[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Heften von mehrere Bogen
aufweisenden, gefalteten Druckereierzeugnissen gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Eine Vorrichtung dieser Art ist in der EP-A-0 399 317 und der entsprechenden US-A-5,172,897
offenbart. Sie weist entlang einer geschlossenen und durch einen Heftbereich hindurch
verlaufenden Umlaufbahn umlaufende sattelförmige Auflagen für Druckereierzeugnisse
auf. Mindestens beim Durchlaufen des Heftbereichs sind die Auflagen parallel zueinander
angeordnet und erstrecken sich rechtwinklig zu ihrer Umlaufrichtung. Weiter weist
die Vorrichtung eine Heftanordnung mit einer Anzahl Heftköpfen auf, die sich entlang
einer geschlossenen Bewegungsbahn mit der Bewegungsgeschwindigkeit der Auflagen bewegen.
Der Abstand der hintereinander angeordneten Heftköpfe entspricht im wesentlichen dem
Abstand hintereinander angeordneter Auflagen. Im Heftbereich verläuft die Bewegungsbahn
parallel zur Umlaufbahn der Auflagen, so dass mit jeder Auflage ein Heftkopf zusammentrifft
und in einem Abschnitt des Heftbereichs mit diesem mitläuft. In diesem Abschnitt setzt
der Heftkopf in den Rücken des entsprechenden, auf der Auflage aufliegenden Druckereierzeugnisses
eine Drahtklammer, die er aus einem von einem Drahtabschnittspender übernommenen Drahtabschnitt
geformt hat. Die über das Druckereierzeugnis vorstehenden Endabschnitte der beiden
Flanken der Drahtklammer werden mittels in den Auflagen angeordneten Umbiegeelementen
umgebogen, so dass eine die Bogen der Druckereierzeugnisse zusammenhaltende Drahtheftung
erzeugt wird. Drahtheftungen dieser Art bewähren sich, doch wird eine grosse Menge
von Draht benötigt. Sind mit der bekannten Vorrichtung Druckereierzeugnisse mit nur
wenigen Bogen und solche mit sehr vielen Bogen zu verarbeiten, ist es notwendig, die
Heftanordnung derart auszubilden, dass verschiedene Drahtdicken und Drahtabschnittlängen
verarbeitet werden können.
[0003] Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemässe Vorrichtung
zu schaffen, die bei hoher Verarbeitungskapazität und einfachem Aufbau ein drahtloses,
zuverlässiges Zusammenheften der Druckereierzeugnisse ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einer gattungsgemässen Vorrichtung gelöst, die die Merkmale
im Kennzeichen des Anspruchs 1 aufweist. Die Bogen der Druckereierzeugnisse werden
durch punktuelles Klebheften miteinander verbunden. Da die Heftköpfe entlang einer
geschlossenen Bewegungsbahn in einer Richtung umlaufen, ist ein ruhiger Betrieb selbst
bei grosser Verarbeitungsgeschwindigkeit gewährleistet. Das Uebertragen des Klebstoffs
auf die Bogen kann beim Erzeugen der Durchgänge und/oder beim Zurückziehen des Durchdringungswerkzeuges
erfolgen, dies in vorteilhafter Weise durch Abstreifen. Ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Erzeugung punktueller Klebheftungen ist in der älteren CH-Patentanmeldung Nr.
01 754/93-7, der die EP-Patentanmeldung Nr. 94 107 767.9 und die US-Patentanmeldung
Nr. 08/258,096 entsprechen, offenbart; bezüglich einem möglichen Aufbau der Heftköpfe
und der Auflagen sowie deren Wirkungsweise sei ausdrücklich auf dieses Dokument verwiesen.
Es lassen sich problemlos Druckereierzeugnisse unterschiedlicher Dicke verarbeiten,
ohne dass Aenderungen an Teilen der Heftanordnung vorzunehmen sind. Gegebenenfalls
ist die Menge den Durchdringungswerkzeugen zugeführten Klebstoffs an die Dicke der
Druckereierzeugnisse anzupassen.
