[0001] Die Erfindung betrifft eine Kraftstoffeinspritzanlage für eine Brennkraftmaschine,
insbesondere für einen Dieselmotor, mit für jeden Verbrennungszylinder wenigstens
einem von einem Steuergerät aus gesteuerten Einspritzelement, welches eine in den
Zylinder führende schliessbare Einspritzöffnung und einen vor letzterer angeordneten
Druckraum aufweist, der mit einem von einer Kraftstoffpumpe in Abhängigkeit von Motordrehzahl,
Last und Laständerung versorgtem Hochdruckteil verbunden ist; sowie ein Verfahren
zur Überwachung der Kraftstoffeinspritzanlage.
[0002] Bei einer bekannten Kraftstoffeinspritzanlage gemäss der CH-A5 668 621 wird die Einspritzmenge
bei gegebenem Öffnungsquerschnitt der Einspritzöffnung primär durch den vor dem Öffnungsventil
herrschenden Kraftstoffdruck bestimmt. Sie wird dabei konstant oder durch Veränderung
des Druckes entsprechend der in einem Steuergerät festgelegten Druckkennfeldern in
einem gewissen Masse variierbar zugeführt. Nachteilig hierbei ist, dass sich die Einspritzmenge
durch Abnützung oder Verstopfung eines Öffnungsquerschnittes annähernd linear verändert
und damit das resultierende Motordrehmoment beeinflusst. Dies ist von der Einspritzanlage
genausowenig feststellbar wie beispielsweise Risse im Bereich der Einspritzöffnung
oder auch ein Bruch einer Düsenkuppe. Im weiteren bestehen bei dieser bekannten Einspritzanlage
Unzulänglichkeiten bei übermässig anfallender Leckölmenge z.B. bei einem Leitungsbruch.
In solchen Fällen können grosse Mengen unerkannt in die Umgebung entweichen. Beschädigungen
an der Düsenkuppe oder andere Funktionsstörungen der Einspritzventile können bei dieser
herkömmlichen Einspritzanlage möglicherweise nicht erkannt werden und Benützer gefährden.
Ferner besteht bei grossvolumigen Dieselmotoren das Problem, dass dazu verwendetes
abrasives, jedoch sehr kostengünstiges Schweröl zur Steuerung der Einspritzelemente
eingesetzt wird. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass durch dieses Schweröl
ein einwandfreies Funktionieren dieser Einspritzelemente über einen längeren Zeitraum
nicht gewährleistet ist.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht demgegenüber darin, eine Kraftstoffeinspritzanlage
nach der eingangs beschriebenen Gattung zu schaffen, mittels der Änderungen oder Beschädigungen
innerhalb der Anlage sofort erkannt und korrigiert werden können, dabei ein optimales
Verhalten der Brennkraftmaschine bezüglich Kraftstoffverbrauch, Lärm- und Schadstoffemissionen
zu erzielen und zudem auch die weiteren obgenannten Nachteile zu beheben.
[0004] Erfindungsgemäss ist die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Einspritzmenge des Kraftstoffes
in den Verbrennungszylinder mittels einer Mengendosiereinrichtung bestimmt wird.
[0005] Mit dieser erfindungsgemässen Mengendosierung der Einspritzmenge lassen sich gegenüber
den bekannten Kraftstoffeinspritzanlagen sehr genau dosierte Mengen in einen Zylinder
einführen und somit darin ein optimales Luft/Kraftstoff-Verhältnis erzielen. Dadurch
können der Kraftstoffverbrauch wie auch Lärm- und Schadstoffemissionen auf einem absoluten
Minimum gehalten werden. Wenn gleichzeitig die Menge zusätzlich auch an den Einspritzventilen
dosiert wird, lassen sich beim Einspritzvorgang bereits relativ geringe Änderungen
gegenüber dem Sollverlauf eindeutig feststellen. Damit wird überdies zum einen verhindert,
dass einer oder mehrere Verbrennungszylinder nicht über eine längere Zeitdauer in
einem ungenügenden Betriebszustand arbeiten und zum anderen Defekte, insbesondere
bei den Einspritzelementen, festgestellt oder sogar kompensiert werden können, die
ansonsten grössere Motorschäden verursachen würden.
