| (19) |
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(11) |
EP 0 660 735 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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25.02.1998 Patentblatt 1998/09 |
| (22) |
Anmeldetag: 16.09.1993 |
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE9300/889 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9406/507 (31.03.1994 Gazette 1994/08) |
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| (54) |
IMPLANTIERBARES DEFIBRILLATIONSSYSTEM
IMPLANTABLE DEFIBRILLATION SYSTEM
SYSTEME DE DEFIBRILLATION IMPLANTABLE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR NL |
| (30) |
Priorität: |
17.09.1992 DE 4231600
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.07.1995 Patentblatt 1995/27 |
| (73) |
Patentinhaber: BIOTRONIK Mess- und
Therapiegeräte GmbH & Co
Ingenieurbüro Berlin |
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D-12359 Berlin (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- SCHALDACH, Max
D-91054 Erlangen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Christiansen, Henning, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwalt
Pacelliallee 43/45 14195 Berlin 14195 Berlin (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 043 461 EP-A- 0 115 778 EP-A- 0 453 117 US-A- 4 817 634 US-A- 5 090 422
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EP-A- 0 064 289 EP-A- 0 426 090 WO-A-93/02739 US-A- 4 969 463 US-A- 5 097 843
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- IEEE ENGINEERING IN MEDICINE AND BIOLOGY MAGAZINE, Bd.9, Nr.2, Juni 1990, NEW YORK
US Seiten 43 - 49 K.STOKES 'Implantable Pacing Lead Technology'
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Bemerkungen: |
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Die Akte enthält technische Angaben, die nach dem Eingang der Anmeldung eingereicht
wurden und die nicht in dieser Patentschrift enthalten sind. |
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein implantierbares Defibrillationssystem der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Art.
[0002] Das sogenannte Kammerflimmern stellt eine Herzrhythmusstörung dar, welche infolge
der ungeordneten Kontraktion einzelner Muskelfasern und der daraus resultierenden
unkoordinierten Herzaktivität in kurzer Zeit zum sogenannten plötzlichen Herztod führt,
wenn nicht durch geeignete Stimulationsmaßnahmen eine Defibrillation erfolgt. Eine
derartige Defibrillation erfolgte zunächst mit entsprechenden, energiereiche Impulse
erzeugenden Geräten von extern, wobei zwecks Kardioversion Elektroden am Brustkorb
des Patienten angebracht wurden, welche die Impulse in den Thorax einleiteten.
[0003] Da derartige Rettungsmaßnahmen mit externen Geräten und durch entsprechend ausgebildete
Helfer durchgeführt, für viele Patienten zu spät erfolgten, wurden inzwischen implantierbare
Defibrillatoren geschaffen, welche mit Batterien versehen sind und mitsamt der Elektroden
in den Körper des Patienten implantiert werden. Wenn zusätzlich Detektionsmittel vorgesehen
sind, welche beim Auftreten von Kammerflimmern selbsttätig Defibrillationsimpulse
auslösen, so kann der betreffende Patient sich auch außerhalb der Reichweite medizinischer
Hilfsmaßnahmen ohne Angst vor einer möglichen Gefährdung durch auftretendes Kammerflimmern
bewegen.
[0004] Derartige implantierbare Systeme sind in ihrer Effektivität und Verwendungsdauer
jedoch noch eingeschränkt durch den hohen Energieverbrauch bei der Defibrillation.
Zwar konnte die benötigte Energie bei implantierbaren Geräten gegenüber externen Geraten
wesentlich herabgesetzt werden, trotzdem ist die sich ergebende Betriebsdauer insbesondere
bei häufig vorkommenden Defibrillationen gering, so daß eine vorzeitige Reimplantation
erforderlich ist.
[0005] Die Schwierigkeit bei der Wahl geeigneter endothorakischer Elektroden besteht darin,
daß die Elektroden möglichst großflächig ausgebildet sein müssen, damit eine Verteilung
des Stimulationsstroms auf den gesamten betroffenen Bereich des Herzmuskels erzielt
wird. Im Gegensatz zur normalen, schrittmachenden Herzstimulation breiten sich Defibrillationsimpulse
nach loklaler Erregung nicht selbsttätig im Herzen aus, sondern es muß dafür gesorgt
werden, daß sämtliche zu stimulierenden Bereiche sich im Einwirkungsbereich des Stimulationsstroms
befinden.
