[0001] Die Erfindung betrifft eine Rakel entsprechend dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1. Eine solche Rakel ist bekannt aus DE 38 39 564. Bei dieser Rakel werden einzelne
Lamellen verschiedenen Durchmessers abwechselnd nebeneinander auf einem Trägerstab
befestigt. Durch diesen Aufbau erhält man einen Rakelstab, der im wesentlichen bekannten
Rakelstäben mit Umfangsrillen entspricht. Die Anwendung erfolgt dabei mit einem Antrieb,
der den Rakelstab gegensinnig oder auch gleichsinnig zur Bahnlaufrichtung bzw. Laufrichtung
der zu beschichtenden Oberfläche antreibt.
[0002] Diese Rakelstäbe unterliegen natürlich einem erheblichen Verschleiß, so daß man die
Lamellen größeren Durchmessers aus einem härteren Material herstellt.
[0003] Andererseits gibt es Rakel in Form von Streichblättern (Blattfedern), die durch Einstellmittel
in ihrer Anpreßkraft und dem Anstellwinkel an die Bahn bzw. die zu beschichtende Oberfläche
eingestellt werden können.
[0004] Beide Rakelelemente unterliegen wie gesagt dem Verschleiß und müssen öfter ausgetauscht
werden, wobei der Rollrakelstab relativ teuer ist.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine hinsichtlich Einstellung variable Rakel zu
bilden, deren Austausch relativ einfach erfolgen kann und die auch relativ preisgünstig
ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des
Patentanspruchs 1 gelöst.
[0007] Durch den erfindungsgemäß aufgebauten Rakelstab ist die übliche volumetrische Dosiermöglichkeit
wie beim gerillten Rakelstab weiterhin gegeben. Als großer Vorteil kommt hinzu, daß
man während des Betriebes die Konfiguration verändern und somit z.B. die Dosiermenge
variieren kann. Der Austausch abgenutzter Rakelstäbe kann einfach durch Auswechseln
der Rakellamellen erfolgen.
[0008] Nachfolgend wird die Erfindung anhand des in den Figuren dargestellten Beispiels
erläutert, wobei Figur 1 einen Querschnitt und Figur 2 eine Teilansicht des Rakelträgers
darstellen.
[0009] In einem Rakelhalter 4 ist ein Träger 2 gehalten, der im wesentlichen eine lange
Platte ist, wobei die Länge ja in der üblichen Weise entsprechend der Breite der Papierbahn
ausgebildet ist. Er weist einzelne Schlitze 8 auf, in denen Lamellen 1 geführt sind,
die relativ dünn und leicht verformbar sind, was hier durch einen Druckschlauch 6
erfolgt. Dieser drückt über ein Anpreßstück 7 auf die einzelnen Lamellen, wobei es
im wesentlichen mittig an diesen angreift. Die Lamellen 1 sind konvex gewölbt, ragen
in ihrem mittleren Bereich aus den Schlitzen 8 heraus und liegen an der Bahn W an.
Dies könnte auch eine zu beschichtende Walze sein, welche an anderer Stelle von der
zu beschichtenden Bahn umschlungen ist, oder die über einen mit einer weiteren Walze
gebildeten Preßspalt die Beschichtungsmasse auf die Bahn drückt. Die der Bahn W zugewandte
Oberfläche des Trägers 2 kann auch eine leichte Krümmung, zumindest in dem Bereich,
wo die Lamellen 1 aus den Schlitzen 8 herausragen, aufweisen.
[0010] Der Krümmungsradius der Lamellen im Betrieb, und zwar deren der Bahn W zugewandte
Fläche, kann zwischen minimal 12, allgemein 25 und 200 mm liegen, um den praktischen
Bedürfnissen zu entsprechen. Ebenso kann die Krümmung des Trägers 2 an dieser Seite
zwischen 100 und 400 mm betragen, wobei mit Krümmung der Radius R1 bzw. R2 gemeint
ist. Die der Bahn W zugewandte Fläche des Trägers 2 kann natürlich auch im Bereich
der Lamellen eben sein. Das Anpreßstück weist einen Vorsprung 9 auf, mittels dem es
in eine Nut 5 der Rakellamellen 1 eingreift.
[0011] Man kann die Lamellen aus hochverschleißfestem Material, z.B. aus einem Karbid oder
einem Oxid herstellen. Man erkennt aus Figur 2 die zwischen den Lamellen 1 gebildeten
Rillen oder Dosierkanäle 12, die zur volumetrischen Dosierung der Streichmasse dienen.
Die Rillenstärke (der Zwischenräume oder Dosierkanäle 12) liegt etwa zwischen 0,1
und 0,6 mm hinsichtlich der Breite und zwischen 0,1 und 0,3 mm hinsichtlich der maximalen
Höhe. Diese Werte können aber auch noch erheblich überschritten - z.B. bis mehr als
1 mm Breite - oder auch etwas unterschritten werden - z.B. bis 0,05 mm -. Diese Werte
sind nach den praktischen Erfordernissen zu bemessen.
[0012] Anstatt des Druckschlauches 6 könnte auch eine Druckkammer hinter den Lamellen 1
und dem Träger 2 vorgesehen sein. Die Lamellen können aus dünnem Blech gebildet sein.
Die Lamellen können im Prinzip gerade sein und werden durch den Druckschlauch 6 bzw.
durch den Innendruck im Halter 4 verformt.
1. Rakel, insbesondere zum Streichen von Papier oder Karton, mit einer Längsachse und
Dosierrillen (Dosierkanäle 12), die sich quer zur Längsachse erstrecken, das einzelne,
aneinander gereihte, durch eine Vorrichtung zusammengehaltene Einzelelemente (1) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß ein länglicher, in einem Halter (4) fixierbarer Träger
(2) vorgesehen ist, der entsprechend der Rillenverlaufsrichtung Schlitze (8) aufweist,
in denen dünne Lamellen (1) fixierbar sind, um die Rillen (Dosierkanäle 12) durch
die Zwischenräume zwischen ihnen zu bilden, und daß die Lamellen (1) eine gewölbte
Form haben oder erhalten, um mit ihrer konvexen Seite die Anlagefläche an der zu beschichtenden
Oberfläche (Bahn oder diese führenden Walze) zu bilden.
2. Rakel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (2) eine konvexe Wölbung
zumindest in seinem mittleren Bereich, wo im wesentlichen die Lamellen (1) aus den
Schlitzen (8) herausragen, vorgesehen ist.
3. Rakel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wölbung der Lamellen
(1) mit einem Radius zwischen 0 und 200 mm gebildet ist.
4. Rakel nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wölbung des Trägers
(2) mit einem Radius zwischen 100 und ∞, vorzugsweise zwischen 100 und 400 mm gebildet
ist.
5. Rakel nach einem der Ansprüche 1-4, gekennzeichnet durch ein Anpreßstück (7) zum Führen
bzw. Halten und Anpressen der Lamellen (1) an die zu beschichtende Oberfläche.
6. Rakel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßstück (7) an den Lamellen
mittig, d.h. im Mittelbereich der Wölbung angreift.
7. Rakel nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Druckschlauch
(6) im Halter (4) vorgesehen ist, der auf das Anpreßstück zum Anpressen der Lamellen
(1) an die zu beschichtende Oberfläche einwirkt.