[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kaltpilgerwalzwerk zum Walzen langer Luppen,
mit hin- und hergehendem Gerüst, einem Hauptantrieb für das Gerüst, zwei mit je einem
Spannfutter ausgerüsteten Vorschubschlitten, die in Walzrichtung hintereinander im
Schlittenbett angeordnet und über an den Hauptantrieb anschließbare Vorschubspindeln
in Walzrichtung verfahrbar sind, mindestens einem Schaltgetriebe zum Antrieb der Vorschubspindeln
und mit mindestens einer Haltevorrichtung (Dornwiderlager) für den an einer Dornstange
befestigten Dorn.
[0002] Ein solches Walzwerk ist beispielsweise aus der DE 29 22 941 C2 bekannt; dieses Walzwerk
ist sowohl für einen kontinuierlichen wie auch einen diskontinuierlichen Betrieb geeignet.
Beim Kaltpilgern. bei dem ein großes dickwandiges Rohr (Luppe) in ein dünneres und
dünnwandigeres Rohr umgeformt wird finden Innen- und Außenwerkzeuge Verwendung, die
entsprechend kalibriert sind. Wahrend die Walzen mit dem Walzgerüst relativ zum Rohr
hin- und herbewegt werden, wobei die Walzen auf dem Rohr abrollen, wird der als Innenwerkzeug
verwendete Dorn in einer festen Position gehalten. Dies geschieht beispielsweise über
eine Dornstange, an deren vorderen Ende der Dorn befestigt ist und die an ihrem hinteren
Ende im Dornwiderlager eingespannt und während des Walzens in ihrer Lage festgelegt
bleibt.
[0003] Beim kontinuierlichen Betrieb werden zwei Dornwiderlager für die lange Dornstange
eingesetzt, die abwechselnd die Dornstange während des Ladens und Vorschiebens der
Luppe halten.
[0004] Die Länge des auswalzbaren Fertigrohres in Kaltpilgerwalzwerken ist durch die Länge
der eingesetzten Luppe begrenzt. Häufig wird die Forderung gestellt, möglichst große
Fertigrohrlängen walzen zu können, was jedoch nicht unbegrenzt möglich ist, weil eine
Verlängerung der Luppe vielfach nicht möglich ist. Dies, weil entweder die Einrichtungen
für die Vorbehandlung der gewünschten Luppenlängen nicht vorhanden sind und auch übermäßig
groß und teuer würden oder weil kein hinreichender Platz vorhanden ist, um die geraden
Luppen der gewünschten Länge zu- und abzuführen. Ein besonderes Problem stellt jedoch
die begrenzte Länge der Dornstange dar, weil diese, wenn sie zu lang dimensioniert
wird, zu elastisch wird, um den Dorn in seiner festgelegten Lage bezogen auf die Walzen
zu halten.
[0005] Während die anderen Probleme, wenn auch teuer oder aufwendig lösbar sind und während
es möglich ist, den Platzbedarf beispielsweise dadurch zu reduzieren, daß das Rohr
an der Auslaufseite des Walzwerkes aufgewickelt wird, läßt sich das die Dornstange
betreffende Problem der Längenänderung kaum lösen; denn die Dornstange kann nicht
beliebig dicker gemacht werden, schließlich muß die Luppe auf die Dornstange aufgefädelt
werden.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ausgehend von den Problemen und Beschränkungen
des Standes der Technik ein Kaltpilgerwalzwerk der gattungsgemäßen Art derart auszugestalten,
daß die Verarbeitung von extrem langen Luppen möglich wird.
[0007] Zur Lösung der Aufgabe wird vorgeschlagen, daß mindestens eine der Haltevorrichtungen
(Dornwiderlager) für den Dorn zum Ausgleich von Lageveränderungen des Dornes in Bezug
auf den Walzspalt geregelt parallel zur Walzrichtung verstellbar ist.
[0008] Durch eine Haltevorrichtung, die geregelt verstellbar ist, können Längenänderungen
auch extrem langer Dornstangen ausgeglichen werden, so daß der Dorn in seiner Soll-Position
gehalten werden kann.
