[0001] Die Erfindung betrifft ein längliches Bauelement gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Solche Bauelemente werden häufig, aber nicht ausschließlich in der Bauindustrie
verwendet. Beispielsweise sei auf Holzschalungsträger hingewiesen, wie sie z.B. zur
Abstützung von Schalungsplatten bei Deckenschalungen verwendet werden. Sie haben I-Profil,
d.h. zwei Außenstege, die sich senkrecht zur Systemebene erstrecken, sowie einen Innensteg.
Die Längen liegen im Bereich von rund 2,5 - 6 m. Sie Wiegen 5-6 kg/m, haben ein zulässiges
Moment im Bereich von 5 KN/m und eine zulässige Querkraft von 11 KN. Die Breiten liegen
bei 8 cm und die Höhen im Bereich von 16-20 cm. Diese Holzträger eignen sich für statische
Lasten. Zur Aufnahme von dynamischen Lasten eignet sich Holz typischerweise nicht.
Zur Aufnahme von dynamischen Lasten verwendet man Metall. Die bekannten Holzschalungsträger
sind mindestens teilweise aus Schichtholz verleimt. Dies bringt eine ganze Reihe Nachteile
mit sich: Holz ist teuer und steht immer weniger zur Verfügung. Dagegen sind viele
froh, wenn Kunststoffabfälle nicht auf Deponien kommen, sondern wieder weiterverwertet
werden können. Aber auch der Preis von jungfräulichem Kunststoff fällt beständig,
und es werden immer neue Erdölquellen entdeckt, so daß eine Versorgung auf mehrere
Jahrhunderte hinaus gesichert erscheint. Das Holz wird zum Problemfall, weil es wegen
seiner Phenol-Harz-Verleimung und seiner Imprägnierung gegen Insekten- und Pilzbefall
nicht einfach verbrannt werden darf. Auch Deponien nehmen dieses Holz teilweise nicht
mehr an. Solche Träger müssen genagelt werden, sei es, um mit ihnen die Schalungsplatten
zu verbinden, sei es, daß sie mit den Trägergabeln vernagelt werden müssen.
[0002] Das Holz kann beim Nageln durch Splittern mechanisch beschädigt werden. Ebenso, wenn
es auf der Baustelle fällt. Der Werkstoff wird aufgrund von Verwitterung und Wasseraufnahme
beeinflußt. Trotz großer Anstrengung ist das zulässige Moment und die zulässige Querkraft
klein, aber das Gewicht hoch.
[0003] Grundsätzlich das Gleiche gilt auch hinsichtlich Brettern oder Platten aus Holz,
wie z.B. Schalungsplatten.
[0004] Es gibt darüber hinaus auch T-Träger, Winkelprofile, Kanthölzer oder dergleichen
Bauelemente, wo die gleichen Nachteile auftreten.
[0005] Darüber hinaus werden auch längliche Bauelemente als Stützen verwendet, die auf Druck-
und Knickkraft belastet werden, wie z.B. die Stützen für solche Deckenschalungen.
Solche Bauelemente stellt man heutzutage aus verzinkten Stahlrohren her. Das Feuerverzinken
ist teuer und umweltschädlich. Ob innerhalb der Rohre verzinkt worden ist, kann man
schlecht nachprüfen. Sind die Rohre verbogen, dann laufen sie nicht mehr ineinander,
und auch deren Entsorgung ist teuer.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, Bauelemente anzugeben, die es gestatten, zumindest
die Holzressourcen zu schonen, die selbst recycelbar sind, wenn sie am Ende ihrer
Brauchbarkeit angekommen sind, die helfen, Polymerstoffe zu verwenden, sei es, wenn
diese als Abfallstoffe vorliegen oder sich z.B. wegen Preisverfalls auch in jungfräulicher
Form anbieten. Es sollen auch in weiten Bereichen keine Umdenkprozesse notwendig sein,
so daß man trotz der Verwendung der neuen Bauelemente altes Zubehör weiterverwenden
kann.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die aus dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 ersichtlichen Merkmale gelöst.
