[0001] Die Erfindung betrifft einen Kofferverschluß gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Bei Metall-Werkzeugkoffern, wie sie für Handwerker-Servicedienste Verwendung finden,
ist es üblich, neben den beiden Verschlußriegeln, die den Kofferdeckel mit dem Kofferkorpus
verschließen, zusätzlich zwischen Kofferdeckel und Kofferkorpus einen Fanghaken mit
Eingriffswinkel vorzusehen, die sicherstellen, daß sich der Koffer nicht versehentlich
öffnet, wenn er bei nicht korrekt in Eingriff gebrachten Verschlußriegeln am Tragegriff
angehoben wird. Da ein solcher Metall-Werkzeugkoffer neben Werkzeugen meist viele
Kleinteile, wie Schrauben, Nägel usw. zum Inhalt hat, hätte ein versehentliches Öffnen
des Kofferdeckels verheerende Folgen.
[0003] Die Verschlußriegel sind nahe den äußeren Rändern zwischen Kofferdeckel und Kofferkorpus
angeordnet, damit der meist nicht allzu verwindungssteife Kofferdeckel dennoch plan
gegen den Kofferkorpus gezogen wird. Der Fanghaken und der mit ihm zusammenwirkende
Eingriffswinkel sind dagegen bei einer bekannten Ausführungsform im Bereich des Innenraums
des Koffertragegriffs angeordnet, so daß eine Betätigung mittels des Daumens der den
Tragegriff umschließenden Hand möglich ist. Nachteilig an dem bekannten Kofferverschluß
ist jedoch, daß für jeden der Verschlußriegel und für den Fanghaken eine separate
Bedienung erforderlich ist, was die Handhabung umständlich macht.
[0004] Aus WO 87/07 670 ist im Zusammenhang mit einem Fenster ein zweistufiger Fensterriegel
bekannt, der erlaubt, den Fensterflügel in einer geringfügig offenen Lüftungsstellung
und in einer Schließstellung zu verriegeln. Dieser zweistufige Fensterriegel umfaßt
einen am Fensterflügel angebrachten Haken mit zwei hintereinander liegenden Einkerbungen,
die mit einem in Schließstelltung federbelasteten Riegel zusammenwirken, der in einem
am Fensterrahmen befestigten Gehäuse verschieblich geführt ist. Der Fensterriegel
ist ein zusätzlich zum eigentlichen Fenstergriff vorgesehenes Bauteil, weswegen eine
Einhand-Bedienung weder möglich noch beabsichtigt ist. Für einen Fensterverschluß
gilt es andere Bedürfnisse zu befriedigen wie bei einem Kofferverschluß.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kofferverschluß, insbesondere für
Metall-Werkzeugkoffer zu schaffen, der eine bequeme Einhand-Betätigung zuläßt, aber
dennoch den Kofferdeckel sicher mit dem Kofferkorpus verschließt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Kofferverschluß gelöst, wie er durch
den Anspruch 1 gekennzeichnet ist. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Kofferverschluß sind Fanghaken und Verschlußhaken an zwei
Schiebegriffen angeordnet, die im wesentlichen im Innenraum des Koffer-Tragegriffs
am Kofferdeckel angeordnet sind. Die beiden Schiebegriffe sind durch eine Druckfeder
in Eingriffstellung belastet. Sowohl Fanghaken als auch Verschlußhaken wirken vorteilhaft
mit ein- und derselben Eingriffskante am Kofferkorpus zusammen.
