| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 654 976 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
21.08.1996 Patentblatt 1996/34 |
| (22) |
Anmeldetag: 09.06.1994 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)6: A61B 17/00 |
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/CH9400/114 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 9428/798 (22.12.1994 Gazette 1994/28) |
|
| (54) |
VORRICHTUNG ZUM EINBRINGEN VON FIBRINKLEBER IN EINEN STICHKANAL
DEVICE FOR THE INTRODUCTION OF FIBRIN SEALANT INTO A PUNCTURE CHANNEL
DISPOSITIF POUR L'INTRODUCTION DE COLLE A BASE DE FIBRINE DANS UN CANAL DE PONCTION
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL SE |
| (30) |
Priorität: |
16.06.1993 CH 1792/93
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
31.05.1995 Patentblatt 1995/22 |
| (73) |
Patentinhaber: White Spot AG |
|
CH-6342 Baar (CH) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- ILLI, Oskar, E.
CH-8603 Schwerzenbach (CH)
|
| (74) |
Vertreter: Feldmann, Clarence Paul et al |
|
c/o Patentanwaltsbüro FELDMANN AG
Postfach
Kanalstrasse 17 8152 Glattbrugg 8152 Glattbrugg (CH) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 241 038 EP-A- 0 482 350 US-A- 1 882 213
|
EP-A- 0 443 256 FR-A- 2 378 528
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Einbringung von zweikomponenten
Fibrinkleber in einen Stichkanal in die Nähe einer arteriellen oder venösen Punktionsstelle
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 wie es beispielsweise aus der EP-A-482350
bekannt ist.
[0002] Viele human- und veterinärmedizinische Eingriffe verlangen die Punktierung von Gefässen.
Insbesondere bei perkutaner transluminarer Koronarangioplastie (PTCA), Herzoperationen
und Herzkatheterisierungen müssen die punktierten Gefässe mit aller Vorsicht wieder
verschlossen werden. In den meisten aller Fälle erfolgt dies mittels direkter Kompression
von bis zu 1 Stunde und einem Druckverband, der bis zu 24 Stunden angelegt sein muss
und eine 1 - 2 tägige Hospitalisation verlangt. Folglich besteht das Bestreben, eine
Lösung zu finden, die zu einem schnelleren und sichereren Verschluss der Punktionsstelle
führt.
[0003] Anlässlich eines Meetings der American Heart Association vom 17.11.1992 in New Orleans
wurde eine Methode unter der Bezeichnung Vasoseal vorgestellt. Bei dieser Methode
wurden jeweils zwei Kollagenpfropfen aus bovinem Kollagen in den Stichkanal bis an
die Punktionsstelle eingestossen. Am erwähnten Meeting wurde festgehalten, dass neben
der eher seltenen Abstossungsreaktion des körperfremden Kollagens diverse weitere
Nachteile bzw. Risiken bestehen. So wurde festgehalten, dass dieses System in vielen
Fällen ineffektiv ist und eine gewisse Emboliegefahr besteht. Bei rund 46% aller Fälle
bildeten sich Hämatome in der Grössenordnung von 2 - 6 cm. Bis zur vollständigen Resorption
des bovinen Kollagens vergehen Wochen bis Monate. Die Methode führt zudem zu einer
vergrösserten Narbenbildung, die eine Ultraschallkontrolle erschwert. Schliesslich
wurde die Hospitalisierung nicht überflüssig, aber zumindest um 24 Stunden verkürzt.
Eines der wesentlichsten Probleme besteht jedoch in der Handhabung, d.h. die Einführung
der Kollagenpfropfen in den Stichkanal. Da nacheinander zwei Kollagenpfropfen in den
Stichkanal eingedrückt werden müssen, ist beispielsweise die Eindringtiefe für den
Anwender schwer feststellbar. Werden die Kollagenpfropfen zu tief eingestossen, so
kann der Kollagenpfropfen durch die Punktionsstelle in das Gefäss eingeschoben werden,
was zu einem Verschluss führen würde oder das Gefäss selber zudrücken.
[0004] Es hat sich gezeigt, dass bei der Verwendung von aus Bluteiweiss gewonnenem, körpereigenem
Blutgerinnungsmittel in der Form von Zweikomponenten-Fibrinkleber, deren Komponenten
man im Moment der Zuführung vermischt und diese Mischung während oder direkt im Anschluss
an einen intravasalen Eingriff in den Stichkanal möglichst gefässnah einbringt, ein
optimaler Gefässverschluss entsteht. Histologische Untersuchungen haben diesen Sachverhalt
bestätigt.
[0005] Es war folglich die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen,
mittels der Fibrinkleber in einen Stichkanal in die Nähe einer arteriellen oder venösen
Punktionsstelle gebracht werden kann.
[0006] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Patentanspruchs 1.
[0007] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsformen der Vorrichtung gehen aus den abhängigen
Ansprüchen hervor und deren Bedeutung und Vorteile sind in der nachfolgenden Beschreibung
dargelegt.
[0008] In den beiliegenden Zeichnungen sind zwei bevorzugte Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen
Vorrichtung dargestellt und anhand der Beschreibung erläutert. Es zeigt:
- Figur 1
- eine Gesamtansicht einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
in der Gesamtansicht und
- Figur 2
- einen Querschnitt durch die Vorrichtung nach Figur 1 entlang der Linie II-II in grösserem
Massstab.
- Figur 3
- einen achsialen Längsschnitt durch die Ausführung gemäss Figur 1 und
- Figur 4
- einen vergrösserten Ausschnitt der Vorrichtung im Bereich des Anschlussstutzens und
- Figur 5
- einen vergrösserten Ausschnitt im Bereich des Austritts der Arbeitskanüle aus der
Versiegelungskanüle.
- Figur 6
- zeigt wiederum eine Gesamtansicht einer zweiten Ausführungsform der Vorrichtung und
- Figur 7
- einen Querschnitt durch diese Vorrichtung entlang der Linie VII-VII gemäss Figur 6.
- Figur 8
- stellt einen achsialen Längsschnitt durch die Vorrichtung nach Figur 6 dar und
- Figur 9
- wiederum einen vergrösserten Ausschnitt aus der Zeichnung nach Figur 8 im Bereich
des Anschlussstutzens und
- Figur 10
- im Bereich des Austrittes der Arbeitskanüle aus der Versiegelungskanüle.
[0009] Nachfolgend werden vorerst die beiden bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemässen
Vorrichtung und danach deren Handhabung und die generelle Verwendung von Fibrinkleber
zur Versiegelung einer Punktionsstelle eines Gefässes dargestellt. Die einfachere
Ausführungsform der Vorrichtung gemäss den Figuren 1 bis 5 besteht lediglich aus drei
zusammenfügbaren Teilen. Mit dem Bezugszeichen 1 ist die Arbeitskanüle, in der Fachsprache
auch Worksheet genannt, bezeichnet. Die Arbeitskanüle selber ist lediglich ein an
beiden Enden offenes, zylindrisches Röhrchen aus Kunststoff. Dessen vorderes Ende
1' dient der Einführung der Kanüle durch die Punktionsstelle in das geöffnete Blutgefäss.
Die Arbeitskanüle ist relativ dünnwandig und weist demzufolge eine gewisse Biegeelastizität
auf. In dieser Ausgestaltungsform ist die Arbeitskanüle 1 am anderen Ende, dem rückwärtigen
Ende, fest mit einer Medizinalkupplung 3 verbunden. Die eigentliche Medizinalkupplung
3 kann beispielsweise eine bekannte Luerlock-Kupplung sein. An der eigentlichen Medizinalkupplung
3 ist eine exakt gearbeitete, formschlüssig und dichtend passende Muffe 3' angeformt.
Die Arbeitskanüle 1 verläuft in Längsrichtung achsial durch eine Versiegelungskanüle
2 und ragt unten ein Stück weit aus der Versiegelungskanüle heraus. Die Versiegelungskanüle
2 ist selber auch wieder in der Form eines konzentrischen Röhrchens gestaltet, doch
ist dessen Innendurchmesser, vorzugsweise jedoch auch deren Aussendurchmesser, von
oben nach unten abnehmend, d.h. der Innendurchmesser nimmt von der Seite, an der die
Medizinalkupplung 3 eingeschoben wird bis zum unteren Ende, wo die Arbeitskanüle aus
der Versiegelungskanüle 2 heraustritt, ab.