[0009] Da moderne Kaltpilgerwalzwerke mit Dornbruchsicherungen ausgestattet sind, die die
Lage des Dornes im Rohr überwachen, um im Falle eines Bruches des Dornes oder der
Dornstange das Walzwerk abschalten zu können, bietet es sich an, diese Dornbruchsicherungen
zu verwenden, um die Lage des Dornes in Bezug auf die Walzen festzustellen. Wenn die
Auswertung des Signals der Dornbruchsicherung mit hohen Abtastraten erfolgt, und ein
entsprechend leistungsfähiger Rechner verwendet wird, so ist es möglich, aus diesem
Signal die Regelung der Bewegung der Haltevorrichtung (Dornwiderlager) für den Dorn
abzuleiten. Auf diese Weise wird auch bei extrem langen Dornstangen ein exaktes Positionieren
des Dornes möglich, so daß diese bislang ungelöste Einschränkung für den Einsatz sehr
langer Luppen entfällt.
[0010] Bei kontinuierlich arbeitenden Walzwerken mit zwei Dornwiderlagern, die voneinander
einen größeren Abstand als die größte Luppenlänge aufweisen, genügt es, nur die dem
Walzwerk weiterentfernte Haltevorrichtung für den Dorn verschiebbar auszubilden. Die
größte Längung der Dornstange findet findet zwischen den hinteren Spannschlitten und
dem vom Walzwerk entfernten Dornwiderlagern statt.
[0011] Der erfindungsgemäße Gedanke, die Haltevorrichtung für den Dorn verstellbar zu regeln,
läßt sich zusätzlich zum Einsatz extrem langer Luppen durch einen weiteren Vorschlag
der Erfindung anreichern, wonach die den Dorn tragende Dornstange mindestens teilweise
durch ein Rückhalteseil ersetzt wird, das einerseits an der verstellbaren Haltevorrichtung
für den Dorn und andererseits an dem hinteren Ende der Dornstange oder dem Dorn befestigt
ist, wobei die Kalibrierung des Walzwerkes derartig ausgebildet ist, daß der Dorn
das Rückhalteseil ausschließlich durch Zugkräfte belastet. Dieses Halteseil wird in
einem separaten Arbeitsgang in die Luppe eingeführt, hierzu kann ggf. zunächst ein
leichter Faden durch die Luppe geblasen werden, mit dessen Hilfe anschließend das
Halteseil durch die Luppe gezogen wird. Das Seil wird mit Hilfe der verstellbaren
Haltevorrichtung vorgespannt und hält den Dorn während des Walzens gegen die auf ihn
wirkenden Axialkräfte fest, wobei durch Verstellen der Haltevorrichtung die aus den
Axialkräften resultierenden Dehnungen des Halteseils ausgeglichen werden. Das Halteseil
hat gegenüber einer Dornstange auch den Vorteil, daß es einfacher zu beschaffen bzw.
zu fertigen ist und außerdem platzsparend gelagert werden kann.
[0012] Reicht der Platz nicht aus, so ist nach einem anderen wichtigen Merkmal der Erfindung
vorgesehen, die extrem langen Luppen gecoilt einzusetzen, wobei das Halteseil durch
die Luppe hindurchgeführt und einerseits an der Dornstange oder dem Dorn und andererseits
an einer die Haltevorrichtung für den Dorn bildenden Aufwickelvorrichtung anschließbar
ist, deren Aufwickelgeschwindigkeit nach der erfaßten Lage des Dornes regelbar ist.
Auch hier kann das Seil an einem leichten Faden durch das Coil gezogen werden, der
zunächst durch die Luppe geblasen wurde. Das dornstangenseitige Ende des Rückhalteseils
wird mittels eines Schnellverschlußes an der Dornstange oder am Dorn befestigt und
das andere Ende an der Aufwickelvorrichtung angeschlossen. Das Rückhalteseil, das
an beiden Seiten befestigt ist, wird zunächst motorisch gespannt; dann wird die Luppe
mit Hilfe einer die Coilwicklung geraderichtenden Richteinrichtung vom Coil abgewickelt,
bis der Luppenanfang das Ende der vorangehenden Luppe erreicht hat. Gleichzeitig mit
dem Abwickeln der Luppe vom Coil muß mit gleicher Geschwindigkeit das am hinteren
Ende des Coils herausragende befestigte Rückhalteseil aufgewickelt werden. Sobald
das Ende der vorangehenden Luppe und der Anfang der abgecoilten Luppe aneinander liegen,
entspricht die Abwickelgeschwindigkeit der Luppe der mittleren Vorschubgeschwindigkeit.
