[0001] Die Erfindung betrifft eine Bremsvorrichtung für einen Langlauf-Ski, wobei in der
Lauffläche des Skis eine Ausnehmung vorgesehen ist, die einen als Bremsbacke ausgebildeten
Längsträger aufnimmt, wobei der Längsträger um ein an seinem vorderen Ende vorgesehenes
Gelenk durch eine Feder aus der Ausnehmung ausschwenkbar ist und der Schwenkbereich
des Längsträgers durch eine auf der Ski-Oberseite vorgesehene Verstelleinrichtung
bestimmbar ist und der Längsträger durch ein Verbindungselement mit der Verstelleinrichtung
verbunden ist, wobei der ausgeschwenkte Längsträger gegen die Kraft der Feder in die
Ausnehmung zurückdrückbar ist und die Verstelleinrichtung den Längsträger gegen die
Kraft der Feder nach oben zieht.
[0002] In der DE-OS 33 34 488 ist eine Vorrichtung zum Verhindern des Zurückgleitens des
Skis gezeigt. Hierbei ist in einer Ausnehmung der Ski-Unterseite ein Kasten vorgesehen,
der unten durch eine den Kasten verschließende Membran abgeschlossen ist. Im Hohlraum
des Kastens ist ein Träger vorgesehen, der mit einem Verbindungselement mit der Ski-Bindung
verbunden ist. Bei dem für das Langlaufen typischen Bewegungsablauf wird nur eine
Ski-Bindung am Vorderfuß benötigt, die Ferse hebt sich periodisch vom Ski ab. Im Moment,
wo die Ferse sich vom Ski abhebt, wird die Membran durch den Träger und das Verbindungselement
nach unten in den Schnee gedrückt. Hierdurch wird das Zurückgleiten des Skis vermieden.
Für eine gleichmäßigere Verteilung des Aufdrückdruckes sind zwischen der Membran und
dem Träger Federn vorgesehen. Hierbei ist von Nachteil, daß die Wirkung zum Verhindern
des Zurückgleitens des Skis nicht eingestellt werden kann. Auch ist die Vorrichtung
als Bremsvorrichtung, zum Beispiel bei Abfahrten unbrauchbar. Des weiteren ist auch
zu befürchten, daß die Membran an in der Loipe liegenden Gegenständen, zum Beispiel
Ästen oder Steinen, verletzt wird und somit die Vorrichtung beschädigt wird.
[0003] In der DE-OS 36 18 547 ist eine Bremsvorrichtung der eingangs beschriebenen Art gezeigt.
Hierbei ist es möglich, daß sich Schnee und Eiskristalle in der Bremsvorrichtung festsetzen
und somit das einwandfreie Funktionieren der Bremsvorrichtung beeinträchtigen können.
Vorteilhafterweise weicht der Längsträger gegen in der Loipe liegende Hindernisse,
zum Beispiel Steinen oder Stöcken, in die Ausnehmung gegen die Kraft der Feder zurück,
wodurch ein Beschädigen der Bremsvorrichtung vermieden wird. Auch ist in der Verstellvorrichtung
ein Mittel vorgesehen, mit dem die Bremswirkung bzw. die Wirkung zum Verhintern des
Zurückgleitens des Skis einstellbar ist. Somit kann die Bremswirkung individuell an
die entsprechenden Gegebenenheiten der Loipe angepaßt werden.
[0004] Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Bremsvorrichtung der eingangs
beschriebenen Art dahingehend weiter zu verbessern, daß sowohl der Einbau erleichtert
wird als auch die Funktionalität der Vorrichtung gesteigert wird. Hierbei sollen die
bekannten Vorzüge des Zurückweichens des Längsträgers bei einem Hindernis in der Loipe
sowie die Verstellmöglichkeit des Schwenkbereiches zur Regulierung der Bremswirkung
beibehalten werden.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung aus von einer Bremsvorrichtung der eingangs
beschriebenen Art und schlägt vor, daß in der Ausnehmung ein den Längsträger aufnehmender
Kasten vorgesehen ist, dessen Innenflächen den Längsträger im Schwenkbereich des Längsträgers
führen und der Kasten am vorderen Ende ein mit dem Gelenk zusammenwirkendes Gelenkelement
besitzt.
