[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen und Entfetten der Oberflächen
von Blechen im kontinuierlichen Durchlaufverfahren mit einer Laufrolleneinrichtung,
einer Hochdruck-Wasserdüseneinrichtung, einem Quetschwalzenpaar und einer Abblaseinrichtung.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist in Fig.1 der DE 27 09 979 A1 schematisch dargestellt.
Diese Vorrichtung arbeitet zur Reinigung der Oberfläche von Blechen nicht nur mit
Wasser, sondern mit einem Netzmittel aus alkalischen Lösungen, Kohlenwasserstoffen,
Eisen-Chelatmitteln und anderen, welche nicht nur einen erhöhten Energieeinsatz, sondern
einen erhöhten Aufwand der Entsorgung der im Wasser enthaltenen Bestandteile erfordern,
die sich aus diesen Netzmitteln, den abgewaschenen Ölen und Fetten zusammensetzen.
Eine konkrete Vorrichtung wird in dieser Druckschrift nicht offenbart.
[0003] In der gattungsfremden DE 33 33 221 C2 wird eine Vorrichtung zur Behandlung von flachen,
mit Schichten, wie Kunststoffilmen, Farbe oder dgl., überzogenen Gegenständen beschrieben,
um diese mit Hilfe eines leichtflüchtigen Lösungsmittels zu entfernen. Diese Vorrichtung
umfaßt mehrere aufeinanderfolgende Bearbeitungsbereiche, nämlich einen Spülbereich,
einen Trocknungs- und einen Blasbereich mit einer Blasvorrichtung, um die Säure oder
sonstige Behandlungsflüssigkeiten von der Ober- oder Unterfläche der zu behandelnden
Teile fortzublasen. Bei dieser Vorrichtung wird das Lösungsmittel auf beide Seiten
der Platten mit einem Druck im Spülbereich von ca. 4 bar aufgebracht. Diese Vorrichtung
erfordert den Einsatz von Lösungsmitteln und eine geringe, genau zu definierende Transportgeschwindigkeit
der zu reinigenden Teile sowie eine aufwendige Entsorgung des Lösungsmittels und seiner
darin enthaltenen Bestandteile.
[0004] Bei einer Vorrichtung gemäß der DE 22 51 123 C2 werden die Teile mittels einer Laufrolleneinrichtung
in eine Nebelkammer und, hieran anschließend, in eine Luftbedüsungskammer zum Abblasen
der Behandlungsflüssigkeit geleitet. Diese Vorrichtung ist sehr energieaufwendig,
da sie ein Gebläse mit einem Luftstrom von über 5 m
³/min bei einem Druck von über 184 mm/Wassersäule erfordert. Aufgrund der Benetzung
innerhalb einer Nebelzone müssen die Teile mit einer relativ geringen einstellbaren
Geschwindigkeit diese Zone durchlaufen, weil andernfalls den Lösungsmitteln eine zu
geringe Reaktionszeit verbleibt.
[0005] Außer den vorbeschriebenen Vorrichtungen gibt es noch eine Reihe weiterer gattungsfremder
Vorrichtungen, wie z.B. gemäß der DE 24 34 305 C2 in Form einer Ätzanlage sowie mit
einer Spülvorrichtung zwischen dem Ätz- und Abquetschvorgang. Aufgrund des Einsatzes
von Ätzmitteln gestaltet sich die Entsorgung der Reinigungsflüssigkeiten schwierig.
[0006] In der DE 27 13 516 C2 ist eine gattungsfremde Vorrichtung zum Entfetten von Gegenständen
beschrieben, bei welcher in einer ersten Förderzone mittels eines Hängeförderers die
zu entfettenden Gegenstände zu einem geeigneten, nichtwässrigen Mittel zum Kaltentfetten
behandelt und sodann in einer zweiten Behandlungszone mit Spülwasser besprüht werden.
