[0001] Die Erfindung betrifft einen Hochfrequenz-Leistungsschalter gemäß Oberbegriff des
Patentanspruchs 1. Ein solcher Hochfrequenz-Leistungsschalter ist bereits aus der
DE 37 27 764 A1 bekannt.
[0002] Hochfrequenz-Leistungsschalter werden beispielsweise in Antennenanpaßgeräten eingesetzt,
um in diesen Geräten auf Hochspannung liegende Induktivitäten bzw. Kapazitäten zur
Anpassung der Antenne an den Sender bzw. Empfänger zu- bzw. abschalten zu können.
[0003] Der aus der DE 37 27 764 A1 bekannte Hochfrequenz-Leistungsschalter weist einen in
einem Glaskolben eingeschmolzenen Reed-Kontakt auf, der von einer Steuerspule angesteuert
wird, die in einem geschlossenen elektrischen Abschirmgehäuse untergebracht ist und
den Reed-Kontakt in einem Abstand ringförmig umgibt. Der Reed-Kontakt ist bei dieser
Lösung über seine aus dem Glaskolben herausragenden Anschlußfahnen an den beiden Enden
jeweils an einer mechanischen Vorrichtung befestigt, die aus zwei tellerartigen Metallscheiben
mit abgerundeten wulstartigen Rändern besteht, zwischen denen Kontaktfedern angeordnet
sind, zwischen denen die Anschlußfahnen des Reed-Kontaktes eingesteckt sind.
[0004] Die beiden Befestigungsvorrichtungen ihrerseits sind über Hochspannungsisolatoren
mit einer an Masse liegenden Trägerplatte verbunden.
[0005] Zwischen der Innenringfläche der Ringöffnung des Steuerspulengehäuses und dem konzentrisch
darin im Abstand gehaltenen Glaskolben des Reed-Kontaktes ist als Isolator Luft vorhanden,
so daß der Reed-Kontakt auch bei hochfrequenten Hochspannungsanwendungen betrieben
werden kann, wobei der Abstand zwischen dem Reed-Kontakt und der diesen umgehenden
Ringfläche des Abschirmgehäuses der Steuerspule nach den Erfordernissen der gewünschten
Hochspannnungsfestigkeit gewählt werden muß. Das Abschirmgehäuse der Spule liegt bei
diesem Leistungsschalter an Masse, während der Reed-Kontakt auf Hochspannungpotential
liegt.
[0006] Nachteilig bei dieser Lösung ist, daß der Schalter aus vielen Einzelteilen besteht,
die eine aufwendige Montage und hohe Herstellungskosten zur Folge haben. Ferner kann
der Reed-Kontakt bei dieser Lösung nicht direkt an dem zu schaltenden Bauteil (z.B.
Spule oder Kondensator) befestigt werden und braucht daher isolierende hochspannungsfeste
Stützträger. Die Spannungsfestigkeit zur Spulenabschirmung (die auf Masse liegt) wird
durch die Geometrie der Ringspule und die Anzahl der von ihr angesteuerten Reedkontakte
begrenzt.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen Hochfrequenz-Leistungsschalter der
eingangs genannten Art zu schaffen, dessen Spannungsfestigkeit möglichst hoch ist
und der dennoch möglichst einfach im Aufbau ist.
[0008] Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist durch die kennzeichnenden Merkmale
des Patentanspruchs 1 wiedergegeben. Die übrigen Ansprüche enthalten vorteilhafte
Aus- und Weiterbildungen der Erfindung.
[0009] Ein Vorteil dieser Lösung besteht darin, daß der Schalter nur aus wenigen Teilen
- im wesentlichen dem Spulenkörper und dem Reed-Kontakt - besteht, die ohne großen
Aufwand montiert werden können.
[0010] Ein zweiter Vorteil besteht darin, daß durch die "seitliche" Anordnung der Steuerspule
neben dem Reed-Kontakt die Spannungsfestigkeit des Schalters gegen Masse wesentlich
höher ist als bei vergleichbaren herkömmlichen Leistungsschaltern.
[0011] Ferner ist die Spannungsfestigkeit des Schalters nach Masse unabhängig davon, ob
ein oder mehrere Reed-Kontakte parallel angeordnet werden, die durch dieselbe Steuerspule
angesteuert, d.h. geschaltet werden.
[0012] Im folgenden wird die Erfindung anhand der FIG. 1 näher erläutert. Die Figur zeigt
ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Leistungsschalters.
[0013] Der Schalter enthält (beispielhaft) einen in einem Glaskolben eingeschmolzenen Reed-Kontakt
1, der an seinen beiden Enden jeweils über einen hochspannungsfesten Lötanschluß 2
an eine auf Hochspannungspotential liegende HF-Luftspule 8 angeschlossen ist. Die
beiden Lötanschlüsse 2 sind (beispielhaft) jeweils an den Spulenenden mit der Spule
8 verbunden, so daß durch Einschalten des Reed-Kontaktes die gesamte Spule 8 überbrückt
werden kann. Anstelle der Spule 8 kann selbstverständlich auch ein anderes elektrisches
Bauteil (z.B. ein HF-Kondensator) oder eine andere elektrische Baugruppe vorgesehen
werden. Auch kann vorgesehen werden, mit einem solchen Reed-Kontakt nur einen Teil
einer solchen Spule zu überbrücken.
[0014] Die Spule 8 kann beispielsweise auf einem Spannungspotential von 10-20 KV liegen
und im MHz-Bereich betrieben werden. Die Spule 8 weist Anschlußklemmen 10 auf und
ist in einem isolierenden hochspannungsfesten Träger 9 gehaltert.
