[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Beaufschlagung eines Raumes mit einem
variablen Luftvolumenstrom, bestehend aus einer um eine Achse schwenkbar in einem
Gehäuse gelagerten Klappe. An dieser ist im Bereich der Achse ein Tragarm befestigt,
der mit einem verschiebbaren Gewicht bestückt oder an eine verstellbare Feder angeschlossen
ist.
[0002] Aus dem G 81 21 352.2 U1 ist eine derartige, als Druckminderer für Luftführungskanäle
ausgebildete Vorrichtung bekannt, der ein Volumenstromregler nachgeschaltet ist. Damit
der Druckminderer auch bei variablen Volumenströmen einen annähernd konstanten Differenzdruck
erzeugt, ist die Fläche der Drosselklappe kleiner als der zugeordnete Strömungsquerschnitt
im Gehäuse, wobei auf der Drosselklappe ein in seiner relativen Lage zu dieser verstellbares
Gewicht angeordnet ist. Durch die unterschiedliche Wirkung der Strömungskräfte auf
die zu beiden Seiten der Schwenkachse befindlichen Flächenabschnitte der Drosselklappe
einerseits und durch das Gewicht andererseits sollen Rückführmomente entstehen, die
zur Erzeugung eines auch bei variablen Volumenströmen annäherend konstanten Differenzdruckes
führen. Außerdem sollen mit dieser Ausbildung Flatter- und Schwingungsbewegungen der
Drosselklappe unterdrückt werden.
[0003] Aus energetischen Gründen kann im Teillastbereich bei der Beaufschlagung eines Raumes
mit variablen Volumenströmen deren erhebliche Reduzierung erforderlich sein. Vielfach
werden dabei die Einsatzgrenzen der verschiedenen Bauarten von Luftdurchlässen verlassen.
Um die Einsatzgrenzen zu erweitern, ist es allgemein bekannt, entweder einen Teil
der Durchlässe oder Teillängen von Lineardurchlässen mittels motorisch betätigter
Schließklappen oder Schieber abzusperren und dadurch die unabgesperrten übrigen Durchlässe
bzw. Teillängen mit einem ausreichend großen Volumenstrom zu beaufschlagen. Während
einerseits die Einsatzgrenze eines Luftdurchlasses von dem minimal notwendigen Impuls
der Luft am Austrittsquerschnitt des Luftdurchlasses bestimmt ist, wird andererseits
die Einsatzgrenze eines Luftdurchlasses dadurch bestimmt, daß ein zu hoher Impuls
der Luft am Austrittsquerschnitt den Komfort beeinträchtigt, indem zu hohe Raumluftgeschwindigkeiten,
Temperaturunterschiede und Geräusche auftreten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen
Art so auszubilden, daß sich damit bei unterschiedlichen Volumenströmen die Luftdurchlässe
je nach dem in einem Kanalsystem herrschenden Druck einzeln oder gruppenweise vollständig
oder insbesondere bei Lineardurchlässen auch teilweise aktivieren bzw. inaktivieren
lassen, wobei aufwendige, die Austrittsquerschnitte der Luftdurchlässe verändernde
Einzeleinrichtungen entbehrlich sind.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird von einer Vorrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs
1 genannten Art ausgegangen, welche erfindungsgemäß die in seinem kennzeichnenden
Teil angegebenen Merkmale aufweist.
[0006] Durch die erfindungsgemäße zusätzliche Schwenkbarkeit des Tragarms um einen spitzen
Winkel φ ₁ übernimmt die Vorrichtung eine Schaltfunktion, indem die Klappe bei Unter-
oder Überschreiten eines minimalen bzw. maximalen Kanaldrucks spontan selbsttätig
in die Schließ- oder Offenstellung überführt wird, ohne dabei in einer Zwischenstellung
zu verharren. Aufgrund ihrer Regelkennlinie wird die Klappe in Abhängigkeit vom Kanalvordruck
jeweils sicher in eine ihrer beiden Endstellungen überführt und darin gehalten.