[0005] Mit einer besonders bevorzugten Ausbildungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
gemäss Anspruch 2 kann ein Druckereierzeugnis an mehreren Stellen gleichzeitig geheftet
werden.
[0006] Mit einer weiteren bevorzugten Ausbildungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
nach Anspruch 3 ist auf einfache Weise gewährleistet, dass unterschiedlich dicke Druckereierzeugnisse,
ohne die Vornahme von Justierarbeiten, geheftet werden können.
[0007] Presseinrichtungen gemäss Anspruch 4 vermitteln unter Zusammenwirken mit den Auflagen
den Druckereierzeugnissen während des Klebheftens einen sicheren Halt. Dies führt
zu qualitativ guten Klebheftungen und verhindert Verletzungen oder Verschiebungen
von Bogen innerhalb der Druckereierzeugnisse.
[0008] Eine weitere besonders bevorzugte Ausbildungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
ist im Anspruch 5 definiert. Sie ermöglicht bei einfachem Aufbau die Anbringung von
äusserst genauen Heftungen.
[0009] Die ebenfalls bevorzugte Ausbildungsform gemäss Anspruch 6 ermöglicht das Erzeugen
der Durchgänge an beliebiger Stelle im Abschnitt des Heftbereichs, unabhängig vom
Zusammentreffen der Heftköpfe mit den Auflagen.
[0010] Qualitativ besonders hochstehende Klebheftungen sind mit der besonders bevorzugten
Ausbildungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung gemäss Anspruch 7 erzielbar.
[0011] Eine weitere bevorzugte Ausbildungsform gemäss Anspruch 8 gewährleistet grosse Standzeiten
der Durchdringungswerkzeuge.
[0012] Eine weitere bevorzugte Ausbildungsform gemäss Anspruch 9 ermöglicht einen einfachen
Aufbau der Heftanordnung, unabhängig von der Form der Umlaufbahn.
[0013] Mit einer weiteren bevorzugten Ausbildungsform gemäss Anspruch 10 ist auf einfache
Weise ein sicheres Zusammenwirken der Heftköpfe und Auflagen, unabhängig von der Form
der Umlaufbahn sichergestellt.
[0014] Eine besonders bevorzugte Ausbildungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung, die
bei hoher Verarbeitungskapazität wenig Platz benötigt, ist im Anspruch 11 definiert.
[0015] Die vorliegende Erfindung wird nun anhand eines in der Zeichnung gezeigten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1
- in perspektivischer Darstellung stark vereinfacht eine Vorrichtung zum Sammeln von
Bogen und anschliessenden Klebheften der aus den Bogen gebildeten Druckereierzeugnissen;
- Fig. 2
- in Ansicht einen Teil einer Sammelstrecke der Vorrichtung gemäss Anspruch 1 mit der
Heftanordnung;
- Fig. 3
- eine Abwicklung eines Teils der in der Fig. 1 gezeigten Vorrichtung;
- Fig. 4
- einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäss Fig. 1 entlang der Linie IV-IV der Fig.
3;
- Fig. 5
- teilweise geschnitten ein Heftkopf und eine Auflage an der Stelle V der Fig. 4;
- Fig. 6
- in gleicher Darstellung wie Fig. 5 ein Heftkopf und eine Auflage an der Stelle VI
der Fig. 4; und
- Fig. 7
- eine Ansicht der Fig. 6 in Pfeilrichtung VII.
