[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Auskleidungsplatte für Formkammern in Formmaschinen
zur Herstellung von Formblöcken oder Gußformen, wobei zahlreiche Teilbereiche mit
Entlüftungsdüsen versehen sind.
[0002] Formmaschinen, insbesondere sogenannte kastenlose Formmaschinen, sind in der Praxis
in verschiedenen Ausführungen bekannt, beispielsweise aus der DE 42 28 749 C1. Die
Formmaschinen dienen dazu, Formblöcke oder Gußformen aus Formsand herzustellen. Was
den die Erfindung betreffenden Teil der Formmaschine anbelangt, so besitzt diese eine
Formkammer mit einer rechteckigen Bodenplatte, einer Oberplatte und zwei Seitenplatten,
die ebenfalls rechteckig ausgebildet sind. Zwei vertikale einander gegenüberliegende
Stirnseiten sind dabei offen. Zur Herstellung eines Formblocks wird an die eine Stirnseite
eine Preßplatte mit einer inneren Modellplatte herangefahren, so daß diese Stirnseite
abgedichtet ist. Eine entsprechende Preßplatte mit nach innen gerichteter Modellplatte
schließt auch die andere Stirnseite dichtend ab. Über einen Aufgabetrichter wird sodann
Formsand in die Formkammer eingeschossen. Anschließend wird der Formsand durch Wirkung
der beiden Preßplatten und der beiden Modellplatten so stark verdichtet bzw. zusammengepreßt,
daß ein formbeständiger Formblock entsteht, der nach Öffnen der einen Stirnseite der
Formkammer ausgeschoben werden kann. Eine beliebige Anzahl von Formblöcken kann dann
nacheinander auf eine Fördervorrichtung geschoben werden, wo jeweils zwei dicht aneinander
liegende Formblöcke entsprechend den Modellplatten Hohlräume bilden, in die dann flüssiges
Metall zur Bildung von Gußkörpern eingegossen werden kann.
[0003] Ein seit langer Zeit bekanntes Problem besteht darin, daß beim Einschießen des Formsandes
in die Formkammern und beim Zusammenpressen des Formsandes zu Formblöcken die in der
Formkammer und im Formsand enthaltene Luft aus der Formkammer entweichen muß, daß
aber gleichzeitig die Sandkörner des Formsandes zurückgehalten werden müssen. Das
weitere Problem besteht darin, daß die Innenflächen der Formkammer durch die Preß-
und Schleifwirkung einem außerordentlich hohen Verschleiß unterworfen sind. Dies gilt
nicht nur für die hier besonders angesprochenen Formschienen zur Herstellung von Formblöcken,
sondern auch für die verschiedensten anderen Formmaschinen, in denen schmirgelndes
Material zusammengepreßt wird.
[0004] Um diesen zuvor erläuterten Problemen Herr zu werden, gehört es zum allgemein bekannten
Stand der Technik, die einstückigen Verkleidungsplatten aus einem gehärteten Stahl
herzustellen und in zahlreichen Bohrungen der Platten Düseneinsätze als Schlitzdüsen
oder Ringdüsen vorzusehen. Hierbei ergeben sich aber wieder weitere Schwierigkeiten.
Aus Fertigungsgründen kann man die Bohrungen in den Auskleidungsplatten nur in ungehärtetem
Zustand der Platten vornehmen. Danach muß dann in einem weiteren Fertigungsvorgang
die Plattenhärtung, zumindest eine Oberflächenhärtung, vorgenommen werden. Auch das
Herstellen der Düseneinsätze ist mit Schwierigkeiten verbunden, weil die Schlitze
der Schlitzdüsen oder die Düsenöffnungen der Ringdüsen insgesamt ausreichend groß
sein müssen, um die Luft austreten zu lassen, andererseits müssen die Spalte so schmal
sein, daß die Sandkörner zurückgehalten werden. Außerdem ist der Aufwand für die Bestückung
der Auskleidungsplatten mit den Düseneinsätzen und das Herstellen der Düseneinsätze
selbst mit außerordentlich großem Aufwand verbunden.
