[0001] Die Erfindung betrifft ein Getriebe zum Umsetzen einer Drehbewegung in eine zwangsgeführte
lineare Hin- und Herbewegung rechtwinklig zur Drehachse, insbesondere zum Sperren
und Entsperren eines Lenkschlosses eines Kraftfahrzeuges, mit einer verschieblich
gelagerten Führungskulisse mit einer Langöffnung, in der ein Rotor mit seitlichen
Flügeln angeordnet ist, wobei die Flügel an Führungsflächen der Kulisse anliegen.
[0002] Um die Lenksäule eines Kraftfahrzeuges zu ver- bzw. zu entriegeln, ist es bekannt,
mit der Drehbewegung des Zündschlüssels im Schloß die Verriegelungsorgane in die Riegelstellung
hinein- und aus dieser heraus zu bewegen. Die Umsetzung dieser Drehbewegung in eine
lineare Hin- und Herbewegung geschieht bei einem bekannten Getriebe für das Sperren
und Entsperren von Lenkschlössern in Kraftfahrzeugen (FR-Anmeldung 92 06124 vom 20.
05. 1992) mittels einer verschieblich gelagerten Führungskulisse, in der ein Rotor
mit seitlichen Flügeln angeordnet ist. Die Führungskulisse besitzt Führungsflächen,
an denen die Flügel anliegen und die die lineare Hin- und Herbewegung begrenzen.
[0003] Die Führungskulisse eines solchen Getriebes neigt dazu, in ihrer Freigabestellung
stehen zu bleiben oder schwergängig zu werden, weil einerseits nur die beiden sich
gegenüberliegenden Flügel des Rotors die Kulisse zwangsführen und andererseits sich
dickes Fett, Schmutz und Wasser, im Winter Eis, im Langloch der Kulisse ablagern kann.
[0004] Zudem kann beim Drehen des Zündschlüssels nur eine Kraft in Richtung der Führungsflächen
von den Flügeln des Rotors auf die verschiebbare Kulisse übertragen werden.
[0005] Um einen Bruch von Kulisse oder Rotor zu vermeiden, müssen beide Teile gewisse Mindestabmessungen
aufweisen, was ein hohes Gewicht und einen erheblichen Materialaufwand bedeutet. Dies
widerspricht dem angestrebten Ziel der Leichtbauweise in der Automobiltechnik.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Getriebe der eingangs genannten
Art so zu gestalten, daß Teile kleinerer Abmessungen und kompakterer Bauweise für
das Getriebe zum Einsatz kommen und die Führungskulisse in beiden Richtungen zwangsgeführt
ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Rotor zusätzlich zu den
Flügeln einen mittig zu diesen angeordneten Nocken aufweist, dem mindestens auch eine
Führungsfläche der Kulisse zugeordnet ist, wobei wenigstens einer der Flügel und der
Nocken stets an ihren Führungsflächen anliegen oder diesen nahe sind.
[0008] Ein solches Getriebe ermöglicht die Zwangsführung der Führungskulisse in beiden Richtungen.
Dabei sind der Nocken und die Flügel nahe der Drehachse am Rotor angeordnet, so daß
große Kräfte durch die Flügel und den Nocken in beiden Richtungen auf die Führungskulisse
übertragen und werden können.
[0009] Das erfindungsgemäße Getriebe besitzt bei einfacher und kompakter Bauweise eine große
Sicherheit und hohe Lebensdauer und vermeidet die bei den heute zum Einsatz kommenden
Getrieben beschriebenen Nachteile.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die für den Nocken vorgesehene
Führungsfläche der Kulisse zahnförmig.
[0011] Auch können die für den Nocken vorgesehenen Führungsflächen gekrümmt sein und in
einem stumpfen Winkel aneinanderstoßen. Von Vorteil ist es auch, wenn die für den
Nocken vorgesehenen Führungsflächen konkav gekrümmt sind.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Nocken zahnförmig
ausgebildet. Die zahnförmige Ausführungsform des Nockens und der korrespondierenden
Führungsflächen ermöglicht eine bei unterschiedlichen Verdrehwinkeln gute Kraftübertragung
vom Nocken auf die Führungsflächen.
[0013] Eine ebenfalls bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Getriebes besteht
darin, daß die Flügel und der Nocken einstückig mit dem Rotor verbunden sind.
[0014] In besonderer weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die beiden für die Flügel
vorgesehenen Führungsflächen an der Führungskulisse zueinander in annähernd gleicher
Höhe etwa in Flügelbreitenabstand unterhalb der Drehachse angeordnet.
[0015] Weitere Vorteile, Einzelheiten und erfindungswesentliche Merkmale ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen.
[0016] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine räumliche Darstellung des Getriebes,
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung durch das zusammengebaute Getriebe mit im Uhrzeigersinn gedrehtem
Rotor und
- Fig. 3
- eine weitere Schnittdarstellung mit Rotor in Freistellung.