[0006] Durch eine solche erfindungsgemäße Ausgestaltung ist es möglich, daß sowohl der Kasten
als auch der Längsträger als maschinell gefertigte Massenprodukte herstellbar sind,
die eine möglichst geringe Maßtoleranz zueinander aufweisen, wodurch das Eindringen
von Schnee und Eis in den Raum zwischen dem Längsträger und dem Kasten vermieden wird.
Dadurch wird die Funktionalität der Vorrichtung erhöht. Des weiteren wird das Einbauen
der Bremsvorrichtung in einen Ski erleichtert, da in den Ski nur eine den Kasten aufnehmende
Ausnehmung vorgesehen werden muß, die relativ hohen Toleranzen genügen kann. Durch
die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Bremsvorrichtung wird erreicht, daß der Kasten
eine zusätzliche Stabilität des Skis im Bereich der Bremsvorrichtung bewirkt und gleichzeitig
Lager bzw. Führung des Längsträgers bildet.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Verstelleinrichtung
durch einen, in einem Sockel geführten Verstellhebel gebildet ist, der eine exzentrische
Innenfläche aufweist, auf welcher ein mit dem Verbindungselement zusammenwirkender
Stift aufliegt und der Verstellhebel eine mindestens teilweise zylindrische Mantelfläche
aufweist, die für das Verbindungselement eine Umfangsausnehmung aufweist. Mit diesen
einfachen Mitteln wird ein überraschender Effekt erzielt, es wird nämlich eine einfach
zu bedienende und wirkungsvolle Verstelleinrichtung geschaffen. Der mit dem Verbindungselement
zusammenwirkende Stift liegt auf der exzentrischen Innenfläche des Verstellhebels
auf und verändert je nach Verstellen des Verstellhebels seine Höhenlage und bestimmt
somit den Schwenkbereich des Längsträgers.
[0008] Es ist günstig, wenn der Verstellhebel um eine Achse teilweise drehbar ist, wobei
die Innenfläche exzentrisch zu dieser Achse angeordnet ist.
[0009] In Versuchen hat sich herausgestellt, daß besonders gute Ergebnisse erzielt werden,
wenn in dem Sockel eine federnd gelagerte Einrastkugel eingelassen ist, die in Einrastvertiefungen
des Verstellhebels die Verstelleinrichtung bevorzugt fixiert. Hierzu ist es günstig,
wenn auf dem Umfang der Mantelfläche für das Gleiten der Kugel eine Umfangsnut vorgesehen
ist. Die Kugel ist federnd in dem Sockel eingelassen und bewirkt somit bereits eine
Fixierung des Hebels auch außerhalb der für eine bevorzugte Fixierung vorgesehenen
Einrastvertiefungen. Für ein leichteres Gleiten der Kugel ist in der Mantelfläche
des Verstellhebels eine Umfangnut vorgesehen. Um die Bremsvorrichtung in mehreren
Stellungen fixieren zu können, sind in der Umfangsnut mehrere Einrastvertiefungen
vorgesehen, in die die Kugel durch die Feder gedrückt werden kann. Dies ist insbesondere
dann von Vorteil, wenn die Bremswirkung beider Skier gleich sein soll.
[0010] Ferner ist gefunden worden, daß es vorteilhaft ist, wenn der Kasten an seinen Längsenden
abgerundet ist. Durch eine solche Ausgestaltung wird der Einbauvorgang eintscheidend
vereinfacht. Es ist nämlich möglich, daß die im Ski befindliche Ausnehmung von einem
relativ großen Fräser hergestellt wird, wobei das mit dem Fräser hergestellte Langloch
an seinen Enden Rundungen aufweist. Diese Rundungen können nun durch einen entsprechend
geformten Kasten ideal genützt werden.
