[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Heizelementes,
bei dem metallische Heizleiter zwischen keramischen Isolierschichten eingebettet sind,
wobei als Stromzuführungen und als Stromableitungen Kontaktierungsausnehmungen in
den keramischen Isolierschichten mit elektrisch leitfähiger Masse gefüllt sind.
[0002] Otsuka et al. beschreiben in CERAMIC BULLETIN 60, S. 540 ff (1981), daß Bauteile
aus keramischen Werkstoffen, die hauptsächlich Aluminiumoxid oder Aluminiumnitrid
enthalten, mit hochschmelzenden Metallen wie Wolfram oder Molybdän metallisiert werden
können, daß diese Metallisierung dann durch eine weitere Schicht aus grüner Keramik
abgedeckt und der Verbund danach zur Werkstoffbildung gesintert werden kann. Besonders
eignet sich hierzu die Folientechnik.
[0003] So hergestellte Bauteile können vor allem im Bereich der Elektronik und Elektrotechnik
Anwendung finden. Dickwandige und große Heizelemente sind in verschiedenen Ausführungsformen
bekannt. Bei der zunehmenden Miniaturisierung in der Elektronik und Elektrotechnik
treten jedoch herstellungstechnische und anwendungstechnische Probleme auf.
[0004] Bei hohen Heizleistungen müssen die verwendeten Werkstoffe hochtemperaturbeständig
sein, ohne daß die Heizelemente durch Überlastung zerstört werden (Durchbrennen).
[0005] So ist eine Anwendung als Heizelement möglich, bei der durch Einwirkung eines elektrischen
Stromes große Wärmemengen bevorzugt an solchen Stellen im Metallisierungsmuster erzeugt
werden, die einen hohen Widerstand aufweisen.
[0006] Dabei können im Hochtemperatur-Heizbereich so hohe Temperaturen erzeugt werden, daß
es bei Verwendung von glasphasenhaltigen Keramikwerkstoffen (Glasgehalt > 5 Gew.-%)
zu einem Fließen der Glasphase in der Keramik kommt. Wenn dabei der Abstand einer
metallischen Heiz-Leiterbahn zur Außenfläche der Keramik im Multilayer sehr klein
ist, insbesondere weniger als 0,4 mm, kann Luft durch die an Glasphase verarmten Zonen,
das sind die Zonen mit besonders hoher Temperatur, bis an den aus Wolfram oder Molybdän
bestehenden metallischen Leiter vordringen und diesen Stromleiter oxidativ zerstören.
Aus diesem Grund ist es vorteilhaft, eine Keramik mit geringem Anteil an Glasphase
zu verwenden.
[0007] Ebenfalls von Otsuka et al. ist bekannt, daß Metallisierungspasten ohne Anteile an
Glas oder Glasbildnern nur wenig Haftfestigkeit auf solchen glasphasearmen Keramikwerkstoffen
besitzen. Durch Zumengung von Glas kann bekanntermaßen die Haftfestigkeit stark erhöht
werden, jedoch besitzen solche Pasten einen hohen elektrischen Widerstand, was besonders
bei sehr feinen Strukturen unvorteilhaft ist.
[0008] Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein Herstellverfahren für dünnwandige
keramische Heizelemente anzugeben, bei dem der Aufbau mit keramischen Folien und mit
einer hochtemperaturbeständigen Metallisierung zunächst vorgebildet wird und bei dem
dann durch Sintern des Mehrschichtenaufbaus ein miniaturisiertes Hochleistungsheizelement
mit dauerhafter Langzeitbeständigkeit geschaffen werden kann.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren der eingangs genannten Gattung, dessen
Kennzeichenmerkmal darin zu sehen ist, daß die Heizleiter, die Stromzuführungen und
die Stromableitungen als Metallisierungspaste enthaltend 60 bis 95 Gew.-% Metallpartikel
und 5 bis 40 Gew.-% anorganisches Pulver, bezogen auf den gesamten Feststoffgehalt
der Paste, auf die keramischen Schichten im Grünzustand aufgetragen werden, daß dann
die keramischen Schichten mit den aufgetragenen Metallisierungspasten übereinandergestapelt
werden und daß dann gesintert wird.
