[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Dekontaminieren von
Gegenständen mit einer wasserdichten Oberfläche, insbesondere von beschichteten Kissen.
[0002] Im Spitalbereich werden aus hygienischen Gründen kunststoffbeschichtete Kissen, Matratzen,
Polster und dergleichen eingesetzt. Diese Gegenstände müssen jeweils innerhalb von
relativ kurzen Perioden dekontaminiert werden, was bisher manuell erfolgte. Dies bedeutet
ersichtlicherweise einen sehr hohen Arbeitsaufwand und damit hohe Kosten. Ausserdem
ist dabei eine gleichförmige Qualität der Dekontamination nicht gewährleistet.
[0003] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren der eingangs genannten Art
bereitzustellen, das eine rasche und gründliche Dekontamination bei gleichbleibender
Qualität und bei hoher Arbeitsleistung ermöglicht. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss
mit einem Verfahren gelöst, das die Merkmale im Anspruch 1 aufweist. Die Erfindung
betrifft ausserdem eine Vorrichtung, welche durch die Merkmale im Anspruch 10 gekennzeichnet
ist.
[0004] Zur Anlage gehört ebenfalls eine ökonomisch arbeitende Betriebsmittelaufbereitungsanlage.
Die Dekontaminationslösungsflotte wird während des Reinigungsvorgangs dauernd umgewälzt
und aufbereitet. Ebenso wird auch das Spülwasser in den Dekontaminationsboiler zurückgeführt.
[0005] Das Waschen und Spülen in einer einzigen Nasskabine ergibt einen hohen Wirtschaftlichkeitsgrad
bei geringem apparativem Aufwand. Die Wiederholung der Wasch- und Spülvorgänge und
die dabei durchgeführte Lageänderung der Gegenstände stellt sicher, dass die gesamte
Oberfläche einer Behandlung unterzogen wird und dass keine unzugänglichen Auflagestellen
gebildet werden. Die anschliessende Trocknung in der Trockenkabine ermöglicht es,
dass die Gegenstände nach der Nassbehandlung sofort wieder zur Verfügung stehen. Vorzugsweise
wird auch während des Trocknens die Relativlage der Gegenstände mehrmals verändert,
damit an Auflagestellen keine Feuchtigkeit zurückbleibt.
[0006] Besonders vorteilhaft erfolgt die Lageänderung in der Nasskabine, wenn die Gegenstände
in einen Wendekorb eingeführt werden, der die Gegenstände in verschiedene Relativlagen
wendet und wenn die Gegenstände mit der Waschflüssigkeit und mit der Spülflüssigkeit
durch den Wendekorb hindurch besprüht werden. Dazu kann eine Sprühbalkenanordnung
eingesetzt werden, welche über dem Wendekorb bewegt wird. Es wäre selbstverständlich
aber auch denkbar, an den Wänden der Nasskabine feste Sprühdüsen anzuordnen und dabei
lediglich die Gegenstände in einem Korb oder dergleichen hin und her zu wenden. Eine
optimale Lageveränderung ergibt sich dann, wenn die Gegenstände zwischen zwei Wasch-
bzw. Spülvorgängen um 180° gewendet werden. Je nach Anwendungsfall wären jedoch auch
kleinere Wendewinkel bzw. Zwischenpositionen denkbar.
[0007] In der Trockenkabine werden die Gegenstände vorzugsweise ebenfalls in einem Wendekorb
gewendet und dabei durch den Wendekorb hindurch mit erhitzter Luft angeblasen.
[0008] Besonders gute Resultate können erzielt werden, wenn die Gegenstände in der Nasskabine
zum Waschen mit einer Waschlauge mit einer Temperatur von mehr als 50°C beaufschlagt
werden. Diese heisse Waschlauge gewährleistet in Kombination mit dem Sprühdruck eine
zuverlässige Reinigung der Oberfläche. Zum Spülen wird danach vorzugsweise entspanntes
Frischwasser mit einer Temperatur von mehr als 50°C, vorzugsweise von mehr als 70°C
eingesetzt. Dabei erfolgt nicht nur eine zuverlässige Entfernung von Laugenresten,
sondern die Oberfläche der Gegenstände wird in Vorbereitung auf den Trocknungsvorgang
auch bereits stark aufgeheizt. Die Trocknung erfolgt schliesslich mit aufgeheizter
Umgebungsluft mit einer Temperatur von mehr als 50°C, vorzugsweise von mehr als 80°C.