[0017] Das Getriebe weist einen Aufnahmekörper 1 auf, der eine Buchse 2 aufnimmt. In dieser
Buchse 2 ist eine Führungskulisse 3 quer zur Drehachse C eines Rotors 5 verschieblich
gelagert. Der Rotor 5 liegt mit seiner Drehachse koaxial zu dem Zylinderkern des Lenkschlosses
eines Kraftfahrzeuges und ist an dem inneren Ende des Zylinderkernes befestigt, insbesondere
angekuppelt. Die Führungskulisse 3 besitzt eine Langöffnung 4, in der der Rotor 5
um die Drehachse C hin- und herdrehbar ist. Der Rotor 5 hat zwei seitlich angeformte
Flügel 6 und einen mittig zu diesen Flügeln angeformten zahnförmigen Nocken 8. Mittig
im Rotor 5 befindet sich eine Öffnung 7, in die das Schloß einsetzbar ist. Flügel
6, Nocken 8 und Rotor 5 sind massiv und einstückig miteinander verbunden.
[0018] Die Langöffnung 4 der Kulisse 3 ist abschnittsweise umgrenzt von Ansätzen 9 bzw.
10 mit Führungsflächen 11 bzw. 12, die jeweils dem Nocken 8 bzw. einem der Flügel
6 zugeordnet sind.
[0019] Die beiden Führungsflächen 11 für den Nocken 8 sind leicht konkav gekrümmt, stoßen
in einem stumpfen Winkel aneinander und bilden einen gegen den Nocken 8 gerichteten
Zahn 13. Dagegen befindet sich je eine der für die beiden Flügel 6 vorgesehenen Führungsflächen
12 an jeweils einer Seite der Kulisse 3 zueinander in annähernd gleicher Höhe etwa
in Flügelbreitenabstand B unterhalb der Drehachse C des Rotors 5.
[0020] Wird der Rotor 5 aus seiner Freilaufstellung um seine Drehachse C, beispielsweise
wie in Fig. 2 gedreht, bewegt sich der Nocken 8 entlang der Führungsfläche 11 und
drückt auf die Führungsfläche 12 der Kulisse 3, so daß die Kulisse 3 eine lineare
Bewegung in Drehrichtung ausführt. Bewegt man den Rotor 5 dagegen in die Freilaufstellung
zurück, gleitet der Nocken 8 erneut auf der Führungsfläche 11 und bewegt die Kulisse
3 wiederum linear in Drehrichtung des Rotors 5. Je nach Drehrichtung des Rotors 5
wird die Drehbewegung in eine lineare Hin- und Herbewegung der Kulisse 3 umgesetzt,
so daß das Lenkschloß gesperrt oder entsperrt werden kann.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0021]
- 1
- Aufnahmekörper
- 2
- Buchse
- 3
- Führungskulisse
- 4
- Langöffnung
- 5
- Rotor
- 6
- Flügel
- 7
- Öffnung
- 8
- Nocken
- 9
- Ansätze für Führungsfläche Flügel
- 10
- Ansatz für Führungsflächen Nocken
- 11
- Führungsflächen Nocken
- 12
- Führungsflächen Flügel
- 13
- Zahn
- B
- Flügelbreitenabstand
- C
- Drehachse
1. Getriebe zum Umsetzen einer Drehbewegung in eine zwangsgeführte lineare Hin- und Herbewegung
rechtwinklig zur Drehachse, insbesondere zum Sperren und Entsperren eines Lenkschlosses
eines Kraftfahrzeuges, mit einer verschieblich gelagerten Führungskulisse (3) mit
einer Langöffnung (4), in der ein Rotor (5) mit seitlichen Flügeln (6) angeordnet
ist, wobei die Flügel an Führungsflächen (12) der Kulisse anliegen,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rotor (5) zusätzlich zu den Flügeln (6) einen mittig zu diesem angeordneten
Nocken (8) aufweist, dem mindestens auch eine Führungsfläche (11) der Kulisse zugeordnet
ist, wobei wenigstens einer der Flügel (6) und der Nocken (8) stets an ihren Führungsflächen
anliegen oder diesen nahe sind.
2. Getriebe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die für den Nocken (8) vorgesehene Führungsfläche (11) der Kulisse (3) zahnförmig
ist.
3. Getriebe nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß für den Nocken (8) zwei Führungsflächen (11) vorgesehen sind, die gekrümmt sind
in einem stumpfen Winkel aneinanderstoßen.
4. Getriebe nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die für den Nocken (8) vorgesehenen Führungsflächen (11) konkav gekrümmt sind.
5. Getriebe nach Anspruch 1 ,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Nocken (8) zahnförmig ist.
6. Getriebe nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß Flügel (6) und Nocken (8) einstückig mit dem Rotor (5) verbunden sind.
7. Getriebe nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden für die Flügel (6) vorgesehenen Führungsflächen (12) an der Führungskulisse
(3) zueinander in annähernd gleicher Höhe etwa in Flügelbreitenabstand (B) unterhalb
der Drehachse (C) angeordnet sind.