[0010] In bevorzugter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die hochtemperaturbeständige
Metallisierungspaste in Dickschichttechnik aufgetragen. Dabei werden nach dem Siebdruckverfahren
Schichten mit Schichtdicken von bis zu 100 µm erreicht. Die keramischen Isolierschichten
mit den aufgetragenen Metallisierungspasten werden vorzugsweise dann zunächst getrocknet.
Die Trocknungsbedingungen richten sich nach dem verwendeten Siebdrucköl, wobei allgemein
über einen Zeitraum von 5 bis 30 min bei Temperaturen im Bereich von 40 bis 150 °C
getrocknet wird.
[0011] Vorzugsweise wird erfindungsgemäß eine Metallisierungspaste verwendet, die mindestens
70 Gew.-% Metallpulver, bestehend aus Wolfram oder Molybdän oder Mischungen daraus,
und höchstens 35 Gew.-% eines nicht glasphasenbildenden Keramikpulvers oder Pulvergemisches
enthaltend Aluminiumoxid, Aluminiumnitrid, Titannitrid, Titancarbid oder Wolframcarbid
und zusätzlich 5 bis 35 Gew.-% eines organischen Anpastungsmediums enthält. Als organische
Anpastungsmedien sind insbesondere Öle wie Mineralöl, pflanzliche Öle oder synthetische
Öle wie Siebdrucköl oder Recyclingöl geeignet, es können aber auch Fette, Wachse,
Stellmittel wie Thixotropierungsmittel, Kolophonium oder Lecithin zu Erzielung besserer
Füllgrade, Bentonite zur Verbesserung der Festigkeit der ungebrannten Paste und/oder
organische Lösemittel eingesetzt werden.
[0012] Zur Herstellung des Heizelements werden gemäß der Erfindung in ungebrannte keramische
Folien zur Ermöglichung eines Stromtransportes senkrecht zur Folienoberfläche Kontaktierungsausnehmungen,
im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch »Vias« genannt, gestanzt oder gebohrt. Die
Metallisierungspaste wird mit Hilfe eines Druckverfahrens wie Siebdruck, Rollensiebdruck,
Offset-Druck oder Tampondruck auf noch ungebrannte keramische Folien übertragen, wobei
auf der Folienoberfläche das gewünschte Muster erzeugt wird. Die vollständig gefüllten
Vias weisen einen Durchmesser von 0,1 bis 0,5 mm auf, vorzugsweise von 0,3 mm. Die
Schichtdicke der Metallisierung für die Leiterbahnen kann zwischen 5 und 100 µm betragen,
vorzugsweise zwischen 10 und 15 µm. Die Breite der Leiterbahn sollte mindestens 0,25
mm betragen, um ein Durchbrennen sicher zu vermeiden, vorzugsweise etwa 0,5 mm.
[0013] Für die Verarbeitung der Paste empfiehlt es sich, die Paste zum Füllen der Vias mit
einer Viskosität von 150 bis 500 Pa·s anzuwenden, für den flächigen Metallisierungsdruck
hingegen ist er vorteilhaft, die Paste durch entsprechende Addition weiterer geringer
Mengen an Siebdrucköl auf eine Viskosität im Bereich von 50 bis 90 Pa·s einzustellen.
[0014] Es ist vorteilhaft, aber nicht erforderlich, die gleiche Metallisierungspaste zum
Füllen der Vias und auch für die Leiterbahnen und Kontaktflächen zu verwenden, da
dann das Auftreten von Fehlern an den Grenzflächen zwischen Vias und Metallisierungsebenen
weitgehend vermieden wird.
