(19)
(11) EP 0 661 420 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.07.1995  Patentblatt  1995/27

(21) Anmeldenummer: 94117062.3

(22) Anmeldetag:  28.10.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6F01M 11/00, F02B 77/13
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR IT SE

(30) Priorität: 14.12.1993 AT 2524/93

(71) Anmelder: STEYR Nutzfahrzeuge AG
A-4400 Steyr (AT)

(72) Erfinder:
  • Unger, Rudolf
    A-4400 Steyr (AT)
  • Povolny, Heinz
    A-4460 Losenstein (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Überwanne zur Ölwanne-Motorschallkapselung


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf eine Überwanne (1) zur Ölwanne-Motorschallkapselung. Ölwannen von Brennkraftmaschinen werden mit Überwannen (1) vertikaler Ausformung umgeben, um die Schallabstrahlung zu unterdrücken. Überwannen dieser Art haben den Nachteil, daß sie nur bis zur Ölwannenoberkante (4) hochgezogen werden können. Erfindungsgemäß wird die Überwanne (1) durch eine vertikale Trennfuge (2) geteilt. Dies hat den Vorteil, daß die beiden Teile (1a, 1b) der Überwanne (1) leichter im Tiefziehverfahren herstellbar sind. Darüber hinaus können mit der geteilten Überwanne (1) Nebenaggregate (6) verkleidet werden, da bei horizontaler Ausformung von oben her gesehen auch Hinterschneidungen möglich sind. Größere Nebenaggregate (6) können dadurch verkleidet werden, daß man die Überwanne (1) mit Aussparungen (9) versieht, die mit einem Deckel (8) verschlossen werden. Dadurch, daß die Überwanne (1) auch die Seitenwände (13) des Kurbelgehäuses (1) verkleidet, wird eine optimale Schalldämmung erreicht.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Überwanne zur Ölwanne-Motorschallkapselung, bei der die Überwanne mit Abstand die Ölwanne umgibt und die Überwanne mit Befestigungsschrauben mit der Brennkraftmaschine verbunden ist, wobei die Befestigungsschrauben Gummielemente zur Körperschallentkoppelung aufweisen.

    [0002] Aus der DE-PS 39 29 592 ist eine Überwanne bekannt, welche die Ölwanne mit Abstand umgibt und die der Dämpfung des von der Ölwanne abgestrahlten Schalles dient. Die Überwanne ist einteilig ausgeführt und wird in der Herstellung durch Tiefziehverfahren vertikal ausgeformt. Die Überwanne wird unter Zwischenschaltung von Gummielementen mit dem Flansch der Ölwanne verbunden. Ein Nachteil einer derartigen Überwanne ist darin zu sehen, daß sie nur bis zur Oberkante der Ölwanne hochgezogen werden kann. Ein Hochziehen bis zu den Seitenwänden eines Kurbelgehäuses ist nicht möglich, da die Überwanne aufgrund der Herstellung im Tiefziehverfahren keine Hinterschneidungen zuläßt, um vorspringende Bauteile des Kurbelgehäuses, wie z.B. die Einspritzpumpe zu umhüllen.

    [0003] Aufgabe der Erfindung ist es, die Überwanne so auszubilden, daß diese bis zu den Seitenwänden des Kurbelgehäuses hochgezogen und dort so befestigt werden kann, daß auch deren Schallabstrahlung unterdrückbar ist.

    [0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Überwanne durch eine in Motorlängsrichtung und vertikal verlaufende Trennfuge in zwei Teile aufgeteilt ist und beide Teile der Überwanne an der Trennfuge mittels Schrauben verbunden sind, daß die beiden Teile der Überwanne in der Herstellung jeweils horizontal ausgeformtwerden, und daß die Überwanne über die Ölwannenoberkante bis zu Seitenteilen des Kurbelgehäuses hochgezogen ist.

    [0005] Durch die Teilung der Überwanne in einer vertikalen Ebene können die beiden Teile der Überwanne beim Tiefziehen horizontal ausgeformt werden. Dadurch können vorspringende Teile des Kurbelgehäuses ohne weiteres umhüllt werden. Eine körperschallisolierte Befestigung der Überwanne kann mittels Befestigungsschrauben problemlos an den Seitenwänden des Kurbelgehäuses erfolgen.

    [0006] Eine Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß zur Verkapselung von Nebenaggregaten die Überwanne Aussparungen aufweist und daß diese Aussparungen mit einem Deckel verschlossen werden.

    [0007] Durch die mit Deckel verschlossene Aussparung der Überwanne können selbst größere Nebenaggregate problemlos verkapselt werden, ohne daß es beim Tiefziehen der Überwanne zu Problemen kommt.

    [0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:
    Fig. 1
    eine Seitenansicht der Überwanne,
    Fig. 2
    in Vorderansicht die geteilte Ölwanne und das Kurbelgehäuse, und
    Fig. 3
    ein Detail einer Befestigungsschraube mit Gummielement.


    [0009] Eine in Fig. 1 in Seitenansicht dargestellte Überwanne 1 weist erfindungsgemäß eine vertikale, in Motorlängsachse verlaufende Trennfuge 2 auf. Die beiden Hälften 1a, 1b (Fig. 2) der Überwanne 1 werden lösbar, z.B. mittels Schrauben 3 miteinander verbunden. Die Überwanne 1 ist über eine Ölwannenoberkante 4 bis zu hier nicht näher dargestellten Seitenwänden eines Kurbelgehäuses hochgeführt und wird dort mit Befestigungsschrauben 5 arretiert.

    [0010] Um ein weit überkragendes Nebenaggregat 6 zu verkapseln, ist ein Deckel 8 vorgesehen, welcher eine Aussparung 9 abdeckt und der mit Schrauben 10 mit der Überwanne 1 verbunden ist.

    [0011] Eine Vorderansicht der Überwanne 1 und des Kurbelgehäuses 11 zeigt Fig. 2. Die Überwanne 1 umgibt gleichzeitig eine Ölwanne 12 und Seitenwände 13 des Kurbelgehäuses 11.

    [0012] Die Überwanne 1 wird erfindungsgemäß in zwei Teilen 1a und 1b ausgeführt, welche an einer in Motorlängsachse und vertikal verlaufenden Trennfuge 2 zusammengefügt werden. Die Teile 1a und 1b werden vorzugsweise durch Schrauben 3 verbunden. Zur Verbesserung der Schalldämmung kann die Überwanne 1 über die Ölwannenoberkante 4 hochgezogen werden und verkleidet noch die Seitenwände 13 des Kurbelgehäuses 11, wo die Überwanne 1 körperschallisoliert über die Befestigungsschrauben 5 angeschlossen wird.

    [0013] Das überkragende Nebenaggregat 6 wird von einem Deckel 8 umgeben, der die aus Fig. 1 zu ersehende Aussparung 9 in der Überwanne 1 verschließt.

    [0014] Da die Überwanne 1 keine Dichtfunktion ausübt, kommt man bei der Trennfuge 2 wie auch beim Deckel 8 ohne jegliche Dichtung aus.

    [0015] Die Herstellung der beiden Hälften 1a, 1b der Überwanne 1 gestaltet sich im Quer-Tiefziehverfahren sehr vorteilhaft, da die Blechteile gemessen an der Breite nicht so tief gezogen werden müssen, als dies in einteiliger Bauweise und vertikaler Ausführung der Fall wäre, und außerdem Hinterschneidungen aufweisen können, die durch vertikales Tiefziehen nicht realisierbar wären.

    [0016] Die Schrauben 5 weisen Gummielemente auf, um eine Körperschallentkoppelung zu erreichen.

    [0017] Eine derartige Schraube 5 ist im Detail in Fig. 3 dargestellt. Die Schraube 5 ist mit dem Seitenteil 13 des Kurbelgehäuses 11 (Fig. 2) verbunden. Um eine Entkoppelung von Schraube 5 und Überwanne 1 zu erreichen wird ein Gummielement 14 vorgesehen.


    Ansprüche

    1. Überwanne zur Ölwanne-Motorschallkapselung, bei der die Überwanne mit Abstand die Ölwanne umgibt und die Überwanne mit Befestigungsschrauben mit der Brennkraftmaschine verbunden ist, wobei die Befestigungsschrauben Gummielemente zur Körperschallentkoppelung aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwanne (1) durch eine in Motorlängsrichtung und vertikal verlaufende Trennfuge (2) in zwei Teile (1a, 1b) aufgeteilt ist und beide Teile (1a, 1b) der Überwanne (1) an der Trennfuge (2) lösbar miteinander verbunden sind, daß die beiden Teile (1a, 1b) der Überwanne (1) in der Herstellung jeweils horinzontal ausgeformt werden, und daß die Überwanne (1) über die Ölwannenoberkante (4) bis zu den Seitenwänden (13) des Kurbelgehäuses (11) hochgezogen ist.
     
    2. Überwanne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verkapselung von Nebenaggregaten (6) die Überwanne (1) Aussparungen (9) aufweist und daß diese Aussparungen (9) mit einem Deckel (8) verschlossen werden.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht