[0001] Die Erfindung betrifft eine schraubbare Verschlusskappe aus Kunststoffmaterial gemäss
Oberbegriff von Anspruch 1. Der Begriff "schraubbar" ist hier so zu verstehen, dass
sowohl Verschlusskappen mit Schraubgewinde als auch Bajonettverschlüsse erfasst sind.
Derartige Verschlusskappen sind bereits seit langer Zeit bekannt und gebräuchlich
und werden vor allem zum Verschliessen von Flaschen für kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke
eingesetzt. Bei den Flaschen handelt es sich häufig um Mehrwegflaschen aus Glas oder
PET. Da die Behältermündung insbesondere bei Mehrwegflaschen häufig beschädigt ist,
werden zum Abdichten der Behälter bevorzugt in die Behältermündung hineinragende Innendichtungen
verwendet. Dadurch wird die primäre Dichtpartie etwas ins Innere der Flaschenmündung
versetzt. Auch bei beschädigtem Mündungsbereich wird so optimale Dichtwirkung erreicht.
Die EP-118 267 zeigt eine derartige Verschlusskappe.
[0002] Bei kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken herrscht bei geschlossenem Behälter
ein erhöhter Innendruck. Ein Problem bei derartigen Verschlusskappen besteht darin,
dass der Innendruck erst abgebaut wird, wenn die Innendichtung vollständig aus der
Behältermündung herausgelöst wird. Innendichtungen der genannten Art haben eine umlaufende
Dichtpartie, deren Aussendurchmesser etwas grösser als der Innendurchmesser der Flaschenmündung
ist. So ist sichergestellt, dass die Dichtpartie bei aufgesetzter Verschlusskappe
gegen die Innenwand der Flaschenmündung gepresst wird. Unterhalb der Dichtpartie folgt
eine Einführpartie, deren Aussendurchmesser nach unten etwa konisch abnimmt, so dass
er am unteren Ende der Innendichtung kleiner als der Durchmesser der Behältermündung
ist. Diese ist notwendig, um das beschädigungslose Einführen der Innendichtung beim
Aufschrauben der Schraubkappe sicherzustellen. Diese Konfiguration der Innendichtung
führt dazu, dass der obere Bereich der Einführpartie den Behälter dicht abschliessen
kann, wenn sich die eigentliche Dichtpartie der Innendichtung bereits ausserhalb der
Behältermündung befindet. Dies führt zu einem unnötig späten Druckabbau beim Abschrauben
der Verschlusskappe. An sich könnte man diesem Nachteil durch Verkürzung der Einführpartie
begegnen. Eine gewisse Länge derselben ist jedoch notwendig, um die Innendichtung
zuverlässig und schonend einzuführen.
[0003] Die bekannten Innendichtungen haben im weiteren den Nachteil, dass die Aussenfläche
der Einführpartie, welche mit der Behältermündung als erste in Kontakt kommt, eine
glatte Aussenfläche aufweist. Rauhe, unregelmässige oder beschädigte Stellen an der
Behältermündung können daher durch die Einführpartie kaum geglättet werden und es
besteht die Gefahr, dass die für das Abdichten wesentliche Dichtpartie verletzt wird.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des Bekannten zu vermeiden und
insbesondere eine Verschlusskappe der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welcher
der Innendruck beim Abschrauben zuverlässig abgebaut wird, sobald sich die Dichtpartie
der Innendichtung ausserhalb der Behältermündung befindet. Dabei soll das Einführen
der Innendichtung in die Behältermündung auf keine Weise beeinträchtigt werden. Eine
weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Einführpartie so zu gestalten, dass
sie Unebenheiten der Behältermündung beim Aufschrauben egalisiert, so dass die Dichtpartie
beim Aufschrauben nicht beschädigt wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch eine Verschlusskappe mit den Merkmalen
von Patentanspruch 1 gelöst. Die Innendichtung weist eine Dichtpartie und unterhalb
der Dichtpartie eine Einführpartie auf. Die Dichtpartie ist jener Teil der Innendichtung,
der bei aufgesetzter Verschlusskappe die Behältermündung an ihrer Innenseite berührt
und eine Abdichtung bildet. Die Einführpartie dient primär dem zuverlässigen und schonenden
Einführen der Innendichtung in die Behältermündung. Diese lässt sich aufgrund ihrer
Funktionen weiter unterteilen. Der vorderste Abschnitt der Einführpartie ist die Zentrierzone,
in welcher der Aussendurchmesser kleiner als der Durchmesser der Behältermündung ist.
