[0001] Die Erfindung betrifft eine Walzmühle nach dem Oberbegriff des ersten Patentanspruchs.
[0002] Mühlen dieser Art mit einer Mahlrolle, die in einer zylindrischen Mahlringfläche
abrollt, und bei denen der Durchmesser der Mahlrolle mindestens dem Radius der Mahlringfläche
entspricht, sind z.B. aus WO 87/06500 und FR-349 886 bekannt. Durch die Verwendung
einer derart grossen Mahlrolle ergeben sich verschiedene Vorteile. So reduziert sich
insbesondere der Rollwiderstand gegenüber gattungsfremden Lösungen mit mehreren kleineren,
auf einer Ebene angeordneten Mahlrollen, wie sie z.B. in EP-A-0 102 645 beschrieben
sind, beträchtlich. Ausserdem wird der mechanische Aufbau einfacher, da z.B. weniger
Lager benötigt werden und die Anlage wird dank der grossen Masse der Mahlrolle unempfindlicher
gegen harte Fremdkörper, wie z.B. Metall. Bei den bislang bekannten Vorrichtungen
dieser Art wurde die Mahlrolle in der Regel schwenkbar aufgehängt und von einem Antrieb
zur Rotation um ihre eigene Achse gebracht. Dies führte zu einer Abrollbewegung der
Mahlrolle auf der zylinderischen Mahlringfläche.
[0003] Diese bekannten Mühlen konnten sich jedoch in der Praxis nicht durchsetzen, da sie
verschiedene Nachteile haben. Insbesondere hat es sich gezeigt, dass die Umlauffrequenz
des Schwerpunkts der Mahlrolle in der Mahlringfläche (und somit auch die Zentrifugal-
resp. Andruckkraft) bei gegebener Antriebsdrehzahl stark vom Durchmesser der Mahlrolle
abhängt. Dieser Effekt macht sich bei zunehmender Abnutzung der Mahlrolle bemerkbar.
Da jedoch die Andruckkraft der Mahlrolle an die Mahlringfläche im Betrieb im wesentlichen
konstant bleiben sollte, sind bei Anlagen dieser Art sehr aufwendige Drehzahlregelungen
und Getriebe für den Antrieb sowie eine dauernde Ueberwachung der Umlauffrequenz der
Mahlrolle notwendig.
[0004] Deshalb stellt sich die Aufgabe, eine Walzmühle der eingangs erwähnten Art bereitzustellen,
die diese Nachteile der bekannten Vorrichtungen nicht zeigt. Ferner soll die Walzmühle
möglichst einfach zu konstruieren und möglichst robust sein.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die im ersten Patentanspruch beschriebene Walzmühle gelöst.
[0006] Gemäss dieser Lösung bewirkt der Antrieb nicht direkt eine Rotation der Mahlrolle
um ihre eigene Achse, sondern treibt diese mittels einer tangentialen Kraftkomponente
zum Umlauf in der Mahlringfläche an, so dass sie darauf abrollt. Dadurch kann die
Umlauffrequenz des Mahlrollenschwerpunkts direkt durch die Antriebsfrequenz gesteuert
werden und ist nicht mehr vom Mahlrollendurchmesser abhängig. Die Zentrifugal- resp.
Andruckkraft der Mahlrolle auf die Mahlringfläche ist somit ebenfalls viel weniger
vom Mahlrollendruchmesser abhängig und ändert sich auch bei Abnutzung der Mahlrolle
nur wenig.
[0007] Vorzugsweise sind Mahlringfläche und/oder Mahlrolle so gelagert, dass sie seitlich
auslenkbar sind. Dadurch führt die Mahlringfläche im Betrieb eine seitliche Pendelbewegung
aus, wobei der gemeinsame Schwerpunkt von Mahlrolle und Mahlringfläche praktisch nicht
ausgelenkt wird. Auf diese Weise wird die Belastung des Rahmens der Mühle vermindert.
[0008] Vorteilhaft ist eine Lagerung der Mahlrolle in solcher Art, dass die Richtung der
Mahlrollachse bei der Umlaufbewegung im wesentlichen konstant bleibt. Dadurch wird
eine periodische Änderung des Drehimpulses der Mahlrolle vermieden. In den bekannten
Anlagen, wo die Mahlrolle in der Regel beim Umlauf eine Schwenkbewegung durchführt,
wird deren Drehimpuls dauernd geändert. Dies führt zu erheblichen Drehmomenten, die
insbesondere bei grossen Drehzahlen und grosser Mahlrollmasse kaum mehr aufzufangen
sind.
