[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren mit den Merkmalen des einleitenden Teils von
Anspruch 1.
[0002] Mit Rücksicht auf Umweltschutzbestimmungen und um die Emission von Lösungsmitteln
auf Kohlenwasserstoffbasis zu vermeiden oder wenigstens zu verringern wird zunehmend
auf wasserverdünnbare Beschichtungen, wie Lack- und Grundmaterialsysteme, umgestellt.
[0003] Es hat sich gezeigt, daß das Trocknen und Aushärten von lösungsmittelhaltigen Systemen
grundsätzlich anders verläuft als das Trocknen und Aushärten von wässerigen Systemen.
Die wässerigen Lack- und Grundmaterialsysteme erfordern für das Verdunsten von Wasser
mehr Energie, wobei das Problem besteht, daß die Trockengeschwindigkeit gering ist
und stark von der Luftfeuchtigkeit abhängt.
[0004] Während zum Trocknen bzw. Aushärten von wasserverdünnbaren Systemen der erhöhte Energiebedarf
von Infrarotstrahlern, z.B. solchen gemäß der EP-A 495 770, ohne weiteres aufgebracht
werden kann, bedarf es zum Erhöhen der Trockengeschwindigkeit zusätzlicher Maßnahmen.
[0005] Aus der EP-A 203 377 ist ein Blastunnel zum Trocknen von lakkierten Werkstücken bekannt,
in dem Infrarotstrahler mit Blasdüsen kombiniert sind. Die Blasdüsen des bekannten
Blastunnels erzeugen Luftströme, die parallel zur Richtung der Infrarotstrahlung verlaufen,
also etwa senkrecht zur Oberfläche des lackierten Werkstückes ausgerichtet sind. Es
hat sich gezeigt, daß solche Luftströme zum Trocknen von wasserverdünnbaren Lack-
und Grundierungssystemen nur beschränkt geeignet sind, da Wasserdampf nur schlecht
entfernt wird. Ein Erhöhen der Leistung der Gebläse, welche die Blasdüsen mit Blasluft
beaufschlagen, um die Trockenleistung zu verbessern, ist nicht ohne weiteres möglich,
da starke, senkrecht zum Gegenstand, auf dem eine Lackschicht zu trocknen ist, ausgerichtete
Luftströme unerwünschte, unebene Lackoberflächen zur Folge haben.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das aus der EP-A 203 377 bekannte Verfahren
so weiterzubilden, daß das Trocknen und/oder Aushärten von wasserverdünnbaren Beschichtungssystemen,
insbesondere von Lack- und Grundmaterial im wesentlichen ohne den Energiebedarf zu
erhöhen beschleunigt und verbessert wird.
[0007] Ausgehend von einem Verfahren mit den Merkmalen des einleitenden Teils von Anspruch
1 besteht die Erfindung im wesentlichen darin, daß die Verfahrensschritte des kennzeichnenden
Teils von Anspruch 1 ausgeführt werden.
[0008] Da bei der Erfindung der Luftstrom (oder die Luftströme) annähernd senkrecht zur
Richtung der Infrarotstrahlen ausgerichtet sind, wird der Abtransport von Wasserdampfmolekülen
verbessert. Dieser Vorteil tritt auch ein, wenn weder der Gegenstand noch die Infrarotstrahler
und die Blasdüsen bewegt werden, was die Erfindung auch für Reparaturlackierungen
geeignet macht.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es vorteilhaft, wenn die Intensität des Luftstromes
und die Intensität der Wärmezufuhr über den (oder die) Infrarotstrahler während des
Trocknens und/oder Aushärtens unabhängig voneinander geändert wird. Dabei wird beispielsweise
so vorgegangen, daß nach dem Auftragen einer ersten Schicht der Beschichtung mit hoher
Leistung (z.B. der größten Leistung) des Lüfters und verringerter Leistung des Infrarotstrahlers
gearbeitet wird. Nachdem eine weitere, z.B. die zweite Schicht der zu erzeugenden
Beschichtung aufgebracht wurde, kann die Leistung des Lüfters auf eine höhere, z.B.
auf dessen größte Leistung erhöht und die Leistung des Infrarot-strahlers auf einen
Bruchteil seiner maximal möglichen Leistung verringert werden.
