(19)
(11) EP 0 659 652 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.06.1995  Patentblatt  1995/26

(21) Anmeldenummer: 93120767.4

(22) Anmeldetag:  23.12.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B65D 25/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR LI NL

(71) Anmelder: DEUTSCHE AMPHIBOLIN-WERKE VON ROBERT MURJAHN GmbH + Co. KG
D-64372 Ober-Ramstadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Bagda, Engin Dr.
    64297 Darmstadt (DE)
  • Ackermann, Hermann
    64372 Ober-Ramstadt (DE)
  • Günter, Bernd
    64665 Alsbach-Hähnlein (DE)
  • Bittner, Karl-Heinz
    64372 Ober-Ramstadt (DE)

(74) Vertreter: Pfenning, Meinig & Partner 
Mozartstrasse 17
80336 München
80336 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Behälter mit Deckel für die wiederholbare Aufnahme von flüssigen Beschichtungsmaterialien


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf einen Behälter mit Deckel (8) für die wiederholbare Aufnahme, den Transport und die Entnahme von flüssigen Beschichtungsmaterialien, wie Dispersionsfarben od.dgl. Der Behälter besteht aus einem tragenden Aufbau aus Metall, einer an der Innenfläche des Behälters lösbar haftenden, gegenüber dem bestimmungsgemäßen Behälterinhalt inerten und beliebig erneuerbaren Schutzschicht sowie einer Außenbeschichtung. Außen- und Innenbeschichtung sind in ihrer Stärke und Stoffzussammensetzung unterschiedlich. Der Boden des Behälters besteht aus verschiedenen unterschiedlich abgeschrägten Teilabschnitten (6,7,2,3), die durch Schweißen untereinander und mit den Behälterwandungen (1) verbunden sind, wobei das Auslaßventil (10) des Behälters außerhalb des Behältervolumens, jedoch innerhalb der Behälterabmessung angeordnet ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Behälter mit Deckel für die wiederholbare Aufnahme, den Transport und die Entnahme von flüssigen Beschichtungsmaterialien wie Dispersionsfarben od.dgl., bestehend aus einem tragenden Behälteraufbau aus Kunststoff und/oder Metall und einer an der Innenfläche der Behälterwandung lösbar haftenden, gegenüber dem bestimmungsgemäßen Behälterinhalt inerten und beliebig erneuerbaren Schutzschicht. Derartige Behälter sind bereits bekannt (DE 42 09 042 C1).

    [0002] Das steigende Umweltbewußtsein wie auch die sich erheblich verschärfenden Probleme bei der Entsorgung von Verpackungsmaterial zwingt Hersteller und Vertreiber von nicht nur umweltproblematischen Produkten, wie gefährlichen Chemikalien, sondern selbst umweltfreundlicher Güter dazu, diese nicht mehr wie bisher in Einwegverpackungen in den Handel zu bringen, sondern vielmehr in Mehrwegbehältern, an die dann jedoch bezüglich ihrer Wiederverwendbarkeit besondere Anforderungen zu stellen sind. Flüssige Medien wie beispielsweise Farben aller Art wurden bisher und werden vorwiegend in Kunststoffeimern, Metallkanistern od.dgl. in den Handel gebracht, wobei derartige Verpackungen - nach dem Aufbrauchen des Behälterinhaltes wertlos geworden - als üblicher Industriegütermüll einen hierfür vorgeschriebenen Entsorgungsweg nehmen, der meist auf besonderen Deponien endet.

