[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Sortierung von Schüttgutteilen gemäß Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Sollen Teile, welche als Schüttgut angeliefert werden (im folgenden als Schüttgutteile
bezeichnet), für die automatisierte Montage oder andere Bearbeitungsschritte dem montierenden
Gerät zugeführt werden, kann das unter Verwendung eines Vibrationsförderers (1) erfolgen.
Diese Zuführmethode gehört seit Jahren zum Stand der Technik (siehe Bruno Lotter:
Wirtschaftliche Montage - ein Handbuch für Elektrogerätebau und Feinwerktechnik, VDI-Verlag
GmbH 1986, Seite 116 ff.) Die Förderung durch den Vibrationsförderer (im folgenden
VF genannt) wird derzeit nur für Teile gleicher Art und Abmessungen durchgeführt,
sodaß für mehrere Teile, welche sich in Art und Form unterscheiden, eine dementsprechende
Zahl von Vibrationsförderern eingesetzt wird. In diesem Zusammenhang werden Prüfeinrichtungen
verwendet, welche ein Ausschußteil erkennen und durch eine Weiche in der Förderstrecke
ausscheiden. Diese Ausscheidung von Ausschußteilen ist nicht Gegenstand dieser Patentanmeldung,
kann aber zusätzlich dazu verwendet werden.
[0003] In manchen Fällen werden bei der automatisierten Montage oder einer anderen Bearbeitung
mehrere Schüttgutteile benötigt, welche sich in der Querschnittsfläche senkrecht zur
Förderrichtung durch den Vibrationsförderer nicht, dafür aber durch andere Merkmale
(wie z.B. unterschiedliche Länge, verschiedene Farbe,...) unterscheiden. Für diesen
Fall soll der Einsatz des hier beschriebenen Verfahrens und deren Realisierung eine
Reduzierung der Anzahl der eingesetzten Vibrationsförderer und damit der Kosten, der
Raum- und Energieerfordernisse mit sich bringen.
[0004] Werden mehrere Schüttgutteile gleicher Art, aber mit unterschiedlichen Merkmalen
benötigt, kann das durch den Einsatz von nur einem VF (1) für alle diese Schüttgutteile
unter Verwendung einer Merkmalserkennungseinheit (3), einer Sortiereinrichtung (5),
sowie einem merkmalspezifischen Pufferspeicher (8-13) und einer Steuerung (7) erfolgen.
[0005] Die Merkmalserkennungseinheit (3) dient zur Ermittlung des Merkmals (z.B. Länge,
Farbe,...) eines Schüttgutteiles und diese Information wird der Steuerung (7) zur
Verfügung gestellt.
[0006] Die Sortiereinrichtung (5) wird durch die Steuerung (7) veranlaßt, einen Schüttgutteil
abhängig von dem durch die Merkmalserkennungseinheit (3) erkannten Merkmal, in den
für Schüttgutteile dieses Merkmals vorgesehenen Pufferspeicher (8-13) zu transportieren.
[0007] Der merkmalspezifische Pufferspeicher (8-13) stellt für jedes benötigte Merkmal eines
Schüttgutteiles einen eigenen Zwischenspeicher zur Verfügung, in welche nur Schüttgutteile
mit gleichem Merkmal (z.B. einer einzigen Länge oder Farbe) zwischengepuffert werden.
[0008] Weiters verfügt jeder merkmalspezifische Pufferspeicher (8-13) über eine geeignete
Sensorik, mit welcher die Steuerung (7) erkennt, ob dieser Pufferspeicher leer oder
vollständig gefüllt ist.
[0009] Die Funktionsweise des Verfahrens läßt sich wie folgt beschreiben:
[0010] In einen VF (1) werden in einem bestimmten Mischungsverhältnis Schüttgutteile gleicher
Querschnittsfläche senkrecht zur Transportrichtung des VF, aber mit unterschiedlichen
Merkmalen eingefüllt. Bei Inbetriebnahme des VF (1) werden die Schüttgutteile aus
dem VF herausgefördert und durch den Einbau von Schikanen wird erreicht, daß die Schüttgutteile
in nur einer einzigen Orientierung den VF (1) verlassen können. Die Schüttgutteile
gelangen über die Auslaufstrecke (2) zur Merkmalserkennungseinrichtung (3), wo von
jedem Teil das Merkmal ermittelt wird. Aufgrund dieser Merkmalsermittlung wird die
Sortiereinheit (5) durch die Steuerung (7) veranlaßt, den Teil in den für sein Merkmal
vorgesehene Pufferspeicher (8-13) zu transportieren. Erkennt die Steuerung (7), daß
der Pufferspeicher für das Merkmal dieses Schüttgutteiles bereits gefüllt ist, wird
der Schüttgutteil über die Rücktransportstrecke (6) in den VF (1) zurücktransportiert.
Im Entnahmebereich (16) entnimmt nun der Montageautomat den benötigten Schüttgutteil
aus dem merkmalspezifischen Pufferspeicher (8-13) zur weiteren Verarbeitung.
[0011] Die Dimensionierung des merkmalspezifischen Pufferspeichers (8-13) soll so erfolgen,
daß bei den gegebenen Förderbedingungen der merkmalspezifische Pufferspeicher (8-13)
immer einen entsprechenden Schüttgutteil dem Montageautomaten im Entnahmebereich (16)
zur Entnahme anbieten kann, daß der Montageautomat auf die Förderung des gerade benötigten
Schüttgutteiles nicht warten muß. Es hat sich aus Versuchen gezeigt, daß man durch
geeignete Dimensionierung der Speicherkapazität des merkmalspezifischen Pufferspeichers
(8-13) bei einem gegebenen Verhältnis von Entnahmetakt zu Systemfördertakt eine 100%ige
Zuverlässigkeit bei der Bereitstellung des benötigten Schüttgutteiles erreichen kann.
Unter Förderbedingungen werden folgende Parameter verstanden:
[0012]
1) Systemfördertakt: Durchschnittliche Zeit zur Förderung eines Schüttgutteile, welches die Merkmalserkennungseinheit
und Sortiereinrichtung passiert hat. Da der VF, die Merkmalserkennung und die Sortiereinrichtung
aufeinanderfolgend durchlaufen werden, bestimmt die langsamste Einheit davon den Systemfördertakt.
2) Entnahmetakt: Durchschnittliche Zeit zwischen der Entnahme von zwei Schüttgutteilen, welche der
Montageautomat aus dem merkmalspezifischen Pufferspeicher entnimmt.
3) Förderverhältnis (der Schüttgutteile mit unterschiedlichem Merkmal): Darunter wird jenes Verhältnis
verstanden, welches aufgrund eines Versuchsergebnisses der geförderten Schüttgutteile
errechnet wird, wenn die gleiche Anzahl von Schüttgutteilen mit unterschiedlichen
Merkmalen in den VF gegeben werden.
4) Ist der Zwischenpuffer (8-13) einer bestimmten Länge gefüllt, werden jene Teile,
welche für diesen Zwischenpuffer bestimmt sind, von der Steuerungseinheit (7) zur
Rückförderung (6) in den Vibrationsförderer veranlaßt. So wird ein Blockieren des
gesamten Mechanismus verhindert.
Legende zu Figur 1:
[0013] (Schematische Darstellung einer kompletten Schüttgutförderanlage am Beispiel für
6 unterschiedliche Merkmale)
- 1
- Vibrationsförderer (VF)
- 2
- Auslaufstrecke des VF
- 3
- Merkmalserkennungseinrichtung
- 4
- Transportstrecke zu (5)
- 5
- Sortiereinrichtung
- 6
- Rücktransportstrecke in den VF
- 7
- Steuerung
- 8-13
- merkmalspezifischer Pufferspeicher
- 14
- Transportrichtung der Schüttgutteile vom Vibrationsförderer
- 15
- Transportrichtung der Schüttgutteile zum Vibrationsförderer
- 16
- Entnahmebereich durch das Montagegerät
1. Verfahren zur Sortierung von Schüttgutteilen durch einen Vibrationsförderer (1), wobei
die Schüttgutteile gleicher Querschnittsfläche senkrecht zur Transportrichtung des
Vibrationsförderers, aber mit anderen zusätzlichen Unterscheidungsmerkmalen (wie z.B.
unterschiedlicher Länge, verschiedene Farbe,...) gleichzeitig gefördert werden, gekennzeichnet
dadurch, daß ein an sich bekanntes Verfahren zur Ermittlung des zusätzlichen Unterscheidungsmerkmales
eines Schüttgutteiles mit einer dafür vorgesehenen Einrichtung (3) durchgeführt und
der Schüttgutteil nach der Merkmalsermittlung mit Hilfe einer Sortiereinrichtung (5)
in einen Pufferspeicher (8-13) transportiert wird.
2. Sortierverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für jedes unterschiedliche
Merkmal ein eigener Pufferspeicher (8-13) vorgesehen ist, in welchen die Schüttgutteile
von der Sortiereinrichtung (5) transportiert werden und zur Entnahme durch die nachfolgende
Bearbeitungsmaschine zur Verfügung stehen.
3. Sortierverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sortiereinrichtung
(5) jenes geförderte Schüttgutteil, dessen zugehöriger Pufferspeicher vollständig
gefüllt ist, in den Vibrationsförderer (1) über eine Strecke (6) zurücktransportiert.