(19)
(11) EP 0 666 372 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.08.1995  Patentblatt  1995/32

(21) Anmeldenummer: 94113322.5

(22) Anmeldetag:  25.08.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6E01C 5/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR IT LI LU NL

(30) Priorität: 02.02.1994 DE 9401710 U

(71) Anmelder: Reinschütz, Peter
D-89597 Munderkingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Reinschütz, Peter
    D-89597 Munderkingen (DE)

(74) Vertreter: Fleuchaus, Leo, Dipl.-Ing. et al
Melchiorstrasse 42
D-81479 München
D-81479 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Pflasterstein


    (57) Für einen aus einem rechteckigen Betonstein hergestellten Pflasterstein (10) mit bossierter Oberfläche (18) ist ein grober Vorsatzbeton vorgesehen, der beim Bearbeiten einen ungleichmäßigen Ausbruch verursacht und damit den optischen Eindruck einer Natursteinfläche weitgehendst annähert. Der Betonstein hat über die Seitenflächen unregelmäßig verteilt Stoßflächenbereiche (12), wobei die Zwischenräume zwischen den Stoßflächen (12) mit unregelmäßig gegengekrümmten Verläufen ausgebildet sind. Die obere umlaufende Kante (11) des Betonsteins ist ebenfalls unregelmäßig mit Krümmungsradien zwischen etwa 5 bis 10 mm ausgebrochen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Pflasterstein aus einem rechteckigen Betonstein mit einer im wesentlichen ebenen und bossierten Oberfläche und mit jeweils zumindest beiderseits der Ecken des Betonsteins an den Seitenflächen ausgebildeten Stoßflächen, wobei die Seitenflächen im Eckbereich des Betonsteins etwa kreisförmig verlaufen und die auf gegenüberliegenden Seiten angeordneten Stoßflächen einen dem Rastermaß entsprechenden Abstand haben.

    [0002] Derartige Pflastersteine sind bekannt und werden in der Regel mit einander anliegenden Stoßflächen verlegt, wodurch sich die Ausrichtung der einzelnen Steine innerhalb des Verlegemusters erleichtert und verlegte Flächen ein optisch ansprechendes Erscheinungsbild bieten. In diesem Erscheinungsbild stört häufig der Betoncharakter, da der Eindruck eines Natursteinpflasters zunehmend häufiger erwünscht ist. Ein Vorteil des Pflastersteins aus Beton besteht darin, daß die Lauffläche sehr einfach, eben und glatt ausgebildet werden kann, was zum Beispiel im Bereich von Fußgängerzonen und Promenaden sehr erwünscht ist.

    [0003] Einen in dieser Hinsicht bekannten Kompromiß bieten Pflastersteine, die auf ihrer Oberfläche mit Natursteinplatten belegt sind. Derartige Pflastersteine sind jedoch sehr teuer. Es wurde jedoch auch schon versucht, durch besondere Zuschlagstoffe in dem Oberflächenbereich des Betonsteins eine Struktur zu schaffen, die einer Natursteinstruktur möglichst nahekommt. Derartige Betonsteine werden dann auf der Oberfläche nach der Fertigstellung nachbehandelt, wobei eine solche Nachbehandlung in der Regel aus Stocken besteht, wofür sich auch verschiedene Bearbeitungsmethoden herausgebildet haben. Durch das Stocken lassen sich verhältnismäßig ebene, feingerauhte Oberflächen erzielen, die nach der Verlegung angenehm zu begehen sind, jedoch einen spitzkörnigen Charakter haben und nach wie vor als Betonsteinoberfläche deutlich in Erscheinung treten.

    [0004] Bei der Herstellung von Betonsteinen ist es üblich, vor dem Einbringen des Kernbetons in die Form einen Vorsatz einzufüllen, der bei herkömmlichen Betonsteinen eine Körnung von 0/5 hat. Dabei finden sowohl Splitt als auch Riesel Verwendung. Auch die Verwendung einer gröberen Körung für den Vorsatz ist bekannt, jedoch läßt sich bisher bei der Nachbearbeitung nicht das gewünschte, einem Naturstein sehr ähnliche Erscheinungsbild schaffen.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Pflasterstein aus Beton zu schaffen, dessen begehbare und nach Verlegen sichtbare Oberfläche den Eindruck einer Natursteinoberfläche vermittelt.

    [0006] Ausgehend von dem eingangs erwähnten Pflasterstein wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Betonstein mit einem groben Vorsatz versehen ist, der etwa zu einem Drittel aus verschiedenen Splitt- und Rieselsorten mit einer Körnung kleiner 8/16 besteht, daß der kreisförmige Verlauf bezüglich einzelner Eckbereiche unterschiedliche Krümmungsradien hat und über einen unregelmäßig gegengekrümmten Verlauf an die angrenzenden Stoßflächen anschließt, daß der zwischen zwei jeweils auf der gleichen Seitenfläche liegenden Stoßfläche verlaufende Bereich einen unregelmäßig gewellten Krümmungsverlauf hat, und daß die obere umlaufende Kante mit einem Krümmungsradius größer 5 mm ausgebrochen ist.

