[0001] Die Erfindung betrifft ein verbessertes Systemlager an einer Handfeuerwaffe mit einer
Halterung für einen Lauf in einem Laufbett einer Laufhülse, die mit einem Verschluß
zusammenwirkt.
[0002] Es sind Gewehre bekannt, bei denen der Lauf zum Verschießen unterschiedlicher Kaliber
ausgewechselt werden kann. Üblicherweise bilden bei derartigen Waffen der Lauf, das
Verriegelungsstück und die Abzugeinrichtung gemeinsam mit dem Systemlagerblock ein
schießfähiges System.
[0003] Bei einer bekannten Ausführungsform ist der Lauf durch Lösen einer zweifachen Verschraubung
austauschbar. Die eine Verschraubung greift in den Visierfuß, die andere Verschraubung
in das Verriegelungsstück, in das das Patronenlager des Laufes eingesetzt ist. Durch
diese Art der Befestigung ist quasi eine vollständige Zerlegung des Gewehrs erforderlich,
so daß ein Laufwechsel bei diesem bekannten Gewehr eine aufwendige Demontage und Montage
erforderlich macht.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein System anzugeben, das bei einfachem
und kostengünstigem Aufbau den Wechsel von einer Kalibergruppe zur anderen ermöglicht.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Lauf mittels einer Keilarretierung
in dem Laufbett der Laufhülse eingespannt ist. Diese Keilarretierung kann ohne Demontage
von weiteren Bauteilen des Gewehrs gelöst oder festgespannt werden, so daß ein einfaches
und schnelles Wechseln gewährleistet ist. Eine besondere Ausführungsform besteht darin,
daß die Keilarretierung eine zwischen dem Lauf und der Laufhülse ausgebildete exzentrisch
wirkende Spannbolzenanordnung ist.
[0006] Vorteilhafterweise kann der Bolzen exzentrisch ausgebildet sein.
[0007] Dieser Spannbolzen ist verdrehbar und in einer sich quer zur Laufrichtung erstreckenden
Bohrung aufgenommen, die teils am Außenumfang des Laufs und teils im Laufbett der
Laufhülse ausgebildet ist. Die Verkeilung wird durch einfaches Verdrehen des Bolzens
herbeigeführt, wobei eine wesentliche Kraftkomponente auf die rückwärtige Anschlagfläche
des Laufbetts gerichtet ist.
[0008] Vorteilhaft ist es des weiteren, daß die Zentren der Bolzen in der Laufhülse liegen.
Durch diese Maßnahme wird erreicht, daß sich die auf den Lauf einwirkende Kraft an
der Laufhülse abstützen kann.
[0009] Hierbei ist es bevorzugt, daß die Zentren in einer gemeinsamen Ebene Z liegen.
[0010] Der Durchmesser der Bohrungen für den Spannbolzen kann vorteilhafterweise verschieden
groß sein, wobei der Durchmesser im Lauf größer gewählt werden kann als der Durchmesser
der Bohrung im Laufbett. Hierdurch erzielt man eine besonders gute exzentrische Wirkung.
[0011] Vorteilhafterweise ist an dem Spannbolzen eine Abflachung ausgebildet, durch die
beim Verdrehen des Bolzens eine exzenterähnliche Wirkung auf die Bohrung in dem Lauf
ausgeübt wird.
[0012] Günstig hierbei ist, daß bei einem Gewehr mit einem Systemlagerblock der Spannbolzen
mittels einer durch den Systemlagerblock hindurchgeführten und durch diesen hindurch
erreichbaren Halteschraube gesichert ist. Dabei drückt die Halteschraube vorteilhafterweise
auf die Abflachung des Spannbolzens.
[0013] Besonders vorteilhaft es es, wenn die Tiefe H der Anschlafläche der Abflachung größer
ist als die Spannhöhe der Bohrung im Lauf.