[0009] Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist sehr einfach aufgebaut und damit benutzer-
und wartungsfreundlich. In der Nasskabine ist eine Behandlungsvorrichtung zum Waschen
und Spülen der Gegenstände, sowie eine Wendevorrichtung zum Wenden der Gegenstände
angeordnet. An die Nasskabine schliesst sich eine Trockenkabine, die eine Trocknungsvorrichtung
enthält. Ausserdem ist eine Transportvorrichtung vorhanden, welche für den Transport
der Gegenstände durch die Nasskabine und durch die Trockenkabine sorgt.
[0010] Die Behandlungsvorrichtung zum Waschen und Spülen ist vorzugsweise eine Sprühbalkenanordnung,
welche quer zur Vorschubrichtung der Gegenstände verschiebbar gelagert ist. Quer kann
dabei im rechten Winkel zur Vorschubrichtung oder schräg zur Vorschubrichtung bedeuten.
Selbstverständlich wären aber auch bogenförmige Bewegungen denkbar. Das Vorschieben
der Sprühbalkenanordnung ermöglicht eine intensive, linienförmige Behandlung der Gegenstände.
Die Waschmittelquelle und die Spülmittelquelle sind je mit einer separaten Sprühbalkenanordnung
verbunden. Das Reinigen und Spülen erfolgt dabei in separaten Durchgängen unmittelbar
hintereinander. Die Einwirkzeit der Dekontaminationslösung kann frei gewählt werde,
ebenso der Frischwasserverbrauch.
[0011] Ein besonders hoher Grad an Rationalisierung ergibt sich, dadurch, dass der schwenkbare
Wendekorb in der Nasskabine mit einer Aufnahmeöffnung ausgebildet ist, wobei mittels
der Transportvorrichtung in einer ersten Betriebslage wenigstens ein Gegenstand in
den Wendekorb einführbar ist und wobei in einer zweiten Betriebslage der gleiche Gegenstand
aus dem Wendekorb ausführbar ist. Dadurch kann der Wendekorb automatisch beschickt
und wiederum entleert werden. Dies wird noch dadurch erleichtert, dass der Wendekorb
durch sich in Transportrichtung erstreckende parallele Längsprofile gebildet wird,
wobei die Längsprofile parallele Korbebenen bilden, zwischen denen ein Gegenstand
gehalten ist.
[0012] Die Transportvorrichtung ist ein Transportband mit mehreren parallelen, zu den Längsprofilen
versetzt angeordneten Einzelbändern oder Rundprofilen, wobei in der ersten und in
der zweiten Betriebslage jeweils eine Korbebene unterhalb des oberen Trums der Einzelbänder
liegt. So kann ein Gegenstand mit dem Transportband in den Wendekorb eingefahren werden
und auf die gleiche Weise in der zweiten Betriebslage wieder ausgefahren werden. Eine
unmittelbare Reibung der Gegenstände am Wendekorb erfolgt dabei nicht.
[0013] Auf die gleiche Art und Weise kann auch in der Trockenkabine ein Wendekorb und eine
identische Transportvorrichtung angeordnet sein. Düsen zum Anblasen der Gegenstände
durch den Wendekorb hindurch sind vorzugsweise unter dem Transportband in der Trockenkabine
angeordnet.
[0014] Weitere Einzelmerkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels und aus den Zeichnungen. Es zeigen:
- Figur 1
- Einen Längsschnitt in Transportrichtung durch eine erfindungsgemässe Vorrichtung,
- Figur 2
- eine Draufsicht auf die Vorrichtung gemäss Figur 1,
- Figur 3
- einen Querschnitt durch die Ebene A-A gemäss Figur 2,
- Figur 4
- einen Querschnitt durch die Ebene B-B gemäss Figur 2,
- Figur 5
- eine Draufsicht auf einen Wendekorb, und
- Figur 6
- eine Seitenansicht des Wendekorbes gemäss Figur 5.
