[0001] Die Erfindung betrifft eine Kokille zum Stranggießen von Stahlband, mit Breitseitenwänden
und Schmalseitenwänden, wobei die Breitseitenwände einen trichterförmigen Eingießbereich
aufweisen, der zu den Schmalseiten sowie in Gießrichtung auf das Format des gegossenen
Bandes reduziert ist, und die zwischen den Breitseitenwänden verstellbar angeordneten
Schmalseitenwände einander parallel gegenüberliegen.
[0002] Eine Kokille dieser Art ist durch die EP-B1 0 149 734 bekanntgeworden. Damit sich
der Strang infolge der Kokillenverengung nicht verklemmen kann, verlaufen bei dieser
bekannten Kokille die Breitseitenwände seitlich des trichterförmigen Eingießbereichs
unter Bildung eines jeweils vom Eingießbereich ausgehenden Parallelbereichs in einem
der Banddicke entsprechenden Abstand parallel bis zu der jeweiligen Schmalseitenwand.
Aufgrund dieser Gestaltung wird ein trapezförmiges Erstarren im Bereich der geneigten
Breitseitenwände vermieden, und die Strangschalenbildung im Parallelbereich kann nicht
zum Verklemmen führen. Das im Parallelbereich der Breitseitenwände mögliche Verstellen
bzw. Verschieben der Schmalseitenwände ermöglicht es, die Formatbreite des Stranges
während des Gießens zu verändern. Soll allerdings ein Strang mit größerer Dicke gegossen
werden, müssen die Schmalseitenwände ausgetauscht werden.
[0003] Eine von der gattungsgemäßen Kokille abweichende Durchlaufkokille ist durch die DE
35 01 422 C2 bekanntgeworden. Sie besitzt nämlich in Gieß- bzw. Durchlaufrichtung
konvergierende Breitseitenwände und in Gieß- bzw. Durchlaufrichtung divergierende
Schmalseitenwände. Die konvergierenden Breitseitenwände sind nach außen ausgebaucht
ausgebildet, wobei sie beim Einlaufende einen größeren Radius aufweisen als am Auslaufende.
An ihren zu den Schmalseitenwänden gerichteten Enden sind die Breitseitenwände mit
ebenen Anlageflächen ausgebildet, an denen die Schmalseitenwände mit ebenen Gegen-Anlageflächen
anliegen. Die Gestaltung der Wände dieser Durchlaufkokille ermöglicht es, während
des Gießbetriebs die Dicke des Stranges zu verändern, wozu es aber erforderlich ist,
die Schmalseitenwände vertikal, d.h. in bzw. entgegen der Gießrichtung zu verschieben.
Die bei dieser Durchlaufkokille vom Ein- zum Auslaufende keilförmige Form des Stranges
bringt es mit sich, daß unerwünschte Verformungen, insbesondere im Kantenbereich,
auftreten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Kokille so zu gestalten,
daß sich bei geschlossener Kokille die Dicke des Stranges verändern und der Strang
dennoch ohne Verformung des Schmalseiten- bzw. Kantenbereichs aus der Kokille ausziehen
läßt.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Breitseitenwände im trichterförmigen
Eingießbereich als konvexer Kreisbogenabschnitt und seitlich des trichterförmigen
Eingießbereichs mit sich nach außen, zu den Schmalseiten hin einander annähernden
Schrägflächen ausgebildet sind. Somit ist es möglich, sowohl einen Strang mit rechteckiger
Erstarrung der Strangschale an den Bandseitenkanten, d.h. im wesentlichen ohne eine
Verformung im Randbereich, wie das bei im Kantenbereich trapez- oder keilförmig erstarrenden
Strängen unvermeidlich ist, zu erzeugen, als auch die Dicke des gegossenen Stranges
bei geschlossener Kokille und damit während des Gießbetriebes zu verändern. Es brauchen
nämlich in einfacher Weise lediglich die mit korrespondierenden Schrägflächen versehenen
Breitseitenwände aufeinanderzu- bzw. voneinanderwegbewegt zu werden, beispielsweise
mittels eines Spindelantriebs.