Die sodann von den Gegenständen herabtropfende Mischung besteht aus einem Entfettungsmittel,
Öl und anderen Verunreinigungen, die über einen Zwischenboden und einen Filter zur
Abtrennung fester Schmutzteilchen in einen Sammelbehälter zurückgeführt werden. Dieses
Verfahren weist den Nachteil einer geringen Reinigungsgeschwindigkeit auf, wobei die
Trocknung durch Herabtropfen mit einer Zeitkomponente behaftet ist und somit dem Zufall
überlassen bleibt.
[0007] Aus der DE 23 23 766 C1 ist eine Vorrichtung zur Reinigung von Dreh-, Stand- und
Frästeilen offenbart, welche diese Teile in einem Tauchbad reinigt und ihre Bewegung
durch Rotation einer Trommel mit einer Relativbewegung überlagert. Da die Reinigung
von Blechoberflächen in einem Tauchbad die Umlenkung des Materialflusses bedingt und
dieses wiederum eine Vergrößerung der notwendigen Platzverhältnisse erfordert, kann
eine solche Vorrichtung zur raschen Reinigung von Blechoberflächen nicht eingesetzt
werden.
[0008] Aus der DE 24 58 726 C1 ist eine gattungsfremde Vorrichtung zum Reinigen der Oberfläche
Von Bandmaterial bekanntgeworden, die auf den Einsatz von Lösungsmitteln zurückgreift,
im Niederdruckbereich angesetzt ist und eine berührende Arbeitsweise zur Unterstützung
der Reinigungswirkung beinhaltet. Da diese Lösungsmittel Chlor enthalten, gestaltet
sich ihre Entsorgung entsprechend aufwendig.
[0009] Und schließlich ist aus der DE 32 01 880 A1 eine Vorrichtung zum rückstandsfreien
Entschichten von Leiterplatten offenbart, bei welcher vier Prozeßstationen als Tauchbäder
ausgebildet und daher nur mit einer geringen Durchlaufgeschwindigkeit versehen sind.
Auch dieses Reinigungsverfahren arbeitet mit alkalischen und anderen chemischen Lösungsmitteln
und Lösungsbeschleunigern.
[0010] Von diesem Stand der Technik ausgehend, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine kompakte Vorrichtung der eingangs genannten Gattung zu schaffen, um mit einem
möglichst geringen Aufwand an Energie, toxischen Produkten und Raumbedarf Blechoberflächen
im kontinuierlichen Produktionsfluß mit relativ großer Geschwindigkeit zu reinigen,
zu entfetten und zu trocknen, wobei die Reinigungsflüssigkeit eine relativ hohe Standzeit
und eine unproblematische Entsorgung gewährleisten soll.
[0011] Da bei vielen Anwendungsfällen eine geringe Restölmenge auf der Blechoberfläche für
die nachfolgenden Produktionsschritte keinen Nachteil in sich birgt, ist eine restlose
Entfettung der Bleche nicht Gegenstand der Erfindung.
[0012] Die vorstehende Aufgabe wird in Verbindung mit dem eingangs genannten Gattungsbegriff
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an der Ober- und/oder Unterseite der Durchlaufebene
des Bleches die Strahlen der Hochdruck-Wasserdüsen entgegen der Durchlaufrichtung
des Bleches unter einem Neigungswinkel von weniger als 90° auf die Ober- und/oder
Unterseite des Bleches gerichtet ist und daß das zur Reinigung erforderliche Wasser
in einer im wesentlichen geschlossenen Reinigungskammer in einem geschlossenen Kreislauf
geführt und im gereinigten Zustand erneut der Hochdruck-Wasserdüse zuführbar ist.
[0013] Durch die Wiederaufbereitung des zur Reinigung erforderlichen Wassers in einer im
wesentlichen geschlossenen Reinigungskammer wird der Wasserverbrauch erheblich herabgesetzt
und die zu entsorgenden Produkte, wie entfernte (z.B. abgeskimmte) Öle bzw. Ölemulsionen,
entsprechend komprimiert.
[0014] Durch diese Hochdruck-Bestrahlung mit reinem Wasser wird die Blechoberfläche quasi
mechanisch entfettet. Die Trocknung der Blechoberfläche erfolgt in mehreren Einzelvorgängen.
