[0001] Die Erfindung betrifft eine automatische Schiebetür mit mindestens einem Flügel nach
dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Vor allem in öffentlichen Gebäuden, aber auch in vielen Gewerbebetrieben, Firmen,
Büros, Praxen wie aber auch in Restaurants, Hotels etc. werden zunehmend häufiger
motorisch angetriebene Türen eingesetzt. Dabei erfreuen sich die Schiebetüren großer
Beliebtheit.
[0003] Derartige motorisch antreibbare Schiebetüren weisen auch den Vorteil auf, daß unter
Einsatz von Sensoren die Schiebetüren sich automatisch öffnen können, wenn sich eine
Person der Schiebetür nähert. Nach Verlassen des unmittelbaren Türbereiches schließen
die Türen dann wieder selbständig.
[0004] Darüber hinaus bestehen aber in fast allen Ländern Auflagen und Vorschriften, um
unbedingt notwendig erachtete Sicherheitsfunktionen zu erfüllen. Diese Sicherheitsfunktionen
betreffen u.a. jene Gefahrensituationen, wie sie beispielsweise bei einem Stromausfall
und/oder im Panikfalle auftreten. In derartigen Situationen müssen die Türen jederzeit
geöffnet werden können, und zwar auch manuell, um immer einen freien Fluchtweg zu
eröffnen.
[0005] Hier haben sich insbesondere Türkonstruktionen bewährt, die im Normalbetrieb wie
übliche Schiebetüren arbeiten, und die darüber hinaus die Sicherheitsfunktion aufweisen,
daß sie sich unter einstellbarem Druck aus jeder Stellung nach außen aufschwenken
lassen. Dies betrifft zum einen die Schiebetürflügel selbst und zum anderen gegebenenfalls
auch noch seitlich davon vorgesehene Seitenflügel. Derartige, die gültigen Sicherheitsnormen
erfüllende Türen sind beispielsweise aus dem Prospekt der Firma AG für Türautomation

Record Total Türöffnungssystem" (9.553/400/6000-3/89 B) bekannt geworden. Dieses Sicherheitssystem
ist gleichermaßen bei einer einflügeligen wie beispielsweise einer zwei- oder mehrflügeligen
automatischen Schiebetür einsetzbar.
[0006] Gemäß der WO 90/13723 oder der DE 39 40 762 A1 ist nunmehr auch vorgeschlagen worden,
bei einer automatischen Schiebetür mit mindestens einem Flügel einen Hilfsantrieb
vorzusehen. Beim normalen Schließen der Tür wird dem Hilfsantrieb Energie zugeführt
und darin gespeichert. Bei Stromausfall (Netzausfall) und damit gleichzeitiger Entkupplung
des normalen Antriebes wird nunmehr diese zuvor gespeicherte Energie benutzt, um die
Schiebetür zu öffnen.
[0007] Im Falle einer zweiflügeligen Tür wird bei Stromausfall der eine Türflügel in seine
geöffnete Position verschoben, wobei durch den umlaufenden Riemenantrieb und auch
der im Sinne einer gegensinnigen Bewegung gekoppelten zweite Türflügel in entgegengesetzter
Richtung, d.h. ebenfalls in seine Öffnungsstellung verschoben wird. Bevorzugt besteht
der Hilfsantrieb aus einem gummielastischen Element, das an seinem einen Ende an einem
der beiden Türflügel selbst befestigt ist und dann über eine Umlenkrolle zu einem
Befestigungspunkt an der die Türflügel tragenden Profilschiene, dem sog. Kämpfer,
geführt ist. Dieser lange Weg ist notwendig, um den Anstieg der durch das elastische
Element aufgebrachten Zugkräfte bezogen auf den maximalen Verstellweg der Flügeltür
nicht zu stark ansteigen zu lassen. Gemäß der DE 92 00 341 U1 umfaßt der Hilfsantrieb
eine Zugfeder in Form einer langen Schraubenfeder.
[0008] Diese Konstruktion weist aber mehrere Nachteile auf.