Sie zentriert und führt die Innendichtung beim Aufsetzen der Verschlusskappe. Nach
der Zentrierzone folgt eine Spannzone, in welcher der Aussendurchmesser grösser als
der Durchmesser der Behälteröffnung ist. Beim Eindringen der Spannzone in die Behälteröffnung
wird die Innendichtung zusammengepresst und damit vorgespannt. Im Bereich der Einführpartie
weist die Aussenfläche der Innendichtung wenigstens eine Entlüftungsaussparung auf.
Die Entlüftungsaussparung bildet eine Verbindung zum Innenraum des Behälters, sobald
die Dichtpartie ausser Eingriff mit der Behältermündung kommt. Sie verhindert, dass
die Einführpartie mit der Behältermündung eine Abdichtung bilden kann und sorgt somit
für die Entlüftung des Behälters zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Damit wird sichergestellt,
dass das Innengewinde der Verschlusskappe bis zum Einsetzen der Entlüftung sicher
mit dem Aussengewinde des Behälterhalses im Eingriff steht. Die Gefahr des plötzlichen
Abspringens der Verschlusskappe beim Abschrauben derselben aufgrund von zu hohem Innendruck
und zu spätem Lüften des Behälters wird damit verringert.
[0006] Die Entlüftungsaussparung wird vorzugsweise so gestaltet, dass sie sich wenigstens
über die gesamte Höhe der Spannzone erstreckt. Damit ist sichergestellt, dass ein
offener Luftkanal besteht, sobald sich die Dichtpartie ausser Eingriff mit der Behältermündung
befindet.
[0007] Die Anzahl der Entlüftungsaussparungen sowie deren Breite und Tiefe beeinflussen
die Geschwindigkeit der Entlüftung beim Öffnen des Behälters. Zu beachten ist, dass
die Einführungszone im Bereich der Entlüftungsaussparung ihre Führungsfunktion nicht
erfüllt. Um einer Zerstörung der Dichtpartie im Bereich der Entlüftungsaussparung
vorzubeugen, wird mit Vorteil darauf geachtet, dass die Breite der Entlüftungsaussparung
1/15 des Umfangs der Innendichtung nicht übersteigt.
[0008] Unter dem Durchmesser der Einführpartie ist, unabhängig von Entlüftungsaussparungen,
der Durchmesser der äussersten Fläche zu verstehen. Liegen mehrere Entlüftungsaussparungen
direkt nebeneinander, so kann die Aussenfläche auf einzelne Kanten reduziert werden.
Daher wird stellenweise auch der Begriff Hüllfläche verwendet, womit die Aussenfläche
ohne Entlüftungsaussparungen gemeint ist. Die Innendichtung wird häufig so gestaltet,
dass ihr Aussendurchmesser im Bereich der Einführpartie zum unteren Ende hin abnimmt.
Der nach unten hin stetig, in der Regel konisch abnehmende Aussendurchmesser führt
dazu, dass die Innendichtung während dem Aufschrauben gleichmässig vorgespannt wird,
bis die Dichtpartie in die Behältermündung eindringt. Während dieser Vorspannphase
liegt die Einführpartie an der Innenkante der Behältermündung an. Die dabei durch
das Drehen des Verschlusses auftretende Reibung wirkt egalisierend auf mögliche Unebenheiten
im Mündungsbereich. Diese Reibwirkung kann durch geeignete Gestaltung der Entlüftungsaussparung
gezielt verstärkt werden.