[0015] Seitlich neben (bzw. unter) dem Reed-Kontakt 1 ist die als Elektromagnet wirkende
Steuerspule 3-5 an einer Trägerplatte 7 (z.B. aus Aluminium) befestigt. Die Steuerspule
ist im Schnitt gezeigt und besteht aus einem Spulenwicklungskörper 5, der in zwei
stirnseitig angeordneten Polschuhen 4 gehaltert ist. Im Spuleninneren ist ferner ein
Spulenkern 3 vorgesehen, der z.B. aus Weicheisen bestehen kann. Zur Reduzierung der
Erregerleistung kann aber anstelle des Weicheisenkerns auch ein Dauermagnet-Spulenkern
vorgesehen werden (dies ist z.B. bei der bekannten Lösung nach der DE 37 27 764 A1
nicht möglich).
[0016] Die Steuerspule 3-5 ist ferner zur elektrischen Abschirmung zu dem Reed-Kontakt 1
mit einer einfachen metallischen Folie 6 (z.B. aus Kupfer) ummantelt.
[0017] Alternativ oder ergänzend zu der Folienabschirmung kann die gesamte Steuerspulenanordnung
einschließlich der Polschuhe im Inneren einer dünnen Blechhaube z.B. aus Aluminium
untergebracht werden, deren Kanten und Ecken abgerundet sind ("Tiefziehhaube"). Eine
solche Haube schirmt alle Kanten und Ecken der Polschuhe bzw. der Steuerspule von
hohen elektrischen Feldstärken zum Reed-Kontakt ab und verringert dadurch die Gefahr
von Hochspannungsüberschlägen (mit dieser Haube werden mit anderen Worten elektrische
Feldstärkeüberhöhungen vermieden, die sich sonst an Ecken, Kanten usw. ausbilden würden).
[0018] Diese Anordnung von Reed-Kontakt 1 einerseits und Steuerspule 3-5 andererseits zeichnet
sich dadurch aus,
- daß der Reed-Kontakt 1 direkt an dem zu schaltenden Bauteil (hier beispielhaft: an
der Spule 8) befestigt werden kann, was bei dem bekannten Leistungsschalter DE 37
27 764 A1 nicht möglich ist; (selbstverständlich kann der Leistungsschalter nach FIG.
1 bei Bedarf auch an isolierenden hochspannungsfesten Stützträgern befestigt werden);
- daß die Spannungsfestigkeit des Reed-Kontaktes zum Massepotential (Bezugspotential)
unabhängig von der Zahl der angesteuerten Reed-Kontakte ist und nur vom Abstand der
Reed-Kontakte zu der Steuerspule 3-5 bzw. zu den Polschuhen 4 abhängt;
- daß eine Erwärmung des Reed-Kontakts 1 aufgrund von Wirbelstromverlusten der Steuerspule
3-5 nicht auftreten kann;
- daß eine Erwärmung der Spulenabschirmung 6 aufgrund von Wirbelstromverlusten, die
der Strom des Schalters im Spulengehäuse erzeugt, nicht auftreten kann;
- daß insbesondere bei Verwendung von mehreren von derselben Steuerspule angesteuerten
Reed-Kontakten dennoch die Außenmaße des Schalters klein gehalten werden können im
Vergleich zur bekannten Lösung nach DE 37 27 764 A1.
[0019] Es versteht sich, daß die Erfindung nicht auf dieses Ausführungsbeispiel beschränkt
ist, sondern vielmehr auch auf andere übertragbar ist. So ist es z.B. möglich, mehrere
in Serie (und gegebenenfalls parallel) geschaltete Reed-Kontakte über dieselbe Steuerspule
anzusteuern, d.h. zu schalten.
1. Hochfrequenz-Leistungsschalter, mit mindestens einem in einem Glaskolben eingeschmolzenen
Reed-Kontakt und mit mindestens einer elektrisch abgeschirmten Steuerspule, wobei
der mindestens eine Reed-Kontakt auf Hochspannungspotential liegt und die mindestens
eine Steuerspule auf Bezugspotential, insbesondere Masse liegt und wobei die mindestens
eine Steuerspule in Wirkverbindung mit dem (ihr jeweils zugeordneten) mindestens einen
Reed-Kontakt steht, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Steuerspule (3-5) in einem Abstand neben dem (ihr jeweils
zugeordneten) mindestens einen Reed-Kontakt (1-2) angeordnet ist.
2. Hochfrequenz-Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerspule
(3-5) mit Polschuhen (4) versehen ist.
3. Hochfrequenz-Leistungsschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerspule (3-5) einen Weicheisenkern oder einen Dauermagneten als Spulenkern
(3) enthält.
4. Hochfrequenz-Leistungsschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerspule (3-5) zur elektrischen Abschirmung mit einer metallischen Folie
(6), vorzugsweise einer Folie aus Kupfer ummantelt ist und/oder daß die gegebenenfalls
mit Polschuhen (4) versehene Steuerspule (3-5) von einem vorzugsweise aus Aluminium
gefertigten Gehäuse mit runden Ecken und Kanten umgeben ist.
5. Hochfrequenz-Leistungsschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerspule (3-5) vorzugsweise mit ihren Polschuhen (4) auf einer Platte (7),
vorzugsweise auf einer metallischen Platte, insbesondere auf einer Platte aus Aluminium
befestigt ist.
6. Hochfrequenz-Leistungsschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Reed-Kontakt (1-2) an seinen beiden Enden jeweils mit einem hochspannungsfesten
Lötanschluß (2) versehen ist.