[0010] Dadurch ist es möglich, den Verfahrensablauf an die speziellen Eigenschaften des
jeweils verwendeten und zu trocknenden und/oder auszuhärtenden Beschichtungssystems
(Grundierungen, Füllerschichten und (Deck-)Lackschichten) anzupassen.
[0011] Vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens der Erfindung sind Gegenstand der Verfahrensunteransprüche.
[0012] Des weiteren stellt die Erfindung eine Einrichtung zur Verfügung, mit der das Verfahren
der Erindung vorteilhaft ausgeführt werden kann.
[0013] Diese Einrichtung zum Durchführen des Verfahrens der Erfindung mit den Merkmalen
des einleitenden Teils von Anspruch 8 ist erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden
Teils von Anspurch 8 gekennzeichnet.
[0014] Mit der Erfindung wird eine wesentliche Steigerung der Trokkengeschwindigkeit und
damit eine kürzere Trockenzeit von wässerigen Beschichtungssystemen, wie Lacken und
Grund- oder Vormaterialien erzielt, da die Energiezufuhr über Infrarotstrahler (beispielsweise
die der EP-A 495 770) mit einer zwangsweisen und erfindungsgemäß orientierten Luftbewegung
kombiniert ist.
[0015] Die Lüfter oder Gebläse sind so angeordnet, daß sie einen Luftstrom erzeugen, der
im wesentlichen im rechten Winkel zur Richtung der Infrarotstrahlung ausgerichtet
ist und der den beispielsweise etwa 200 bis 300 mm breiten Raum, der von der Oberfläche
des Infrarotstrahles und dem Gegenstand mit der zu trocknenden und/oder auszuhärtenden
Beschichtung begrenzt wird, durchströmt.
[0016] Der Luftstrom bewirkt den Abtransport von verdunstetem Wasser während des Aushärte-
und/oder Trockenvorganges dadurch, daß Luft mit hoher Feuchte ständig durch Luft mit
niedriger Feuchte ersetzt wird, was im Vergleich zur EP-A 203 377 wesentlich wirksamer
erfolgt, da der Luftstrom im wesentlichen parallel zum Infrarotstrahler ausgerichtet
ist und den Raum zwischen dem Gegegenstand und dem Infrarotstrahler durchstreicht.
[0017] Der Luftstrom bewirkt weiters, daß aufgrund der sich an der Beschichtungsoberfläche
bildende Grenzschichtwirbel eine verstärkte Abgabe von Wassermolekülen an die vorbeistreichende
Luft stattfindet.
[0018] Mit dem Verfahren und mit den Geräten gemäß der Erfindung wird der zu trocknenden
Beschichtung Wärme durch Infrarotstrahlung zugeführt und gleichzeitig werden mit dem
Luftstrom an der Oberfläche der Beschichtung verdunstende Wassermoleküle wirksam abgeleitet.
[0019] Deshalb kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und den Geräten das sehr enge Verarbeitungsfenster,
das die optimale Verarbeitungsbedingungen für wässerige Produkte zwischen 20°C und
26°C bei 20% relativer Luftfeuchte und 26°C bis 30°C bei 75% relativer Luftfeuchte
festlegt, beträchtlich erweitert werden.
[0020] Für die Praxis bedeutet dies, daß wässerige Beschichtungssysteme auch bei Umgebungstemperaturen
erheblich unter 22°C oder aber bei einer relativen Luftfeuchte von über 75% verarbeitet
werden können.
[0021] Beispielsweise soll Füllermaterial einerseits nur in einer Schichtdicke von 50 bis
60 µ aufgetragen und anderseits erst nach einer Wartezeit von 15 min. (für das Abdunsten)
mit dem Trockenvorgang begonnen werden.
[0022] Sowohl Schichtdicken von 50 bis 60 µ als auch die Wartezeit von 15 min. sind unbefriedigend,
da zum einen, beispielsweise bei reparierten Karosserieteilen, oft die dreifache Schichtdicke
notwendig wird, um Unebenheiten zu füllen, und zum anderen 15 min. Wartezeit den Arbeitsablauf
empfindlich stören.