[0009] Zum einen muß dem bevorzugt in Form des erwähnten elastomaren Elementes gebildeten
Kraftspeicher bei jedem normalen Schließvorgang der Tür Energie zugeführt werden,
um im Notfall bei Ausfall beispielsweise des Stromes die notwendige Energie zur Verschiebung
der Schiebetür in Öffnungsstellung bereitzustellen. D.h. bei jedem Öffnungs- und Schließvorgang
der Tür wird der Laufwagen durch den Kraftspeicher in nachteiliger Weise be- und entlastet.
Bei einem Riemenbruch ist die Sicherheit, wenn nur mit einem Kraftspeicher gearbeitet
wird, nicht gewährleistet. Denn über den nur in der Regel einen vorgesehenen Kraftspeicher
wird stets nur der eine mit ihm verbundene Türflügel direkt beeinflußt und in Öffnungsstellung
bewegt, wohingegen der zweite gegenüberliegende Türflügel nur über den mitbewegten
Riemen selbst in Öffnungsstellung verstellt werden kann.
[0010] Schließlich ist auch zu beachten, daß es fast in allen Ländern Sicherheitsbestimmungen
gibt, die die maximale Schließkraft auf einen bestimmten Wert begrenzt. Häufig wird
hier ein Wert von 150 N genannt. Da bei dem vorstehend erläuterten gattungsbildenden
Stand der Technik der Türflügel bei jedem Schließvorgang entgegen der Kraft des Federspeichers
arbeiten muß, verringern sich die noch verbleibenden, allein für die Türschließung
zur Verfügung stehenden Kräfte. Würde beispielsweise die im Kraftspeicher gespeicherte
Energie 70 N betragen, so würden bei einer maximal zulässigen Gesamtkraft von 150
N lediglich noch 80 N zur Schließung der eigentlichen Türflügel zur Verfügung stehen.
Daraus ist auch ersichtlich, daß ein zweiter Kraftspeicher nur zur Betätigung der
gegebenenfalls vorgesehenen zweiten Türflügel nicht einsetzbar ist, da dann durch
den Schließvorgang mit maximal 150 N bereits 140 N benötigt werden, um die beiden
Kraftspeicher zu laden. Darüber hinaus ist eine Minimierung der in dem zumindest einen
Kraftspeicher bei jedem Schließvorgang geladenen Energie nicht möglich, da ansonsten
in einem Notfall, insbesondere bei Stromausfall, die Öffnungszeit der zumindest einen
Flügeltür zu groß ist. Aber auch hier bestehen in der Regel vorgeschriebene maxiamle
Zeiten, innerhalb der ein Türflügel insgesamt oder beispielsweise zu 75% oder 80%
geöffnet sein muß.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es von daher, eine gegenüber dem Stand der
Technik verbesserte Schiebetüranordnung zu schaffen.
[0012] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß entsprechend den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0013] Durch die vorliegende Erfindung werden wesentliche, gegenüber dem Stand der Technik
überraschende Verbesserungen erzielt.
[0014] Erfindungsgemäß ist nämlich vorgesehen, daß die einen Türflügel tragende Laufwageneinrichtung
über eine Kupplung mit dem die Türflügel antreibenden und vorzugsweise in Form eines
umlaufenden Riemens ausgebildeten Übertragungsmittel gekoppelt und damit trennbar
ist. Über eine Mitnehmereinrichtung, die am Riemen befestigt ist, und die erwähnte
nachfolgende Kupplung wird üblicherweise die Laufwageneinrichtung in Öffnungs- und
Schließbewegung bei Normalbetrieb mitgenommen und die Tür darüber geöffnet und geschlossen.
[0015] Bei Stromausfall wird die zwischen der Mitnahme- und der Laufwageneinrichtung vorgesehene
Kupplung automatisch geöffnet, so daß ein mit der gesamten Anordnung mitbewegbarer
Kraftspeicher wirksam wird und die Tür bei nunmehr durch den Stromausfall nicht fortbewegtem
Mitnehmer bzw. nicht fortbewegtem Antriebs- oder Übertragungsmittel in die Öffnungsstellung
verstellt wird.