[0016] Die Vorrichtung gemäss Fig. 1 weist eine Vielzahl von Sammelstrecken 10 auf, die
trommelartig um eine horizontal verlaufende gemeinsame Drehachse 12 in Pfeilrichtung
U umlaufend angeordnet sind. Jede Sammelstrecke 10 weist eine radial aussenliegende,
zur Umlaufachse 12 parallel und somit zur Umlaufbahn 12' rechtwinklig verlaufende,
sattelförmige Auflage 14 auf, auf die an hier beispielsweise drei in Achsrichtung
hintereinander angeordneten Zuführstellen 16,18,20 gefaltete Druckbogen 22 rittlingsweise
ablegbar sind. In Transportrichtung T gesehen, ist den Zuführstellen 16,18,20 eine
Klebheftanordnung 24 nachgeschaltet, die sich in Umlaufrichtung U gesehen über einen
Heftbereich 26 erstreckt. Die Klebheftanordnung 24 erzeugt im Bereich des Falzes 28
der aus den gesammelten Druckbogen 22 gebildeten Druckereierzeugnissen 30 jeweils
eine Anzahl Klebheftungen, um die Druckbogen 22 zusammen zu halten. Weiter ist der
Klebheftanordnung 24 eine, in Transportrichtung T gesehen, eine Wegführstelle 34 nachgelagert,
an der die gehefteten Druckereierzeugnisse 30 von den Sammelstrecken 10 abgehoben
und wegtransportiert werden.
[0017] Jeder Sammelstrecke 10 sind, der Uebersichtlichkeit halber in der Fig. 1 nicht gezeigte
Transportmittel zugeordnet, um im Zuge der Umdrehungen der Sammelstrecken 10 um die
Umlaufachse 12 die Druckbogen 22 bzw. Druckereierzeugnisse 30 in Transportrichtung
T schrittweise zu transportieren, wobei die Transportmittel so gesteuert sind, dass
sie transportinaktiv sind, wenn die betreffende Sammelstrecke 10 den Heftbereich 26
durchläuft. Die Druckereierzeugnisse 30 stehen somit, in Richtung der Umlaufachse
12 gesehen, beim Durchlaufen des Heftbereichs 26 still und bewegen sich in Umlaufrichtung
U in diesem Bereich auf einem Sektor einer Kreisbahn. Da in Umlaufrichtung U gesehen
auch die Zuführstellen 16,18,20, sowie die Wegführstelle 34 innerhalb des Heftbereichs
26 angeordnet sind, sind die Transportmittel beim Ablegen der Druckbogen 22 auf die
Auflagen 14 bzw. auf die bereits auf diese abgelegten Druckbogen 22 sowie beim Erfassen
der gehefteten Druckereierzeugnisse 30 an der Wegführstelle 34 durch Greifer 36 des
Wegförderers 36' in Richtung der Umlaufachse 12 stillstehend.
[0018] Im Zuge einer Umdrehung um die Umlaufachse 12, aber ausserhalb dem Heftbereich 26,
machen die Transportmittel jeweils einen Hub in Transportrichtung T, so dass die auf
die Auflagen 14 abgelegten Druckbogen 22 von einer Zuführstelle 16,18,20 zur nächsten
Zuführstelle 18,20 bzw. zur Klebheftanordnung 24 und zur Wegführstelle 34 transportiert
werden. Die Druckbogen 22 werden somit entlang einer strichpunktiert angedeuteten
abschnittsweise schraubenlinienartigen und abschnittsweise kreisartigen Bahn 38 transportiert.
[0019] In bevorzugter Weise werden die zu verarbeitenden Druckbogen 22 mittels allgemein
bekannten Greiferförderern 40 den Zuführstellen 16,18,20 zugeführt, dort geöffnet
und auf die Auflagen 14 rittlingsweise fallengelassen. Bezüglich dem Aufbau und der
Funktionsweise von Einrichtungen mit trommelartig angeordneten Sammelstrecken 10,
der Greiferförderer 40 und des Wegförderers 36', sowie der Transportmittel zum Transport
der Druckbogen 22 bzw. Druckereierzeugnisse 30 entlang den Auflagen 14, wird ausdrücklich
auf die EP-A-0 341 425 und die EP-A-0 550 828 bzw. die entsprechende US-A-5,052,667
und US-A-5,324,014 verwiesen.