[0009] Vorzugsweise wird die Mahlrolle von einem Mahlrollentisch gehalten, der kardanisch
am Mahlring befestigt ist. Der Mahlrollentisch wird mittels des Antriebs in eine Kreisbewegung
um die Mühlenachse angetrieben. Somit bilden Mahlrolle und Mahlring eine gemeinsam
gelagerte Einheit, deren Schwerpunkt im Betrieb stationär bleibt. Dies vermindert
die dynamischen Belastungen, denen der Rahmen der Mühle ausgesetzt ist.
[0010] Weitere Vorteile sowie Anwendungen der erfindungsgemässen Walzmühle ergeben sich
aus der nun folgenden Beschreibung zweier Ausführungsbeispiele anhand der Figuren.
Dabei zeigen:
Figur 1 einen Schnitt durch eine erste Ausführung der Mühle;
Figur 2 eine vergrösserte Ansicht des mittleren Teils von Figur 1;
Figur 3 eine Aufsicht auf die Mahlrollenhalterung;
Figur 4 einen Schnitt durch die Mahlrollenhalterung der Figur 3;
Figur 5 eine schematische Ansicht einer Kopplung zwischen Antrieb und Mahlrolle;
Figur 6 eine alternative Ausführung der Kopplung zwischen Antrieb und Mahlrolle;
Figur 7 einen Schnitt durch eine zweite Ausführung der Mühle, und
Figur 8 einen Schnitt durch eine dritte Ausführung der Mühle.
[0011] Figur 1 zeigt einen Schnitt durch eine erste Ausführung der Erfindung. Hier handelt
es sich um eine Mühle zum Mahlen von Kies und Stein, zum Beispiel zur Zementherstellung.
[0012] Die wichtigsten Teile der Mühle sind die Mahlrolle 1, 2, der Mahlring 3, 4, deren
Aufhängung 5 rsp. 6, der Antrieb 7 mit der Kopplung 8 zwischen Antrieb 7 und Mahlrolle
1, 2.
[0013] Die Mahlrolle 1, 2 besteht aus einem äusseren Mantel 1 aus hartem Stahl, z.B. Manganhartstahl,
und einem Kern 2 aus Aluminium. Er ist über ein Drehlager 9 mit einer Mahlrollenhalterung
10 verbunden. Dieses Drehlager ist koaxial zur Achse der Mahlrolle. Die Mahlrolle
1,2 ist somit um ihre Mahlrollenachse gegenüber der Halterung 10 drehbar. Die Mahlrollenhalterung
ist an drei schematisch gezeigten Kardanwellen 6 am Deckel 11 des Rahmens der Mühle
aufgehängt. Jede Kardanwelle besteht aus drei starren Teilen, die durch zwei Kardangelenke
verbunden sind. Durch die Verwendung von mindestens einer Kardanwelle wird eine Verdrehung
der Mahlrollenhalterung 10 gegenüber dem Rahmen der Mühle verhindert, ohne dass ein
seitliches Ausschwenken der Mahlrollenhalterung behindert würde.
[0014] Die Mahlrollenhalterung 10 besteht aus der Tragkonstruktion, wie sie in den Figuren
3 und 4 gezeigt wird. Sie weist drei Arme 12 zur Aufnahme der Kardanwellen auf. Auf
diesen Armen sind Leitbleche 13 zur Führung des Mahlguts vorgesehen. Die Schrauben
zur Befestigung des Lagers 9 sind in sechs Löcher 14 eingeführt. Die Mahlrollenhalterung
dient einerseits zur Halterung der Mahlrolle und andererseits als Verteilplatte für
das von oben durch die Oeffnung 15 (Figur 1) fallende Mahlgut.
[0015] Aus Figur 1 ist ausserhalb der Mahlrolle 1,2 der Mahlring 3, 4 ersichtlich. Dieser
besteht aus einer inneren Lage 3 aus Hartstahl, deren Oberfläche die Mahlringfläche
16 bildet, und einem äusseren Ring 4, der aus weicherem Material sein kann. Der Mahlring
ist über drei um 120° versetzte, nur schematisch gezeigte Kardanwellen 5 mit dem Deckel
11 des Mühlenrahmens verbunden. Die Verwendung von mindestens einer Kardanwelle verhindert
auch hier, dass sich der Mahlring 3, 4 gegen die Mühle verdrehen kann, ohne dass eine
seitliche Auslenkung des Rings behindert würde.
