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EP 0 662 702 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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12.07.1995 Patentblatt 1995/28 |
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Anmeldetag: 08.12.1994 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE FR GB LI |
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Priorität: |
06.01.1994 CH 33/94
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Anmelder: CMC Carl Maier + Cie AG |
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CH-8201 Schaffhausen (CH) |
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Erfinder: |
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- Rust, Thomas
CH-8201 Schaffhausen (CH)
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Vertreter: Kaiser, Helmut, Dr. et al |
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ABB Management AG,
Abt. TEI - Immaterialgüterrecht,
Haselstrasse 16 CH-5401 Baden CH-5401 Baden (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
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Schalthebelverbindung |
(57) Die Schalthebelverbindung dient der starren Kopplung mehrerer um eine gemeinsame
Achse (2) schwenkbarer und jeweils einen Griff (5) aufweisender Schalthebel (3) eines
mehrpoligen Schalters. Diese Verbindung wird in einfacher und in einer für eine Massenfertigung
geeigneten Weise dadurch erreicht, dass die Hebelgriffe (5) jeweils als elastisch
verformbares Spreizteil (6) ausgebildet und miteinander durch einen in die Spreizteile
(6) eingepressten Stift (1) gekoppelt sind.
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TECHNISCHES GEBIET
[0001] Bei der Erfindung wird ausgegangen von einer Schalthebelverbindung nach dem Oberbegriff
von Patentanspruch 1. Mit einer derartigen Schalthebelverbindung wird eine synchrone
Betätigung der Pole eines mehrpoligen Schaltgerätes erreicht. Bevorzugt wird eine
solche Schalthebelverbindung in Schaltgeräten, wie insbesondere Leitungs- Fehlerstrom-
oder Motorschutzschaltern von Niederspannungsverteilern verwendet. Solche Schalter
weisen häufig zwei, drei, vier oder gegebenenfalls sogar mehr als vier gleichartige
Pole auf.
STAND DER TECHNIK
[0002] Die Erfindung nimmt auf einen Stand der Technik von Schalthebelverbindung Bezug,
wie er in dem vom Patentanmelder im Herbst 1989 herausgebenen Handbuch "Innovativ
installieren mit smissline" etwa auf S.6 abgebildet ist. Die Schalthebelverbindung
nach dem Stand der Technik enthält ein als U-förmig gebogenes Blech ausgebildetes
Brückenteil. Dieses Blech ist auf zwei bzw. drei um eine gemeinsame Achse schwenkbare
und jeweils als Betätigungsgriff ausgebildete Hebelarme der Schalthebel eines zwei-oder
dreipoligen Leitungsschutzschalters gesteckt und bewirkt so die starre Kopplung der
Schalthebel und damit eine synchrone Betätigung der einzelnen Schalterpole. Die Herstellung
und Montage eines derartigen Brückenteils ist relativ aufwendig.
[0003] In DE-A-25 40 745 ist eine Schalthebelverbindung beschrieben, bei der die einzelnen
Schalthebel 6 über ein Brückenteil 9 mit angeformten Noppen 8 miteinander verbunden
sind. Die Noppen 8 weisen Nasen 15 auf, welche unter Fixierung des Brückenteils 9
in Fenstern 14 der zentral geführten Ausnehmungen 7 der Schalthebel verrastet sind.
Eine solche Schalthebelverbindung ist relativ aufwendig, da in jeden Schalthebel die
komplizierte, fensterartig erweiterte, zentral geführte Ausnehmung einzubringen ist,
und da das Brückenteil mit Noppen und Rastnasen zu versehen ist.
KURZE DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0004] Der Erfindung, wie sie in Patentanspruch 1 angegeben ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Schalthebelverbindung der eingangs genannten Art anzugeben, die in einfacher
und in einer für eine Massenfertigung geeigneten Weise hergestellt werden kann.