[0010] Über die gesamte Länge, auf der die Arbeitskanüle 1 von der Versiegelungskanüle 2
konzentrisch umgeben ist, verbleibt somit zwischen der Arbeitskanüle und der Versiegelungskanüle
ein Hohlraum 7. Am oberen Ende weist die Versiegelungskanüle 2 eine verstärkte Manschette
4 auf, die eine erheblich dickere Wandstärke als die Wandstärke der Versiegelungskanüle
2 hat. Im Bereich der verstärkten Manschette 4 mündet ein Ansatzstutzen 5 in die Versiegelungskanüle
2. Durch diesen Ansatzstutzen 5 lässt sich ein Zweikomponenten-Fibrinkleber in den
Hohlraum 7 zwischen Arbeitskanüle und Versiegelungskanüle einführen. Der Fibrinkleber
kann aus dem Hohlraum 7 nur durch die Austrittsöffnungen 6 am unteren Bereich der
Versiegelungskanüle 2 austreten. Damit nicht unbeabsichtigterweise Fibrinkleber in
das Blutgefäss eindringt, sind die Austrittsöffnungen 6 mindestens annähernd radial
nach aussen gerichtet. Selbstverständlich ist unter radial nicht nur die im streng
geometrischen Sinne verstandene Richtung gemeint. Vielmehr soll hiermit lediglich
zum Ausdruck gebracht werden, dass die Ausströmungsrichtung nicht axsial ist. Selbstverständlich
wird die Funktion der Vorrichtung durch mehrere am Umfang verteilte Austrittsöffnungen
6 sichergestellt. Aus fertigungstechnischen Gründen wird man diese in der Gestalt
von mehreren am Umfang verteilten Längsschlitzen formen.
[0011] Die obere Öffnung der Versiegelungskanüle 2 muss als exakte Aufnahme 15 für die Medizinalkupplung
3 mit Passitz versehen sein.
[0012] Um die Arbeitskanüle 1 im Bereich der Durchtrittsöffnung 10 gegenüber der Versiegelungskanüle
2 abzudichten, ist in der Durchtrittsöffnung 10 eine radial nach innen gerichtete,
dichtend an der Aussenfläche der Arbeitskanüle 1 anliegende, ringförmige Dichtwulst
oder Dichtrippe 11 angebracht.
[0013] Obwohl bevorzugterweise der Ansatzstutzen 5 einstückig direkt im Bereich der verstärkten
Manschette an der Versiegelungskanüle 2 angeformt ist, ist es selbstverständlich auch
möglich, den Ansatzstutzen getrennt zu fertigen und nachträglich beispielsweise dank
einem Gewinde 17 mit der Versiegelungskanüle zu verbinden. Statt der Schraubverbindung
17 ist selbstverständlich auch eine Schweiss- oder Klebverbindung denkbar. Für die
Vermischung der beiden Komponenten des Zweikomponenten-Fibrinklebers sind auf dem
Markt bereits Mischorgane erhältlich. Aus Kostengründen wird man folglich den Ansatzstutzen
5 so dimensionieren, dass in denselben ein bereits erhältliches Mischorgan 13 einschiebbar
ist.
[0014] Wie bereits erwähnt ist die Wanddicke der Arbeitskanüle 1 sehr gering. Sie beträgt
vorzugsweise lediglich einige Zehntelmillimeter. Auch der konzentrisch um die Arbeitskanüle
1 zwischen deren Aussenwand und der Innenwand der Versiegelungskanüle 2 verbleibende
Hohlraum 7 ist äusserst klein dimensioniert. Da durch die Arbeitskanüle 1 das gesamte
chirurgische Instrumentarium ein und ausgestossen werden muss, ist es von Vorteil,
Mittel zu sehen, die bewirken, dass dieser Hohlraum 7 durchgehend offen bleibt. Hierzu
sind an der Innenwand der Versiegelungskanüle 2 Stützrippen 9, die vorzugsweise achsial
verlaufen, angeordnet.
[0015] Die Stützrippen 9 ergeben auch eine Versteifung der ebenfalls dünnwandigen Versiegelungskanüle
2. Hiermit wird auch die Gefahr, dass eine geringfügige Kontraktion des Muskelgewebes,
das die Versiegelungskanüle hindurchverläuft, zu einer Deformation der Versiegelungskanüle
2 führt, welche den Hohlraum 7 verschliessen könnte, ausgeschlossen. Auf diese Weise
ist der erforderliche Durchgang für den Fibrinkleber auf jeden Fall gesichert. Die
zweite bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung zur Einbringung
von Zweikomponenten-Fibrinkleber in einen Stichkanal in die Nähe einer arteriellen
oder venösen Punktionsstelle ist in den Figuren 6 bis 10 dargestellt. Während bei
der ersten Ausführungsform die Arbeitskanüle 1 mit der dazugehörigen Medizinalkupplung
3 exakt auf die Versiegelungskanüle zur dichtenden Verbindung angepasst sein muss,
kann bei der zweiten Ausführungsform eine handelsübliche Arbeitskanüle mit einer beliebigen
Medizinalkupplung 3 verwendet werden. In diesem Fall entfällt eine dichtende Verbindung
zwischen der Medizinalkupplung 3 und der Versiegelungskanüle 2.
[0016] In der äusseren Gestaltungsform ist zwischen den beiden Vorrichtungen kaum ein Unterschied
ersichtlich. Entsprechend sind bei beiden Ausführungsformen identische Teile mit gleichen
Bezugszahlen versehen. Auch hier wird wiederum die Versiegelungskanüle 2 von der Arbeitskanüle
1 in achsialer Richtung vollständig durchsetzt. Die an der Arbeitskanüle 1 fest angeordnete
Medizinalkupplung 3 greift jedoch nicht in die Versiegelungskanüle 2 ein, sondern
liegt kurz oberhalb dieser. Das untere Ende der Arbeitskanüle 1' ist wiederum konisch
zulaufend gestaltet.
[0017] Die Versiegelungskanüle 2 hat wiederum eine verstärkte Manschette 4 an ihrem oberen
Ende. Im Bereich der verstärkten Manschette 4 mündet auch hier wiederum ein Ansatzstutzen
5 in den Innenraum der Versiegelungskanüle 2. Diese hat wiederum am unteren Ende,
d.h. im Bereich kurz oberhalb der Durchtrittsöffnung 10, mindestens eine etwa radial
nach aussen gerichtete Austrittsöffnung 6. Auch hier sind mehrere gleichmässig am
Umfang verteilte Austrittsöffnungen 6 angebracht, die wiederum schlitzförmig gestaltet
sind. Der wesentliche Unterschied dieser Ausführung gegenüber der vorbeschriebenen
Ausgestaltungsform geht insbesondere aus der Schnittzeichnung gemäss der Figur 8 hervor.
In der Versiegelungskanüle 2 ist diesmal eine Stützhülle 20 gehalten, die einen Freiraum
21 zwischen sich und der Innenwand der Versiegelungskanüle 2 definiert. Die, die Versiegelungskanüle
2 durchsetzende Arbeitskanüle 1 verläuft nun innerhalb der Stützhülle 20. Der durch
den Ansatzstutzen 5 eingepresste Fibrinkleber verläuft nun nicht mehr direkt zwischen
der Aussenwand der Arbeitskanüle 1 und der Innenwand der Versiegelungskanüle 2, sondern
zwischen der Aussenwand der Stützhülle 20 und der Innenwand der Versiegelungskanüle
2. Die Versiegelungshülle 20 ist im Bereich der unteren Durchtrittsöffnung 10 mit
einem verdickten Kopfbereich 12 versehen. Dies trifft auch bei der erst beschriebenen
Ausführungsform zu. In diesen verdickten Kopfbereich 12 ist innen eine konzentrische
Nut 23 eingelassen. Diese Nut 23 verengt sich von oben nach unten, so dass die Stützhülle
20 beim Einschieben leicht aufgeweitet wird und dichtend in der Ringnut 23 zu liegen
kommt. Auf ähnliche Weise ist die Stützhülle 20 oben in einen Durchführungsstopfen
18 gehalten. Der Durchführungsstopfen 18 weist eine zentrische Durchgangsbohrung 24
auf.