[0023] Es ist ein Vorteil der Erfindung, daß sowohl die Wartezeit für das Abdunsten erheblich
veringert und die in dieser Zeit erreichbare Durchhärtung verbessert wird, als auch
die Möglichkeit geschaffen wird, durch mehrere, aufeinanderfolgende Auftragevorgänge
bis 180 µ dicke Füllerschichten in kurzer Zeit herzustellen.
[0024] Mit einem erfindungsgemäßen Gerät, das beispielsweise etwa quadratische Infrarotstrahler
von 1,5 m² und 6 kW Leistungsaufnahme und acht Axiallüfter mit einem Gesamtfördervolumen
von 1000 m³/h, die an einem der Ränder der Infrarotstrahler montiert sind, besitzt,
wurden sehr gute Ergebnisse erreicht.
[0025] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann mit einem programmierbaren Mikroprozessor ausgestattet
sein, so daß das Zusammenwirken von Wärmezufuhr und Lüftung, sowie deren Voll- oder
Teilleistung kontinuierlich den Anforderungen entsprechend angepaßt und am Ende des
Aushärtens und/oder Trocknens wahlweise eine Kühlphase ausgeführt werden kann.
[0026] Mit diesem Gerät ist es bei einer Programmierung für 100% des Luftstromes und 30%
der Nennleistung des Infrarotstrahlers durchaus möglich, die Wartezeit von 15 min.
für das Abdunsten einer 60 µ dicken Füllerschicht auf 7 min. bei gleichzeitig verbesserter
Aushärtung zu verringern. Dies gilt sinnngemäß auch für Lackschichten.
[0027] Aufgrund der Zeitersparnis bei den Abdunstvorgängen besteht bei Anwendung des Verfahrens
und bei Verwendung des Gerätes gemäß der Erfindung die Möglichkeit in einer Gesamtzeit
von 35 min. eine 180 µ dicke Füllerschicht zu erzeugen (vgl. Fig. 8). Würde man vergleichsweise
versuchen die gleich dicke Füllerschicht ohne Verwendung der Erfindung herzustellen,
so würde man dazu theoretisch 72 min. benötigen. Nach etwa 30 min. müßte das Unterfangen
jedoch abgebrochen werden, zumal das aufzutragende Füllermaterial in der Düse der
Spritzpistole auszuhärten beginnt und diese zusetzt.
[0028] Mit Vorteil wird bei der Erfindung so gearbeitet, daß man den Luftstrom in dem Raum
zwischen dem Infrarotstrahler und dem Gegenstand, auf dem eine zu trocknende und/oder
auszuhärtende Beschichtung aufgetragen ist, von oben nach unten oder horizontal ausrichtet.
[0029] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Beschreibung, in welcher auf die Zeichnungen Bezug genommen wird, die bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung zeigen.
[0030] Es zeigt Fig. 1 in einem Diagramm ein Beispiel für die Prozeßführung beim Trocknen
von Füllermaterial mit 120 µ Dicke,
Fig. 2 bis 6 verschiedene Ausführungsbeispiele von Vorrichtungen gemäß der Erfindung
in Schrägansicht bzw. im Vertikalschnitt und die
Fig. 7 bis 9 Diagramme mit weiteren Beispielen für die Prozeßführung.
[0031] Für alle in den Zeichnungen gezeigten Diagramme gilt, daß sich nach dem letzten Abschnitt
des Verfahrens, in dem über die Infrarotstrahler Wärme zugeführt wird, ein - in den
Diagrammen nicht wiedergegebener - Verfahrensabschnitt ausschließen kann, in dem nur
die Gebläse (Lüfter) in Betrieb sind, um die getrocknete oder ausgehärtete Beschichtung
abzukühlen.