[0006] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Schrägflächen mit in Gießrichtung
senkrecht - alternativ schräg - übereinanderliegenden Tangentpunkten an den konvexen
Kreisbogenabschnitt des Eingießbereichs angelegt sind. Hierbei ergibt sich bei der
alternativen Ausführung mit schräg übereinanderliegenden Tangentpunkten, d.h. in Gießrichtung
wird die Breite des konvexen Kreisbogenabschnitts stetig größer, ein an der Einlaufseite
der Kokille größeres Öffnungsmaß des trichterförmigen Eingießbereichs. Hierbei wird
unter dem Trichteröffnungsmaß der horizontale Abstand zwischen der Oberkante bzw.
dem Einlaufende der Kokille und dem gegenüber dem Einlaufende schmaleren Kokillenaustritt
verstanden.
[0007] Es wird vorgeschlagen, daß zwischen den Schrägflächen und dem konvexen Kreisbogenabschnitt
konkav gebogene Wandabschnitte vorgesehen sind. In diesem Fall liegt zwar in der Kokille
ein Wendepunkt vor, jedoch lassen sich bei dieser Ausführungsform kleine, zu einer
großen Trichteröffnung führende Radien erreichen, was für den erstarrenden Strang
gleichbedeutend mit einem günstigeren Verformungsverhältnis und einer kleineren Dehnung
ist.
[0008] Nach einem Vorschlag der Erfindung kann der Neigungswinkel der Schrägflächen bis
10° betragen. Es läßt sich in diesem Fall bei der bevorzugten Ausführungsform mit
unmittelbar an den konvexen Kreisbogenabschnitt angelegten Schrägflächen der Radius
für den konvexen Kreisbogenabschnitt durch Variation des Winkelmaßes der Neigung der
Schrägflächen verändern; ein größerer Neigungswinkel ermöglicht einen entsprechend
kleineren Radius und damit eine größere Trichteröffnung.
[0009] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der
nachfolgenden Beschreibung, in der in den Zeichnungen schematisch dargestellte Ausführungsbeispiele
des Gegenstandes der Erfindung näher erläutert sind. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Vorderansicht einer an den Seiten eines konvexen Kreisbogenabschnittes Schrägflächen
aufweisenden Breitseitenwand einer Stranggießkokille;
- Fig.2a 2b
- in der Draufsicht eine mit den Breitseitenwänden nach Fig. 1 und zwischen diesen angeordneten,
verstellbaren Schmalseitenwänden ausgerüstete Kokille, einmal auf die kleinste Formatbreite
und -dicke (vgl. Fig. 2a) und zum anderen auf die größte Formatbreite und -dicke (vgl.
Fig.2b)) eingestellt;
- Fig. 3
- die Vorderansicht einer entsprechend Fig. 1 gestalteten Breitseitenwand, mit demgegenüber
aber von oben nach unten schräg an den konvexen Kreisbogenabschnitt angelegten Schrägflächen;
- Fig. 4
- in der Draufsicht eine Kokille, die mit den in Fig. 3 gezeigten Breitseitenwänden
ausgerüstet ist;
- Fig. 5
- die Vorderansicht einer anderen Ausführung einer Breitseitenwand, bei der zwischen
den Schrägflächen und dem konvexen Kreisbogenabschnitt des trichterförmigen Eingießbereichs
konkav gebogene Wandabschnitte angeordnet sind; und
- Fig. 6
- in der Draufsicht eine Kokille, die mit den in Fig. 5 gezeigten Breitseitenwänden
ausgerüstet ist.