[0006] Aus der DE 26 43 956 C2 ist eine Defibrillationselektrodenanordnung bekannt, mit
großflächigen Elektroden bekannt, welche epikardial anzulegen ist und sich an den
Umriß des Herzens anformen, wobei eine der Elektroden dem Bereich der Herzspitze und
die andere Elektrode dem Bereich des oberen Herzens angeformt ist.
[0007] Ungünstig ist bei diesen Elektroden, daß sie immer noch relativ viel Energie benötigen,
damit alle erregbaren Zellen des Herzens depolarisiert werden können. Darüber hinweisen
die Elektroden noch eine gewisse Eigensteifigkeit auf, welche bei gegenüber der Herzoberfläche
zurückbleibender Bewegung einerseits zu einer unzureichenden Kontaktierung des Herzmuskels
und andererseits zu einer Behinderung der Herzbewegung führt, da die betreffenden
Elektroden meist am Herzen festgenäht sind.
[0008] Weiterhin ist aus der EP 0 211 166 A2 eine Elektrode bekannt, welche aus mehreren
stern- oder strahlenförmigen Elektrodenarmen besteht, die an der Herzoberfläche befestigt
werden. Hierbei besteht nun wiederum der Nachteil, daß die Befestigung der einzelnen
Elektrodenarme relativ zeitraubend ist. Auch entspricht die örtliche Befestigung vielfach
nicht der bei der Defibrillation tatsächlich notwendigen zu erzielenden Stromverteilung.
[0009] Eine Elektrode mit verbesserten Eigenschaften ist aus EP-A-0 115 778 bekannt, ein
gattungsgemäßes Defibrillationssystem aus EP-A-0 453 117.
[0010] Nachteilig bei den bekannten Elektroden ist, daß trotzdem noch relativ große Energien
zur Defibrillation erforderlich sind, so daß entweder sehr große Energiespeicher innerhalb
des implantierbaren Gehäuses vorgesehen sein müssen - wodurch die Implantation wegen
seines großen Volumens letztlich nicht wie die eines heutigen Herzschrittmachers gehandhabt
werden kann - oder aber bei häufiger Inanspruchnahme der Defibrillationsfunktion mit
vorzeitiger Erschöpfung der Energiespeicher gerechnet werden muß. Letzteres ist insbesondere
bei solchen Geräten nachteilig, bei denen das Defibrillationsgerät mit einem üblichen
Herzschrittmacher zusammengefaßt ist, da dann bei Erschöpfung der Batterie keine der
löebenserhaltenden Funktionen mehr zur Verfügung steht.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem implantierbaren Defibrillationssystem
der eingangs genannten Gattung die mögliche Betriebszeit bis zur Erschöpfung der eingebauten
Energiequelle durch Verringerung des Energiebedarfs weiter heraufzusetzen.
[0012] Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0013] Die Erfindung schließt die Erkenntnis ein, daß die Elektrodenoberfläche als Schnittstelle
zu dem zu defibrillierenden Gewebe und damit dem verwendeten Werkstoff eine besondere
Bedeutung zukommt. Während bisher die in das Gewebe überzuleitende Defibrillationsenergie
hauptsächlich durch die Impedanz der Elektrodenoberfläche bestimmt wurde und damit
auch - bei vergleichbaren Impulsamplituden - der im Gewebe wirksame Energieanteil
relativ gering war, ist es mit der neuartigen Ausführung der Elektrodenoberflächen
nach der Erfindung so, daß der Übergangswiderstand an der Elektrodenoberfläche klein
ist gegenüber dem Gewebewiderstand. Damit steht ein höherer Spannungsanteil für die
Derfibrillation zur Verfügung, so daß - entsprechend der sich im Gewebe einstellenden
Strom- bzw. Feldverteilunggrößere Gewebebereiche für die Defibrillation erreichbar
sind. Damit wird erreicht, daß auch mit Elektroden kleinerer Oberfläche Defibrillationswirkungen
in Gewebezonen erreicht werden können, die bisher wesentlich größere Elektrodenoberflächen
erforderten.