[0032] Das in Fig. 1 gezeigte Diagramm zeigt am Beispiel eines zweilagigen Auftrages von
Füllermaterial mit einer Gesamtdicke von 120 µ den Prozeßablauf beim Trocknen und
Aushärten nach dem erfindungsgemäßen Verfahren. Auf der vertikalen Achse ist die Zeit
in Minuten und auf der horizontalen Achse des Diagramms die abgegebene Leistung in
% der Maximalleistung (100 %) aufgetragen. Die durchgehende Linie zeigt die abgegebene
Leistung des Infrarotstrahlers und die strichlierte Linie den Verlauf der abgegebenen
Leistung des Gebläses (Lüfter), das eine Ausführungsform nach einer der Fig. 2 bis
6 haben kann, wieder.
[0033] Aus dem Diagramm von Fig. 1 ist ersichtlich, daß zunächst eine Zeitspanne A verstreicht,
in der die erste Schicht aus zu trocknendem Füllermaterial auf den zu beschichtenden
Gegenstand aufgetragen wird. Gegen Ende des Auftragens wird mit der Wärmezufuhr durch
den Infrarotstrahler begonnen, dessen abgegebene Leistung bis auf 30% seiner Maximalleistung
gesteigert wird. Nach dem Ende des Auftragens (Ende der Zeitspanne A, z.B. 4 min.)
wird das Gebläse auf maximale Leistung geschaltet und diese Leistung bis zum Ende
des ersten Verfahrensabschnittes (z.B. 11 min.) beibehalten. Der Infrarotstrahler
wird vor dem Abschalten des Gebläses nach z.B. 8 min. ausgeschaltet, so daß die abgegebene
Leistung kontinuierlich auf etwa 10% zum Zeitpunkt z.B. 13 min. absinkt. Nun wird
eine zweite Lage Füllermaterial aufgetragen (Zeitspanne A' z.B. von 11 bis 15 min.)
und im Zeitpunkt 13 min. die abgegebene Leistung des Infrarotstrahlers bis auf dessen
maximale Leistung gesteigert. Nach dem Ende der Zeitspanne A' wird das Gebläse im
Zeitpunkt z.B. 15 min. in Betrieb genommen jedoch nur mit etwa 70% seiner maximalen
Leistung. Nach z.B. 25 min. ist der Trocknungs- und Aushärtevorgang beendet und sowohl
der Infrarotstrahler als auch des Gebläse werden abgeschaltet.
[0034] Die in Fig. 2 und 3 gezeigte Vorrichtung besteht bevorzugt aus mehreren, z.B. drei,
Feldern 1 von Infrarotstrahlern, die beispielsweise die aus der EP-A 495 770 bekannte
Konstruktion haben können. Die Infrarotstrahler 1 tragen an ihrem in der Gebrauchslage
oberen Rand drei Axiallüfter 2, die einen nach unten gerichteten Luftstrom erzeugen.
Die Axiallüfter 2 sind in voneinander getrennten Gehäusen 3 untergebracht, die um
eine Achse 4 verschwenkbar an den Infrarotstrahlernl befestigt sind.
[0035] Dadurch, daß mehrere Infrarotstrahler 1 und gesonderte Gehäuse 3 für die Gebläse
2 vorgesehen sind, können die Infrarotstrahler 1 der Kontur des Gegenstandes, auf
dem eine Beschichtung (z.B. Füller oder Lack) auf wässeriger Basis zu trocknen und/oder
auzuhärten ist, angepaßt ausgerichtet oder aufgebaut werden.
[0036] In bestimmten Fällen kann die Einrichtung gemäß Fig. 2 auch so angeordnet sein, daß
die Gebläse 2 an einem Seitenrand der Infrarotstrahler 1 angeordnet sind, so daß eine
horizontal gerichtete Luftströmung erzeugt wird.
[0037] An der Luft-Eintrittsseite und an der Luft-Austrittsseite der Gehäuse 3 sind (Luft-)Filter
9 eingesetzt.
[0038] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 4 ist am oberen Ende der Infrarotstrahler 1 ein
Gebläse nach Art eines Tangentiallüfters 5 vorgesehen, der in einem Gehäuse 6 untergebracht
ist. An der Rückseite des Gehäuses 6 ist eine durch ein Gitter 7 abgedeckte Luftansaugöffnung
vorgesehen. Die Austrittsöffnung 8 des Gehäuses 6 ist nach unten gerichtet und vorzugsweise
mit einem Filter versehen.
[0039] Bei der in Fig. 5 gezeigten Ausführungsform ist ein Radiallüfter 10 vorgesehen, der
Luft in einen Kanal 11 leitet, dessen Austrittsöffnung 12 ebenfalls an der Vorderseite
der Infrarotstrahler 1 nach unten gerichtet ist und mit einem Filter ausgestattet
sein kann.
[0040] Anstelle von Lüftern mit sich drehenden Gebläserädern kann der Luftstrom zwischen
den Strahlerfeldern 1 und dem Gegenstand, auf dem eine Beschichtung aufgebracht ist,
auch von mit Druckluft betriebenen Ejektordüsen 16 erzeugt werden. Eine solche Ausführungsform
eines Gebläses 15 zeigt Fig. 6. Auch hier sind die Halterungen für die Gebläse 15
am oberen Rand von Infrarotstrahlern 1 um eine Achse 4 verschwenkbar befestigt. In
der Mitte der Ejektordüse 16 mündet eine Druckluftleitung 17, die bewirkt, daß ein
Strom von Luft, der aus der Ejektordüse 16 im wesentlichen parallel zur Vorderseite
der Infrarotstrahler 1 austritt, erzeugt wird.
[0041] Die in den Fig. 7, 8 und 9 wiedergegebenen Diagramme zeigen Prozeßabläufe, die unterschiedlichen
Beschichtungen angepaßt sind.
[0042] Fig. 7 zeigt ein Diagramm mit dem der Prozeßablauf für das Trocknen und Aushärten
eines Decklacks, der in zwei Schichten aufgetragen wird.
[0043] Fig. 8 zeigt den Prozeßablauf für eine Füllerschicht mit einer Stärke von 180 µ.
Das Programm der Fig. 8 ist eine Weiterentwicklung des Programms von Fig. 1.
[0044] Schließlich zeigt Fig. 9 den Prozeßablauf beim Trocknen und Aushärten von Kittspachtelmasse
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren.
[0045] Gemeinsam ist allen Prozeßabläufen, daß beim Trocknen einer ersten, aufgetragenen
Schicht einer Beschichtung aus einem wasserlöslichen oder wasserverdünnbaren System
die abgegebene Leistung des Infrarotstrahlers ein Bruchteil seiner maximalen Leistung
beträgt, wogegen das Gebläse mit maximaler Leistung arbeitet. Nach dem Auftragen einer
zweiten Schicht entspricht die Leistung des Infrarotstrahlers seiner maximalen Leistung
und die abgegebene Leistung des Gebläses ist ein Bruchteil seiner maximalen Leistung.
[0046] Allgemein gesagt, wird beim Trocknen und Aushärten einer ersten Schicht eines waserverdünnbaren
Systems der Luftstrom mit höherer Leistung an dem zu beschichtenden Gegenstand vorbeibewegt,
als in der zweiten Stufe nach dem Auftragen der zweiten Beschichtung, wogegen die
abgegebene Leistung des Infrarotstrahlers bei der zweiten Stufe, also dem Trocknen
und Aushärten der zweiten Schicht höher ist als in der ersten Stufe beim Trocknen
und Aushärten der ersten Schicht.
[0047] Es versteht sich, daß die erfindungsgemäßen Geräte eine Steuerung besitzen können,
in welcher der jeweils günstigste Prozeßablauf für verschiedene Beschichtungssysteme
und Beschichtungsarten (insbesondere Stärke der Beschichtung) gespeichert ist, so
daß der jeweils erforderliche oder gewünschte Prozeßablauf beispielsweise durch Drücken
einer entsprechenden Taste oder Eingabe einer entsprechenden Kennzahl oder eines Kennwortes
abgerufen werden kann. So ist auch sichergestellt, daß das Trocknen und Aushärten
jeweils optimal den Vorschriften des Herstellers des Beschichtungssystems angepaßt
ausgeführt wird.
[0048] Zusammenfassend kann die Erfindung beispielsweise wie folgt dargestellt werden:
[0049] Um eine Beschichtung auf Basis eines wasserverdünnbaren Lacksystems zu trocknen und
auszuhärten, wird der Beschichtung mit Hilfe eines Infrarotstrahlers Wärme zugeführt.
Um das Verdampfen von Wasser zu beschleunigen, wird zwischen dem Gegenstand, auf dem
die Beschichtung aufgetragen ist, und dem Infrarotstrahler mit Hilfe eines Gebläses
ein senkrecht zur Infrarotstrahlung gerichteter Luftstrom erzeugt. Die Leistung des
Infrarotstrahlers und/oder die des Gebläses werden im Verlauf des Trocknens und Aushärtens
verändert.
1. Verfahren zum Trocknen und/oder Aushärten von wasserverdünnbaren Beschichtungen, wie
Lack- oder Grundmaterialsystemen, bei dem Wärme durch Infrarotstrahlung zugeführt
wird und in dem Raum zwischen dem wenigstens einen Infrarotstrahler und dem Gegenstand,
auf dem die zu trocknende und/oder auszuhärtende Beschichtung aufgetragen ist, ein
Luftstrom erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Luftstrom erzeugt, der
zur Richtung der Infrarotstrahlung im wesentlichen im rechten Winkel ausgerichtet
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Intensität des Luftstromes
und die Intensität der Infrarotstrahlung während des Trocknens und/oder Aushärtens
ändert.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in einem ersten Verfahrensabschnitt
die Leistung des Gebläses, das den Luftstrom erzeugt, höher gewählt wird als in einem
zweiten oder folgenden Verfahrensabschnitt und daß in einem ersten Verfahrensabschnitt
die abgegebene Leistung des Infrarot-strahlers geringer gewählt wird als in einem
zweiten oder folgenden Verfahrensabschnitt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor jeden Verfahrensabschnitt
jeweils eine Schichte der zu erzeugenden Beschichtung aufgetragen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Wärme mit Hilfe von
wenigstens einem Infrarotstrahler zugeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom
mit einer Strömungsrichtung von oben nach unten oder horizontal erzeugt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende des
Trocknens und/oder Aushärtens ausschließlich ein Luftstrom erzeugt wird, um die Beschichtung
abzukühlen.
8. Einrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7, mit wenigstens
einem Infrarotstrahler (1), und mit wenigstens einer Vorrichtung (2, 5, 10, 15) zum
Erzeugen eines Luftstromes zwischen dem Infrarotstrahlers (1) und dem Gegenstand,
auf dem die zu trocknende und/oder auszuhärtende Beschichtung aufgetragen ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (2, 5, 10, 15) zum Erzeugen eines Luftstromes
an wenigstens einem Rand des Infrarotstrahlers (1) vorgesehen ist, und daß die Austrittsöffnung
(8) für den von der Vorrichtung (2, 5, 10, 15) erzeugten Luftstrom an der Vorderseite
des Infrarotstrahlers (1) angeordnet und im wesentlichen quer zur Ebene des Infrarotstrahlers
(1) ausgerichtet ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß daß die Leistung des Infrarotstrahlers
(1) und der Vorrichtung (2, 5, 10, 15) zum Erzeugen des Luftstromes veränderbar ist.
10. Einrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (2,
5, 10, 15) zum Erzeugen des Luftstromes am in der Gebrauchslage oberen und/oder an
einem seitlichen Rand des Infrarotstrahlers (1) angeordnet ist.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrrichtung
(2, 5, 10, 15) zum Erzeugen des Luftstromes ein Gebläse (2, 5, 10) ist.
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
(2, 5, 10, 15) zum Erzeugen des Luftstromes eine mit Druckluft betriebene Ejektordüse
(15) ist.
13. Einrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Gebläse (2,
5, 10) oder die Ejektordüse (15) gegenüber dem Infrarotstrahler (1) verschwenkbar
ist.
14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Luft-Eintrittsöffnung
und vorzugsweise der Luft-Austrittssöffnung des Gebläses (2, 5, 10) oder der Ejektordüse
(15) ein Filter (9) zugeordnet ist.
15. Einrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß Verläufe
der Änderungen der Leistung des Infrarotstrahlers (1) und/oder der Vorrichtung (2,
5, 10, 15) zum Erzeugen des Luftstromes gespeichert und wahlweise abrufbar sind.