[0015] Die Metallisierungspaste ist so auf die Schwindung der Folie abgestimmt, daß während
des Sinterns weder aufgrund einer zu geringen Schwindung der Metallisierung im Vergleich
zur Schwindung der Keramik Sternrisse in der Keramik, noch aufgrund einer zu hohen
Schwindung der Metallisierungspaste Hohlräume oder Sternrisse im Via entstehen. Die
Abstimmung auf die Schwindung erfolgt über die Zusammensetzung und die Korngrößen
der Pulver. Das in der Metallisierungspaste enthaltene nicht glasphasenbildende Keramikpulver
besitzt vorzugsweise eine mittlere Korngröße von ≦ 10 µm, besonders bevorzugt ≦ 2
µm. Die Korngrößen werden mit einem Lasergranulometer ®CILAS 850 der Firma ALCATEL
gemessen.
[0016] Außerdem sollte ein möglichst konstanter Gesamtwiderstand eingestellt werden, der
sich aus dem Flächenwiderstand der eingebrannten Leiterbahn und der Fläche der Leiterbahn
in der Folienschichtebene durch Multiplikation ergibt. In der Praxis sind Gesamtwiderstände
von etwa 1 bis 1000 Ohm bei derartigen Miniaturheizelementen erforderlich. Der Abstand
zwischen benachbarten Leiterbahnen sollte möglichst ≧ 0,4 mm sein, um ein Durchbrennen
zu vermeiden. Die Gesamtanordnung der Leiterbahnen soll so gewählt werden, daß die
Schleife eine möglichst gleichmäßige Heiztemperatur über ihre Erstreckung aufweist.
Danach können die außenliegenden Metallisierungspartien der Kontaktflächen stromlos
vernickelt werden. Hierzu kann ein handelsübliches Metallisierungsbad zum Beispiel
auf der Basis von Hypophosphit als Reduktionsmittel verwendet werden. Bei Bedarf kann
zusätzlich eine kupfer- und/oder silberhaltige Lotschicht aufgetragen werden.
[0017] Mehrere mit Metallisierungspaste überzogene Folien werden dann übereinandergestapelt
und unter Anwendung von Druck (meist ≧ 5·10⁴ hPa) ggf. in Kombination mit Wärme (RT
bis ca. 150 °C) miteinander verpresst. Zur Erleichterung dieses Vorgangs kann auf
die keramischen Folien eine Klebehilfe aus einem organischen Gemisch mit einem Binder
vollflächig aufgebracht werden. Derartige Klebehilfen sind aus der US-PS 5,021,287
bekannt und enthalten organische Harze wie Polyvinylbutyral oder Acrylharze in einem
organischen Lösemittel sowie eventuell noch Weichmacher wie Phthalsäureester oder
Polyethylenglykole.
[0018] Nachdem ein Mehrschichtlaminat hergestellt wurde, das zumeist mehrere Heizelemente
in der Ebene seitlich zueinander versetzt gleichzeitig enthält, muß nun die Vereinzelung
erfolgen, wobei gleichzeitig die spätere Form des Heizelementes erzeugt wird. Die
Vereinzelung kann beispielsweise durch Schneiden oder Stanzen erfolgen.
[0019] Die endgültige Größe des Heizelementes wird durch den Sintervorgang bei Temperaturen
≧ 1600 °C in reduzierender, feuchter Atmosphäre erzeugt. Die Ofenatmosphäre hat vorzugsweise
eine Zusammensetzung von etwa 75 % Wasserstoff und 25 % Stickstoff, wobei das Gemisch
bei einer Temperatur von 55 °C mit Wasserdampf gesättigt wird.