[0005] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine Auskleidungsplatte zu
schaffen, die einfach herzustellen ist und in dem maßgeblichen Bereich eine sehr hohe
Verschleißfestigkeit aufweist.
[0006] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine innere Verschleißplatte
an einer äußeren Grundkörperplatte befestigt ist, daß die Entlüftungsdüsen durch Laserstrahltechnik
hergestellt sind und sich ausschließlich in der Verschleißplatte befinden, und daß
die Grundkörperplatte im Bereich der Entlüftungsdüsen Luftaustrittsöffnungen aufweist.
[0007] Verglichen mit dem Stand der Technik ergibt sich auf diese Weise eine Reihe wesentlicher
Vorteile. Dadurch, daß die Auskleidungsplatte aus einer inneren Verschleißplatte und
einer äußeren Grundkörperplatte zusammengesetzt ist, ergeben sich erhebliche Kostenvorteile
in Bezug auf die Materialauswahl, weil die Grundkörperplatte keinem Verschleiß unterliegt
und hauptsächlich auf Druck und Biegefestigkeit auszulegen ist, kann ein kostengünstiges
Stahlmaterial Verwendung finden. Die Grundkörperplatte braucht auch nicht größere
Härteeigenschaften aufweisen und ist daher zur Herstellung der zahlreichen Luftaustrittsöffnungen
leicht zu bearbeiten. Die Verschleißplatte kann dagegen sehr dünn bis hin zu einem
formstabilen Blech ausgeführt werden, was wiederum zu einer Material- und Kostenersparnis
führt, weil hierfür ein hochwertiger durchgehend gehärteter Stahl Verwendung finden
kann. Dabei hat sich im Rahmen der Erfindung überraschenderweise erwiesen, daß die
Entlüftungsdüsen durch an sich bekannte Laserstrahltechnik in der gehärteten Verschleißplatte
herstellbar sind, und zwar mit einer so großen Geschwindigkeit, die im Vergleich mit
einer etwa spanabhebenden Bearbeitung weit überlegen ist. Außerdem hat sich erwiesen,
daß durch Wahl bzw. Einstellung des Laserstrahles äußerst präzise und in der Schlitzweite
gleichmäßige Entlüftungsdüsen herstellbar sind, die genau so bemessen sind, daß die
Luft entweichen kann, gleichzeitig aber auch die kleinsten Sandkörper zurückgehalten
werden. Infolge der hohen automatisch steuerbaren Laserstrahlgeschwindigkeit ergeben
sich im Bereich der herzustellenden Entlüftungsdüsen auch nur verhältnismäßig geringe
Erwärmungen des umgebenden Materials, so daß es nicht zu Auswölbungen, Materialverzerrungen
oder - spannungen oder sonstigen Oberflächenungleichmäßigkeiten kommt.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0009] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung im Schema dargestellt,
und zwar zeigen
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Formkammer mit Auskleidungsplatten,
Fig. 2 eine Ansicht auf eine Verschleißplatte,
Fig. 3 eine Stirnansicht auf die Verschleißplatte gemäß Fig. 2, die auf einer Grundkörperplatte
befestigt ist,
Fig. 4 eine Ansicht auf die Grundkörperplatte mit Luftaustrittsöffnungen,
Fig. 5 eine Stirnansicht auf die Grundkörperplatte gemäß Fig. 4,
Fig. 6 einen Teilschnitt gemäß Schnittlinie VI-VI in Fig. 2 und
Fig. 7 eine Draufsicht auf einen Ausschnitt aus der Verschleißplatte gemäß Fig. 2
mit Darstellung einer Entlüftungsdüse mit Schlitzdüsen, beispielsweise in Originalgröße.
[0010] Fig. 1 veranschaulicht in perspektivischer Darstellung eine vereinfacht gezeichnete
Formkammer 1, bestehend aus einer Bodenplatte 2, einer Oberplatte 3 und zwei Seitenplatten
4 und 5. Die Oberplatte 3 besitzt beispielsweise eine schlitzförmige Öffnung 6, über
der sich in der Praxis ein Aufgabetrichter bzw. eine Aufgabevorrichtung zum Einschießen
des Formsandes befindet. Die in der Praxis an den offenen Stirnseiten der Formkammer
befindlichen Preßplatten mit Modellplatten sind der Einfachheit halber nicht dargestellt.
Die Seitenplatten 4 und 5 und gegebenenfalls die Oberplatte 3 und auch die Bodenplatte
2 bestehen aus den erfindungsgemäßen Auskleidungsplatten. Jede dieser Platten besitzt
eine innere Verschleißplatte 8 und eine äußere Grundkörperplatte 7. Wie insbesondere
Fig. 2 veranschaulicht, besitzt die Verschleißplatte 8 zahlreiche Entlüftungsdüsen
13, die über die gesamte Fläche verteilt sind. Der Einfachheit halber sind nur einige
Teilreihen der Düsen dargestellt. Vorteilhafterweise sind die Entlüftungsdüsen 13
in Kreisflächenbereichen vorgesehen. Ein solcher Kreisflächenbereich ist in Fig. 7
etwa maßstabsgerecht gezeigt, wobei die Entlüftungsdüsen 13 als parallel zueinander
verlaufende Schlitze 14 ausgebildet sind. Diese Schlitze 14 sind durch Laserstrahltechnik
hergestellt, wobei der Laserstrahl automatisch so steuerbar ist, daß sich diese Schlitze
in Sekundengeschwindigkeit herstellen lassen. Bei diesem Ausführungsbeispiel gemäß
Fig. 7 sind die Entlüftungsdüsen 13 als parallel zueinander verlaufende Schlitze ausgebildet,
welche von der Innenfläche nach der Außenfläche zu leicht konisch erweitert sind.
Diese konische Erweiterung ergibt sich automatisch bei entsprechender Wahl und Einstellung
des Laserstrahles, so daß diejenige Seite der Verschleißplatte, an der der Laserstrahl
auftrifft, die Innenfläche zum Hohlraum der Formkammer 1 bildet. Die durch Laserstrahltechnik
hergestellten Entlüftungsdüsen befinden sich ausschließlich in der Verschleißplatte
8.
[0011] Die in den Fig. 4 und 5 dargestellte Grundkörperplatte 7 besitzt im Bereich der Entlüftungsdüsen
13 Luftaustrittsöffnungen 9. Wie Fig. 4 zeigt, sind die Luftaustrittsöffnungen 9 in
der Grundkörperplatte 7 als zylindrische Bohrungen ausgebildet. Dies ist auch aus
der Fig. 6 deutlich ersichtlich.
[0012] Wie zuvor bereits erwähnt, sind die Kreisflächenbereiche der Entlüftungsdüsen 13
gemäß Fig. 2 vorteilhafterweise in Reihen gleichmäßig über die Verschleißplattenfläche
verteilt.
[0013] Zwischen der Verschleißplatte 8 und der Grundkörperplatte 7, insbesondere in den
Bereichen außerhalb der zu bildenden Formblöcke, können Scherstifte 12 (Fig. 2 und
Fig. 6) in entsprechende Stiftbohrungen 11 eingesetzt werden. Zur Befestigung der
Auskleidungsplatten an äußeren nicht gezeichneten Maschinenteilen können in der äußeren
Grundkörperplatte 7 Gewindebohrungen 10 vorgesehen werden.