[0006] Die Mengendosierung erfolgt vorteilhaft mit einem an sich bekannten Stromregler oder
einem 2/2-Wegventil, welches in Abhängigkeit der Kolbenstellung einer als Radialkolbenpumpe
vorgesehenen Kraftstoffpumpe öffnet bzw. schliesst.
[0007] Bei einer bevorzugten Ausführung ist eine von einer Vorförderpumpe ausgehende, zur
Kraftstoffpumpe parallel geschaltete und in den Hochdruckteil führende, mit einem
Rückschlagventil versehene Leitung vorgesehen, mit welcher eine Entlüftung bzw. ein
Druckaufbau des Hochdruckteils durch die vorzugsweise elektrisch betriebene Vorförderpumpe
ermöglicht ist. Dies ergibt gegenüber den bekannten Dieselmotoren den grossen Vorteil,
dass der Hochdruckteil bei einer Entleerung bei einem Service oder dergleichen sehr
schnell wieder auf einen gewissen Druck gebracht werden kann, währenddem bei herkömmlichen
Dieselmotoren dies mittels der Hochdruckpumpe ausgeführt werden muss, was sehr zeitaufwendig
ist, weil diese Pumpe im Verhältnis zu dem vom Hochdruckteil gebildeten Volumen nur
kleine Mengen fördern kann.
[0008] Vorteilhaft sind der Druckspeicher und die Hochdruckleitungen des Hochdruckteils
von einer schlauchförmigen, einen Ringspalt bildenden Hülle umschlossen, welche in
den Brennstofftank mündet, wodurch bei Leckagen in diesem Hochdruckteil Kraftstoffverluste
und daraus entstehende Umweltverschmutzungen vermieden werden können.
[0009] Im weiteren kann bei grossvolumigen Brennkraftmaschinen, wie beispielsweise bei Schiffs-
oder stationären Stromerzeugungsantrieben, die mit Schweröl als Brennstoff arbeiten,
den Einspritzelementen eine Kraftstoffpumpe mit einer Mengendosierung des Schweröls
und eine separate Hochdruckpumpe mit oder ohne Mengendosierung für die Steuerung der
Einspritzelemente zugeordnet sein, wobei die Hochdruckpumpe für den Steuerkreislauf
einen annähernd der Kraftstoffpumpe entsprechenden, vorteilhaft einen etwas grösseren
Druck erzeugt. Durch die Verwendung eines separaten Mediums für die Steuerung des
Einspritzelementes kann dieses problemlos bedient werden, während bei bekannten Systemen,
bei denen dazu abrasiver Brennstoff benutzt wird, zum einen beim Starten dann Schwierigkeiten
auftreten, wenn dieser noch kalt und damit sehr zähflüssig ist, und zum anderen dieser
Brennstoff eine schnelle Abnützung der hochempfindlichen Steuerungselemente und darüberhinaus
Verstopfungen derselben herbeiführt.
[0010] Ausführungsbeispiele der Erfindung sowie weitere Vorteile derselben sind nachfolgend
anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Einspritzanlage eines Dieselmotors,
- Fig.2
- eine schematische Darstellung einer Mengendosiereinrichtung, einer nachfolgenden Kraftstoffpumpe
sowie eines Einspritzelementes jeweils im Halbschnitt,
- Fig.3
- ein hydraulisches Schema einer als Stromregler ausgebildeten Mengendosiereinrichtung
und
- Fig.4
- eine schematische Darstellung einer Mengendosiereinrichtung und einer nachfolgenden
Kraftstoffpumpe für die Brennstoffzufuhr bzw. einer Hochdruckpumpe mit Mengendosierung
für die Steuerung des gezeigten Einspritzelementes jeweils im Halbschnitt.
[0011] Fig.1 zeigt eine Kraftstoffeinspritzanlage 30 für einen als Brennkraftmaschine vorgesehenen
Dieselmotor 1 eines Kraftfahrzeuges, der mehrere Verbrennungszylinder 110 aufweist,
von denen einer zusammen dem an sich bekannten und daher nachfolgend nicht mehr in
jeder Einzelheit beschriebenen Kurbeltrieb 112 für dessen Kolben 114 veranschaulicht
ist. Für jeden Verbrennungszylinder 110 ist ein Einspritzelement 2 sowie eine Ansaug-
und Ablassventilandordnung 103, 102 vorgesehen. Auch hierzu wie zu all dem an sich
Herkömmlichen dieser Anlage ist nicht mehr jedes Detail erläutert. Im weiteren ist
bei dieser Brennkraftmaschine eine Brennstoffversorgungseinrichtung 3, ein zentrales
Steuergerät 31 sowie ein dieses elektrisch versorgender Akkumulator 84 vorgesehen.