[0009] Bei einer anderen, ebenfalls vorteilhaften Gestaltung der Einführpartie, hat diese
lediglich in ihrem unteren Bereich eine Gleitzone, in welcher der Aussendurchmesser
zum unteren Ende hin abnimmt. Zwischen der Gleitzone und der Dichtpartie weist der
Aussendurchmesser der Innendichtung einen lokalen Minimalwert auf, so dass am oberen
Ende der genannten Gleitzone ein lokal maximaler Aussendurchmesser entsteht, der grösser
ist, als der Durchmesser der zu verschliessenden Behältermündung. Dieser wird mit
Vorteil möglichst gross gewählt, jedoch so, dass er bei aufgesetzter Verschlusskappe,
sobald die Dichtpartie in die Behältermündung eindringt, von der Behälterinnenwand
abgehoben wird. Diese Konfiguration hat den Vorteil, dass die Einführpartie beim Aufschrauben
der Verschlusskappe an der Mündungs-Innenfläche anliegt, sobald die Gleitpartie in
die Behältermündung eingedrungen ist. Damit wird die Reibwirkung der Einführpartie
auch im Bereich der Mündungs-Innenfläche wirksam.
[0010] Auch die Form der Entlüftungsaussparung selbst beeinflusst nachhaltig die Reibwirkung
der Einführpartie. Die Reibwirkung wird vorteilhaft verstärkt wenn zwischen Entlüftungsaussparungen
Schneidekanten zum Egalisieren unregelmässiger oder beschädigter Mündungskanten von
Kunststoffbehältern vorgesehen sind. Zur Beschreibung der diesbezüglichen Aussparungsgestaltung
werden die von der spanabhebenden Bearbeitung zum Definieren der Scheidengeometrie
bekannten Begriffe verwendet. Dabei ist die Entlüfungsaussparung mit der Lücke zwischen
zwei Sägezähnen zu vergleichen. Obwohl die Verschlusskappe aus relativ weichem Kunststoff
besteht, wurden mit einem Spanwinkel von etwa 0° die besten Resultate erreicht. Dabei
stellt die Oberfläche der Entlüftungsaussparung, am in Aufschraubdrehrichtung betrachtet
vorderen Ende derselben, die Spannfläche dar, welche etwa im rechten Winkel entlang
einer Schneidekante an die Hüllfläche der Einführpartie anschliesst. Damit ist die
Schneidekante so gerichtet, dass sie beim Drehen der Verschlusskappe in Aufschraubdrehrichtung
als Schneide arbeiten kann. Optimale Ergebnisse werden mit Spanwinkeln im Bereich
von +/- 10° erreicht. Mit dieser primitiven Kunststoffschneide kann auch bei Kunststoffbehältern
kein eigentlicher spanabhebender Vorgang erreicht werden. Das ist auch nicht beabsichtigt,
da sonst Kunststoffspäne in das Getränk fallen würden. Tatsächlich handelt es sich
um eine Art plastischer Deformierung von Graten und Kerben, was eigentlich einen negativen
Spanwinkel nahelegen würde. Aufgrund des weichen Schneidenmaterials wurden aber dennoch
mit Spanwinkeln von etwa 0° die besten Resultate erreicht.
[0011] Da die Einführpartie während des Aufschraubens der Verschlusskappe lediglich während
des Bruchteils einer Umdrehung im Eingriff steht, reicht eine Entlüftungsaussparung
nicht aus, um den gesamten Mündungsumfang im oben beschriebenen Sinne zu bearbeiten.
Die Verschlusskappe lässt sich daher weiter verbessern, indem mehrere Entlüftungsaussparungen
gleichmässig über den Umfang der Innendichtung verteilt angeordnet werden. Besonders
gute Reibeigenschaften werden erreicht, wenn die Entlüftungsaussparungen in gleichen
Abständen voneinander angeordnet werden, insbesondere wenn eine Vielzahl von Entlüftungsaussparungen
unmittelbar nebeneinander angeordnet werden. Damit verringert sich die Aussenfläche
der Innendichtung in jenem Bereich, wo sich die Entlüftungsaussparungen berühren,
auf einzelne Kanten. Beim Aufschrauben der Verschlusskappe ist die Auflagefläche in
der Einführungszone folglich auf einzelne Kanten beschränkt, was eine hohe Flächenpressung
zur Folge hat. Dies wirkt sich positiv auf den Reib- und Glättungseffekt aus.