    [0003] Der aus den allgemein bekannten Gründen täglich zwingender werdende Übergang von Einwegbehältern auf Mehrwegbehälter bringt neue Probleme. Hierzu gehört nicht allein die andere Materialwahl, die die häufige Wiederbenutzung solcher Behälter ermöglicht, die robustere Ausführung muß sich auch in anderer Formgebung und dergleichen mehr niederschlagen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt ist in diesem Zusammenhang die leichte und vollständige Entleerbarkeit solcher Mehrwegbehälter sowie auch das Problem ihrer möglichst umweltfreundlichen Reinigung. Bei dem eingangs genannten bekannten Behälter handelt es sich um einen Kunststoff-Mehrwegbehälter, welcher durch eine äußere Beschichtung, die nach dem Gebrauch abziehbar ist, gegen Beschädigung durch Reibungen und Verschmutzungen geschützt ist. Ein solcher Behälter dient vorteilhaft als Verpackungsbehälter für Flüssigkeiten und Pulver. Behälter können sowohl während des Transportes als auch insbesondere bei der Entnahme des Füllgutes äußerlich leicht verschmutzt werden oder durch mechanische Beeinflussung mit der Zeit bezüglich ihrer Oberfläche unansehnlich werden. Damit werden die Häufigkeit ihrer Mehrfachverwendung stark eingeschränkt und die Kosten für solche Mehrwegverpackungen erheblich vergrößert. Bei dem bekannten Behälter aus Kunststoff soll die äußere Oberflächenverschmutzung bzw. -beschädigung durch eine besondere, auf den Kunststoff abgestellte Oberflächenbeschichtung vermieden werden, die aus einer wäßrigen oder wäßrig-alkoholischen Dispersion aus Polyvinylacetat besteht und eine Dicke von 50 bis 500 µm besitzt. Eine solche Schutzschicht schützt die bekannten Kunststoffbehälter gegen äußeres Verkratzen während der Lagerung und des Transportes sowie gegen äußerliche Verschmutzung der auf die äußere Oberfläche auf die Mehrwegbehälter aufgebrachte Beschichtungsfilm bietet nicht nur den Vorteil eines sicheren Oberflächenschutzes, sondern darüber hinaus den einer leichten Entfernbarkeit dieser Schicht, die sich für den Fall ihrer Beschädigung oder Verschmutzung abziehen läßt, ohne daß hierfür besondere Waschmittel oder dergleichen Lösungen erforderlich wären, die zusätzliche Entsorgungsprobleme schaffen. Bei der bekannten Außenbeschichtung ist Wert gelegt auf eine bestimmte Mischkombination zwischen Reißfestigkeit, Elastizität und Transparenz der Beschichtung, die jedoch nur auf Kunststoffbehälter Anwendung finden kann. Neben relativ günstiger Deponiefähigkeit dieser speziellen Oberflächenbeschichtung aus Kunststoffdispersion ist auch deren Wiederverwendbarkeit - allerdings unter Verwendung spezifischer Lösungsmittel - möglich.

    [0004] Dieser Stand der Technik schützt zwar die äußere Oberfläche von Kunststoffbehältern vor mechanischem Abrieb oder Verschmutzung im Außenbereich, der für den Transport und die Lagerung vieler Industriegüter wichtige Innenbereich wird von diesem bekannten Stand der Technik jedoch nicht übergriffen.

    [0005] Hierfür gibt es eine andere bekannte Lösung (DE 43 02 613 A1) für einen wiederverwendbaren Behälter aus Kunststoff oder auch Metall, nach der an der Innenfläche des Behälters eine lösbare Schutzschicht angeordnet ist, die aus einem gegenüber dem bestimmungsgemäßen Behälterinhalt beständigen Werkstoff besteht, welcher die gesamte Behälterinnenwandung als Film überzieht. Die innere Schutzschicht soll ohne jegliche Kontamination der tragenden stabilen Behälterwandung abgelöst werden können, wobei durch den mechanischen Abziehvorgang die Reinigung der Innenseite des Behälters mittels einer Reinigungslösung nicht erforderlich ist. Eine besondere Außenbeschichtung ist bei diesem Stand der Technik nicht vorgesehen.