[0016] Auf dem Mahlring ist ein zylindrisches Führungsblech 46 vorgesehen, welches verhindert,
dass Mahlgut seitlich über den Mahlring fällt.
[0017] Ausserhalb des Mahlrings ist ein Gummiring 17 angeordnet. Dieser wirkt als Dämpfung
für den Fall, dass der Mahlring zu stark ausgelenkt wird. Solche starken Auslenkungen
können in einem tiefen Drehzahlbereich beim Anfahren und/oder Auslaufen der Mühle
vorkommen, wenn die Umlauffrequenz der Eigenschwingungsfrequenz des Pendelkörpers
entspricht.
[0018] Der Motor 7 ist hier ein Drehstrommotor mit 30 kW Leistung. Er ist über ein nicht
im Detail gezeigtes Getriebe oder lediglich einer Kupplung 18 bekannter Art mit der
Achse 19 verbunden, die den Antriebstisch 20 dreht.
[0019] Wie am besten aus Figur 2 ersichtlich ist, sind auf dem Antriebstisch zwei parallel
zueinander verlaufende Anschlagbalken 21 angeordnet. Zwischen diesen Balken bildet
sich eine radial auf dem Antriebstisch verlaufende Führungsbahn 22. In diese ragt
ein Anschlagkörper 23, der über ein Drehlager 24 achsial mit der Mahlrolle 1, 2 verbunden
ist. Von oben gesehen hat der hier verwendete Anschlagkörper 23 einen rechteckigen
Querschnitt und weist seitliche Gleitlager 25 (z.B. aus Teflon oder Nylon) auf.
[0020] Die dreidimensionale Anordnung der Anschlagbalken 21 und des Anschlagkörpers wird
schematisch nochmals in Figur 5 illustriert. In dieser Figur wurde auf die Darstellung
von in diesem Zusammenhang unerheblichen Details verzichtet. Sie zeigt eine Ansicht
des Antriebstischs 20, auf dem die Anschlagbalken 21 verlaufen. Zwischen die Anschlagbalken
ragt von oben der Anschlagkörper 23, der hier gestrichelt und ohne seine darüber angeordnete
Aufhängung gezeigt wird. Zwischen den Anschlagbalken ist ferner ein Auslenklager 26
befestigt, welches einen radialen Anschlag für den Anschlagkörper 23 bildet und diesen
in Ruhestellung aus der Mühlenachse 27 auslenkt. Dadurch wird ein sicheres Anfahren
der Mühle gewährleistet. Sobald sich der Antrieb in Bewegung setzt, wird sich der
Anschlagkörper 23 in der Führungsbahn entlang Pfeil A nach aussen und etwas nach oben
bewegen, soweit bis die Mahlrolle die Mahlringfläche berührt.
[0021] Die Kopplung zwischen Antrieb und Mahlrolle muss in dieser Ausführung so beschaffen
sein, dass sie eine tangentiale Kraftkomponente in Drehrichtung des Antriebstisches
zu übertragen vermag, aber eine Auslenkung der Mahlrolle zur Seite und nach oben nicht
behindert. Anstelle der Anschlagbalken 21 und des Anschlagkörpers 23 kann hierzu z.B.
als Kopplung zwischen Tisch 20 und Mahlrolle auch eine Seil- rsp. Kettenanordnung
verwendet werden. Andere Kopplungen, wie z.B. Oelkopplung oder magnetische Kopplung
sind denkbar. Wichtig ist, dass die Uebertragung einer zur Mühlenachse 27 tangentialen
Kraftkomponente möglich ist.
[0022] Figur 5 deutet ferner den Verlauf einer Druckluftleitung 28 an. Diese ist Teil eines
Ueberdrucksystems, mittels welchem Staub von den Lagern ferngehalten wird. Die Druckluft
wird hierzu wie in Figur 2 gezeigt über einen Schlauch 29 zum Getriebe resp. der Kupplung
18 geführt. Von dort gelangt sie über Oeffnungen 30 und einen Ringkanal 31 zum Stutzen
32 auf dem Antriebstisch. Von dort wird sie über den flexiblen Schlauch 28 in den
Raum 33 unterhalb der Mahlrolle 1, 2 geführt, von wo sie die Lager 9 und 24 erreichen
kann. Auf diese Weise befinden sich alle empfindlichen Teile der Mühle unter Ueberdruck
und ein Eindringen von Staub kann verhindert werden. Das unter Ueberdruck stehende
System der Mühle wird durch geeignete Dichtungen bekannter Art isoliert.
