[0001] Die Erfindung betrifft ein fotografisches Silberhalogenidmaterial, das wenigstens
ein Polypeptidcopolymer enthält. Die Polypeptidcopolymere können je nach Art des Comonomers
unterschiedliche Funktionen im fotografischen Material ausüben.
[0002] Bekannt sind Gelatinederivate von abgebauter bzw. hydrolysierter Gelatine durch Umsetzung
mit Anhydriden mehrbasischer Säuren als Deckkrafterhöher. Für diesen Zweck werden
auch Gelatinederivate verwendet die noch C-C-Doppelbindungen enthalten, wenn die Umsetzung
mit Maleinanhydrid oder Itaconsäureanhydrid durchgeführt wird (DE-OS 2 129 758).
[0003] Bekannt sind Gelatinederivate von u.a. enzymatisch abgebauter Gelatine durch Umsetzung
mit monofunktionellen Verbindungen. Diese Derivate verbessern das bei der Schnellverarbeitung
entstehende Runzelkorn (DE-OS 2 407 347).
[0004] Bekannt ist weiterhin, Pfropfpolymere mit Gelatine herzustellen, indem man eine hydrolysierte
Gelatine mit einem Säureanhydrid oder einem Aldehyd umsetzt und anschließend mit einem
Monomer pfropfpolymerisiert. Fotografische Materialien, die diese Pfropfpolymere enthalten,
weisen eine verminderte Desensibilisierung an Knickstellen des Filmmaterials auf.
[0005] Aus JP 51-022 784 ist es bekannt, Pfropfpolymere auf Gelatine unter Verwendung von
wasserlöslichen Azoverbindungen und Monomeren herzustellen. Diese Pfropfpolymeren
sind aber nicht in Wasser löslich.
[0006] In Zhi-Chong Li et. al., J. Photogr. Sci.
40 (1992), S. 248 ff werden Gelatine/N-Vinylpyrrolidon-Pfropfpolymere beschrieben, die
durch Polymerisation des N-Vinylpyrrolidons in Gegenwart von Gelatine hergestellt
werden. Nachteilig ist, daß durch dieses Verfahren ein beträchtlicher Teil Vinylpyrrolidon-Homopolymer
entsteht.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es Polymere herzustellen, die durch Copolymerisation hergestellt
werden, die Polypeptid-Bausteine enthalten und nicht oder nur geringfügig durch Homopolymere
verunreinigt sind.
[0008] Die Aufgabe wurde dadurch gelöst, daß Polypeptide mit Reaktivmonomeren zu sogenannten
Peptidmonomeren umgesetzt werden, die anschließend in einem üblichen Copolymerisationsverfahren
mit ethylenisch ungesättigten Verbindungen zu fotografisch nützlichen Polymeren mit
Polypeptidsegmenten umgesetzt werden.
[0009] Von diesen Copolymeren mit Polypeptidsegmenten werden im fotografischen Material
insbesondere 0,5 mg bis 5 g/m², vorzugsweise 2,5 mg bis 1 g/m² eingesetzt.
[0010] Die erfindungsgemäßen Copolymere mit Polypeptidsegmenten im folgenden Copolymere
genannt, sind als Peptisationsmittel zur Herstellung von fotografischen Emulsionen,
als Weichmacher, als polymere Kuppler - wenn Kupplermonomere mit den Peptidmonomeren
copolymerisiert werden -, als Viskositätserhöher u.a. nützlich.
[0011] Die erfindungsgemäßen Copolymere zeichnen sich durch eine deutlich verbesserte Kolloidstabilität
aus.
[0012] Polypeptide im Sinne dieser Erfindung sind durch Peptidbindungen säureamidartig verknüpfte
Kondensationsprodukte von Aminosäuren. Die Polypeptide weisen ein mittleres Molekulargewicht
Mw von 2000 bis 40000, vorzugsweise von 3000 bis 30000 auf.
[0013] Die Synthese von Polypeptiden kann durch Kondensation von Aminosäuren nach den bekannten
Methoden der Peptidsynthese erfolgen, wie z.B. in E. Wünsch, "Synthese von Peptiden"
in Houben-Weyl, 4. Aufl. 1974 Georg Thieme Verlag beschrieben.
[0014] Die Polypeptide können aber auch durch Abbau von höhermolekularen Polypeptiden, z.B.
Eiweißen oder Proteinen durch hydrolytischen oder enzymatischen Abbau erhalten werden.
Für den enzymatischen Abbau eignen sich besonders die Enzyme Pepsin, Trypsin, Chymotrypsin,
Papain und Kollagenase. Der Abbau kann in einer anderen Ausführungsform auch hydrolytisch
erfolgen. Dabei wird das Protein oder Eiweiß in einer wäßrigen Lösung mit einer Säure
bei einem pH-Wert von 0,1 bis 1,0 oder einer Base bei einem pH-Wert von 9,5 bis 13,5
bei Temperaturen von 50 bis 70°C erhitzt.
[0015] Die Bestimmung der Molekulargewichte erfolgt durch Gelpermeationschromatographie.
Die Molmassenverteilung wird durch eine Eichkurve für Polyethylenoxid oder Polystyrolsulfonsäure
berechnet.
[0016] Geeignete Eiweiße oder Proteine, aus denen die Polypeptide durch Hydrolyse erhalten
werden, sind Gelatine, Kollagen, Keratin, Albumine, Globuline. Vorzugsweise wird für
den hydrolytischen Abbau Kollagen oder Gelatine verwendet.
[0017] Die Polypeptide können auch durch gentechnologische Methoden oder durch industrielle
Mikrobiologie synthetisiert werden.
[0018] Die für die Erfindung benötigten Polypeptide bestehen im wesentlichen aus den Aminosäuren
Glycin, Alanin, Serin, Cystein, Phenylalanin, Tyrosin, Tryptophan, Threonin, Methionin,
Valin, Prolin, Leucin, Isoleucin, Lysin, Arginin, Asparaginsäure, Asparagin, Glutaminsäure
und Glutamin. Vorzugsweise enthalten die Polypeptide Glycin, Prolin, Hydroxyprolin,
Glutaminsäure, Alanin, Arginin, Asparaginsäure und Lysin.
[0019] Die gemäß der Erfindung einsetzbaren Polypeptide sind in Wasser bei pH 7 und 20°C
zu mehr als 5 Gew.-% löslich und weisen als 20 gew.-%ige wäßrige Lösung eine Viskosität
von kleiner als 20 mPa.s bei 40°C auf.
[0020] Reaktivmonomere entsprechen insbesondere der Formel

worin
- R₁
- H, gegebenenfalls substituiertes Alkyl, insbesondere mit 1 bis 4 C-Atomen oder Halogen,
insbesondere Cl,
- L
- eine chemische Bindung oder ein zweiwertiges Brückenglied und
- X
- eine reaktive Gruppe bedeuten.
[0021] Unter einer reaktiven Gruppe wird eine Gruppe verstanden, die mit -NH₂-; -COOH- oder
-OH-Gruppen eines Polypeptids reagieren kann.
[0022] Bevorzugte reaktive Gruppen X sind
-COCl, SO₂Cl,

-O-CO-Cl, -Cl, -Br, -I, -OSO₂-R₂,

-SO₂-CH=CH₂,

-NCO, -CONH-CH₂-OH, -CONH-CH₂-O-CH₃,

-CO₂CH₂CN, -CO₂CH₂CO₂C₂H₅, -CO₂CH₂CONH₂, -CO₂-CH₂COCH₃,

-CO₂CH₂CO₂CH=CH₂, -CO₂N=CHCH₃, -CO₂N=C(CH₃)₂,

-CO₂CH₂CH₂Br, -CO₂CH₂CH₂CN,

wobei
- R₂
- Alkyl, Aryl, Aralkyl, vorzugsweise C₁-C₄-Alkyl oder Phenyl und
- R₃
- Wasserstoff oder Alkyl, vorzugsweise Wasserstoff oder C₁-C₄-Alkyl bedeuten.
[0023] Besonders bevorzugte reaktive Gruppen sind -COCl, -NCO, -Cl und -Br.
[0024] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform hat das Reaktivmonomer folgende Struktur
(II)

worin R₁ und X die oben angegebene Bedeutung haben,
- L₁
- eine -CO-, -COO-, -CONH- oder eine Phenylengruppe ist,
- L₂
- eine Alkylengruppe mit 1 bis 20 C-Atomen oder Arylengruppe mit 6 bis 20 C-Atomen,
- L₃
- eine -COO-, -OCO-, -CONH-, -NH-CO-O-, -NHCO-, -SO₂NH-, -NHSO₂-, -SO₂-Gruppe oder -O-
ist,
- m
- 0 oder 1
- n
- für den Fall, daß m 0 ist, ebenfalls 0, ansonsten 0 oder 1 ist.
Peptidmonomere
[0026] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Peptidmonomere erfolgt durch Umsetzung der
Reaktivmonomere mit den Polypeptiden in der Form, daß die Reaktivgruppe X des Reaktivmonomers
mit dem Polypeptid reagiert und die ethylenisch ungesättigte Gruppe erhalten bleibt.
Dazu wird die Reaktion vorzugsweise in Gegenwart von Polymerisationsinhibitoren durchgeführt.
Die Reinigung der Peptidmonomere erfolgt nach bekannten Methoden z.B. durch Umfällen
oder Dialyse.
[0027] Im folgenden wird anhand von Beispielen die Synthese der Peptidmonomeren erläutert.
Polypeptid 1
[0028] 600 g alkalisch geäscherte Gelatine werden in 5,4 l Wasser gelöst und mit 10 gew.-%iger
Natronlauge auf pH 8,5 gestellt. Zu dieser Lösung gibt man 300 g einer 2 gew.-%igen
Trypsin-Lösung und rührt die Mischung bei 40°C bis der pH auf 6,7 gefallen ist. Nach
24-stündigem Stehenlassen bei Raumtemperatur wird die Lösung aufkonzentriert und das
Polypeptid anschließend durch Einrühren in Aceton ausgefällt, abfiltriert und getrocknet.
Ausbeute: 96 % der Theorie.
Gehalt an primären Aminogruppen: 1,3 %
Viskosität: 8 mPa.s (25 gew.-%ige Lösung in H₂O, 40°C)
Mw: 25.000
Polypeptid 2
[0029] 200 g schwefelarme Knochengelatine wird in 600 ml 4 gew.-%iger Natronlauge 15 Minuten
gequollen und dann 1 Stunde bei 57°C gerührt. Anschließend wird abgekühlt, mit Salzsäure
neutralisiert und dialysiert, bis im Permeat keine Chloridionen mehr nachweisbar sind.
Ausbeute: 91 % der Theorie
Viskosität: 7 mPa.s (20 gew.-%ige Lösung in H₂O, 40°C)
Mw: 3.600
Polypeptid 3
[0030] 300 g einer 10 gew.-%igen sauer geäscherten Gelatine wird mit 10 gew.-%iger Natronlauge
auf pH 8,5 eingestellt und bei 40°C mit 15 g einer 2 gew.-%igen Trypsinlösung versetzt
und 80 min bei 40°C gerührt. Anschließend wird das erhaltene Polypeptid mit Aceton
ausgefällt, abgesaugt, mit Aceton nachgewaschen und getrocknet.
Ausbeute: 80 % der Theorie
Viskosität: 8 mPa.s (20 gew.-%ige Lösung in H₂O, 40°C)
Mw: 23.000
Polypeptid 4
[0031] 200 g schwefelarme Knochengelatine wurden in 2 l Wasser gequollen, bei 40°C gelöst
und mit 18,2 g konzentrierter Salzsäure versetzt. Anschließend wird 1,5 Stunden bei
80°C gerührt, abgekühlt und mit 10 gew.-%iger Natronlauge auf pH 7 gestellt. Dann
wird dialysiert, bis das Permeat chloridfrei ist.
