[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Chipkartenhülle gemäß dem Oberbegriff des
Hauptanspruchs.
[0002] Bei den heutigen als Zahlungsmittel verwendeten Karten, die insbesondere bei Bankautomaten,
Telefon usw. verwendet werden, werden immer häufiger integrierte elektronische Bausteine
(Chips) eingebaut. Diese Chipkarten zeigen eine besondere Anfälligkeit für das Ausbrechen
des Chips durch Biegen oder Drücken der Karte beim Tragen in der Gesäßtasche, dem
Geldbeutel oder sonstigen persönlichen Behältnissen. Meißtens sind die Chipkarten
auch noch mit Magnetstreifen auf der Rückseite versehen, die beim ungeschützten Transportieren
der Chipkarte leicht beschädigt werden können. Auch eine Beschädigung der Kanten der
Karten, die für den Gebrauch der Chipkarten in den Automaten von Bedeutung sind, kann
leicht durch den ungeschützten Transport der Chipkarte erfolgen.
[0003] Aus der DE 93 07 959 U1 ist eine Kartenhülle für Chipkarten, Telefonkarten oder dergleichen
dünnwandige Karten bekannt, die als einstückiges Kunststoffteil hergestellt ist, und
deren Außenkontur die eingeschobene Karte nur im Bereich der Längsränder überragt.
Diese Kartenhülle weist eine im wesentlichen der Form der Chipkarte entsprechende
Außenkontur auf, ist extrem dünn und trägt nicht wesentlich auf, ist biegesteif, so
daß die Karte hinsichtlich Verknickungen geschützt ist, und stellt einen guten Schutz
für die Kanten dar.
[0004] Diese bekannte Chipkartenhülle verhindert jedoch noch nicht sicher, das Ausbrechen
des Chips, wie oben beschrieben, und ist auch hinsichtlich des Schutzes des Magnetstreifens
noch nicht optimal ausgestaltet.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Chipkartenhülle
vorzuschlagen, die einen verbesserten Schutz der Chipkarte gegen Beschädigung gewährleistet.
Dabei soll insbesondere der Schutz gegen Beschädigung der für die Identifizierung
der Chipkarte notwendigen Teile verbessert werden.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0007] Die erfindungsgemäße Chipkartenhülle weist mindestens einen Steg auf, der die an
den gegenüberliegenden Seiten Längsrändern angeordneten Führungsstreifen verbindet.
Dabei ist der Steg in einem Bereich angeordnet, in dem sich bei eingeschobener Chipkarte
der Chip befindet. Da üblicherweise der Chip auf der Chipkarte in einer Hälfte angeordnet
ist, befindet sich auch der Steg in der Nähe der Stirnkante der Chipkartenhülle. Der
Steg weist eine Breite auf, die zumindest die Chipfläche überdeckt, wobei jedoch zur
Sicherheit, die Breite des Steges größer gewählt werden kann, um bei verschiedenen
Chipkarten mit verschieden platzierten Chips einen ausreichenden Bereich abzudecken.
Ein derartiger Steg sorgt für eine gute Haltbarkeit des Chips und verhindert das Ausbrechen
und Verletzen des Chips.
[0008] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Steg eine leichte Wölbung auf, was
die Handhabbarkeit verbessert und bei der spritzgießtechnischen Herstellung Vorteile
bietet. Darüberhinaus wird dadurch ein Einschnappen des Steges bei herausgezogener
Chipkarte verhindert. Der Abstand zwischen dem Steg und dem Bodenteil bleibt dadurch
auch bei herausgezogener Karte gleich. Um einer eventuellen Verdickung bei der Chipkarte
im Bereich des Chips Rechnung zu tragen, kann der Steg gemäß einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform am Randbereich, an dem der Steg an die Führungsstreifen angrenzt,
dicker ausgebildet sein, als in der Mitte. In einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung
befindet sich an der der Chipkarte zugewandten Seite eine Vertiefung zur Aufnahme
des Chips, was insbesondere bei Chipkarten, die im Bereich des Chips eine größere
Dicke aufweisen, notwendig ist.
[0009] Durch die vorstehend genannten Maßnahmen wird gewährleistet, daß der Chip beim Transport
durch Biegen oder Drücken der Karte nicht ausbrechen kann. Dies setzt jedoch voraus,
daß die Karte in der richtigen Art und Weise in die Chipkartenhülle eingeführt wird.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Chipkartenhülle einen zweiten
Steg auf, der entsprechend dem ersten Steg ausgebildet sein kann und mit gleichem
Abstand zu der entsprechenden Stirnseite der Chipkartenhülle angeordnet ist. Durch
diese Ausgestaltung ist es unerheblich, wie die Chipkarte in die Chipkartenhülle eingeschoben
wird. Der Schutz des Chips ist damit auch beim Verdehen der Chipkarte gewährleistet.
Zwischen den beiden Stegen ergibt sich zwangsläufig ein Freiraum, der unter anderem
zum Herausschieben der Karte durch den Benutzer zur Verfügung steht.
[0010] Zum Schutz des Magnetstreifens, der, wie oben erwähnt, üblicherweise weiterhin auch
bei den Chipkarten zumindest für eine Übergangszeit vorhanden ist, weist das Bodenteil
mindestens eine in Hüllenlängsrichtung verlaufende Vertiefung auf, die in dem Bereich
angeordnet ist, in dem sich bei eingeschobener Chipkarte der Magnetstreifen befindet.
Dadurch liegt der Magnetstreifen nicht auf dem Bodenteil auf, so daß eine Beschädigung
des Magnetstreifens beim Einschieben in die Chipkartenhülle durch diese und durch
Schmutz in der Chipkartenhülle verhindert wird. Vorzugsweise sind in dem Bodenteil
zwei Vertiefungen vorgesehen, so daß es unerheblich ist, welche Stirnkante der Chipkarte
zuerst in die Chipkartenhülle eingeschoben wird.
[0011] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist zwischen den beiden Vertiefungen
eine weitere Vertiefung angeordnet, die flacher und schmäler sein kann als die beiden
äußeren Vertiefungen. Diese dient dazu, einen Raum vorzusehen, in dem beispielsweise
von der Chipkarte hochstehende Schriftzeichen oder der unterschriftsstreifen beim
Einschieben der Chipkarte in die Chipkartenhülle gelangen können. Der Querschnitt
der Oberfläche des Bodenteils kann dabei im wesentlichen sinusförmig ausgebildet sein,
wobei im Bereich des Maximums zwischen zwei Tälern ein flacher verlaufendes Tal angeordnet
sein kann. Es ist auch jede andere Wellenform möglich, die geeignet ist, die vorstehend
erwähnten Funktionen zu übernehmen.
[0012] Zusätzlich weist die Oberfläche des Bodenteils in einer zweckmäßigen Ausführungsform
im Bereich der Einschuböffnung mindestens eine Reinigungsfläche für Magnetstreifen
auf. Zweckmäßigerweise werden zwei Reinigungsflächen vorgesehen sein, damit auch hier
die Einschubrichtung der Chipkarte nicht beachtet werden muß. Die Reinigungsflächen
entsprechen im wesentlichen der Breite des Magnetstreifen und können je nach Herstellungsweise
als verschiedenartig ausgebildete aufgerauhte Flächen ausgestaltet sein, über die
der Magnetstreifen beim Einschieben in die Chipkartenhülle greift, so daß sich auf
dem Magnetstreifen befindender Schmutz abgestreift wird. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
weist die Reinigungsfläche in Längsrichtung verlaufende Stege auf. Die Oberkante der
Stege kann dabei gegenüber dem Rest des Bodenteils im Bereich der Einschuböffnung
erhöht sein, oder auch dieser entsprechen. Im letzteren Fall ist das Bodenteil zwischen
den Stegen dünner ausgestaltet.
[0013] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Chipkartenhülle als einstückiges
Kunststoff-Spritzteil hergestellt, wodurch eine optimale Haltbarkeit und eine kostengünstige
Herstellbarkeit erreicht wird. Dabei ist die Chipkartenhülle aus einem Material, beispielsweise
Acrylglas (PMMA), gefertigt, das der Wiederverwertbarkeit zugeführt werden kann und
keinen Weichmacher enthält. Die Chipkartenhülle ist extrem flach und leicht elastisch
und trotzdem mit einer langlebigen Steifigkeit ausgestattet.
[0014] Die erfindungsgemäß ausgestaltete Chipkartenhülle stellt somit eine Hülle zur Verfügung,
die im Hinblick auf den Schutz der wichtigen Teile einer Chipkarte allen Anforderungen
gerecht wird. Durch ihre Größe, die im wesentlichen der Chipkarte entspricht, ist
sie auch für den Benutzer gut handhabbar.
[0015] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
den begleitenden Zeichnungen näher erläutert. Es stellen dar:
Figur 1 eine perspektivische Ansicht einer Chipkartenhülle mit einem Steg;
Figur 2 eine Frontansicht der Chipkartenhülle aus Figur 1 und eine Frontansicht einer
Chipkartenhülle eines anderen Ausführungsbeispiels;
Figur 3 eine Draufsicht auf eine Chipkartenhülle mit zwei Stegen und
Figur 4 eine Stirnansicht der Chipkartenhülle gemäß Figur 3 und eine vergrößerte Einzelheit
X.
[0016] Figur 1 zeigt eine Chipkartenhülle 1 mit einem Bodenteil 2, das an den Seitenlängsrändern
in zwei Führungsstreifen 3 übergeht, die zusammen mit der Oberfläche 5 des Bodenteils
2 den Kartenaufnahmeraum 6 bilden. An der der stirnseitigen Einschuböffnung 7 gegenüberliegende
Seite 8 befinden sich Kartenanschläge 9, die ein Herausschieben aus der Chipkartenhülle
1 verhindern. Die in Figur 1 dargestellte Chipkartenhülle 1 weist einen Steg 10 auf,
der im Bereich der Stirnseite 8 angeordnet ist, und eine Breite aufweist, die im wesentlichen
der größten Ausdehnung eines Chips (nicht dargestellt) entspricht und nach außen leicht
gewölbt ist. Im Bereich der Einschuböffnung 7 sind zwei Reinigungsflächen 11 angeordnet,
die Stege 12 und zwischen den Stegen 12 angeordnete Vertiefungen 13 aufweisen.
[0017] Wie aus Figur 2a ersichtlich, weist das Bodenteil 2 einen sinusförmigen Querschnitt
mit zwei Wellentälern 14, 14' auf, in denen bei eingeschobener Chipkarte (nicht dargestellt)
sich der Magnetstreifen befindet. Bei der in Figur 2b dargestellten Ausführungsform
ist der Steg 10 im Randbereich 15 dicker ausgebildet als in der Mitte 16, um eine
Erhöhung der Chipkarte durch den Chip Rechnung zu tragen. In Figur 2b ist eine Alternative
Wellenform der Oberfläche 5 des Bodenteils 2 dargestellt. Dabei ist ein weiteres Wellental
13 zwischen den Wellentälern 14 und 14' angeordnet ist. Das Wellental 13 ist in der
Mitte flacher ausgebildet und dient der Aufnahme der Unterschriftsstreifens oder auf
der Karte angeordneten Erhebungen.
[0018] Figur 3 zeigt eine andere Chipkartenhülle 1 mit zwei Stegen 10, 10', die in gleicher
Entfernung von den beiden Stirnseiten 7, 8 entfernt sind. Der Bereich 17 zwischen
den beiden Stegen 10 und 10' bleibt für den Benutzer beispielsweise zum Herausschieben
der Karte zugänglich. Die beiden Stege 10, 10' weisen jeweils einen Aufnahmebereich
18 für das Chip auf. Sie können beispielsweise als Vertiefungen auf der Unterseite
der Stege ausgestaltet sein. Bei Chipkarten, die in dem Chipbereich eine Erhöhung
aufweisen gelangt diese dann in den Aufnahmebereich 18. Durch die Anordnung von zwei
Stegen mit den entsprechenden Aufnahmebereichen ist der Chip auch beim Verdrehen immer
optimal geschützt.
[0019] Die in Figur 4 dargestellte Stirnansicht 4a mit der Einzelheit X in Figur 4b zeigt
noch einmal den Verlauf der Oberfläche 5 des Bodenteils 2 mit den Wellentälern 13,
14 und 14'.
1. Chipkartenhülle mit einem geschlossenen Bodenteil, das an den gegenüberliegenden Seitenlängsrändern
in zwei Führungsstreifen übergeht, die zusammen mit dem Bodenteil den Aufnahmeraum
für die Chipkarte bilden, einer stirnseitigen Einschuböffnung und mindestens einem
im Bereich der der Einschuböffnung gegenüberliegenden Schmalseite angeordneten Kartenanschlag,
dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstreifen (3) über mindestens einen Steg (10) verbunden sind, der
in einem Bereich angeordnet ist, in dem sich bei eingeschobener Chipkarte der Chip
befindet, und der eine Breite aufweist, die zumindest die Chipfläche überdeckt.
2. Chipkartenhülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steg (10) in dem an den Führungsstreifen (3) angrenzenden Bereich (15) dicker
ausgebildet ist als in der Mitte (16).
3. Chipkartenhülle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Steg (10, 10') auf der der Chipkarte zugewandten Seite eine Vertiefung (18)
für die Aufnahme des Chips aufweist.
4. Chipkartenhülle nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Steg nach außen gewölbt ist.
5. Chipkartenhülle nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwei mit Abstand zueinander angeordnete Stege (10, 10') vorgesehen sind, wobei
die beiden Stege gleichweit von den beiden gegenüberliegenden Stirnseiten (7, 8) entfernt
sind.
6. Chipkartenhülle nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenteil (2) mindestens eine in Hüllenlängsrichtung verlaufende Vertiefung
(14) aufweist, die in einem Bereich angeordnet ist, in dem sich bei eingeschobener
Chipkarte der Magnetstreifen befindet.
7. Chipkartenhülle nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenteil (2) zwei Vertiefungen (14) aufweist.
8. Chipkartenhülle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenteil (2) zwischen den beiden Vertiefungen (14) eine weitere Vertiefung
(14') für auf der Chipkarte angeordnete Erhebungen aufweist.
9. Chipkartenhülle nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Oberfläche (5) des Bodenteils im Bereich der Einschuböffnung (7) mindestens
eine Reinigungsfläche (11) für Magnetstreifen angeordnet ist, die vorzugsweise in
Längsrichtung verlaufende Stege (12) umfaßt.
10. Chipkartenhülle nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie einstückig ausgebildet ist.