[0015] Figur 1 zeigt relativ stark schematisiert eine erfindungsgemässe Vorrichtung, die
im wesentlichen aus einer hermetisch verschliessbaren Nasskabine 2 und aus einer Trockenkabine
3 besteht, welche sich an die Nasskabine anschliesst. In Transportrichtung T werden
jeweils zwei Kissen 1 paarweise nebeneinanderliegend durch die Anlage hindurchgeführt.
Zur Bereitstellung und Zufuhr kontaminierter Kissen dient eine Aufgabestation 25,
die mit einem Förderband versehen ist. Ein Gehäuse 17 grenzt die beiden Kabinen 2
und 3 ab, wobei die gesamte Anordnung auf einem Maschinengestell 42 ruht. Am Eingang
der Nasskabine 2 ist eine senkrecht anhebbare Eintrittstüre 18 angeordnet. Eine auf
die gleiche Weise anhebbare Zwischentüre 19 trennt die Nasskabine 2 von der Trockenkabine
3 und schliesslich ist eine identische Austrittstüre 20 am Ausgang der Trockenkabine
vorgesehen. Die dekontaminierten Kissen werden durch die geöffnete Austrittstüre 20
hindurch einer Entnahmestation 33 übergeben, welche beispielsweise zu einem Transportcontainer
führt. Die Türen 18, 19 und 20 sind selbstverständlich separat ansteuerbar, so dass
eine sequenzielle Betätigung möglich ist. Nicht dargestellt ist die Betriebsmittelaufbereitungsanlage
mit Flottentanks, Umwälzpumpen, Boiler, Steuerungen, usw.
[0016] In der Nasskabine 2 ist ein Wendekorb 6 um eine Schwenkachse 14 schwenkbar gelagert.
Einzelheiten zu diesem Schwenkkorb können den Figuren 5 und 6 entnommen werden. Der
Korb besteht aus zwei parallelen Korbebenen 9 und 9', welche durch parallele Längsprofile
10 gebildet werden. Die Beschickung des Korbes erfolgt über eine Aufnahmeöffnung 8.
Zwischen den beiden Korbebenen 9, 9' sind auf beiden Seiten Seitenprofile 32 angeordnet.
Diese dienen der seitlichen Führung der Gegenstände.
[0017] Die Schwenkachse 14 ist auf beiden Seiten des Gehäuses 17 in Lagern 35, 35' gelagert.
Der Antrieb erfolgt über eine hier nicht dargestellte Antriebsvorrichtung, beispielsweise
über einen Schrittmotor und über ein geeignetes Getriebe. Das Getriebe enthält beispielsweise
ein Kettenrad 34, das an einer Abtriebswelle 43 über eine Rutschkupplung 16 gelagert
ist. Die Rutschkupplung schützt die Anlage vor Beschädigungen, falls es am Wendekorb
zu einer Havarie kommt. Die Abtriebswelle ist im Maschinengestell in einem Lager 36
gelagert und die Verbindung mit der Schwenkachse 14 erfolgt über eine Kreuzgelenkkupplung
37. Durch Drehen der Schwenkachse 14 kann der Wendekorb 6 im Schwenkbereich S zwischen
einer ersten Betriebslage I und einer zweiten Betriebslage II geschwenkt werden. In
der ersten Betriebslage I ist die Aufnahmeöffnung 8 der Eintrittstüre 18 zugewandt,
während die Eintrittsöffnung in der zweiten Betriebslage II der Zwischentüre 19 zugewandt
ist.
[0018] Der Transport in den Wendekorb 6 bzw. aus dem Wendekorb 6 erfolgt über ein Transportband
11, das mehrere parallele Einzelbänder 44 (Fig. 5) aufweist. Diese Einzelbänder sind
versetzt zu den Längsprofilen 10 des Wendekorbs 6 angeordnet und in den beiden Betriebslagen
I und II liegen die Korbebenen 9 bzw. 9' unterhalb der Ebene des oberen Trums 12 der
Einzelbänder 44. Ersichtlicherweise kann so ein Kissen 1 zunächst ohne Berührung des
Wendekorbes 6 in diesen eingeführt werden. Auch das Waschen und Spülen in den beiden
Betriebslagen I und II erfolgt praktisch ohne Berührung mit dem Wendekorb und nur
auf den Einzelbändern 44 aufliegend.
[0019] Der Wendekorb 7 in der Trockenkabine 3 und das dazugehörige Transportband 13 sind
praktisch genau gleich ausgebildet, wie oben im Zusammenhang mit der Nasskabine 2
beschrieben.
[0020] Über dem Wendekorb 6 in der Nasskabine 2 ist quer verschiebbar eine Behandlungsvorrichtung
zum Waschen und Spülen angeordnet. Einzelheiten dazu sind aus den Figuren 1 und 3
ersichtlich. Die Behandlungsvorrichtung besteht aus einer ersten Sprühbalkenanordnung
4 und einer zweiten Sprühbalkenanordnung 5. Die beiden Sprühbalkenanordnungen sind
separat an eine Waschmittelquelle 38 bzw. an eine Spülmittelquelle 39 angeschlossen.
Eine flexible Schlauchführung 24 sorgt dabei dafür, dass in jeder Position eine ungestörte
Zufuhr der Flüssigkeiten möglich ist. Die Sprühbalkenanordnungen 4, 5 sind zwischen
den beiden Ruhestellungen R auf beiden Längsseiten der Vorrichtung verschiebbar. In
diesen Ruhestellungen liegen die Sprühbalkenanordnungen ausserhalb des Schwenkbereichs
S des Wendekorbes 6. Für den Antrieb ist eine Zugvorrichtung 23 vorgesehen.
[0021] Aus Figur 1 ist ersichtlich, dass jede Sprühbalkenanordnung einen Einzelabschnitt
40 und 41 aufweist. Diese Einzelabschnitte erstrecken sich über den Wendekorb in der
Betriebslage I bzw. in der Betriebslage II. Es können Steuerventile vorgesehen sein,
welche die Waschflüssigkeit bzw. die Spülflüssigkeit jeweils nur in denjenigen Einzelabschnitt
leiten, unter dem sich der Wendekorb 6 jeweils befindet. Am Boden der Nasskabine II
ist eine Auffangwanne 21 angeordnet, über welche die Waschflüssigkeit bzw. die Spülflüssigkeit
abgeführt und über eine Hebepumpe der Betriebsmittelaufbereitungsanlage zugeführt
wird. An die Nasskabine II ist ausserdem ein Abluftventilator 22 angeschlossen, über
den die sich in der Nasskabine 2 bildenden Dämpfe abgesaugt werden können. Dies ist
besonders dann wichtig, wenn die Eintrittstüre 18 geöffnet wird, damit keine störenden
Immissionen auftreten können.
[0022] In der Trockenkabine 3 sind unter dem Transportband 13 im rechten Winkel zur Transportrichtung
T Sammelrohre 30 angeordnet. Diese Sammelrohre sind mit einzelnen Luftdüsen 15 versehen,
welche gegen oben gerichtet sind. Die Sammelrohre 30 werden über Zuleitungen 29 mit
Heissluft versorgt. Diese Heissluft wird in einem Wärmetauscher 27 erzeugt, der über
einen Heissluftventilator 26 mit Umgebungsluft gespeist wird. Der Wärmetauscher ist
über einen Dampfanschluss 28 an ein bestehendes Dampfversorgungsnetz angeschlossen,
so dass die Umgebungsluft aufgeheizt werden kann. Die mit Feuchtigkeit gesättigte
Abluft aus der Trockenkabine 3 wird über einen Abluftventilator 31 abgesaugt und entsorgt.
[0023] Die erfindungsgemässe Vorrichtung arbeitet etwa wie folgt: Maximal sechs Kissen 1
sind auf der Aufgabestation 25 bereitgestellt. Die vordersten zwei werden automatisch
in die Nasskabine 2 bzw. in den Wendekorb 6 eingeführt, wozu die Eintrittstüre 18
automatisch geöffnet werden muss. Nach dem Schliessen der Eintrittstüre 18 fährt die
Sprühbalkenanordnung 4, 5 über den Wendekorb 6, der sich immer noch in der Betriebslage
I befindet. Dabei wird aus der Waschmittelquelle 38 eine schwache Lauge von beispielsweise
60°C auf die Kissen 1 aufgesprüht. Die spezielle Anordnung der Sprühdüsen gewährleistet
dabei eine optimale Bestreichung der Oberfläche. Sobald die Sprühbalkenanordnung eine
Ruhestellung R erreicht hat, wird der Wendekorb in die Betriebslage II gedreht. Der
gleiche Vorgang wiederholt sich nun, wobei ersichtlicherweise diejenige Seite der
Kissen bestrichen wird, welche vorher die Auflagefläche bildete. Der Waschvorgang
kann mehrmals wiederholt werden, wobei zwischen den Waschvorgängen immer eine Änderung
der Betriebslage erfolgt. Nachdem der Waschvorgang beendet ist, erfolgt der Spülvorgang,
wobei aus der Spülmittelquelle 39 Frischwasser mit Entspannungsmittel von beispielsweise
80°C auf die Kissen gesprüht wird. Auch hier erfolgt wechselweise eine Behandlung
beider Seiten der Kissen durch Schwenken des Wendekorbes.
[0024] Am Ende der Nassbehandlung befindet sich der Wendekorb in der Betriebslage II, so
dass seine Aufnahmeöffnung 8 der Zwischentüre 19 zugewandt ist. Diese wird nun geöffnet
und durch automatische Betätigung der Transportbänder 11 und 13 erfolgt eine Überführung
in die Trockenkammer 3 bzw. in den Wendekorb 7. Hier erfolgt ebenfalls ein mehrmaliges
Schwenken des Wendekorbes, während heisse Luft aus den Düsen 15 gegen die Kissen geblasen
wird. Während des Trocknungsvorganges wird selbstverständlich die Nasskabine 2 bereits
wiederum mit einem neuen Kissenpaar beschickt. Die getrockneten Kissen werden nach
dem Öffnen der Austrittstüre 20 aus der Trockenkabine 3 entnommen und auf die Entnahmestation
33 überführt. Die Heisslufttrocknung erfolgt bei einer Temperatur von ca. 90°C.
[0025] Selbstverständlich könnte die Anlage auch für andere Gegenstände als für Kissen verwendet
werden. So könnten z.B. auch in Beutel eingeschweisste Wärme- und/oder Kältespeichermassen
für medizinische Zwecke oder Kunststoffteile aller Art dekontaminiert werden. Die
Konfiguration der Wendekörbe wäre den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen.
1. Verfahren zum Dekontaminieren von Gegenständen mit einer wasserdichten Oberfläche,
insbesondere von beschichteten Kissen, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände
(1) in eine Nasskabine (2) eingeführt werden und dort zunächst mit einer Waschflüssigkeit
und anschliessend mit einer Spülflüssigkeit behandelt werden, wobei sowohl der Waschvorgang,
als auch der Spülvorgang wenigstens zweimal wiederholt wird und wobei die Relativlage
der Gegenstände (1) in der Nasskabine für jeden neuen Wasch- bzw. Spülvorgang wieder
verändert wird, und dass die Gegenstände aus der Nasskabine (2) in eine Trockenkabine
(3) eingeführt werden und dort mittels eines gasförmigen Trocknungsmittels getrocknet
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Relativlage der Gegenstände
während des Trocknens in der Trockenkabine wenigstens einmal verändert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände in
der Nasskabine in einen Wendekorb (6) eingeführt werden, der die Gegenstände in verschiedene
Relativlagen wendet und dass die Gegenstände mit der Waschflüssigkeit und mit der
Spülflüssigkeit durch den Wendekorb hindurch besprüht werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Waschflüssigkeit und die
Spülflüssigkeit aus einer Sprühbalkenanordnung auf die Gegenstände aufgesprüht wird,
welche über dem Wendekorb bewegt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände
zwischen zwei Wasch- bzw. Spülvorgängen um 180° gewendet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände in der Trockenkabine
(3) in einen Wendekorb (7) eingeführt werden, der die Gegenstände während des Trocknens
in verschiedene Relativlagen wendet und dass die Gegenstände durch den Wendekorb hindurch
mit erhitzter Luft angeblasen werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände
in der Nasskabine zum Waschen mit einer Waschlauge mit einer Temperatur von mehr als
50° C beaufschlagt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände in der Nasskabine
zum Spülen mit Frischwasser mit einer Temperatur von mehr als 50° C beaufschlagt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände in
der Trockenkabine zum Trocknen mit Umgebungsluft mit einer Temperatur von mehr als
50° C, vorzugsweise von mehr als 80° C beaufschlagt werden.
10. Vorrichtung zum Dekontaminieren von Gegenständen mit einer wasserdichten Oberfläche,
insbesondere von beschichteten Kissen, gekennzeichnet durch eine Nasskabine (2), in
der eine Behandlungsvorrichtung zum Waschen und zum Spülen der Gegenstände (1) sowie
eine Wendevorrichtung zum Wenden der Gegenstände angeordnet ist, durch eine sich an
die Nasskabine anschliessende Trockenkabine (3), in der eine Trocknungsvorrichtung
zum Trocknen der Gegenstände angeordnet ist, sowie durch eine Transportvorrichtung
(11, 13) für den Transport der Gegenstände durch die Nasskabine (2) und durch die
Trockenkabine (3).
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlungsvorrichtung
durch eine Sprühbalkenanordnung (4, 5) gebildet wird, welche quer zur Vorschubrichtung
der Gegenstände verschiebbar gelagert ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Waschmittelquelle
(38) und eine Spülmittelquelle (39) je mit einer separaten Sprühbalkenanordnung (4,
5) verbunden ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Wendevorrichtung
als schwenkbarer Wendekorb (6) mit einer Aufnahmeöffnung (8) ausgebildet ist, wobei
mittels der Transportvorrichtung (11) in einer ersten Betriebslage (I) wenigstens
ein Gegenstand in den Wendekorb einführbar und in einer zweiten Betriebslage (II)
der gleiche Gegenstand aus dem Wendekorb ausführbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Wendekorb (6) durch
sich in Transportrichtung erstreckende, parallele Längsprofile (10) gebildet wird,
wobei die Längsprofile parallele Korbebenen (9, 9') bilden, zwischen denen ein Gegenstand
(1) gehalten ist und dass die Transportvorrichtung ein Transportband (11) mit mehreren
parallelen, zu den Längsprofilen versetzt angeordneten Einzelbändern ist, wobei in
der ersten und in der zweiten Betriebslage jeweils eine Korbebene unterhalb des oberen
Trums (12) der Einzelbänder liegt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 12 und 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Wendekorb um
eine auf der gegenüberliegenden Seite der Austrittsöffnung (8) angeordnete Schwenkachse
(14) zwischen der ersten und der zweiten Betriebslage schwenkbar ist und dass die
Sprühbalkenanordnung in eine seitliche Ruhestellung (R) verschiebbar ist, welche ausserhalb
des Schwenkbereichs des Wendekorbes liegt.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprühbalkenanordnung
(4, 5) jeweils zwei in Transportrichtung hintereinanderliegende Einzelabschnitte (40,
41) aufweist, und dass dem Wendekorb (6) in jeder Betriebslage (I, II) ein eigener
Einzelabschnitt zugeordnet ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Trockenkabine
(3) einen Wendekorb (7) und ein Transportband (13) aufweist, welche bezüglich Funktion
und Aufbau gleich ausgebildet sind wie der Wendekorb (6) und das Transportband (11)
in der Nasskabine (2) und dass unter dem Transportband (13) der Trockenkabine Düsen
(15) zum Ausblasen von Trocknungsluft angeordnet sind.
18. Vorrichtung nach Anspruch 13 und Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachsen
der Wendekörbe über eine Rutschkupplung (16) mit einer Antriebsvorrichtung verbunden
sind.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass am Eingang
der Nasskabine (2), am Ausgang der Trockenkabine (3) und zwischen der Nasskabine und
der Trockenkabine separat ansteuerbare Türen (18, 19, 20) angeordnet sind.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass vor der
Nasskabine (2) eine Aufgabestation (25) mit einer Transportvorrichtung zum Einführen
der Gegenstände in die Nasskabine angeordnet ist und dass nach der Trockenkabine (3)
eine Entnahmestation (33) mit einer Transportvorrichtung zum Ausführen der Gegenstände
aus der Trockenkabine angeordnet ist.