[0018] Durch diese Bohrung tritt die Arbeitskanüle 1 in die Stützhülle 20 ein. Eine ringförmige
Dichtwulst 25 führt zu einer klemmenden und dichtenden Halterung der Arbeitskanüle
1 in der Stützhülle 20. Der Durchführungsstopfen 18 ist mit einem Kragen 25 versehene
der im montierten Zustand des Durchführungsstopfens vollständig in eine Ausnehmung
der verstärkten Manschette 4 hineinpasst. Um eine genügende Wandstärke zu erhalten,
kann die verstärkte Manschette 4 im oberen Bereich mit einem nochmals verstärkteren
Aussendurchmesser versehen sein. Auch der Durchführungsstopfen 18 ist mit einer ringförmigen,
konzentrischen Nut 24 versehen, die von unten nach oben sich im Durchmesser erweitert,
so dass auch hier die Stützhülle 20 leicht aufgeweitet klemmend und dichtend gehalten
wird. Wie aus der Figur 9 deutlich ersichtlich ist, tritt der Zweikomponenten-Fibrinkleber
durch den Anschlussstutzen 5, in dem das Mischorgan 13 angeordnet ist, in den Freiraum
21 ein.
[0019] Auch hier ist der Kopfbereich 12 sprunghaft verdickt und gerundet. Die sprunghafte
Verdickung dient dazu, dass die Versiegelungskanüle 2 nicht durch die Punktierungsstelle
im Blutgefäss in dieses eingestossen wird. Die Rundung andererseits soll die Einführung
der Versiegelungskanüle in den Stichkanal erleichtern.
[0020] Auch hier ist die Arbeitskanüle 1 zur Versiegelungskanüle 2 abgedichtet. Dies erfolgt
hier mittels einer endständigen Dichtlippe 22, die auf der Aussenwand der Arbeitskanüle
1 aufliegt.
[0021] Die Funktion der ringförmigen Dichtlippe 22 ist jedoch nicht dieselbe wie diejenige
des Dichtwulst 11 bzw. des Dichtringes nämlich zur Abdichtung des Hohlraumes der Versiegelungskanüle
2 und damit zur Verhinderung des Austrittes von Fibrinkleber in achsialer Richtung,
sondern dient der Verhinderung des Eintrittes von Blut im Bereich zwischen der Arbeitskanüle
1 und der Stützhülle 20.
[0022] Nachfolgend sei noch die Benutzung der erfindungsgemässen Vorrichtung kurz beschrieben.
Bei der Katheterisierung wird in einem ersten Arbeitsgang eine Hohlnadel durch die
Haut und den verschiedenen darunterliegenden Gewebeschichten bis in das zu punktierende
Blutgefäss eingestossen. Durch die Hohlnadel wird ein Mandrin in das Blutgefäss vorgeschoben.
Unter Belassung des Mandrins in der eingeschobenen Lage wird die Hohlnadel über das
Mandrin zurückgezogen und dafür über dasselbe ein Dilatator in den Stichkanal bis
in das Blutgefäss vorgeschoben. Über den Dilatator wird danach die Arbeitskanüle und
die Versiegelungskanüle geschoben, wobei die Arbeitskanüle bis in das Blutgefäss eingeschoben
wird, während die Versiegelungskanüle mit ihrem sprunghaft verdickten Kopfbereich
lediglich bis zur Punktionsstelle vorgeschoben wird. Die Austrittsöffnungen 6 liegen
somit oberhalb der Punktionsstelle des Blutgefässes, aber innerhalb des Stichkanales.
Der Arzt kann nun durch die Arbeitskanüle das erforderliche Instrumentarium in das
Blutgefäss einschieben. Dies kann ein Ballonkatheter sein, ein Glasfaserlichtleiter
oder die Sonde einer Kamera oder nochmals andere Mittel.