[0011] Eine besonders einfache Handhabung wird erreicht, wenn der Kasten in der Ausnehmung
des Skis verklebt ist. Durch das Einkleben des Kastens in die Ausnehmung des Skis
wird eine Ersparnis bei der Herstellung der Bremsvorrichtung erreicht.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform wird vorgeschlagen, daß die Unterkante des Kastens
gegenüber der Lauffläche des Skis geringfügig zurücksteht. Ungenauigkeiten der Kastenunterseite
beeinträchtigen somit nicht das Gleiten des Skis, da diese nicht über die Lauffläche
hinausstehen.
[0013] In Versuchen hat sich herausgestellt, daß es günstig ist, wenn der Kasten an seiner
Unterkante einen Flansch aufweist, der den Spalt zwischen dem Kasten und dem Ski überdeckt.
[0014] Es ist günstig, wenn als Verbindungselement ein einstückig an den Längsträger angeformter
Zapfen vorgesehen ist, der zur Aufnahme des Stiftes im oberen Bereich eine Bohrung
aufweist, wobei das Verbindungselement im hinteren Bereich des Längsträgers vorgesehen
ist. Durch das einstückige Anfügen des Zapfens an den Längsträger wird der Herstellungsprozeß
des Längsträgers vereinfacht, da dieser zum Beispiel in einem Spritzgußverfahren hergestellt
werden kann, wobei das Verbindungselement im hinteren Bereich des Längsträgers vorgesehen
ist.
[0015] Eine besonders einfache Handhabung wird erreicht, wenn als Gelenk am vorderen Ende
des Längsträgers ein nach oben stehender Steg mit einer Nase vorgesehen ist, die eine
Einkerbung aufweist, in die das Gelenkelement des Kastens eingreift. Ferner wird vorgeschlagen,
daß es günstig ist, wenn als Gelenkelement ein mindestens teilweise die Breite des
Kastens überspannender Quersteg vorgesehen ist. Durch das Zusammenwirken des Quersteges
als Gelenkelement mit dem mit einer Nase und einer Einkerbung versehenen Steg des
Längsträgers wird mit einfachen Mitteln, zum Beispiel durch in die Gußform vorzubereitenden
Ausformungen, eine stabile gelenkige Verbindung zwischen dem Kasten und dem Längsträger
geschaffen.
[0016] Besonders gute Ergebnisse werden erreicht, wenn der Kasten und der Längsträger aus
Kunststoff als Präzisionsteil gefertigt sind. Als Kunststoff werden hier beispielsweise
Materialien wie Polyoxymethylene (POM) verwendet, die zu steifen, schlagzähen und
abriebfesten Teilen verarbeitet werden. Um die Stabilität zu erhöhen, ist eine Carbonfaserlaminatverstärkung
vorgesehen. Ähnliche Ergebnisse können auch mit anderen bekannten, faserverstärkten
Kunststoffen erreicht werden. Der Kunststoff wird in dem Spritzgußverfahren verwendet.
Durch eine hohe Präzision der zusammenwirkenden Teile Längsträger und Kasten wird
vermieden, daß die Funktionalität der Bremsvorrichtung zum Beispiel durch das Eindringen
von Schnee in den Spalt zwischen Längsträger und Kasten beeinträchtigt wird. Das Funktionieren
der Bremsvorrichtung ist auch durch die Tatsache, daß der Längsträger und der Kasten
als Präzisionsteil gefertigt sind, unabhängig von der Ausgestaltung der Ausnehmung,
in die der Längsträger bzw. der Kasten eingesetzt wird. Hieraus resultiert eine Vereinfachung
der Herstellung der Bremsvorrichtung bzw. der Montage der Bremsvorrichtung in den
Ski.
[0017] In Versuchen hat sich ferner herausgestellt, daß besonders gute Ergebnisse erzielt
werden, wenn die Bremsbacke ein nach vorne und/oder hinten wirksames Schuppenprofil
aufweist. Je nach Ausgestaltung des Schuppenprofiles wirkt somit die das Schuppenprofil
tragende Bremsbacke entweder als Steighilfe oder als Abfahrtsbremse.
[0018] In der Zeichnung ist eine erfindungsgemäße Bremsvorrichtung schematisch dargestellt.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch einen Ski und eine erfindungsgemäße Bremsvorrichtung,
- Fig. 2
- eine Unteransicht eines Skis im Bereich der Ausnehmung, ohne eingebauten Längsträger,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht eines Verstellhebels einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung,
- Fig. 4
- eine Frontansicht nach Fig. 3,
- Fig. 5
- einen Querschnitt durch den Kasten einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung,
- Fig. 6
- einen Längsschnitt durch den Kasten einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung,
- Fig. 7
- eine Draufsicht eines Kastens einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung,
- Fig. 8
- einen Querschnitt durch den Längsträger einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung,
- Fig. 9
- einen Längsschnitt durch den Längsträger einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung
und
- Fig. 10
- eine Draufsicht nach Fig. 9.
[0019] In Fig. 1 ist ein senkrechter Schnitt durch einen Ski 1 gezeigt. Die Laufrichtung
des Skis ist mit 11 bezeichnet. Der Ski weist an seiner Oberseite einen Sockel 4 auf,
der die Verstelleinrichtung 5 aufnimmt. Der Sockel 4 ist hierzu mit Schrauben 40 durch
den Ski 1 mit dem Kasten 2 verbunden.
[0020] Der Kasten 2 ist in einer Ausnehmung 10 des Skis 1 vorgesehen. Die Ausnehmung 10
erstreckt sich in der Lauffläche des Skis. Die Breite des Kastens 2 beträgt ungeführt
40 bis 80 Prozent der Breite des Skis, die Länge des Kastens 2 ist zum Beispiel 25
Zentimeter. Für Anwendungen bei anderen Ski-Typen kann es von Nutzen sein, diese Maßangaben
abzuändern.
[0021] Der Kasten 2 ist auf seiner Unterseite offen und nimmt hierin einen Längsträger 3
auf. Der Längsträger 3 sowie der Kasten 2 sind so genau gefertigt, daß der Längsträger
von den Innenflächen 28 des Kastens 2 geführt ist. Dadurch erreicht die Erfindung,
daß auf eine hohe Genauigkeit beim Ausfräsen der Ausnehmung 10 im Ski verzichtet werden
kann, die einen hohen Aufwand bedeutet. Trotzdem ist das einwandfreie Funktionieren
der Bremsvorrichtung sichergestellt. Es erfolgt eine Führung nicht nur an den Innenflächen,
sondern auch an den Endflächen. Durch die Verwendung eines mit dem Ski 1 verbundenen
Kasten 2 wird die im Bereich der Ausnehmung 10 reduzierte Stabilität des Skis 1 wieder
verbessert. Durch eine entsprechende Ausformung der Längsenden des Kastens, beispielsweise
keilartig, wird zusätzlich die Kerbwirkung der Enden der Ausnehmung 10 reduziert.
[0022] Der Längsträger 3 besteht im wesentlichen aus einer kastenartigen Leiste, wobei im
hinteren Bereich des Längsträgers ein nach oben stehender Zapfen 30 vorgesehen ist,
der an seinem oberen Ende eine Bohrung 31 aufweist. Die Länge dieses Zapfens 30 ist
so bemessen, daß dieser den Ski durchdringt, so daß die Bohrung 31 auf Höhe der Verstelleinrichtung
5 ist. An seinem vorderen Ende weist der Längsträger 3 ein Gelenk auf. Dieses Gelenk
ist in diesem Ausführungsbeispiel beispielsweise aus einem nach oben stehenden Steg
32 gebildet, an deren vorderen Seite sich eine Nase 33 anschließt. Auf der Oberseite
der Nase 33 ist eine Einkerbung 34 vorgesehen, die mit einem Gelenkelement 23 des
Kastens 2 gelenkartig zusammenwirkt. An der Auflagefläche zwischen der Einkerbung
34 und dem Gelenkelement 23 ist der Drehpunkt 35 bestimmt, um den der Längsträger
3 aus dem Kasten 2 ausgeschwenkt wird. Um den Längsträger 3 ausschwenken zu können,
ist eine Feder 36 vorgesehen, die auf den Zapfen 30 aufgeschoben ist. Hierzu stützt
sich diese Feder 36 am Fuß des Zapfens 30 am Längsträger 3 und an dem Flansch 27 des
Kastens 2 ab. Hierzu weist der Kasten 2 an seinem hinteren Ende ein rohrartiges Stück
26 auf, das den Zapfen 30 teilweise aufnimmt und das an seinem oberen Ende einen nach
innen vorstehenden Flansch 27 besitzt. Durch die verbleibende Öffnung 20 (s. Fig.
6) ist der als Verbindungselement wirkende Zapfen 30 durch den Ski nach oben geführt,
wobei der Ausschwenkbereich durch die Lage eines Stiftes 38 begrenzt ist. Dieser Stift
38 ist in eine Bohrung 31 des Zapfens 30 so eingeschoben, daß er seitlich an dem Zapfen
heraussteht. Die Seitenenden des Stiftes 38 liegen nun auf den exzentrischen Innenflächen
52 der Verstelleinrichtung 5 auf und begrenzen somit den Ausschwenkbereich des Längsträgers
3.
[0023] Die Verstelleinrichtung 5 besteht im wesentlichen aus einem mit einer zylindrischen
Mantelfläche 54 ausgestalteten, an seiner Oberseite einen Verstellhebel 51 aufweisenden
Exzenter. Die Mantelfläche 54 ist hierbei in dem Sockel 4 geführt. Der Exzenter wird
hierzu durch eine zu der Drehachse 50 exzentrisch angelegten Innenfläche 52 gebildet.
Auf dieser exzentrischen Innenfläche 52 liegt der Stift 38 auf. Der Verstellhebel
51 ist um die Drehachse 50 verstellbar. Um das Verbindungselement, hier der Zapfen
30, mit der Verstelleinrichtung 5 verbinden zu können, weist die Verstelleinrichtung
auf ihrer Unterseite eine zum Beispiel mittig angeordnete Umfangsausnehmung 56 auf.
[0024] Für ein komfortables Einstellen der Bremsvorrichtung ist eine auf einer Feder 42
gelagerte Einrastkugel 41 in einer Bohrung 43 des Sockels 4 vorgesehen. Diese Einrastkugel
41 wird in einer Umfangsnut 57 geführt, wobei der Anpreßdruck der Kugel 41 in die
Umfangsnut 57 bereits eine gewisse Fixierung bewirkt. Für eine bevorzugte Fixierung
der Bremsvorrichtung sind in der Umfangsnut 57 Einrastvertiefungen 53 vorgesehen,
deren Durchmesser der Einrastkugel 41 entspricht. Die Langlauf-Skier werden normalerweise
paarweise verwendet, weswegen es wichtig ist, daß die Bremswirkung beider Skier zum
Beispiel bei einer Abfahrt gleich ist. Diese gleiche Bremswirkung wird durch das genaue
Einstellen beider Bremsvorrichtungen bewirkt, wozu die Einrastvertiefungen 53 an den
beiden Verstelleinrichtungen 5 gleich angeordnet sind. Diese Ausgestaltung einer Verstelleinrichtung
kann zum Beispiel auch für andere Bereiche der Technik, beispielsweise bei Schaltern
von Bedeutung sein.
[0025] Die Verstelleinrichtung 5 ist innen hohl, wodurch sich der Zapfen 30 nach oben bewegen
kann. Der Freiraum zwischen dem Zapfenoberende und der exzentrischen Innenfläche ist
hierzu mit 39 beschrieben. Trifft nun der Ski in der Loipe auf ein Hindernis, so ist
es möglich, daß der ausgeschwenkte Längsträger 3 in die Ausnehmung des Kastens 2 zurückfedern
kann, da noch ein gewisser Ausweichbereich 39 für den Zapfen 30 vorhanden ist. Hierzu
wird der Längsträger 3 gegen die Kraft der Feder 36 in die durch den Kasten 2 definierte
Ausnehmung zurückgedrückt.
[0026] Zur Befestigung des Kastens 2 an dem Ski 1 sind Schrauben 12 an seinem vorderen Ende
vorgesehen. Es ist auch möglich, daß diese Schrauben 12 von unten eingeschraubt werden,
wodurch der Schraubenkopf nicht mehr sichtbar ist. Das gleiche gilt für die Schrauben
40, die den Sockel 4 mit dem Kasten 2 verbinden. Hierzu sind in dem Ski Bohrungen
14 vorgesehen. Des weiteren ist in dem Ski zur Aufnahme des Zapfens 30 eine Öffnung
13 vorgesehen.
[0027] Der Zapfen 30 durchdringt also den Kasten 2 an der Öffnung 20 sowie den Ski 1 an
der Öffnung 13, den Sockel 4 an der Bohrung 44 sowie die Verstelleinrichtung 5 an
der Umfangsausnehmung 56.
[0028] Der Kasten 2 weist an seinem hinteren Ende zwei Bohrungen 25 für die Befestigungsschrauben
40 auf. Zwischen diesen beiden Bohrungen 25 ist das Rohrstück 26 mit dem Flansch 27
und der Öffnung 20 vorgesehen. Hierbei ist das Rohrstück 26 etwas gegenüber dem sonstigen
Längsträgerboden 60 hervorgehoben, wobei eine entsprechende Ausbohrung des Skis für
das Rohrstück 26 eine bevorzugte Lagerung des Kastens 2 in der Ausnehmung 10 ergibt.
Die Unterkante 22 des Kastens 2 ist gegenüber der Lauffläche 15 des Skis um einige
Zehntel Millimeter zurückgesetzt. Durch eine solche Ausgestaltung erreicht man, daß
die Fertigungstoleranzen relativ großzügig gehandhabt werden können, ohne daß man
riskiert, daß der Kasten 2 unbeabsichtigterweise einen Bremseffekt bewirkt.
[0029] Der Kasten 2 weist an seiner Unterkante 22 einen über den Kasten 2 hervorstehenden
Flansch 21 auf, der den Spalt 16 zwischen dem Kasten 2 und dem Ski 1 überdeckt.
[0030] Hierbei ist es vorteilhaft, daß der Kasten 2 in die Ausnehmung 10 eingeklebt ist.
[0031] An dem vorderen Ende des Kastens 2 ist ein Gelenkelement 23 vorgesehen, das mit dem
durch den Steg 32 die Nase 33 und die Einkerbung 34 gebildete Gelenk des Längsträgers
3 zusammenwirkt. Das Gelenkelement 23 besteht hierbei aus einem die Breite des Kastens
2 mindestens teilweise übergreifenden Quersteg 24, der, wie in Fig. 1 gezeigt, in
die Einkerbung 34 eingreift. Dadurch wird der Drehpunkt 35 des Längsträgers 3 bestimmt.
Um das unbeabsichtigte Herausgleiten des Längsträgers 3 aus dem Kasten 2 zu vermeiden,
weist der Kasten 2 am vorderen Ende eine nach hinten gerichtete, den Längsträger 3
im Bereich der gelenkigen Verbindung übergreifende Befestigungsnase 29 auf. Dies kann
zum Beispiel auch durch einen Hinterschnitt bewirkt werden.
[0032] Durch die Verstellmöglichkeit der Verstelleinrichtung 5, deren Einstellbereich durch
den Doppelpfeil 55 angedeutet ist, ist es möglich, daß der Längsträger 3 längs des
Doppelpfeiles 37 aus der Ausnehmung des Kastens 2 ausgeschwenkt werden kann. Eine
ausgeschwenkte Stellung des Längsträgers 3 ist hierzu in Fig. 1 gestrichelt angedeutet.
[0033] Es ist vorteilhaft, wenn der Kasten an seinen Längsenden keilartig ausgebildet ist.
Durch eine solche keilartige Ausgestaltung des Kastens wird die Kerbwirkung des eingesetzten
Kastens verringert. Durch eine solche Maßnahme wird also die Stabilität des Skis erhöht.
[0034] Es ist günstig, wenn der Kasten und der Ski im Bereich der Verstelleinrichtung eine
Öffnung für das Verbindungselement aufweist.
[0035] Die jetzt mit der Anmeldung und später eingereichten Ansprüche sind Versuche zur
Formulierung ohne Präjudiz für die Erzielung weitergehenden Schutzes.
[0036] Die in den abhängigen Ansprüchen angeführten Rückbeziehungen weisen auf die weitere
Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen
Unteranspruches hin. Jedoch sind diese nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines
selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale der rückbezogenen Unteransprüche
zu verstehen.
[0037] Merkmale, die bislang nur in der Beschreibung offenbart wurden, können im Laufe des
Verfahrens als von erfindungswesentlicher Bedeutung, zum Beispiel zur Abgrenzung vom
Stand der Technik beansprucht werden.
1. Bremsvorrichtung für einen Langlauf-Ski, wobei in der Lauffläche des Skis eine Ausnehmung
vorgesehen ist, die einen als Bremsbacke ausgebildeten Längsträger aufnimmt, wobei
der Längsträger um ein an seinem vorderen Ende vorgesehenes Gelenk durch eine Feder
aus der Ausnehmung ausschwenkbar ist und der Schwenkbereich des Längsträgers durch
eine auf der Ski-Oberseite vorgesehenen Verstelleinrichtung bestimmbar ist und der
Längsträger durch ein Verbindungselement mit der Verstelleinrichtung verbunden ist,
wobei der ausgeschwenkte Längsträger gegen die Kraft der Feder in die Ausnehmung zurückdrückbar
ist und die Verstelleinrichtung den Längsträger gegen die Kraft der Feder nach oben
zieht, dadurch gekennzeichnet, daß in der Ausnehmung (10) ein den Längsträger (3) aufnehmender Kasten (2) vorgesehen
ist, dessen Innenflächen (28) den Längsträger (3) im Schwenkbereich (37) des Längsträgers
(3) führen und der Kasten (2) am vorderen Ende ein mit dem Gelenk zusammenwirkendes
Gelenkelement (23) besitzt.
2. Bremsvorrichtung, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstelleinrichtung (5) durch einen, in einem Sockel (4) geführten Verstellhebel
(51) gebildet ist, der eine exzentrische Innenfläche (52) aufweist, auf welcher ein
mit dem Verbindungselement (30) zusammenwirkender Stift (38) aufliegt und der Verstellhebel
(51) eine mindestens teilweise zylindrische Mantelfläche (54) aufweist, die für das
Verbindungselement (30) eine Umfangsausnehmung (56) aufweist.
3. Bremsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellhebel (51) um eine Achse (50) teilweise drehbar ist, wobei die Innenfläche
(52) exzentrisch zu dieser Achse (50) angeordnet ist.
4. Bremsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Sockel (4) eine federnd gelagerte Einrastkugel (41) eingelassen ist, die in
Einrastvertiefungen (53) des Verstellhebels (51) die Verstelleinrichtung (5) bevorzugt
fixiert und auf dem Umfang der Mantelfläche (54) für das Gleiten der Kugel (41) eine
Umfangsnut (57) vorgesehen ist.
5. Bremsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kasten (2) an seinen Längsenden abgerundet ist.
6. Bremsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kasten (2) in der Ausnehmung (10) des Skis (1) verklebt ist.
7. Bremsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterkante (22) des Kastens (2) gegenüber der Lauffläche (15) des Skis (1) geringfügig
zurücksteht.
8. Bremsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kasten (2) an seiner Unterkante (21) einen Flansch (27) aufweist, der den Spalt
(16) zwischen dem Kasten (2) und dem Ski (1) überdeckt.
9. Bremsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindungselement ein einstückig an den Längsträger (3) angeformter Zapfen (30)
vorgesehen ist, der zur Aufnahme des Stiftes (38) im oberen Bereich eine Bohrung (31)
aufweist, wobei das Verbindungselement (30) im hinteren Bereich des Längsträgers (3)
vorgesehen ist.
10. Bremsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Gelenk am vorderen Ende des Längsträgers (3) ein nach oben stehender Steg (32)
mit einer Nase (33) vorgesehen ist, die eine Einkerbung (34) aufweist, in die das
Gelenkelement (23) des Kastens (2) eingreift, wobei als Gelenkelement (23) ein mindestens
teilweise die Breite des Kastens (2) überspannender Quersteg (24) vorgesehen ist.