[0012] Mit dem zentralen Steuergerät 31 wird der Dieselmotor 1 nach Massgabe des von einem
Fahrer bedienten Gaspedals 75 und weiteren, nicht näher gezeigten Bedienungselementen
gesteuert. Zu diesem Zwecke ist es auf bekannte Art und Weise als Steuerung 83 für
die Magnetventile 60 der Einspritzelemente 2, als Steuerung 82 der Kraftstoffpumpe
6 und für weitere ebenfalls nicht näher gezeigte Empfänger wirksam. Dazu verarbeitet
es neben dem Fahrpedal-Signal vor allem das oder die Positionssignale 76 sowie weitere,
zu Feinkorrekturen notwendige Signale 32 des Brennstoffdruckes im Hochdruckteil 9,
Signale 79, 80, 81, 85 für die Luft-, Druck- und Temparatur-Verhältnisse vor der Verbrennung
bzw. im Abgaszustand. Die Signale können dabei digital oder analog verarbeitet werden.
[0013] Die Brennstoffversorgungseinrichtung 3 umfasst einen Brennstofftank 34, eine von
diesem ausgehende Leitung 12, eine Vorförderpumpe 243, einen Feinfilter 89 sowie eine
Kraftstoffpumpe 6, welche den Brennstoff mit Hochdruck von 200 bis zu 2000 bar über
ein Rückschlagventil 6' und eine Leitung 9' in den eine Kammer 9'' aufweisenden Hochdruckteil
9 fördert. Dieser Hochdruckteil 9 ist mit einem in jedem Einspritzelement 2 enthaltenen
Druckraum 13 verbunden, welcher unmittelbar vor einer in den Zylinder 110 führenden,
von einem Ventilkörper 15 schliessbaren Einspritzöffnung 4 angeordnet ist. Die Leitung
9' ist fernerhin zur Sicherheit über ein Druckbegrenzungsventil 7 mit dem Brennstofftank
34 verbunden. Die Kraftstoffpumpe 6, die mehrere Einspritzelemente 2 versorgt, ist
vom Steuergerät 31 derart angesteuert, dass sie in Abhängigkeit von Motordrehzahl,
Last und Laständerung arbeitet, wobei sie den Brennstoff bei hoher Drehzahl und hoher
Last mit in der Regel auf einen hohen Druck, indessen bei niedriger Last und geringer
Drehzahl auf einen kleinen Druck pumpt.
[0014] Erfindungsgemäss ist die Einspritzmenge des Kraft- oder Brennstoffes in den Verbrennungszylinder
mittels einer vom Steuergerät betätigten Mengendosiereinrichtung zuführbar. Diese
Mengendosiereinrichtung ist dabei als ein der Hochdruckpumpe 6 vorgeschalteter Stromregler
8 ausgebildet, welcher ein von dem Steuergerät betätigbares Drosselventil mit oder
ohne Lagerückführung des Ventilkörpers oder ein getaktetes Schliessventil aufweist.
Zur Erzielung einer konstanten Druckdifferenz beim Dosierventil kann diesem ein in
Serie nachgeschaltetes Druckkorrekturdrosselventil zugeordnet sein, was nachfolgend
zu Fig.3 detailliert beschrieben ist.
[0015] Die Kraftstoffpumpe 6 liefert dabei eine Brennstoffmenge, die der Anzahl der von
ihr gespiesenen Einspritzelemente und der gewünschten Einspritzmenge angepasst ist,
und sie liefert auch eine Zusatz-Brennstoffmenge, welche für eine Druckänderung im
ganzen mit ihr kommunizierenden Leitungssystem notwendig ist, denn primär bei einer
schnellen Brennstoffdruckänderung weicht die Pumpenfördermenge von der mittleren Einspritzmenge
beträchtlich ab. Dies ist nötig, weil bei Zustandsänderungen mit Änderung des Einspritzdrucks
eine zusätzliche Menge erforderlich ist. Die vom Steuergerät 31 bestimmte Einspritzdauer
des Kraftstoffes in den Zylinder und die Bemessung der Einspritzmenge an der Mengendosiereinrichtung
müssen aufeinander abgestimmt sein. Das Steuergerät 31 ist dabei derart ausgebildet,
dass mit ihm im Idealfall die von der Mengendosiereinrichtung erzeugte Einspritzmenge
zusammen mit der programmierten Ansteuerungszeit der Einspritzventile exakt den gewünschten
Einspritzdruck ergeben, sodass stets eine optimale Kraftstoffversorgung stattfindet.
