[0001] Die Erfindung betrifft einen Pflasterstein aus einem rechteckigen Betonstein mit
einer im wesentlichen ebenen und bossierten Oberfläche und mit jeweils zumindest beiderseits
der Ecken des Betonsteins an den Seitenflächen ausgebildeten Stoßflächen, wobei die
Seitenflächen im Eckbereich des Betonsteins etwa kreisförmig verlaufen und die auf
gegenüberliegenden Seiten angeordneten Stoßflächen einen dem Rastermaß entsprechenden
Abstand haben.
[0002] Derartige Pflastersteine sind bekannt und werden in der Regel mit einander anliegenden
Stoßflächen verlegt, wodurch sich die Ausrichtung der einzelnen Steine innerhalb des
Verlegemusters erleichtert und verlegte Flächen ein optisch ansprechendes Erscheinungsbild
bieten. In diesem Erscheinungsbild stört häufig der Betoncharakter, da der Eindruck
eines Natursteinpflasters zunehmend häufiger erwünscht ist. Ein Vorteil des Pflastersteins
aus Beton besteht darin, daß die Lauffläche sehr einfach, eben und glatt ausgebildet
werden kann, was zum Beispiel im Bereich von Fußgängerzonen und Promenaden sehr erwünscht
ist.
[0003] Einen in dieser Hinsicht bekannten Kompromiß bieten Pflastersteine, die auf ihrer
Oberfläche mit Natursteinplatten belegt sind. Derartige Pflastersteine sind jedoch
sehr teuer. Es wurde jedoch auch schon versucht, durch besondere Zuschlagstoffe in
dem Oberflächenbereich des Betonsteins eine Struktur zu schaffen, die einer Natursteinstruktur
möglichst nahekommt. Derartige Betonsteine werden dann auf der Oberfläche nach der
Fertigstellung nachbehandelt, wobei eine solche Nachbehandlung in der Regel aus Stocken
besteht, wofür sich auch verschiedene Bearbeitungsmethoden herausgebildet haben. Durch
das Stocken lassen sich verhältnismäßig ebene, feingerauhte Oberflächen erzielen,
die nach der Verlegung angenehm zu begehen sind, jedoch einen spitzkörnigen Charakter
haben und nach wie vor als Betonsteinoberfläche deutlich in Erscheinung treten.
[0004] Bei der Herstellung von Betonsteinen ist es üblich, vor dem Einbringen des Kernbetons
in die Form einen Vorsatz einzufüllen, der bei herkömmlichen Betonsteinen eine Körnung
von 0/5 hat. Dabei finden sowohl Splitt als auch Riesel Verwendung. Auch die Verwendung
einer gröberen Körung für den Vorsatz ist bekannt, jedoch läßt sich bisher bei der
Nachbearbeitung nicht das gewünschte, einem Naturstein sehr ähnliche Erscheinungsbild
schaffen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Pflasterstein aus Beton zu schaffen,
dessen begehbare und nach Verlegen sichtbare Oberfläche den Eindruck einer Natursteinoberfläche
vermittelt.
[0006] Ausgehend von dem eingangs erwähnten Pflasterstein wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß der Betonstein mit einem groben Vorsatz versehen ist, der etwa
zu einem Drittel aus verschiedenen Splitt- und Rieselsorten mit einer Körnung kleiner
8/16 besteht, daß der kreisförmige Verlauf bezüglich einzelner Eckbereiche unterschiedliche
Krümmungsradien hat und über einen unregelmäßig gegengekrümmten Verlauf an die angrenzenden
Stoßflächen anschließt, daß der zwischen zwei jeweils auf der gleichen Seitenfläche
liegenden Stoßfläche verlaufende Bereich einen unregelmäßig gewellten Krümmungsverlauf
hat, und daß die obere umlaufende Kante mit einem Krümmungsradius größer 5 mm ausgebrochen
ist.
[0007] Ein derartiger, durch Bossieren fertiggestellter Pflasterstein aus Beton hat eine
Oberfläche, die weitgehend dem Erscheinungsbild eines Natursteines entspricht, wobei
insbesondere die unregelmäßig geformten und damit auch unregelmäßig ausgebrochenen
umlaufenden Kanten das Erscheinungsbild eines Natursteines bieten.
[0008] Dieses Erscheinungsbild wird insbesondere dadurch geschaffen, daß die bossierte Oberfläche
mit unregelmäßig verteilten Ausbrechungen bis zu 8 mm Tiefe und die umlaufende Kante
unregelmäßig mit Krümmungsradien zwischen 5 und 10 mm ausgebrochen sind. Dabei ist
insbesondere vorgesehen, daß die größeren Krümmungsradien der oberen umlaufenden Kante
im Bereich zwischen Stoßflächen liegen und die Stoßflächen unterschiedlich breit sind.
[0009] Um zu gewährleisten, daß der fertig bearbeitete Stein beim Verlegen die gewünschte
Regelmäßigkeit des Verlegemusters bietet, ist ferner vorgesehen, daß bei ungleichem
Verhältnis der Länge der Seitenflächen des Betonsteins eine dritte mittlere Stoßfläche
vorhanden ist, und daß die Stumme der Stoßflächenbreiten zwischen 30 und 50% der Gesamtlänge
der langen Seitenflächen liegt.
[0010] Die Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispieles in Verbindung mit den Ansprüchen und der aus einer Figur
bestehenden Zeichnung, aus der in perspektivischer Ansicht ein Pflasterstein gemäß
der Erfindung schematisch hervorgeht.
[0011] Der Pflasterstein 10 ist aus einem herkömmlichen Beton als Kernbeton und einem groben
Vorsatzbeton aufgebaut, der gegenüber dem Kernbeton und dem üblicherweise verwendeten
Vorsatzbeton einen höheren Anteil grober Körnung enthält. Dieser höhere Anteil grober
Körnung besteht aus verschiedenen Splitt- und Rieselsorten und hat mit einem Anteil
von etwa einem Drittel eine Körnung kleiner 8/16. Für eine spezielle Ausgestaltng
ist zum Beispiel vorgesehen, daß diese gröbere Körnung aus Riesel mit der Körnung
4/8, Splitt mit der Körnung 5/8 und Splitt mit der Körnung 8/11 besteht. Der restliche
Anteil des Vorsatzbetons hat eine übliche Körnung von 0/5. Je nach der Art des gewünschten
optischen Eindruckes werden die Anteile von Riesel und Splitt sowohl bezüglich ihrer
Menge als auch bezüglich ihrer Körnung variiert. Bei dieser vorgesehenen Körnung des
groben Vorsatzbetons ergibt sich bei der abschließenden Bearbeitung der als Lauffläche
vorgesehenen Oberfläche durch Bossieren der gewünschte optische Eindruck eines Natursteins
mit dem einem Naturstein eigenen Farbspiel.
[0012] Für das charakteristische Erscheinungsbild eines Natursteins ist auch die Unregelmäßigkeit
der ausgebrochenen oberen Kante 11 von entscheidendem Einfluß. Daher wird der Betonstein
bezüglich seiner umlaufenden Seitenflächen unregelmäßig ausgebildet, wobei in der
dem Rastermaß entsprechenden Ebene Stoßflächen 12 unterschiedlicher Größe ausgebildet
sind, zwischen denen ein unregelmäßig gewellter Krümmungsverlauf 14 der Seitenfläche
vorgesehen ist. Dieser ungeregelmäßige Krümmungsverlauf erstreckt sich auch um die
Ecken des Pflastersteins, wobei ein kreisförmiger Krümmungsverlauf bezüglich einzelner
Eckbereiche 16 unterschiedliche Krümmungsradien hat und über einen unregelmäßig gegengekrümmten
Verlauf an die angrenzenden Stoßflächen 12 anschließt.
[0013] Auch die zwischen den im wesentlichen ebenen Stoßflächen 12 liegenden Bereiche der
Seitenfläche sind unregelmäßig gekrümmt verlaufend ausgebildet.
[0014] Bei dieser Ausgestaltng des Krümmungsverlaufs der Seitenflächen stellt sich beim
Bossieren der Oberfläche auch ein unregelmäßig erscheinendes Ausbrechen der oberen
umlaufenden Kante 11 ein, was sowohl durch den unregelmäßigen Krümmungsverlauf als
auch durch die gröbere Körnung des Vorsatzes bedingt ist. Der Körnung des Vorsatzes
entsprechend ergibt sich eine ausgebrochene obere Kante mit einem Krümmungsradius
in der Größenordnung zwischen etwa 5 mm und 10 mm, wobei in einzelnen Bereichen auch
unregelmäßig gegenläufige Ausbrechungen und größere Radien möglich sind, je nach dem,
wie sich bei der Herstellung des Betonsteins die Körnung im Kantenbereich verteilt
hat.