[0020] Wie aus den Fig. 2 und 3 entnehmbar ist, weist die Klebheftanordnung 24 eine Anzahl
von Heftköpfen 42 auf, die in Abstand A der Auflagen 14 hintereinander angeordnet
sind und entlang einer geschlossenen Bewegungsbahn 44 (vergleiche Fig. 4) mit einer
Umlaufgeschwindigkeit v
U umlaufen, die in wesentlichen der Bewegungsgeschwindigkeit v
B der Auflagen 14 entspricht. Im Heftbereich 26 trifft jeweils ein Heftkopf 42 mit
einer Auflage 14 zusammen und läuft mit dieser in einem Abschnitt 26' des Heftbereichs
26 mit. Jeder Heftkopf 42 weist mindestens ein, vorzugsweise aber mehrere Durchdringwerkzeuge
46 auf, die während des Durchlaufens druch den Abschnitt 26' aus einer Ruhestellung,
in der sie von der Auflage 14 und dem zu heftenden Druckereierzeugnis 30 beabstandet
sind, in Richtung des Pfeiles 48 zum Erzeugen von Durchgängen 50 durch das betreffende
Druckereierzeugnis 30 in eine Durchdringstellung und entgegen der Richtung des Pfeiles
48 wieder in die Ruhestellung verbracht werden. In der Fig. 3 sind die Umlaufbahnen
der Durchdringwerkzeuge 46 mit strichpunktierten Linien 52 angedeutet. Aus der Fig.
3 ist auch deutlich erkennbar, dass der Transport der Druckbogen 22 bzw. Druckereierzeugnisse
30 in Längsrichtung der Auflagen 14 ausserhalb des Heftbereichs 26 erfolgt, vergleiche
die strichpunktiert angedeutete Bahn 38.
[0021] Wie Fig. 2 zeigt, ist die Auflage 14 jeder Sammelstrecke 10 am radial äusseren Ende
einer Wand 54 angeordnet, die parallel zur Umlaufachse 12 und bezüglich dieser radial
verläuft. Die Transportmittel 56 zum schrittweisen Transport der Druckbogen 22 bzw.
Druckereierzeugnisse 30 in Pfeilrichtung T weisen pro Sammelstrecke 10 einen an der
betreffenden Wand 54 in und entgegen der Richtung des Pfeiles T verschiebbar gelagerten
Wagen 58 auf, der mit einem schematisch angedeuteten Antrieb 60, beispielsweise einem
Kulissentrieb verbunden ist. Von den Wagen 58 stehen Mitnehmer 62 ab, die während
eines Arbeitshubes in Pfeilrichtung T die Druckbogen 22 und Druckereierzeugnisse 30
an der Nachlaufkante 64 stossen. Beim Rückhub unterfahren sie die Druckbogen 22 bzw.
Druckereierzeugnisse 30. Transportmittel 56 dieser Art sind in der EP-A-0 550 828
und der entsprechenden US-A-5,324,014 ausführlich beschrieben.
[0022] Wie aus der Fig. 4 hervorgeht, sind die Heftköpfe 42 an einem strichpunktiert angedeuteten
endlosen Zugorgan 66, beispielsweise einer kette oder einem Kettenpaar, angeordnet.
Das Zugorgan 66 ist am Anfang und am Ende des Heftbereichs 26 um Umlenkräder 68 geführt.
Weiter ist beim Umlenkrad 68 am Anfang des Heftbereichs 26 eine Klebstoffzubringeinrichtung
70 angeordnet, die jeweils beim Vorbeilaufen eines Heftkopfes 42 auf dessen Durchdringwerkzeuge
46 eine bestimmte Menge Klebstoff aufträgt, beispielsweise durch Abstreifen, Aufpinseln
oder Aufspritzen.