Ausbeute: 94 % der Theorie
Viskosität: 8 mPa.s (20 Gew.-%ige Lösung in H₂O, 40°C)
Mw: 13.000
Peptidmonomer 1
[0032] 25 g Polypeptid 3 werden bei 40°C in 350 g Formamid gelöst. Dann tropft man in 5
Minuten 4,0 g R2 zu und rührt 2 Stunden bei 40°C und pH 9. Anschließend wird das Reaktionsprodukt
durch Eintropfen in 1 l Aceton ausgefällt, abgesaugt und mit Aceton nachgewaschen
und getrocknet.
Ausbeute: 60 % der Theorie
Peptidmonomer 2
[0033] 50 g Polypeptid 2 werden in 100 g Wasser gelöst, mit 50 ml Aceton verdünnt und mit
0,5 g Di-t.-butyl-p-kresol versetzt. Bei Raumtemperatur und einem pH von 9 wird unter
Rühren eine Lösung von 2 g R6 in 20 g Aceton innerhalb von 20 Minuten zugetropft.
Nach 20 Minuten Nachrühren wird die Lösung eingeengt und Minuten zugetropft. Nach
20 Minuten Nachrühren wird die Lösung eingeengt und das Peptidmonomer anschließend
mit Ethanol ausgefällt, abgesaugt und mit Ethanol nachgewaschen.
Ausbeute: 63 % der Theorie
[0034] Analog wurden weitere Peptidmonomere mit anderen Reaktivmonomeren hergestellt (siehe
Tabelle 1).
Tabelle 1
| Peptidmonomer |
Polypeptid |
Menge (g) |
Reaktivmonomer |
Menge (g) |
Ausbeute |
| 3 |
1 |
28 g |
R25 |
3,6 g |
84 % |
| 4 |
3 |
24 g |
R5 |
2,5 g |
86 % |
| 5 |
1 |
24 g |
R3 |
4,4 g |
78 % |
| 6 |
1 |
24 g |
R3 |
3,2 g |
80 % |
| 7 |
3 |
24 g |
R20 |
5,5 g |
83 % |
| 8 |
2 |
24 g |
R18 |
2,8 g |
79 % |
[0035] Zur Herstellung der Copolymeren mit den Peptidmonomeren sind je nach Anwendung verschiedene
Comonomere geeignet. Die erfindungsgemäßen Copolymere können ein oder mehrere Comonomere
enthalten. Beispiele für Comonomere sind:
[0036] Glycerylmethacrylat, N(
m-Hydroxyphenyl)methacrylamid, 2-Hydroxyethylacrylat, 2-Phenyl-1-vinylimidazol, 2-Hydroxypropylacrylat,
N-Isopropylacrylamid, N-(1,1-Dimethyl-3-dimethylaminopropyl)acrylamid, 2-Methyl-1-vinylimidazol,
1-Vinylimidazol, N-Vinyl-ε-caprolactam,
p-Methansulfonamidostyrol, N-Methylmethacrylamid, Methacrylamid, N-(3-Oxo-
n-butyl)maleinimid, Maleinimid, N-(2-Aminoethyl)methacrylamidhydrochlorid, 2-Hydroxyethylmethacrylat,
Methacryloylharnstoff, N-(3-Aminopropyl)methacrylamidhydrochlorid, N-(2-Amino-2-methylpropyl)methacrylamid,
Methacrylsäuresalz, Acrylnitril, α-Chloracrylnitril, Methacrylnitril, N-(2-Hydroxypropyl)methacrylamid,
N-Acryloylpiperidin, N-Vinylsuccinimid, N-Vinylphthalimid, 2-Hydroxypropylmethacrylat,
2-(5-Ethyl-2-pyridyl)ethylacrylat, N-(3-Methacryloyloxypropyl)thioharnstoff, N-Vinyl-2-pyrrolidon,
p-Aminostyrol, 2-(N,N-Dibutylamino)ethylacrylat, N-(4-Vinylphenyl)thioharnstoff, 3-Acrylamido-2-oxotetrahydrothiophen,
N-(4-Methacryloyloxyphenyl)methansulfonamid, 1,1-Dicyan-4-[N-(t-butyl)-N-(2-methacryloyloxyethylamino)-1,3-butadien,
N-(
p-Sulfamoylphenyl)maleinimid, N-Methacryloyl-
p-toluensulfonamid, N-(4-Vinylphenyl)-N'-methylthioharnstoff, 2-Acrylamido-2-hydroxymethyl-1,3-propandiol,
N,N-Dimethylmethacrylamid, N-Methylacrylamid, 2-Ureidoethylvinylether, N-Methacryloyl-N'-ureidoacetylhydrazin,
N-Vinyl-N'-(2-hydroxyethyl)succinamid, 2-Methyl-5-vinylpyridin, N-Vinyl-N'-(2-amino-2-methylpropyl)succinamid,
N-Vinylcarbazol, 2-Vinylpyridin, 4-Vinylpyridin, N-Isopropylmethacrylamid, N,N-Dimethylacrylamid,
2-(2-Chlor-4,6-dimethylphenyl)-5-acrylamidopyrazolin-3-on, 2-(Diethylamino)ethylacrylat,
3,6-Dimethyl-3,6-diazoheptylacrylat, 2-(Dimethylamino)ethylacrylat, 2-(Dimethylamino)ethylmethacrylat,
2-(Diethylamino)ethylmethacrylat, 3-[3-(Dimethylamino)propyl]acrylamid, Acrylamid,
N-(3-Methyl-5-oxo-3-heptyl)acrylamid, N-(2-Methyl-4-oxo-2-pentyl)acrylamid, N-Methyl-2-aminoethylmethacrylathydrochlorid,
Allylalkohol, N-Acryloylmethioninmethylester, N-Methylolacrylamid, N-(3- oder -5-Hydroxymethyl-2-methyl-4-oxo-2-pentyl)acrylamid,
Bis(1-Dimethylaminoethyl)methylmethacrylat, N-(Isobutoxymethyl)acrylamid, N-(Isobutoxymethyl)methacrylamid,