[0016] Durch dieses Konstruktionsprinzip ergibt sich die überraschende Möglichkeit, daß
der Kraftspeicher als mitlaufender Kraftspeicher ausgebildet ist. D.h. abweichend
vom Stand der Technik ist der Kraftspeicher stets geladen. D.h. er muß bei jeder neuen
Schließbewegung der Tür abweichend vom Stand der Technik nicht jedes Mal neu geladen
werden, da beim üblichen Betrieb beim Öffnen des Türflügels auch keine, wie im Stand
der Technik, zwingend vorgeschriebene Entladung des Kraftspeichers erfolgt ist.
[0017] Erfindungsgemäß stützt sich nämlich der Kraftspeicher einmal zumindest mittelbar
an dem Antriebs- oder Übertragungsmittel (vorzugsweise in Form des umlaufenden Riemens)
und zum anderen an der Laufwageneinrichtung ab.
[0018] Bevorzugt ist die mit dem Antriebsmittel verbundene Mitnehmereinrichtung in Form
eines freien Laufwagens ausgestaltet, der bevorzugt über eine Magnetkopplung mit der
den eigentlichen Türflügel tragenden Laufwageneinrichtung, d.h. in der Regel einem
ersten von zwei vorgesehenen Laufwagen gekoppelt ist. Bei Stromausfall wird die Magnetkupplung
automatisch abgeschaltet, so daß aufgrund des stets mitlaufenden Kraftspeichers bei
nunmehr unverstelltem Mitnehmer, d.h. Laufwagen und umlaufender Riemen, gleichwohl
der betreffende Türflügel in seiner Öffnungsstellung verstellt werden kann.
[0019] Da, wie ausgeführt, der mitlaufende Kraftspeicher nicht bei jedem Schließvorgang
der Tür im Normalbetrieb wieder neu geladen werden muß, stehen die grundsätzlich vorgesehenen,
gemäß den Sicherheitsbestimmungen eventuell nach oben hin begrenzten maximalen Schließkräfte
(beispielsweie 150 N) zum üblichen Schließvorgang der Tür voll zur Verfügung.
[0020] Das erfindungsgemäß Prinzip eröffnet auch den weiteren Vorteil, daß eine entsprechende
Sicherheits-Konstruktion für jeden einzelnen Türflügel vorgesehen sein kann. Selbst
bei einem Bruch des Antriebsmittels, also des umlaufenden Antriebriemens, kann so
jeder Türflügel eigenständig und unabhängig in seine Öffnungsstellung verschwenkt
werden. Dazu bedarf es lediglich der üblichen elektronischen Überwachungseinrichtung,
die im Fall eines festgestellten Riemenbruches automatisch die Magnetkupplung öffnet
und die für den Notbetrieb vorgesehene Freigabe- und Öffnungsbewegung eines Türflügels
erlaubt.
[0021] Sollte nach einem Stromausfall der Strom wieder zugeschaltet werden, so muß lediglich
der Mitnehmer vorzugsweise in Form des freien Laufwagens in Öffnungsstellung verfahren
werden, bis er wieder benachbart zu der Laufwageneinrichtung zu liegen kommt. Durch
die vorgesehenen, vorzugsweise in Form der Magnetkupplung gebildeten Kupplungseinrichtung
wird die den Türflügel tragende Laufwageneinrichtung automatisch wieder angekuppelt
und bei üblichem Schließbetrieb bei entsprechend angetriebenem Riemen die nunmehr
angekoppelte Laufwageneinrichtung und damit der betreffende Türflügel in übliche Schließstellung
zurückgeholt. Nur in diesem zuletzt genannten Falle beim

Einfangen" und

Ankoppeln" des in seiner Öffnungsstellung befindlichen Türflügels wird der Kraftspeicher
geladen. Der Ladevorgang ist beim Ankoppeln in Öffnungsstellung abgeschlossen. Anschließend
wird der Kraftspeicher, wie im üblichen Betrieb auch, mit dem gesamten Türflügelantrieb
mitverfahren.
