[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Festlegen des Abtastbereiches von
fahrzeugbetätigten Meßeinrichtungen, wie z.B. von Heißläuferortungseinrichtungen,
bei welchem ein Radsensor über einen Sender und zwei zu beiden Seiten des Senders
angeordnete Empfänger verfügt, wobei die Signale beider Empfänger miteinander verglichen
und in Abhängigkeit von dem Ergebnis des Signalvergleiches eine Messung vorgenommen
wird sowie auf eine Einrichtung zum Einstellen und Justieren von Meßeinrichtungen
an Gleiswegen relativ zu Radsensoren mit einer Grundplatte, an welcher Radsensoren
und Meßeinrichtungen in geometrisch definiertem Abstand zueinander festlegbar sind,
wobei die Radsensoren jeweils eine Sendespule und zwei zugeordnete Empfängerspulen
aufweisen.
[0002] Bei den bisherigen Heißläuferortungsanlage werden Radsensoren verwendet, deren Sender-
bzw. Empfängereinheit zu beiden Seiten des Schienenkopfes montiert werden. Das durch
das Rad beeinflußte Signal des Senders, welches vom Empfänger wiederum aufgenommen
wird, wird bei diesen bekannten Einrichtungen bei Erreichen eines bestimmten Schwellenwertes
mittels einer Auswerteschaltung als Toröffnungssignal für die Heißläuferortungsanlage
umgesetzt. Dieses Toröffnungssignal wird in hohem Maße durch die Geschwindigkeit des
Fahrzeuges bzw. die Umgebungstemperatur beeinflußt und es kommt zu Verschiebungen
des Toröffnungs- und -schließsignales, wodurch die Genauigkeit der Messung der zu
kontrollierenden Bauteile, wie im Besonderen der Radlager, leidet.
[0003] Durch die zu beiden Seiten eines Schienenkopfes angeordneten Radsensorelemente ist
eine Anordnung der Heißläuferortungsanlage in einer Position, in welcher auch die
Radsensoren exakt den Überlauf eines Rades feststellen, aus räumlichen Gründen nicht
möglich.
[0004] Aus der EP-A 340 660 sind Radsensoren bereits bekanntgeworden, welche sich dadurch
auszeichnen, daß sie lediglich zu einer Seite des Schienenkopfes einer Schiene angeordnet
werden können. Die aus dieser EP-A 340 660 entnehmbaren Radsensoren bestehen aus einem
beispielsweise an einer Innenseite einer Schiene des Gleises montierbaren Spulensystem
mit einer wechselstromgespeisten Sendespule und zwei zugeordneten Empfängerspulen.
Die Senderspulen induzieren in den Empfängerspulen eine Induktionsspannung. Wenn jeweils
eine Empfängerspule vor und hinter der Senderspule in Schienenlängsrichtung gesehen
angeordnet ist, kann beispielsweise dann, wenn die Empfängerspulen identisch ausgebildet
sind und in gleichem Abstand von der Sendespule angeordnet sind und in beiden Empfängerspulen
eine identische Spannung induziert wird, darauf geschlossen werden, daß zu diesem
Zeitpunkt ein Rad mittig über dem Sensor läuft. Eine elektrische Auswertung von Signalen
derartiger Sensoren ist in der EP-A 340 660 bereits vorgeschlagen und es wird mit
einer derartigen einen Signalschnittpunkt auswertenden Schaltung die genaue Ortung
des Radmittelpunktes bzw. der Radachse ermöglicht. Durch die auf diese Weise ermöglichte
exakte Festlegung eines geometrischen Ortes des Rades kann auch die Heißläuferortungsanlage
exakt justiert werden, wobei insbesondere dadurch, daß für einen derartigen Sensor
lediglich eine Seite des Schienenstranges für die Anordnung der erforderlichen Sensorelemente
benötigt wird, auch eine exakte geometrische Korrelation eingehalten werden kann.
[0005] Für eine exakte Messung ist aber nicht nur eine geometrisch eindeutige Zuordnung
der Lage der zu messenden Bereiche, welche von der Heißläuferortungsanlage erfaßt
werden sollen, notwendig. Ebenso notwendig ist die Festlegung eines Toröffnungs- bzw.
-schließsignales, mit welchem der Meßzeitpunkt exakt in Bezug auf die räumliche Geometrie
der Messung getaktet werden soll. Bei den bisher bekannten Einrichtungen werden daher
zwei Radsensoreinheiten festgelegt, die das Toröffnungs- und -schließsignal erzeugen.
Derartige Radsensoren müssen nun in Schienenlängsrichtung justiert werden, wobei die
entsprechenden Einstellungen durch mechanische Verstellung der Festlegung nur beschränkt
variiert werden können.
