (3, 29, 50) optische Bauelemente (6, 7, 30, 31, 52,
57) enthalten sind, welche zusammen für einen gewissen Spektralbereich eine nichtvergrößernde
Abbildung liefern.
5. Visiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
zweite Visiereinrichtung (3, 29, 50) zumindest aufgebaut ist aus einem geschlossenen
Gehäuse (46) mit einer im Gehäuse (46) befindlichen Beleuchtungseinrichtung (10, 35,
51) mit Lichtquelle (10a, 10b, 35a, 35b), einem objektivseitig angeordneten, optisch
transparenten Gehäuseabschluß (7, 31, 52) mit teilrefektierender Schicht (8, 32, 53),
welcher den Öffnungswinkel eines Strahlenbündels nicht verändert, einer vor der Beleuchtungseinrichtung
(10, 35, 51) angeordneten Blende(9, 37, 56), welche das Licht der Beleuchtungseinrichtung
(10, 35, 51) in Richtung der optischen Achse (3a, 34, 55) in Richtung auf den objektivseitig
angeordneten Gehäuseabschluß (7, 31, 52) austreten läßt, und einem okularseitig angeordneten
zweiten optisch transparenten Gehäuseabschluß (6, 30, 57), wobei das durch die Blende
(9, 37, 56) austretende Licht der Beleuchtungseinrichtung (10, 35, 51) in der optischen
Achse (3a, 34, 55) der zweiten Visiereinrichtung (3, 29, 50) an der teilrefektierender
Schicht (8, 31, 53) reflektiert und durch den okularseitigen Gehäuseabschluß (6, 30,
57) in das Auge des Visierenden abbildet wird.
6. Visiervorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Beleuchtungseinrichtung
(10, 35) so in die zweite Visiereinrichtung (3, 29) eingebaut ist, daß sie ihr Licht
schräg auf den objektivseitigen Gehäuseabschluß (7, 31) abstrahlt.
7. Visiervorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der objektivseitige
Gehäuseabschluß (7, 31, 52) aus zwei durchsichtigen Linsen (7a, 7b, 31a, 31b, 52a,
52b) besteht und zur optischen Achse (3a, 34, 55) der zweiten Visiereinrichtung (3,
29, 50) geneigt ist, wobei die äußere erste Linse (7a, 31a, 52a) eine planparallele
äußere (31a') und eine konkave innere Oberfläche (31a'') in Durchblickrichtung besitzt
und die zweite innere Linse (7b, 31b, 52b) in Durchblickrichtung eine planparallele
innere (31b') und eine konvexe äußere Oberfläche (31b'') besitzt, daß der Radius der
konkaven ersten Linsenoberfläche (31a'') mit dem Radius der konvexen zweiten Linsenoberfläche
(31b'') übereinstimmt und daß zwischen diesen beiden Oberflächen (31a'', 31b'') der
Linsen (7a, 7b, 31a, 31b) eine teilreflektierende Schicht (8, 32, 53) angebracht ist.
8. Visiervorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die teilreflektierende
Schicht (8, 32, 53) ein Kantenfilter ist.
9. Visiervorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in
der Beleuchtungseinrichtung (10, 35, 51) der zweiten Visiereinrichtung (3, 29, 50)
als Lichtquelle (10a, 35a) lumineszierendes Material enthalten ist, daß im Gehäuse
der zweiten Visiereinrichtung (3, 29, 50) das lumineszierende Matrial (10a, 35a),
welches Licht in einem begrenzten Spektralbereich ausstrahlt, so angeordnet ist, daß
es von natürlichem Licht (z.b. Tageslicht) bestrahlt werden kann.
10. Visiervorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das lumineszierende
Material (10a, 35a) in der Beleuchtungseinrichtung (10, 35, 50) wahlweise von natürlichem
Licht (z.B. Tageslicht) und/oder von einer elektrischen Lichtquelle (10b, 35b) bestrahlt
wird.
11. Visiervorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß in der Stromversorgung
der elektrischen Lichtquelle (10b, 35b) ein lichtempfindliches Element (3b, 29a, 43)
eingebaut ist, welches die Intensität des natürlichen Lichts (z.B. des Tageslichts)
mißt und die Leuchtstärke der elektrischen Lichtquelle (10b, 35b) bei einer Verringerung
der Intensität des natürlichen Lichts bis zu einem Minimum verringert.
12. Visiervorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische
Lichtquelle (10b, 35b) eine Leuchtdiode ist, welche im roten Spektralbereich strahlt.
13. Visiervorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
das lumineszierendes Material (10a, 35a) zwischen elektrischer Lichtquelle (10b, 35b)
und Blende (9, 37, 51) angeordnet ist.
14. Visiervorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Visiervorrichtung (1) in einen Tragegriff der Schußwaffe (4) integriert ist.
15. Visiervorrichtung nach einem der Ansprüche 2, 3 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß
die Visiervorrichtung (1) in einem als ein ganzes von der Schußwaffe (4) getrennt
werden kann.