[0020] Bei besonderer Miniaturisierung des Heizelementes ist auf die Temperaturverteilung
und Wärmeableitung besondere Sorgfalt zu legen. Im Heizbereich muß auf möglichst gleichmäßige
Schichtdicke der Leiterbahnen geachtet werden, um örtliche Überhitzungen an Engstellen
und Stellen mit geringerer Schichtdicke zu vermeiden. Darüber hinaus führt bereits
eine schlechte Abstimmung zwischen der Geometrie und der Wärmeleitfähigkeit des Aluminiumoxid-Werkstoffs,
der Zusammensetzung der Metallisierung und der Leiterbahnenausführung zum Durchbrennen
aufgrund örtlicher Überhitzung.
[0021] Mit Heizelementen, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt sind, ist
eine Dauereinsatztemperatur zwischen 50 und, je nach Werkstoffzusammensetzung, 1100
h bei Temperaturen bis 1800 °C realisierbar. Die obere Einsatztemperaturgrenze ist
vor allem von der chemischen Zusammensetzung der keramischen Isolierschichten und
ihrem Gehalt an erweichenden Phasen abhängig. Vorzugsweise werden für die keramischen
Isolierschichten Materialien wie Aluminiumoxid, Aluminiumnitrid, Zirkonoxid, Siliziumdioxid
oder Titannitrid eingesetzt.
[0022] Die Heizelemente können Verwendung finden als Heizelemente für Sauerstoffsensoren
oder andere Meßsonden, insbesondere für die Automobiltechnik, in Labormeßgeräten und
Infrarotmeßsendern oder in der Heiztechnik, zum Beispiel als Zündelement zum Zünden
von ausströmenden brennbaren Gasen oder als Tauchsieder.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend durch Ausführungsbeispiele für den Fachmann noch ausführlicher
dargestellt, ohne daraus aber Einschränkungen auf die konketen Ausführungsformen ableiten
zu wollen.
Beispiel 1
[0024] Eine 0,8 mm starke grüne Folie enthielt neben Binder, Weichmacher und Dispergiermittel
in erster Linie Aluminiumoxid und 4 % eines quarzhaltigen, glasbildenden Versatzes.
Die Folie wurde mit Klingen zu Karten geschnitten, die Ausnehmungen für die Durchkontaktierungen
(Vias) wurden mechanisch gestanzt. Die Vias wurden im Siebdruck mit einer Metallisierungspaste
gefüllt, welche neben 84 Gew.-% Wolfram mit einer mittleren Korngröße von 2,5 µm noch
16 Gew.-% einer feinkörnigen Tonerde mit einer mittleren Korngröße von 1 µm und zusätzlich
als organisches Anpastungsmedium noch 15 Gew.-% Siebdrucköl, bezogen auf das Gewicht
des Feststoffanteils, enthielt. Für die Verarbeitung der Paste wurde eine Viskosität
von 75 Pa·s für den Flächendruck und von 175 Pa·s für den Druck der Vias eingestellt.
[0025] Nach dem Trocknen der gefüllten Vias an Luft bei 70 °C wurde auf die ungebrannten
und viagefüllten Karten eine schleifenförmige Struktur unter Verwendung der beschriebenen
Paste mit Hilfe einer Siebdruckmaschine in Dickschichttechnik aufgedruckt. Die bedruckten
Karten wurden an Luft bei 70 °C getrocknet. Auf andere ungebrannte Karten wurde, ebenfalls
mit der beschriebenen Metallisierungspaste, ein flächiges Muster mit Hilfe einer Siebdruckmaschine
aufgedruckt. Diese Metallisierungsflächen sollen am fertigen Heizelement außen liegen
und als Kontaktflächen den elektrischen Anschluß ermöglichen. Alle bedruckten Karten
wurden an Luft bei 70 °C getrocknet.