[0015] Zu diesem Zweck ist die erfindungsgemäße Vorrichtung in Weiterbildung der Erfindung
in Durchlaufrichtung des Bleches aus einer ersten Dichtkammer, der Reinigungskammer
mit einem Transportwalzenpaar und den Hochdruck-Wasserdüsen, aus einer Trocknungskammer
mit mindestens einem Abquetschwalzenpaar einer Abblasvorrichtung, aus einer Heißluftkammer
mit zu beiden Seiten der Durchlaufebene angeordneten Heißluftstrahlern und aus einer
zweiten Dichtkammer zusammengesetzt.
[0016] Mittels der beiden Abquetschwalzenpaare wird der größte Teil des Wassers abgetragen.
Nur an den Rändern verbleiben aufgrund des Spaltes zwischen den zusammengehörenden
Walzen teilweise Tropfen. Die restliche Blechoberfläche ist in der Regel nur noch
mit einem dünnen Wasserfilm behaftet, der zur Tropfenbildung nicht mehr ausreicht.
In der dem Abquetschwalzenpaar nachgeordneten Abblaseinrichtung, die auf einen kleinen
örtlichen Bereich der Trocknungskammer begrenzt ist und nur einen geringen Luftbedarf
erfordert, werden die verbliebenen Randtropfen mittels eines nach außen gerichteten
Luftstrahles abgeblasen. Hiernach wird der auf der Blechoberfläche verbliebene Wasserfilm
mittels der nachgeordneten Heißluftstrahler in der Heißluftkammer verdampft.
[0017] Vorteilhaft ist die Reinigungskammer von der ersten Dichtkammer und der Trocknungskammer
in Höhe der Durchlaufebene über je eine den Durchlauf eines Bleches zulassende Bürstenleiste
abgedichtet. Ferner ist die Heißluftkammer von der Trocknungskammer und von der zweiten
Dichtkammer durch je zwei sich in Höhe der Durchlaufebene überlappende sowie temperaturbeständige
Gummileisten abgedichtet. Dadurch kann ein nennenswertes Entweichen der Reinigungsflüssigkeit
ebenso unterbunden werden, wie durch eine Abdichtung der beiden Dichtkammern mittels
einer Absaugeinrichtung.
[0018] Um trotz der geringen Verweilzeit der zu entfettenden Bleche in der Reinigungskammer
eine ausreichende Entfettung der Oberflächen zu erreichen, sind die Hochdruck-Wasserdüsen
als Flachstrahldüsen wie folgt ausgebildet: Die Quererstreckung bzw. Breite des Flachstrahls
bildet einen spitzen Winkel von vorzugsweise 60° mit der Durchlaufrichtung . Hierdurch
behindern sich die Flachstrahlen der einzelnen Düsen nicht, so daß eine derartige
Düsenanordnung einen sehr guten Wirkungsgrad ergibt. Zugleich ist der Wasserdruck
dieser Hochdruck-Wasserdüsen in Abhängigkeit von den Hafteigenschaften des abzuwaschenden
Öles bzw. Fettes und den Anforderungen an die Entfettung zwischen 70 bar und 150 bar
einstellbar.
[0019] Um das Reinigungswasser mitsamt den Fetten und Ölen in eine von der Blechoberfläche
fortgerichtete Richtung zu drücken, ist der Aufnahmekörper für die Hochdruck-Wasserdüsen
um einen Winkel von ca. 15° gegen die Lotrechte zur Durchlaufrichtung des Bleches
angestellt.
[0020] Zur Sicherstellung einer hohen Transportgeschwindigkeit bei gutem Trocknungseffekt,
bilden die Transportwalzen der Reinigungskammer wie auch alle übrigen Walzen beschichtete
Walzen mit hoher Reibungszahl, während in der nachfolgenden Trocknungskammer zu beiden
Seiten der Durchlaufebene zwei in Richtung auf diese zusammenwirkende Quetschwalzenpaare
hintereinander angeordnet sind. An diese schließt sich in Durchlaufrichtung eine Abblasvorrichtung
mit geringem Druck- und Volumenstrom an, deren Luftstrom sowohl gegen die Durchlaufrichtung
gerichtet als auch mit einer nach außen gerichteten Randblaseinrichtung versehen ist.