    [0007] Ein derartiger, durch Bossieren fertiggestellter Pflasterstein aus Beton hat eine Oberfläche, die weitgehend dem Erscheinungsbild eines Natursteines entspricht, wobei insbesondere die unregelmäßig geformten und damit auch unregelmäßig ausgebrochenen umlaufenden Kanten das Erscheinungsbild eines Natursteines bieten.

    [0008] Dieses Erscheinungsbild wird insbesondere dadurch geschaffen, daß die bossierte Oberfläche mit unregelmäßig verteilten Ausbrechungen bis zu 8 mm Tiefe und die umlaufende Kante unregelmäßig mit Krümmungsradien zwischen 5 und 10 mm ausgebrochen sind. Dabei ist insbesondere vorgesehen, daß die größeren Krümmungsradien der oberen umlaufenden Kante im Bereich zwischen Stoßflächen liegen und die Stoßflächen unterschiedlich breit sind.

    [0009] Um zu gewährleisten, daß der fertig bearbeitete Stein beim Verlegen die gewünschte Regelmäßigkeit des Verlegemusters bietet, ist ferner vorgesehen, daß bei ungleichem Verhältnis der Länge der Seitenflächen des Betonsteins eine dritte mittlere Stoßfläche vorhanden ist, und daß die Stumme der Stoßflächenbreiten zwischen 30 und 50% der Gesamtlänge der langen Seitenflächen liegt.

    [0010] Die Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles in Verbindung mit den Ansprüchen und der aus einer Figur bestehenden Zeichnung, aus der in perspektivischer Ansicht ein Pflasterstein gemäß der Erfindung schematisch hervorgeht.

    [0011] Der Pflasterstein 10 ist aus einem herkömmlichen Beton als Kernbeton und einem groben Vorsatzbeton aufgebaut, der gegenüber dem Kernbeton und dem üblicherweise verwendeten Vorsatzbeton einen höheren Anteil grober Körnung enthält. Dieser höhere Anteil grober Körnung besteht aus verschiedenen Splitt- und Rieselsorten und hat mit einem Anteil von etwa einem Drittel eine Körnung kleiner 8/16. Für eine spezielle Ausgestaltng ist zum Beispiel vorgesehen, daß diese gröbere Körnung aus Riesel mit der Körnung 4/8, Splitt mit der Körnung 5/8 und Splitt mit der Körnung 8/11 besteht. Der restliche Anteil des Vorsatzbetons hat eine übliche Körnung von 0/5. Je nach der Art des gewünschten optischen Eindruckes werden die Anteile von Riesel und Splitt sowohl bezüglich ihrer Menge als auch bezüglich ihrer Körnung variiert. Bei dieser vorgesehenen Körnung des groben Vorsatzbetons ergibt sich bei der abschließenden Bearbeitung der als Lauffläche vorgesehenen Oberfläche durch Bossieren der gewünschte optische Eindruck eines Natursteins mit dem einem Naturstein eigenen Farbspiel.

    [0012] Für das charakteristische Erscheinungsbild eines Natursteins ist auch die Unregelmäßigkeit der ausgebrochenen oberen Kante 11 von entscheidendem Einfluß. Daher wird der Betonstein bezüglich seiner umlaufenden Seitenflächen unregelmäßig ausgebildet, wobei in der dem Rastermaß entsprechenden Ebene Stoßflächen 12 unterschiedlicher Größe ausgebildet sind, zwischen denen ein unregelmäßig gewellter Krümmungsverlauf 14 der Seitenfläche vorgesehen ist. Dieser ungeregelmäßige Krümmungsverlauf erstreckt sich auch um die Ecken des Pflastersteins, wobei ein kreisförmiger Krümmungsverlauf bezüglich einzelner Eckbereiche 16 unterschiedliche Krümmungsradien hat und über einen unregelmäßig gegengekrümmten Verlauf an die angrenzenden Stoßflächen 12 anschließt.

    [0013] Auch die zwischen den im wesentlichen ebenen Stoßflächen 12 liegenden Bereiche der Seitenfläche sind unregelmäßig gekrümmt verlaufend ausgebildet.

    [0014] Bei dieser Ausgestaltng des Krümmungsverlaufs der Seitenflächen stellt sich beim Bossieren der Oberfläche auch ein unregelmäßig erscheinendes Ausbrechen der oberen umlaufenden Kante 11 ein, was sowohl durch den unregelmäßigen Krümmungsverlauf als auch durch die gröbere Körnung des Vorsatzes bedingt ist. Der Körnung des Vorsatzes entsprechend ergibt sich eine ausgebrochene obere Kante mit einem Krümmungsradius in der Größenordnung zwischen etwa 5 mm und 10 mm, wobei in einzelnen Bereichen auch unregelmäßig gegenläufige Ausbrechungen und größere Radien möglich sind, je nach dem, wie sich bei der Herstellung des Betonsteins die Körnung im Kantenbereich verteilt hat.

    [0015] Die als Lauffläche vorgesehene Oberfläche des Betonsteins erhält durch das Bossieren und den gröberen Vorsatzbeton eine unregelmäßig ausgebrochene Struktur, wobei über die Oberfläche unregelmäßig verteilte Ausbrechungen bis zu Tiefen von etwa 8 mm vorgesehen sind.

    [0016] Da die Betonsteine im fortlaufenden Prozeß maschinell bossiert werden und auf der Bearbeitungsstrecke mit den Stoßflächen 12 aneinander anliegend durch den Bearbeitungsbereich laufen, ergibt sich infolge der gegengekrümmt verlaufenden Bereiche zwischen den Stoßflächen grundsätzlich ein etwas anders gearteter Verlauf der Ausbrechung der oberen Kante 11, da zwischen aneinander anstoßende Steine in diesen Bereichen freie Spalte vorhanden sind, in denen das Werkzeug am Stein etwas unterschiedlich angreift. Dieser Effekt wirkt sich weiterhin im Sinne der gewünschten Lösung aus, da dadurch das Ausbrechen der oberen umlaufenden Kante eine zusätzliche Unregelmäßigkeit erfährt. Im Interesse dieser unregelmäßigen Ausbrechungen ist auch vorgesehen, daß die Stoßflächen unterschiedlich breit sind und in ihrer Verteilung über die Seitenflächen des Betonsteins bezogen aufeinander gegenüberliegende Flächen seitlich verschoben sind. Dabei ist darauf zu achten, daß die Stoßflächenbreite genügend groß ist, um bei einem auf Knirsch verlegten Muster die dem Raster entsprechende Ausrichtung zu gewährleisten. Es hat sich gezeigt, daß dieses Ziel erreicht werden kann, wenn die Summe der Stoßflächenbreite zwischen etwa 30% und 50% der Gesamtlänge der Seitenflächen und insbesondere der langen Seitenfläche liegt.


    Ansprüche

    1. Pflasterstein aus einem rechteckigen Betonstein mit einer im wesentlichen ebenen und bossierten Oberfläche und jeweils zumindest beiderseits der Ecken des Betonsteins an den Seitenflächen ausgebildeten Stoßflächen, wobei die Seitenflächen im Eckbereich des Betonsteins etwa kreisförmig verlaufen und die auf gegenüberliegenden Seiten angeordneten Stoßflächen einen dem Rastermaß entsprechenden Abstand haben,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Betonstein mit einem groben Vorsatzbeton versehen ist, der etwa zu einem Drittel aus verschiedenen Splitt- und Rieselsorten mit einer Körnung kleiner 8/16 besteht,
    daß der kreisförmige Verlauf bezüglich einzelner Eckbereiche (16) unterschiedliche Krümmungsradien hat und über einen unregelmäßig gegengekrümmten Verlauf an die angrenzenden Stoßflächen (12) anschließt,
    daß der zwischen zwei jeweils auf der gleichen Seitenfläche liegenden Stoßflächen (12) verlaufende Bereich einen unregelmäßig gewellten Krümmungsverlauf hat,
    und daß die obere umlaufende Kante unregelmäßig mit Krümmungsradien größer 5 mm ausgebrochen ist.
     
    2. Pflasterstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    daß der Krümmungsradius zwischen 10 und 15 mm liegt.
     
    3. Pflasterstein nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
    daß die Oberfläche (18) des Betonsteins bossiert und mit unregelmäßig verteilten Ausbrechungen bis zu 8 mm Tiefe versehen ist.
     
    4. Pflasterstein nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
    daß die größeren Krümmungsradien der oben umlaufenden ausgebrochenen Kante (11) im Bereich zwischen Stoßflächen (12) liegen.
     
    5. Pflasterstein nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Stoßflächen (12) unterschiedlich breit ausgebildet sind.
     
    6. Pflasterstein nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß bei ungleichem Verhältnis der Länge der Seitenflächen des Betonsteins eine dritte weitere Stoßfläche (12) vorhanden ist,
    und daß die Stumme der Stoßflächenbreiten zwischen 30% und 50% der Gesamtlänge der langen Seitenflächen liegt.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht