[0001] Die Erfindung betrifft einen Längsanschlag für eine einen in einer horizontalen Ebene
rotierenden Fräser aufweisende Holzfräsmaschine mit zwei den Fräser flankierenden,
am Frästisch festlegbaren Konsolen, die über ihrer Höhe mehren, tischparallele Nuten
und zwischen diesen vorgesehene Stege aufweisen, und mit einer den Abstand zwischen
den Konsolen überbrückenden, in miteinander fluchtende, konsolenseitige Nuten einsetzbaren
Leistenananordnung.
[0002] Ein derartiger Längsanschlag für eine Holzfräsmaschine ist aus der DE-AS 10 31 954
bekannt. Bei dieser bekannten Anordnung sind die Konsolen lediglich im Bereich ihrer
einander zugewandten Enden genutet und besitzen davor beziehungsweise dahinter ebene
Anschlagflächen, mit denen die eingesetzten Leisten fluchten. An den Enden der Leisten
ergeben sich daher quer zur Vorschubrichtung verlaufende Fugen. Es besteht daher die
Gefahr, daß das an der Anschlagfläche entlanggeführte Werkstück an einer derartigen
Fuge hängenbleibt. Es kann zwar versucht werden, dem durch eine besonders exakte Bearbeitung
entgegenzuwirken, was allerdings einen hohen Aufwand verursacht, ohne daß die genannte
Gefahr vollkommen ausgeschaltet werden könnte. Ein weiterer Nachteil der bekannten
Anordnung ist darin zu sehen, daß die nur über einen Endbereich der Konsolen sich
erstreckenden Nuten im unbelegten Zustand praktisch Kammern bilden, in denen sich
Schmutz ansammeln kann, der nur sehr schwer wieder entfernbar ist. Die bekannte Anordnung
erweist sich demnach als nicht bedienungsfreundlich und sicher genug.
[0003] Hiervon ausgehend ist es daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Anordnung
gattungsgemäßer Art mit einfachen und kostengünstigen Mitteln so zu verbessern, daß
eine hohe Bedienungsfreundlichkeit und Sicherheit erreicht werden.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Konsolen auf ihrer ganzen
Länge genutet sind und daß jede Leiste der wenigstens eine Leiste umfassenden Leistenanordnung
über die Kopfseite der Stege vorsteht und über die ganze Anschlaglänge reicht.
[0005] Das Werkstück liegt hierbei in vorteilhafter Weise nur an der Leiste beziehungsweise
den Leisten an. Zu einer Werkstückanlage an den Konsolen selbst kommt es dagegen nicht.
Es ergibt sich daher in vorteilhafter Weise auf der gesamten Anschlaglänge eine stoßfreie
Anschlagfläche. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Maßnahmen ist darin zu
sehen, daß der zu überbrückende Konsolenabstand variieren kann, ohne daß dies die
oben genannten Vorteile beeinträchtigen könnte. Die in die zugeordneten Nuten eingesetzten
Leisten lassen sich einfach mit Hilfe eines von einem Leistenende distanzierten Sperrstifts
gegen Bewegungen jeder Art sichern. Exakte Passungen der Leisten sind nicht erforderlich.
Es lassen sich daher in vorteilhafter Weise unbearbeitete Preß- beziehungsweise Gußformlinge
zur Bildung der Konsolen und Leisten verwenden, was sich vorteilhaft auf den Gestehungsaufwand
auswirkt. Ein weiterer Handhabungsvorteil ist darin zu sehen, daß die durchgehenden
Nuten auch einfach gereinigt werden können.
[0006] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten
Maßnahmen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] So kann wenigstens ein als Stecker ausgebildeter Sperrstift vorgesehen sein, der
in der Betriebsstellung eine Konsole und die Leiste beziehungsweise Leisten der Leistenanordnung
durchgreift und mit Abstand vom Ende der zugeordneten Konsole angeordnet ist. Die
Leiste beziehungsweise Leisten der Leistenanordnung bilden dabei praktisch zweiarmige
Hebel, die durch den Sperrstift in axialer Richtung und in Drehrichtung gesperrt sind.
Diese Sperrung funktioniert dabei in vorteilhafter Weise auch bei Verwendung unbearbeiteter
Teile und beim Auftreten von Vibrationen etc... Zweckmäßig liegen die Leiste beziehungsweise
Leisten der Leistenanordung dabei am Boden der jeweils zugeordnenten Nut an.
[0008] Eine weitere vorteilhafte Maßnahme kann darin bestehen, daß die Konsolen als Wendeteile
ausgebildet sind und asymetrisch zu ihrer Mitte angeordnete Nuten aufweisen. Hierdurch
wird erreicht, daß der Tischabstand der Nuten durch Wenden der Konsolen um 180 ° verändert
werden kann. Dies ermöglicht eine hohe Anpassungsfähigkeit an verschiedene Fräserformen.
[0009] Vorteilhaft können die Konsolen an einer Flanke eine offene Randnut und an der gegenüberliegenden
Flanke einen Steg aufweisen. Dies ermöglicht in vorteilhafter Weise auch die Verwendung
einer direkt auf dem Frästisch aufliegenden, vorzugsweise gegenüber der lichten Nutweite
noch verdünnten Leiste, was beispielsweise bei der Herstellung sogenannter Türfutter
etc.., die nur eine sehr schmale Randflanke aufweisen, vorteilhaft sein kann.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten
Maßnahmen sind in den restlichen Unteransprüchen angegeben und aus der nachstehenden
Beispielsbeschreibung entnehmbar.
[0011] Nachstehend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Längsanschlag,
- Figur 2
- eine Stirnansicht der Anordnung gemäß Figur 1 mit zwei vom Frästisch distanzierten
Leisten und
- Figur 3
- eine Stirnansicht der Anordnung gemäß Figur 1 mit einer direkt auf dem Frästisch aufliegenden,
dünnen Leiste.
[0012] Der Aufbau und die Funktionsweise von Horizontalfräsmaschinen zur Bearbeitung von
Werkstücken aus Holz sind an sich bekannt und bedürfen daher im vorliegenden Zusammenhang
keiner näheren Erläuterung mehr. Die Figur 1 zeigt den Längsanschlag einer derartigen
Fräsmaschine, die hier durch ihren Frästisch 1 und einen auf einer senkrecht hierzu
angeordneten Welle 2 aufgenommenen, oberhalb der Tischoberseite angeordneten Fräskopf
3 angedeutet ist.
[0013] Der Längsanschlag, an dem ein in Figur 1 nicht dargestelltes Werkstück entlanggeführt
wird, enthält zwei den Fräskopf 3 flankierende, das heißt in der durch den Pfeil 4
angedeuteten Vorschubrichtung vor und hinter dem Fräskopf 3 angeordnete, plattenförmige
Konsolen 5, die durch Klemmschrauben 6 an zugeordneten Haltern 7 lösbar festlegbar
sind. Diese sind parallel zur Oberseite des Frästisches 1 verstellbar an bezüglich
des Frästisches 1 befestigten Böcken 8 aufgenommen. Bei Bearbeitung langer Werkstücke
dient die Vorderseite der plattenförmigen Konsolen als Anschlagfläche.
[0014] Bei der Bearbeitung kürzerer Werkstücke sind die den Fräskopf 3 flankierenden Konsolen
5 sind durch eine Leistenanordnung mit einer oder mehreren Leisten 9 überbrückt. Diese
sind dabei so angeordnet und ausgebildet, daß sich eine ununterbrochen durchgehende,
durch die Leistenanordnung gebildete Anschlagfläche 10 ergibt.
[0015] Zur Aufnahme der Leisten 9 sind die Konsolen 5, wie die Figuren 2 und 3 anschaulich
zeigen, mit durch Stege 11 voneinander getrennten Nuten 12 versehen. Diese gehen über
die ganze Länge der Konsolen 5 durch. Über der Höhe der Konsolen 5 sind mehrere, gleichmäßig
voneinander beabstandete Nuten 12 vorgesehen. Die lichte Weite der Nuten 12 entspricht
der Dicke der Stege 11.
[0016] Die Nuten 12 können in die schienenförmigen Konsolen 5 eingefräst oder eingeschnitten
werden. Im dargestellten Beispiel sollen die Nuten 12 spanlos angeformt sein. Die
dabei erzielbare Genauigkeit ist ausreichend. Zur Bildung der Konsolen 5 können hierbei
einfach Abschnitte von zweckmäßig aus einem Leichtmetall bestehenden Stranggußbeziehungsweise
Strangpreßschienen Verwendung finden.
[0017] Zur Bildung der Leisten 9 können einfach Abschnitte eines zweckmäßig ebenfalls aus
einem Leichtmetall bestehenden Vierkantprofils Verwendung finden. Die Dicke der in
Figur 2 Verwendung findenden Leisten 9, die jeweils in einer beidseitig durch einen
Steg 11 begrenzten Nut 12 platziert sind, entspricht der lichten Weite der Nuten 12.
Die in Figur 3 Verwendung findende, in einer offenen Randnut 12a platzierte Leiste
9a entspricht der Höhe der die Randnut 12a bildenden Stufe, diese ist kleiner als
die lichte Weite der Nuten 12, sodaß sich eine gegenüber der Dicke der Leisten 9 kleinere
Dicke der Leiste 9a ergibt.
[0018] Die Leisten 9 beziehungsweise 9a liegen, wie die Figuren 2 und 3 anschaulich zeigen,
mit ihrem Rücken am Grund der jeweils zugeordneten Nut 12 beziehungsweise 12a an und
stehen mit ihrer Vorderseite über die Kopfseite der Stege 11 vor, wie in den Figuren
1 bis 3 durch den Überstand b angedeutet ist. Die vorstehende Vorderflanke der Leisten
9 beziehungsweise 9a bildet, wie die Figuren 2 und 3 weiter zeigen, die Anlagefläche
für das Werkstück 13 beziehungsweise 14. Die Leistenlänge entspricht daher der zur
Verfügung stehenden Anschlaglänge. Die Länge der Leisten 9 bzw. 9a ist dementsprechend
so gewählt, daß die gewünschte Anschlaglänge erreicht wird. Im dargestellten Beispiel
entspricht die Leistenlänge nahezu der Gesamtlänge der Konsolenanordnung, wie aus
Figur 1 entnehmbar ist. Hierbei sind die hinteren Stirnseiten der Leisten 9 bündig
mit der hinteren Stirnseite der hinteren Konsole 5 angeordnet. Vorne steht die vordere
Konsole 5 etwas über, ohne jedoch eine Anchlagfläche zu bilden. Dieser Überstand kann
sich bei Vergrößerung des Konsolenabstands etwas vergrößern und umgekehrt.
[0019] Die Leisten 9 sind durch einen als Stecker ausgebildeten Sperrstift 15 gegen Ortsveränderung
gesichert. Der im Bereich einer Konsole 5 angeordnete Sperrstift 15 durchgreift wie
die Figuren 2 und 3 anschaulich zeigen, sämtliche Stege 11 und Nuten 12 beziehungsweise
12a der zugeordneten Konsole 5 und dementsprechend auch jede Leiste 9 beziehungsweise
9a der auf den Konsolen 5 aufgenommenen Leistenanordnung. Die Stege 11 und die Leisten
9, 9a sind dementsprechend mit fluchtenden Bohrungen versehen. Der Sperrstift 15 ist,
wie am besten aus Figur 1 erkennbar ist, im Bereich der hinteren Konsole 5 vorgesehen
und hier mit Abstand vom hinteren Ende der Leisten 9 angeordnet. Die mit ihrer Rückseite
am Grund der jeweils zugeordneten Nut 12 beziehungsweise 12a anliegenden Leisten 9
beziehungsweise 9a werden durch den Sperrstift 15 in axialer Richtung und gegen Verschwenken
um die Sperrstiftachse und dementsprechend gegen jede Ortsveränderung gesichert.
[0020] Die Leisten 9 sind jeweils mit einer zur Aufnahme des Sperrstifts 15 geeigneten Bohrung
versehen. Konsolenseitig sind zwei entsprechende Bohrungen 16 vorgesehen, nämlich
im Bereich der hinteren und im Bereich der vorderen Konsole 5, wobei jedoch, wie Figur
1 erkennen läßt, nur die hintere Bohrung mit einem Sperrstift 15 besetzt ist. Die
Bohrung der anderen Konsole 5 kommt zum Einsatz, wenn sich die Drehrichtung des Werkzeugs
ändert. Die Leisten 9, 9a werden dabei so umgesetzt, daß ihre Bohrungen wieder in
Vorschubrichtung hinten sind. Zweckmäßig sind die genannten Bohrungen bezüglich der
Leistenbreite mittig plaziert, sodaß die Leisten einfach umgelegt werden können. Bei
asymetrischer Anordnung müßten die Leisten zusätzlich gewendet werden, was aber aufgrund
der Querschnitte ohne weiteres möglich ist.
[0021] Zudem ist es aufgrund der Ausstattung jeder Konsole 5 zur Aufnahme des Sperrstifts
15 auch möglich, die beiden Konsolen 5 zu vertauschen und in einer um 180° verdrehten
Stellung zum Einsatz zu bringen. Dies wird angewandt, um eine Änderung des Tischabstands
der Nuten 12 zu erreichen. Hierzu sind die Nuten 12 asymetrisch zur Höhenmitte der
Konsolen 5 angeordnet. Im dargestellten Beispiel ist im Bereich einer Konsolenflanke
die oben schon genannte offene Randnut 12a vorgesehen, die in Figur 2 oben und, wie
weiter oben ebenfalls schon erwähnt wurde, in Figur 3 unten plaziert ist. Im Bereich
der gegenüberliegenden Konsolenflanke ist ein Steg 11 plaziert, der sich dementsprechend
in Figur 2 unten und in Figur 3 oben befindet.
[0022] Bei der Anordnung gemäß Figur 3 mit unten plazierter, einseitig offener Randnut 12a
kann eine direkt auf dem Frästisch 1 aufliegende Leiste 9a Verwendung finden. Hierdurch
ist es möglich, einen vergleichsweise dicht oberhalb des Frästisches 1 angeordneten
Fräskopf 3a zu untergreifen, wie er beispielsweise zum Fräsen des Rands von sogenannten
Türfüllungen Verwendung findet. Diese Türfüllungen besitzen, wie Figur 3 weiter zeigt,
längsanschlagseitig einen vergleichsweise dünnen, vom Fräskopf 3a übergriffenen Rand,
der nur entlang einer den Fräskopf 3a untergreifenden, hier durch die Leiste 9a gebildeten
Anschlagfläche geführt werden kann. Im dargestellten Beispiel sind, wie schon erwähnt,
die Randnut 12a und die in dieser plazierte Leiste 9a gegenüber der Dicke der in Figur
2 zum Einsatz kommenden, in beidseitig durch einen Steg 11 begrenzten Nuten 12 plazierten
Leistem 9 verdünnt, sodaß randseitig besonders dünne Türfutter etc,. hergestellt werden
können.
1. Längsanschlag für eine einen in einer horizontaler Ebene rotierenden Fräser aufweisende
Holzfräsmaschine mit zwei den Fräser flankierenden, am Frästisch (1) festlegbaren
Konsolen (5) die über ihrer Höhe mehrere tischparallele Nuten (12, 12a) und zwischen
diesen vorgesehene Stege (11) aufweisen, und mit einer den Abstand der Konsolen (5)
überbrückenden, in miteinander fluchtende, konsolenseitige Nuten (12,12a) einsetzbaren
Leistenanordnung, dadurch gekennzeichnet, daß die Konsolen (5) auf ihrer ganzen, in Vorschubrichtung weisenden Länge genutet
sind und daß jede Leiste (9,9a) der wenigstens eine Leiste (9, 9a) umfassenden Leistenanordnung
über die Kopfseite der Stege (11) vorsteht und über die ganze Anschlaglänge reicht.
2. Längsanschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein als Stecker ausgebildeter Sperrstift (15) vorgesehen ist, der
in der Betriebsstellung eine Konsole (5) und die Leiste beziehungsweise Leisten (9,
9a) durchgreift und mit vom Ende der zugeordneten Konsole (5) angeordnet ist.
3. Längsanschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Leiste beziehungsweise Leisten (9, 9a) am Boden der jeweils zugeordneten
Nut (12, 12a) anliegt beziehungsweise -liegen.
4. Längsanschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Konsolen (5) als Wendeteile ausgebildet sind und asymetrisch zu ihrer mittleren
Höhe angeordnete Nuten (12, 12a) aufweisen.
5. Längsanschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Konsolen (5) an einer Flanke eine offene Randnut (12a) und an der gegenüberliegenden
Flanke einen Steg (11) aufweisen, wobei die Stufenhöhe der Randnut (12a) vorzugsweise
kleiner als die lichte Weite der Nuten (12) ist.
6. Längsanschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Leiste (9a) der Leistenanordnung, die vorzugsweise einer offenen
Randnut (12a) zugeordnet ist, dünner als die lichte Weite der Nuten (12) ist.
7. Längsanschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnt, daß die Konsolen (5) als schienenförmige Abschnitte vorgeformter Strangguß-oder Strangpreßprofile
ausgebildet sind.
8. Längsanschlag nach einem der vorhergehenden Anstrüche, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Konsolen (5) gleich ausgebildet sind.