[0021] In Weiterbildung der Erfindung ist die Reinigungskammer mit einem Sammelbehälter
zum Auffangen der ÖlFett-Wasseremulsionen verbunden, der unterhalb der Reinigungskammer
angeordnet ist. Die aus Öl und Wasser bestehende Reinigungsflüssigkeit wird über ein
Ablaufrohr, welches unterhalb des (insbesondere minimalen) Flüssigkeitspegels endet,
in den Sammelbehälter geleitet.
[0022] Das auf dem Pegel des Sammelbehälters aufschwimmende Öl und Fett wird von einem Skimmer,
z.B. von einem an sich bekannten förderbandartigen Skimmer, abezogen und zur weiteren
Entsorgung oder Wiederverwertung einem Ölsammelbehälter zugeführt.
[0023] Die im Sammelbehälter vorliegende Öl-Wasseremulsion unterhalb des Pegels ist von
einer Pumpe in eine physikalische Trennvorrichtung förderbar, mit welcher sie in ihre
Anfangsbestandteile getrennt, das Wasser erneut dem Sammelbehälter und die mit Öl
angereicherten Bestandteile in einen separaten Behälter gepumpt werden, um ggf. wiederverwertet
zu werden.
[0024] Um auch die in der Trocknungskammer anfallende Flüssigkeit wiederverwenden zu können
und um einen Übertritt von Wassernebel aus der Reinigungskammer in die Trockenkammer
hinein zu unterbinden, steht der Bodenbereich der Trocknungskammer über ein Rückschlagventil
gleichfalls mit dem Sammelbehälter in Verbindung.
[0025] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Figur dargestellt.
[0026] Die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 setzt sich in Durchlaufrichtung gemäß dem Pfeil
11 eines nicht dargestellten Bleches aus einer ersten Dichtkammer 12, einer Reinigungskammer
13, einer Trocknungskammer 14, einer Heißluftkammer 15 und einer zweiten Dichtkammer
16 zusammen.
[0027] Nach dem Passieren einer Laufrolleneinrichtung 17 am Eingang zur ersten Dichtkammer
12 durchläuft das zu reinigende Blech eine erste Bürstenleiste 18, bevor es von dem
Transportwalzenpaar 19 erfaßt und entlang der Durchlaufebene 20 zwischen einem Paar
von mit einer Vielzahl von Hochdruck-Wasserdüsen 21 bestückten Düsenleisten transportiert
wird. Diese Hochdruck-Wasserdüsen 21 sind als Flachstrahldüsen wie folgt ausgebildet:
Die Qererstreckung bzw. Breite des Flachstrahls einer jeden Düse 21 bildet einen spitzen
Winkel α von vorzugsweise 60° mit der Durchlaufrichtung 11. Hierdurch behindern sich
die benachbarten Flachstrahlen nicht. Außerdem wird das Wasser auf diese Weise an
einen Rand der Platine gedrängt.
[0028] Das aus den Hochdruck-Wasserdüsen 21 austretende Reinigungswasser trifft mit einem
einstellbaren Druck zwischen 70 bar und 150 bar auf die zu entfettenden Oberflächen
des Bleches, wodurch diese quasi mechanisch gereinigt werden. Zur Erzielung einer
gleichmäßigen Entfettung der Oberfläche mit hohem Wirkungsgrad bildet die Richtung
der Strahlbreite der Flachstrahldüsen einen Winkel α von ca. 60° mit der Durchlaufrichtung
gemäß dem Pfeil 11. Ebenso ist der gesamte Düsenaufnahmekörper in der Draufsicht der
Figur zur Senkrechten der Durchlaufebene um ca. 15° gegen die Durchlaufrichtung gemäß
dem Pfeil 11 angestellt. Dadurch wird die Wirkung des Reinigungsstrahles nicht nur
überraschend verbessert, sondern auch die Reinigungsflüssigkeit mitsamt den abgewaschenen
Partikeln in Richtung auf einen Rand des zu reinigenden Bleches gedrückt.