[0014] Die Befestigung der Verschleißplatte 8 an der Grundkörperplatte 7 kann vorteilhafterweise
mittels eines hitzebeständigen Zweikomponenteklebers erfolgen, welcher flächig oder
streifenförmig oder punktförmig aufgetragen werden kann. Es empfiehlt sich, einen
Zweikomponentenkleber zu wählen, der aus einem Harz, wie Epoxidharz, und einem Härter,
wie Polyaminomid, besteht. Bei Wahl eines solchen Zweikomponentenklebers und bei entsprechender
Auftragetechnik läßt sich die Verschleißplatte 8 nach Verschleiß von der Grundkörperplatte
7 abnehmen und durch eine neue ersetzt werden. Die Grundkörperplatte 7 kann dann beliebig
oft immer weiter verwendet werden.
[0015] Es versteht sich, daß die Materialeigenschaften der Verschleißplatte und der Grundkörperplatte
für den jeweiligen Anwendungsfall gewählt werden können. Für den hier besonders hervorgehobenen
Anwendungsfall als Auskleidungsplatte für Formkammern hat sich als vorteilhaft erwiesen,
eine gehärtete Verschleißplatte zu wählen, die aus einem Stahl mit mittleren chemischen
Zusammensetzungskomponenten von 1,55% C, 12% Cr, 0,7% Mo und 1,0% V besteht. Dabei
ist ferner vorteilhaft, die Grundkörperplatte 7 aus einem Stahl herzustellen mit mittleren
chemischen Zusammensetzungskomponenten 0,16% C, 0,25% Si, 1,15% Mn und 0,95% Cr.
1. Auskleidungsplatte für Formkammern (1) in Formmaschinen zur Herstellung von Formblöcken
oder Gußformen, wobei zahlreiche Teilbereiche mit Entlüftungsdüsen versehen sind,
dadurch gekennzeichnet, daß eine innere Verschleißplatte (8) an einer äußeren Grundkörperplatte
(7) befestigt ist, daß die Entlüftungsdüsen (13) durch Laserstrahltechnik hergestellt
sind und sich ausschließlich in der Verschleißplatte (8) befinden, und daß die Grundkörperplatte
(7) im Bereich der Entlüftungsdüsen (13) Luftaustrittsöffnungen (9) aufweist.
2. Auskleidungsplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Entlüftungsdüsen
(13) als parallel zueinander verlaufende Schlitze (14) ausgebildet sind, welche von
der Innenfläche nach der Außenfläche zu leicht konisch erweitert sind.
3. Auskleidungsplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entlüftungsdüsen
(13) in Kreisflächenbereichen vorgesehen sind, und daß die Luftaustrittsöffnungen
(9) in der Grundkörperplatte (7) als zylindrische Bohrungen ausgebildet sind.
4. Auskleidungsplatte nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kreisflächenbereiche
der Entlüftungsdüsen (13) reihenweise gleichmäßig über die Verschleißplattenfläche
verteilt sind.
5. Auskleidungsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Befestigung der Verschleißplatte (8) an der Grundkörperplatte (7) mittels
eines hitzebeständigen Zweikomponentenklebers erfolgt, welcher flächig oder streifenförmig
oder punktförmig aufgetragen ist.
6. Auskleidungsplatte nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Zweikomponentenkleber
aus einem Harz, wie Epoxidharz, und einem Härter, wie Polyaminomid, besteht.
7. Auskleidungsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Verschleißplatte (8) und der Grundkörperplatte (7), insbesondere
in den Bereichen außerhalb der zu bildenden Formblöcke, Scherstifte (12) eingesetzt
sind.
8. Auskleidungsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verschleißplatte (8) gehärtet ist und aus einem Stahl mit mittleren chemischen
Zusammensetzungskomponenten von 1,55% C, 12% Cr, 0,7% Mo und 1,0% V besteht.
9. Auskleidungsplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Grundkörperplatte (7) aus einem Stahl mit mittleren chemischen Zusammensetzungskomponenten
von 0,16% C, 0,25% Si, 1,15% Mn und 0,95% Cr besteht.