[0014] Durch die Möglichkeit, die Polarität, d.h. die Richtung des Difibrillationsstroms,
bei den angeschlossenen Defibrillationselektroden zu ändern, kann die Erfolgsrate
der Defibrillationen patientenindividuell noch heraufgesetzt werden.
[0015] Die Erfindung schließt die Erkenntnis ein, daß die Werkstoffe der bekannten Elektroden
und insbesondere Titan, Vanadium, Zirkon und Niob zu teilweise extremer Oxidation
neigen und daß diese hohe Oxidationsneigung bei Kontakt zu wässrigen Elektrolyten
dazu führt, daß sich an der Elektrodenoberfläche eine dünne, isolierende bzw. halbleitende
Oxidschicht bildet, die eine der Helmholtzkapazität C
H in Serie geschaltete Kapazität C
ox darstellt und so zur langsamen Verringerung der Gesamtkapazität und damit zur entsprechenden
Erhöhung der jeweils erforderlichen Defibrillationsenergie führt. Bei anodischer Polung
werden OH
--Ionen in den Festkörper gezogen und führen dort zur Vergrößerung der Oxidschichtdicke.
Dies hat eine weitere Verringerung der Phasengrenzkapazität und damit eine weitere
Erhöhung der Elektrodenimpedanz zur Folge.
[0016] Damit ist mit den herkömmlichen beschichteten porösen Elektroden wegen ihrer großen
relativen Oberfläche zunächst grundsätzlich eine Defibrillation mit gutem Erfolg bei
niedriger Energie möglich. Es wurde nun erkannt, daß durch die Oxidationsneigung die
Helmholtzkapazität verkleinert wird, was zu einer Erhöhung der Elektrodenimpedanz
führt. Die damit hervorgerufene Beeinflussung der Elektrodeneigenschaften im Laufe
der Implantationszeit ist deshalb so schwerwiegend, weil die Verschlechterung der
Elektrodeneigenschaften Auswirkungen hat, welche ihrerseits dazu beitragen, daß die
Defibrillationseigenschaften zusätzlich ungünstig beeinflußt werden.
[0017] Die langzeitstabile, bioverträgliche Oberflächenbeschichtung der erfindungsgemäßen
Defibrillationselektrode besteht aus einem Material, dessen Oxidationsneigung sehr
gering ist, wobei sie vorzugsweise unter Verwendung eines inerten Materials, also
eines Nitrides, Carbides, Carbonitrides oder aber eines reinen Elementes bzw. bestimmter
Legierungen aus der Gruppe der Platinwerkstoffe: Platin, Iridium und Tellur vakuumtechnisch
auf die Elektrode aufgetragen wird. Wegen der fraktalen räumlichen Geometrie einer
derart aufgetragenen Oberflächenschicht ist deren aktive Oberfläche sehr groß, so
daß die zur Defibrillation erforderliche Energiemenge gering gehalten werden kann.
[0018] Die Oberflache der Elektrode kann mindestens über einen Abschnitt ihrer Länge Drähten
oder Faserbündeln in einer regulären Anordnung aufweisen derart, daß die Elektrode
in diesem Bereich eine wesentlich größere Oberfläche aufweist, als es ihrer geometrischen
Grundform entspricht.
[0019] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Defibrillationssystems liegen insbesondere in
der großen erzielbaren Kapazität der Elektrode, welche widerum eine wesentliche Energieersparnis
bei der Defibrillation mit sich bringt. Diese ist um so mehr von Bedeutung, als bei
implantierbaren Systemen der Energieverbrauch wegen der ebenfalls in dem zu implantierenden
Gehäuse vorgesehenen Energiespeicher bzw. Batteriezellen besonders niedrig gehalten
werden sollte, um den Patienten nicht mit einem zu großen Gehäusevolumen zu belasten.
Vorteilhaft ist eine wirksame Oberfläche der Elektrode von ca. 100 cm
2. Die bei einem Defibrillationsschock abgegebene Energie beträgt bei dem erfindungsgemäßen
System nur rund 400 Ws. Besonders vorteilhaft wirkt sich auch der Umstand aus, daß
die Defibrillationsimpulse mit beiden Polaritäten abgegeben werden können, da Oxidations-
bzw. Redoxreaktionen an der Elektrodenoberfläche nicht vorkommen. Auf diese Weise
lassen sich auch die Rückladungsimpulse eines Ausgangs-Koppelkondensators zur Defibrillation
nutzen, was wiederum zur weiteren Energieersparnis beiträgt.