[0029] Nach Durchlauf einer zweiten Bürstenleiste 22 in der Trennwand 23 zwischen der Reinigungskammer
13 und der Trocknungskammer 14 wird das gereinigte Blech von zwei Abquetschwalzenpaaren
24, 25 erfaßt. Dabei werden die anhaftenden Flüssigkeitsfilme an der Ober- und Unterseite
des Bleches abgewalkt. Danach befinden sich auf dem Blech noch ein Restfeuchtigkeitsfilm
und an den Rändern einige Wassertropfen, die durch die nachfolgend angeordnete Abblaseinrichtung
26 entfernt werden. In dieser Abblaseinrichtung 26 wird das Blech von der Luft gleichzeitig
von unten und oben in Richtung zur Außenkante angeblasen. Auch hierbei ist der Luftstrom
gegen die Durchlaufrichtung gemäß Pfeil 11 gerichtet. Die Richtung eines Luftstrahles
entgegen der Durchlaufrichtung ist grundsätzlich bei einer gattungsfremden Vorrichtung
gemäß der eingangs gewürdigten DE 22 51 123 C2 bekannt, dort jedoch in energieträchtiger
Weise über die gesamte Breite des Gehäuses und nicht, wie vorliegend, in energiesparender
Weise auf einen örtlich eingeengten Bereich innerhalb der Trocknungskammer 14 begrenzt.
[0030] Nach Durchlauf der Abquetschwalzenpaare 24, 25 und der Abblaseinrichtung 26 gelangt
das gereinigte Blech in der Durchlaufebene 20 durch zwei sich in dieser Höhe überlappende
sowie temperaturbeständige Gummileisten 27, 28 (die auch aus einem geeigneten Elastomer
bestehen können), die in der Trennwand 29 zwischen der Trocknungskammer 14 und der
anschließenden Heißluftkammer 15 angeordnet sind. Weitere Gummileisten 30, 31 befinden
sich in der Trennwand 32 zwischen der Heißluftkammer 15 und der zweiten Dichtkammer
16.
[0031] Zur Abstützung insbesondere von kürzeren Blechen befindet sich unmittelbar hinter
den Gummileisten 27, 28 eine Stützrolle 33.
[0032] Zu beiden Seiten der Durchlaufebene 20 ist sowohl an der Oberseite als auch an der
Unterseite je ein Heißluftstrahler 34, 35 angeordnet, die in Durchlaufrichtung gemäß
dem Pfeil 11 zueinander versetzt sind, um ihre Überhitzung zu vermeiden. Ihnen kommt
die Funktion der Trocknung der Blechoberflächen durch Verdampfung zu. Die beiden Gummileistenpaaren
27, 28 bzw. 30, 31 haben die Aufgabe, eine Verschleppung der eingebrachten Wärmeenergie
weitgehend zu verhindern.
[0033] Um nach diesem Trocknungsprozeß die Bleche aus der Vorrichtung 10 heraustransportieren
zu können, ist den Heißluftstrahlern 34, 35 ein Transportwalzenpaar 36 nachgeordnet.
[0034] Das mit Öl und Fett beladene Reinigungswasser gelangt als Öl-Fett-Emulsion über ein
Ablaufrohr 37 in einen unterhalb der Reinigungskammer 13 angeordneten Sammelbehälter
38, wobei das Ende 37a des Ablaufrohres 37 unterhalb des minimalen Flüssigkeitspegels
39 endet. Durch letztgenannte Maßnahme ist die Reinigungskammer 13 nach unten hin
abgedichtet, wobei zugleich eine Beruhigung der Flüssigkeit im Sammelbehälter 38 gewährleistet
ist.
[0035] Die Flüssigkeit aus der Trocknungskammer 14 fließt über ein Rückschlagventil 40 gleichfalls
in den Sammelbehälter 38 ab. Das Rückschlagventil 40 verhindert, daß Wassernebel von
der Reinigungskammer 13 in die Trocknungskammer 14 hineingelangen kann. Das an der
Oberfläche im Sammelbehälter 38 aufschwimmende Öl wird über eine Abzugseinrichtung
(sogenannter Skimmer) 41 entfernt und in einen Ölsammelbehälter 42 geleitet.