[0023] Jeder Heftkopf 42 weist eine Presseinrichtung 72 auf, die im Heftbereich 26 mittels
einer Kulissensteuerung 74 auf das zu heftende Druckereierzeugnis 30 absenkbar ist,
um dieses gegen die Auflage 14 zu pressen. Da die Presseinrichtung 72 V-förmig ausgenommene
Zentrierelemente 76 aufweist, mit welchen das Druckereierzeugnis 30 und die Auflage
14 umgriffen wird, wird gleichzeitig mit dem Anpressen des Druckereierzeugnisses 30
auch der Heftkopf 42 bezüglich der Auflage 14 zentriert. Während des Anpressens der
Druckereierzeugnisse 30 wird über die Kulissensteuerung 74 eine Einrichtung 78 zum
Vortreiben und Zurückziehen der Durchdringwerkzeuge 46 betätigt, um die Durchgänge
50 zu erzeugen und über deren gesamt Länge an die Druckbogen 22 den Klebstoff zu übertragen,
um eine punktuelle Klebheftung zu erzeugen. Bevor ein Heftkopf 42 jeweils das Umlenkrad
68 am Ende des Heftbereichs 26 erreicht, wird er durch die Kulissensteuerung 74 gesteuert,
vom nun gehefteten Druckereierzeugnis 30 abgehoben.
[0024] Die Fig. 5 und 6 zeigen, teilweise geschnitten, eine Auflage 14 mit dem rittlingsweise
darauf angeordneten Druckereierzeugnis 30 und einen sich in Ruhestellung bzw. Durchdringstellung
befindenden Heftkopf 42. Im gezeigten Beispiel sind die Durchdringwerkzeuge 46 durch
Bohrnadeln 80 gebildet, die eine geschlossene Spitze und auf der Aussenseite eine
Klebstoff aufnehmende und diesen an die Wände der Durchgänge 50 übertragende Aufnahmen
81, wie Rillen oder Nuten, aufweisen.
[0025] Bezüglich dem möglichen Aufbau von Durchdringwerkzeugen 46 und dem Uebertragen des
Klebstoffs an die Wände der Durchgänge 50 wird ausdrücklich auf die altere CH-Patentanmeldung
Nr. 01 754/93-7, der die EP-Patentanmeldung Nr. 94 107 767.9 und die US-Patentanmeldung
Nr. 08/258,096 entsprechen, verwiesen.
[0026] Die Auflagen 14 weisen Ausnehmungen 82, vorzugsweise im Querschnitt runde Durchlässe
auf, in die die Durchdringwerkzeuge 46 beim Verbringen in die Durchdringstellung,
wie in der Fig. 6 gezeigt ist, mit Spiel eindringen können.
[0027] In der Fig. 5 ist weiter ein Klebstoffauftragrohr 84 der Klebstoffzubringeinrichtung
70 gezeigt, welches jeweils beim Vorbeilaufen eines Heftkopfs 42 in Richtung des Doppelpfeiles
86 zum Auftragen von Klebstoff auf die betreffende Bohrnadel 80 zu deren Bewegungsbahn
52 zustellbar und wieder zurückziehbar ist.
[0028] Jeder Heftkopf 42 weist pro Durchdringwerkzeug 46 zwei Zentrierelemente 76 auf, zwischen
welchen jeweils das Durchdringwerkzeug 46 angeordnet ist. Da die Zentrierelemente
76, in Längerichtung der Auflagen 14 gesehen, voneinander beabstandet sind, pressen
sie das Druckereierzeugnis 30 ausserhalb der Ausnehmung 82 an die Auflage 14. Der
Vollständigkeit halber sie erwähnt, dass in den Fig. 5 und 6 jeweils nur ein Zentrierelement
76 gezeigt ist. Wie mit dem Pfeil 88 argedeutet ist, wird die Bohrnadel 88 während
des Absenkens von der Ruhestellung in die Durchdringstellung um ihre Achse drehend
angetrieben. Es ist auch denkbar, anstelle von Bohrnadeln 80 Eintriebnadeln zu verwenden,
die dann nicht mehr in Richtung des Pfeiles 88 angetrieben sein müssen. Beim Zurückziehen
in die Ruhestellung können die Bohrnadeln 80 weiter in Pfeilrichtung 88 oder in entgegengesetzter
Richtung oder nicht angetrieben sein.