[0012] Bei direkt nebeneinanderliegenden Entlüftungsaussparungen werden bei Verwendung der
bereits erwähnten Schneidengeometrie mit einem Spanwinkel um 0° die besten Resultate
erreicht. Um dennoch die ausreichende Stabilität der einzelnen "Sägezähne" zu gewährleisten,
wird die Oberfläche der Entlüftungsaussparung auf der gegenüberliegenden Seite, am
in Aufschraubdrehrichtung betrachtet hinteren Ende der Entlüftungsaussparung, so gestaltet,
dass sie als Freifläche in einem flachen Winkel an die Hüllfläche der Innendichtung
anschliesst. Gute Ergebnisse wurden mit Freiwinkeln unter 30° erreicht.
[0013] Als Alternative zur sägezahnförmigen Gestaltung können auch symmetrische Entlüftungsaussparungen
verwendet werden. Daraus ergibt sich eine Schneidengeometrie mit negativem Spanwinkel
und positivem Freiwinkel, wobei beide den gleichen Wert aufweisen. Damit werden beim
Auf- und Abschrauben ähnliche Reibeigenschaften erreicht. Gute Resultate werden mit
Span- und Freiwinkeln von unter 60° erreicht.
[0014] Eine hohe Reibwirkung ohne Einschränkung der Zentrier- und Führungsfunktion der Einführpartie
wurden mit Innendichtungen erreicht, die wenigstens 25 und höchstens 50 über den Umfang
verteilte, Entlüftungsaussparungen aufweisen.
[0015] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- Die Schnittdarstellung einer Behältermündung mit einer Verschlusskappe, welche bis
zum Einsetzen der Lüftung abgeschraubt wurde,
- Figur 2
- die Schnittdarstellung einer Behältermündung mit einer Verschlusskappe mit stellenweise
unterbrochener Einführpartie,
- Figur 3
- die Schnittdarstellung des Dichtungsbereichs einer Verschlusskappe,
- Figur 4
- die Schnittdarstellung der Dichtpartie einer aufgeschraubten Verschlusskappe,
- Figur 5
- einen Querschnitt durch die Ebene A-A gemäss Fig. 6,
- Figur 6
- einen Ausschnitt der Seitenansicht einer Innendichtung mit einer Vielzahl von nebeneinander
sägezahnartig angeordneten Entlüftungsaussparungen, und
- Figur 7
- einen Ausschnitt der in Figur 6 dargestellten Innendichtung von unten her gesehen
(Richtung B gemäss Fig. 6).
[0016] Figur 1 zeigt die Schnittdarstellung einer Behältermündung mit einer Verschlusskappe,
welche bis zum Einsetzen der Lüftung abgeschraubt wurde. Die Verschlusskappe besteht
aus einer zylindrischen Kappenwand 1 und einem diese abschliessenden Kappenboden 2.
Von der Innenfläche 3 des Kappenbodens erstreckt sich eine Innendichtung 4 koaxial
mit der Kappenwand 1 zur Kappenöffnung hin. Ist die Verschlusskappe vollständig auf
den Behälterhals aufgeschraubt, so berührt die Aussenfläche der Innendichtung die
Innenfläche 23 der Behältermündung in einem beschränkten Bereich. Dieser Bereich wird
als Dichtpartie 5 bezeichnet. Ihr Aussendurchmesser ist grösser als der Durchmesser
8 der Behältermündung. Unterhalb der Dichtpartie folgt die Einführpartie 6, in der
der Aussendurchmesser nach unten hin konisch abnimmt. Beim Aufschrauben der Verschlusskappe
kommt die Aussenfläche der Einführpartie 6 als erstes mit der Behältermündung in Kontakt;
die Dichtpartie 5 erreicht die Behältermündung erst später. Der nach unten hin abnehmende
Durchmesser der Einführpartie liegt an der Innenkante 24 der Behältermündung an. Er
zentriert die Innendichtung auf die Behältermündung und sorgt dafür, dass diese schonend
vorgespannt wird, bevor die Dichtpartie 5 die Behältermündung erreicht. Beim Abschrauben
der Verschlusskappe findet der umgekehrte Vorgang statt. Zunächst wird die Dichtpartie
aus der Behältermündung gezogen, die Innendichtung bleibt jedoch zunächst vorgespannt,
weil die Einführpartie noch an der Behältermündung anliegt. Erst beim weiteren Abschrauben,
wenn die Einführpartie aus der Behältermündung gezogen wird, kann sich die Innendichtung
wieder aufweiten. Die Einführpartie bleibt beim Abschrauben solange in Kontakt mit
der Behältermündung, bis sich die Innendichtung auf ihre entspannte Normalposition
aufgeweitet hat. Die Einführpartie wird somit in zwei Bereiche unterteilt: der untere
Bereich der Einführpartie dient dem Zentrieren der Innendichtung auf die Behältermündung,
und die Spannzone beginnt dort, wo der Aussendurchmesser der Einführpartie den Durchmesser
8 der Behälteröffnung erreicht.
[0017] Im Bereich der Einführpartie weist die Innendichtung mehrere Entlüftungsaussparungen
auf. Diese verhindern, dass die Innendichtung beim Abschrauben der Verschlusskappe
im Bereich der Spannzone eine Abdichtung bilden kann. Um das Lüften des Behälters
zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu gewährleisten, beginnen die Entlüftungsaussparungen
9 direkt unterhalb der Dichtpartie. Bei der hier dargestellten Verschlusskappe befindet
sich die Dichtpartie gerade ausserhalb der Behältermündung. Gas aus dem Behälter kann
durch die Entlüftungsaussparungen 9 in Pfeilrichtung y abströmen.
[0018] Um das gleichmässige Vorspannen der Innendichtung durch die Einführpartie zu gewährleisten,
ist darauf zu achten, dass die Breite 11 der Entlüftungsaussparungen nicht zu gross
gewählt wird. Ist die Gleitfläche der Einführzone durch sehr breite Entlüftungsaussparungen
unterbrochen, so besteht die Gefahr, dass die Innendichtung im Bereich dieser Aussparungen
beim Aufschrauben lokal nach aussen gedrückt wird. Dies kann zur Verletzung der Dichtpartie
beim Montieren der Verschlusskappen führen. Gute Resultate wurden mit Entlüftungsaussparungen
erreicht, deren Breite 1/15 des Dichtungsumfangs nicht übersteigt.
[0019] Figur 2 zeigt die Schnittdarstellung einer Behältermündung mit einer Verschlusskappe
mit stellenweise unterbrochener Einführpartie. Die in diesem Beispiel verwendeten
Entlüftungsaussparungen sind Schlitze, welche die Einführungszone in einzelne Führungsnocken
22 unterteilen. Diese durchgehenden Schlitze bewirken sehr schnelles Lüften des Behälters,
sobald die Dichtpartie ausser Eingriff mit der Behältermündung kommt. Die Verschlusskappe
hat ein rechtsgängiges Schraubgewinde, so dass der in Aufschraubdrehrichtung 17 betrachtet
am vorderen Ende der Entlüftungsaussparung befindliche Teil 16 der Aussparungsoberfläche
beim Aufschrauben als Spanfläche wirkt und mit der Aussenfläche der Innendichtung
eine Schneidekante bildet. Obwohl bei den Einführnocken 22 aufgrund des Freiwinkels
von 0° nicht von Schneiden im eigentlichen Sinn zu sprechen ist, werden in der hier
verwendeten Terminologie dennoch die Begriffe Spanfläche und Schneidekante verwendet.
[0020] In Figur 3 ist der Dichtungsbereich einer erfindungsgemässen Verschlusskappe im Schnitt
dargestellt. Die Innendichtung weist im Bereich der Einführpartie 6 ein lokales Maximum
15 auf. Die Zentrier- und Vorspannfunktion der Einführpartie wird von der unterhalb
des genannten Maximaldurchmessers liegenden Gleitzone 13 übernommen. Die Gleitzone
selbst ist funktional aufgeteilt in eine Zentrierzone 25, in welcher der Aussendurchmesser
kleiner ist, als der Durchmesser 8 der Behältermündung, und eine Spannzone 26, in
welcher der Aussendurchmesser grösser ist, als der Durchmesser 8 der Behältermündung.
Die zu verschliessende Behältermündung ist durch eine strichpunktierte Linie angedeutet.
Zwischen dem lokalen Maximum 15 und der Dichtpartie 5 weist die Innendichtung eine
rillenförmige Vertiefung auf, so dass der Aussendurchmesser auf ein lokales Minimum
14 abnimmt. Damit wird die glättende Reibwirkung der Einführzone in vorteilhafter
Weise auch auf die Innenfläche der Behältermündung ausgedehnt. Die Reibung wirkt an
der Innenkante der Behältermündung, bis die Gleitzone 13 ganz in die Behältermündung
eingedrungen ist. Beim weiteren Zudrehen der Verschlusskappe wird jene Stelle mit
lokal maximalem Durchmesser in die Behältermündung hineingeschoben und die Reibwirkung
damit auf die Innenfläche der Behältermündung verlagert. Dadurch werden auch Oberflächenfehler
an der Mündungsinnenseite durch die Einführpartie geglättet. Die Vorspannung der Innendichtung
wird in dieser Phase nicht weiter erhöht. Erst wenn nach weiterem Aufschrauben die
Dichtpartie 5 in die Behältermündung eindringt, wird die Vorspannung der Innendichtung
nochmals leicht verstärkt, worauf die Hauptkraft der vorgespannten Innendichtung auf
der Dichtpartie lastet. Der maximale Durchmesser der Einführpartie wird mit Vorteil
so gewählt, dass diese vollständig entlastet wird, sobald die Dichtpartie in die Behältermündung
eindringt.
[0021] Figur 4 zeigt die Schnittdarstellung des Dichtungsbereichs einer aufgeschraubten
Verschlusskappe. Der Verschluss befindet sich in vollständig aufgeschrauber Position
und die Innendichtung berührt die Mündungsinnenfläche 23 des Behälters lediglich im
Bereich von Dichtpartie 5.
[0022] Figur 5 zeigt einen Querschnitt durch die Ebene A-A gemäss Figur 6. Dabei handelt
es sich um eine Innendichtung, deren Aussendurchmesser im Bereich der Einführpartie
6 ein lokales Maximum aufweist.
[0023] Figur 6 zeigt einen Auschnitt der Seitenansicht einer Innendichtung, deren Aussendurchmesser,
wie aus Figur 5 ersichtlich ist, im Bereich der Einführpartie ein lokales Maximum
aufweist. Diese Querschnittskonfiguration der Innendichtung wurde bereits im Zusammenhang
mit den Figuren 3 und 4 erläutert. Die Innendichtung weist in der Einführpartie am
gesamten Umfang eine Vielzahl von direkt nebeneinanderliegenden Entlüftungsaussparungen
9 auf. In diesem Beispiel berühren sich zwei nebeneinanderliegende Entlüftungsaussparungen
9 lediglich in einem Punkt, nämlich dort, wo der Aussendurchmesser der Einführpartie
am grössten ist. Dieser Punkt ist gleichzeitig der für den Reibeffekt Wesentlichste,
da, wie zu Figur 3 erklärt, durch diese Stelle auch an der Mündungsinnenseite eine
Reibwirkung eintritt. Durch die direkt aneinander anschliessenden Aussparungen erhält
die Einführpartie eine Profilierung, die den Charakter eines Schneidewerkzeugs aufweist,
es entsteht ein positiver Freiwinkel.
[0024] Figur 7 zeigt die in Figur 6 dargestellte Innendichtung aus der Sicht von unten (Richtung
B gemäss Fig. 6). Aus dieser Darstellung ist die schneidenförmige Prägung durch die
Entlüftungsaussparungen ersichtlich. An der in Aufschraubdrehrichtung betrachtet vorderen
Seite der Entlüftungsaussparung bildet die Spanfläche 16 einen Winkel von etwa 90°
mit der Hüllfläche der Innendichtung, was einem Spanwinkel von O° entspricht. In der
Figur ist mit gestrichelten Linien ein bevorzugter Bereich von +/- 10° für die Wahl
des Spanwinkels α eingezeichnet. Am hinteren Ende der Aussparung schliesst die Freifläche
21 in einem eher flachen Winkel an dieselbe Hüllfläche an. In diesem Beispiel wurden
sowohl Freifläche 21 als auch Spanfläche 16 als parallel zur Verschlusskappen-Achse
stehende Ebene ausgebildet. Daraus ergibt sich aufgrund des gewählten, aus Figur 5
ersichtlichen Dichtungsquerschnitts, dass sich die einzelnen Aussparungen lediglich
in einem Punkt berühren. Weitere Ausführungsformen der Entlüftungsaussparungen zum
Optimieren der gewünschten Reibwirkung sind möglich. Diese liegen im Ermessen des
Fachmanns. Insbesondere können die Aussparungen auch so gestaltet werden, dass sie
nicht nur in einem Punkt, sondern entlang einer Schneidekante aneinanderstossen.
1. Schraubbare Verschlusskappe aus Kunststoffmaterial mit einer zylindrischen Kappenwand
(1) und einem diese abschliessenden Kappenboden (2), von dessen Innenfläche (3) sich
eie Innendichtung (4) erstreckt, die an ihrer Aussenseite eine umlaufende Dichtpartie
(5) zum innenseitigen Abdichten der zu verschliessenden Behälteröffnung aufweist und
die unterhalb der Dichtpartie (5) eine Einführpartie (6) aufweist, deren Aussendurchmesser
an ihrem unteren Ende (7) kleiner und im Bereich einer Spannzone (26) grösser als
der Durchmesser (8) der zu verschliessenden Behälteröffnung ist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Aussenfläche der Innendichtung im Bereich der Einführpartie (6) wenigstens
eine Entlüftungsaussparung (9) aufweist.
2. Verschlusskappe gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Entlüftungsaussparung
(9) wenigstens über die gesamte Höhe (26) der Spannzone erstreckt.
3. Verschlusskappe gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aussendurchmesser
der Innendichtung im Bereich der Einführpartie (6) zum unteren Ende (7) hin abnimmt.
4. Verschlusskappe gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einführpartie
(6) in ihrem unteren Bereich eine Gleitzone (13) aufweist, in welcher der Aussendurchmesser
zum unteren Ende hin abnimmt und dass der Aussendurchmesser zwischen der Gleitzone
und der Dichtpartie einen lokalen Minimalwert (14) aufweist, sodass am oberen Ende
der genannten Gleitzone ein lokal maximaler Aussendurchmesser (15) entsteht, der grösser
ist als der Durchmesser (8) der zu verschliessenden Behälteröffnung.
5. Verschlusskappe gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich
die Breite (11) der Entlüftungsaussparung 1/15 des Umfangs der Innendichtung nicht
übersteigt.
6. Verschlusskappe gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an
dem in Aufschraubdrehrichtung (17) betrachtet vorderen Ende der Entlüftungsaussparung
(11) die Oberfläche (12) derselben als Spanfläche (16) etwa im rechten Winkel entlang
einer Schneidekante (18) an die Hüllfläche der Einführpartie anschliesst.
7. Verschlusskappe gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere
Entlüftungsaussparungen (9) über den Umfang der Innendichtung verteilt angeordnet
sind.
8. Verschlusskappe gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Entlüftungsaussparungen
Schneidkanten zum Egalisieren unregelmässiger oder beschädigter Mündungskanten von
Kunststoffbehältern vorgesehen sind.
9. Verschlusskappe gemäss einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die Entlüftungsaussparungen in gleichen Abständen voneinander angeordnet sind.
10. Verschlusskappe gemäss Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Entlüftungsaussparungen
(9) unmittelbar nebeneinanderliegen.
11. Verschlusskappe gemäss Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass am in Aufschraubdrehrichtung
(17) betrachtet hinteren Ende (19) der Entlüftungsaussparung (9) die Oberfläche der
Entlüftungsaussparung als Freifläche (21) in einem flachen Winkel an die Hüllfläche
der Einführpartie anschliesst.
12. Verschlusskappe gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass
die Innendichtung wenigstens 25 und höchstens 50 Entlüftungsaussparungen (9) aufweist.