[0008] Solche Bauelemente haben auch ohne Einlagen eine Tragfähigkeit, die höher als bei
bekannten Bauelementen aus Holz ist. Es sind z.B. Decken-I-Träger aus Holz weniger
tragfähig als die erfindungsgemäßen Bauelemente. Ihr Bruchmoment liegt bei einem Meter
Auflagerabstand bei 10 KNm und die Bruchkratt bei 40 KN bei Breiten der Außenstege
von 80 mm und einer Gesamthöhe des I-Trägers zwischen 160 und 200 mm. Die Längen der
I-Träger können in einem Bereich von 0,4 - 3,6 m schwanken.
[0009] Die Erfindung wird nunmehr anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen beschrieben.
In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine vereinfachte Darstellung einer Schicht, wie sie zur Herstellung von I-Trägern
verwendet werden kann;
- Fig. 2
- einen systematischen Querschnitt durch ein Brett, wobei das Seiten-/Höhenverhältnis
= oder < 10 ist;
- Fig. 3
- einen schematischen Querschnitt durch eine Platte, wobei das Seiten-/Höhenverhältnis
beispielsweise > 10 ist;
- Fig. 4
- einen Querschnitt wie Fig. 3, jedoch mit einer anderen Schicht;
- Fig. 5
- einen schematischen Querschnitt durch ein Winkelprofil;
- Fig. 6
- einen schematischen Querschnitt durch einen Kreis bzw. Rohrprofil;
- Fig. 7
- einen schematischen Querschnitt durch ein T-Profil;
- Fig. 8
- einen Kurvenverlauf über den Querschnitt, der qualitativ angibt, wie das Verhältnis
von Kunststoffmaterial zu Hohlräumen ist.
[0010] Je nach dem Kunststoff 47 und je nachdem, ob man ihn gefüllt oder nicht gefüllt verwendet,
hat dieser einen bestimmten Elastizitätsmodul. Verwendet man Polyethylen als Kunststoff,
so hat dieser einen Elastizitätsmodul von z.B. 500 - 1000 N/mm². Ist er gefüllt, dann
hat er einen Elastizitätsmodul von beispielsweise 3000 - 8000 N/mm².
[0011] Das Gebilde gemäß Fig. 1 wird kontinuierlich hergestellt. Es wird einem Extruder
zugeführt, und zwar einem Doppelschneckenextruder. Dieser preßt den Kunststoff in
eine Kalibrierstrecke, die einen Umfang 48 gemäß Fig. 1 hat, d.h. gemäß der Gestalt
des herzustellenden I-Trägers 49. Der Kunststoff 47 wird ggf. von einer hochwertigen
Außenschicht 51 ummantelt. Diese ist ein Polymer, ist außen porenfrei und dichter
als der innenliegende Kunststoff 47. Die Außenschicht 51 schützt den Kunststoff 47
vor Beschädigungen und gibt eine zusätzliche mechanische Festigkeit. Auch deren Massen-
und Flächenschwerpunkt liegt - innerhalb von gewollten oder ungewollten Toleranzen
- im Punkt 16. Der Kunststoff 47 wird gemäß Fig. 7 aufgeschäumt, d.h. daß in der Systemebene
12 50 % Material und der Rest Hohlraum vorhanden sind. Die Dichte steigt dann nach
außen zu symmetrisch an und erreicht in den Außenflächen jeweils dann 100 %. Man kann
die Außenschicht 51 im Koextrusionsverfahren entweder gesondert aufbringen oder aber
als sogenannte Speckschicht dadurch erzeugen, daß der Kunststoff mit erhöhtem Druck
in die Profilierstrecke gedrückt wird. Der Kunststoff 47 ist gefüllt.
[0012] Da die Außenschicht 51 an sich spiegelglatt sein kann, wird sie zumindest dann aufgerauht,
wenn mit der Erfindung solche I-Träger 49 hergestellt werden. Dies kann geschehen,
indem man seine Oberseite 52 und/oder seine Unterseite 53 durch Profilieren aufrauht.
Dies kann geschehen, indem man nach der Profilierstrecke und ehe die Außenschicht
51 kalt ist, Profilierrollen mitlaufen läßt. Es kann dies aber auch geschehen, indem
man die Außenschicht 51 füllt, z.B. mit Quarzpartikeln, so daß sie rauh wird.