[0010] Eine in den Fig. 2a und 2b gezeigte Kokille 1 für das Gießen von insbesondere Dünnbrammen
in einer nachgeschalteten Stranggießanlage besteht aus zwei Breitseitenwänden 2 und
zwei zwischen diesen angeordneten, aufeinanderzu- bzw. voneinanderwegbewegten Schmalseitenwänden
3. Die für die Kokille eingesetzten Breitseitenwände 2 besitzen - wie in Fig. 1 dargestellt
- einen trichterförmig erweiterten Eingießbereich 4, in den ein den flüssigen Stahl
einleitendes Gießrohr 5 hineinragt. Der Eingießbereich 4 ist mit einem konvexen Kreisbogenabschnitt
6 ausgebildet, der auf einen Teil der Kokillenhöhe und -breite beschränkt ist, was
durch die innenliegenden, dick ausgezogenen Linien verdeutlicht wird.
[0011] Seitlich des trichterförmigen Eingießbereichs 4 sind an den Kreisbogenabschnitt 6
Schrägflächen 7 angesetzt, die sich von den die minimale Format breite B
min begrenzenden Linien unter einem Neigungswinkel α (vgl. die Fig. 2a und 2b) nach außen
hin erstrecken, und zwar so, daß sie sich in der Einbaulage der Breitseitenwände 2
im Bereich der Schmalseitenwände 3 einander annähern, wie in den Fig. 2a, 2b gezeigt.
In Gießrichtung 8 erstrecken sie sich über die gesamte Kokillenhöhe, d.h. von der
Trichteröffnung bis zum Kokillenaustrittsende. Unterhalb des Kreisbogenabschnitts
6 ist eine gerade Kokillenwandfläche 9 ausgebildet, deren Breite der minimalen Formatbreite
B
min entspricht. Die maximale Formatbreite ist durch B
max, und der sich für jede Seite ergebende Verstellweg mit s angegeben.
[0012] Die Formatbreite und die Dicke des mittels der Kokille 1 gegossenen Stranges lassen
sich durch Verstellen bzw. -schieben der Schmalseitenwände 3 - entweder zum Innern
des zwischen den Wänden 2, 3 der Kokille 1 eingeschlossenen Formraums oder nach außen
hin - bei geschlossener Kokille verändern. Die Schmalseitenwände 3 sind zu diesem
Zweck mit zu den Schrägflächen 7 der Breitseitenwände 2 korrespondierenden, schrägen
Gegenflächen 10 ausgebildet. Die auf die kleinste Formatbreite B
min und entsprechend die kleinste Dicke D
min eingestellte Kokille ist in Fig. 2a gezeigt. Werden die Schmalseitenwände 3 aus der
Position nach Fig. 2a in Pfeilrichtung nach außen verstellt, verändern sich entsprechend
die Formatbreite und -dicke, wobei Fig. 2b die maximale Formatbreite B
max und die größte Dicke D
max angibt, in der die Schmalseitenwände 3 bis ganz nach außen verstellt worden sind.
[0013] Der Abstand der Tangentpunkte T.P. ist durch das Abstandsmaß L - wie in Fig. 2a eingetragen
- verdeutlicht, wobei die Tangentpunkte T.P. bei dieser Ausführung in Gießrichtung
senkrecht über- bzw. untereinanderliegen und mit den seitlichen Außenbegrenzungen
des Kreisbogenabschnitts 6 der Breitseitenwand 2 zusammenfallen (vgl. Fig. 1) . Als
- auch für die anderen Ausführungsformen geltendes - Beispiel sind in Fig. 2a weiterhin
noch der Radius R für die Oberkante des trichterförmigen Eingießbereichs 4 bzw. den
konvexen Kreisbogenabschnitt 6 sowie das Trichteröffnungsmaß Y eingetragen. Das Trichteröffnungsmaß
Y läßt sich durch Änderung des Neigungswinkels α der Schrägflächen 7 beeinflussen;
der Winkel kann bis 10° betragen, und je größer er innerhalb der angegebenen Bandbreite
ausgelegt ist, desto kleiner wird der Radius R für den Eingießtrichter.
[0014] Die in Fig. 3 dargestellte Breitseitenwand 102 und die damit ausgerüstete Kokille
100 (vgl. Fig. 4) unterscheiden sich von der zuvor beschriebenen Ausführung der Breitseitenwand
2 lediglich dadurch, daß die Schrägflächenwände 7 mit in Gießrichtung 8, d.h. von
oben nach unten schräg über- bzw. untereinanderliegenden Tangentpunkten T.P. (vgl.
in Fig. 3 die den konvexen Kreisbogenabschnitt 6 in der Breite begrenzenden, durchgezogenen
Linien) ausgebildet sind. Diese Gestaltung ermöglicht ein größeres Trichteröffnungsmaß
Y.
[0015] Eine weitere - ohne das grundsätzliche Prinzip zu verlassen - Abwandlung der Gestaltung
einer Breitseitenwand 202 für eine Kokille 200 ist in den Fig. 5 und 6 dargestellt.
Hierbei sind zwischen den Schrägflächen 7 und dem konvexen Kreisbogenabschnitt 6 des
trichterförmigen Eingießbereichs 4 konkav, also entgegengesetzt zur Biegung des Kreisbogenabschnitts
6 gebogene Wandabschnitte 11 (vgl. Fig. 6) ausgebildet. Somit stellen sich zwar in
dem zwischen den Wänden der Kokille 200 eingeschlossenen Formraum Wendepunkte W.P.
ein, jedoch erlaubt es diese Gestaltung, mit kleinen Radien R eine größere Trichteröffnung
vorzusehen.
[0016] Allen Ausführungen ist gemeinsam, ohne für die einzelnen Bauweisen nach den Fig.
3 und 4 bzw. 5 und 6 darauf noch einmal näher eingehen Zu müssen, da diesbezüglich
kein Unterschied Zu der Ausführung nach den Fig. 1 und 2a, 2b vorliegt, daß bei geschlossener
Kokille 1, 100, 200 eine Formatänderung durch Verstellen der sich mit ihren Innenwandungen
parallel gegenüberliegenden Schmalseitenwände 3 ermöglicht wird, und zwar sowohl hinsichtlich
der Formatbreite als auch der -dicke. Bedingt durch die Gestaltung der Schmal- und
Breitseitenwände kommt es dabei zu keinen Verformungen im Schmalseiten- bzw. Randbereich
des in der Kokille 1, 100, 200 gegossenen Stranges.
1. Kokille zum Stranggießen von Stahlband, mit Breitseitenwänden und Schmalseitenwänden,
wobei die Breitseitenwände einen trichterförmigen Eingießbereich aufweisen, der zu
den Schmalseiten sowie in Gießrichtung auf das Format des gegossenen Bandes reduziert
ist, und die zwischen den Breitseitenwänden verstellbar angeordneten Schmalseitenwände
einander parallel gegenüberliegen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Breitseitenwände (2, 102, 202) im trichterförmigen Eingießbereich (4) als
konvexer Kreisbogenabschnitt (6) und seitlich des trichterförmigen Eingießbereichs
(4) mit sich nach außen, zu den Schmalseiten einander annähernden Schrägflächen (7)
ausgebildet sind.
2. Kokille nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß unterhalb des Kreisbogenabschnitts (6) eine gerade, einen Winkel Null aufweisende
Wandfläche (9) angeordnet ist.
3. Kokille nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schrägflächen (7) mit in Gießrichtung (8) senkrecht übereinanderliegenden
Tangentpunkten (T.P.) an den konvexen Kreisbogenabschnitt (6) des Eingießbereichs
(4) angelegt sind.
4. Kokille nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schrägflächen (7) mit in Gießrichtung (8) schräg übereinanderliegenden Tangentpunkten
(T.P.) an den konvexen Kreisbogenabschnitt (6) des Eingießbereichs (4) angelegt sind.
5. Kokille nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Schrägflächen (7) und dem konvexen Kreisbogenabschnitt (6) konkav
gebogene Wandabschnitte (11) vorgesehen sind.
6. Kokille nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Neigungswinkel ( α ) der Schrägflächen (7) bis 10° beträgt.