[0001] Die Erfindung betrifft einen Tragtrommelroller für eine Papiermaschine gemäß dem
Oberbegriff von Anspruch 1. Ein derartiger Tragtrommelroller ist aus der US-A-3 258
217 bekanntgeworden. Des weiteren wird auf die Druckschriften:
(1) DE 40 07 329 C2
(2) GB 12 97 812
(3) US 19 23 670
(4) EP 0 483 092 A1
(5) US-PS 5 251 835
(6) DE 42 13 712 A1
(7) DE-OS 24 47 780
verwiesen.
[0002] Tragtrommelroller bilden die Schlußgruppe einer Papiermaschine. Sie dienen dem Aufwickeln
der fertigen Papierbahn zu einem Wickel. Dabei wird als Wickelkern ein Tambour verwendet.
Dieser ist parallel zur Tragtrommel angeordnet und mit seinen Lagerzapfen in den Gabeln
zweier schwenkbarer Hebel gelagert, so daß der Tambour um einen Teil des Umfanges
der Tragtrommel herum schwenkbar ist. Dabei wird der Tambour meist im oberen Scheitelbereich
auf die Tragtrommel aufgesetzt und beim Anwickeln des Bahnanfangs um etwa einen Quadranten
der Tragtrommel herum verschwenkt, und zwar im Sinne einer Entfernung von der Papiermaschine.
Anschließend wird die Wicklung auf horizontal verlaufender Schiene fortgesetzt, und
die Anpressung erfolgt über ein Paar Hebel.
[0003] Um eine fehlerhafte Wicklung zu verhindern, muß eine bestimmte Wickelhärte in jedem
Durchmesserbereich gewährleistet sein, welche durch den Bahnzug und in größerem Maße
durch das Anpressen der Rolle an die Tragtrommel erzeugt wird. Bei breiten und schnellaufenden
Papiermaschinen mit sehr großen Wickeldurchmessern reichen die vorgenannten Möglichkeiten
nicht mehr aus, um Papierfehler wie Falten und Aufplatzungen im Kernbereich der fertigen
Rolle zu verhindern.
[0004] Die Entstehung dieser Fehler ist auf hohe Radialpressung bei ungenügender Tangentialspannung
des Papiers mit daraus resultierenden Lageverschiebungen zurückzuführen.
[0005] Um die Wickelhärte zu erhöhen, ist es notwendig, die Tangentialspannung im Wickel
zu erhöhen. Zu diesem Zwecke werden Tambourantriebe verwendet, die ein Drehmoment
in den Tambour einleiten - sogenannte Zentrumsantriebe. Ein solcher Zentrumsantrieb
ist aus Druckschrift (4) bekanntgeworden. Dabei ist es notwendig, zwei Tambourantriebe
vorzusehen deren einer auf der Triebseite und deren anderer auf der Führerseite des
Tragtrommelrollers angeordnet ist. Hierdurch wird sichergestellt, daß auf den entstehenden
Wickel während dessen gesamter Wanderung entlang der Führungsbahn ein Drehmoment aufgebracht
wird.
[0006] Das Vorsehen zweier Antriebe ist mit erheblichem baulichen Aufwand verbunden. Auch
kann das genaue zeitliche Einkoppeln des betreffenden Antriebes zu Problemen führen.
Deswegen hat der bekannte Tragtrommelroller in der Praxis nicht befriedigt.
[0007] Die US-A-3 258 217 bildet den Oberbegriff von Anspruch 1. US-A-3 258 217 zeigt einen
Tragtrommelhalter für eine Papiermaschine zum Aufwickeln einer Papierbahn, der zwei
Tragtrommeln umfaßt, die beide antreibbar sind.
[0008] Druckschrift (5) zeigt eine zweite Tragtrommel, die dazu dient, während einer verhältnismäßig
kurzen Zeitspanne mit dem Papierwickel in Kontakt zu gelangen. Dies findet statt,
bevor der Papierwickel von der ersten - eigentlichen - Tragwalze abgefahren wird.
Es hat den Zweck, den Zutritt von Luft in die einzelnen Papierlagen auf dem Papierwickel
zu verhindern.
[0009] Druckschrift (6) beschreibt eine Wickelmaschine für Kunststoffolien. Dort ist ebenfalls
eine zweite Trommel vorhanden, die in vertikaler Richtung verfahrbar ist. Auch Druckschrift
(7), die sich auf eine Wickelmaschine für Papierbahnen bezieht, beschreibt die vertikale
Verfahrbarkeit einer zweiten Tragtrommel.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tragtrommelroller zur Verfügung zu
stellen, bei dem die Wickelhärte vom Anfang bis zum Ende des Wickels den gewünschten
Verlauf hat und eine extreme Weichheit im Kernbereich sowie ein plötzlicher Abfall
der Härte im mittleren oder äußeren Bereich vermieden wird und sich die Wickelhärte
in jedem Augenblick des Wickelvorganges unter Kontrolle befindet; dies soll erreicht
werden ohne die Nachteile, die mit einem zweiten Zentrumsantrieb verbunden sind.
[0011] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
[0012] Durch die Merkmale von Anspruch 1 wird vor allem erreicht, daß eine höhere Wickeldichte
in kontrollierter Weise einstellbar ist. Ein besonderer Vorteil liegt in der Stützwirkung
der zweiten Tragwalze während des Wickelns. Durch die Verringerung der Durchbiegung
des Tambours infolge der Abstützung auf eine einzige Stützwalze wird ein Kneten und
Walken des Tambours im Papierwickel beträchtlich verringert, und es werden Papierschäden
im Kern des Papierwickels vermieden.
[0013] Die Erfindung ist anhand der Figuren 1-4 näher erläutert. Dabei ist der Aufbau des
Tragtrommelrollers bereits sehr gut aus den Figuren 1 und 4 erkennbar.
[0014] Die Papierbahn 1 wird über eine Breitstreckwalze 2 auf eine Tragtrommel 3 geführt
und mittels eines Tambours 5 zu einem Wickel 4 aufgewickelt. Tambour 5 rollt dabei
auf einer horizontalen Führungsbahn 6 ab. Die Anpressung erfolgt über Schlitten 7,
die jeweils auf beiden Seiten des Rollers angeordnet sind und mittels Zylindern 8
bewegt werden. Nach Erreichen eines maximalen Wickeldurchmessers wird ein Klemmhebel
9 mittels eines Druckzylinders 10 abgesenkt, so daß der Wickel ausgeworfen werden
und Schlitten 7 einen neuen Wickel übernehmen kann. Während des Wickelns werden die
Tambourlager 12 zwischen den Hebeln 9 und 11 fest eingespannt. Hebel 11 ist im Gegenzeigersinn
schwenkbar, so daß er bei Übernahme eines neuen Tambours unter dem Tambourlager hindurchgleiten
kann. Ein Anschlag 13 begrenzt das Wegklappen beim Anpressen.
[0015] Ein Leertambour 14 ist in Schwenkhebeln 15 gelagert, die ihrerseits um das Tambourlager
16 schwenkbar sind. Die Schwenkhebel 15 können den Tambour 14 bis auf die Führungsbahn
6 entlang der Umfangslinie der Tragtrommel abschwenken. Hierzu dient ein Druckzylinder
17. Dabei werden die Lager 20 des Tambours 14 mittels Hebeln 18 gehalten, die ihrerseits
durch Druckzylinder 19 betätigt werden.
[0016] Eine weitere Tragtrommel 21 befindet sich unterhalb der Führungsbahn 6. Sie ist mit
ihren Lagern 22 in Gleitschienen 23 geführt. Es sind Druckzylinder 24 auf beiden Seiten
der Maschine vorgesehen, die an den Lagern 22 der zweiten Tragtrommel 21 angreifen
und diese gegen den laufenden Wickel 4 andrücken.
[0017] Die Antriebe der Tragtrommeln 3 und 21 sind derart regelbar, daß die gesamte Antriebsleistung
willkürlich auf die beiden Tragtrommeln verteilt werden kann, so daß eine der beiden
Tragtrommeln im Extremfall Null oder Hundert % der Antriebsleistung übernimmt. Desgleichen
ist die gesamte Antriebsleistung zwischen den beiden Tragtrommeln und dem Zentrumsantrieb
beliebig aufteilbar.
[0018] Unterhalb des Tragtrommelrollers befindet sich ein Pulper 27. Das Ausschußpapier,
das bei Abrissen anfällt, wird über eine Öffnung 28 auf ein Förderband 30 aufgegeben.
Eine Schutzvorrichtung 29 sichert die Öffnung.
[0019] Die Arbeitsweise des Tragtrommelrollers ist am besten aus den Figuren 2 und 3 erkennbar.
Ist der maximale Wickeldurchmesser erreicht - siehe Figur 2 -, so wird der Wickel
4 von Tragtrommel 3 auf der Führungsbahn 6 abgefahren. Tragtrommel 21 folgt dabei
dem Wickel 4 und hält den Bahnzug dadurch aufrecht, daß sie auf den Wickel 4 an dessen
Umfang durch Reibungsmitnahme Drehmoment aufbringt. Gleichzeitig wird Leertambour
14 durch eine Anwurfvorrichtung 31 auf die Geschwindigkeit der Papierbahn 1 gebracht
und mittels der Schwenkhebel 15 auf die Führungsbahn 6 abgeschwenkt. Der volle Tambour
5 wird indessen weiter abgefahren, und Tragtrommel 21 wird hierbei weiterhin angehoben,
so lange, bis die Mantelfläche von Tragtrommel 21 an der Mantelfläche des Leertambours
14 anliegt. Der Rollenwechsel erfolgt nunmehr mittels eines Blasrohres 35 - siehe
Figur 3 - oder durch Schlaufenbildung, ausgelöst durch das Abfahren von Tambour 5
mit Wickel 4 von Tragtrommel 21.
[0020] Bei Bedarf kann dem jeweils wickelnden Tambour ein Zentrumsantrieb zugeordnet werden.
Dies ist eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der Wickelqualität. Dabei kuppelt
der Tambourantrieb kurz vor Erreichen des Maximaldurchmessers des Wickels 4 aus und
fährt zur Ausgangsposition vor die Tragtrommel, um Tambour 14 von Wickelbeginn an
anzutreiben.
1. Tragtrommelroller für eine Papiermaschine zum Aufwickeln einer laufenden Papierbahn
(1) zu einem Wickel (4),
mit einer bahnbreiten Tragtrommel (3), auf die die aufzuwickelnde Bahn (1) aufläuft,
und die diese auf einem Teil ihres Umfanges umschlingt;
mit einem Magazin zum Speichern einer Anzahl von Tambouren (5, 14), deren jeder als
Wickelkern dient;
mit einem Paar von Schwenkhebeln (15) zum Abnehmen des einzelnen Tambours (5, 14)
und zu dessen Überführung in seine Anwickelposition an der Tragtrommel (3);
mit einer Führungsbahn (6), auf der er Tambour (5, 14) mit dem im Entstehen befindlichen
Wickel (4) entlang wandert und sich hierbei von der Tragtrommel (3) bis zu einer Abgabeposition
des fertigen Wickels (4) hinweg bewegt;
mit einer zweiten Tragtrommel (21), die antreibbar und gegen den Wickel (4) andrückbar
ist; wobei
die zweite Tragtrommel (21) derart gestaltet und angeordnet ist, daß sie während des
Wickelvorganges im ständigen Kontakt mit dem Wickel (4) steht;
dadurch gekennzeichnet, daß
die zweite Tragtrommel (21) vertikal verfahrbar ist; und
eine Positionssteuerung vorgesehen ist, um die zweite Tragtrommel (21) während des
Wickelwechsels mit dem Leertambour (5, 14) und zugleich mit dem Wickel (4) in Kontakt
zu halten.
2. Tragtrommelroller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Tambour (5, 14)
ein beim Verfahren auf der Führungsbahn (6) wirksamer Zentrumsantrieb zugeordnet ist.
3. Tragtrommelroller nach einem der Ansprüche 1-2, dadurch gekennzeichnet, daß beidseits
der Maschine Schlitten (7) vorgesehen sind, die am Tambour (5, 14) angreifen, um den
Wickel (4) gegen die erste Tragtrommel (3) anzupressen.
4. Tragtrommelroller nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebe
der Tragtrommeln (3, 21) derart regelbar sind, daß die gesamte Antriebsleistung willkürlich
auf die beiden Tragtrommeln verteilt werden kann.
1. Winder with supporting drum for a paper machine for winding a continuous paper web
(1) into a winding (4)
• with a supporting drum (3) as wide as the web onto which runs the web (1) which
is to be wound up and which encapsulates it over part of its circumference;
• with a magazine for storing a number of drums (5, 14) which each serve as a winding
core;
• with a pair of pivotal levers (15) for picking up an individual drum (5, 14) and
for its transfer into its winding position on the supporting drum (3);
• with a guide rail (6) on which the drum (5, 14) moves along with the developing
winding (4) whilst moving from the supporting drum (3) up to a dispensing position
of a finished winding (4);
• with a second supporting drum (21) which can be driven and pushed against the winding
(4); and
• the second supporting drum (21) is designed and arranged in such a manner that it
is in constant contact with the winding (4) during the winding process;
characterised in that
• the second supporting drum (21) is vertically movable; and
• a positional control is provided in order to keep the second supporting drum (21)
during a winding exchange in contact with both the empty drum (5, 14) and at the same
time with the winding (4).
2. Winder with supporting drum according to Claim 1, characterised in that the drum (5, 14) is during movement on the guide rail (6) associated with an effective
centre drive.
3. Winder with supporting drum according to one of Claims 1 - 2, characterised in that on both sides of the machine are provided slides (7) which engage the drum (5, 14)
in order to press the winding (4) against the first supporting drum (3).
4. Winder with supporting drum according to one of Claims 1 - 3, characterised in that the drives of the supporting drums (3, 21) are regulatable in such a manner that
the entire drive output can be freely distributed onto both supporting drums.
1. Enrouleuse à tambour porteur pour machine à papier, destiné à l'enroulement d'une
bande de papier (
1) en défilement pour former une bobine (
4)
avec un tambour porteur (3) de la largeur de la bande, sur lequel arrive la bande (1) à enrouler et qui entoure celui-ci sur une partie de sa circonférence ;
avec un magasin pour stocker plusieurs tambours (5, 14) dont chacun sert d'axe de bobinage ; avec une paire de leviers pivotants (15) pour le retrait de chaque tambour (5, 14) et son transfert vers une position de bobinage sur le tambour porteur (3) ;
avec une voie de guidage (6) le long de laquelle le tambour (5, 14) se déplace avec la bobine (4) en cours de formation, du tambour porteur (3) jusqu'à une position de délivrance de la bobine (4) terminée ;
avec un deuxième tambour porteur (21), qui peut être entraîné et pressé contre la bobine (4) ;
le deuxième tambour porteur (21) étant conformé et agencé de telle manière que, pendant l'opération de bobinage,
il se trouve en contact permanent avec la bobine (4) ;
caractérisée en ce que
le deuxième tambour porteur (21) est mobile verticalement ; et
il est prévu une commande de position pour maintenir le deuxième tambour porteur (21) en contact avec le tambour vide (5, 14) et également avec la bobine (4) pendant le changement de bobine.
2. Enrouleuse à tambour porteur selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'au tambour
(5, 14) est associé un entraînement central actif pendant le déplacement sur la voie de
guidage (6).
3. Enrouleuse à tambour porteur selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisée en
ce que des deux côtés de la machine sont prévus des chariots (7), qui s'engagent sur le tambour (5, 14) pour presser la bobine (4) contre le premier tambour porteur (3).
4. Enrouleuse à tambour porteur selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en
ce que les entraînements des tambours porteurs (3, 21) sont réglables de telle manière que l'ensemble de la puissance d'entraînement puisse
être répartie à volonté sur les deux tambours porteurs.