[0026] Mehrere bedruckte Karten wurden dann so aufeinandergestapelt, daß jeweils zwei Karten
mit Schleifenmuster mit ihrer nicht metallisierten Rückseite aufeinanderliegen und
je eine weitere Karte mit dem Anschlußmuster darauf zu liegen kommt, wobei die Anschlußmuster
jeweils nach außen weisen. Eine zeichnerische Darstellung dieser Anordnung ist in
der Figur 1 veranschaulicht. Mit Bezugszeichen sind die Keramikfolien 1 mit den Vias
2 zu erkennen. Die Vias 2 sind mit nicht dargestellten Viafüllungen gefüllt. Die Metallisierungen
4 sind so angeordnet, daß sich Leiterbahnzuleitungen 5 und Heizschleifen 6 ergeben,
welchletztere den Heizbereich 7 bilden. Schließlich sind auch noch die außen liegenden
Kontaktflächen 8 zu erkennen.
[0027] Dieser Kartenstapel wurde unter einem Druck von 90 000 hPa bei einer Temperatur von
90 °C verpreßt. Aus dem Laminat wurden mehrere Einzelteile unter Verwendung eines
Schneidewerkzeuges geschnitten. Dabei betrug der Abstand der schleifenförmigen Struktur
im Inneren des Heizelementes von der seitlichen Außenkante des Heizelementes 0,5 mm.
Die stabförmigen Heizelemente wurden unter Schutzgas (feuchte Mischung aus Stickstoff
und Wasserstoff) bei einer Temperatur von 1630 °C in einem Haubenofen gesintert. Hierbei
wurde einerseits der keramische Werkstoff Aluminiumoxid mit einem Gehalt von 96 Gew.-%
Al₂O₃ erzeugt, andererseits wurden die Leiterbahnen in einem Co-firing Prozeß mitgesintert.
Die vollständig gefüllten Vias wiesen einen Durchmesser von 0,3 mm auf. Die Schichtdicke
der Leiterbahn-Metallisierung betrug 12 µm und ihre Breite 0,5 mm. Der mit den Leiterbahnen
nach Beispiel 1 erzielte Flächenwiderstand lag bei 5 mΩ/cm². Der fertige Heizstab
wies eine Breite und Höhe von jeweils etwa 2,5 mm auf und eine Länge seines Heizbereiches
von etwa 18 mm. Die an dem fertigen Heizelement vorgenommenen Messungen sind im Anschluß
an die Beispiele beschrieben und tabellarisch gegenübergestellt.
Vergleichsbeispiel 1
[0028] Analog zu Beispiel 1 wurde aus dem gleichen keramischen Material bestehend aus 96
Gew.-% Aluminiumoxid und 4 Gew.-% quarzhaltigem, glasbildendem Versatz ein Heizelement
mit den gleichen Dimensionen hergestellt. Der einzige Unterschied bestand darin, daß
die Metallisierungspaste aus 100 Gew.-% Wolfram mit einer mittleren Teilchengröße
von 2,5 µm plus der für die Verarbeitung als Paste notwendigen Menge an Siebdrucköl
bestand. Es wird auf die Meßergebnisse im Anschluß an die Beispiele verwiesen.
Beispiel 2
[0029] Das Herstellverfahren für ein stabförmiges Heizelement mit je einer Kontaktfläche
an jedem der Stabenden und bestehend aus nur zwei Lagen keramischer Folie ist analog
zu dem Herstellverfahren des Beispieles 1. Als keramischer Werkstoff wurde ein Aluminiumnitrid
mit 3 Gew.-% Aluminiumoxid und 4 Gew.-% Yttriumoxid hergestellt. Dazu wurde eine Karte
aus einer ungebrannten keramischen Folie mit Hilfe der nachfolgend beschriebenen Metallisierungspaste
mit einer wellen- oder mäanderförmigen Struktur bedruckt. In eine zweite ungebrannte
keramische Karte wurden Vias mechanisch mit einer Metallnadel gestanzt.
[0030] Die Metallisierungspaste bestand aus 84 Gew.-% Molybdän sowie 8 Gew.-% Aluminiumoxid
und weiteren 8 Gew.-% Aluminiumnitrid. Die Pulver hatten feine Korngrößen wie in Beispiel
1 beschrieben. Die Metallisierungspaste wurde mit Siebdrucköl auf die in Beispiel
1 beschriebene Viskosität eingestellt.
[0031] Die Vias wurden mit der beschriebenen Paste gefüllt und getrocknet. Dann wurde auf
eine Seite dieser Karte ein flächen- oder mäanderförmiger Druck mit Hilfe der beschriebenen
Paste aufgebracht und wiederum getrocknet. Beide Karten wurden in einen wasserdichten
Beutel eingeschweißt und mit Hilfe einer isostatisch arbeitenden Presse bei einer
Temperatur von 70 °C unter hohem Druck von über 100 000 hPa so laminiert, daß die
wellen- oder mäanderförmige Struktur zwischen die beiden Karten zu liegen kommt, während
die Kontaktfläche nach außen weist. Eine solche Anordnung ist in Figur 2 veranschaulicht.
Das weitere Herstellverfahren wurde wie im Beispiel 1 angegeben durchgeführt.
Beispiel 3
[0032] Das Herstellverfahren für ein im wesentlichen ringförmiges Heizelement war in allen
Punkten identisch mit den Herstellungsverfahren der Beispiele 1 und 2. Als keramischer
Werkstoff wurde Aluminiumnitrid mit 10 Gew.-% Aluminiumoxid und 3 Gew.-% Yttriumoxid
eingesetzt. Dazu wurden Karten aus einer ungebrannten keramischen Folie mit Hilfe
der Metallisierungspaste des Beispiels 2 mit einer im wesentlichen ringförmigen und
bei Bedarf wellen- oder mäanderförmigen Struktur bedruckt.
[0033] Falls die übereinanderliegenden Leiterbahnen unterschiedliche Formen bzw. Längen
aufweisen, lassen sich ihre elektrischen Widerstände und Heiztemperaturen über den
Querschnitt der Leiterbahnen anpassen. Die heizbare Zone kann durch eine geringe Verlagerung
der Kontaktflächen und der Vias an den äußeren Rand des Bauteils nahezu kreisförmig
werden.
[0034] Um die Belastbarkeit der hergestellten Heizelemente zu testen, wurden zwei verschiedene
Meßreihen durchgeführt. Bei der Meßreihe 1 wurde an die Kontakte der Heizelemente
eine elektrische Spannung von 17 V angelegt während das Heizelement in einem Ofen
auf eine Temperatur von konstant 1000 °C aufgeheizt wurde. Die Stromstärke des Stromes,
der dabei durch das Heizelement fließt, regelt sich von selbst ein und wird an einem
Ampèremeter angezeigt. Bei der Messung wird aber nur die Zeit gemessen, die vergeht
bis auf dem Ampèremeter die Stromstärke 0 A angezeigt wird, weil das Element dann
defekt ist.