[0029] Fig. 7 zeigt eine Ausbildungsform des Heftkopfs 42 mit zwei nebeneinander angeordneten
Hefteinheiten 90. Ein Heftkopf 42 kann noch weitere Hefteinheiten 90 aufweisen. Zwei
parallele, beabstandete Ketten 66' des Zugorgans 66 (vergleiche Fig. 4) sind um gleichachsig
gelagerte Umlenkräder 68 (Kettenräder) geführt. An jeder Kette 66' sind etwa im Abstand
der Auflagen 14 schienenartige Führungselemente 96 der Hefteinheiten 90 angeordnet.
Die Längsrichtung der Führungselemente 96 verläuft zu ihrer Bewegungsbahn 44 im wesentlichen
rechtwinklig. Im Führungselement 96 ist jeweils ein Schlitten 98 in und entgegen der
Richtung des Pfeiles 48 verschiebbar geführt. Zwischen dem Führungselement 96 und
dem Schlitten 98 wirkt eine erste Druckfeder 100, um den Schlitten 98 entgegen der
Richtung des Pfeiles 48 in die strichpunktiert angedeutete Ruhestellung zu drängen.
[0030] Am Schlitten 98 ist eine Bohrspindel 102 drehbar gelagert, die an ihrem der Auflage
14 zugewandten Ende eine Bohrnadel 80 trägt. Andernends ist die Bohrspindel 102 über
ein Kegelradgetriebe 104 mit einem Stirnrad 106 verbunden, das mit einer Zahnstange
108 am Führungselement 96 zusammenwirkt.
[0031] Am Schlitten 98 ist weiter eine Folgerolle 110 der Kulissensteuerung 74 frei drehbar
gelagert, die mit der ortsfesten Kulisse 74' zusammenwirkt. Wie in Zusammenschau mit
der Fig. 4 erkennbar ist, wird der Schlitten 98 beim Umlaufen in Richtung des Pfeiles
B von der Kulisse 74' in Richtung des Pfeiles 48 von der Ruhestellung in die in der
Fig. 7 mit ausgezogenen Linien gezeigte Durchdringstellung verschoben. Dabei wird
das Stirnrad 106 in Pfeilrichtung D angetrieben, diese Drehung wird über das Kegelradgetriebe
104 in eine Drehung der Bohrnadel 80 in Richtung des Pfeiles 88 umgesetzt. Beim Zurückbewegen
des Schlittens 98 aus der Durchdringstellung in die Ruhestellung, angetrieben durch
die Druckfeder 100 und gesteuert durch die Kulisse 74', dreht sich folglich die Bohrnadel
80 in entgegengesetzter Richtung.
[0032] Die beiden Zentrierelemente 76 der Presseinrichtung 72 sind in einer Aussparung 112
des Schlittens 98 in Richtung der Bohrspindel 102 verschiebbar gelagert. Zwischen
den Zentrierelementen 76 und dem Schlitten 98 wirkt eine zweite Druckfeder 114, um
die Zentrierelemente 76 bezüglich dem Schlitten 98 in eine ausgefahrene Stellung zu
drängen, in der sie bezüglich der Bohrnadel 80 die in der Fig. 5 gezeigte Stellung
einnehmen. Beim Verbringen des Schlittens 98 von der Ruhestellung in die Durchdringstellung,
kommen die Zentrierelemente 76 auf das zu heftende Druckereierzeugnis 30 zur Anlage
und pressen dieses unter der Kraft der zweiten Druckfeder 114 gegen die Auflage 14.
Dadurch werden auch die Auflagen 14 bezüglich der Hefteinheiten 90 zentriert. Beim
Weiterabsenken des Schlittens 98 in Richtung zur Durchdringstellung, werden nun die
Zentrierelemente 76 entgegen der Kraft der zweiten Druckfeder 114 zurückgehalten und
wird die Bohrnadel 80 zur Erzeugung eines Durchgangs 50 durch den Falzrücken 28 des
Druckereierzeugnisses 30 gedrängt. Dabei wird der vorgängig mittels der Klebstoffzubringeinrichtung
70 der Bohrnadel 80 zugeführte Klebstoff auf die Druckbogen 22 über die gesamte Länge
des Durchgangs 50 übertragen. In Durchdringstellung greift die Bohrnadel 80 mit ihren
freien Endbereich in die Ausnehmung 82 der Auflagen 14 mit Spiel ein. Dadurch wird
verhindert, dass sich Klebstoff an der Auflage 14 ablagern kann.
[0033] Beim Zurückbewegen des Schlittens 98 aus der Durchdringstellung in die Ruhestellung
wird die Bohrnadel 80 zurückgezogen, während die Zentrierelemente 76 unter der Kraft
der zweiten Druckfeder 114 am Druckereierzeugnis 30 in Anlage bleiben, bis die Bohrnadel
80 den erzeugten Durchgang 50 verlassen hat und die Zentrierelemente 76, beispielsweise
durch einen Anschlag, vom Schlitten 98, mitgenommen werden.
[0034] In den oben gezeigten Ausführungsbeispiel laufen die Auflagen 14 entlang einer kreisförmigen
Umlaufbahn 12' um die Umlaufachse 12 um. Es ist aber auch denkbar, dass die Auflagen
14 entlang einer gestreckten Umlaufbahn bewegt werden, wie dies beispielsweise in
der EP-A-0 510 525 und der entsprechenden US-A-5,292,110 gezeigt ist. Anstelle des
dort gezeigten Heftapparates kann eine Klebheftanordnung 24 gemäss vorliegender Erfindung
treten.
[0035] Weiter betrifft die erfindungsgemässe Vorrichtung auch Ausbildungsformen, bei welchen
die Druckbogen bzw. Druckereierzeugnisse nicht in Längsrichtung der Auflagen verschoben
werden, vergleiche dazu beispielsweise EP-A-0 095 603 und EP-A-0 346 578 bzw. die
entsprechenden US-Patentschriften Nrn. 4,489,930 und 5,104,108.
[0036] Bei allen Ausbildungsformen erstrecken sich die Auflagen 14 im wesentlichen parallel
und rechtwinklig zu ihrer Umlaufrichtung.
[0037] Selbstverständlich ist es auch denkbar, klingenartige Durchdringwerkzeuge zu verwenden,
die beim Vortreiben nicht gedreht werden. Es ist auch denkbar, in den Durchdringwerkzeugen
Kanäle vorzusehen, um den Klebstoff durch das Durchdringwerkzeug hindurch in die Durchgänge
einzubringen.
1. Vorrichtung zum Heften von mehrere Bogen aufweisenden, gefalteten Druckereierzeugnissen,
mit entlang einer geschlossenen und durch einen Heftbereich (26) hindurchverlaufenden
Umlaufbahn (12') umlaufenden, sattelförmigen Auflagen (14) für die Druckereierzeugnisse
(30), die beim Durchlaufen des Heftbereichs (26) parallel zueinander angeordnet sind
und sich im wesentlichen rechtwinklig zu ihrer Umlaufrichtung (U) erstrecken, und
mit einer Heftanordnung (24) mit einer Anzahl von im Heftbereich (26) mit den Auflagen
(14) zusammenzutreffen und in einem Abschnitt (26') des Heftbereichs (26) mit diesen
mitzulaufen bestimmten Heftköpfen (42) zum Erzeugen von die Bogen (22) der im Heftbereich
(26) bezüglich den Auflagen (14) ruhenden Druckereierzeugnisse (30) zusammenhaltenden
Heftungen, welche Heftköpfe (42) sich im wesentlichen mit der Bewegungsgeschwindigkeit
(vB) der Auflagen (14) entlang einer geschlossenen Bewegungsbahn (44) bewegen und in
Bewegungsrichtung (B) in einem Abstand hintereinander angeordnet sind, der dem Abstand
(A) zwischen benachbarten Auflagen (14) entspricht, dadurch gekennzeichnet, dass die
Heftköpfe (42) Durchdringungswerkzeuge (46) zum Bilden von Durchgängen (50) durch
die Druckereierzeugnisse (30) im Bereich des Falzes (28) aufweisen, und die Heftanordnung
(24) eine Klebstoffzubringeinrichtung (70) aufweist, die den Durchdringungswerkzeugen
(46) Klebstoff zuführt, der mittels der Durchdringungswerkzeuge (46) an die Bogen
(22) in den Durchgängen (50) zum Erzeugen von Klebheftungen übertragbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Heftkopf (42) mehrere
Durchdringungswerkzeuge (46) zum Klebheften eines Druckereierzeugnisses (30) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagen (14)
Ausnehmungen (82) aufweisen, in die die Durchdringungswerkzeuge (46) nach dem Durchdringen
der Druckereierzeugnisse (30) mit Spiel eingreifen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Heftanordnung
(24) Presseinrichtungen (72) aufweist, die dazu bestimmt sind, die Druckereierzeugnisse
(30) beim Eintreiben bzw. Herausziehen der Durchdringungswerkzeuge (46) gegen die
Auflagen (14), gegebenenfalls in Längsrichtung der Auflagen (14) bezüglich der Ausnehmungen
(82) versetzt, zu pressen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Heftkopf (42) eine
Presseinrichtung (72) mit Zentrierelementen (76) aufweist, die dazu bestimmt sind,
die jeweilige Auflagen (14) zu umgreifen um das zu heftende Druckereierzeugnis (30)
an die Auflage (14) zu pressen und gleichzeitig den Heftkopf (42) und die Auflage
(14) bezüglich einander zu zentrieren.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Heftköpfe
(42) eine Einrichtung (78) zum Vortreiben und Zurückziehen der Durchdringungswerkzeuge
(46) aufweisen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Presseinrichtung
(72) jeweils das Druckereierzeugnis (30) gegen die Auflage (14) presst bevor die Einrichtung
(78) zum Vortreiben und Zurückziehen die Durchdringungswerkzeuge (46) in das Druckereierzeugnis
(30) eintreibt und die Pressung erst wieder aufhebt nachdem die Durchdringungswerkzeuge
(46) zurückgezogen sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchdringungswerkzeuge
(46) Eintrieb- oder Bohrnadeln (80) mit jeweils einer geschlossenen Spitze und auf
der Aussenseite den Klebstoff aufnehmende und diesen an die Wände der Durchgänge (50)
übertragende Aufnahmen (81), wie Rillen oder Nuten, aufweisen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Heftköpfe
(42) an einem am Anfang und am Ende des Heftbereichs (26) um Umlenkräder (68) geführten,
endlosen Zugorgan (66) angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Umlenkrädern
(68) Steuermittel (74) angeordnet sind um die Heftköpfe (42) und die Presseinrichtungen
(72) in Richtung (48) gegen die Auflagen (14) zu drücken und gegebenenfalls die Einrichtung
(78) zum Vortreiben und Zurückziehen der Durchdringungswerkzeuge (46) anzutreiben.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch eine um ihre horizontale
Drehachse (12) drehend angetriebene Verarbeitungstrommel mit zur Drehachse (12) parallelen
Auflagen (14), in Richtung der Drehachse (12) hintereinander angeordnete Zuführeinrichtungen
(16,18,20) zum Zuführen und rittlingsweisen Ablegen der Bogen (22) auf die Auflagen
(14) bzw. bereits auf diese abgelegte Bogen (22), Transportmittel (56) zum schrittweisen
Transport der auf die Auflagen (14) abgelegten Bogen (22) im Zuge der Umdrehungen
der Verarbeitungstrommel von einer Zuführeinrichtung (16,18,20) zur nächsten und zur
in Transportrichtung (T) diesen nachgelagerten Heftanordnung (24), und einen Wegförderer
(36') zum Wegfördern der klebegehefteten Druckereierzeugnisse (30), wobei die Transportmittel
(56) beim Durchlaufen des Heftbereichs (26) transportinaktiv sind.