[0014] Die Laufhülse weist im Bereich der Spannbolzenanordnung einen Einsatzvorsprung auf,
der in eine im Systemlagerblock ausgebildete Einsatzausnehmung eingesetzt und mittels
einer Schraube gesichert ist
[0015] Der Systemlagerblock weist vorteilhafterweise eine im Längsschnitt im wesentlichen
T-Form auf, wobei im senkrechten Balken die Aufnahme für das Magazin, im vorderen
Teil des Balkens die Keilarretierung für den Lauf und im hinteren Teil des Querbalkens
die Abzugmechanik angeordnet sind. Günstig ist dabei, daß der im Lauf ausgebildete
Teil der Bohrung Teil einer Zylinderbohrung und der im Laufbett ausgebildete Teil
ebenfalls Teil einer zylindrischen Bohrung ist, deren Mittelpunkt bezüglich des Mittelpunktes
der Bohrung, teils im Lauf, um ein vorbestimmtes Maß nach hinten in Richtung des Verschlusses
versetzt ist. Auf diese Weise führt eine Verdrehung des Spannbolzens zu einer Verschiebung
des Laufs bzw. zu einer Krafteinwirkung auf den Lauf in Richtung der Anschlagfläche
im Laufbett.
[0016] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, daß an dem Spannbolzen eine
Anschlagfläche angeordnet ist. Dadurch daß die Halteschraube vorteilhafterweise durch
den Systemlagerblock und auch durch den Schaft hindurchgeführt ist, wird ein Zugriff
von außen ohne weiteres möglich.
[0017] Günstigerweise drückt die Halteschraube auf die Anschlagfläche des Spannbolzens.
[0018] Bei einer alternativen Ausführungsform ist vorgesehen, daß quer zur Längsrichtung
des Laufes mindestens eine, teils im Lauf, teils in der Laufhülse ausgebildete, im
Querschnitt wesentlichen rechteckige Ausnehmung zur Aufnahme mindestens eines entsprechend
geformten Keils vorgesehen ist.
[0019] Dabei weist die Ausnehmung im Lauf einen weiteren Abstand von der Endanschlagfläche
im Laufbett auf als die Ausnehmung in der Laufhülse. Durch diese Maßnahme wird sichergestellt,
daß bei eingelegtem und sich in Funktionsposition befindenden Keil der Lauf gegen
die Anschlagfläche gepreßt wird.
[0020] Vorteilhaft ist dabei, daß der mindestens eine Keil festspannbar ist, so daß die
Spannposition des Keils fixiert werden kann. Infolge einer derartigen Maßnahme ist
ein Lösen des Keils auch bei einer Vielzahl von Schüssen nicht zu befürchten.
[0021] Als Festspanneinrichtung kann günstigerweise vorgesehen sein, daß am verjüngten Ende
des Keils eine Schraubeneinrichtung angeordnet ist, die sich mittelbar oder unmittelbar
an der Laufhülse abstützt. Diese Schraubeneinrichtung besteht beispielsweise aus einer
Schraube, die in ein Gewindeloch, das in Längsrichtung in die kleine Stirnfläche des
Keils eingebracht ist, eingeschraubt wird, wobei sich der Kopf der Schraube oder eine
zwischengelegte Beilagscheibe an der Laufhülsenwandung abstützt.
[0022] Aus Symmetriegründen ist es besonders vorteilhaft, wenn zwei einander entgegengesetzt
gerichtete Keile vorgesehen sind. Diese Keile können entweder unmittelbar mit zugeordneten
Keilflächen aneinanderliegend in einer gemeinsamen Ausnehmung eingesetzt sein, sie
können jedoch auch jeweils in einer separaten Ausnehmung liegen.
[0023] Bei einer nächsten Ausführungsform kann vorgesehen sein, daß im Abstand von der Keilarretierung
eine zweite Arretierung als Sicherheitsarretierung vorgesehen ist, die die Einheit
Lauf/Hülse bezüglich des Systemlagerblocks festspannt. Auf diese Weise ist eine zusätzliche
Sicherheit gegeben, so daß ein zuverlässiger Laufsitz gewährleistet ist, der auch
bei den höchsten auftretenden Kräften, wie beispielsweise beim Verschießen von Magnummunition,
bei dieser Schußbelastung zu einer gleichbleibenden Schußleistung führt.
[0024] Die Sicherheitsarretierung besteht vorteilhafterweise aus einer Druckschraube, die
in einer Gewindebohrung im Systemlagerblock eingeschraubt ist und, durch eine Bohrung
in der Laufhülse hindurchführend, gegen den Lauf drückt. Dabei ist es vorteilhaft,
daß am Lauf eine Ausnehmung mit einer Andruckfläche für die Druckschraube ausgebildet
ist.