Ab diesem Moment entspricht dann auch die mittlere Aufwickelgeschwindigkeit des Rückhalteseils
der mittleren Vorschubgeschwindigkeit. Die unterschiedlichen mittleren Aufwickelgeschwindigkeiten
können zur Voreinstellung der Aufwickelvorrichtung benutzt werden. Wenn das Rückhalteseil
den Dorn in seiner Position halten soll, insbesondere also, wenn das ggfs. vorhandene
zweite Dornwiderlager geöffnet ist, wird die Aufwickelgeschwindigkeit des Rückhalteseiles
grundsätzlich so geregelt, daß der Dorn seine exakte Position im Walzwerk beibehält.
Wie bereits ausgeführt, ist Voraussetzung für die Verwendbarkeit des Rückhalteseils
an Stelle einer herkömmlichen Dornstange, daß die Kräfte, die beim Kaltpilgern auf
den Walzdorn ausgeübt werden, ausschließlich Zugkräfte für das Halteseil verursachen.
Diese Voraussetzung läßt sich aber durch geeignete Kalibrierung und einen eventuell
längeren Walzdorn erfüllen.
[0013] Als Material für das Rückhalteseil kommen Draht, beispielsweise Klaviersaitendraht
oder Kunststoffseile (z. B. Kevlar) in Frage. Ummantelungen um den Draht und wenig
abrasive Seilwerkstoffe verhindern eine Beschädigung der Innenoberfläche des Rohres.
[0014] Als Antrieb für die Aufwickelvorrichtung sind elektronisch regelbare Elektro- oder
Hydraulikantriebe einsetzbar.
[0015] Zusammenfassend bietet die Erfindung die Möglichkeit, nunmehr extrem lange Luppen
einzusetzen, die bisher wegen der Platzverhältnisse und vor allem wegen der begrenzt
möglichen Länge der Dornstangen nicht bearbeitet werden konnten. Selbstverständlich
lassen sich die einzelnen Gedanken der vorliegenden Erfindung auch kombinieren, so
kann auch die als gerades Rohr vorliegende Luppe mit einem Dorn ausgewalzt werden,
der über ein Rückhalteseil gehalten wird, das an einer Aufwickelvorrichtung, wie bei
der gecoilten Luppe gesteuert wird. In diesem Fall braucht das Rückhalteseil nicht
ständig auf und abgewickelt zu werden, vielmehr übernimmt die Aufwickelvorrichtung
die Funktion der verstellbaren Haltevorrichtung für den Dorn, die in einem anderen
Fall das Dornwiderlager ist. Es ist auch denkbar, die dem Walzwerk als gerades Rohr
zugeführte Luppe während der vorangegangenen Produktionsschritte in Form eines Coils
zu bearbeiten und sie vor oder während der Beschickung des Walzwerkes abzuwickeln
und zu richten.
[0016] Bei der Verwendung extrem langer Dornstangen nach den Ansprüchen 1 bis 3 ist die
verstellbare Haltevorrichtung (Dornwiderlager) für den Dorn leicht modifizierungsbedürftig;
denn das Dornwiderlager wird vorzugsweise von einem elektrischen oder hydraulischen
Servoantrieb hin-und herbewegt. Im Falle der Verwendung von Rückhalteseilen treten
geringere Massenkräfte auf, weil das Gewicht der schweren Dornstange entfällt, so
daß mit dem Rückhalteseil höhere Maschinenhubzahlen erreichbar sind, bevor der Servoantrieb
seine Leistungsgrenze erreicht hat.
[0017] Kaltpilgerwalzwerke mit hin- und herbewegter Dornstange ermöglichen neben der Verwendung
sehr langer Luppen auch einen Drehantrieb für den Dorn. Dieser Drehantrieb muß dann
zumindest am dem Walzwerk entfernten Dornwiderlager nicht mehr schrittweise erfolgen;
dieses Dornwiderlager kann auch mit konstanter Geschwindigkeit rotieren und die schrittweise
Bewegung durch Torsion aufnehmen. Wenn die Luppe hin- und hergedreht wird, ist es
sogar möglich, auf den Drehantrieb des dem Walzwerk entfernten Dornwiderlagers vollständig
zu verzichten.
[0018] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigen:
- Fig. 1
- die vereinfachte Darstellung eines Kaltpilgerwalzwerkes mit zwei Dornwiderlagern zum
Beschicken mit geraden Luppen und
- Fig. 2
- ein Kaltpilgerwalzwerk zum Beschicken mit aufgecoilten Luppen.
[0019] In Figur 1 ist mit 1 das Kaltpilgerwalzgerüst bezeichnet, das bei 2 von einem Hauptantrieb
mit Momentenausgleich angetrieben wird. Zum Vorschub der Luppe dienen die mit je einem
nicht dargestellten Spannfutter ausgerüsteten Vorschubschlitten 3 und 4, die in Walzrichtung
5 hintereinander im Schlittenbett 6 angeordnet und über an den Antrieb 7 anschließbare
Vorschubspindeln 8 verfahrbar sind. Der im Walzgerüst positionierte - nicht dargestellte
- Dorn wird von der durch die Luppe 10 geführten Dornstange 9 gehalten, die ihrerseits
im Dornwiderlager 11 so gehalten wird, daß der Dorn seine Position während des Walzens
beibehält. Die Länge der einsetzbaren Luppen ist begrenzt durch den Abstand des Dornwiderlagers
11 von dem weiter entfernten Dornwiderlager 12, weil beim kontinuierlichen Betrieb
diese beiden Dornwiderlager 11 und 12 im Wechsel die Dornstange und damit den Dorn
halten müssen, wenn eine neue Luppe auf den Dorn aufgefädelt wird. Es ist deutlich
erkennbar, daß bei einer bei 13 angedeuteten Luppenlänge, die bis in das Walzwerk
ragende Dornstange extremen Längenveränderungen ausgesetzt ist, die sich aus der elastischen
Dehnung ergeben. Diese Längenveränderungen, selbst nur im Millimeterbereich, verlagern
den Dorn im Walzwerk so bedeutend, daß ein exaktes Walzen und die Einhaltung exakter
Durchmesser und Wandabmessungen nicht mehr möglich ist. Dies insbesondere dann, wenn
das vordere Dornwiderlager 11 geöffnet ist und die gesamten Zugkräfte über das Dornwiderlager
12 aufgenommen werden müssen.
[0020] Aus diesem Grund sieht die Erfindung nun vor, mindestens das Dornwiderlager 12 verstellbar
zu gestalten, um somit die eintretenden Längenveränderungen in der Dornstange durch
Verstellen der Position des Dornwiderlagers zu kompensieren. Der Antrieb für das Dornwiderlager
12 in Figur 1 erfolgt über nicht dargestellte Servoantriebe elektrischer oder hydraulischer
Art. Das Dornwiderlager bzw. seine Verstellvorrichtung ist mit einem Rechner gekoppelt,
der ein Signal von der Dornbruchsicherung erhält, mit der die Lage des Dornes erfaßt
wird.
[0021] Alternativ ist vorgesehen, die bei 14 angedeutete Dornstange durch ein Rückhalteseil
zu ersetzen, was voraussetzt, daß nur Zugkräfte in Walzrichtung 5 auf das Seil wirken,
und daß das Rückhalteseil 14 im Dornwiderlager 12 verstellbar befestigt ist.
[0022] In Figur 2 ist deutlich erkennbar das Kaltpilgerwalzwerk in seiner Gesamtlänge reduziert.
Dies dadurch, daß an die Dornstange 9 im Bereich des Dornwiderlagers 11 das bereits
beschriebenen Rückhalteseil angeschlossen ist, welches durch die als Coil 15 angelieferte
Luppe hindurchgezogen und an ihrem anderen Ende auf einer Aufwickelvorrichtung 16
aufgewickelt wird. Diese Lösung ermöglicht es bei extrem kurzer Baulänge der Anlage
große Rohrlängen im kontinuierlichen Betrieb herzustellen und dabei sicherzustellen,
daß die Lage des Dornes im Walzwerk unverändert bleibt bzw. eintretende Lagerveränderungen
durch Auf- und Abwickeln des Rückhalteseiles sofort kompensiert werden.
[0023] Bei der Ausführung gemäß Figur 2 wird das aus Draht oder Kunststoff bestehende Rückhalteseil
zunächst, beispielsweise an einem leichten durch die Luppe geblasenen Faden befestigt
und mit diesem durch das Coil 15 gezogen; dann wird das Rückhalteseil am Ende der
Dornstange 9 mittels eines Schnellverschlußes oder dergleichen befestigt während das
andere Ende des Rückhalteseiles an die Aufwickelvorrichtung 16 angeschlossen wird.
Mit Hilfe eines elektronisch regelbaren Elektro- oder Hydraulikantriebes wird sodann
das Rückhalteseil zunächst motorisch gespannt, um dann die gecoilte Luppe mit Hilfe
der Richteinrichtung 18 gerade zu richten und gleichzeitig gegen das Ende der vorherigen
Luppe 10 zu transportieren. Dies geschieht mit relativ hoher Geschwindigkeit, während
der die Aufwickelvorrichtung für das Rückhalteseil mit gleicher Geschwindigkeit wie
die Abwickelvorrichtung für das Coil umläuft. Sobald das Ende der vorangehenden Luppe
und der Luppenanfang der abgecoilten Luppe aneinanderliegen, wird die Abwickelgeschwindigkeit
des Coils auf mittlere Vorschubgeschwindigkeit der im Walzwerk befindlichen Luppe
reduziert. Zum Zeitpunkt des Öffnens von Dornwiderlager 11 wird die Aufwickelgeschwindigkeit
des Rückhalteseiles so eingeregelt, daß der Dorn seine von der Dornbruchsicherung
erfaßte Position beibehält.
[0024] Der Antrieb für das Dornwiderlager 12 in Figur 1 erfolgt über nicht dargestellte
Servoantriebe elektrischer oder hydraulischer Art.
1. Kaltpilgerwalzwerk zum Walzen langer Luppen mit hin- und hergehendem Gerüst, einem
Hauptantrieb für das Gerüst, zwei mit je einem Spannfutter ausgerüsteten Vorschubschlitten,
die in Walzrichtung hintereinander im Schlittenbett angeordnet und über an den Hauptantrieb
anschließbare Vorschubspindeln in Walzrichtung verfahrbar sind, mindestens einem Schaltgetriebe
zum Antrieb der Vorschubspindeln und mit mindestens einer Haltevorrichtung (Dornwiderlager)
für den an einer Dornstange befestigten Dorn,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine im Fall von zwei Haltevorrichtungen (Dornwiderlagern 11, 12) für
den Dorn zum Ausgleich von Lageveränderungen des Dornes in Bezug auf den Walzspalt
während des Walzbetriebes geregelt parallel zur Walzrichtung verstellbar ist.
2. Kaltpilgerwalzwerk nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verstellung der Haltevorrichtung (Dornwiderlager 11, 12) für den Dorn in Abhängigkeit
von der über eine Dornbruchsicherung erfaßten Lage des Dornes regelbar ist.
3. Kaltpilgerwalzwerk nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei kontinuierlich arbeitenden Walzwerken mit zwei abwechselnd wirkenden Haltevorrichtungen
(Dornwiderlagern 11, 12) für den Dorn diese - wie bekannt - einen größeren Abstand
(X) als die größte Luppenlänge aufweisen und nur die dem Walzgerüst (1) weiter entfernte
Haltevorrichtung (Dornwiderlager 12) für den Dorn verschiebbar ist.
4. Kaltpilgerwalzwerk nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Walzen extrem langer Luppen die den Dorn tragende Dornstange mindestens teilweise
durch ein Rückhalteseil (14) ersetzt ist, daß einerseits an der verstellbaren Haltevorrichtung
(Dornwiderlager) für den Dorn und andererseits an dem hinteren Ende der Dornstange
(9) oder dem Dorn befestigt ist, wobei die Kalibrierung des Walzgerüstes (1) derartig
ausgebildet ist, daß der Dorn das Rückhalteseil (14) ausschließlich durch Zugkräfte
belastet.
5. Kaltpilgerwalzwerk nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß extrem lange Luppen gecoilt eingesetzt werden, wobei das Rückhalteseil (14) durch
die Luppe (10) hindurchgeführt und einerseits an der Dornstange (9) oder dem Dorn
und andererseits an einer die Haltevorrichtung (11, 12) für den Dorn bildenden Aufwickelvorrichtung
(16) anschließbar, deren Aufwickelgeschwindigkeit nach der erfaßten Lage des Dornes
regelbar ist.
6. Kaltpilgerwalzwerk nach Ansprüchen 4 und 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Rückhalteseil (14) aus Draht oder Kunststoff besteht und ggf. mit einem weniger
abrasiven Stoff ummantelt ist.
7. Kaltpilgerwalzwerk nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufwickelvorrichtung (16) von einem elektronisch regelbaren Elektro- oder
Hydraulikantrieb angetrieben wird.