[0023] Figur 6 zeigt eine alternative Ausführung der Kopplung zwischen Antrieb und Mahlrolle.
Anstelle der Anschlagbalken 21 und des Anschlagkörpers 23 sind hier die Mahlrolle
(nicht gezeigt) und der Antriebstisch 20 über eine gelenkig gelagerte Stange 40 verbunden.
An ihrem oberen Ende ist die Stange 40 über ein Scharniergelenk 41 mit horizontaler
Kippachse am Drehlager 24' befestigt. Dieses Drehlager ersetzt das Lager 24 der Figur
2 und erlaubt eine Drehung der Mahlrolle gegenüber der Stange 40. An ihrem unteren
Ende ist die Stange 40 über ein zweites Scharniergelenk 42 an einem unteren Drehlager
43 befestigt. Dieses Drehlager 43 ist mit dem Antriebstisch 20 verbunden. Das Drehlager
43 erlaubt es der Stange 40, radialen Bewegungen des Mahlrollenmittelpunktes zu folgen.
Die Scharniere 41 und 42 erlauben es der Stange 40, vertikale Bewegungen der Mahlrolle
auszugleichen.
[0024] Im Betrieb wird das Mahlgut durch die Oeffnung 15 eingeführt, landet auf der Mahlrollenhalterung
10 und wird von dieser seitlich abgeworfen. Es bilden sich seitliche Materialkegel
35 und das Material fällt in den Spalt 36 zwischen Mahlrolle und Mahlring. Die Umlaufgeschwindigkeit
der Mahlrolle ist so gross gewählt, dass durch den Spalt 36 fallendes Material sicher
in einem Umlauf der Mahlrolle erfasst und gemahlen wird, d.h. dass die minimale Fallzeit
durch den Spalt grösser als die Umlaufzeit der Mahlrolle ist. Das gemahlene Material
fällt sodann durch einen zylindrischen Raum 37 ausserhalb des Motors und verlässt
diesen Raum durch Bodenöffnungen (nicht gezeigt).
[0025] Eine zweite Ausführung der Mühle ergibt sich aus Figur 7. Diese Mühle hat den gleichen
Grundaufbau wie jene nach Figur 1 mit Mahlrolle 1, 2, Mahlring 3, 4, Antrieb 7 und
Kopplung 8 zwischen Antrieb 7 und Mahlrolle 1, 2. Zweck der Kopplung 8 liegt wiederum
darin, eine bezüglich der Mahlringfläche tangentiale, zur Mahlringachse senkrechte
Kraft auf die Mahlrolle 1, 2 auszuüben, so dass diese zum Umlaufen im Mahlring angetrieben
wird.
[0026] Im Gegensatz zu der Ausführung nach Fig. 1 ist hier jedoch die Mahlrolle 1, 2 nicht
direkt am Mühlenrahmen aufgehängt. Vielmehr ruht sie um ein Lager 50 drehbar über
ein Exzenterglied 55 auf einer runden Exzenterplatte 51. Die Exzenterplatte 51 liegt
ihrerseits auf einem Tisch 52 auf. Seitlich ist die Exzenterplatte 51 durch Führungen
53 gehalten und kann sich um die Exzenterachse 54 drehen.
[0027] Der Tisch 52 ruht mit einem Achsstück 56 in einem Drehlager 57, über welches er mit
einer Halterung 58 verbunden ist. Diese Halterung 58 umfasst radiale Streben 59 und
einen zylindrischen Mantel 60. Der zylindrische Mantel 60 ist fest am Mahlring 3,
4 befestigt.
[0028] Das Achsstück 56 des Tisches 52 ist ferner über eine Kardanwelle 70 mit dem Antrieb
7 verbunden. Alternativ kann der Antrieb 7 direkt an der Halterung 58 angeflanscht
werden.
[0029] Oberhalb der Mahlrolle 1, 2 ist ein Verteiltisch 62 vorgesehen, der über Radialbleche
63 mit einer frustokonischen Halterung 64 verbunden ist, die auch den Einfüllstutzen
65 trägt. Halterung 64 bildet eine Wand, die verhindert, dass Material über den äusseren
Rand des Rings 3, 4 fällt.