[0036] Über eine Pumpe 43 wird die temporär vorliegende Emulsion aus Reinigungsmedium und
abgewaschenem Öl einer schematisch dargestellten physikalischen Trennvorrichtung 44
zugeführt. Hier wird das Öl beispielsweise aufgeschwemmt und separat abgeleitet, während
das spezifisch schwerere Wasser über einen Rücklaufschlauch 45 wieder in den Sammelbehälter
38 zurückgeleitet wird.
[0037] Zur Einsparung von Frischwasser sowie zur Standzeiterhöhung der Reinigungsflüssigkeit
wird diese in dem vorbeschriebenen geschlossenen Kreislauf geführt, der im wesentlichen
aus einer nicht dargestellten Vordruckpumpe, einem Filter, einer Pumpe und einer Zuleitung
sowie der Düsenaufnahme mit den Hochdruck-Wasserdüsen 21, dem Rücklaufrohr 37 und
dem Sammelbehälter 38 gebildet wird. Dabei kann die Verlustwärme der nicht dargestellten
Antriebspumpe zur Erwärmung des Wassers genutzt werden. Denn eine erhöhte Wassertemperatur
verbessert die Entfettungswirkung des Hochdruckstrahles der Hochdruck-Wasserdüsen
21.
[0038] Durch das Einlösen des Öls in das Wasser können sich bei Vorhandensein von Emulgatoren
stabile Emulsionen bilden, die zu einer Anreicherung des Öls im Sammelbehälter 38
führen. In diesem Fall muß nach einer gewissen Betriebszeit das Auswechseln der Reinigungsflüssigkeit
vorgenommen werden. Dabei ist jedoch die Trennung der Emulsion über Ultrafiltrationsanlagen
möglich und es verbleibt dann nur das abgewaschene Öl für die Entsorgung.
[0039] Durch diese kompakte Anordnung der erfindungsgemäßen Vorrichtung können mit geringem
Aufwand an Energie, toxischen Produkten und Raumbedarf die Oberflächen von Blechen
und Platinen in einem raschen Durchlaufprozeß in einem solchen Maße gereinigt, entfettet
und getrocknet werden, daß eine unproblematische Entsorgung der Reinigungsflüssigkeit
vorgenommen werden kann. Die eventuell auf den Blechoberflächen verbleibende geringe
Restölmenge ist für die nachfolgenden Produktionsschritte von Vorteil. Die erzielte
Durchlaufgeschwindigkeit liegt bei mindestens 2 m/s.
1. Vorrichtung zum Reinigen und Entfetten der Oberflächen von Blechen im kontinuierlichen
Durchlaufverfahren mit einer Laufrolleneinrichtung, einer Hochdruck-Wasserdüseneinrichtung,
einem Quetschwalzenpaar und einer Abblaseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß an der Ober-und/oder Unterseite der Durchlaufebene (20) des Bleches die Strahlen
der Hochdruck-Wasserdüsen (21) entgegen der Durchlaufrichtung (Pfeil 11) des Bleches
unter einem Neigungswinkel (α) von weniger als 90° auf die Ober- und/oder Unterseite
des Bleches gerichtet ist und daß das zur Reinigung erforderliche Wasser in einer
geschlossenen Reinigungskammer (13) in einem geschlossenen Kreislauf geführt und im
gereinigten Zustand erneut der Hochdruck-Wasserdüse (21) zuführbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie in Durchlaufrichtung (Pfeil 11) des Bleches aus einer ersten Dichtkammer
(12), der Reinigungskammer (13) mit einem Transportwalzenpaar (19) und den Hochdruck-Wasserdüsen
(21), aus einer Trocknungskammer (14) mit mindestens einem Abquetschwalzenpaar (24,
25) und einer Abblaseinrichtung (26), aus einer Heißluftkammer (15) mit zu beiden
Seiten der Durchlaufebene (20) angeordneten Heißluftstrahlern (34, 35) und aus einer
zweiten Dichtkammer (16) zusammengesetzt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,, daß die Reinigungskammer (13) von einer ersten Dichtkammer (12) und einer Trocknungskammer
(14) in Höhe der Durchlaufebene (20) über eine den Durchlauf eines Bleches zulassende