[0007] Einzelne oder eine Gruppe von Luftdurchlässen, denen eine erfindungsgemäße Vorrichtung
vorgeschaltet ist, werden im Teillastbetrieb beim Unterschreiten eines minimalen Druckes
Δ
pmin durch die Klappe spontan von der Luftzufuhr abgeschnitten. Beim Überschreiten eines
maximalen Druckes Δ
pmax wird die Klappe dagegen spontan geöffnet, wodurch sämtliche Luftdurchlässe mit Luft
beaufschlagt werden, infolgedessen der Kanaldruck abfällt.
[0008] Bei einem linearen Luftdurchlaß kann dieser durch Integration der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in zwei gleiche oder ungleiche Teillängen unterteilt werden. Dabei befindet
sich im normalen Einsatzbereich bei Δ
pmin < Δ
p < Δ
pmax die Klappe in Offenstellung, so daß beide Teillängen des linearen Luftauslasses beaufschlagt
werden. Sinkt der Druck unterhalb des Druckes im normalen Einsatzbereich bei Δ
p < Δ
pmin, schwenkt die Klappe in Schließstellung, wodurch infolge der Teilbeaufschlagung des
linearen Luftdurchlasses der Druck im Kanal ansteigt und sich der Strahlimpuls erhöht.
Die Klappe bleibt sodann innerhalb der Druckgrenzen Δ
pmin < Δ
p < Δ
pmax in Schließstellung. Wird bei einer Teilbeaufschlagung Δ
p > Δ
pmax, schwenkt die Klappe in Offenstellung, wodurch der Druck aufgrund der Gesamtbeaufschlagung
des linearen Luftdurchlasses erneut sinkt und folglich der Strahlimpuls reduziert
wird. Die Klappe bleibt sodann innerhalb der Druckgrenzen Δ
pmin < Δ
p < Δ
pmax in Offenstellung.
[0009] Aufgrund der Kennlinie gelangt die Klappe bei entsprechenden Differenzdrücken selbsttätig
aus der Offenstellung in die Schließstellung und aus der Schließstellung in die Offenstellung.
Je nach konstruktiver Ausgestaltung, insbesondere hinsichtlich des Winkels zwischen
Tragarm und Klappe sowie der Position des Gewichts oder des Federangriffspunktes zur
Achse schwenkt die Klappe bei einem Differenzdruck Δ
pmax in die Offenstellung. Die zusätzliche Schwenkbewegung des Tragarms um den Winkel
φ ₁ beschleunigt die Schwenkbewegung der Klappe und verhindert unerwünschte Beharrungszustände
in Klappenzwischenstellungen.
[0010] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist der an der Klappe gelenkig befestigte
Tragarm um die Achse der Klappe oder um eine in einem Abstand zur Achse der Klappe
angeordnete Achse schwenkbar.
[0011] Durch die Schwenkbarkeit des Tragarms um eine in einem Abstand zur Achse der Klappe
angeordnete Achse durchläuft die Kräftewirklinie zwar unverändert den Tragarmdrehpunkt
und ermöglicht damit ein Umklappen des Tragarms um den Winkel φ ₁ , die Kräftewirklinie
durchläuft jedoch nicht den Klappendrehpunkt und stellt dadurch ein zusätzliches Moment
zum Überführen der Klappe in ihre Endstellungen sicher.
[0012] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung unterteilt die Achse, um welche die
Klappe schwenkbar ist, diese in einen kleineren und in einen größeren Klappenabschnitt.
[0013] Diese Unterteilung ergibt aufgrund des Differenzdrucks ein um die Achse im Öffnungsdrehsinn
wirkendes Moment, dem sich ein im Schließdrehsinn wirkendes Moment durch aus dem Gewicht
oder der Feder resultierenden Kräften entgegensetzt.
[0014] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist ein äußerer Randstreifen des
unteren Klappenabschnitts abgewinkelt und in einem größeren Winkel zur Strömungsrichtung
geneigt ausgerichtet als die Klappe im übrigen.
[0015] Der abgewinkelte Klappenabschnitt ermöglicht die Ausnutzung der aufgrund der Strömung
auf die Klappe wirkenden Impulskräfte, wodurch ein vergrößertes Moment im Öffnungsdrehsinn
entsteht.
[0016] Der abgewinkelte Randstreifen der Klappe weist in deren Schließstellung vorzugsweise
senkrecht zur Strömungsrichtung, so daß die Abwinklung der Klappe entsprechend der
in ihrer Offenstellung erwünschten Wirkung der Impulskräfte ausgebildet ist.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist im Gehäuse ein den Strömungsquerschnitt
verengendes Leitblech befestigt, durch dessen Anordnung die Schwenkbewegung der Klappe
aus der Schließstellung beschleunigbar ist.
[0018] Das Leitblech bewirkt eine Strömungsbeeinflussung und damit eine Phasenverschiebung
der Kennlinie, so daß dadurch eine Winkelbeschleunigung der Klappe erreicht wird.
[0019] Schließlich sieht eine Ausgestaltung der Erfindung noch vor, daß die Klappe mit einem
ausschließlich in Schließrichtung wirkenden, gleichfalls verschiebbaren Zusatzgewicht
unmittelbar versehen ist.
[0020] Die Anordnung des Zusatzgewichts ermöglicht eine Veränderung der Höhe des Differenzdrucks,
ab dem die Klappe aus der Schließ- in die Offenstellung geschwenkt wird, ohne dazu
die Grundeinstellung im Tragarmbereich verändern zu müssen.
[0021] In der Zeichnung sind drei Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
schematisch in einem Schnitt dargestellt. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Ausbildung, bei welcher ein an einer Klappe gelenkig befestigter Tragarm unmittelbar
auf der Klappenachse schwenkbar ist;
- Fig. 2
- eine Ausbildung, bei welcher ein an einer Klappe gelenkig befestigter Tragarm um eine
in einem Abstand zur Klappenachse angeordnete Achse schwenkbar ist;
- Fig. 3
- eine Ausbildung gemäß Fig. 2, wobei jedoch am Tragarm anstelle eines Gewichts eine
Feder angreift.
[0022] Die Vorrichtung besteht aus einem abgebrochen dargestellten Gehäuse 1 in Form eines
im Querschnitt rechteckförmigen Kanals, der in Richtung eines Pfeils 2 mit einem Volumenstrom
beaufschlagbar ist.
[0023] Im Gehäuse 1 ist auf einer dieses durchquerenden Achse 3 eine Klappe 4 schwenkbar
gelagert. Die Achse 3 ist entsprechend der gewünschten Kennlinie außermittig angeordnet
und unterteilt die Klappe 4 in einen oberen kleineren und einen unteren größeren Klappenabschnitt.
[0024] Die in Schließstellung dargestellte und dabei in einem Winkel von 45 ° zur Horizontalen
ausgerichtete Klappe 4 ist um einen Winkel φ von etwa 45 ° in die strichpunktiert
angedeutete horizontale Offenstellung schwenkbar. Ein unterer Randstreifen 5 der Klappe
4 ist so um 45 ° nach unten abgewinkelt, daß er in Schließstellung der Klappe 4 rechtwinklig
zur Horizontalen ausgerichtet ist.
[0025] Ein den Strömungsquerschnitt des Gehäuses 1 geringfügig verengendes Leitblech 6 ist
bezogen auf die Schließstellung der Klappe 4 in Strömungsrichtung so hinter dem Randstreifen
5 angeordnet, daß erst nach einer den Öffnungsvorgang einleitenden Teilverschwenkung
der Klappe 4 eine Freigabe des Strömungsquerschnittes erfolgt.
[0026] Gemäß der in Fig. 1 dargestellten Ausbildung ist abströmseitig an die Klappe 4 ein
Tragarm 7 angelenkt, der wie die Klappe 4 synchron mit dieser über einen Winkel φ
um die Achse 3 schwenkbar ist. Der mit einem verschiebbaren Gewicht 8 bestückte Tragarm
7 ist jedoch so an die Klappe 4 angelenkt, daß der Tragarm 7 unabhängig von der Klappe
4 zusätzlich um einen spitzen Winkel φ ₁ schwenkbar ist. Der Schwenkbereich des Tragarmes
7 erstreckt sich somit über einen Gesamtwinkel φ + φ ₁.