[0035] Bei der zweiten Messung wird ein sogenannter Überlastungstest durchgeführt. Dabei
wird an die Heizelement eine elektrische Spannung von 30 V angelegt, wobei sich in
diesem Fall Stromstärke und Temperatur frei einstellen. Gemessen wird auch in diesem
Fall die Zeit, die vergeht bis das Heizelement durchgebrannt ist und infolgedessen
0 A angezeigt werden. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt:
Tabelle
Beispiel Nr. |
1 |
2 |
3 |
V 1*) |
17 V/1000 °C |
199 h+) |
212 h |
148 h |
25 h |
30 V |
34 m#) |
69 m |
28 m |
12 m |
*) Vergleichsbeispiel 1 |
+) h = Stunden |
#) m = Minuten |
1. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Heizelementes, bei dem metallische Heizleiter
zwischen keramischen Isolierschichten eingebettet sind, wobei als Stromzuführungen
und als Stromableitungen Kontaktierungsausnehmungen in den keramischen Isolierschichten
mit elektrisch leitfähiger Masse gefüllt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizleiter,
die Stromzuführungen und die Stromableitungen als Metallisierungspaste enthaltend
60 bis 95 Gew.-% Metallpartikel und 5 bis 40 Gew.-% anorganisches Pulver, bezogen
auf den gesamten Feststoffgehalt der Paste, auf die keramischen Schichten im Grünzustand
aufgetragen werden und daß dann die keramischen Schichten mit den aufgetragenen Metallisierungspasten
übereinandergestapelt und dann gesintert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die hochtemperaturbeständige
Metallisierungspaste in Dickschichttechnik aufgetragen wird und daß die keramischen
Isolierschichten mit den aufgetragenen Metallisierungspasten zunächst bei Temperaturen
von 40 bis 150 °C getrocknet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Metallisierungspaste
verwendet wird, die mindestens 70 Gew.-% Metallpulver, bestehend aus Wolfram oder
Molybdän oder Mischungen daraus, und höchstens 30 Gew.-% eines nicht glasphasenbildenden
Keramikpulvers oder Pulvergemisches enthaltend Aluminiumoxid, Aluminiumnitrid, Titannitrid,
Titancarbid oder Wolframcarbid und zusätzlich 5 bis 35 Gew.-% eines organischen Anpastungsmediums
enthält, bezogen auf den Gesamtfeststoffgehalt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallisierungspaste
mit Hilfe eines Druckverfahrens wie Siebdruck, Rollensiebdruck, Offset-Druck oder
Tampondruck auf ungebrannte keramische Folien übertragen wird, wobei auf der Folienoberfläche
das gewünschte Muster erzeugt wird, bei dem die vollständig gefüllten Kontaktierungsausnehmungen
einen Durchmesser von 0,1 bis 0,5 mm aufweisen, vorzugsweise von 0,3 mm, bei dem die
Schichtdicke der Metallisierung für die Leiterbahnen im Bereich von 5 bis 100 µm liegt,
vorzugsweise zwischen 10 und 25 µm, und bei dem die Breite der Leiterbahn mindestens
0,25 mm beträgt, vorzugsweise wenigstens 0,5 mm.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Viskosität
der Metallisierungspaste, die zum Füllen der Kontaktierungsausnehmungen verwendet
wird, auf einen Wert im Bereich von von 150 bis 500 Pa·s eingestellt wird, und daß
die Viskosität der Metallisierungspaste, die für den flächigen Metallisierungsdruck
verwendet wird, auf einen Wert im Bereich von 50 bis 90 Pa·s eingestellt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das in der
Metallisierungspaste enthaltene, nicht glasphasenbildende Keramikpulver eine mittlere
Korngröße von ≦ 10 µm, bevorzugt ≦ 3 µm, besitzt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Sintervorgang
bei Temperaturen ≧ 1600 °C in reduzierender, feuchter Atmosphäre durchgeführt wird.
8. Elektrisches Heizelement hergestellt nach einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet daß es einen konstanten Gesamtwiderstand besitzt,
der sich aus dem Flächenwiderstand der eingebrannten Leiterbahn und der Fläche der
Leiterbahn in der Folienschichtebene durch Multiplikation ergibt und der im Bereich
von 1 bis 1000 Ω liegt.
9. Elektrisches Heizelement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß seine außenliegenden
Metallisierungspartien der Kontaktflächen stromlos vernickelt sind und daß gegebenenfalls
zusätzlich eine kupfer- und/oder silberhaltige Lotschicht aufgetragen ist.
10. Verwendung eines Heizelementes nach Anspruch 8 oder 9 für Sauerstoffsensoren oder
andere Meßsonden, insbesondere in der Automobiltechnik im Motorenbau oder in Labormeßgeräten
und Infrarotmeßsendern oder in der Heiztechnik als Zündelement zum Zünden von ausströmenden
brennbaren Gasen oder als Tauchsieder.