Bürstenleiste (18, 22) abgedichtet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Heißluftkammer (15) von einer Trocknungskammer (14) und von einer zweiten
Dichtkammer (16) durch zwei sich in Höhe der Durchlaufebene (20) überlappende sowie
temperaturbeständige Gummileisten (27, 28; 30, 31) abgedichtet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochdruck-Wasserdüsen (21) als Flachstrahldüsen ausgebildet sind, deren Flachstrahlbreite
einen Winkel (α) von etwa 60° mit der Durchlaufrichtung (Pfeil 11) bildet.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Aufnahmekörper für die Hochdruck-Wasserdüsen (21) unter einem Winkel von
ca. 15° gegen die Lotrechte zur Durchlaufrichtung (Pfeil 11) des Bleches angestellt
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserdruck der Hochdruck-Wasserdüsen (21) in Abhängigkeit von den Hafteigenschaften
des abzuwaschenden Öles und den Anforderungen an die Entfettung zwischen 70 bar und
150 bar einstellbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß Transportwalzen (19) in der Reinigungskammer (13) sowie alle übrigen Walzen (24,
25, 36) aus beschichteten Walzen mit hoher Reibungszahl bestehen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Trocknungskammer (14) zu beiden Seiten der Durchlaufebene (20) zwei
in Richtung auf diese (20) zusammenwirkende Quetschwalzenpaare (24, 25) hintereinander
angeordnet sind, an welche sich in Durchlaufrichtung eine Abblasvorrichtung (26) mit
geringem Druck- und Luftvolumen anschließt, deren Luftstrom sowohl gegen die Durchlaufrichtung
(Pfeil 11) gerichtet als auch mit einer nach außen gerichteten Randabblaseinrichtung
versehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar hinter dem Eintritt einer Heißluftkammer (15) unterhalb der Durchlaufebene
(20) eine Stützrolle (33) und in der Nähe ihres Austrittsbereiches zu beiden Seiten
der Durchlaufebene (20) ein diese umfassendes Transportwalzenpaar (36) vorgesehen
ist, zwischen dem (36) und der Stützrolle (33), in Durchlaufrichtung (Pfeil 11) der
Durchlaufebene (20) zu deren beiden Seiten zueinander versetzt mindestens je ein Heißluftstrahler
(34, 35) angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch eine Absaugeinrichtung zur Abdichtung der beiden Dichtkammern (12, 16).
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungskammer (13) mit einem Sammelbehälter (38) zum Auffangen der Öl-Fett-Wasser-Emulsionen
verbunden ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das auf dem Pegel des Sammelbehälters (38) aufschwimmende Öl und Fett durch eine
Abzugseinrichtung (41), wie Skimmer od.dgl., entfernbar und in einen Ölsammelbehälter
(42) förderbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 und 13, dadurch gekennzeichnet, daß die im Sammmelbehälter (38) vorliegende Öl-Wasser-Emulsion von einer Pumpe (43)
in eine physikalische Trennvorrichtung (44), wie einen Koaleszer, förderbar ist, dort
wieder in ihre Ausgangsbestandteile trennbar, das Wasser erneut zu den Hochdruck-Wasserdüsen
(21) pumpbar und die mit Öl angereicherten Bestandteile in einen gesonderten Öl-Sammelbehälter
förderbar sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß ein Sammelbehälter (38) unterhalb der Reinigungskammer (13) angeordnet und eine
aus Öl und Wasser bestehende Reinigungsflüssigkeit über ein Ablaufrohr (37) in den
Sammelbehälter (38) geführt ist, welches (37) unterhalb seines Pegels in ihm endet.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Bodenbereich einer Trocknungskammer (14) über ein Rückschlagventil (40) ebenfalls
mit einem Sammelbehälter (38) in Verbindung steht.