[0027] Dem unteren größeren Klappenabschnitt ist ein Zusatzgewicht 9 gleichfalls verschiebbar
zugeordnet, das abweichend vom Gewicht 8 auf die Klappe 4 ausschließlich eine Schließkraft
ausübt, während das Gewicht 8 je nach der Position des Tragarmes 7 auf die Klappe
4 schließend oder öffnend wirkt. Die in ihrem Abstand zur Achse 3 verlagerbaren Gewichte
8 und 9 sind um den Winkel φ ₀ entsprechend der gewünschten Kennlinie phasenverschoben
angeordnet.
[0028] Bei geöffneter Klappe 4 ist der Strömungsquerschnitt des Gehäuses 1 freigegeben,
so daß in Strömungsrichtung hinter der Vorrichtung angeordnete, nicht dargestellte
Luftdurchlässe mit Luft hinreichend beaufschlagt werden. Aufgrund der Formgebung der
Klappe 4 und des Zusammenwirkens der phasenverschobenen Gewichte 8 und 9 wird die
Klappe 4 beim Überschreiten eines Δ
pmax spontan vollständig geöffnet und verbleibt bis zur Unterschreitung eines Δ
pmin in Offenstellung. Bei der Unterschreitung von Δ
pmin wird die Klappe 4 ebenso spontan in die Schließstellung überführt und darin gehalten,
bis Δ
pmax überschritten wird.
[0029] Gegenüber der Ausbildung gemäß Fig. 1 unterscheidet sich die in Fig. 2 dargestellte
Ausführung im wesentlichen dadurch, daß der Tragarm 7' um eine Achse 10 schwenkbar
ist, die dem unteren Klappenabschnitt in einem Abstand zur Achse 3 zugeordnet ist.
Bei diesem Ausführungsbeispiel werden die Funktionen der Gewichte 8 und 9 aus dem
Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 vom Gewicht 8 allein übernommen.
[0030] Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform ist an einem Festpunkt 11 des Gehäuses
1 das eine Ende einer vorgespannten Zugfeder 12 angeschlossen, deren anderes Ende
am Tragarm 7'' an einem Anschlußpunkt 13 angreift. Der Festpunkt 11 und der Anschlußpunkt
13 definieren mit der Achse 10, um die der Tragarm 7'' schwenkbar ist, in beiden Endpositionen
der Klappe 4 ein spitzwinkliges Dreieck, so daß die Zugfeder 12 unter erhöhter Vorspannung
über eine Totpunktlage des Tragarmes 7'' diesen in Öffnungsrichtung bzw. Schließrichtung
der Klappe 4 verschwenkt.
1. Vorrichtung zum Beaufschlagen eines Raumes mit einem variablen Volumenstrom, bestehend
aus einer um eine Achse schwenkbar in einem Gehäuse gelagerten Klappe, an welche im
Bereich der Achse ein Tragarm befestigt ist, der mit einem verschiebbaren Gewicht
bestückt oder an einer verstellbaren Feder angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Tragarm (7) zusätzlich zu einem spitzen Winkel φ, um den die Klappe (4) zwischen
den beiden, die Schließ- bzw. Offenstellung definierenden Endstellungen schwenkbar
ist, um einen spitzen Winkel φ ₁ schwenkbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der an der Klappe (4) gelenkig
befestigte Tragarm (7) um die Achse (3) der Klappe (4) oder um eine in einem Abstand
zur Achse (3) der Klappe (4) angeordnete Achse (10) schwenkbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (3), um
welche die Klappe (4) schwenkbar ist, diese in einen kleineren und in einen größeren
Klappenabschnitt unterteilt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein äußerer
Randstreifen (5) des größeren Klappenabschnittes abgewinkelt und in einem größeren
Winkel zur Strömungsrichtung geneigt ausgerichtet ist als die Klappe (4) im übrigen.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in Schließstellung
der Klappe (4) der abgewinkelte Randstreifen (5) senkrecht zur Strömungsrichtung weist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Gehäuse
(1) ein den Strömungsquerschnitt verengendes Leitblech (6) befestigt ist, durch dessen
Anordnung die Schwenkbewegung der Klappe (4) aus der Schließstellung beschleunigbar
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Klappe
(4) mit einem ausschließlich in Schließrichtung wirkenden, gleichfalls verschiebbaren
Zusatzgewicht (9) unmittelbar versehen ist.