[0008] Durch die Ausbildung von Fanghaken und Verschlußhaken an zwei im wesentlichen im
Innenraum des Koffer-Tragegriffs angeordneten Schiebegriffen ist eine bequeme Betätigung
mittels der den Tragegriff umschließenden Hand möglich. Bereits beim Ablegen des Koffers
können die Schiebegriffe mit zwei gespreizten Fingern in Öffnungsstellung verschoben
werden, so daß der Deckel gleich nach Auflegen des Koffers auf eine Unterlage hochgehoben
werden kann. Indem die Schiebegriffe geschützt im Innenraum des Koffer-Tragegriffs
angeordnet sind, ist ein versehentliches Öffnen z.B. bei Anstoßen des Koffers an ein
Hindernis im wesentlichen ausgeschlossen. Aber selbst wenn einer der beiden Schiebegriffe
versehentlich verschoben werden sollte, bleibt dennoch der andere Schiebegriff mit
seinem Fanghaken und Verschlußhaken in Eingriff mit der zugeordneten Eingriffskante.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Kofferverschluß liegen die Verschlußhaken näher zur Koffermitte
als bei bekannten Konstruktionen. Damit dennoch sichergestellt ist, daß bei geschlossenem
Koffer der Kofferdeckel über seine gesamte Breite plan auf dem Kofferkorpus liegt,
sollte der Kofferdeckel durch Abkantungen und insbesondere durch eine längs der Stirnseite
verlaufende Abkantung hohe Verwindungssteifigkeit besitzen. Es ist auch zweckmäßig,
die Schiebegriffe an den beiden Verschlußschiebern in Schieberichtung möglichst weit
nach innen zu verlagern und dagegen den Fanghaken und den Verschlußhaken in Schieberichtung
nahe dem äußeren Ende der Verschlußschieber anzuordnen. Damit ist gewährleistet, daß
sowohl die Fanghaken als auch die Verschlußhaken weit weg von der Koffermitte und
nahe zu den Kofferrändern zwischen Kofferdeckel und Kofferkorpus angreifen und somit
den Kofferdeckel plan gegen den Kofferkorpus ziehen.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand beigefügter Zeichnungen näher erläutert. Es
zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht von der Kofferinnenseite auf den Kofferverschluß;
- Fig. 2
- einen Querschnitt des Kofferverschlusses von Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine weitere Ausführungsvariante des Kofferverschlusses in derselben Ansicht wie in
Fig. 1.
[0011] Der Kofferverschluß nach der Erfindung besitzt zwei Schiebegriffe 1 und 2, an denen
je ein Fanghaken 3 und ein Verschlußhaken 4 angeordnet sind. Die Fanghaken 3 und die
Verschlußhaken 4 wirken mit einer Eingriffskante 5 und 6 an einem Eingriffswinkel
7 zusammen. Während die Schiebegriffe 1 und 2 im Kofferdeckel 8 angeordnet sind, ist
der Eingriffswinkel 7 als Verstärkungsteil in den Kofferkorpus 9 eingepunktet. Eine
Druckfeder 10 belastet die beiden Schiebegriffe 1 und 2 in Eingriffsstellung.
[0012] Die Fanghaken 3 und Verschlußhaken 4 sind in Schließrichtung A des Kofferdeckels
hintereinander am Schiebegriff 1 und 2 angeordnet. Sie wirken beide mit derselben
Eingriffskante 5 bzw. 6 am Eingriffswinkel 7 zusammen.
[0013] Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich ist, weisen die Schiebegriffe 1 und 2 je
einen Kunststoff-Verschlußschieber 11 und 12 mit einem Griffteil 13 und 14 auf der
Außenseite der Kofferdeckel-Stirnseite 15 und ein den Fanghaken 3 und den Verschlußhaken
4 tragendes Verschlußblech 16 und 17 auf der Innenseite der Kofferdeckel-Stirnseite
15 auf. Die Verschlußschieber 11 und 12 sind mit den Verschlußblechen 16 und 17 durch
an den Verschlußschiebern ausgebildete Clips 18 und 19, die Langlöcher 20 in der Kofferdeckel-Stirnseite
15 durchgreifen, zusammengehalten. Das Verschlußblech 16 bzw. 17 ist im Bereich der
Clips 18, 19 zur Innenseite der Kofferdeckel-Stirnseite 15 gekröpft, wobei zwischen
Verschlußblech und Innenseite der Kofferdeckel-Stirnseite ein Federblech 21 bzw. 22
eingelegt ist, das eine leichte Verschiebbarkeit der Schiebegriffe 1 und 2 sicherstellt.
[0014] Der Fanghaken 3 und der Verschlußhaken 4 sowie ein Abstützteil für die Druckfeder
10, nämlich ein am Verschlußblech ausgestanzter Zapfen 23 und 24 sind an einem nicht
einwärts gekröpften Teil des Verschlußblechs 16, 17 und somit in Abstand zur Innenseite
der Kofferdeckel-Stirnseite 15 angeordnet.
[0015] Wie in Fig. 3 gezeigt, sind der Fanghaken 3 und der Verschlußhaken 4 am Verschlußblech
16, 17 in Schieberichtung B nahe am äußeren Ende angeordnet, damit der Kofferdeckel
8 ganzflächig und plan gegen den Kofferkorpus 9 gezogen wird. Das in Fig. 3 nicht
sichtbare Griffteil an den Schiebegriffen ist dagegen in Schieberichtung B an den
Verschlußschiebern mehr zur Koffermitte verlagert, so daß sie bequem mit den gespreizten
Fingern der den Koffer-Tragegriff umschließenden Hand erreichbar sind.
[0016] Der Kofferdeckel 8 besitzt längs der Stirnseite 15 verlaufende obere und untere Abkantungen
25 und 26 (Fig. 1), die dem Kofferdeckel 8 hohe Verwindungssteifigkeit verleihen.
1. Kofferverschluß, insbesondere für Metall-Werkzeugkoffer, mit zwischen Kofferkorpus
und Kofferdeckel wirkendem federbelastetem Fanghaken und Eingriffswinkel sowie mit
zwischen genannten Teilen wirkenden Verschlußhaken und Verschlußwinkeln,
dadurch gekennzeichnet,
daß Fanghaken (3) und Verschlußhaken (4) an zwei Schiebegriffen (1,2) angeordnet sind,
die im wesentlichen im Innenraum des Koffer-Tragegriffs am Kofferdeckel (8) angeordnet
und durch eine Druckfeder (10) in Eingriffstellung belastet sind, und daß Fanghaken
und Verschlußhaken mit einer am Kofferkorpus ausgebildeten Eingriffskante (5,6) zusammenwirken.
2. Kofferverschluß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß Fanghaken (3) und Verschlußhaken (4) in Schließrichtung (A) des Kofferdeckels
(8) hintereinander am Schiebegriff (1,2) angeordnet sind und mit derselben Eingriffskante
(5,6) am Kofferkorpus (9) zusammenwirken.
3. Kofferverschluß nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Eingriffskanten (5,6) für Fanghaken (3) und Verschlußhaken (4) an einem in
den Kofferkorpus (9) eingepunkteten Verstärkungsteil (7) ausgebildet sind.
4. Kofferverschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schiebegriffe (1,2) je einen Kunststoff-Verschlußschieber (11,12) mit einem
Griffteil (13,14) auf der Außenseite der Kofferdeckel-Stirnseite (15) und ein den
Fanghaken (3) und den Verschlußhaken (4) tragendes Verschlußblech (16,17) auf der
Innenseite der Kofferdeckel-Stirnseite aufweisen, die beide durch am Verschlußschieber
(11,12) ausgebildete Clips (18,19), die Langlöcher (20) in der Kofferdeckel-Stirnseite
(15) durchgreifen, zusammengehalten sind.
5. Kofferverschluß nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verschlußblech (16,17) im Bereich der Clips (18,19) zur Innenseite der Kofferdeckel-Stirnseite
(15) gekröpft ist, und daß zwischen Verschlußblech (16,17) und Innenseite der Kofferdeckel-Stirnseite
(15) ein Federblech (21,22) eingelegt ist.
6. Kofferverschluß nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Fanghaken (3) und der Verschlußhaken (4) sowie ein Abstützteil (23,24) für
die Druckfeder (10) an einem nicht einwärts gekröpften Teil des Verschlußblechs (16,17)
und somit in Abstand zur Innenseite der Kofferdeckel-Stirnseite (15) angeordnet sind.
7. Kofferverschluß nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Griffteil (13,14) am Verschlußschieber (11,12) in Schieberichtung (B) nahe
dem inneren Ende und der Fanghaken (3) und der Verschlußhaken (4) am Verschlußblech
(16,17) in Schieberichtung (B) nahe dem äußeren Ende angeordnet sind.
8. Kofferverschluß nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kofferdeckel (8) durch Abkantungen und insbesondere durch eine längs der Stirnseite
(15) verlaufende Abkantung (25,26) hohe Verwindungssteifigkeit besitzt.