[0023] Nach Abschluss des Eingriffes oder der Untersuchung wird zuerst das Instrumentarium
durch die Arbeitskanüle aus dem Gefäss herausgezogen, und darauf durch den Anschlussstutzen
5 dem Freiraum 21 oder dem Hohlraum 7 der zweikomponenten Fibrinkleber durch die Austrittsöffnungen
6 in den Stichkanal gepresst. Schon nach wenigen Sekunden führt der Fibrinkleber zu
einer Gerinnung des im Bereich des Stichkanales bzw. der Punktionsstelle zu einem
Fibrinclot, wodurch die Blutung sogleich unterbunden ist. Die Bildung von Hämatomen
wird vollständig unterbunden. Ein Embolierisiko konnte nicht mehr festgestellt werden.
In allen bisher durchgeführten Versuchen wurde eine hundertprozentige Effektivität
erreicht.
[0024] Abstossreaktionen des humanen Fibrinklebers wurden nicht festgestellt. Auch bei der
Verwendung einer erhöhten Konzentration von Aprotinin wurde eine einwandfreie Versiegelung
im Tierversuch (Hund, Minipig) erreicht.
[0025] Eine Hospitalisierung beim Patienten kann somit entfallen.
[0026] Der vorliegende Applikator erlaubt eine gefahrlose Verwendung des Fibrinklebers.
[0027] Neben den vorher beschriebenen vorzugsweisen Ausführungsformen der erfindungsgemässen
Vorrichtung sind sicherlich noch weitere Ausführungsformen denkbar, ohne dabei den
grundlegenden Erfindungsgedanken zu verlassen.
1. Vorrichtung zur Einbringung von Zweikomponenten-Fibrinkleber in einen Stichkanal in
die Nähe einer arteriellen oder venösen Punktionsstelle, wobei diese eine Versiegelungskanüle
(2) umfasst, die von einer Arbeitskanüle von oben nach unten axial durchsetzt ist,
die zur intravasalen Einführung eines Instrumentariums in ein Gefäss dient, dadurch
gekennzeichnet, dass die Arbeitskanüle (1) von der Versiegelungskanüle (2) distanziert
umgeben ist, so dass bei Verwendung der Vorrichtung der Fibrinkleber von einem Anschlussstutzen
(5) zu mehreren, schlitzförmigen radial gerichteten Austrittsöffnungen (6) in der
Versiegelungskanüle zwischen dieser und der Arbeitskanüle geführt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Versiegelungskanüle
(2) am oberen Ende mit einer einstückig angeformten verstärkten Manschette (4) versehen
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussstutzen (5)
an der verstärkten Manschette (4) seitlich einstückig angeformt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussstutzen (5)
gesondert gefertigt und mit der gestärkten Manschette verbindbar (17) ist.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschlussstutzen
(5) ein Mischorgan (13) einschiebbar gehalten ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich der innere Durchmesser
der Versiegelungskanüle (2) vom Bereich der Einmündung des Anschlussstutzens zu den
Ausgangsöffnungen (6) hin verringert.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Versiegelungskanüle
(2) nach innen gerichtete Stützrippen (9) aufweist, die einen Hohlraum (7) zur Führung
des Fibrinklebers (F) vom Anschlussstutzen (5) zu den Austrittsöffnungen (6) gewährleisten.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützrippen (9) mindestens
annähernd radial verlaufend ausgerichtet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitskanüle (7) fest
mit einer Medizinalkupplung (3) verbunden ist, die kraft- und/oder formschlüssig dichtend,
axial zur Arbeitskanüle (1) verlaufend, in der verstärkten Manschette (4) der Versiegelungskanüle
(2) gehalten (15) ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Versiegelungskanüle
(2) im Bereich des unteren Durchtritts (10) der Arbeitskanüle (1) durch die Versiegelungskanüle
(2) diese einen radial nach innen gerichteten ringförmigen Dichtwulst (11) aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Versiegelungskanüle
(2) oben mit einem Durchführungsstopfen (18) verschlossen ist, in dem eine rohrförmige
Stützhülle (20) dichtend gehalten ist, die selber wiederum die gesamte Versiegelungskanüle
(2) durchsetzt und am gegenüberliegenden, unteren Ende in der Versiegelungskanüle
(2) dichtend gehalten ist, und dass die Arbeitskanüle (1) in der Stützhülle (20) frei
beweglich geführt ist, so dass der Fibrinkleber (F) im radialen Freiraum (21) zwischen
Stützhülle (20) und Versiegelungskanüle (2) vom Anschlussstutzen (5) bis zu den Austrittsöffnungen
(6) fliessen kann.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützhülle (20) mit
mehreren, radial nach aussen gerichteten, zur Innenwand der Versiegelungskanüle (2)
gerichteten Versteifungsrippen (16) versehen ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Versiegelungskanüle
(2) am unteren Ende, an dem die Arbeitskanüle (1) aus der Versiegelungskanüle (2)
austritt, einen sprunghaft erweiterten, gerundeten Kopfbereich (12) aufweist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopfbereich (12) eine
axsial verlaufende, ringförmige, auf der Arbeitskanüle aufliegende Dichtungslippe
(22) aufweist.
1. Device for introducing two-component fibrin sealant into a puncture channel in the
vicinity of an arterial or venous puncture point, the latter comprising a sealing
cannula (2), which is axially traversed from top to bottom by a working cannula, which
is used for the intravascular introduction of instruments into a vessel, characterized
in that the working cannula (1) is surrounded in spaced manner by the sealing cannula
(2), so that when using the device the fibrin sealant is guided from a connecting
stub (5) to several slot-like, radially directed outlets (6) in the sealing cannula
between the latter and the working cannula.
2. Device according to claim 1, characterized in that at the upper end the sealing cannula
(2) is provided with a one-piece shaped, reinforced sleeve (4).
3. Device according to claim 2, characterized in that the connecting stub (5) is laterally
shaped in one piece onto the reinforced sleeve (4).
4. Device according to claim 2, characterized in that the connecting stub (5) is separately
manufactured and is connectable (17) to the reinforced sleeve.
5. Device according to claim 3 or 4, characterized in that a mixing member (13) is insertably
held in the connecting stub (5).
6. Device according to claim 1, characterized in that the internal diameter of the sealing
cannula (2) decreases from the vicinity of the mouth of the connecting stub to the
outlets (6).
7. Device according to claim 1, characterized in that the sealing cannula (2) has inwardly
directed support ribs (9), which ensure a cavity (7) for guiding the fibrin sealant
(F) from the connecting stub (5) to the outlets (6).
8. Device according to claim 7, characterized in that the support ribs (9) are oriented
at least approximately radially.
9. Device according to claim 2, characterized in that the working cannula (7) is fixed
to a medical connector (3), which running in positively and/or non-positively sealing
manner and axially with respect to the working cannula (1) is held (15) in the reinforced
sleeve (4) of the sealing cannula (2).
10. Device according to claim 9, characterized in that the sealing cannula (2) has in
the vicinity of the lower passage (10) of the working cannula (1) through the sealing
cannula (2) a radially inwardly directed, circular sealing bead (11).
11. Device according to claim 2, characterized in that the sealing cannula (2) is closed
at the top by a passage plug (18), in which is sealingly held a tubular support cover
(20), which itself traverses the entire sealing cannula (2) and is sealingly held
in the sealing cannula (2) at the opposite, lower end, and that the working cannula
(1) is guided in freely movable manner in the support cover (20), so that the fibrin
sealant (F) can flow in the radial free space (21) between the support cover (20)
and the sealing cannula (2) from the connecting stub (5) to the outlets (6).
12. Device according to claim 11, characterized in that the support cover (20) is provided
with several, radially outwardly directed reinforcing ribs (16) directed towards the
inner wall of the sealing cannula (2).
13. Device according to claim 1, characterized in that at the lower end at which the working
cannula (1) passes out of the sealing cannula (12), the latter has a suddenly widened,
rounded head region (12).