[0022] Als besonders günstig erweist sich bei dem erfindungsgemäßen Konstruktionsprinzip
auch, daß bei Stromausfall, also im Notfall-Betrieb, keine den Öffnungsvorgang irgendwie
behindernden, wesentlichen Reibungen feststellbar sind, da die Getriebekupplung und
die Riemenführung in diesem Falle nicht mitbewegt werden muß.
[0023] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Dabei zeigen im einzelnen:
- Figur 1 :
- eine schematische frontseitige Ansicht auf eine geschlossene, zwei Flügel umfassende
Schiebetür mit schematisch angedeuteter Laufwagen- und Antriebseinrichtung;
- Figur 2 :
- eine zu Figur 1 entsprechende Darstellung der geöffneten Schiebetürflügel im Normalbetrieb;
- Figur 3 :
- eine zu Figur 2 entsprechende Darstellung der geöffneten Schiebetürflügel im Notfall;
- Figur 4 :
- eine schematische Vertikalquerschnittsdarstellung durch eine Laufschiene mit eingehängtem
Laufwagen;
- Figur 5 :
- eine schematische auszugsweise Frontdarstellung der erfindungsgmäßen Aufhäng- und
Mitnehmereinrichtung unter Verwendung eines elastomeren, auf Zug beanspruchten Kraftspeichers;
- Figur 6 :
- eine Figur 5 entsprechende Darstellung eines abgewandelten Ausführungsbeispieles unter
Verwendung einer Gasdruckfeder als Kraftspeicher.
[0024] In den in den Figuren ausgezeigten Ausführungsbeispielen ist eine Tür mit zwei von
ihrer mittleren geschlossenen Position in ihre seitlich geöffnete Position verschiebbare
Türflügeln 1 gezeigt. Jeder Türflügel 1 ist über eine Laufwageneinrichtung 3 mit zwei
in Längsrichtung des Türflügels 1 versetzt liegenden Laufwagen 3' und 3'' verschieblich
gehalten und geführt. Die Laufwageneinrichtung 3 mit den beiden Laufwagen 3' und 3''
sind dazu in einer wandseitig befestigten Laufschiene 5 geführt. Die Laufschiene 5
weist eine obere und untere, im Querschnitt quer zur Laufrichtung konvex gestaltete
Lauffläche auf, auf welcher mit entsprechend konkav gestalteten Laufflächen versehene
Laufräder 9, 11 ablaufen. Aus den Zeichnungen ist ersichtlich, daß jeder Laufwagen
3', 3'' zwischen einem auf der unteren Lauffläche 7' ablaufenden Laufräderpaar 9 ein
dazwischen angeordnetes, in Vertikalrichtung geringfügig nach oben versetzt liegendes
mittleres Laufrad 11 umfaßt, welches an der oberen Lauffläche 7'' abrollt. Durch einen
entsprechenden Befestigungs- und Verstellmechanismus können diese Laufwagen von der
Seite her in die Laufschiene eingesetzt und durch Querverstellung und Arretierung
des mittleren Laufrades der Laufwagen so unverlierbar in der Laufschiene geführt werden.
[0025] Über die so gebildeten Laufwagen und ein darüber gekoppeltes Tragprofil 13 mit daran
wiederum befestigten Tragteilen 15 ist jeder der beiden Tragflügel 1 an der betreffenden
Laufwageneinrichtung 3 in Längsrichtung der Laufschiene 5 verfahrbar gehalten.
[0026] Der besseren Übersichtlichkeit halber ist in den Figuren 1 bis 3 die Laufschiene
zeichnerisch nur global angedeutet.
[0027] Die in den Zeichnungen dargestellten Türflügel 1 werden, wie an sich bekannt ist,
über einen nicht näher dargestellten Motor, in der Regel Elektromotor, mit gegebenenfalls
nachgeschaltetem Getriebe und einem bevorzugt umlaufenden Antriebs- und Übertragungsmittel
17 zwischen ihrer Schließ- und Öffnungsstellung verstellt. Als Antriebsmittel 17 dient
im gezeigten Ausführungsbeispiel ein über zwei in Längsrichtung der Schiebetüren versetzt
liegende Umlaufrollen 19 auf einer geschlossenen Bahn umlaufend geführter Antriebsriemen.