[0005] Die Schalthebelverbindung nach der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass sie
durch einfaches Einpressen des Stiftes in die Spreizteile der zu verbindenden Schalthebel
äusserst einfach und kostengünstig in einem für Massenfertigung geeigneten Verfahren
hergestellt werden kann. Die solchermassen hergestellte Verbindung zeichnet sich durch
hohe Festigkeit und eine grosse Betriebssicherheit auch bei starken Beanspruchungen
aus. Zudem beeinträchtigt sie weder die Handhabbarkeit der Schalthebelgriffe noch
das ästhetische Design des mehrpoligen Schaltgerätes. Darüber hinaus ist diese Schalthebelverbindung
nach der Erfindung völlig unabhängig von der Beschaffenheit der Schalthebel und kann
durch einfaches Ablängen des Stiftes sehr einfach an unterschiedlich breite Schalterpole
sowie an Schaltgeräte mit beliebig vielen Schalterpolen angepasst werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0006] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung und die damit erzielbaren weiteren
Vorteile werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigt:
- Fig.1
- in perspektivischer Ansicht eine Schalthebelverbindung nach der Erfindung, bei der
drei um eine gemeinsame Achse schwenkbare Schalthebel eines nicht dargestellten Schaltgerätes
über einen Stift starr miteinander gekoppelt sind,
- Fig.2
- eine weitere perspektivische Ansicht der Schalthebelverbindung gemäss Fig.1,
- Fig.3
- eine Aufsicht auf einen quer zur Schwenkachse geschnittenen Schalthebel der Schalthebelverbindung
gemäss Fig.1 nach Entfernen des Stiftes, und
- Fig.4
- eine Seitenansicht des Stiftes nach seinem Entfernen aus der Schalthebelverbindung
gemäss Fig.1.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0007] Die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Schalthebelverbindung weist einen Stift 1
und drei um eine gemeinsame Achse 2 des nicht dargestellten Schaltgerätes schwenkbare
Schalthebel 3 auf. Die Schalthebel 3 sind aus einem Kunststoff, typischerweise einem
Thermoplast, etwa auf der Basis eines Amides, geformt und sind jeweils in einem ebenfalls
nicht dargestellten Polgehäuse des Schaltgerätes um die Achse 2 schwenkbar gelagert.
Die drei Pole können bei Ausbildung des Schaltgerätes als Leitungsschutzschalter beispielsweise
die drei Phasen eines Drehstromsystems sein. Jeder der drei Schalthebel 3 ist zweiarmig
ausgebildet und weist jeweils einen mit einem nicht dargestellten Betätigungselement
auf eine Kontaktanordnung wirkenden Hebelarm 4 auf sowie einen als Griff 5 ausgebildeten
und aus dem Polgehäuse des Schaltgerätes nach aussen geführten weiteren Hebelarm.
Um ein synchrones Schalten der in unabhängig voneinander gefertigten Schalterpolen
geführten Phasen zu ermöglichen, weisen die Hebelgriffen jeweils ein elastisch verformbares
Spreizteil 6 auf und ist in die Spreizteile 6 der parallel zur Schwenkachse 2 ausgerichtete
Stift 1 eingepresst.
[0008] Wie aus Fig.2, insbesondere aber aus Fig.3 zu erkennen ist, sind in den Griff 5 als
Spreizteil 6 zwei durch einen Schlitz 7 voneinander beabstandete, biegbare Schenkel
8 eingeformt. Der Schlitz 7 weist eine an das Profil des Stifts 1 angepasste Hinterschneidung
9 auf, welche im Bereich der freien Enden der beiden Schenkel 8 vorgesehen ist. Die
einander gegenüberstehenden freien Enden der Schenkel 8 weisen jeweils eine angeschrägte
Fläche 10 auf, die zum Inneren des Schlitzes 7 hin geneigt ist. Die beiden angeschrägten
Fläche bilden eine Einführhilfe für den Stift 1 bei der Montage der Schalthebelverbindung.
Der Schlitz 7 ist in axialer Richtung durch den Schalthebel 3 hindurch und in radial
nach aussen verlaufender Richtung auf das von der Schwenkachse 2 abgewandte Ende des
Hebelgriffs 5 geführt. Die angeschrägten Flächen 10 schneiden sich mit den auf den
Griff 5 geführten Begrenzungsflächen des Schlitzes 7 in zwei die Hinterschneidung
9 nach aussen begrenzenden Kanten. Die Hinterschneidung 9 weitet sich hinter diesen
beiden Kanten zunächst auf und verjüngt sich dann kontinuierlich bis auf die Breite
des Schlitzes 7.