14. Device according to claim 12, characterized in that the head region (12) has an axially
directed, circular sealing lip (22) bearing on the working cannula.
1. Dispositif pour introduire de la colle à deux composants à base de fibrine dans un
canal de ponction au voisinage de l'endroit d'une ponction artérielle ou veineuse,
ce dispositif comprenant une canule d'obturation (2) qui est traversée axialement
de haut en bas par une canule de travail, laquelle sert à introduire un instrument
dans un vaisseau sanguin par voie intravasculaire, caractérisé par le fait que la
canule de travail (1) est entourée à distance par la canule d'obturation (2), de sorte
que, lors de l'utilisation du dispositif, la colle à base de fibrine est amenée dans
la canule d'obturation, entre celle-ci et la canule de travail, depuis une tubulure
de raccordement (5) jusqu'à plusieurs ouvertures de sortie (6) en forme de fentes
dirigées radialement.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la canule d'obturation
(2) est pourvue à son extrémité supérieure d'un manchon renforcé (4) qui est formé
d'un seul tenant.
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé par le fait que la tubulure de raccordement
(5) est formée latéralement d'un seul tenant sur le manchon renforcé (4).
4. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé par le fait que la tubulure de raccordement
(5) est fabriquée séparément, et qu'elle peut être reliée (17) au manchon renforcé.
5. Dispositif selon la revendication 3 ou 4, caractérisé par le fait qu'un organe mélangeur
(13) est maintenu dans la tubulure de raccordement (5) en pouvant y être enfoncé.
6. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le diamètre intérieur
de la canule d'obturation (2) diminue depuis la zone de l'embouchure de la tubulure
de raccordement jusqu'aux ouvertures de sortie (6).
7. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la canule d'obturation
(2) présente des nervures d'appui (9) qui sont dirigées vers l'intérieur et qui assurent
la présence d'un espace creux (7) destiné à amener la colle à base de fibrine (F)
de la tubulure de raccordement (5) aux ouvertures de sortie (6).
8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé par le fait que les nervures d'appui
(9) sont dirigées de manière à s'étendre radialement, du moins approximativement.
9. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé par le fait que la canule de travail
(1) est solidaire d'un raccord à usage médical (3) qui est maintenu (15) d'une manière
étanche dans le manchon renforcé (4) de la canule d'obturation (2), par conjugaison
des forces et/ou des formes, en s'étendant axialement par rapport à la canule de travail
(1).
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé par le fait que la canule d'obturation
(2) présente, dans la région inférieure (10) de passage de la canule de travail (1)
à travers la canule d'obturation (2), un bourrelet d'étanchéité annulaire (11) qui
est dirigé radialement vers l'intérieur.
11. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé par le fait que la canule d'obturation
(2) est fermée à sa partie supérieure par un bouchon de passage (18) dans lequel est
maintenue d'une manière étanche une gaine d'appui tubulaire (20) qui traverse elle-même
à son tour la totalité de la canule d'obturation (2) et qui est maintenue d'une manière
étanche dans la canule d'obturation (2) à l'extrémité inférieure opposée, et par le
fait que la canule de travail (1) est guidée dans la gaine d'appui (20) en étant librement
mobile, de sorte que la colle à base de fibrine (F) peut s'écouler depuis la tubulure
de raccordement (5) jusqu'aux ouvertures de sortie (6) dans l'espace libre radial
(21) qui est compris entre la gaine d'appui (20) et la canule d'obturation (2).
12. Dispositif selon la revendication 11, caractérisé par le fait que la gaine d'appui
(20) est pourvue de plusieurs nervures de raidissement (16) qui sont dirigées radialement
vers l'extérieur et qui s'étendent vers la paroi intérieure de la canule d'obturation
(2).
13. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la canule d'obturation
(2) présente, à son extrémité inférieure où la canule de travail (1) sort de la canule
d'obturation (2), une zone de tête arrondie (12) qui s'élargit brusquement.
14. Dispositif selon la revendication 13, caractérisé par le fait que la zone de tête
(12) présente une lèvre d'étanchéité annulaire (22) qui s'étend axialement et qui
porte sur la canule de travail.