[0030] Im Betrieb treibt der Motor 7 über die Kardanwelle 70 den Antriebstisch 52 an. Dadurch
dreht sich dieser um die Zentralachse des Mahlrings 3, 4. Die Exzenterplatte 51 läuft
somit exzentrisch um die Zentralachse. Sie wird sich dabei in ihren Führungen 53 so
orientieren, dass das Exzenterglied 55 soweit von der Zentralachse weggeführt wird,
dass die Mahlrolle 1, 2 mit dem Mahlring 3, 4 in Kontakt kommt. Durch die Zentrifugalwirkung
wird die Mahlrolle 1, 2 gegen den Mahlring 3, 4 gedrückt und rollt auf diesem ab.
[0031] Eine dritte und zur Zeit bevorzugte Ausführung der Mühle ist schematisch in Figur
8 dargestellt. Auch diese Mühle hat den gleichen Grundaufbau wie jene gemäss Figur
1 und 7 mit Mahlrolle 1, 2, Mahlring 3, 4, Antrieb 7 und Kopplung 8 zwischen Antrieb
7 und Mahlrolle 1, 2. Zweck der Kopplung 8 liegt wiederum darin, eine bezüglich der
Mahlringfläche tangentiale Kraft auf die Mahlrolle 1, 2 auszuüben, so dass diese zum
Umlaufen im Mahlring angetrieben wird.
[0032] Wie in der Ausführung nach Figur 7 ist die Mahlrolle 1, 2 hier am Mahlring 3, 4 befestigt.
Hierzu weist die Mahlrolle ein zentrales Drehlager 50 auf, über welches sie mit dem
Rollentisch 52' verbunden ist. Rollentisch 52' und Mahlrolle 1, 2 sind koaxial gegeneinander
drehbar. Der Rollentisch 52' ruht auf drei oder vier Kardanwellen 75, von denen in
Fig. 8 nur zwei in schematischer Weise angedeutet sind. Die Kardanwellen 75 sind auf
Stützelementen 76 gelagert, welche fest mit dem äusseren Teil 4 des Mahlrings verbunden
sind. Somit bilden Mahlrolle 1, 2 und Mahlring wiederum eine dynamische Einheit mit
gemeinsamer kardanischer Aufhängung 5.
[0033] Der Motor 7 ist fest mit dem Mühlenrahmen verbunden. Auf der Motorachse 19 ruht ein
Motortisch 76. Zwischen dem Motortisch 76 und dem Rollentisch 52' befindet sich eine
Seilkupplung 77 - 79. Diese umfasst einen ersten, exzentrisch am Motortisch befestigten
Verankerungsstift 77, eine zweiten, am Rollentisch befestigten Verankerungsstift 78
und ein beweglich mit beiden Verankerungsstiften verbundenes Seil 79. Die gegenseitige
Lage der Verankerungsstifte und die Länge des Seils sind so bemessen, dass der Rollentisch
52' durch die Drehbewegung des Motortisches 76 auf einer Kreisbahn um die Mühlenachse
mitgezogen wird. Der Radius dieser Kreisbahn ist so gross, dass die Mahlrolle 1, 2
mit dem Mahlring 3, 4 sicher in Kontakt kommt und auf diesem abrollen kann.
[0034] Anstelle der Seilkupplung 77 - 79 kann auch eine der Kupplungen gemäss Fig. 5 oder
6 verwendet werden.
[0035] Ferner kann der Motor 7 auch ausserhalb der Achse der Mühle angeordnet werden, indem
Motor 7 und Kopplung 77 - 79 parallel verschoben werden. Der Radius r der Mahlrolle
beträgt im Neuzustand 35 cm, der Innenradius R des Mahlrings 40 cm. Im Betrieb nützen
sich Rolle und Ring ab, so dass im Extremfall r = 30 cm und R = 45 cm betragen kann.
[0036] Dank des Antriebs, der direkt auf die Umlaufbewegung des Mahlrollenschwerpunktes
im Mahlring wirkt, bleibt die Umlauffrequenz des Mahlrollenschwerpunkts im Mahlring
konstant, da sie der Umlauffrequenz des Antriebstisches entspricht. Somit ändert sich
auch die Andruckkraft der Rolle am Ring nur wenig in Abhängigkeit der Abnützung von
Rolle und Ring. Die Drehzahl des Antriebs beträgt im vorliegenden Beispiel 750 Umdrehungen
pro Minute.
[0037] Bei der vorliegenden Konstruktion ist also die Umlauffrequenz F des Mahlrollenschwerpunktes
im Mahlring gleich der Drehfrequenz des Antriebstisches resp. Antriebs. Die Drehfrequenz
W der Mahlrolle um sich selbst ist jedoch nicht gleich wie F resp. f, sondern hängt
stark vom Verhältnis r/R ab. Geht r/R gegen eins, so wird F/W sehr gross. Dies stört
jedoch den praktischen Betrieb nicht.
[0038] Bei den bekannten Anordnungen gemäss dem Stande der Technik, wie z.B. in WO 87/06500
beschrieben, ist im Gegensatz hierzu die Umlauffrequenz F des Mahlrollenschwerpunkts
im Mahlring durch die Formel

gegeben, wobei f die Drehzahl des Motors und der Rolle ist. Hier ist also bei grossem
Radius r der Rolle (r ungefähr gleich R) die Umlauffrequenz F des Rollenschwerpunkts
stark von der Abnutzung der Rolle und des Rings abhängig und sehr viel grösser als
die Antriebsfrequenz f. Um gleichmässige Mahlbedingungen zu erreichen, müssen deshalb
diese bekannten Mühlen mit einem regelbaren Antrieb und einer grossen Untersetzung
versehen werden, was bei grösseren Anlagen, wie sie z.B. bei der Zementherstellung
verwendet werden, erhebliche Probleme und Kosten mit sich bringt. Diese Probleme treten
bei der erfindungsgemässen Mühle nicht auf.
1. Walzmühle mit einer Mahlrolle (1,2), einer im wesentlichen zylindrischen Mahlringfläche
(16) und einem Antrieb (7,8), wobei die Mahlrolle (1,2) einen Durchmesser aufweist,
der ungefähr gleich gross wie oder grösser als der Radius der Mahlringfläche (16)
ist, und wobei zum Mahlen sich die Mahlrolle (1,2) um eine Mahlrollenachse dreht und
auf der Mahlringfläche (16) abrollt, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlrolle (1,2)
frei um die Mahlrollenachse drehbar ist und dass mittels des Antriebs (7,8) eine bezüglich
der Mahlringfläche (16) tangentiale Kraftkomponente auf die Mahlrolle (1,2) ausübbar
ist.
2. Walzmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlrolle (1,2) und die
zylindrische Mahlfläche (16) seitlich auslenkbar gelagert sind.
3. Walzmühle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlrolle derart gelagert
ist, dass die Richtung der Mahlrollenachse beim Mahlen im wesentlichen immer gleich
bleibt.
4. Walzmühle nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
Mahlrolle (1, 2) von einem Mahlrollentisch (52; 52') gehalten ist, wobei der Mahlrollentisch
(52) drehbar an einer Mahlrollentischhalterung (58; 75, 76) angeordnet ist und wobei
die Mahlrollentischhalterung (58) gegenüber der Mahlringfläche (16) ortsfest ist.
5. Walzmühle nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Mahlrollentisch (52')
zu einer Kreisbewegung um die Zentralachse des Mahlrings (3, 4) antreibbar ist.
6. Walzmühle nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie
einen fest stehenden Rahmen (11) aufweist und dass die Mahlringfläche (16) durch die
Innenseite eines Mahlringkörpers (3,4) gebildet wird, wobei der Mahlringkörper (3,4)
im wesentlichen nicht gegen den Rahmen (11) verdrehbar ist.
7. Walzmühle nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
Mahlrolle (1,2) über ein Kopplungsmittel (8) mit einer drehenden Antriebsachse (19,20)
verbunden ist, wobei die Mahlrolle (1,2) gegenüber dem Kopplungsmittel (8) drehbar
ist.
8. Walzmühle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungsmittel (8) mindestens
zwei Anschlagkörper (21,23) aufweist, von denen ein erster (21) mit der Antriebsachse
(19,20) und ein zweiter mit der Mahlrolle (1,2) verbunden ist, wobei über die Anschlagkörper
(21,23) die tangentiale Kraftkomponente übertragbar ist.
9. Walzmühle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungsmittel ein Kopplungsglied
(40) aufweist, welches über eine erste Gelenkanordnung (24', 41) mit der Mahlrolle
(1, 2) und über eine zweite Gelenkanordnung (42, 43) mit der Antriebsachse (19, 20)
verbunden ist.
10. Walzmühle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungsmittel (8) einen
Mahlrollentisch (52) aufweist, welcher drehfest aber seitlich auslenkbar mit dem Mahlring
verbunden ist und welcher auf einer Kreisbahn um die Zentralachse des Mahlrings (3,
4) antreibbar ist.
11. Walzmühle nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in
einer Ruhelage der Walzmühle die Mahlrolle (1,2) aus dem Zentrum der Mahlringfläche
ausgelenkt ist.