[0015] Die als Lauffläche vorgesehene Oberfläche des Betonsteins erhält durch das Bossieren
und den gröberen Vorsatzbeton eine unregelmäßig ausgebrochene Struktur, wobei über
die Oberfläche unregelmäßig verteilte Ausbrechungen bis zu Tiefen von etwa 8 mm vorgesehen
sind.
[0016] Da die Betonsteine im fortlaufenden Prozeß maschinell bossiert werden und auf der
Bearbeitungsstrecke mit den Stoßflächen 12 aneinander anliegend durch den Bearbeitungsbereich
laufen, ergibt sich infolge der gegengekrümmt verlaufenden Bereiche zwischen den Stoßflächen
grundsätzlich ein etwas anders gearteter Verlauf der Ausbrechung der oberen Kante
11, da zwischen aneinander anstoßende Steine in diesen Bereichen freie Spalte vorhanden
sind, in denen das Werkzeug am Stein etwas unterschiedlich angreift. Dieser Effekt
wirkt sich weiterhin im Sinne der gewünschten Lösung aus, da dadurch das Ausbrechen
der oberen umlaufenden Kante eine zusätzliche Unregelmäßigkeit erfährt. Im Interesse
dieser unregelmäßigen Ausbrechungen ist auch vorgesehen, daß die Stoßflächen unterschiedlich
breit sind und in ihrer Verteilung über die Seitenflächen des Betonsteins bezogen
aufeinander gegenüberliegende Flächen seitlich verschoben sind. Dabei ist darauf zu
achten, daß die Stoßflächenbreite genügend groß ist, um bei einem auf Knirsch verlegten
Muster die dem Raster entsprechende Ausrichtung zu gewährleisten. Es hat sich gezeigt,
daß dieses Ziel erreicht werden kann, wenn die Summe der Stoßflächenbreite zwischen
etwa 30% und 50% der Gesamtlänge der Seitenflächen und insbesondere der langen Seitenfläche
liegt.
1. Pflasterstein aus einem rechteckigen Betonstein mit einer im wesentlichen ebenen und
bossierten Oberfläche und jeweils zumindest beiderseits der Ecken des Betonsteins
an den Seitenflächen ausgebildeten Stoßflächen, wobei die Seitenflächen im Eckbereich
des Betonsteins etwa kreisförmig verlaufen und die auf gegenüberliegenden Seiten angeordneten
Stoßflächen einen dem Rastermaß entsprechenden Abstand haben,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Betonstein mit einem groben Vorsatzbeton versehen ist, der etwa zu einem Drittel
aus verschiedenen Splitt- und Rieselsorten mit einer Körnung kleiner 8/16 besteht,
daß der kreisförmige Verlauf bezüglich einzelner Eckbereiche (16) unterschiedliche
Krümmungsradien hat und über einen unregelmäßig gegengekrümmten Verlauf an die angrenzenden
Stoßflächen (12) anschließt,
daß der zwischen zwei jeweils auf der gleichen Seitenfläche liegenden Stoßflächen
(12) verlaufende Bereich einen unregelmäßig gewellten Krümmungsverlauf hat,
und daß die obere umlaufende Kante unregelmäßig mit Krümmungsradien größer 5 mm ausgebrochen
ist.
2. Pflasterstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Krümmungsradius zwischen 10 und 15 mm liegt.
3. Pflasterstein nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberfläche (18) des Betonsteins bossiert und mit unregelmäßig verteilten Ausbrechungen
bis zu 8 mm Tiefe versehen ist.
4. Pflasterstein nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die größeren Krümmungsradien der oben umlaufenden ausgebrochenen Kante (11) im
Bereich zwischen Stoßflächen (12) liegen.
5. Pflasterstein nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stoßflächen (12) unterschiedlich breit ausgebildet sind.
6. Pflasterstein nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei ungleichem Verhältnis der Länge der Seitenflächen des Betonsteins eine dritte
weitere Stoßfläche (12) vorhanden ist,
und daß die Stumme der Stoßflächenbreiten zwischen 30% und 50% der Gesamtlänge der
langen Seitenflächen liegt.