[0020] Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung der
Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen:
Figur 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Defibrillations- und
Schrittmacherelektrode zur Verlegung im rechten Ventrikel,
Figur 2 ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Elektrode zur subcutanen
bzw. epicardialen Anwendung sowie
Figur 3 ein implantierbares Steuerteil für ein erfindungsgemäßes Defibrillationssystem
in schematischer Darstellung.
[0021] Die in Figur 1 dargestellte kombinierte Defibrillator-Schrittmacherelektrode 1 besteht
aus einem üblichen Stimulationskopf, der an seiner distalen Spitze eine Stimulations-
und Sensingfläche 2 aufweist und Befestigungselemente 3, welche gegenüber der Stimulations-
und Sensingfläche geringfügig zurückversetzt sind. Anschließend an einen isolierenden
Bereich 4 folgt eine Bezugselektrode 5 für das bipolar ausgebildete Stimulationssystem.
Ungefähr 25 mm gegenüber der Spitze zurückversetzt schließt sich dann eine Schockwendel
6 an, welche sich über einen Bereich von 45 mm der Länge des distalen Elek-trodenendes
erstreckt. Der Außendurchmesser der Schockwendel, die aus einem Draht mit im wesentlichen
0,2 mm Durch-messer aus PtIr 80/20 besteht, beträgt ca. 3 mm. Die Oberfläche der Schockwendel
ist mit einer Iridiumschicht großer Oberfläche versehen, welche eine fraktale Oberflächengeometrie
aufweist. Anschließend an die Schockwendel folgt die isolierte Elektrodenzuleitung
7, in der mehrere koaxiale Wendeln verlaufen, die jeweils die Kontaktbereiche 2, 4
und 6 mit entsprechenden Kontaktbereichen von Steckerelementen 8 und 9 galvanisch
verbinden. Die Zuleitung selbst ist dabei noch von einem Isoliermantel umgeben. Am
proximalen Ende ist ein Verzweigungsbereich 10 vorgesehen, welcher in einen Schrittmacherstecker
(Steckerelement 8) mündet, der zwischen zwei umlaufenden radial gerichteten Dichtungen
11 und 12 einen Kontaktbereich 13 aufweist, der mit der Bezugselektrode 5 verbunden
ist.
[0022] Das freie Steckerende 14 ist hingegen mit dem stimulierenden und sensenden Bereich
2 des distalen Endes verbunden. Die Schockwendel 6 ist hingegen mit einem freien Steckerende
15 des Steckerelementes 9 verbunden, wobei ein elastischer, in radialer Richtung wirksamer
umlaufender Dichtungsbereich 16 vorgesehen ist, um entsprechend den Dichtungsbereichen
11 und 12 eine Abdichtung der Kontaktbereiche gegen Körperflüssigkeit herbeizuführen,
wenn die Steckerelemente in den Schrittmacher eingesetzt sind.
[0023] In Figur 2 ist eine weitere Elektrode dargestellt, welche an ihrem distalen Ende
einen flächenhaft ausgestalteten Kontaktierungsbereich aufweist und zum Befestigen
am Epicard bestimmt ist. Bei alternativer Verwendung kann diese Elektrode auch subcutan
appliziert werden. Hierbei ist eine Wendel aus einer Platin-Iridium-Legierung (PtIr
80/20) in ein Substrat aus einem körperverträglichen, elastischen Isolierwerkstoff
in der Weise eingebettet, daß der größte Teil der ovalförmig konzentrisch verlaufenden
Wendeln 22 bis 26 zur elektrischen Kontaktierung von extern zugänglich ist. Die Befestigung
der Wendeln im Substratwerkstoff erfolgt dabei in der Weise, daß jeweils ein gleichsinnig
gelegener Teil ihres Umfangsbereiches von dem Werkstoff des Substrats umhüllt ist,
was beispielsweise durch Umgießen, Umspritzen oder dergleichen erfolgen kann. Die
Oberfläche des Elektrodenleiters ist ebenfalls mit Iridium beschichtet und es wird
insoweit auf die diesbezüglichen anderen diese Beschichtung beschreibenden Teile der
Beschreibung verwiesen.
[0024] Während die beiden äußerern ovalartigen Ringe 22 und 23 als Doppelwendeln ausgestaltet
sind, sind die drei inneren Wendeln 24 bis 26 des dargestellten Ausführungsbeispiels
als Einfachwendeln konzipiert. Sämtliche konzentrischen ovalen Wendeln 22 bis 26 kontaktieren
eine den Verlauf der Wendein in der Mitte der halbkreisförmigen Bogen der ovale an
einer Seite kreuzenden Verbindungsleitung 27, welche ihrerseits mit einer vollständig
mit Isolierstoff ummantelten Zuleitung 28 verbunden ist, in der die Zuleitungswendel
verläuft und zu einem Steckerlement 29 hinführt, dessen freier Steckerstift 30 zum
Anschluß dieser Elektrode am Defibrillationsteil des Schrittmachers dient.
[0025] Eine weitere bei dem hier zu beschreibenden Stimulationssystem verwendete Elektrode
zur Applikation in der Vena cava superior ist nicht näher dargestellt, in ihrer Konzeption
entspricht sie aber der Ausführung gemäß Figur 1, wobei allerdings der stimulierende
Teil entfallen kann, so daß insoweit eine Schockwendel vorgesehen ist, die das distale
Ende einer derartigen Elektrode bildet und über eine Zuleitung unmittelbar mit einem
Steckerelement 9 verbunden ist, so daß sowohl auf die stimulierende und sensende Fläche
als auch auf das zur Kontaktierung dieser Fläche am Schrittmacher vorgesehene Steckerelement
8 verzichtet werden kann.
[0026] In Figur 3 ist in Blockschaltung ein implantierbarer Schrittmacher/Defibrillator
dargestellt, welcher in Verbindung mit den zuvor dargestellten Elektroden verwendbar
ist. Ein herkömmlicher Schrittmacher 41 weist einen Anschluß 42 (sowie bei bipolarer
Stimulation den zusätzlich Eingang 42' für das Referenzpotential) und einen Senseeingang
43 auf, mit dem Stimulationsimpulse an den Ventrikel abgebbar bzw. elektrische im
Herzen selbst hervorgerufenen elektrische Signalereignisse aufnehmbar sind. Zusätzlich
zu dem Schrittmachersystem 41 ist ein Defibrillationssystem 44 vorgesehen, dem über
einen entsprechenden Eingang 45 ebenfalls die im Ventrikel aufgenommenen elektrischen
Signale zugeführt werden. Ausgangsseitig weist das Defibrillationssystem 44 zwei Signalausgänge
46 und 47 auf, an denen hochenergetische Impulse für die Defibrillationselektroden
abnehmbar sind. Den beiden Ausgängen 46 und 47 ist ein Umschalter 48 nachgeschaltet,
der interne Schaltmittel aufweist, mit dem auf ein entsprechendes Eingangssignal 49
hin die Anschlüsse der Defibrillationselektroden D1 und D2 vertauscht werden können,
so daß eine Erhöhung der Erfolgsaussicht der Defibrillation durch Wahl der für den
Patienten günstigsten individuellen Polarität des Elektrodenanschlusses möglich ist.
[0027] Die Umpolschaltung 48 wird durch einen entsprechenden Ausgang des Defibrillationssystems
über eine Signalleitung 49 gesteuert, wobei eine Aktivierung dieser Signalleitung
die Vertauschung der beiden Anschlüsse D1 und D2 bewirkt.
[0028] Eine Defibrillation wird ausgelöst, wenn über den Eingang 45 Kammerflimmern detektiert
wird. In diesem Fall wird zusätzlich ein Ausgangssignal über eine Leitung 50 ausgegeben,
welche zusätzlich die Ausgabe von Stimulationsimpulsen durch das Schrittmachersystem
41 auf die Leitung 42 unterbindet.
1. Implantierbares Defibrillationssystem mit einer intrakardialen oder subcutanen Defibrillationselektrode,
die mindestens abschnittsweise mit einer porösen Oberflächenbeschichtung aus einem
inerten Element, einer inerten chemischen Verbindung und/oder einer inerten Legierung,
deren aktive Oberflache wesentlich größer ist als die sich aus der geometrischen Grundform
der Elektrode ergebende Oberfläche, versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die aktive Oberfläche durch eine fraktalartige räumliche Geometrie um einen Faktor
von mindestens tausend größer ist als die sich aus der geometrischen Grundform der
Elektrode ergebende Oberfläche.
2. Defibrillationssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das inerte Material Kohlenstoff, ein Nitrid, Carbid oder Carbonnitrid oder ein
reines Element, eine Legierung oder eine Verbindung von Elementen aus der Gruppe Gold,
Silber, Platin, Iridium und Tellur ist.
3. Defibrillationssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung aus Iridiumnitrid besteht.
4. Defibrillationssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberflächenbeschichtung mittels Dünnschichttechnologie auf die Elektrode
aufgebracht, insbesondere aufgedampft, ist.
5. Defibrillationssystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberflächenbeschichtung mittels reaktiver Kathodenzerstäubung (CVD, PVD oder
MOCVD) oder Ionenplattierung auf die Elektrode aufgebracht ist.
6. Defibrillationssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrode einen Grundkörper aus Titan aufweist.
7. Defibrillationssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der Elektrode mindestens über einen Abschnitt ihrer Länge Drähten
oder Faserbündeln in einer regulären Anordnung aufweist derart, daß die Elektrode
in diesem Bereich eine wesentlich größere Oberfläche aufweist, als es ihrer geometrischen
Grundform entspricht.
8. Defibrillationssystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Drähte oder Faserbündel aufweisende Abschnitt der Elektrodenoberfläche mehrere
Drähte oder Faserbündel unterschiedlicher Dicke aufweist, wobei jeweils Drähte oder
Faserbündel unterschiedlicher Dicke einander benachbart sind.
9. Defibrillationssystem nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Drähte oder Faserbündel, vorzugsweise um einen flexiblen Kern, koaxial gewendelt
sind.
10. Defibrillationssystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Drähte oder Faserbündel aufweisende Abschnitt der Elektrodenoberfläche eine
Doppelwendelstruktur aufweist.
11. Defibrillationssystem nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Drähte oder Faserbündel aufweisende Abschnitt der Elektrodenoberfläche eine
spiralige, mäanderförmige oder aus Kreisen unterswchiedlichen Durchmessers gebildete
Anordnung der Drähte oder Faserbündel mit insbesondere kreisförmiger, ovaler oder
mattenförmiger Außenkontur aufweist.
12. Defibrillationssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Elekrode als Myocard- oder Epicardelektrode oder Einführung durch die vena
cava superior ausgestaltet ist.
13. Defibrillationssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrode gleichzeitig mindestens Teil einer Schrittmacherelektrode ist.
1. An implantable defibrillation system comprising an intracardial or subcutaneous defibrillation
electrode provided, at least in sections, with a porous surface coating of an inert
element, an inert chemical compound and/or an inert alloy, the active surface of which
coating is considerably larger than the surface determined by the basic geometrical
shape of the electrode, characterised in that, by virtue of a fractal-type spatial
geometry, the active surface is larger than the surface determined by the basic geometrical
shape of the electrode by a factor of at least a thousand.
2. A defibrillation system according to claim 1, characterised in that the inert material
is carbon, a nitride, carbide or carbonic nitride or a pure element, an alloy or a
compound of elements from the group comprising gold, silver, platinum, iridium and
tellurium.
3. A defibrillation system according to claim 1, characterised in that the coating is
of iridium nitride.
4. A defibrillation system according to one of the preceding claims, characterised in
that the surface coating is applied to the electrode by means of thin-layer technology,
particularly by vapour deposition.
5. A defibrillation system according to claim 4, characterised in that the surface coating
is applied to the electrode by means of reactive cathode sputtering (CVD, PVD or MOCVD)
or ionic plating.
6. A defibrillation system according to one of the preceding claims, characterised in
that the basic body of the electrode is made of titanium.
7. A defibrillation system according to one of claims 1 to 6, characterised in that the
surface of the electrode has wires or bunches of fibre in a regular arrangement at
least over a section of its length, in such a way that the electrode has a considerably
larger surface in that area than would correspond to its basic geometrical shape.
8. A defibrillation system according to claim 7, characterised in that the section of
the electrode surface with wires or bunches of fibre has a plurality of wires or bunches
of fibre of different thickness, in each case with wires or bunches of fibre of different
thickness adjacent to one another.
9. A defibrillation system according to claim 7 or 8, characterised in that the wires
or bunches of fibre are coiled coaxially, preferably around a flexible core.
10. A defibrillation system according to claim 9, characterised in that the section of
the electrode surface with wires or bunches of fibre has a double coil structure.
11. A defibrillation system according to one of claims 6 to 10, characterised in that
the section of the electrode surface with wires or bunches of fibre has the wires
or bunches of fibre in an arrangement which is spiral, meandering or formed by circles
of different diameter, particularly with a circular, oval or mat-like external profile.
12. A defibrillation system according to one of the preceding claims, characterised in
that the electrode is constructed as a myocardial or epicardial electrode or an entrance
through the vena cava superior.
13. A defibrillation system according to one of the preceding claims, characterised in
that the electrode is at the same time at least part of a pacemaker electrode.
1. Système de défibrillation implantable équipé d'une électrode de défibrillation intracardiaque
ou sous-cutanée, qui est muni au moins sous forme de tronçon, d'un revêtement superficiel
poreux en un élément inerte, en un composé chimiquement inerte et/ou en un alliage
inerte, dont la surface active est sensiblement supérieure à la surface s'obtenant
de la forme géométrique fondamentale de l'électrode, caractérisé en ce que la surface
active à travers une géométrie spatiale fractionnaire est plus grande d'un facteur
d'au moins 1000 que la surface résultant de la forme géométrique fondamentale de l'électrode.
2. Système de défibrillation selon la revendication 1, caractérisé en ce que le matériau
inerte est du carbone, un nitrure, un carbure ou un nitrure de carbone ou un élément
pur, un alliage ou un composé d'éléments appartenant au groupe or, argent, platine,
iridium et tellure.
3. Système de défibrillation selon la revendication 1, caractérisé en ce que le revêtement
est en nitrure d'iridium.
4. Système de défibrillation selon l'une quelconque des revendications précédentes, en
ce que le revêtement superficiel est déposé sur l'électrode par technologie des couches
minces, en particulier évaporé.
5. Système de défibrillation selon la revendication 4, caractérisé en ce que le revêtement
superficiel est déposé par pulvérisation cathodique réactive (CVD, PVD ou MOCVD) ou
revêtement ionique sur l'électrode.
6. Système de défibrillation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé
en ce que l'électrode présente un corps fondamental en titane.
7. Système de défibrillation selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé
en ce que la surface de l'électrode présente au moins sur un tronçon de sa longueur
des fils ou des faisceaux de fibres disposés régulièrement, de telle sorte que l'électrode
présente dans cette région une surface sensiblement plus grande que celle qui correspond
à sa forme géométrique fondamentale.
8. Système de défibrillation selon la revendication 7, caractérisé en ce que le tronçon
de la surface de l'électrode présentant des fils ou un faisceau de fibres comporte
plusieurs fils ou faisceaux de fibres d'épaisseur différente, des fils ou des faisceaux
de fibres d'épaisseur différente étant respectivement adjacents les uns aux autres.
9. Système de défibrillation selon la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce que les
fils ou faisceaux de fibres sont bobinés coaxialement de préférence autour d'une âme
flexible.
10. Système de défibrillation selon la revendication 9, caractérisé en ce que le tronçon
de la surface d'électrode présentant des fils ou des faisceaux de fibres présente
une structure en hélice double.
11. Système de défibrillation selon l'une quelconque des revendications 6 à 10, caractérisé
en ce que le tronçon de la surface de l'électrode présentant des fils ou des faisceaux
de fibres présente une disposition des fils ou des faisceaux de fibres formée en spirale,
en méandres ou en cercle de diamètre différent, avec un contour extérieur, en particulier
circulaire, ovale ou en forme de nattes.
12. Système de défibrillation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé
en ce que l'électrode est réalisée en tant qu'électrode de myocarde ou d'épicarde
ou d'introduction à travers la veine cave supérieure.
13. Système de défibrillation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé
en ce que l'électrode est simultanément au moins une partie d'une électrode d'un stimulateur
cardiaque.