[0006] Die Erfindung zielt nun darauf ab, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen,
mit welchem bei vorgegebener geometrischer Anordnung der einzelnen Bauteile für fahrzeugbetätigte
Meßeinrichtungen, wie insbesondere Heißläuferortungseinrichtungen, auch nachträglich
nach Abschluß aller mechanischen Justierungsarbeiten noch eine Feineinstellung ermöglicht
wird, ohne daß dies eine Vergrößerung des baulichen Aufwandes der Einrichtungen zum
Festlegen der Teile einer derartigen fahrzeugbetätigten Meßeinrichtung zur Folge hat.
Insbesondere soll mit einer einfachen mechanischen Festlegung der Teile das Auslangen
gefunden werden und trotzdem eine Justierbarkeit auch nachträglich noch möglich sein.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe besteht das erfindungsgemäße Verfahren im wesentlichen
darin, daß zu oder von wenigstens einem der Signale der Empfänger eines Radsensors
ein einstellbares, konstantes Signal elektrisch addiert oder subtrahiert wird, und
daß die Messung in Abhängigkeit von der Auswertung des Vergleiches der so erhaltenen
Signale der Empfänger des Radsensors vorgenommen wird. Dadurch, daß nun wenigstens
einem der Signale der Empfänger eines Radsensors ein einstellbares konstantes Signal
elektrisch addiert oder subtrahiert wird, läßt sich die in der EP-A 340 660 skizzierte
Vorgangsweise für die Bestimmung eines Signalschnittpunktes dahingehend verändern,
daß dieser Schnittpunkt verschoben werden kann. Das beispielsweise durch Addition
eines elektrischen Signales veränderte Signal einer der beiden Empfängerspulen führt
zu einer Verschiebung des Schnittpunktes der Spannungskurven der beiden Empfängerspulen,
wodurch eine elektrische Feinjustierung des Schnittpunktes ermöglicht wird. Die Verschiebung
des Schnittpunktes durch die elektrische Addition oder Subtraktion eines Gleichanteiles
hat hiebei zur Folge, daß beispielsweise ein Toröffnungs- oder Torschließungszeitpunkt
entsprechend verschoben werden kann. Durch gleichläufiges oder gegenläufiges Verschieben
von Toröffnung und Torschließung läßt sich das Tor insgesamt verschieben oder aber
die Torbreite regulieren, wodurch nachträglich ein hohes Maß an Justierbarkeit gegeben
ist.
[0008] Die erfindungsgemäße Einrichtung zum Einstellen und Justieren von Meßeinrichtungen
an Gleiswegen relativ zu Radsensoren mit einer Grundplatte, an welcher Radsensoren
und Meßeinrichtungen in geometrisch definiertem Abstand zueinander festlegbar sind,
wobei die Radsensoren jeweils eine Sendespule und zwei zugeordnete Empfängerspulen
aufweisen ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Spannungssignal
einer Empfängerspule einer Rechenschaltung zugeführt ist, und daß das Ausgangssignal
der Rechenschaltung sowie das Spannungssignal der zweiten Empfängerspule einem Komparator
zugeführt ist, dessen Ausgangssignal mit der Meßeinrichtung in Verbindung steht. Durch
die Rechenschaltung wird hiebei ein modifiziertes Signal einer Empfängerspule gebildet
und beim Vergleich mit der induzierten Spannung in der zweiten Empfängerspule wird
die Verschiebung des für die Auswertung relevanten Parameters, wie z.B. des Schnittpunktes
der beiden Signalverläufe bei vorgegebener Korrelation bzw. Identität der beiden Signale,
erzielt. Für die erfindungsgemäße Einrichtung genügt eine einfache Rechenschaltung,
wobei in besonders einfacher Weise die Ausbildung so getroffen ist, daß die Rechenschaltung
als Additionsschaltung ausgebildet ist und zum Eingangssignal einen einstellbaren
Spannungswert addiert oder subtrahiert und/oder als Multiplikations- oder Quotientenschaltung
ausgebildet ist, und mit einem einstellbaren Faktor multipliziert bzw. durch diesen
dividiert. Ein einstellbares Spannungssignal kann in einfacher Weise durch konventionelle
Schaltungen erzielt werden. Üblicherweise kann ein derartiges Spannungssignal durch
Spannungsabfall an einem definierten Widerstand generiert werden, wobei die Einstellbarkeit
beispielsweise mit einfachen Potentiometern möglich wird. Der Umstand, daß in einfacher
und konventioneller Weise die jeweils gewünschte Spannung variiert werden kann und
die jeweils gewählte Spannung in der Folge konstant gehalten werden kann, ermöglicht
eine besonders einfache nachträgliche Justierung, welche keinen Einwand auf den Bauaufwand
der Festlegung der Einrichtungen der Meßeinrichtung ausübt.
[0009] Gemäß einer besonders einfachen und betriebssicheren Ausbildung kann die Einrichtung
so ausgebildet sein, daß die Rechenschaltung einen Operationsverstärker enthält an
dessen Eingänge das Signal einer Empfängerspule und eine Spannungsquelle mit einstellbarer
Spannung angeschlossen ist.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispieles näher erläutert. In dieser zeigen Fig. 1 eine schematische Darstellung
der Anordnung der fahrzeugbetätigten Meßeinrichtung in Schienenlängsrichtung gesehen,
wobei die Schiene im Schnitt dargestellt ist, Fig. 2 eine Draufsicht auf die Meßeinrichtung
nach Fig. 1, Fig. 3 eine Detailansicht auf die Radsensoren von der Gleisinnenseite
her gesehen, Fig. 4 den Signalverlauf, wie er mit den Radsensoren nach Fig. 3 erhalten
werden kann ohne Modifikation der Signale und Fig. 5 den Signalverlauf nach elektrischer
Feinjustierung bwz. Modifikation der Signale, wie sie ursprünglich erhalten wurden
und in Fig. 4 dargestellt sind.
[0011] In Fig. 1 ist mit 1 eine Schiene bezeichnet, deren Schienenfuß mit einer Montageplatte
2 verbunden ist. An der Innenseite des Gleises ist ein Radsensor 3 angeordnet. Die
Konstruktion des Radsensors ist so gewählt, daß sie zur einen Seite des Steges der
Schiene 1 angeordnet ist, so daß zur anderen Seite des Steges eine Heißläuferortungseinrichtung
4 angeordnet werden kann. Auf der Schiene ist schematisch ein den Radsensor 3 überrollendes
Rad 5 ersichtlich, deren Achszapfen 6 in den Abtastbereich 7 der Heißläuferortungsanlage
4 gelangt. Analog kann über einen weiteren Abtastbereich auch die Lagertemperatur
des Lagers 8 abgetastet werden.
[0012] Wie sich aus der Darstellung nach Fig. 2 ergibt, ist zur einen Seite des Schienenkopfes
9 eine Kombination aus zwei Radsensoren 3 angeordnet, wohingegen auf der Außenseite
in der Draufsicht die Heißläuferortungsanlage 4 in räumlich exakt justierter Weise
an der gleichen Montageplatte wie die Radsensoren 3 festgelegt sind. Der zur Verfügung
stehende Raum wird durch benachbarte Schwellen 10 begrenzt.
[0013] Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, umfaßt ein Radsensor eine zentrale Sendespule 11,
wobei zu beiden Seiten in Schienenlängsrichtung versetzt, Empfängerspulen 12 und 13
angeordnet sind. Die Spulenachsen sind hiebei, wie in der EP-A 340 660 ausführlich
dargelegt, auf den Schienenfuß gerichtet, welche daher als bedämpfende Metallfläche
im Wirkbereich unter den Empfängerspulen 12 und 13 liegt. Die Achsen verlaufen bei
der korrekten Anordnung am Schienenkopf vorbei und sind gegen den möglichen Durchgangsbereich
des Radkranzes dieses Rades 5 gerichtet. Solange sich kein Rad 5 im Wirkbereich befindet,
treten in beiden Empfängerspulen 12 und 13 die größtmöglichen Ausgangssignale auf.
Wenn ein Rad 5 mit seinem Spurkranz in den Wirkbereich oberhalb der Empfängerspulen
12 und 13 eintritt, wird eine Bedämpfung wirksam, welche eine Verringerung des Ausgangssignales
der jeweiligen Empfängerspule 12 bzw. 13 zur Folge hat. Der Signalverlauf der induzierten
Spannungen in den Empfängerspulen 12 und 13 ist in Fig. 4 wiedergegeben und mit 12'
und 13' bezeichnet. Beim Vergleich der Signale der Spulen 12 und 13 läßt sich ein
exakter Schnittpunkt 14 in einer Auswerteschaltung ermitteln, welcher räumlich und
zeitlich mit demjenigen Punkt übereinstimmt, bei welchem sich die Radachse mittig
über den beiden Empfängerspulen 12 und 13 und der Senderspule 11 befindet.
[0014] Eine Feinjustierung dieses exakt definierten räumlichen Bezugspunktes, wie er durch
den Schnittpunkt 14 der Signalverlaufskurven der Induktionsspannungen in den Spulen
12 und 13 gegeben ist, läßt sich nun dadurch erzielen, daß das Signal einer der beiden
Empfängerspulen modifiziert wird. In besonders einfacher Weise kann einfach dem Signal
einer der beiden Empfängerspulen ein vorbestimmter einstellbarer Spannungswert addiert
werden. Ein derartiger Gleichanteil ist bei der Darstellung nach Fig. 5 dem Signal
der Empfängerspule 13 hinzugefügt, wodurch insgesamt sich das Signal nach Addition
des konstanten Gleichanteiles um das Ausmaß Δu erhöht. Diese Spannungsdifferenz kann
von einem einfachen Potentiometer abgenommen werden und kann beispielsweise einem
Eingang eines Operationsverstärkers aufgegeben werden, dessen zweitem Eingang das
ursprüngliche Signal der Spule 13 zur Verfügung gestellt wird. Durch die Anhebung
des Signalverlaufes der in der Empfängerspule 13 gemessenen Signale um den Gleichanteil
ergibt sich gleichzeitig eine Verschiebung des ursprünglichen Schnittpunktes, bei
welchem Gleichheit der Signale festgestellt wurde, um eine Zeit Δt, wobei der neue
Schnittpunkt nunmehr mit 15 bezeichnet ist.
[0015] Durch diese zeitliche Verschiebung Δt, welche durch die Addition eines konstanten
Signales zum Signal einer der Empfängerspulen erzielt wird, läßt sich eine neue Schaltschwelle
exakt einstellen und es läßt sich Δt in Abhängigkeit von Δu, d.h. in Abhängigkeit
von der addierten Spannung in weiten Grenzen verstellen und einstellen. Durch die
Addition eines derartigen Gleichanteiles Δu zu Signalen von Empfängerspulen eines
Radsensors läßt sich somit entweder der Toröffnungszeitpunkt im Falle der Verschiebung
der Signale der Empfängerspule 12 oder der Torschließzeitpunkt im Falle der Addition
eines Signales zur Signalverlaufskurve der Empfängerspule 13 entsprechend verschieben.
Bei gleichzeitiger Verschiebung beider Zeitpunkte in einem ersten Radsensor (3a) und
einem zweiten Radsensor (3b) kann die gesamte Torbreite reguliert werden und es kann
insgesamt lediglich durch Änderung elektrischer Größen eine exakte zeitliche und räumliche
Justierung für die Optimierung des Meßzeitpunktes erzielt werden.
1. Verfahren zum Festlegen des Abtastbereiches von fahrzeugbetätigten Meßeinrichtungen,
wie z.B. von Heißläuferortungseinrichtungen, bei welchem ein Radsensor über einen
Sender und zwei zu beiden Seiten des Senders angeordnete Empfänger verfügt, wobei
die Signale beider Empfänger miteinander verglichen und in Abhängigkeit von dem Ergebnis
des Signalvergleiches eine Messung vorgenommen wird, dadurch gekennzeichnet, daß zu
oder von wenigstens einem der Signale der Empfänger (12,13) eines Radsensors (3) ein
einstellbares, konstantes Signal elektrisch addiert oder subtrahiert wird, und daß
die Messung in Abhängigkeit von der Auswertung des Vergleiches der so erhaltenen Signale
der Empfänger (12,13) des Radsensors (3) vorgenommen wird.
2. Einrichtung zum Einstellen und Justieren von Meßeinrichtungen an Gleiswegen relativ
zu Radsensoren mit einer Grundplatte, an welcher Radsensoren und Meßeinrichtungen
in geometrisch definiertem Abstand zueinander festlegbar sind, wobei die Radsensoren
jeweils eine Sendespule und zwei zugeordnete Empfängerspulen aufweisen, dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein Spannungssignal einer Empfängerspule (12) einer Rechenschaltung
zugeführt ist, und daß das Ausgangssignal der Rechenschaltung sowie das Spannungssignal
der zweiten Empfängerspule (13) einem Komparator zugeführt ist, dessen Ausgangssignal
mit der Meßeinrichtung in Verbindung steht.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rechenschaltung als Additionsschaltung
ausgebildet ist und zum Eingangssignal einen einstellbaren Spannungswert addiert oder
subtrahiert und/oder als Multiplikations- oder Quotientenschaltung ausgebildet ist,
und mit einem einstellbaren Faktor multipliziert bzw. durch diesen dividiert.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rechenschaltung
einen Operationsverstärker enthält, an dessen Eingänge einerseits das Signal einer
Empfängerspule (13) gelangt und andererseits eine Spannungsquelle mit einstellbarer
Spannung angeschlossen ist.