[0025] Bei der Verwendung eines Systemlagerblocks ist es vorteilhaft, darin eine Kammer
für die Halteverriegelung eines Magazin auszubilden. Günstigerweise ist die Halteverriegelung
an der dem Abzugbügel gegenüberliegenden Seite des Magazins angeordnet, wobei sie
stirnseitig an dem Magazin angreift. Die Halteverriegelung kann vorteilhafterweise
mit einem federbelasteten Haltebolzen ausgestattet sein, der eine stirnseitige Angriffsnase
aufweist, welche mit einer zugeordneten Aussparung im Magazin zusammenwirkt.
[0026] Vorteilhaft ist dabei, daß an dem Haltebolzen in Querrichtung mindestens eine schräg
verlaufende Rampe ausgebildet ist, die mit einem eine entsprechende Rampe aufweisenden
federbelasteten Betätigungsknopf zum Zwecke des Vor- und Zurückbewegens des Haltebolzens
zusammenwirkt. Durch eine derartige Anordnung der Halteverriegelung an der Stirnseite
des Magazins kann ein günstiger Bewegungsablauf beim Auswechseln des Magazins erreicht
werden. Bei der Betätigung der Halteverriegelung befindet sich die halbgeöffnete Hand
unter dem Magazin, während gleichzeitig Daumen und Zeigefinger die Verriegelung mittels
der Betätigungsknöpfe durch Zusammendrücken lösen können. Mit dem Lösen fällt das
Magazin in die geöffnete Hand, so daß kein mehrfaches Umgreifen notwendig ist.
[0027] Das Verschießen unterschiedlicher Munition kann es erforderlich machen, daß der Schlagbolzenweg
variiert wird. Hierzu ist es günstig, daß in Zuordnung zu entsprechenden Wechselläufen
unterschiedliche Schlagbolzenmutter-Ausführungen vorgesehen sind, deren Druckfläche
jeweils in Längsrichtung an unterschiedlicher Position angeordnet ist. Bei einer besonderen
Ausbildung dieser Schlagbolzenmutter kann vorgesehen sein, daß die Druckfläche verschiebbar
gehalten ist. Diese Verschieblichkeit kann im einfachsten Fall die Endfläche einer
Einstellschraube sein. Bei einer besonderen Ausbildung kann jedoch vorgesehen sein,
daß die Druckfläche an einem einjustierbaren Druckstein ausgebildet ist, der an der
Schlagbolzenmutter verschieblich gehalten ist.
[0028] Im folgenden wird die Erfindung anhand in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines Teils eines Längsschnitts durch ein Gewehr auf Höhe der Laufbefestigung,
- Fig. 1a
- eine Ansicht des Details I in Fig. 1,
- Fig. 2
- eine Ansicht eines Querschnitts entlang der Linie C-C in Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Schnitt entlang der Linie B-B in Fig. 1,
- Fig. 4
- eine Ansicht entsprechend Fig. 2 mit nach oben gedrehter Freifläche des Spannbolzens,
- Fig. 5
- eine Ansicht auf einen Schnitt in Horizontalebene der Keilverriegelung einer Ausführungsvariante,
- Fig. 6
- eine Seitenansicht auf diese Variante mit Keilverriegelung,
- Fig. 7
- eine Ansicht auf einen Querschnitt entlang der Linie E-E in Fig. 1,
- Fig. 8
- eine Ansicht auf einen Schnitt in Längsrichtung im Bereich des Abzugs mit Schlößchen,
- Fig. 9
- eine Ausführungsvariante in Längsschnitt durch das Gewehr im Bereich des Systemlagerblocks,
- Fig. 10
- eine schematische Darstellung einer Schlagbolzenmutter mit Stellschraube, und
- Fig. 11
- eine schematische Darstellung einer Schlagbolzenmutter mit Druckstein.
[0029] In Fig. 1 ist eine Ansicht eines Teilbereichs eines Längsschnitts durch eine Handfeuerwaffe,
hier ein Gewehr, dargestellt.
[0030] Der Ausschnitt zeigt die Befestigung eines Laufs 3 im Laufbett 10 einer Laufhülse
6, die Teil des Verschlusses 8 ist. Der Verschluß 8 ist mit der Laufhülse in einem
Systemlagerblock 18 aufgenommen.
[0031] Erfindungsgemäß ist der Lauf 3 mittels einer Keilarretierung im Laufbett 10 der Laufhülse
6 eingespannt. Die Keilarretierung ist in dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel
eine zwischen dem Lauf 3 und Laufhülse 6 ausgebildete Spannbolzenanordnung, bestehend
aus einem Spannbolzen 9, der in einer sich quer zur Laufrichtung erstreckenden Bohrung
11 aufgenommen ist. Die Bohrung ist so gesetzt, daß die Längsachse der Bohrung nach
Art einer Tangente an den Lauf bzw. nach Art einer Sehne an entsprechender Stelle
durch die Laufhülse führt.
[0032] Der Teil der Bohrung 11, der in dem Lauf 3 ausgebildet ist, entspricht ebenso wie
der im Laufbett 10 ausgebildete Teil 11'' jeweils einem Teil einer Zylinderbohrung,
wobei die Zentren der jeweiligen Teile der zugeordneten Bohrungen in der Laufhülse
liegen.
[0033] Der Bohrungsteil 11'' im Laufbett und damit auch sein zugeordneter Mittelpunkt 11
IV ist bezüglich des Bohrungsteils 11'' und somit auch des zugeordneten Mittelpunkts
11''' um ein vorbestimmtes Maß nach hinten in Richtung des Verschlusses versetzt.
[0034] Der Spannbolzen weist bei diesem ersten Ausführungsbeispiel eine im wesentlichen
zylindrische Umfangskontur auf und ist entlang seiner gesamten Länge mit einer Abflachung
19 versehen. Diese Abflachung 19 kann gerundet oder mit einer Phase in den zylindrischen
Umfang übergehen. Die Zentren 10', 20'' liegen in einer gemeinsamen Ebene Z in der
Laufhülse (vergl. Fig. 1a, 2).
[0035] Die Durchmesser der Teilbohrung 11',11'' können statt einer gleichen eine voneinander
verschiedene Abmessung besitzen. So kann der Durchmesser der Teilbohrung 11' im Lauf
3 größer sein, als der Durchmesser der Teilbohrung 11'' im Laufbett. Der Vorteil dieser
Maßnahme besteht darin, daß während der Verdrehbewegung der Bolzen im wesentlichen
über seinen entsprechenden Umfang vollständig in der Teilbohrung 11'' im Laufbett
gelagert und sich dabei über einen großen Umfangsbereich abstützen kann, wohingegen
er beim Hineindrehen in den Lauf eine zunehmende Kraftwirkung entfaltet.
[0036] Der Spannbolzen ist mittels eines Werkzeugs, beispielsweise eines Innensechskantschlüssels,
der in einer entsprechend ausgebildeten Ausnehmung 16 eingesetzt werden kann, verdrehbar.
Die Verdrehung des Spannbolzens zieht den Lauf 3 in das Laufbett hinein und preßt
das Ende des Laufes auf die Anschlagfläche 21 im Laufbett. Gleichzeitig wird jedoch
auch eine Kraftkomponente entwickelt, die den Lauf gegen die obere Umfangswand des
Laufbetts preßt.
[0037] Es wird weiter Bezug genommen auf Fig. 3. Darin ist eine Ansicht auf einen Querschnitt
entlang der Linie C-C in Fig. 1 dargestellt, wobei Die Anschlagfläche 19 des Spannbolzen
9 aus ihrer Funktionsstellung, in der sie zum Sichern des Spannbolzens 9 dient, um
180° gedreht ist, sodaß sie nun nach oben zeigt. Die Tiefe H, d.h. der Abstand zwischen
der Anschlagfläche oder Abflachung 19 und dem Außendurchmesser des Spannbolzens 9
ist größer als die mit Spannhöhe E bezeichnete Höhe der Teilbohrung 11', mit der diese
Bohrung in den Lauf 3 eingeschnitten ist. Dies hat zur Folge, daß in der in Fig. 3
dargestellten Position der Lauf 3 aus dem Laufbett 10 herausgezogen werden kann, ohne
daß der Spannbolzen 9 hinderlich wäre. Es versteht sich dabei von selbst, daß die
Halteschraube 13 soweit gelöst sein muß, daß eine 180°-Drehung des Spannbolzens 9
möglich ist.
[0038] Da der Spannbolzen 9 wie unten näher beschrieben, ohne weiteres von außen zugänglich
ist, kann der Lauf einfach und schnell ohne große Demontagearbeiten entriegelt und
entnommen werden.
[0039] Um sicher zu stellen, daß der Lauf sich beim oder nach dem Abgeben eines oder mehrerer
Schüsse lockert, ist eine Halteschraube 13 vorgesehen, die den Spannbolzen 9 in der
Arretierstellung hält. Die Halteschraube 13 wirkt mit den am Spannbolzen ausgebildeten
Abflachung zusammen, wobei die Anschlagfläche hinsichtlich des Spannbolzens so ausgebildet
ist, daß ein Druck auf die Anschlagfläche 19 stets in Richtung einer sich erhöhenden
Klemmwirkung wirkt. Die Halteschraube ist dabei in ein Gewinde 12' der Laufhülse eingeschraubt
und ist von außen zugänglich, da sie durch eine entsprechende Bohrung 12'' im Systemlagerblock
hindurchgeführt ist.
[0040] Die Laufhülse 6 weist im Bereich der Spannbolzenanordnung 9,11 einen Einsatzvorsprung
14 auf, der in eine im Systemlagerblock 18 ausgebildete Einsatzausnehmung 17 eingesetzt
ist, wobei das Gewinde 12' für die Halteschraube 13 in dem Einsatzvorsprung 14 ausgebildet
ist. In dieses Gewinde 12' ist auch eine System-Halteschraube 12 eingeschraubt, die
neben weiteren Schrauben (nicht dargestellt) der Fixierung des Systemlagers am Schaft
dient. Auf diese Weise gewinnt man eine ausreichende Ganglänge, um die erforderliche
Kraft auf die Anschlagfläche 19 des Spannbolzens 9 aufzubringen.
[0041] Es wird nun auf die Figuren 5 und 6 Bezug genommen. Darin ist eine Ausführungsvariante
einer Keilarretierung dargestellt. Auch bei dieser Ausführungsform ist eine im wesentlichen
in Querrichtung und im wesentlichen in der Tangentialebene zwischen dem Lauf 3 und
der Laufhülse 6 Ausnehmung 111 ausgebildet. Diese Ausnehmung 111 weist einen laufseitigen
Teil 111' und einen hülsenseitigen Teil 111'' auf. Die Ausnehmung ist im wesentlichen
im Querschnitt rechteckig ausgebildet, so daß parallel zur Anschlagwand 21 des Laufbetts
10 verlaufende Seitenwände 112' und 113' entstehen. Die Ausnehmung 111'' in der Laufhülse
6 ist entsprechend ausgebildet und weist somit eine der Anschlagfläche 21 nächstliegende
Seitenwand 112'' und eine fernere Seitenwand 113'' auf. Der Abstand A der Seitenwand
112' im Lauf 3 von der Ebene der Anschlagwand 21 ist größer als der Abstand A' der
Seitenwand 112''. In diese Ausnehmung 111 ist ein Keil 9' eingesetzt; in der dargestellten
Ausführungsform sind deren zwei, Keil 9 und Keil 9', vorgesehen. Die jeweiligen Ausnehmungen
111' und 111'' sind dabei so bemessen, daß der Abstand ihrer Seitenwände 112', 113'
bzw. 112'' und 113'' voneinander größer ist als die Breite des Keils 9' oder bei Verwendung
von zwei einander gegenüberliegenden Keilen der gemeinsamen Breite der Keile 9' und
9''. Durch diese Anordnung stützt sich die Keileinheit zum einen an der Seitenwand
112' des Laufes und zum anderen an der Seitenwand 113'' der Laufhülse ab und preßt
somit den Lauf in Richtung Anschlagwand 21. Der zweite Keil 9' kann statt in einer
gemeinsamen Ausnehmung 111 in einer separaten Ausnehmung gleicher Bauart eingesetzt
sein, wobei es dann noch vorteilhaft ist, wenn auch eine Keilwirkung in der Höhe vorgesehen
ist, so daß eine Umfangsverpressung zwischen Lauf und Laufhülse ebenfalls erreicht
wird.
[0042] Um den Keil in seiner Festspannposition zu halten, ist vorgesehen, daß seinem verjüngten
Ende in Keilrichtung eine Schraubeneinrichtung 22 angeordnet ist. Die Schraubeneinrichtung
stützt sich unmittelbar oder mittelbar an der Laufhülse 6 ab. Die Schraubeneinrichtung
besteht aus einer in den Keil eingeschnittenen Gewindebohrung und einer Schraube,
günstigerweise ist noch zusätzlich eine Beilagscheibe vorgesehen. Mit dem Anziehen
der Schraube 22' preßt sich der Lauf 3 gegen die Anschlagfläche 21 bzw. wird der Lauf
3 in das Laufbett 10 der Laufhülse 6 verspannt. Die Beilagscheibe 22'' kann sich bei
der Ausführung mit den einander gegenüberliegenden Teilen 9' und 9'' jeweils auf der
breiteren Stirnfläche des benachbarten Keils abstützen, so daß eine weitere Keilwirkung
erzielt wird.
[0043] Zur Sicherung der Keilarretierung kann im Abstand von der Keilarretierung eine Sicherheitsarretierung
15 vorgesehen sein, die im wesentlichen durch formschlüssige Krafteinwirkung ein Sichern
des Festspannen des Laufes 3 bezüglich der Verschlußlaufhülse 6 bereitstellt. Hierzu
ist eine Stiftschraube 25 in einer Gewindedurchgangsbohrung 23 im Systemlagerblock
18 eingeschraubt und durch eine Bohrung 24 in der Laufhülse 6 hindurchgeführt. Am
Lauf ist eine Ausnehmung 26 mit einer Andruckfläche 27 für die Stiftschraube ausgebildet,
die mit ihrem freien in diese Ausnehmung hineinragt und an der Andruckfläche 27 formschlüssig
anliegt.
[0044] Es wird nun auf die Figuren 1 und 7 Bezug genommen. Figur 7 zeigt eine Ansicht auf
einen Schnitt entlang der Linie E-E in Fig. 1. Im Systemlagerblock 18 ist eine Kammer
31 für eine Halteverriegelung 28 für das Magazin 29 ausgebildet.
[0045] Die Halteverriegelung 28 ist an der dem Abzugbügel gegenüber liegenden Seite des
Magazins 29 vorgesehen und greift stirnseitig an dem Magazin an. Die Halteverriegelung
28 weist zu diesem Zweck einen federbelasteten Haltebolzen 32 auf, der eine stirnseitige
Angriffsnase 33 besitzt, die in eine zugeordnete Aussparung 34 im Magazin 29 eingreift.
An dem Haltebolzen 32 ist in Querrichtung mindestens eine schräg verlaufende Rampe
35 ausgebildet, die mit einer entsprechenden keilförmigen Rampe, die an einem federbelasteten
Betätigungskopf 36 angeformt ist, zusammenwirkt. Beim Betätigen, d.h. beim Eindrücken
des Betätigungsknopfes 36, wird die Knopframpe nach vorne geschoben und der Haltebolzen
wird durch die Rampeneinrichtung zurückgedrängt. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
sind zwei solcher Betätigungsknöpfe 36 vorgesehen, die mittels einer Feder 40 auseinandergedrängt
werden. Oberhalb der Betätigungsknöpfe 36 sind Haltezapfen 41 im Systemlagerblock
eingesetzt, die mit einem freien Ende in eine Nut im Betätigungsknopf eingreifen und
den Weg dieser Betätigungsknöpfe begrenzen.
[0046] Fig. 8 zeigt eine Schnittdarstellung des Bereichs des Gewehrs, an dem die Abzugseinheit
30 mit Abzugsmechanik 3O' auf das Schlößchen 37 einwirkt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit
wurde von einer detaillierten Darstellung der Abzugsmechanik 30' abgesehen.
[0047] Das Schlößchen 37 weist die üblicherweise bekannten Elemente einer Flügelsicherung
auf und wird daher ebenfalls nicht im Detail beschrieben. Es seien lediglich die Elemente
erwähnt, die für die Erfindung wesentlich sind. So wird ein Schlagbolzen 43 von einer
Schlagbolzenmutter 38 beaufschlagt. Die Schlagbolzenmutter 38 weist eine Druckfläche
39 auf, mit der sie an einem zugeordneten Halteteil, beispielsweise dem Stollen (nicht
dargestellt) zusammenwirkt.
[0048] Wie bereits erwähnt, kann es erforderlich sein, bei unterschiedlichem Kaliber die
Schlagkraft des Schlagbolzens zu variieren, was dadurch geschehen kann, daß die Druckfläche
vor- oder zurückversetzt wird. Dies kann erfindungsgemäß dadurch geschehen, daß man
Schlagbolzenmuttern vorsieht, die mit jeweils versetzt aneordneten Druckflächen ausgestattet
sind.
