[0001] Derartige Sammelfahrzeuge unter Verwendung von Gebläsen sind bereits in unterschiedlichen
Ausführungsformen bekanntgeworden. Bei einem in der Offenlegungsschrift DE 35 10 700
A1 bekanntgewordenen Fahrzeug werden Hausmüllbehälter unter Absaugschläuchen positioniert,
während jeweils übereinanderliegende Kammern am hinteren Ende mit Ventilatoren versehen
sind, die den Müll aus den Behältern über die Schläuche in die Kammern einbringen
sollen. Eine derartige Anordnung hat jedoch viel zu große Leitungsverluste, um schwerere
Müllteile, insbesondere Flaschen oder Dosen, tatsächlich absaugen zu können, wobei
noch hinzu kommt, daß bei einer derartigen Anordnung zwischen dem ausgangsseitig angeordneten
Ventilator und dem Ende der jeweiligen Kammer ein Filter vorgesehen sein muß, der
entweder einen Großteil kleiner Partikel und Staub nach hinten entweichen läßt, was
aus Umweltschutzgründen keinesfalls tolerabel ist, oder aber so fein ausgebildet ist,
daß dann unter gar keinen Umständen, selbst bei völlig überdimensionierten Ventilatoren,
eine ausreichende Saugleistung jenseits des Filters mehr aufgebracht werden kann.
[0002] Bei einem in der europäischen Patentanmeldung 0 220 936 vorgeschlagenen Sammelfahrzeug
der eingangs genannten Art erfolgt das eigentliche Eingeben in das Fahrzeug über einen
Schütttrichter mit angeschlossener Zerkleinerungseinheit, an die sich wahlweise ein
Schneckenförderer oder ein intern als Umlaufluftstrecke ausgebildete Saugleitung anschließt.
Dabei erfolgt aber keine eigentliche Absaugung des Sammelguts aus den externen Behältern.
[0003] Die Offenlegungsschrift DE 37 27 431 A1 schlägt zum Absaugen von Schüttgut aus oben
offenen Behältern eine Saugleitung mit einem auf den Behälter aufzusetzenden Trichter
vor, wobei neben der Saugleitung gleichzeitig eine Überdruckleitung vorgesehen ist,
die die Luft aus dem Innern des Sammelfahrzeugs in den unteren Bereich des zu entleerenden
Behälters zurückbringt.
[0004] Diese Anordnung ist nur zur Entleerung von angepaßten Spezialbehältern geeignet und
insbesondere nicht für Sammelfahrzeuge, die gleichzeitig mehrere unterschiedliche
Stoffe sortiert aufnehmen sollen. Entsprechend das gleiche gilt auch für eine Anordnung,
wie sie in der Patentschrift DE 38 31 160 C2 vorgeschlagen worden ist, wobei bei dieser
Anordnung, wie auch bei allen anderen Anordnungen, durch die Verwendung flexibler
Schläuche das Einsammeln sortierter Werkstoffe, beispielsweise von Glasflaschen und
Metallbehältern, nicht möglich ist, da zum einen die Saugleistungen und Querschnitte
für das Ansaugen schwerer, mehrere Liter Inhalt aufweisender Flaschen nicht ausreichen,
und zum anderen die schweren einzusaugenden Sammelgegenstände derartige flexible Schläuche
in allerkürzester Zeit soweit beschädigen, daß sie undicht werden und nicht mehr einsatzfähig
sind.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Sammelfahrzeug der eingangs genannten
Art so auszugestalten, daß es zum Sammeln beliebiger Wertstoffe, insbesondere auch
schwerer Flaschen und Metallgegenstände, geeignet ist, also zur typischen Entsorgung
heutiger Sammelbehälter für Kunststoff, Metall, Glas, wobei gleichzeitig eine einfache
Zerkleinerung und damit Verdichtung des Sammelgutes stattfinden soll.
[0006] Zur Lösung diese Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß vor dem in mehrere nebeneinander
angeordnete Kammern mit in gleicher Höhe angeordneten Einblasstutzen unterteilten
Behälter ein Flügelrad-Gebläse mit einem quer zur Fahrzeuglängsachse verlaufenden
Ansaugstutzen und einem im wesentlichen senkrechten, mittig vor dem Behälter endenden
Ausblasstutzen angeordnet ist, auf dem ein im wesentlichen L-förmiges Verteilrohr
um seine vertikale Achse drehbar angeordnet ist, so daß sein im wesentlichen horizontaler
Ausblasstutzen wahlweise vor eine der auf einem Kreisbogen um die Steigrohrachse verteilt
angeordneten Öffnungen der Einblasstutzen der Kammern positionierbar ist.
[0007] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung lassen sich die Rohrleitungen vom Gebläse bis
in die einzelnen Kammern als stabile Stahlrohre ausbilden, ebenso wie auch der Ansaugschlauch
- was weiter unten noch im einzelnen erläutert werden soll - bevorzugt als derartiges
stabiles Stahlrohr ausgebildet sein sollte. Dadurch ist trotz der möglichen Umschaltbarkeit
des Einblasens in verschiedene Kammern des Aufbaus des Sammelfahrzeugs die Gefahr
vermieden, daß durch scharfkantige Metallteile oder Flaschenscherben oder sonstige
schwere angesaugte Gegenstände die Rohrleitungen beschädigt werden, wie es bei flexiblen
Rohrleitungen letztendlich unvermeidbar ist.
[0008] Durch die Verwendung eines Flügelrad-Gebläses, welches von dem Sammelgut durchsetzt
wird, wird dieses gleichzeitig sehr stark verkleinert und verdichtet. So hat es sich
gezeigt, daß Flaschen nahezu auf Kleingranulatgröße zerkleindert werden, ebenso wie
Metallbüchsen sehr stark verdichtet werden, so daß ein solches Sammelfahrzeug erheblich
mehr Sammelgut aufnehmen kann als bisherige Sammelfahrzeuge, bei denen bei getrennten
Kammern für verschiedene Güter grundsätzlich eine Verdichtung nicht vorgesehen war,
sondern nur ein einfaches Einschütten stattfand.
[0009] Wegen der räumlichen Verhältnisse bei Kraftfahzeugen mit einem Aufbau, die häufig
eine mittige Anordnung des Gebläses zwischen Fahrerhaus und dem eigentlichen, die
Sammelkammern enthaltenden Aufbau nicht zulassen, hat es sich als zweckmäßig erwiesen,
das Gebläse seitlich auf dem Fahrzeugchassis zu montieren und an seinen Auslaß ein
knieförmig gewinkeltes Ausblasrohr zum Ausgleich der Seitenversetzung zur Fahrzeugmittelachse
anzuschließen. Der Ausblasstutzen soll nämlich deshalb mittig angeordnet sein, da
ansonsten die angesprochene einfache Verteilung auf die verschiedenen Kammern mit
Hilfe des drehbaren L-förmigen Verteilrohrs nicht möglich wäre oder aber kompliziertere
und letztendlich unpraktische Anordnungen und Ausgestaltungen der Einblasstutzen der
Kammern notwendig wären.
[0010] Zur Verschwenkung des Verteilrohrs kann am oberen Ende des Ausblasstutzens ein Schwenkmotor
angeordnet sein, der entweder vom Führerhaus aus, oder bevorzugt vom freien Ende des
Saugrohrs, welches vom Bedienungspersonal in den jeweiligen zu entleerenden Behälter
eingehängt wird, betätigbar ist.
[0011] Dabei hat es sich - in Weiterverfolgung des Grundgedankens der vorliegenden Erfindung,
nur stabile Stahlrohrleitungen verwenden zu können, - als besonders zweckmäßig erwiesen,
daß an den, vorzugsweise auf der Innenseite des seitlich versetzten Gebläses angeordneten
Ansaugstutzen ein mit einem Rüssel zum Eintauchen in die örtlichen Sammelbehälter
versehenes, parallel zur Fahrzeuglängsachse einklappbares Saugrohr schwenkbar befestigt
ist.
[0012] Dabei ist zunächst an den Ansaugstutzen des Gebläses bevorzugt ein über einen doppeltwirkenden
ersten Hydraulikzylinder betätigbares Teleskoprohr angeschlossen, das in der verkürzten
Stellung an der Gegenseite des Fahrzeugrahmens endet, wobei das eigentliche Saugrohr
schwenkbar an diesem Teleskoprohr angelenkt ist.
