[0001] Die Erfindung betrifft ein Wärmeaustauscherrohr, für flüssig/gasförmige Zweiphasensysteme
mit auswechselbarem statischen Einbauelement.
[0002] Die Wärmeübergangsleistung auf der Innenwand von Wärmeaustauscherrohren hängt, wie
bekannt, sehr stark von den Strömungsverhältnissen im Rohr ab.
[0003] Bestimmend für den Wärmeübergang sind insbesondere die Größe der wirksamen Wärmeübergangsfläche
des Rohres und außerdem die Stoffwerte des in den Austauscherrohren transportierten
Mediums, zum Beispiel seine Zähigkeit und seine Wärmeleitfähigkeit.
[0004] Zur Verbesserung ihrer Wärmeübergangsleistung stattet man Wärmeaustauscherrohre mit
Einbauten aus. Sie erhöhen den Wärmeübergangswert zwischen Medium und Rohr durch Steigerung
der Turbulenz und Vergrößerung der spezifischen Übertragungsfläche.
[0005] Als Einbauten werden zum Beispiel schlingenartige, bürstenförmige und auch wendelförmige
Einsätze verwendet, die einen höheren Turbulenzgrad erzeugen und somit bei geringen
Reynoldszahlen zu höheren Wärmeübergangskoeffizienten führen. Der Arbeitsbereich solcher
Einsätze liegt hauptsächlich im Übergangsgebiet zwischen laminarer und turbulenter
Strömung.
[0006] Als nachteilig erweist sich, daß sie einen relativ hohen Druckverlust für das Medium
zur Folge haben, weil sie den Strömungsquerschnitt des Wärmeaustauscherrohres nicht
unerheblich vermindern.
[0007] Ein anderer Weg die Wärmeübergangsleistung zu verbessern besteht darin, Wärmeaustauscherrohre
mit axialen Stegen oder Nuten zu versehen. Solche Rohre sind jedoch nur mit großem
Aufwand herzustellen und daher für einen ausgedehnten Einsatz weniger geeignet. Überdies
ist eine nachträgliche Ausstattung von glatten Rohren mit Stegen oder Nuten nur in
Ausnahmefällen möglich.
[0008] Die beiden bekannten Maßnahmen, den Wärmeübergang von Wärmeaustauscherrohren zu verbessern,
haben sich insbesondere bei einphasigen Strömungen bewährt. Liegen aber flüssige und
gasförmige Phase nebeneinander vor (Zweiphasenströmung), wird der Wärmeübergang von
Rohren, die bekannte Einsätze enthalten gegenüber glatten Rohren nur unter Inkaufnahme
eines erhöhten Druckverlustes verbessert, wenn das Strömungsbild der Medien einer
Schicht- oder Schwallströmung entspricht. Dieses Ergebnis ist darauf zurückzuführen,
daß die bekannten Einbauten die Turbulenz vergrößern und Energie dissipieren und überdies
die geringe Wärmeübergangsleistung der Gasphase durch die Einbauten im Rohr nur entsprechend
der Flächenzunahme erhöhen.
[0009] Insbesondere bei der Kondensation an der Außenfläche eines waagerecht angeordneten
Rohres, bei dem infolge der geringen Schichtstärke am oberen Scheitelpunkt hohe äußere
Wärmeübergangszahlen auftreten, führen die genannten Maßnahmen bei Schicht- oder Schwallströmung
nur zu proportionalen Steigerungsraten.
[0010] Es bestand daher die Aufgabe Wärmeaustauscherrohre mit erhöhter Wärmeübergangsleistung
zu entwickeln, die sich in einfacher Weise unterschiedlichen Anforderungen anpassen
lassen.
[0011] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Wärmeaustauscherrohr der gattungsbildenden
Art, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß das Einbauelement eine Drahtspirale ist
deren Außendurchmesser etwa gleich dem Innendurchmesser des Wärmeaustauscherrohres
ist.
[0012] Überraschenderweise wird die Wirksamkeit des Wärmeaustauscherrohres durch Einführen
einer Drahtspirale in das Rohrinnere erheblich verbessert. Das gilt insbesondere für
den Fall, daß flüssig/gasförmige Zweiphasensysteme in einem horizontal angeordneten
Rohr verdampft oder kondensiert werden sollen. Die Spirale nimmt im Rohrinnern eine
feste Position ein, d.h. sie wird während des Betriebs nicht bewegt, z.B. in Längsrichtung
verschoben. Die Spirale liegt weiterhin an der Rohrinnenwand an oder nahezu an d.
h., ihr Außendurchmesser ist etwa gleich dem Innendurchmesser des Wärmeaustauscherrohres.
[0013] Aufgrund des Druckverlustes in den vorgeschalteten Anlagen gelangt das zweiphasige
Medium in der Regel als Schwall- oder Schichtströmung in das horizontal angeordnete
Wärmeaustauscherrohr. Hohe Wärmedurchgänge mit guten Wärmeübergangskoeffizienten an
der Außenwand des Rohres werden nur in Bereichen erzielt, in denen die Flüssigkeit
an der Innenwand des Rohres strömt. Die an der Innenwand transportierte Gasphase vermindert
dagegen die Wärmeübergangsleistung. Insbesondere bei Kondensation an den Rohraußenflächen
reduziert die Gasströmung im Rohr die Wärmeübergangsleistung. Da bei der Schichtströmung
der Anteil der flüssigen Phase gering ist gegenüber der gasförmigen Phase, stellt
sich schließlich ein Wärmedurchgangskoeffizient ein, der durch die Gasströmung bestimmt
wird.
[0014] Mit Hilfe der erfindungsgemäß in das Wärmeaustauscherrohr eingesetzten Drahtspirale,
wird dem im unteren Bereich des Rohres befindlichen abzukühlenden oder zu erhitzenden
fließfähigen Medium, das in Richtung der Rohrachse strömt, eine tangential gerichtete
Geschwindigkeitskomponente aufgezwungen. Sie führt zu einer Art Drallströmung, bei
der die lineare Geschwindigkeit besonders im wandnahen Bereich, d. h. an der Austauschfläche,
deutlich größer ist als bei einer rein axialen Strömung. Eine vollständige Benetzung
der Innenwand des Austauscherrohres ist die Folge und dadurch eine Verbesserung des
Wärmeüberganges in der Grenzschicht zwischen Rohrwand und flüssiger Phase. Der Wärmeübergang
wird weiter verstärkt durch die Erhöhung des Wärmeaustausches zwischen Gas und Flüssigkeit
aufgrund des Dralleffektes.
[0015] Die erfindungsgemäß in das Wärmeaustauscherohr eingesetzte Drahtspirale, besteht
vorzugsweise aus unter den Arbeitsbedingungen nicht deformierbaren Werkstoffen, z.B.
aus Metall wie Stahl oder Kupfer. Der Begriff Draht umfaßt jedoch nicht nur Spiralen
aus Metallen sondern auch solche aus Kunststoffen wie Polypropylen, Polytetrafluorethylen
oder aus Keramik. Die große Vielfalt geeigneter Werkstoffe für die erfindungsgemäße
Drahtspirale ermöglicht die Verwendung des Wärmeaustauscherrohres für die verschiedensten
Einsatzgebiete. Die Auswahl des Werkstoffes richtet sich vor allem nach seiner Beständigkeit
gegenüber dem im Wärmeaustauscherrohr strömenden Medium und nach dem speziellen Anwendungsgebiet.
[0016] Die Drahtspirale kann durch Änderung ihrer Steigung (Ganghöhe), ihres Profilquerschnitts
und der Dicke des Drahtes dem jeweiligen Wärmeaustauschproblem angepaßt werden.
[0017] Die Ganghöhe der Spirale beeinflußt das Ausmaß der Benetzung der Rohrinnenwand. So
empfiehlt es sich bei hohen Gaseintrittsgeschwindigkeiten Spiralen mit geringer Steigung,
d. h. 20 bis 80 mm/Windung, vorzugsweise 40 bis 60 mm/Windung anzuwenden. Auf diese
Weise wird der Eintrittsimpuls des Gases genutzt um eine vollständige Benetzung der
Innenwand zu erzielen.
[0018] Hohe Flüssigkeitsbelastung in Verbindung mit geringer Gasgeschwindigkeit erfordert
Spiralen mit hoher Steigung. Bewährt haben sich Steigungen von 100 bis 300 mm/Windung,
vorzugsweise von 150 bis 250 mm/Windung.
[0019] Überdies können auch Spiralen verwendet werden, deren Steigung über ihre Länge veränderlich
ist, d. h. Spiralen, die über ihre Länge Abschnitte unterschiedlicher Steigung aufweisen.
Mit ihnen läßt sich der innere Wärmeübergang an den äußeren anpassen, also zum Beispiel
hohe Verdampfungsgeschwindigkeit in einem inneren Rohr mit hoher Kondensationsleistung
am äußeren Rohr einstellen.
[0020] Auch der Profilquerschnitt der Drahtspirale kann weitgehend frei gewählt werden,
er kann zum Beispiel rund, oval, rechteckig oder quadratisch sein, entsprechend den
individuellen Anforderungen der eingesetzten Apparate oder des angewandten Verfahrens.
Von Bedeutung ist schließlich noch der Durchmesser des Drahtes. Er richtet sich nach
dem Durchmesser des Wärmeaustauschrohres und steht zu ihm in einem Verhältnis von
1:5 bis 1:15, vorzugsweise 1:6 bis 1:10. Die Einhaltung dieser Werte stellt einen
hohen Wärmeübergang bei sehr geringer Beeinträchtigung des freien Querschnitts des
Wärmeaustauschrohres sicher.
[0021] Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Einsatzes für Wärmeaustauscherrohre
ist die Möglichkeit sie auch in bereits in Betrieb befindlichen Apparaten einzusetzen,
so daß deren Leistungsfähigkeit erhöht und eine Vergrößerung der Wärmeaustauschapparate
entbehrlich wird. Von besonderer Bedeutung ist in diesen Fällen, verglichen mit anderen
Lösungsmöglichkeiten, die Aufrechterhaltung eines großen freien Querschnitts im Wärmeaustauscherrohr
und damit verbunden das Auftreten vernachlässigbar geringer Druckverluste in vor-
oder nachgeschalteten Apparaten.
[0022] Die erfindungsgemäßen Einbauelemente werden lose in die Wärmeaustauschrohre eingeführt
und mit ihnen lösbar verbunden.
[0023] Die lösbare Verbindung kann z. B. durch einfaches Einhängen der Spirale in das Wärmeaustauscherrohr
oder durch Befestigungsvorrichtungen, z. B. Schrauben-/Mutterverbindungen hergestellt
werden.
[0024] In den beigefügten Zeichnungen wird eine Ausführungsform der Erfindung näher erläutert.
[0025] In einem horizontal angeordneten Wärmeaustauscherrohr 1 ist eine Drahtspirale 2 in
der Weise angeordnet, daß ihre Windungen 3 die Innenwandung des Wärmeaustauscherrohres
4 berührt. Die Steigung (Ganghöhe) der Spirale ist durch den Abstand a-b zweier Windungen
gegeben.
1. Wärmeaustauscherrohr für flüssig/gasförmige Zweiphasensysteme mit auswechselbarem
statischen Einbauelement, dadurch gekennzeichnet, daß das Einbauelement als Drahtspirale
ausgebildet ist, deren Außendurchmesser etwa gleich dem Innendurchmesser des Wärmeaustauscherrohres
ist.
2. Wärmeaustauscherrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtspirale
aus Metall besteht.
3. Wärmeaustauscherrohr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtspirale
aus Kupfer besteht.
4. Wärmeaustauscherrohr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtspirale
aus Stahl besteht.
5. Wärmeaustauscherrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtspirale
aus Kunststoff besteht.
6. Wärmeaustauscherrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtspirale
aus Keramik besteht.
7. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drahtspirale mit einem runden Querschnitt ausgebildet ist.
8. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drahtspirale mit einem ovalen Querschnitt ausgebildet ist.
9. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drahtspirale mit einem quadratischen Querschnitt ausgebildet ist.
10. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drahtspirale mit einem rechteckigen Querschnitt ausgebildet ist.
11. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drahtspirale eine Steigung von 20 - 80 mm/Windung aufweist.
12. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drahtspirale eine Steigung von 40 - 60 mm/Windung aufweist.
13. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drahtspirale eine Steigung von 100 bis 300 mm/Windung aufweist.
14. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drahtspirale eine Steigung von 150 bis 250 mm/Windung aufweist.
15. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß das Verhältnis des Durchmesser des Wärmeaustauscherrohres zu dem Durchmesser der
Drahtspirale 1:5 bis 1:15 beträgt.
16. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß das Verhältnis des Durchmesser des Wärmeaustauscherrohres zu dem Durchmesser der
Drahtspirale 1:6 bis 1:10 beträgt.
17. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drahtspirale mit dem Wärmeaustauscherrohr lösbar verbunden ist.
18. Wärmeaustauscherrohr nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 17 dadurch gekennzeichnet,
daß es horizontal angeordnet ist.