    [0006] Neben der Innenwandbeschichtung sind auch solche Kunststoff-Oberflächenschutzschichten bekannt, die nur mit speziellen Waschlösungen entfernbar sind (DE-OS 40 23 909), oder auch Schutzschichten, die - als Inliner ausgebildet - im wesentlichen aus einer sackartigen Kunststoffolie bestehen, die in den Behälter hineingelegt und gegen die Behälterinnenwand gelegt wird. Die Einbringung solcher Schutzschichten aus Folientaschen ist jedoch verhältnismäßig umständlich und zeitraubend. Auch kann das Volumen der Foliensäcke beim Füllen des Behälters dessen Volumen nicht immer optimal nutzen. Mechanische Beschädigungen des Foliensackes haben in der Vergangenheit immer wieder zu zeitaufwendigen zusätzlichen Reinigungen des Behälters Anlaß gegeben.

    [0007] Hier setzt die vorliegende Erfindung ein, der die Aufgabe zugrunde liegt, den Stand der Technik derart weiterzuentwickeln, daß sowohl für die Innenwandungen mit ihren besonderen Bedingungen der Füllguteigenschaften als auch die Außenwandungen mit den hiergegen oft vollkommen andersliegenden Zielsetzungen sowie auch Form und Ausführung des Behälters selbst so optimal aufeinander abgestimmt sind, daß der insbesondere für Beschichtungsmittel wie Dispersionsfarben od.dgl. vorgesehene wiederverwendbare Behälter sowohl die herstellerseitigen als auch die kundenseitigen Anforderungen optimal erfüllt.

    [0008] Die Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale erreicht.

    [0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterentwicklungen der Aufgabenlösung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

    [0010] Dadurch, daß der Behälter entlang seiner äußeren Oberfläche eine andere Beschichtung erhält als auf seiner inneren Oberfläche, lassen sich deren Eigenschaften jeweils optimal auf die unterschiedlichen Bedingungen im inneren und äußeren Bereich abstimmen, so beispielsweise eine optimale Wärmestrahlreflektierung der äußeren Beschichtung, um ein Überhitzen der Behälterwandungen durch Sonneneinstrahlung od.dgl. zu vermeiden. Für die äußere Beschichtung ist eine möglichst glatte Oberfläche wegen ihrer guten Reinigungsfähigkeit erwünscht, während die innere Beschichtung in jeder Hinsicht inert gegen das bestimmungsgemäße Füllmaterial sein muß. Die äußere Schicht wird vorteilhaft transparent ausgeführt, um Aufdrucke auf den Behälteraußenwandungen sichtbar zu machen, während es für die Innenbeschichtung vorteilhaft ist, wenn hier farbig gearbeitet wird, so daß sich beim Ablösen der inneren Schicht optisch leicht erkennen läßt, ob Reste der zu beseitigenden Schutzschicht noch an der Behälterwandung - etwa in Ecken oder anderen unzugänglichen Stellen - zurückgeblieben sind.

    [0011] Bei der Formgebung für den Behälter sind seine besonders gute Handhabbarkeit wie auch die Volumenausnutzung für Transportzwecke wichtig und unbedingt zu berücksichtigen. Für die hier interessierenden Behälter sind Dimensionierungen mit einem Fassungsvolumen von beispielsweise 500 l mit Grundflächenabmessungen von beispielsweise 70 x 120 cm besonders vorteilhaft. Längen-, Breiten- und Höhenabmessungen des Containers richten sich nach der für das Palettieren der Behälter vorgegebenen Europa-Norm. Der im Querschnitt im wesentlichen rechteckig ausgeführte Behälter verjüngt sich entlang seiner Wandungen vom Deckel zum Boden hin leicht, so daß die beiden senkrecht aufeinanderstehenden Längsschnitte jeweils eine Trapezform vorgeben. In vorteilhafter Weise besitzt der Behälter eine mehrfach geneigte Bodenplatte mit Gefälle zum Auslaufventil hin, so daß eine rückstandsfreie Entleerung möglich wird.

    [0012] Wesentlich ist die nicht wasserlösliche Außenbeschichtung des Behälters, wobei sich die Nichtlöslichkeit auf Regenwasser u.dgl. bezieht, also nicht auf unter Druck oder erhöhter Temperatur stehendes Wasser. Mit letzterem ist die Außenschicht vielmehr umweltfreundlich entfernbar, wobei es besonders vorteilhaft ist, die Außenschicht so zu gestalten, daß sie sich mit Druckwasser auch bei normalen Raumtemperaturen gewissermaßen abschälen läßt. Wie die unter üblichen Umweltbedingungen nicht wasserablösbare Außenschicht wird auch die völlig anders zusammengesetzte Innenbeschichtung des Behälters mittels Sprühverfahren aufgetragen, so daß zunächst eine Flüssigfolie entsteht, deren Dicke vorteilhaft zwischen 0,3 und 0,5 mm - bezogen auf den Naßfilm - liegt. Diese Beschichtung wird lösungsmittelfrei, d.h. in Form einer Wasserlösung aufgetragen, beide Naßfilme können gegebenenfalls zusammen einer Trocknung unterworfen werden. Erfindungswesentlich ist in diesem Zusammenhang, daß die Beschichtungen so ausgelegt sind, daß sich die Innenbeschichtung zwar nach jedem einmaligen Behältergebrauch leicht ablösen läßt und beseitigt werden sollte, während die Außenschicht durchaus einer 10- bis 20-maligen Reinigung unterworfen werden kann.

    [0013] Schließlich ist noch besonders vorteilhaft, daß das Auslaßventil des Behälters so in dessen Konturdimensionierung eingebracht bzw. eingelassen ist, daß es nicht aus seinen Abmessungen hervorsteht und somit Beschädigungen - insbesondere beim Transport - vermieden werden können bei gleichzeitig minimalem Platzbedarf für das Palettieren der Behälter in Neben- und Übereinanderanordnung.

    [0014] Anhand der beiliegenden Zeichnungen soll die vorliegende Erfindung für ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel näher erläutert werden und die vorstehend genannten Vorteile der Ausführungsform im einzelnen dargelegt werden. Es zeigen:
    Fig. 1
    eine längsseitige Ansicht des erfindungsgemäßen Behälters,
    Fig. 2
    eine Draufsicht auf den Behälter gemäß Fig. 1,
    Fig. 3
    eine stirnseitige Ansicht auf die das Auslaßventil enthaltende Seite, und
    Fig. 4a,b,c
    die Ansichten des Behälter-Grundrahmens.


    [0015] Im Ausführungsbeispiel ist ein sogenannter objekt- bzw. baustellenbezogener Container für die Aufnahme von 500 l Dispersionsfarbe schematisch gezeichnet. Bevor auf dessen Formgestaltung näher eingegangen wird, werden nachfolgend zunächst die Merkmale der grundsätzlich unterschiedlichen Oberflächenbeschichtungen des Containers im äußeren, der Umwelt ausgesetzten Bereich einerseits und im inneren, mit der Behälterfüllung - hier Dispersionsfarbe - in Verbindung stehenden Beschichtung andererseits erläutert.

    [0016] Die äußere Oberflächenbeschichtung muß möglichst häufig wiederholbar gereinigt werden können, aber sie soll neben ihrer unter normalen Bedingungen möglichst nicht abwaschbaren Eigenschaft auch transparent sein, damit auf der äußeren Behälteroberfläche aufgetragene Graffiti-Beschichtungen, die Auskunft über Hersteller, Inhalt und dergleichen technische Daten geben, einwandfrei sichtbar sind. Die äußere Oberflächenbeschichtung muß gegen Abrieb und normale mechanische Beanspruchung möglichst unempfindlich sein, und übliche Verunreinigungen dürfen selbst bei nur einfachem Abspritzen mit Leitungswasser nicht an ihr haften bleiben. Für den Fall, daß ein solcher Container insbesondere aus Stahl längere Zeit Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, muß die Oberflächenbeschichtung zusätzlich die Eigenschaft einer guten Reflektion der Wärmestrahlung besitzen. Die äußere Beschichtung wird in Form einer wäßrigen Beschichtungslösung aufgetragen, deren Hauptkomponenten Paraffinwachs und Polyäthylenwachse sind. Die Auftragung erfolgt durch Aufsprühen, wobei eine Naßfilmdicke zwischen 30 und 100 µ hergestellt wird. Eine solche füllstofffreie Beschichtung kann unter normalen Umweltbedingungen bis 20-mal durch Wasserreinigung gesäubert werden, ohne daß eine Erneuerung der Außenbeschichtung erforderlich ist. Für die dann erforderliche Erneuerung der Außenschicht, die - wie gesagt - von Haus aus nicht wasserlöslich ist, genügt eine Beaufschlagung mit Druckwasser bis etwa 120 bar, um sie von der Container-Oberfläche gewissermaßen abzuspalten, ohne daß sie hierbei in Lösung geht.

    [0017] Demgegenüber besteht die gänzlich anderen Bedingungen ausgesetzte Innenbeschichtung des Containers aus einer 50 bis 90%igen Copolymer-Dispersion, deren Grundkomponenten Acetat und Polyäthylen sind. Eine weitere Komponente der Spezialzusammensetzung ist eine Wachsemulsion mit einem prozentualen Anteil zwischen ca. 3 und 10 %. Zusätzlich ist der Dispersion ein Emulgator in einem prozentualen Anteil von 0,2 bis 1 % zugegeben. Schließlich ist noch Bestandteil dieser Copolymer-Dispersion ein hochmolekulares Cellulose-Derivat in einem Anteil von 0,2 bis 0,5% sowie 0,1 bis 0,6% eines Stabilisators, vorzugsweise eines Polyphosphats. Diese Copolymer-Dispersion wird auf die Innenwandung des Containers in einer Dicke zwischen 0,3 und 0,5 mm aufgesprüht, woraufhin der Naßfilm dann getrocknet wird. Nach einmaliger Entleerung des Behälters wird die Innenschicht, die lösungsmittelfrei aufgetragen wurde, mittels einer speziellen Waschlösung zusammen mit den meist angetrockneten Resten der bestimmungsgemäß zuvor vom Behälter aufgenommenen Dispersionsfarbe entfernt.

    [0018] Form und Aufbau des Spezialbehälters, der ein baustellenbezogener Container für Dispersionsfarben ist, sind im einzelnen aus den Figuren 1 bis 3 ersichtlich. Demnach besitzt der Behälter äußere Rechteckform mit einer Stellfläche von 70 x 120 cm. Die Quaderform ist wegen ihrer guten Hantierbarkeit, Stapelbarkeit und minimalen Stau- und Transportraumausnutzung besonders vorteilhaft.

    [0019] Die Wandungen 1 des Behälters bestehen aus 2 mm starkem Edelstahlblech, wobei ihre vertikal verlaufenden Kanten 15 gerundet sind. Der nur angedeutete Deckel 8 des Behälters ist wie sein Boden aus 1,5 mm starkem Stahlblech ausgeformt. Die erfindungsgemäße Gestaltung des Bodens ist insbesondere aus den Figuren 1 und 2 deutlich ersichtlich. Demnach setzt sich dieser aus mehreren unterschiedlich geneigten Abschnitten zusammen, wobei im Bereich einer Stirnseite 1 eine mittige Ausnehmung für das Auslaßventil 10 vorgesehen ist, welche - wie dargestellt - außerhalb des füllbaren Behältervolumens, jedoch innerhalb der Behälterabmessung liegt.

    [0020] Im einzelnen setzt sich der Behälterboden aus folgenden Flächen zusammen: einer symmetrisch zur Längsachse liegenden, in Form eines spitzwinkligen, gleichschenkligen Dreiecks ausgebildeten und - von der dem Auslaßventil 10 entgegengesetzten Stirnseite aus - um 4° zum Auslaßventil 10 hin geneigten Dreiecksfläche 6, deren Spitze 11 direkt an der Öffnung des Auslaßventiles 10 liegt. An diese Dreiecksfläche 6 schließen sich rechts und links bis hin zu den Längswandungen des Behälters rechtwinklige Dreiecksflächen 7 an, die an die Längswandungen 1 - dort waagerecht verlaufend - angeschweißt, um von dort aus abfallend an die Schenkelkanten 16 der gleichschenkligen Dreiecksfläche 6 anzuschließen. Zur Ventilseite hin enden diese rechtwinkligen Dreiecksflächen 7 fluchtend mit der Spitze 11 und bilden hier die Kante 18, von der aus ein senkrechter Wandungsabschnitt 2 über den Ventilkörper des Auslaßventils 10 hinausgeführt, die Aussparung im Behälterboden beginnt, die für die Ventilaufnahme bestimmt ist. Der senkrechte Wandungsabschnitt 2 (siehe Fig. 1) geht dann oberhalb des Auslaßventils 10 in einen um 25° geneigten schrägen Abschnitt 23 über, der an die seitenwandung 1 des Behälters angeschweißt ist. Die einzelnen genannten Teilabschnitte 6, 7, 2 und 3 des Behälterbodens sind entlang ihrer Nahtkanten und der Behälterwandungen durch Schweißen miteinander verbunden. Diese Konstruktion des Behälterbodens 6, 7, 2, 3 ist so ausgeführt, daß im Bereich der Spitze 11, also dort, wo die Auslaßöffnung 9 des Auslaßventils 10 liegt, seine tiefste Stelle ist.

    [0021] Die Wandungen 2 und 3 können mit dem in Fig. 1 dargestellten Querschnitt über die gesamte stirnseitige Breite des Behälters verlaufen, es ist jedoch auch denkbar, die aus diesen Wandungen bestehende, das Auslaßventil 10 mittig in der Behälter-Längsachse aufnehmende Aussparung mit entsprechend schräg gestellten Bodenbereichen ausschließlich oberhalb bzw. um das Ventil herum auszuführen. Der nicht näher dargestellte Deckel 8 des Behälters weist eine verschließbare Belüftungsöffnung auf. Der die Behälteröffnung übergreifende Deckel ist mit einer Moosgummidichtung versehen und nicht klappbar, sondern vollabnehmbar auf die obere Randkante des Behälters aufzusetzen. Der Deckel enthält zusätzlich eine außenliegende U-Profil-Versteifung, die in Querrichtung sich auf der Schmalseite abstützt.

    [0022] In bzw. an den Längsseiten 1 des Behälters unterhalb des Deckels 8 ist dieser mit einer umlaufenden Verstärkung 12 versehen. Weitere umlaufende Verstärkungen können unmittelbar unterhalb des Deckels vorgesehen werden, in deren Bereich Lochösen 4 und/oder Kranösen 5 symmetrisch und im Abstand zueinander liegen. Verschlußvorrichtung 19 arretieren den Deckel 8 luftdicht auf dem Behälter.

    [0023] In den Figuren 4a bis 4c ist in Draufsicht und Seitenansichten der Behälterfuß dargestellt, der in Form einer Euro-Palette ausgebildet ist, jedoch wie der Behälter selbst gleichfalls aus Stahl besteht. Die Längsseiten 20 des Behälterfußes sind mit einem Rammschutz 21 versehen und damit gegen Stoßbeschädigungen od.dgl. verstärkt. Der beidseitige Rammschutz 21 ist so dimensioniert, daß die Längen-/Breiten-Abmessungen des oberen Deckels mit den äußeren Abmessungen des unteren Stahlrahmens 21, 22 zusammen mit dem Rammschutz 21 gleich sind bzw. einander entsprechen.

    [0024] Die Palette bildet den Behälter-Grundrahmen und besteht im wesentlichen aus dem Stahlrahmen 20, 22 aus Rechteckprofil, in welches die untere umlaufende Randkante des Behälters einfügbar und dort über Schrauben 26 od.dgl. lösbar angeschraubt werden kann. Dadurch, daß die Längswandungen wie auch die Stirnwandungen des Behälters in Abwärtsrichtung leicht nach innen geneigt sind, also im Querschnitt jeweils eine Trapezform vorgeben, ist die durch den Stahlrahmen vorgegebene Fläche kleiner als die obere Deckelfläche. Zusammen mit dem längsseitigen Rammschutz 21 entspricht sie jedoch wieder der Deckelfläche. Der Paletten-Rechteckrahmen ist an den vier Ecken mit Stahlfüßen 23 versehen, die angeschweißt und im Querschnitt wiederum rechteckig ausgeführt sind. Über am Rahmen angeschweißte weitere Profile 24, 25 läßt sich der Behälter auf der Palette bzw. seinem Grundrahmen mittels Gabelstapler leicht und sicher handhaben. Die Stahlpalette ist zwar integraler Bestandteil des Behälters, läßt sich jedoch für den Fall von Beschädigungen durch die genannten Schraubverbindungen leicht austauschen, was übrigens auch für das abschraubbare Auslaßventil am Behälter gilt.


    Ansprüche

    1. Behälter mit Deckel für die wiederholbare Aufnahme, den Transport und die Entnahme von flüssigen Beschichtungsmaterialien, wie Dispersionsfarben od.dgl., bestehend aus einem tragenden Aufbau aus Metall,
    einer an der Innenfläche des Behälters lösbar haftenden, gegenüber dem bestimmungsgemäßen Behälterinhalt inerten und beliebig erneuerbaren Schutzschicht sowie
    einer Außenbeschichtung,
    gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale:

    1) Außen- und Innenbeschichtung sind in ihrer Stärke und Stoffzusammensetzung unterschiedlich,

    2) der Boden des Behälters besteht aus verschiedenen unterschiedlich abgeschrägten Teilabschnitten (6, 7, 2, 3), die durch Schweißen untereinander und mit den Behälterwandungen verbunden sind, und

    3) das Auslaßventil (10) des Behälters ist außerhalb des Behältervolumens, jedoch innerhalb der Behälterabmessung angeordnet.


     
    2. Behälter nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß das Auslaßventil (10) unten im Bereich einer Seite des Behälters liegt, und daß der Behälterboden an der Auslaßöffnung (9) des Auslaßventils (10) seine tiefste Stelle aufweist.
     
    3. Behälter nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Behälterboden sich im wesentlichen aus einer geneigten gleichschenkligen und spitzwinkligen Dreiecksfläche (6) sowie zwei symmetrisch daran sich anschließenden rechtwinkligen Dreiecksflächen (7) und einer einen Freiraum für das Auslaßventil (10) vorgebenden Bodenkonstruktion (2, 3) zusammensetzt.
     
    4. Behälter nach Anspruch 3,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Bodenabschnitt (6) um wenige Grad, vorzugsweise 4°, gegen den Auslaß (9) geneigt ist.
     
    5. Behälter nach Anspruch 4,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Bodenabschnitt (3) im Bereich eines Kreissegmentes liegt und gegen die Waagerechte geneigt ist.
     
    6. Behälter nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter eine lösbare, jedoch integrale Einheit mit einer Stahlpalette bildet.
     
    7. Behälter nach Anspruch 6,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Stahlpalette (20 bis 25) mit einem Rammschutz (26) versehen ist.
     
    8. Behälter nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Innenbeschichtung sich zusammensetzt aus 50 bis 90 % einer Copolymer-Dispersion, bestehend aus Acetat und Polyäthylen, 3 bis 10 % Gew.-Anteilen an Wachs-Emulsion und 0,2 bis 1 % Gew.-Anteilen eines Emulgators sowie 0,2 bis 0,5 Gew.% eines hochmolekularen Zellulosederivats und 0,1 bis 0,6 % Polyphosphat als Stabilisator.
     
    9. Behälter nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Außenschicht sich zusammensetzt aus Paraffinwachs und Polyäthylenwachs und mit einer Naßfilmdicke von 30 bis 100 µ aufgetragen ist.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht