(19)
(11) EP 0 666 052 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.08.1995  Patentblatt  1995/32

(21) Anmeldenummer: 94116617.5

(22) Anmeldetag:  21.10.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6A47L 11/30, A47L 11/34
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT SE

(30) Priorität: 03.02.1994 DE 4403289

(71) Anmelder: AEG Hausgeräte GmbH
D-90429 Nürnberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Riller, Peter, Dipl.-Ing.
    D-90547 Stein (DE)
  • Greiner, Peter, Dr. Dipl.-Ing.
    D-90451 Nürnberg (DE)
  • Kalwa, Dieter, Dipl.-Ing.
    D-90513 Zirndorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Bodenpflegegerät


    (57) Ein Bodenpflegegerät weist neben einer Fluidaufbringeinrichtung auch eine Massiereinrichtung und eine Abführeinrichtung auf, die in dieser Reihenfolge in der Hauptbewegungsrichtung des Gerätes nacheinander angeordnet sind. Um ein optimales Reinigungsergebnis bei geringem Reinigungsmittelaufwand zu erzielen, ist eine Schaltvorrichtung vorgesehen, welche entweder die Fluidaufbringvorrichtung zusammen mit der Massiereinrichtung oder die Massiereinrichtung zusammen mit der Abführeinrichtung in Betrieb setzt, so daß auf den Fußbodenbelag zunächst ein Reinigungsfluid unter gleichzeitiger mechanischer Ein- oder Aufmassierung aufgetragen wird, während in einem nachfolgenden Arbeitsschritt zeitlich verzögert der bereits mit dem Reinigungsfluid bearbeitete Fußbodenbelag unter gleichzeitiger Anwendung von Mechanik zur nochmaligen Ablösung von Schmutz abgesaugt wird.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Bodenpflegegerät gemäß dem Oberbegriff des ersten Anspruchs.

    [0002] Bei einem bekannten Bodenpflegegerät dieser Art (DE-GM 76 36 603), das zur Teppichpflege bestimmt ist, befindet sich an der dem zu reinigenden Fußbodenbelag zugewandten Bodenwand des Gerätegehäuses eine Fluidaufbringvorrichtung, der in der Hauptbewegungsrichtung des Gerätes eine Massiereinrichtung für das Einmassieren von Feuchtigkeit in den Teppich nachgeordnet ist, wobei hinter dieser Massiereinrichtung eine Abführeinrichtung vorgesehen ist, durch die ein möglichst großer Anteil der auf den Fußboden aufgebrachten Flüssigkeit abgeführt wird. In der Hauptbewegungsrichtung liegt somit die Fluidaufbringvorrichtung an vorderster Stelle, welcher zunächst die Massiereinrichtung und dahinter die Abführeinrichtung nachfolgt. Im praktischen Betrieb dieses Bodenpflegegerätes wird eine Reinigungsflüssigkeit aus einem Querkanal der Fluidaufbringvorrichtung über eine kammartig ausgebildete Gummizunge auf den Teppich aufgebracht. Eine starre Schrägscheibenwalze der nachfolgenden Massiereinrichtung arbeitet die eingebrachte Reinigungsflüssigkeit in den Teppich ein, während die nachgeordnete Abführeinrichtung die mit Schmutzpartikeln versetzten freien Anteile dieser Reinigungsflüssigkeit wieder aufnimmt. Die drei Einrichtungen sind hierbei gleichzeitig wirksam.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Bodenpflegegerät gemäß dem Oberbegriff des ersten Anspruchs Maßnahmen zu treffen, durch welche ein erhöhter Wirkungsgrad bei der Schmutzaufnahme erzielt wird.

    [0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Anspruchs.

    [0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung und ein Verfahren zum Betreiben dieses Bodenpflegegerätes sind den weiteren Ansprüchen zu entnehmen.

    [0006] Bei einem Aufbau eines Bodenpflegegerätes gemäß der Erfindung werden zunächst nur die Fluidaufbringvorrichtung und die Massiereinrichtung aktiviert. In dieser Betriebseinstellung wird das für die Reinigung des betreffenden Fußbodenbelages, der neben einem Teppich auch durch einen Fliesenbelag oder andere glatte Böden gebildet sein kann, erforderliche Reinigungsfluid aufgetragen, wobei gleichzeitig durch die unmittelbar benachbarte Massiereinrichtung, die vorzugsweise für die Bearbeitung harter Fußbodenbeläge als Bürstenwalze ausgebildet ist, das Reinigungsmittel in die Tiefe des Teppichs eingearbeitet oder auf den glatten Bodenbelag aufgebürstet wird. Mit dieser Betriebseinstellung wird zunächst ein Teil oder auch die gesamte Fläche des zu reinigen Fußbodenbelages bearbeitet. Das Reinigungsmittel kann dadurch entsprechend lange, z. B. mindestens eine Minute auf die Schmutzpartikel des Bodenbelages einwirken und dieselben lösen und ggf. an sich binden. Infolge der sich daraus ergebenden verlängerten Einwirkungszeit wird das Reinigungsmittel effektiver genutzt und braucht daher nur in einer wesentlich verminderten Menge aufgetragen zu werden, als sie sonst bei sofortiger Absaugung erforderlich wäre. Es wird somit eine schädliche Durchnässung insbesondere von Teppichen vermieden und ein beachtlicher Teil des Reinigungsmittels eingespart. Erst nach dem Auftragen und Einarbeiten des Reinigungsmittels wird in einem zweiten Arbeitsgang nur die Massiereinrichtung und die Abführeinrichtung gemeinsam betrieben, so daß neben einer mechanischen Bearbeitung des mit Reinigungsmittel versetzten Fußbodenbelages und der dadurch erfolgenden nochmaligen Lockerung und Ablösung von Schmutzpartikeln diese Schmutzpartikel zusammen mit wenigstens einem großen Teil des aufgebrachten Reinigungsfluids aktiv abgesaugt werden. Das Aufbringen des Reinigungsmittels erfolgt dabei vorzugsweise durch Zerstäuben mit einer Flüssigkeitszerstäubungsvorrichtung die beispielsweise eine sich quer zur Hauptbewegungsrichtung erstreckende. Breitschlitzdüse oder mehrere nebeneinander angeordnete Sprühdüsen aufweist.

    [0007] Das Bodenpflegegerät kann dabei als eigenständiges Reinigungsgerät mit allen für das Aufbringen des Reinigungsmittels, dem Antrieb der Massiereinrichtung und der Abführeinrichtung notwendigen Betriebseinrichtungen aufweisen, also insbesondere auch ein Sauggebläse besitzen, es kann jedoch auch als Vorsatzgerät zu einem Staubsauger ausgebildet sein, der zumindest das Sauggebläse aufnimmt und ggf. auch ein Bereitstellungsbehältnis für das Reinigungsfluid aufweist. Die Verbindung zwischen diesem Vorsatzgerät erfolgt dann über geeignete flexible Leitungsverbindungen sowohl für die Abführung der angesaugten Luft, -Wasser und Schmutz-Mischung bzw. zur Zuführung des Reinigungsfluids zur Sprüheinrichtung und ggf. elektrische Leitungen für den Antriebsmotor der Massiereinrichtung.


    Ansprüche

    1. Bodenpflegegerät, insbesondere zur Teppichpflege, mit im Bereich des Gerätebodens in der Hauptbewegungsrichtung nacheinander angeordneter, auf den zu reinigenden Fußbodenbelag gerichteter steuerbarer Fluidaufbringvorrichtung, Massiereinrichtung und Abführeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schaltvorrichtung vorgesehen ist, welche entweder die Fluidaufbringvorrichtung zusammen mit der Massiereinrichtung oder die Massiereinrichtung zusammen mit der Abführeinrichtung in Betrieb setzt.
     
    2. Bodenpflegegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fluidaufbringvorrichtung eine Flüssigkeitszerstäubungsvorrichtung ist.
     
    3. Bodenpflegegerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeitszerstäubungsvorrichtung eine sich quer zur Hauptbewegungsrichtung erstreckende Breitschlitzdüse ist oder mehrere nebeneinander angeordnete Sprühdüsen aufweist.
     
    4. Bodenpflegegerät nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Massiereinrichtung eine Bürstenwalze ist.
     
    5. Verfahren zum Betreiben eines Bodenpflegegerätes nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Fußbodenbelag zunächst ein Reinigungsfluid unter gleichzeitiger mechanischer Massierung aufgetragen wird und daß zeitlich verzögert der bereits mit dem Reinigungsfluid bearbeitete Fußbodenbelag unter gleichzeitiger Massierung abgesaugt wird.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils ein Teilbereich des Fußbodenbelags mit Reinigungsflüssigkeit versehen und zeitversetzt Reinigungsflüssigkeit von diesem Teilbereich abgeführt wird.
     
    7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Zeitversatz wenigstens eine Minute beträgt.
     





    Recherchenbericht