[0049] Bei einer in Fig. 10 darestellten alternativen Ausbildung einer solchen Schlagbolzenmutter
ist vorgesehen, daß die Druckfläche an der Schlagbolzenmutter 38 selber variabel gehalten
wird. Dies kann bei einer besonderen Ausbildungsform dadurch geschehen, daß die Druckflächen
an der Stirnfläche einer einjustierbaren Steilschraube 46 ausgebildet sind, die an
entsprechender Stelle an der Schlagbolzenmutter 38 in einem Gewinde vorgesehen ist.
Wenn die Stellschraube 46 in die gewünschte Position gedreht worden ist, kann sie
mittels einer Kontermutter 47 arretiert werden.
[0050] Eine weitere in Fig. 11 gezeigte Ausführungsvariante ist darin zu sehen, daß die
Druckfläche an einem einjustierbaren Druckstein 45 ausgebildet ist. Dieser Druckstein
ist an der Schlagbolzenmutter 38 verschiebbar gehalten, beispielsweise in einer Schienenführung
48, und weist an der Kontaktfläche mit der Schlagbolzenmutter ein Flächenraster z.B.
Sägezahn 50 auf, wodurch eine sichere Lagehaltung des Drucksteins an der Schlagbolzenmutter
auch bei starker Federkraft der Schlagbolzenfeder sichergestellt ist.
[0051] An der Stirnfläche des Drucksteins ist die Druckfläche 39 ausgebildet, die mit einer
optimalen Flächengestaltung versehen sein kann.
[0052] Der Druckstein 45 ist mittels einer Fixierschraube 49 an der Schlagbolzenmutter 38
gehalten und kann nach dem Lösen dieser Schraube in eine andere Position gebracht
werden.
1. Verbessertes Systemlager an einer Handfeuerwaffe mit einer Halterung für einen Lauf
(3) in einem Laufbett (10) einer Laufhülse (6), die mit einem Verschluß (2) zusammenwirkt,
dadurch gekennzeichnet, daß der Lauf (3) mittels einer Keilarretierung (9,12,13,19) in dem Laufbett (10)
der Laufhülse (6) eingespannt ist.
2. Systemlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Keilarretierung (9,12,13,19) eine zwischen dem Lauf (3) und der Laufhülse
(6) ausgebildete Spannbolzenanordnung (9) ist.
3. Systemlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannbolzenanordnung einen zylindrischen Bolzen (9) aufweist.
4. Systemlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannbolzenanordnung einen exzentrisch ausgebildeten Bolzen (9') aufweist.
5. Systemlager nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Bolzen (9,9') drehbar und in einer sich quer zur Laufrichtung erstreckenden
Bohrung (11) aufgenommen ist, die teils am Außenumfang des Laufs (3) und teils im
Laufbett (10) der Laufhülse (6) ausgebildet ist.
6. Systemlager nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der im Lauf (3) ausgebildete Teil der Bohrung (11') eine Zylinderbohrung und
auch der im Laufbett (10) ausgebildete Teil (11'') eine zylindrische Bohrung ist,
deren Mittelpunkt (20'') bezüglich des Mittelpunkts (20') der Bohrung (11') um ein
vorbestimmtes Maß nach hinten in Richtung des Verschlusses versetzt ist.
7. Systemlager nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zentren (20,20') der jeweiligen Teilbohrungen (11', 11'') in der Laufhülse
(6) liegen.
8. Systemlager nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zentren (20,20'') in einer gemeinsamen Ebene Z liegen.
9. Systemlager nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchmesser der Teilbohrungen (11',11'') verschieden groß sind.
10. Systemlager nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der Teilbohrung (11') im Lauf (3) größer ist als der Durchmesser
der Teilbohrung (11'') im Laufbett.
11. Systemlager nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Spannbolzen (9) eine Abflachung (19) angeordnet ist.
12. Systemlager nach mindestens einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe (H) der Abflächung (19) am Boden größer ist als die Spannhöhe (E) der
Bohrung (9) im Lauf (3).
13. Systemlager nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 12, mit einem Systemlagerblock,
dadurch gekennzeichnet, daß der Spannbolzen (9) mittels einer durch den Systemlagerblock (18) hindurch geführten
Halteschraube (13) gesichert ist.
14. Systemlager nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteschraube (13) auf die Abflachung (19) des Spannbolzens (9,9') drückt.
15. Systemlager nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufhülse im Bereich der Spannbolzenanordnung (9) einen Einsatzvorsprung
(14) aufweist, der in eine im Systemlagerblock (18) ausgebildete Einsatzausnehmung
(17) eingesetzt und mittels einer Schraube gesichert ist.
16. Systemlager nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Systemlagerblock (18) eine im Längsschnitt im wesentlichen T-Form aufweist,
wobei im senkrechten Balken die Aufnahme für das Magazin, im vorderen Teil des Querbalkens
die Keilarretierung für den Lauf (3) und im hinteren Teil des Querbalkens die Abzugsmechanik
angeordnet sind.
17. Systemlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß quer zur Längsrichtung des Laufes (3) mindestens eine teils im Lauf (3), teils
in der Laufhülse (6) ausgebildete, im Querschnitt im wesentlichen rechteckige Ausnehmung
(111', 111'') zur Aufnahme mindestens eines entsprechend geformten Keils (9') vorgesehen
ist.
18. Systemlager nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (111') im Lauf (3) einen weiteren Abstand (A) von einer End-Anschlagfläche
(21) im Laufbett (10) aufweist, als die Ausnehmung (111') in der Laufhülse (6).
19. Systemlager nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine Keil (9') festspannbar ist.
20. Systemlager nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß am verjüngten Ende des Keils (9') eine Schraubeneinrichtung (22) angeordnet ist,
die sich mittelbar oder unmittelbar an der Laufhülse (6) abstützt.
21. Systemlager nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß zwei einander entgegengesetzt gerichtete Keile (9,9') vorgesehen sind.
22. Systemlager nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß im Abstand von der Keilarretierung (9,13,14,19) eine Sicherheitsarretierung (15)
zwischen dem Systemlagerblock (18) und der zusammengebauten Einheit Lauf/Hülse angeordnet
ist.
23. Systemlager nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 22, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sicherheitsarretierung (15) aus einer Druckschraube (25) besteht, die in
einer Gewindebohrung (23) im Systemlagerblock (18) eingeschraubt ist und durch eine
Bohrung (24) in der Laufhülse (6) hindurchführend gegen den Lauf (3) drückt.
24. Systemlager nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß am Lauf (3) eine Ausnehmung (26) mit einer Andruckfläche (27) für die Druckschraube
(25) ausgebildet ist.
25. Systemlager nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 24, mit einer Halteverriegelung
für das Magazin, dadurch gekennzeichnet, daß im Systemlagerblock (18) eine Kammer (31) für die Halteverriegelung (28) des
Magazins ausgebildet ist.
26. Systemlager nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteverriegelung (28) an der dem Abzugbügel gegenüberliegenden Seite des
Magazins (29) angeordnet ist und stirnseitig an dem Magazin (29) angreift.
27. Systemlager nach Anspruch 25 oder 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteverriegelung (28) einen federbelasteten Haltebolzen (32) mit einer stirnseitigen
Angriffsnase (33) aufweist, die mit einer zugeordneten Aussparung (34) im Magazin
(29) zusammenwirkt.
28. Systemlager nach mindestens einem der Ansprüche 25 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Haltebolzen (32) in Querrichtung mindestens eine schräg verlaufende Rampe
(35) ausgebildet ist, die mit einem eine entsprechende Rampe (35') aufweisenden federbelasteten
Betätigungsknopf (36) zum Zwecke des Vor- und Zurückbewegens des Haltebolzens (32)
zusammenwirkt.
29. Systemlager nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 28 mit einem Schlößchen und
Schlagbolzenmuttermit Druckfläche, dadurch gekennzeichnet, daß in Zuordnung zu entsprechenden Wechselläufen (3) und unterschiedlichen Abzugeinstellungen
unterschiedliche Ausführungen der Schlagbolzenmuttern (38) vorgesehen sind, deren
Druckfläche (39) jeweils in Längsrichtung an unterschiedlicher Position angeordnet
ist.
30. Systemlager nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfläche (39) verschiebbar gehalten ist.
31. Systemlager nach Anspruch 28 oder 29, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfläche an einem einjustierbaren Druckstein (45) ausgebildet ist, der
an der Schlagbolzenmutter (38) verschiebbar gehalten ist.