[0028] Im Normalbetrieb erfolgt die Verstellung der Türflügel 1 durch entsprechende Kopplung
des einen Türflügels beispielsweise mit dem unteren Trum 17'' und des jeweils anderen
Türflügels mit dem oberen Trum 17' des im gezeigten Ausführungsbeispiel in Form eines
umlaufenden Riemens 17 gebildeten Antriebtriebsmittels.
[0029] Die entsprechende Verstellbewegung erfolgt im gezeigten Ausführungsbeispiel gemäß
den Figuren über eine in Form eines freien Laufwagens 21' gebildeten Mitnehmereinrichtung
21. Dieser freie Laufwagen 21' entspricht vom Prinzipaufbau her den erläuterten Laufwagen
3' und 3''. Darüber hinaus ist über eine in Figur 4 im Querschnitt gezeigte Befestigungseinrichtung
25 beispielsweise der in Figur 1 bis 3 der linken Tür zugeordnete freie Laufwagen
21' mit dem oberen Trum 17' und der dem anderen Türflügel zugeordnete freie Laufwagen
21' mit dem unteren Trum 17'' dauerhaft und fest gekoppelt und verbunden.
[0030] Ferner ist zwischen dem freien Laufwagen 21' und der jeweils zugeordneten Laufwageneinrichtung
3, im gezeigten Ausführungsbeispiel jeweils zwischen dem benachbart liegenden Laufwagen
3' eine Kupplungseinrichtung 27 vorgesehen. Diese ist im gezeigten Ausführungsbeispiel
in Form einer Magnetkupplung gebildet.
[0031] Bei diesem erläuterten Grundaufbau erfolgt der Öffnungs- und Schließbetrieb der automatischen
Schiebetür im Normalbetrieb in üblicher Weise. D.h. bei einer motorisch eingeleiteten
Öffnungsbewegung der Schiebetüren von der in Figur 1 gezeigten Schließ- in die in
Figur 2 dargestellte Öffnungsbewegung wird über den nicht näher dargestellten Elektromotor
mit dem gegebenenfalls nachgeschalteten Getriebe das nach Art eines Riemens ausgebildete
Antriebs-Übertragungsmittels 17 umlaufend angetrieben, worüber über die der linken
Schiebetür 1' zugeordnete Mitnehmereinrichtung in Form des freien Laufwagens 21' die
damit gekoppelte links liegende Laufwageneinrichtung 3 und der darüber getragenen
Türflügel 1' nach links und die mit dem anderen Trum 17'' gekoppelte Mitnehmereinrichtung
21 die ihr zugeordnete Laufwageneinrichtung 3 und damit der rechte Türflügel 1'' in
die rechte Öffnungsstellung verstellt wird. Das Ende der Öffnungsbewegung wird durch
geeignete und bekannte Maßnahmen elektronisch überwacht und/oder gesteuert. Die Schließbewegung
erfolgt umgekehrt, wobei über die gegensinnige Umlaufbewegung der Antriebs-Übertragungsmittels
17, d.h. des Riemens 17, über den jeweils daran befestigten freien Laufwagen 21' bei
stets geschlossener Kupplungseinrichtung 27 die betreffende Laufwageneinrichtung und
damit die Türflügel in die Schließstellung zurückgeführt werden.
[0032] Für den Notfallbetrieb ist nunmehr noch in dem Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren
1 bis 5 an der jeweiligen Mitnehmereinrichtung 21 in Form des freien Laufwagens 21'
eine in Richtung der jeweiligen Laufwageneinrichtung 3 vorstehende und mit dem freien
Laufwagen 21' stets mitbewegte Kraftspeichereinrichtung 31 vorgesehen. Diese besteht
in diesem Ausführungsbeispiel aus einer am freien Laufwagen 21' befestigten Tragschiene
33, an derem zum betreffenden freien Laufwagen 21' gegenüberliegenden, d.h. außenliegenden
Ende 35 eine Umlenkeinrichtung 37 bevorzugt in Form einer Umlenkrolle vorgesehen ist.
Der Kraftspeicher 31 umfaßt in diesem Ausführungsbeispiel ein elastomeres Element
39 vorzugsweise in Schnur- oder Bandform, welches an seinem einen Ende mittelbar mit
dem Antriebsmittel 17, d.h. im gezeigten Ausführungsbeispiel an der Mitnehmereinrichtung
21 bevorzugt an dem zugeordneten Ende der Tragschiene 33 bei 34 befestigt und von
dort über die gegenüberliegende Umlenkeinrichtung 37 wieder zurück zur Laufwageneinrichtung
3, bevorzugt zu dem zum freien Laufwagen 21' benachbart liegenden Laufwagen 3' geführt
und dort bei 36 befestigt ist. Die Tragschiene 33 liegt bei dieser Ausführungsform
also parallel zur jeweiligen Ebene des Türflügels und damit auch parallel zur Laufschiene
5.
[0033] In einer Notsituation, beispielsweise bei Stromausfall, ist die Wirkungsweise derart,
daß dadurch in der Kupplungseinrichtung 27 der Magnet der Magnetkupplung automatisch
abgeschaltet und die Kupplung 27 damit automatisch geöffnet wird. D.h. die Laufwageneinrichtung
3 wird von dem freien Laufwagen 21' abgekoppelt. Dadurch wird nunmehr die Kraft des
Kraftspeichers 31 unmittelbar wirksam. Bei unbewegt gehaltenem Antriebsmittel 17 und
feststehendem freien Laufwagen 21' wird nunmehr durch die Kraft des Kraftspeichers
31 in Form des elastomeren Elementes 39 die Laufwageneinrichtung 3 und damit der darüber
gehaltene Türflügel 1 in die in Figur 3 dargestellte Öffnungsstellung automatisch
verstellt. Da jedem Türflügel eine derartige Speichereinrichtung zugeordnet ist, kann
die Verstellbewegung für jeden Türflügel unabhängig vom anderen durchgeführt werden.
[0034] Wie vorstehend beschrieben wurde, ist der aus einem elastomeren Element 39 gebildete
Kraft- oder Zugspeicher an seiner Mitnehmereinrichtung 21 bei dessen Befestigungs-
und/oder Angriffspunkt 36 angebracht und abgestützt (Figur 5). Wie aus Figur 3 jedoch
hervorgeht, kann der der Mitnehmereinrichtung 21 zugewandt liegende Laufwagen 3' in
Richtung der Mitnehmereinrichtung 21 mit einer vorstehenden Abstütz- oder Verlängerungsstange
38 (Figur 3) versehen sein, an der dann zum eigentlichen Laufwagen 3' in Schließstellung
versetzt liegend der Angriffspunkt 36 für das elastomere Element 39 vorgesehen ist.
Dadurch läßt sich besonders problemlos der jeweilige Türflügel in einer Notfallsituation
mit den zugehörigen Laufwagen 3', 3'' bis über das Ende der Tragschiene 33 mit deren
Umlenkeinrichtung 37 auf ein Ende der Tragschiene 33 hinaus verschieben.
[0035] Auch bei einer stets vorgesehenen elektronischen Sicherheits- und Überwachungseinrichtung
zur Überwachung der üblichen Funktionen und zur Feststellung von Abnorm-Funktionen
kann beispielsweise selbst bei Bruch des Riemens dies sofort durch die Elektronik
festgestellt und beispielsweise die Kupplungseinrichtung 27 im Sinne eines

Öffnens" verstellt oder geschaltet werden, wodurch selbst bei gerissenem Riemen automatisch
beide Türflügel in Öffnungsstellung verstellt werden können.