Dies bedeutet, wenn die von den Einspritzelementen und ihrer Leckage zu der vom Stromregler
bestimmten Menge nicht übereinstimmen, dies zu einem vom Solldruck abweichenden Einspritzdruck
führt. Das weniger zuverlässige Stellglied, normalerweise eines der Einspritzelemente
2, kann beispielsweise mittels bekannter Drehungsgleichförmigkeits-Erfassung bestimmt
werden und erhält je nach Schwere der Abweichung ein korrigierte Ansteuerdauer oder
wird abgeschaltet. In letzterem Falle ist dann auch eine Korrektur an der vom Stromregler
kontrollierten Menge notwendig. Bei der Bemessung der Einspritzmenge pro Einspritzung
muss gegebenenfalls eine zusätzliche Fördermenge zugeführt werden, die dem temperatur-
und druckabhängigen Leckverhalten der Anlage entspricht. Wenn jedoch die sich aus
der Steuerung des Einspritzelementes ergebende Leckmenge wie auch die anlageseitigen
Leckströme erfindungsgemäss über eine Leckölsammelleitung 33 zwischen die Mengendosiereinrichtung
und die Kraftstoffpumpe zurückgeführt wird, ist eine solche zusätzliche Fördermenge
nicht notwendig. Es ist dann einzig noch eine Zusatzmenge für Druckänderungen im gesamten
Hochdrucksystem zu berücksichtigen.
[0016] Im weiteren ist eine von der Vorförderpumpe 243 ausgehende, zur Kraftstoffpumpe 6
parallel geschaltete und in den Hochdruckteil 9 führende, mit einem Rückschlagventil
42 versehene Leitung 12' vorgesehen, mit welcher eine Entlüftung bzw. ein Druckaufbau
des Hochdruckteils 9 durch die vorzugsweise elektrisch betriebene Vorförderpumpe 243
ermöglicht ist. Ferner sind der Druckspeicher 9'' und die Hochdruckleitungen 9' des
Hochdruckteils 9 von einer schlauchförmigen, einen Ringspalt 91' bildenden Hülle 91
umschlossen, welche in den Brennstofftank 34 mündet. Dadurch können gegebenenfalls
Leckagen aus diesem Hochdruckteil gesammelt und zudem lassen sich diese durch ein
nicht näher gezeigtes Überwachungsgerät sofort feststellen.
[0017] Fig.2 veranschaulicht ein Einspritzelement 2, eine dieses versorgende Kraftstoffpumpe
6, welcher eine Mengendosiereinrichtung 120 vorgeschaltet ist, die vom Steuergerät
31 angesteuert und über eine vom Brennstofftank 34 ausgehende Leitung 12 mittels der
Vorförderpumpe 243 mit Kraftstoff gespiesen wird. Ein zu letzterer parallelgeschaltetes
Druckregelventil 135 sorgt für einen konstanten Versorgungsdruck des in die Mengendosiereinrichtung
120 geführten Kraftstoffes.
[0018] Diese Mengendosiereinrichtung 120 weist ein 2/2-Wegventil 39 auf, welches zur Erzielung
der gewünschten Kraftstoff-Einspritzmenge in Abhängigkeit der Stellung des Pumpenkolbens
41 der Kraftstoffpumpe 6 öffnet bzw. schliesst. Vorzugsweise wird dieses über Verbindungsleitungen
82 mit dem Steuergerät 31 verbundene Ventil 39 in der oberen Stellung des Kolbens
41 geöffnet, bis dieser um einen z.B. durch die Position des Kurbeltriebs 112 definierten
Hub in Ansaugrichtung verschoben worden ist und die angesaugte Menge der Sollvorgabe
entspricht. Dadurch lässt sich auf einfache Weise eine volumetrisch definierte, sehr
genaue Einspritzmenge erzeugen. Von der Ventilöffnung 39' gelangt der Kraftstoff in
eine Kammer 35 und von dort über ein Rückschlagventil 36 in die Kraftstoffpumpe 6.
In diese Kammer 35 führt überdies vorteilhafterweise eine Leckölsammelleitung 33,
in welche die Leckströme vom Einspritzelement 2 und von der Anlage, die von einer
Leitung 10 zurückfliessen. Ein Rückschlagventil 37 zwischen der Kammer 35 und der
Leckölsammelleitung 33 bewirkt, dass bei offenem Ventil 39 durch den ansteigenden
Druck die Verbindung zur Leckölsammelleitung 33 vorübergehend unterbrochen ist. Sobald
das Ventil 39 geschlossen wird und die Kraftstoffpumpe 6 nach wie vor ansaugt, so
reduziert sich der Druck in der Kammer 35 erheblich und das Rückschlagventil 37 öffnet
und gestautes Lecköl in der Leitung 33 wird dadurch ebenfalls angesaugt und darauffolgend
in den Hochdruckteil 9 befördert. Mit dieser Anordnung ergibt sich ein geschlossener
Kreislauf des Lecköls insgesamt und es ist daher dem Steuergerät 31 keine Grösse für
eine zusätzliche Fördermenge einzugeben. Daher beeinflussen toleranzbedingte unterschiedliche
Leckmengen der Einspritzelemente und anderer Komponenten die Mengendosierung an der
Pumpe nicht mehr.
[0019] Das 2/2-Wegventil 39 könnte auch anstelle des Rückschlagventils 36 unmittelbar der
Kraftstoffpumpe 6 vorgeschaltet sein. Die Leckölsammelleitung 33 würde dann beispielsweise
zurück in den Brennstofftank führen. Bei dieser Ausführung müssten dann bei der Bemessung
der Fördermenge die wegfallenden Leckölverluste nebst der gewünschten Einspritzmenge
zusätzlich gefördert werden. Alternativ könnte das Lecköl jedoch auch über ein eigenes,
gleichzeitig als Differenzdruckventil wirksames Ansaugventil direkt in einen oder
mehrere Pumpenzylinder 40 zurückgeleitet werden.
[0020] In der Folge fliesst der Brennstoff von der Kraftstoffpumpe 6 quasi kontinuierlich
in den Hochdruckteil 9 und von dort aus in den Druckraum 13 bzw. in den Steuerungsteil
des Einspritzelementes 2. Letzteres ist auf herkömmliche Art ausgebildet und daher
nicht in jeder Einzelheit beschrieben. Ein Magnetventil 60 weist einen vom Steuergerät
31 betätigbaren Magnetkern 22 und einen Magnetanker 62 mit einem Ventilkörper 38 auf
und ist am oberen Ende eines Gehäuses 25 befestigt. Die vom Hochdruckteil 9 herkommende
Leitung 9' zweigt zum einen in die Druckkammer 13 vor der Einspritzöffnung 4 und zum
andern in eine Ringkammer 47 ab, welche innen von einem in diesem Gehäuse 25 angeordneten
Ventilkörper begrenzt ist. An letzteren schliesst ein beweglicher Ventilkörper 26
und eine die Einspritzöffnung 4 schliessende Düsennadel 15 an, die im Schliesszustand
gezeigt ist. Beim Öffnen des Magnetventils 60 entsteht durch das Wegfliessen des Kraftstoffes
durch die Öffnung 57 ein Druckabbau oberhalb der Düsennadel 15, infolgedessen sie
durch den verbleibenden Druck in der Kammer 13 abgehoben wird und dadurch Kraftstoff
durch die Einspritzöffnung 4 in den Verbrennungszylinder fliessen kann. Das Zusammenwirken
der Düsennadel 15 mit dem Ventilkörper 26 bewirkt eine optimale Öffnungs- bzw. Schliessgeschwindigkeit
der Düsennadel. Zu diesem Zwecke sind noch Druckfedern 96, 97 zwischen diesen und
der Düsennadel 15 und dem Gehäuse 25 angeordnet, welche eine Federkraft in Schliessrichtung
der Düsennadel bewirken. Im weiteren sind in dem Gehäuse 25 Leitungen 10 für anfallendes
Lecköl in dem Einspritzelement 2 enthalten.
[0021] Der Stromregler 8 ist in Fig.3 im Detail veranschaulicht. Er weist ein steuerbares
Drosselventil 252 und ein diesem in Serie nachgeschaltetes Druckkorrekturdrosselventil
253 auf, wobei das Drosselventil 252 vorteilhafterweise aus einem Nadelventil mit
einem langhubigen Stellmagneten und mit oder ohne einer Lagerückmeldung desselben
gebildet ist. Zur Erzielung einer konstanten Druckdifferenz über dem Ventil 252 ist
das Druckkorrekturdrosselventil 253 vor oder, wie gezeichnet, nach ersterem vorgesehen,
welches seinen Durchflussquerschnitt je nach Druckabfall über dem Drosselventil 252
ausgleichend ändert. Das Drosselventil 252 liefert so die gewünschte Einspritzmenge
und gegebenenfalls eine zusätzliche Fördermenge zum Ausgleich von Leckverlusten durch
Steuerung seines Durchflussquerschnittes. Anstelle eines Drosselventiles könnte auch
ein getaktetes Schliessventil eingesetzt werden, welches vorzugsweise bei gegebener
Taktfrequenz durch entsprechende Pulsbreiten-Modulation die gewünschte Einspritzmenge
liefern würde.
[0022] In Fig.4 ist eine Kraftstoffeinspritzanlage 30a verdeutlicht, bei der im wesentlichen
den Einspritzelementen 2a eine Kraftstoffpumpe 6a mit einer Mengendosiereinrichtung
120a für den Kraftstoff und eine davon getrennte Hochdruckpumpe 6b mit oder ohne Mengendosierung
eines separaten Mediums für die Steuerung der Einspritzelemente 2a zugeordnet ist,
wobei die Hochdruckpumpe 6b einen annähernd der Kraftstoffpumpe 6a entsprechenden
Druck erzeugt, vorzugsweise jedoch etwas höher, damit verhindert werden kann, dass
Schweröl im Einspritzelement in den Steuerungsteil fliesst. Zu dieser Anlage 30a sind
nur die sich unterscheidenden Merkmale zu der oben ausführlich erläuterten Anlage
beschrieben. Demgemäss weist das Einspritzelement 2a eine in die Druckkammer 13 führende
Zuleitung des Hochdruckteils 9a der Kraftstoffpumpe 6a und eine separate Zuleitung
des Hochdruckteils 9b auf. Ansonsten funktioniert dieses Einspritzelement 2a analog
zu demjenigen nach der Fig.2. Zu der Hochdruckpumpe 6b ist vorzugsweise keine extern
gesteuerte Mengendosierung des Mediums vorgesehen, sondern es wird nur ein Druck in
deren Hochdruckteil 9b erzeugt, der stets etwas höher als derjenige vom Hochdruckteil
9a der Kraftstoffpumpe 6a ist. Zu diesem Zwecke ist der Hochdruckpumpe 6b ein Ventil
206 vorgeschaltet, welches eine doppeltwirkende Kolben/Zylinder-Einheit bildet, deren
Kammern 210, 212 eine Leitungsverbindung 210' zu dem Hochdruckteil 9a bzw. eine Leitungsverbindung
212' zum Hochdruckteil 9b aufweisen. Zudem ist in der ersteren eine Druckfeder 208
angeordnet, durch welche der genannte höhere Druck im Hochdruckteil 9b gesichert ist.
Der den Kolben bildende Ventilkörper 215 erstreckt sich mit seinem oberen Ende in
eine weitere Kammer 216, die mit der Leitung 12b der das Medium vom Behälter 34b zur
Hochdruckpumpe 6b leitenden Vorförderpumpe 243b verbunden ist. Durch die Drosselwirkung
dieser Verbindung und der Leitungen 210' und 212' kann ein Schwingen des Ventilkörpers
215 verhindert werden. Durch ein vom Steuergerät 31 über eine Signalleitung 251 betätigbares
2/2-Umschaltventil 214 kann bei Beendigung der Förderung von Pumpe 6a der Hochdruckbehälter
9a und die Kammer 13 im Einspritzventil 2a mit Steuerflüssigkeit, beispielsweise Dieslkraftstoff,
gespült werden. Auf diese Weise wird der Motor auf bekannte Weise betrieben. Sie erlaubt
einen emissionsärmeren Betrieb z.B. in küstennahen Gewässern und ermöglicht ein schnelleres
Starten des Motors nach einer längeren Abstellperiode. Überdies kann mit dem erwähnten
Kurzschluss einer Beschädigung von Komponenten im Einspritzelement 2a verhindert werden.