[0013] Der Massen- und Flächenschwerpunkt des Kunststoffs 47 liegt ebenfalls im Punkt 16.
In üblicher Weise hat der I-Träger 49 zwei Außenstege 54, 56 und einen diese beiden
verbindenden Verbindungssteg 57. Die Stege sind symmetrisch zur Systemebene 12, aber
auch symmetrisch zu einer nicht dargestellten Eene, die senkrecht zur Systemebene
12 steht und durch den Punkt 16 geht. Vorzugsweise hat der I-Träger 49 genau die gleiche
Umrißform wie die seitherigen aus Holz bestehenden Träger, so daß insofern weder Umkonstruktionen
noch Umdenken notwendig ist. Er kann auch die Umrißform seitheriger im Schalungsystem
verwendeter Träger haben, was die gleichen Vorteile ergibt.
[0014] Der I-Träger kann auch 16 cm hoch sein und ist dann niedriger als der I-Träger von
Fig. 1.
[0015] Fig. 2 zeigt ein Kantholz nach der Erfindung.
[0016] Fig. 3 zeigt ein Brett oder eine Platte. Gemäß Fig. 3 liegt die Systemebene 12 wie
eingezeichnet.
[0017] Analog Fig. 2 zeigt Fig. 4 ein Winkelprofil und Fig. 5 ein Rohrprofil.
[0018] Fig. 6 zeigt einen T-Träger 71 bekannter Umrißform mit gleichem Kunststoffschicht-Aufbau
wie bei den anderen Ausführungsbeispielen.
[0019] Der Kunststoff ist im wesentlichen ein Thermoplast, wegen der Recyclefähigkeit. Man
kann aber als Füllmaterial auch Duroplast einlagern, das sehr klein, z.B. zu Mehl
zermahlen wurde.
1. Längliches Bauelement mit einer Wand aus Kunststoff, der einen definierten Elastizitätsmodul
hat und mit zumindest einer zum Bauelement gehörigen Systemebene, längs der das Bauelement
im wesentlichen homogene Eigenschaften hat und im wesentlichen homogen aufgebaut ist,
gekennzeichnet durch folgendes Merkmale:
a) Der Kunststoff ist mit einem Hammer und Baunägeln zumindest ähnlich wie Holz von
Hand nagelbar.
b) Der Kunststoff ist von Bausägen zumindest ähnlich wie Holz sägbar.
2. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es spritzgegossen ist.
3. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es extrudiert ist.
4. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zumindest teilweise mit
einem dünnen Mantel aus hochwertigem Polymer umkleidet ist.
5. Bauelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel verstärkt ist.
6. Bauelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Polymer ein Thermoplast
und/oder ein Duroplast ist.
7. Bauelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel mindestens bereichsweise
einen hohen Reib-Koeffizienten hat.
8. Bauelement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel mindestens bereichsweise
ein reibungserhöhendes Profil hat.
9. Bauelement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel mindestens bereichsweise
mit reibungserhöhendem Material wie Quarzsand, Quarzmehl oder hervorstehenden Fasern
gefüllt ist.
10. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wand aus Kunststoff mindestens
teilweise geschäumt ist.
11. Bauelement nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Wand eine nach außen
zunehmende Dichte hat.
12. Bauelement nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Wand in ihrem Außenbereich
massiv ist.
13. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Brett ist.
14. Bauelement nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Schaltafel für Elementschalungen
für Beton ist.
15. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es ein T-Profil ist.
16. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Balken ist.
17. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es ein V-Profil ist.
18. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Kreisprofil ist.
19. Bauelement nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Rohrprofil ist.
20. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff der Wand gefüllt
ist.
21. Bauelement nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Füllmaterial unmagnetisch
ist.
22. Bauelement nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Füllmaterial Metallspäne
ist.
23. Bauelement nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallspäne Drehspäne
sind.
24. Bauelement nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Füllmaterial Folienstreifen
aus Metall ist.
25. Bauelement nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Folienstreifen mindestens
einseitig mit Kunststoff beschichtet sind.
26. Bauelement nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Füllmaterial aus Leichtmetall,
insbesondere Aluminium, ist.
27. Bauelement nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß es sich um eine glasfasergefüllte
Wand handelt.