[0009] Aus Fig.4 ist der Aufbau des Stifts 1 ersichtlich. Dieser Stift ist vorzugsweise
zylinderförmig ausgebildet. Statt rundes Profil kann er aber auch irgendein anderes
in die Hinterschneidung 9 des Schlitzes 7 passendes Profil aufweisen und beispielsweise
elliptischen, halbrunden, quadratischen oder rechteckigen Querschnitt aufweisen. Wichtig
ist vor allem, dass der Stift nach Aufspreizen der Schenkel 8 des Spreizteils 6 derart
in der Hinterschneidung 9 gelagert ist, dass er ohne grossen Kraftaufwand nicht mehr
nach aussen entfernt werden kann. Je nach Durchmesser des Stifts 1 und Grösse der
Hinterschneidung ist der Stift 1 in der Hinterschneidung 9 eingespreizt und eingeklemmt
oder lediglich eingespreizt gehalten. Diese unterschiedlichen Halterungen können durch
nicht zu vermeidende Fertigungstoleranzen hervorgerufen werden. Um zu verhindern,
dass der lediglich durch die Spreizwirkung der Schenkel 8 gehaltene Stift 1 gegebenenfalls
in Richtung der Schwenkachse 2 aus den Hinterschneidungen 9 entfernt werden kann,
weist der Stift 1 mindestens eine zwischen zwei Schalthebeln angeordnete Verdickung
11 auf. Diese Verdickung 11 kann besonders einfach und kostengünstig durch Kerbwirkung
erzeugt werden. Im allgemeinen reicht das Einprägen von beispielsweise drei oder vier
Kerben 12 zur Erzeugung einer das seitliche Entfernen des Stiftes 1 mit grosser Sicherheit
verhindernden Verdickung 11 bereits aus.
[0010] Die Schalthebelverbindung nach der Erfindung kann besonders einfach und kostengünstig
hergestellt werden. Dies ist zum einen deswegen möglich, da in das zur Herstellung
des in allgemeinen spritzgegossenen Schalthebels 3 verwendete Werkzeug der Schlitz
7 und die Hinterschneidung 9 ohne zusätzlichen Aufwand eingeformt werden können. Zum
anderen ist dies auch deswegen möglich, da der Stift 1 durch Ablängen leicht an eine
erwünschte Baulänge angepasst und der abgelängte Stift unter starrer Kopplung der
drei Schalthebel 3 ohne grossen Montageaufwand quer zur Schwenkchse 2 in die Schlitze
7 bzw. die Hinterschneidungen 9 eingepasst werden kann.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0011]
- 1
- Stift
- 2
- Schwenkachse
- 3
- Schalthebel
- 4
- Hebelarm
- 5
- Griff
- 6
- Spreizteil
- 7
- Schlitz
- 8
- Schenkel
- 9
- Hinterschneidung
- 10
- angeschrägte Flächen
- 11
- Verdickung
- 12
- Kerben
1. Schalthebelverbindung für einen mehrpoligen Schalter mit mehreren um eine gemeinsame
Achse (2) schwenkbaren und jeweils einen Griff (5) aufweisenden Schalthebeln (3),
bei der die Schalthebel (3) starr miteinander gekoppelt sind durch ein parallel zur
Schwenkachse (2) geführtes und an den Hebelgriffen (5) befestigtes Brückenteil, dadurch
gekennzeichnet, dass die Hebelgriffe (5) jeweils ein elastisch verformbares Spreizteil
(6) mit zwei durch einen Schlitz (7) voneinander beabstandeten, biegbaren Schenkeln
(8) aufweisen, und dass das Brückenteil als Stift (1) ausgebildet und zwischen die
Schenkel (8) der Spreizteile (6) eingepresst ist.
2. Schalthebelverbindung nach Anspruch 1, dass der Schlitz (7) eine an das Profil des
Stifts (1) angepasste Hinterschneidung (9) aufweist.
3. Schalthebelverbindung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hinterschneidung
(9) im Bereich der freien Enden der beiden Schenkel (8) vorgesehen ist.
4. Schalthebelverbindung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die einander gegenüberstehenden freien Enden der Schenkel (8) unter Bildung einer
Einführhilfe für den Stift (1) jeweils eine angeschrägte Fläche (10) aufweisen.
5. Schalthebelverbindung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
der Schlitz (7) in axialer Richtung durch den Schalthebel (3) hindurch und in radial
nach aussen verlaufender Richtung auf das von der Schwenkachse (2) abgewandte Ende
des Hebelgriffes (5) geführt ist.
6. Schalthebelverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
der Stift (1) mindestens eine zwischen zwei Schalthebeln (3) angeordnete Verdickung
(11) aufweist.
7. Schalthebelverbindung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdickung
(11) durch Kerbwirkung erzeugt ist.