[0013] Dies kann in Weiterbildung der Erfindung besonders einfach in der Weise erfolgen,
daß am inneren freien Ende des Saugrohrs ein Flansch angeordnet ist, der am Teleskoprohr
schwenkbar und in der Höhe über einen zweiten doppeltwirkenden Hydraulikzylinder absenkbar
gelagert ist. Dadurch läßt sich erreichen, daß das eingeschwenkte Rohr unter den Fahrzeugaufbau
absenkbar ist, so daß, in Verbindung mit einer weiteren bevorzugten Weiterbildung
der Erfindung, wonach das Schwenklager des Saugrohrs am Ende eines in einer Vierkantrohrführung
an der Seite des Teleskoprohrs geführten Vierkanttragrohrs befestigt ist, das eigentliche
Saugrohr nach der Benutzung in eine Transportstellung einschwenkbar und durch Absenken
und Unterschieben unter den Aufbau verbringbar ist, daß es überhaupt nicht mehr nach
außen übersteht und dies, obgleich das Saugrohr nicht, wie bei allen bisherigen Vorschlägen,
als flexibles Schlauchrohr ausgebildet ist. Die teleskopartige Verlängerung des Zwischenstücks
zwischen dem Gebläse und dem wegschwenkbaren Saugrohr hat zum einen die Funktion,
daß man daduch Abstände überbrücken kann, die dadurch erforderlich sind, daß man nicht
nahe genug an einen zu entleerenden Behälter heranfahren kann. Zum anderen ergibt
diese Verlängerbarkeit des Teleskoprohrzwischenabschnitts die Möglichkeit, in einem
größeren Container zunächst den Rüssel vorne einzuhängen und abzusaugen, und dann
durch den doppeltwirkenden Hydraulikzylinder das Teleskoprohr auszufahren, so daß
der eigentliche Rüssel dabei in die bis zu mehreren Metern ent fernten hinteren Teile
des Sammelcontainers verschoben wird, so daß er auch tatsächlich alle darin befindlichen
Teile einsaugen kann.
[0014] Schließlich liegt es auch noch im Rahmen der Erfindung, den eigentlichen Saugrüssel
gebogen auszubilden und drehbar am vorderen Ende des Saugrohrs zu befestigen, so daß
durch Verdrehen des Saugrüssels von Hand eine verbesserte Aussaugung der Behälter
stattfinden kann.
[0015] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Sammelfahrzeugs,
- Fig. 2
- eine Aufsicht auf das Sammelfahrzeug,
- Fig. 3
- eine Rückansicht des Sammelfahrzeugs mit ausgeschwenktem Saugrohr,
- Fig. 4
- eine Aufsicht auf das Fahrzeug mit in die Arbeitsstellung ausgeschwenktem Saugrohr
gem. Fig. 3,
- Fig. 5
- eine Ansicht längs der Linie V-V in Fig. 1,
- Fig. 6
- eine Ansicht längs der Linie VI-VI in Fig. 1 bei ausgeschwenktem Saugrohr,
- Fig. 7
- eine der Fig. 6 entsprechende Ansicht bei um 90° in Fahrzeuglängsrichtung geschwenktem
Saugrohr,
- Fig. 8
- eine Aufsicht längs der Linie VIII-VIII in Fig. 5 bei nach außen ausgeschwenktem Saugrohr,
- Fig. 9
- eine der Fig. 8 entsprechende Aufsicht, bei der das Saugrohr parallel zum Fahrzeug
eingeschwenkt ist,
- Fig.10
- eine den Figuren 8 und 9 entsprechende Aufsicht nach dem zusätzlichen Verschieben
des parallel zum Fahrzeug geschwenkten Saugrohrs unter den Aufbau,
- Fig.11
- einen der Fig. 5 entsprechenden Schnitt bei einer Anordnung mit abgewandelter Ausführung
der Schwenkanlenkung des Saugrohrs,
- Fig.12
- einen Schnitt längs der Linie VI - VI in Fig. 1 bei ausgeschwenktem Saugrohr der Anordnung
gemäß Fig. 11,
- Fig.13
- eine der Fig. 12 entsprechende Ansicht bei nach außen und unten verfahrenem Saugrohr,
- Fig.14
- eine den Fig. 12 und 13 entsprechende Ansicht nach dem Einschwenken des Saugrohrs
um 90° unter den Aufbau,
- Fig.15
- eine Aufsicht auf die Anordnung nach den Fig. 12 - 14 in einer Zwischenschwenkstellung
zwischen der Position gemäß Fig. 13 und der gemäß Fig. 14,
- Fig.16
- eine vergrößerte Teilansicht entsprechend Fig. 2 auf eine abgewandelte Ausführungsform
mit Abdichtung zwischen Auswurfrohr und Container,
- Fig.17
- eine Seitenansicht des Ausblasstutzens und eines benachbarten Einblasstutzens gem.
Fig. 16 und
- Fig.18
- einen Schnitt längs der Linie XVIII - XVIII in Fig. 17.
[0016] Bei dem in den Figuren gezeigten Sammelfahrzeug handelt es sich um einen Lkw mit
einem Aufbau, der als mit dem Fahrzeugchassis 1 verriegelbarer und von diesem mit
Hilfe bordeigener Transporteinrichtungen absetzbarer und wieder aufnehmbarer Behälter
2 ausgebildet ist. Der Behälter 2 weist im dargestellten Ausführungsbeispiel drei
nebeneinanderliegende Kammern 3, 4 und 5 auf, die jeweils zur Aufnahme unterschiedlichen
Sammelgutes dienen können, beim Einsatz für sortierte Wertstoffe, beispielsweise einmal
für Glas, einmal für Kunststoff und einmal für Metalle. An der Vorderseite des Behälters
2 sind im oberen Bereich Einblasstutzen 6, 7 und 8 in gleicher Höhe befestigt, von
denen die äußeren nach innen gebogen sind, derart, daß die Öffnungen 6', 7' und 8'
der Einblasstutzen 6 bis 8 jeweils auf einem Kreisbogen liegen. Auf dem Fahrzeugchassis
1 ist vor dem Behälter 2 und hinter der Fahrerkabine 9 seitlich ein Flügelrad-Gebläse
10 befestigt, welches auf der Innenseite mit einem Ansaugstutzen 11 versehen ist,
an welchen sich ein Teleskoprohr 12 anschließt, das in seinem Aufbau weiter unten
noch näher beschrieben werden soll. Außen an das Teleskoprohr 12 ist ein wahlweise
ausschwenkbares oder in eine Transportstellung unter den Behälter einschwenkbares
Saugrohr 13 schwenkbar angelenkt, das mit einem Saugrüssel 13' versehen ist, um jeweils
die gesammelten Stoffe aus einem in den Figuren 3 und 4 angedeuteten Behälter 14 abzusaugen,
um den jeweiligen Sammelstoff in die zugehörige Kammer 3 bis 5 des Behälters 2 einzubringen.
Durch die Verwendung des Flügelrad-Gebläses werden die beim Einsaugen am Flügelrad
vorbeibewegten Sammelstoffe zerkleinert und verdichtet, so daß beispielsweise Flaschen
als feines Granulat in die zugehörige Behälterkammer gelangen, während Metallbüchsen
sehr stark zusammengedrückt und verdichtet werden, so daß die Kammern 3 bis 5 sehr
viel verdichtetes Sammelgut aufnehmen können.
[0017] Auf dem nach oben gerichteten Auslaß 15 des Flügelrad-Gebläses ist ein knieförmig
gewinkeltes Ausblasrohr 16 befestigt, welches zum Ausgleich der Seitenversetzung des
Gebläses 10 gegenüber der Längsmittelachse des Fahrzeugs liegt. Durch diese Maßnahme
liegt der Ausblasstutzen 17 in der Längsmittelebene und auf diesem ist ein im wesentlichen
L-förmiges Verteilrohr 18 drehbar gelagert, dessen im wesentlichen horizontaler Ausblasstutzen
19 durch Verschwenken wahlweise vor die Öffnungen 6', 7', 8' der Einblasstutzen 6,
7, 8 der Kammern 3, 4, 5 des Behälters 2 verbracht werden kann. Diese Verschwenkung
kann durch einen am Ausblasstutzen 17 befestigten Schwenkmotor 20 bewerkstelligt werden.
[0018] Durch diese besondere Ausbildung sowohl des Behälters als auch des Flügelrad-Gebläses
und der Verrohrung lassen sich sämtliche Rohre aus stabilem Stahlblech herstellen
und es bedarf keiner flexiblen Rohrleitungen wie bei bekannten Vorrichtungen, die
bei der Verwendung des erfindungsgemäß sehr groß und saugstark ausgebildeten Gebläses
in Verbindung mit der Zertrümmerung der Glasflaschen und der Kompaktierung bzw. dem
Zerreißen von Metallbüchsen oder Kunststoffteilen im Laufe relativ kurzer Zeit zerstört
werden müßten.
[0019] Der Saugrüssel 13' am Ende des Saugrohrs 13 ist um die Achse des Saugrohrs 13 drehbar
an diesem befestigt, so daß, wie in Fig. 4 angedeutet worden ist, man durch Verschwenken
dieses gebogen ausgebildeten Saugrüssels verschiedene Bereiche innerhalb eines zu
entleerenden Behälters 14 erreichen kann. Die bereits angesprochene Verwendung eines
Teleskoprohrs 12 zur Verbindung des Saugrohrs 13 mit dem Ansaugstutzen 11 des Flügelrad-Gebläses
10 hat dabei zum einen den Sinn, eine Ausgleichbewegung auszuführen, falls der Behälter
so weit vom Fahrzeug weg steht, daß er mit dem Saugrohr allein nicht erreicht werden
kann. Zum anderen dient er - wie man besonders gut in Fig. 3 erkennen kann - dazu,
um während des Entleerens den Saugrüssel durch Verlängerung des Teleskoprohrs im Behälter
14 nach innen zu bewegen, so daß auch die hinteren Bereiche des Behälters gut entleert
werden können.
[0020] Zur Betätigung des Teleskoprohrs, d.h. zum Einfahren und Ausfahren des Teleskoprohrs
12, dient ein über ihm angeordneter doppeltwirkender Hydraulikzylinder 21, der an
einem Flansch 22 des verschiebbaren Innenrohrs des Teleskoprohrs 12 angreift. An diesem
Flansch 22 ist auf der Rückseite des Teleskoprohrs 12 eine trapezförmige Tragplatte
23 befestigt, die zum einen einen doppeltwirkenden Hydraulikzylinder 24 und zum anderen
eine Vierkantrohrführung 25 trägt, in welcher ein Vierkanttragrohr 26 geführt wird,
welches mit dem Schwenkscharnier 27 verbunden ist, an dem das Saugrohr 13 von der
um 90° zur Fahrzeuglängsachse abstehenden Arbeitsrichtung in eine parallel zur Fahrzeuglängsachse
liegende Transportstellung verschwenkbar ist, wie sie in den Figuren 7, 9 und 10 dargestellt
ist. Nach dem Abschwenken in die Position nach Fig. 9 kann mit Hilfe des doppeltwirkenden
Hydraulikzylinders 24 das gesamte Saugrohr noch zusätzlich um mehr als seinen Durchmesser
verschoben in die in Fig. 10 gezeigte Fahrstellung verbracht werden, in der das Saugrohr
dann vollständig unter dem Aufbau des Fahrzeugs, im vorliegenden Fall also unter dem
Behälter 2, liegt. Bei 28 erkennt man einen weiteren doppeltwirkenden Hydraulikzylinder,
der zum Heben und Senken des Saugrohrs 13 dient, wobei die Funktion im folgenden kurz
anhand eines Beispiels erläutert wird, bei dem das Saugrohr 13 aus der in Fig. 6 gezeigten
Arbeitsstellung in die in Fig. 10 gezeigte Transportstellung verbracht wird.
[0021] Zu diesem Zweck wird zunächst der Exzenterverschluß 29 auf der dem Scharnier 27 gegenüberliegenden
Seite geöffnet und das Saugrohr 13 aus der Stellung gemäß Fig. 6 (bzw. 3 und 4) in
die Parallelstellung zum Fahrzeug verbracht und dabei gleichzeitig mit Hilfe des Hydraulikzylinders
28 um etwa 150 mm nach unten abgesenkt, so daß es sich in der Stellung gemäß Fig.
7 (in Aufsicht Fig. 9) befindet. Durch Betätigung des Hydraulikzylinders 24 wird nunmehr
das so zum Fahrzeug parallelgestellte und abgesenkte Saugrohr 13 nach innen unter
den Aufbau in die Position gemäß Fig. 10 verschoben. Beim Wiederverbringen in die
Arbeitsstellung erfolgt die Betätigung in umgekehrter Reihenfolge.
[0022] Abweichend von der vorstehend beschriebenen Ausführungsform, bei der das Saugrohr
mit Hilfe eines seitlichen Gelenks am Teleskoprohr befestigt ist, zeigen die Fig.
11 bis 15 eine Ausführungsform, bei der anstelle dieser Schwenkachse eine Schwenklagerung
des Saugrohrs 13 mit Hilfe eines Drehlagers 30 auf dem Teleskoprohr 12 vorgesehen
ist. An dem oberen Drehteller des Drehlagers 30 ist seitlich versetzt und nach außen
mit Hilfe eines Hydraulikzylinders 31 verschiebbar eine Tragvorrichtung für das Saugrohr
13 mit einem Gleitkolben 32 und einem Führungszylinder 33 vorgesehen, an dem ein Hydraulikzylinder
34 befestigt ist, der am vorderen Tragflansch 35 des Saugrohrs 13 angreifend dieses
auf der mit dem Teleskoprohr 12 fluchtenden Stellung (Fig. 12) nach unten in die abgesenkte
Stellung gemäß den Fig. 13 und 14 absenken kann, in der das Saugrohr nach dem Einschwenken
in die Position gemäß Fig. 14 unter dem Aufbau zu liegen kommt.
[0023] Bei dieser Art der Schwenklagerung anstelle eines unmittelbaren seitlichen Gelenks
zwischen Saugrohr und Teleskoprohr ist die Nach-Außen-Verschiebbarkeit über den Zylinder
31 nötig, um das Saugrohr 13 aus der nach außen verschwenkten Stellung in die eingeklappte
Stellung nach Fig. 14 verschwenken zu können. Ein gesonderter Knebelverschluß ist
in diesem Fall nicht mehr erforderlich, da ja der dichtende Verschluß zwischen Saugrohr
13 und Teleskoprohr 12 über den Zylinder 31 bewerkstelligt werden kann.
[0024] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. So wäre
es nicht unbedingt erforderlich, das Teleskoprohr 12 vorzusehen, sondern man könnte
- wenn auch mit einer gewissen Einschränkung der Funktionsfähigkeit - auch ein starres
Rohrstück an dieser Stelle verwenden. Entscheidend für die vorliegende Erfindung ist
die besondere Ausbildung des Mehrkammerbehälters und der verschiedenen Rohrleitungen,
die über das Sauggebläse das Sammelgut in die verschiedenen Kammern einbringen können
in der Weise, daß alle Rohrleitungen als starre und damit aus Stahlblech herstellbare
Kammern ausgebildet sind, so daß eine Beschädigung dieser Rohrleitungen durch das
mit großer Geschwindigkeit und damit auch großer Gewalt in den Rohrleitungen geförderte
und an die Innenwandungen der Rohrleitungen anschlagende Sammelgut nicht zu befürchten
ist, wie es bei flexiblen Rohrleitungen der Fall wäre.
[0025] Das Ausführungsbeispiel nach den Figuren 16 bis 18 unterscheidet sich von dem vorher
beschriebenen Ausführungsbeispiel dadurch, daß zwischen dem Auswurfrohr und dem Container,
konkret zwischen dem horizontalen Ausblasstutzen und dem jeweils ihm gegenüberliegenden
Einblasstutzen des Containers eine Abdichtung vorgesehen ist. Bei fast vollem Behälter
ist nämlich der Rückstau der Luft aus dem Container so groß, daß das eingeblasene
Granulat nicht im Behälter verbleibt, sondern durch die mehrere Millimeter bis einen
Zentimeter betragenden Schlitze zwischen Ausblasstutzen 19 und Einblasstutzen 17 nach
außen herausgedrückt werden kann. Um dies zu verhindern ist gemäß dem Ausführungsbeispiel
nach den Figuren 16 bis 18 auf dem horizontalen Ausblasstutzen 19 ein Dichtrohr 19'
mit einem konischen Dichtring 40 zum Eingreifen in einen Einblasstutzen 17 mittels
Hydraulikzylindern 41 verschiebbar geführt, wobei die Hydraulikzylinder am einen Ende
schwenkbar am Ausblasstutzen gelagert sind und am anderen Ende an Ohren 44 des Dichtrohrs
19' angreifen. Die schwenkbare Lagerung erfolgt dabei am einfachsten durch einen an
einer Manschette 45 auf dem horizontalen Ausblasstutzen 19 zwischen zwei Stegen 46
gelagerten Bolzen 42 um den eine mit dem Ende des Hydraulikzylinders 41 verbundene
Hülse 43 schwenkbar gelagert ist.
1. Sammelfahrzeug für Müll oder sortierte Wertstoffe mit einem mehrkammerigen Aufbau,
in dessen Kammern das Sammelgut über ein Gebläse einbringbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß vor dem in mehrere nebeneinander angeordnete Kammern (3, 4, 5) mit in gleicher
Höhe angeordneten Einblasstutzen (6, 7, 8) unterteilten Behälter (2) ein Flügelrad-Gebläse
(10) mit quer verlaufendem Ansaugstutzen (11) und einem senkrechten, mittig vor dem
Behälter endenden Ausblasstutzen (17) angeordnet ist, auf dem ein im wesentlichen
L-förmiges Verteilrohr (18) um seine vertikale Achse drehbar angeordnet ist, so daß
sein im wesentlichen horizontaler Ausblasstutzen (19) wahlweise vor eine der auf einem
Kreisbogen um die Achse des Ausblasstutzens (17) verteilt angeordneten Öffnungen (6'.
7', 8') der Einblasstutzen (6, 7, 8) der Kammern (3, 4, 5) positionierbar ist.
2. Sammelfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Flügelrad-Gebläse
(10) seitlich am Fahrzeugchassis (1) montiert ist und daß an seinem Auslaß (11) ein
knieförmig gewinkeltes Ausblasrohr (16) zum Ausgleich der Seitenversetzung zur Fahrzeugmittelachse
angeschlossen ist.
3. Sammelfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß am oberen Ende
des Ausblasstutzens (17) ein Schwenkmotor (20) zur Verschwenkung des Verteilrohrs
(18) angeordnet ist.
4. Sammelfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an den,
vorzugsweise auf der Innenseite des seitlich versetzten Flügelrad-Gebläses (10) angeordneten
Ansaugstutzen (11) ein mit einem Saugrüssel (14) zum Eintauchen in die örtlichen Sammelbehälter
(14) versehenes, parallel zur Fahrzeuglängsrichtung einklappbares Saugrohr (13) schwenkbar
befestigt ist.
5. Sammelfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß an den Ansaugstutzen (11)
ein über einen doppeltwirkenden ersten Hydraulikzylinder (21) betätigbares Teleskoprohr
(12) angeschlossen ist, das in der verkürzten Stellung an der Gegenseite des Fahrzeugs
endet.
6. Sammelfahrzeug nach Anspruch 4 oder 5, daduch gekennzeichnet, daß am inneren freien
Ende des Saugrohrs ein Flansch angeordnet ist, der an einem Flansch des verschiebbaren
Innenrohrs des Teleskoprohrs (12) seitlich schwenkbar und in der Höhe über einen zweiten
doppeltwirkenden Hydraulikzylinder (28) absenkbar gelagert ist.
7. Sammelfahrzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwenklager
(27) des Saugrohrs (13) am Ende eines in einer Vierkantrohrführung (25) an der Seite
des Teleskoprohrs (12) geführten Vierkanttragrohrs (26) befestigt ist.
8. Sammelfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vierkantrohrführung
sowie ein doppeltwirkender Hydraulikzylinder zur Verschiebung des zum Fahrzeug parallel
geschwenkten Saugrohrs (13) an einer hinter dem Teleskoprohr (12) an dessen vorderen
Ausfahrflansch (22) befestigten Tragplatte (23) befestigt ist.
9. Sammelfahrzeug nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Saugrohr (10)
mittels eines auf dem Teleskoprohr (12) angeordneten Drehlagers schwenkgelagert ist,
auf dessen oberen Drehteller eine Hubvorrichtung mit einem Hydraulikzylinder (34)
zum Anheben und Absenken des Saugrohrs (13) mittels eines Hydraulikzylinders (31)
ausfahrbar befestigt ist.
10. Sammelfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der gebogene
Saugrüssel (13') drehbar um die Längsachse des Saugrohrs (13) an diesem befestigt
ist.
11. Sammelfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der
horizontale Ausblasstutzen (19) zum dichtenden Eingreifen in die Einblasstutzen (17)
teleskopisch verlängerbar ausgebildet ist.
12. Sammelfahrzeug nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Ausblasstutzen
(19) ein Dichtrohr (19') mit einem konischen Dichtring (40) zum Eingreifen in einen
Einblasstutzen (17) mittels Hydraulikzylindern (41) verschiebbar geführt ist.
13. Sammelfahrzeug nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die schwenkbar am Ausblasstutzen
(19') gelagerten Hydraulikzylinder an seitlichen Ohren des Dichtrohrs angreifen.