[0036] Würde nach einem Stromausfall wieder Strom zur Verfügung stehen, so kann ausgehend
von der Stellung und Lage gemäß Figur 3 durch entsprechende Betätigung der Antriebsmittel
17 der Riemen wieder so betätigt werden, daß bei in Öffnungsstellung befindlichen
Türflügel 1 die davon entkoppelten und in der Mitte (an sich in Schließstellung) befindlichen
freien Laufwagen 21' der Mitnehmereinrichtung 21 in Öffnungsstellung verfahren werden,
bis diese die Laufwageneinrichtung 3' und 3'' erreichen und durch automatisch Betätigung
der Kupplungseinrichtung 27 wieder fest ankoppeln. Bei diesem

Einfangen und Ankoppeln" der zuvor entkoppelten Laufwageneinrichtung 3 wird der Kraftspeicher
31 automatisch wieder geladen, d.h. das elastomere Element 39 wieder gespannt. Danach
können die so eingefangenen Türen wieder automatisch im Normalbetrieb in ihre Schließstellung
bzw. in ihre Öffnungsstellung gebracht werden, und zwar allein wieder durch entsprechende
Ansteuerung und Umlaufbewegung des riemenartigen Antriebsmittels 17.
[0037] Aus dem geschilderten Aufbau ist auch ersichtlich, daß im Normalbetrieb der Kraftspeicher
31 bei einem Verstellen der Türen in Schließ- wie in Öffnungsstellung stets mitverfahren
wird, so daß dem Kraftspeicher 31 im Normalbetrieb grundsätzlich keine neue Energie
zugeführt werden muß noch Energie während der Öffnungsphase der Tür im Normalbetrieb
abgeführt wird.
[0038] Abweichend von den bisher erläuterten Ausführungsbeispielen ist gemäß Figur 6 lediglich
schematisch für den in den Figuren 1 bis 3 links liegenden Türflügel 1' dargestellt,
daß der Kraftspeicher 31 auch andere Kraftspeicherelemente aufweisen kann. In dieser
Ausführungsform wird anstelle eines elastomeren Elementes 39 eine auf Druck wirkende
Feder, vorzugsweise eine Gasdruckfeder 43 eingesetzt, die sich einmal an der Mitnehmereinrichtung
21 bei 36 und zum anderen an der Laufwageneinrichtung 3, bevorzugt an dem zum freien
Laufwagen 21' entfernter liegenden Laufwagen 3'' bei 34 abstützt. Auch bei dieser
Ausführungsform wird der so gebildete Kraftspeicher 31 im Normalbetrieb stets mitverfahren.
Bei Stromausfall oder durch die Elektronik gesteuerte Abnormfunktion bei geöffneter
Kupplung 27 wird die Gasdruckfeder 43 wirksam, um die Öffnungsbewegung durchzuführen.
Lediglich beim Einfangen der Türflügel zur Wiederherstellung der Normalfunktion muß
die Mitnehmereinrichtung 21 entgegen der Kraft des Kraftspeichers 31 unter Ladung
des Kraftspeichers auf die in Öffnungsstellung befindlichen Türflügel zu fahren, bis
die Kupplung 27 wieder geschlossen ist.
[0039] Anstelle der erläuterten Magnetkupplung können auch andere form- und/oder kraftschlüssige,
auch schnappähnliche Kupplungseinrichtungen vorgesehen sein. Diese können beispielsweise
auch mit einer integrierten Batterie oder mit einem integrierten Akku so wirksam sein,
daß im Falle eines Stromausfalls hierdurch ausreichend Energie zur Verfügugn steht,
um beispielsweise eine formschlüssige schnappähnliche Kupplung zu öffnen.
1. Automatische Schiebetür mit mindestens einem Flügel (1', 1''), der betrieblich mit
einem mitfahrbaren Antriebs-Übertragungsmittel (17) gekuppelt ist, das von einem Motor
antreibbar ist, und mit einer Kupplungseinrichtung (27) sowie einem Hilfsantrieb,
der im Falle eines Abnorm-Betriebes, insbesondere bei einem Spannungsausfall in der
Stromversorgung, unter Öffnung der Kupplungseinrichtung (27) wirksam wird und die
Tür selbsttätig öffnet,
gekennzeichnet durch die weiteren Merkmale
- die Kupplungseinrichtung (27) ist zumindest mittelbar zwischen dem Türflügel (1',
1'') und dem Antriebs-Übertragungsmittel (17) wirksam, und
- der Hilfsantrieb stützt sich zumindest mittelbar einmal an dem ihm zugeordneten
Türflügel (1', 1'') zum einen und zum anderen zumindest mittelbar an dem Antriebs-Übertragungsmittel
(17) ab und ist im Normalbetrieb mit dem Antriebs-Übertragungsmittel (17) und dem
zugeordneten Türflügel (1', 1'') mitbewegbar.
2. Schiebetür nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Kupplungseinrichtung (27) und der Hilfsantrieb antriebsübertragungsmittel-seitig
an einer mit dem Antriebs-Übertragungsmittel fest verbundenen Mitnehmereinrichtung
(21) abstützt.
3. Schiebetür nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnehmereinrichtung (21) in Form eines freien Laufwagens (21') gebildet
ist.
4. Schiebetür nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die die Türflügel (1', 1'') tragende Laufwageneinrichtung (3) und der freie
Laufwagen (21') auf einer gemeinsamen Laufschiene (5) verfahrbar sind.
5. Schiebetür nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungseinrichtung (27) zwischen der Mitnehmereinrichtung (21) und der
Laufwageneinrichtung (3) in Form einer Magnetkupplung ausgebildet ist.
6. Schiebetür nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungseinrichtung (27) in Form einer formschlüssigen Kupplung gebildet
ist, die über ein zumindest mittelbar und vorzugsweise elektrisch ansteuerbares Auslöseglied
betätigbar ist.
7. Schiebetür nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungseinrichtung (27) in Form einer kraftschlüssigen Kupplung gebildet
ist, die über zumindest mittelbar und vorzugsweise elektrisch ansteuerbares Auslöseglied
betätigbar ist.
8. Schiebetür nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß nach erfolgter Öffnungsbewegung des zumindest einen Türflügels (1) die Herstellung
des Normalbetriebes dadurch durchführbar ist, daß die zugeordnete, vorzugsweise in
Form eines freien Laufwagens (21') gebildete Mitnehmereinrichtung (21) mittels der
Antriebs-Übertragungsmittel (17) zu der in Öffnungsstellung befindlichen Laufwageneinrichtung
(3) unter automatischer Schließung der Kupplung (27) verfahrbar ist.
9. Schiebetür nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfsantrieb aus einem Kraftspeicher bsteht.
10. Schiebetür nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfsantrieb aus einer Druckfeder, vorzugsweise Gasdruckfeder (43) besteht,
die an der Laufwageneinrichtung (3) und der Mitnehmereinrichtung (21) abgestützt und
gehalten ist.
11. Schiebetür nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfsantrieb aus einem elastomeren Element (39) besteht, welches auf Zug
beansprucht ist, und welches an seinen gegenüberliegenden Enden einmal zumindest mittelt
an der Laufwageneinrichtung (3) und zum anderen an der Mitnehmereinrichtung (21) verspannt
bzw. gehalten ist, wobei das elastomere Element (39) zwischen seinen Verankerungsstellen
um einen in Öffnungsrichtung eines zugeordneten Türflügels (1', 1'') vorragenden Tragarm
um eine dort ausgebildete Umlenkeinrichtung (37) herum geführt ist.
12. Schiebetür nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufwageneinrichtung (3), d.h. zumindest ein Laufwagen (3', 3'') mit einer
in Längsrichtung der Laufschiene (5) vorstehenden Abstütz- oder Verlängerungsstange
(38) versehen ist, in der dann zum eigentlichen Laufwagen (3', 3'') in Schließstellung
versetzt liegend der eine der beiden Angriffspunkte (36) für den Hilfsantrieb (39,
43) vorgesehen ist.