[0023] Diese Kraftstoffeinspritzanlage 30a eignet sich insbesondere für grossvolumige Brennkraftmaschinen,
die vorwiegend für Schiffsantriebe oder stationäre Stromerzeugung eingesetzt werden,
bei denen die Brennstoffkosten von ausschlaggebender Bedeutung sind. Es wird dabei
oft abrasives Schweröl benützt, das sehr aggressiv ist und daher die Einspritzöffnungen
in ihren Eigenschaften mit der Betriebsdauer stark verändern. Gerade hierzu kann mit
der erfindungsgemässen Mengendosierung eine optimale Einspritzung auch nach der genannten
Abnützung insbesondere der Einspritzöffnungen erreicht werden. Bei diesen Brennkraftmaschinen
besteht überdies das Erfordernis, dass an diese eine hohe Zuverlässigkeit und lange
Serviceintervalle gestellt sind, dem mit der erfindungsgemässen Anordnung gemäss der
Fig.4 vollauf Rechnung getragen ist.
[0024] Bei sämtlichen Ausführungsbeispielen gemäss obiger Beschreibung wird der Druck in
dem mit dem Einspritzelement 2 verbundenen Hochdruckteil 9 vom Steuergerät 31 gemessen
und dort mit einem Solldruck verglichen und bei Feststellung einer Abweichung die
Einspritzmenge oder die Leistung der Kraftstoffpumpe korrigierend verändert und/oder
ein Notlaufprogramm eingeschaltet. Bei geringen Abweichungen des Einspritzdruckes
wird beispielsweise zunächst die Einspritzmenge an den Einspritzelementen durch Korrektur
der Spritzdauer angepasst. Falls einzelne Einspritzelemente als für diese Abweichungen
verantwortlich erkannt werden, erfolgt die Korrektur nur an diesen. Bei grösseren
Abweichungen wird auch eine Korrektur der Pumpenfördermenge vorgenommen, oder ein
Einspritzelement ganz abgeschaltet und die Pumpenfördermenge an die geringere aktive
Zylinderzahl angepasst. Im schlimmsten Fall kommt noch ein minimales Notprogramm zum
Einsatz, das mit reduzierter Leistung eine Fahrt zu einer Servicestation ermöglichen
soll.
[0025] Die Mengendosiereinrichtung für die Bestimmung der Kraftstoff-Einspritzmenge kann
im übrigen durch eine bekannte verstellbare Kraftstoffpumpe realisiert sein, bei welcher
die gewünschte Fördermenge unmittelbar an ihr dosiert wird, ohne dass dieser ein Dosierventil
vor- oder nachgeschaltet wäre.
1. Kraftstoffeinspritzanlage für eine Brennkraftmaschine, insbesondere für einen Dieselmotor,
mit für jeden Verbrennungszylinder wenigstens einem von einem Steuergerät aus gesteuerten
Einspritzelement, welches eine in den Zylinder führende, von diesem schliessbare Einspritzöffnung
und einen vor letzterer angeordneten Druckraum aufweist, der mit einem von einer Kraftstoffpumpe
in Abhängigkeit von Motordrehzahl, Last und Laständerung versorgtem Hochdruckteil
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Einspritzmenge des Kraftstoffes in
den Verbrennungszylinder (110) mittels einer Mengendosiereinrichtung (120) bestimmt
wird.
2. Kraftstoffeinspritzanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mengendosiereinrichtung
als der Kraftstoffpumpe (6) vorgeschalteter Stromregler (8) ausgebildet ist, welcher
ein von dem Steuergerät (31) betätigbares Drosselventil (252) mit oder ohne Lagerückführung
oder ein getaktetes Schliessventil aufweist.
3. Kraftstoffeinspritzanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Drosselventil
(252) des Stromreglers (8) ein in Serie angeordnetes Druckkorrekturdrosselventil (253)
zugeordnet ist, welches den Druckabfall über dem Drosselventil ausgleichend ändert,
so dass nach dem Stromregler stets der gewünschte Solldruck vorliegt.
4. Kraftstoffeinspritzanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mengendosiereinrichtung
(120) ein der als Radialkolbenpumpe ausgebildeten Kraftstoffpumpe (6) vorgeschaltetes
2/2-Wegventil (39) aufweist, welches in Abhängigkeit der Stellung des Pumpenkolbens
(41) der Kraftstoffpumpe (6) beim Ansaugen öffnet bzw. schliesst.
5. Kraftstoffeinspritzanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das 2/2-Wegventil
(39) unmittelbar dem Pumpenzylinder (40) der Kraftstoffpumpe (6) vorgeschaltet ist
oder dass es als separates Ventil vorgesehen ist und dabei zwischen diesem und dem
Pumpenzylinder (40) eine Kammer (35) und ein Rückschlagventil (36) angeordnet ist.
6. Kraftstoffeinspritzanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine von der
Vorförderpumpe (243) ausgehende, zur Kraftstoffpumpe (6) parallel geschaltete und
in den Hochdruckteil (9) führende, mit einem Rückschlagventil (42) versehene Leitung
(12') vorgesehen ist, mit welcher ein Druckaufbau des Hochdruckteils (9) durch die
vorzugsweise elektrisch betriebene Vorförderpumpe (243) ermöglicht ist.
7. Kraftstoffeinspritzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Bemessung der Einspritzmenge pro Einspritzung eine zusätzliche Fördermenge
zugeführt wird, die dem temperatur- und druckabhängigen Leckverhalten der Anlage sowie
der benötigten Menge für die Druckänderung im Hochdruckteil (9) entspricht.
8. Kraftstoffeinspritzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass für die aus der Steuerung des Einspritzelementes (2) stammende Leckmenge eine
Leckölsammelleitung (33) vorgesehen ist, welche vom Einspritzelement (2) in die zwischen
der Mengendosiereinrichtung (120) und der Kraftstoffpumpe (6) befindliche Kammer (35)
für die Pumpenansaugung führt, so dass nach dem Schliessen des 2/2-Wegventils (39)
von der Kraftstoffpumpe (6) nur noch Lecköl aus der Leitung (33) angesaugt wird.
9. Kraftstoffeinspritzanlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Leckölsammelleitung
(33) über ein Rückschlagventil (37) oder ein Differenzdruckventil in die Kammer (35)
oder direkt in einen Zylinder der Kraftstoffpumpe (6) führt.
10. Kraftstoffeinspritzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Druckspeicher (9'') und die Hochdruckleitungen (9') des Hochdruckteils (9)
von einer schlauchförmigen, einen Ringspalt (91') bildenden Hülle (91) umschlossen
sind, welche in den Brennstofftank (34) oder dergleichen mündet.
11. Kraftstoffeinspritzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass den Einspritzelementen (2a) eine Kraftstoffpumpe (6a) mit einer Mengendosierung
für den Kraftstoff und eine davon getrennte Hochdruckpumpe (6b) mit oder ohne Mengendosierung
eines separaten Mediums für die Steuerung der Einspritzelemente (2a) zugeordnet ist.
12. Kraftstoffeinspritzanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der von der
Hochdruckpumpe (6b) für die Steuerung des Einspritzelementes (2a) erzeugte Druck auf
das separate Medium höher als derjenige des von der Kraftstoffpumpe (6a) auf den Kraftstoff
bewirkten Druckes ist.
13. Kraftstoffeinspritzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Mengendosiereinrichtung für die Bestimmung der Kraftstoff-Einspritzmenge
durch eine verstellbare Kraftstoffpumpe realisiert ist, bei welcher die gewünschte
Fördermenge unmittelbar an ihr dosiert wird.
14. Verfahren zur Überwachung einer Kraftstoffeinspritzanlage nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck in dem mit dem Einspritzelement
(2) verbundenen Hochdruckteil (9) gemessen und mit einem Solldruck verglichen wird
und bei Feststellung einer Abweichung die Öffnungsdauer des Einspritzelementes, dann
die Menge der Kraftstoffpumpe (6) korrigierend verändert wird.
15. Verfahren zur Überwachung einer Kraftstoffeinspritzanlage nach Anspruch 14, dadurch
gekennzeichnet, dass bei Feststellung einer ausserhalb einer wählbaren Toleranzgrenze
erfolgten Abweichung des Druckes im Hochdruckteil (9) oder eines erkennbaren Fehlverhaltens
eines Einspritzelementes (2) durch Düsenkuppenbruch oder Kabelbruch dieses abgeschaltet,
die Pumpenfördermenge entsprechend angepasst und dem Fahrer eine Warnung oder eine
Ortung des Defektes angezeigt wird.