N-(m- und p-Vinylbenzyl)--N,N-dimethylamin, m- und p-Vinylbenzylalkohol, 2-Poly(ethylenoxy)ethylacrylat,
Ethylacrylamidoacetat, Methacryloyloxypolyglycerin, 2-(
t-Butylamino)ethylmethacrylat, 3-[2-(Dimethylamino)ethyl]acrylamid, 3-[2-(Dimethylamino)ethyl]methacrylamid,
3-(Diethylamino)propylacrylat, 4-(Diethylamino)-1-methylbutylacrylat, 4-[N-(2-Acryloyloxyethyl)-N-ethylamino]-1,1-dicyan-1,3-butadien,
1,1-Dicyan-4-[N-(1,1-dimethylethyl)-N-(2-methacryloyloxyethyl)amino]-1,3-butadien,
1,1-Dicyano-4-([N-(1-dimethylethyl)-N-(2-methacryloyloxyethylcarbamoylethyl)amino]-1,3-butadien,
N,N-Diethyl-5-(
m- und
p-vinylphenyl)-3-keto-pentanoylamid,
t-Pentylacrylat,
n-Pentylacrylat, 3-Pentylacrylat,
n-Butylacrylat, Benzylacrylat,
t-Butylmethacrylat, 5-Methyl-1,3,6-heptatrien, 1,1-Dihydroperfluorbutylacrylat, Di-
n-butyl-α-methylenglutarat, Benzyl-methacrylat, 3-Oxo-n-butylacrylat,
t-Butylacrylat, Cyclohexylacrylat, Cyclopentylacrylat, Cetylacrylat, Cyclohexylmethacrylat,
Cyclopentadien, Butadien, 2-Norbornylmethylacrylat, 2-(p-Toluensulfonyloxy)ethylacrylat,
trans-1,2-Dichlorethylen, 2-Norbornylmethylmethacrylat, Diethylmethacryloylmalonat,
Dimethyl-α-methylenglutarat, Ethylmethacrylat, Ethylen,
p-Chlorstyrol, Vinylthio(methylthio)methan, 1-Vinylthio-4-methylthiobutan, Isobutylacrylat,
Ethyl-N-acryloylglycin, Ethyl-5-(
m- und
p-vinylphenyl)-3-ketopentanoat, Methyl-5-(
m- und
p-vinylphenyl)-3-ketopentanoat, N-(3,6-Dithiaheptyl)acrylamid, 2-Ethylhexylacrylat,
Bis(Cyclohexylmethyl)-α-methylenglutarat,
n-Hexylmethacrylat, 3-Ethyl-1-methylbutylacrylat, N-(3,6-Dithiaoctyl)-acrylat, 2-Ethylhexylmethacrylat,
2-Isobornylmethacrylat, 6-(
m- und
p-vinylphenyl)-2,4-hexandion, Diisobutyl-α-methylenglutarat, Chloropren, Bis-(2-thiabutyl)methylacrylat,
n-Butylmethacrylat, Isobutylmethacrylat, 3-Oxo-
n-butylmethacrylat, Isopropylmethacrylat,
t-Butyl-5-(
m- und
p-vinylphenyl)-3-ketopentanoat, Laurylacrylat, Laurylmethacrylat, Methylacrylat, Methyl-α-chloracrylat,
Methylmethacrylat, Methylvinylketon, 3-Methyl-2-nitropropylacrylat, 2-(3-Nortricyclylmercapto)ethylmethacrylat,
1-Vinylthio-3-methylthiopropan, 5-Norbornen-2-yl-methylmethacrylat, N-(1,1-Dimethyl-3-methylthiopropyl)acrylamid,
2-Methyl-2-nitropropylmethacrylat, 5-(oder 6-)Methylmercapto-2-norbornylmethylmethacrylat,
3,7-Dithio-1-octen, 3-Methyl-2-norbornylmethylmethacrylat, 4-Methyl-2-propylpentylacrylat,
n-Octylacrylat,
n-Octadecylacrylat,
n-Octadecylmethacrylat, 2-Ethoxyethylacrylat, 2-Ethoxyethylmethacrylat,
n-Octylmethacrylat, 2-Methoxyethylmethacrylat, 2-Methoxyethylacrylat, 2-Methoxymethoxyethylacrylat,
1,3,6-Octanen, Ethylacrylat, Propylacrylat, 2-Cyanethylacrylat, Dicyclopentenylacrylat,
2,2,2-Trifluorethylacrylat, Phenylacrylat, Isopropylacrylat, n-Propylmethacrylat,
N-(1,1-Dimethyl-3-ethylthiopropyl)acrylamid, N-(3-Thiabutyl)acrylamid, N-(3-Thiaheptyl)acrylamid,
2,5-Dichlorstyrol, N-[2-(4-t-Butylphenylthio)ethyl]acrylamid, N-(2-Phenylthioethyl)acrylamid,
N-[2-(
p-Tolylthio)ethyl]acrylamid,
n-Hexylacrylat, N-(1,1-Dimethyl-2-methylthioethyl)acrylamid, 2-Methacryloyloxyethyltosylat,
N-(3-Thiabutyl)methacrylamid, Styrol, N-[2,2-Bis(ethylthio)ethyl]acrylamid, sec.-Butylacrylat,
p-Bromostyrol,
o-Chlorostyrol,
p-Fluorostyrol,
m-Chlorostyrol,
p-
t-Butylstyrol,
m- und
p-(2-Thiapropyl)styrol, 2-(Methylsulfinyl)ethylacrylat, 2-(Ethylsulfinyl)ethylacrylat,
Trichlorethylen, 2,2-Dimethylbutylacrylat, Neohexylacrylat, 3-Thiapentylacrylat, N-(3-Thiapentyl)methacrylamid,
3-Thiapentylmethacrylat, N-(3-Thiapentyl)acrylamid, N-
t-Butylacrylamid, Vinylacetat, Vinylbromid, Butylvinylether, Vinylidenbromid, Vinylchlorid,
Vinylethylthioacetat, Vinylisobutyrat, Vinylchloracetat, Vinyl-2-ethylhexanoat,
m- und
p-Vinyltoluol, 1-Brom-1-chlorethylen, Vinylneodecanoat, 3,4-Dichlorstyren, Dimethyl-2-methyl-1,3-butadienylphosphat,
Dimethyl-1-propen-2-yl-phosphat, α-Methylstyrol, Methacryloyloxyethyltrifluoracetat,
N-Phenylmaleinimid, N-(
p-Chlorphenyl)maleinimid, Methylvinylether, 2-(Methoxymethoxy)ethylacrylat, Methyl-
p-styrolsulfonat, Ethyl-
o- und
p-styrolsulfonat, Vinylbenzylacetat, Vinylbenzoat, 4-Acryloyloxybutan-1-sulfonsäure
Na-Salz, 3-Acryloyloxy-1-methylpropan-1-sulfonsäure Na-Salz, Acrylsäure, Citraconsäure,
Chlorfumarsäure, Monomethyl-α-methylenglutarat, 3-Allyloxy-2-hydroxypropansulfonsäure
Na-Salz, α-Chloracrylsäure, β-Acryloyloxypropionsäure, β-Acryloyloxyethylmonophosphat,
Kalium-3-acryloyloxypropylphosphat, Kalium-2-acryloyloxyethylphosphat, Mono-(3-acryloyloxypropyl)phosphat,
4-t-Butyl-9-methyl-8-oxo-7-oxo-4-aza-9-decen-1-sulfonsäure, Methacrylsäure, Mono-(2-methacryloyloxyethyl)phosphat,
Kalium-3-methacryloyloxypropylphosphat, Mono-(3-methacryloyloxypropyl)phosphat, Vinylsulfonsäure
Na-Salz, Furmarsäsure, Monoethylfumarat, Monomethylfumarat, 3-Acrylamido-3-methylbuttersäure,
Monomethylitaconat, Bis-(3-Natriumsulfopropyl)itaconat, Itaconsäure, Maleinsäure,
Mesaconsäure, α-Methylenglutarsäure, N-(2-Amino-2-methylpropyl)maleinsäsure, 2-Acryloyloxyethylschwefelsäure
Na-Salz, 2-Methacryloyloxyethylschwefelsäure, N-[4-(2-Amino-2-methylpropyl)-1-methylcyclohexyl]-maleinsäure,
Pyridnium-2-methacryloyloxyethylsulfat, Crotonsäure, 3-Acrylamidopropan-1-sulfonsäure
K-Salz, Ammonium-(8-methacryloyloxy-3,6-dioxaoctyl)sulfat,
p-Styrolsulfonsäure Na-Salz, Vinylphenylmethansulfonsäure Na-Salz, 3-Methacryloyloxypropan-1-sulfonsäure
Na-Salz, 3-Methacryloyloxypropan-1-methyl-sulfonsäure Na-Salz, 4-Methacryloyloxybutan-1-sulfonsäure,
Na-Salz, 2-Methacryloyloxyethyl-1-sulfonsäure Na-Salz, 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure
Na-Salz, 3-Methacryloyloxypropan-1-sulfonsäure K-Salz, 3-Acryloyloxyapropan-1-sulfonsäure,
Na-Salz, Methacrylsäure Na-Salz, Lithiummethacrylat, N-[2-(N-Methylsulfonyl-N-potassiosulfamoyl)ethyl]methacrylamid,
N-[2-(N-Phenylsulfonylsulfamoyl)ethyl]acrylamid, N-[2-(N-Phenylsulfonylsulfamoyl)ethyl]methacrylamid,
N-(
m- und
p-Vinylbenzyl)iminodiessigäure, Monodecylitaconat, Monododecylitaconat, Monotetradecylitaconat,
Monohexadecylitaconat, Monohexylitaconat, Monooctylitaconat, 2-Methacryloyloxyethyl-1-sulfonsäure,
Ammonium-
p-styrolsulfonat, Natrium-
o- und
p-styrolsulfonat, Kalium-
o- und
p-styrolsulfonat, Monovinyladipat, 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure Na-Salz,
N-(3-Acrylamidopropyl)ammoniummethacrylat, N-(2-Methacryloyloxyethyl)-N,N,N-trimethylammoniumiodid,
N-(2-Methacryloyloxyethyl)-N,N,N-trimethylammonium-
p-toluolsulfonat, 2-Methacryloyloxyethylisothiuroniummethansulfonat, 3-Methacryloyloxypropylisothiuroniumtosylat,
1,2-Dimethyl-5-vinylpyridiniummethosulfat, N-(2-Methacryloyloxyethyl)-N,N,N-trimethylammoniumbromid,
N-(2-Hydroxy-3-methacryloyloxypropyl)-N,N,N-trimethylammoniumsulfat, N-(2-Hydroxy-3-methacryloyloxypropyl)-N,N,N-trimethylammoniumchlorid,
N-Vinylbenzyl-N,N,N-trimethylammoniumchlorid, N-(3-Acrylamido-3,3-dimethylpropyl)-N,N,N-trimethylammoniummethosulfat,
3-Methyl-1-vinylimidazoliummethosulfat, N-(3-Methacrylamidopropyl)-N-benzyl-N,N-dimethylammoniumchlorid,
N-(3-Methacrylamidopropyl)-N,N,N-trimethylammoniumchlorid, N-(2-Acryloyloxyethyl)-N,N,N-trimethylammoniummethosulfat,
N-(2-Methacryloyloxyethyl)-N,N-dimethyl-N-benzylammoniumchlorid, 3-(2-Methyl-5-vinylpyridino)propylsulfonat,
N,N'-Methylenbisacrylamid, Ethylendimethacrylat, 2,2-Dimethyl-1,3-propylendiacrylat,
Divinylbenzol, Mono-[2,3-bis(methacryloyloxy)propyl]phosphat, N,N'-Bis(methacryloyl)harnstoff,
Triallylcyanurat, Allylacrylat, Allylmethacrylat, N-Alkylmethacrylamid, 4,4'-Isopropylidendiphenylendiacrylat,
1,3-Butenylendiacrylat, 1,4-Cyclohexylendimethylendimethacrylat, 2,2'-Oxydiethylendimethacrylat,
Divinyloxymethan, Ethylendiacrylat, Ethylidendiacrylat, Propylidendimethacrylat, 1,6-Diacrylamidohexan,
1,6-Hexamethylendiacrylat, 1,6-Hexamethylendimethacrylat, Phenylethylendimethacrylat,
Tetramethylendimethacrylat, 2,2,2-Trichloroethylidendimethacrylat, Ethylenbis(oxyethylen)diacrylat,
Ethylenbis(oxyethylen)dimethacrylat, Ethylidintrimethacrylat, Propylidintriacrylat,
Vinylallyloxyacetat, 1-Vinyloxy-2-allyloxyethan, 2-Crotononyloxyethylmethacrylat,
Diallylphthalat, 2-(5-Phenyl-2,4-pentadienoyloxy)ethylmethacrylat, N-Allylcyanacrylamid,
Ethyl-methacryloylacetoacetat, Acryloylaceton, Methacryloylaceton, Ethylacryloylacetat,
N-(2-acetoacetoxyethyl)acrylamid, 3-Methacryloyl-2,4-pentandione, N-(Methacryloyloxyethyl)acetoacetamid,
2-Acetoacetoxyethyl)methacrylat, N-
t-Butyl-N-(2-methacryloyloxyethyl)acetoacetamid, 2- und 3-Acetoacetoxypropylacrylat,
2-Acetoacetoxyethylacrylat, 2-Acetoacetoxy-2-methylpropylmethacrylat, Ethylmethacryloylacetat,
N-(3-Acetoacetamidopropyl)methacrylamid, N,N-Dimethylacryloylacetamid, N-(3-Methacryloyloxypropyl)cyanoacetamid,
2-Aminoethylmethacrylat, 2-Hydroxypropylmethacrylat, 2-Methacryloyloxyethylmesylat,
p-Aminostyrol,
m- und
p-(2-Chlorethylsulfonylmethyl)styrol, Methacrylsäure, Acrylsäure, Methacrylamid, 3-(N,N-Diethylamino)propylacrylat,
Vinylchloracetat, Vinylbenzaldehyd, 2-Cinnamoyloxyethylmethacrylat, Triallylisocyanurat,
N-(3- und 4-Vinylphenyl)-N'-(3-chloropropionyl)harnstoff, N-(3- und 4-Vinylphenyl)-3-chlorpropionamid,
2-(N-Methyl-2-methacryloyloxyethylamino)-4,6-dichlor-s-triazin, N-(2-Methacryloyloxyethyl)-N'-(3-chlorpropionyl)harnstoff,
N-(3-Methacrylamidopropyl)-N'-(3-chloropropionyl)-harnstoff, N-(3-Methacrylamidopropyl)-N'-(2-chloracetyl)harnstoff,
N-[3-(3-chlorpropionamido)propyl]methacrylamid,
m-Methacrylamidophenol,
m-Acrylamidophenol.
[0037] Bevorzugte Comonomere entsprechen der Formel (III)

worin
- R₁, L₁, L₂, L₃, m und n
- die vorstehend angegebene Bedeutung besitzen und
- Q
- eine mit -NH₂, -COOH oder -OH nicht reagierende Gruppe, insbesondere gegebenenfalls
nicht-reaktiv substituiertes Alkyl, Aryl oder Aralkyl oder eine fotografische nützliche
Gruppe ist.
[0038] Geeignete fotografisch nützliche Gruppen sind chemische Strukturelemente, die die
Funktion eines UV-Absorpers, eines Filterfarbstoffs, eines Beizmittels, eines Entwicklungsinhibitors,
eines Entwicklers, eines Bleichmittels, eines Bleichinhibitors, eines Blaugrün-, Purpur-
oder Gelbkupplers, eines Weißkupplers, eines Netzmittels, eines DIR- oder DAR-Kupplers,
eines Maskenkupplers aufweisen. Comonomere mit diesen Strukturen sind in US 5 234
807 beschrieben.
[0039] Die Copolymere aus Peptidmonomer und Comonomer gemäß der Erfindung enthalten mindestens
3 Gew.-%, vorzugsweise 10 Gew.-% Peptidmonomer. Die Synthese der Copolymere wird im
folgenden beschrieben.
[0040] Insbesondere bestehen die erfindungsgemäßen Copolymere aus 1 bis 60 Gew.-% an Resten,
die sich von dem Peptidmonomer und 40 bis 99 Gew.-% an Resten, die sich von Comonomeren
ableiten.
Copolymer 1
[0041] 40 g Peptidmonomer 2 wird in 2 l Wasser gelöst und mit 40 g N-Vinylpyrrolidon versetzt.
Unter Stickstoff und Rühren wird die Lösung auf 90°C erhitzt und dann eine Lösung
aus 0,8 g Azobiscyanvaleriansäure gelöst in 80 ml Wasser zugegeben. Nach 4-stündigem
Rühren bei 90°C wurde die viskose Lösung am Rotationsverdampfer eingeengt und anschließend
das Copolymer mit Aceton ausgefällt, abgesaugt und getrocknet.
Ausbeute: 84 % der Theorie
Copolymer 2
[0042] Unter Inertgas werden 625 g Wasser und 1,25 g Dodecylbenzolsulfonat auf 80°C erwärmt.
Dazu tropft man eine Lösung von 15 g Peptidmonomer 3 in 120 g Wasser und 238 g Ethylacrylat
und 375 g einer 1 gew.-%igen Lösung aus Azobiscyanvaleriansäure in 1 Stunde zu. Nach
2-stündigem Nachrühren erhält man einen feinteiligen stabilen Latex.
Ausbeute: 95 %
mittlere Teilchengröße: 64 nm
[0043] Weitere Copolymere werden wie bei Copolymer 1 (Methode 1) oder Copolymer 2 (Methode
2) beschrieben hergestellt (siehe Tabelle 2).
[0044] Die erfindungsgemäßen Copolymere können allen Schichten eines fotografischen Materials
zugesetzt werden; vorzugsweise werden sie den lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichten
zugesetzt, wobei die Verwendung in farbfotografischen Materialien bevorzugt ist.
[0045] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden die erfindungsgemäßen Copolymere
vor oder während der Fällung der Silberhalogenide einer oder mehreren der Fällungslösungen
zugesetzt.

[0046] Bezogen auf den Gelatinegehalt des fotografischen Materials beträgt der Anteil an
erfindungsgemäßem Copolymer 0,01-50 Gew.-%, vorzugsweise 0,05-10 Gew.-%.
[0047] Das Gelatine-zu-Silber-Gewichtsverhältnis im fotografischen Material beträgt bevorzugt
0,3-1,5.
[0048] Bei dem fotografischen Silberhalogenidmaterial kann es sich um Schwarz-weiß- oder
vorzugsweise um farbfotografische Materialien handeln.
[0049] Beispiele für farbfotografische Materialien sind Farbnegativfilme, Farbumkehrfilme,
Farbpositivfilme, farbfotografisches Papier, farbumkehrfotografisches Papier, farbempfindliche
Materialien für das Farbdiffusionstransfer-Verfahren oder das Silberfarb-Bleichverfahren.
[0050] Geeignete Träger zur Herstellung farbfotografischer Materialien sind z.B. Filme und
Folien von halbsynthetischen und synthetischen Polymeren, wie Cellulosenitrat, Celluloseacetat,
Cellulosebutyrat, Polystyrol, Polyvinylchlorid, Polyethylenterephthalat und Polycarbonat
und mit einer Barytschicht oder α-Olefinpolymerschicht (z.B. Polyethylen) laminiertes
Papier. Diese Träger können mit Farbstoffen und Pigmenten, beispielsweise Titandioxid,
gefärbt sein. Sie können auch zum Zwecke der Abschirmung von Licht schwarz gefärbt
sein. Die Oberfläche des Trägers wird im allgemeinen einer Behandlung unterzogen,
um die Adhäsion der fotografischen Emulsionsschicht zu verbessern, beispielsweise
einer Corona-Entladung mit nachfolgendem Antrag einer Substratschicht.
[0051] Die farbfotografischen Materialien enthalten üblicherweise mindestens je eine rotempfindliche,
grünempfindliche und blauempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht sowie gegebenenfalls
Zwischenschichten und Schutzschichten.
[0052] Wesentliche Bestandteile der fotografischen Emulsionsschichten sind Bindemittel,
Silberhalogenidkörnchen und Farbkuppler.
[0053] Als Bindemittel wird vorzugsweise Gelatine verwendet. Diese kann außer durch die
erfindungsgemäßen Copolymere auch ganz oder teilweise durch andere synthetische, halbsynthetische
oder auch natürlich vorkommende Polymere ersetzt werden. Synthetische Gelatineersatzstoffe
sind beispielsweise Polyvinylalkohol, Poly-N-vinylpyrrolidon, Polyacrylamide, Polyacrylsäure
und deren Derivate, insbesondere deren Mischpolymerisate. Natürlich vorkommende Gelatineersatzstoffe
sind beispielsweise andere Proteine wie Albumin oder Casein, Cellulose, Zucker, Stärke
oder Alginate. Halbsynthetische Gelatineersatzstoffe sind in der Regel modifizierte
Naturprodukte. Cellulosederivate wie Hydroxyalkylcellulose, Carboxymethylcellulose
und Phthalylcellulose sowie Gelatinederivate, die durch Umsetzung mit Alkylierungs-
oder Acylierungsmitteln oder durch Aufpfropfung von polymerisierbaren Monomeren erhalten
worden sind, sind Beispiele hierfür.
[0054] Die Bindemittel sollen über eine ausreichende Menge an funktionellen Gruppen verfügen,
so daß durch Umsetzung mit geeigneten Härtungsmitteln genügend widerstandsfähige Schichten
erzeugt werden können. Solche funktionellen Gruppen sind insbesondere Aminogruppen,
aber auch Carboxylgruppen, Hydroxylgruppen und aktive Methylengruppen.
[0055] Die vorzugsweise verwendete Gelatine kann durch sauren oder alkalischen Aufschluß
erhalten sein. Es kann auch oxidierte Gelatine verwendet werden. Gelatinen mit hoher
Viskosität und niedriger Quellung sind besonders vorteilhaft.
[0056] Das als lichtempfindlicher Bestandteil in dem fotografischen Material befindliche
Silberhalogenid kann als Halogenid Chlorid, Bromid oder Iodid bzw. Mischungen davon
enthalten. Beispielsweise kann der Halogenidanteil wenigstens einer Schicht zu 0 bis
15 mol-% aus Iodid, zu 0 bis 100 mol-% aus Chlorid und zu 0 bis 100 mol-% aus Bromid
bestehen. Im Falle von Farbnegativ- und Farbumkehrfilmen werden üblicherweise Silberbromidiodidemulsionen,
im Falle von Farbnegativ- und Farbumkehrpapier üblicherweise Silberchloridbromidemulsionen
mit hohem Chloridanteil bis zu reinen Silberchloridemulsionen verwendet. Es kann sich
um überwiegend kompakte Kristalle handeln, die z.B. regulär kubisch oder oktaedrisch
sind oder Übergangsformen aufweisen können. Vorzugsweise können aber auch plättchenförmige
Kristalle vorliegen, deren durchschnittliches Verhältnis von Durchmesser zu Dicke
bevorzugt wenigstens 5:1 ist, wobei der Durchmesser eines Kornes definiert ist als
der Durchmesser eines Kreises mit einem Kreisinhalt entsprechend der projizierten
Fläche des Kornes. Die Schichten können aber auch tafelförmige Silberhalogenidkristalle
aufweisen, bei denen das Verhältnis von Durchmesser zu Dicke wesentlich größer als
5:1 ist, z.B. 12:1 bis 30:1.
[0057] Die Silberhalogenidkörner können auch einen mehrfach geschichteten Kornaufbau aufweisen,
im einfachsten Fall mit einem inneren und einem äußeren Kornbereich (core/shell),
wobei die Halogenidzusammensetzung und/oder sonstige Modifizierungen, wie z.B. Dotierungen
der einzelnen Kornbereiche unterschiedlich sind.
[0058] Die mittlere Korngröße der Emulsionen liegt vorzugsweise zwischen 0,2 µm und 2,0
µm, die Korngrößenverteilung kann sowohl homo- als auch heterodispers sein. Homodisperse
Korngrößenverteilung bedeutet, daß 95 % der Körner nicht mehr als ± 30% von der mittleren
Korngröße abweichen. Die Emulsionen können neben dem Silberhalogenid auch organische
Silbersalze enthalten, z.B. Silberbenztriazolat oder Silberbehenat.
[0059] Es können zwei oder mehrere Arten von Silberhalogenidemulsionen, die getrennt hergestellt
werden, als Mischung verwendet werden.
[0060] Während der Fällung der Silberhalogenide und/oder der physikalischen Reifung der
Silberhalogenidkörner können auch Salze oder Komplexe von Metallen, wie Cd, Zn, Pb,
Tl, Bi, Ir, Rh, Fe vorhanden sein.
[0061] Ferner kann die Fällung auch in Gegenwart von Sensibilisierungsfarbstoffen erfolgen.
Komplexierungsmittel und/oder Farbstoffe lassen sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt
unwirksam machen, z.B. durch Änderung des pH-Wertes oder durch eine oxidative Behandlung.
[0062] Nach abgeschlossener Kristallbildung oder auch schon zu einem früheren Zeitpunkt
werden die löslichen Salze aus der Emulsion entfernt, z.B. durch Nudeln und Waschen,
durch Flocken und Waschen, durch Ultrafiltration oder durch Ionenaustauscher.
[0063] Die Silberhalogenidemulsion wird im allgemeinen einer chemischen Sensibilisierung
unter definierten Bedingungen - pH, pAg, Temperatur, Gelatine-, Silberhalogenid- und
Sensibilisatorkonzentration - bis zum Erreichen des Empfindlichkeits- und Schleieroptimums
unterworfen. Die Verfahrensweise ist z.B. bei H. Frieser "Die Grundlagen der Photographischen
Prozesse mit Silberhalogeniden" Seite 675-734, Akademische Verlagsgesellschaft (1968)
beschrieben.
[0064] Dabei kann die chemische Sensibilisierung unter Zusatz von Verbindungen von Schwefel,
Selen, Tellur und/oder Verbindungen der Metalle der VIII. Nebengruppe des Periodensystems
(z.B. Gold, Platin, Palladium, Iridium) erfolgen, weiterhin können Thiocyanatverbindungen,
oberflächenaktive Verbindungen, wie Thioether, heterocyclische Stickstoffverbindungen
(z.B. Imidazole, Azaindene) oder auch spektrale Sensibilisatoren (beschrieben z.B.
bei F. Hamer "The Cyanine Dyes and Related Compounds", 1964, bzw. Ullmanns Encyclopädie
der technischen Chemie, 4. Auflage, Bd. 18, S. 431 ff. und Research Disclosure 17643
(Dez. 1978), Kapitel III) zugegeben werden. Ersatzweise oder zusätzlich kann eine
Reduktionssensibilisierung unter Zugabe von Reduktionsmitteln (Zinn-II-Salze, Amine,
Hydrazinderivate, Aminoborane, Silane, Formamidinsulfinsäure) durch Wasserstoff durch
niedrigen pAg (z.B. kleiner 5) und/oder hohen pH (z.B. über 8) durchgeführt werden.
[0065] Die fotografischen Emulsionen können Verbindungen zur Verhinderung der Schleierbildung
oder zur Stabilisierung der fotografischen Funktion während der Produktion, der Lagerung
oder der fotografischen Verarbeitung enthalten.
[0066] Besonders geeignet sind Azaindene, vorzugsweise Tetra-und Pentaazaindene, insbesondere
solche, die mit Hydroxyl- oder Aminogruppen substituiert sind. Derartige Verbindungen
sind z.B. von Birr, Z. Wiss. Phot.
47 (1952), S. 2-58 beschrieben worden. Weiter können als Antischleiermittel Salze von
Metallen wie Quecksilber oder Cadmium, aromatische Sulfon- oder Sulfinsäuren wie Benzolsulfinsäure,
oder stickstoffhaltige Heterocyclen wie Nitrobenzimidazol, Nitroindazol, gegebenenfalls
substituierte Benztriazole oder Benzthiazoliumsalze eingesetzt werden. Besonders geeignet
sind Mercaptogruppen enthaltende Heterocyclen, z.B. Mercaptobenzthiazole, Mercaptobenzimidazole,
Mercaptotetrazole, Mercaptothiadiazole, Mercaptopyrimidine, wobei diese Mercaptoazole
auch eine wasserlöslichmachende Gruppe, z.B. eine Carboxylgruppe oder Sulfogruppe,
enthalten können. Weitere geeignete Verbindungen sind in Research Disclosure 17643
(Dez. 1978), Kapitel VI, veröffentlicht.
[0067] Die Stabilisatoren können den Silberhalogenidemulsionen vor, während oder nach deren
Reifung zugesetzt werden. Selbstverständlich kann man die Verbindungen auch anderen
fotografischen Schichten, die einer Halogensilberschicht zugeordnet sind, zusetzen.
[0068] Es können auch Mischungen aus zwei oder mehreren der genannten Verbindungen eingesetzt
werden.
[0069] Die fotografischen Emulsionsschichten oder andere hydrophile Kolloidschichten des
erfindungsgemäß hergestellten lichtempfindlichen Materials können oberflächenaktive
Mittel für verschiedene Zwecke enthalten, wie Überzugshilfen, zur Verhinderung der
elektrischen Aufladung, zur Verbesserung der Gleiteigenschaften, zum Emulgieren der
Dispersion, zur Verhinderung der Adhäsion und zur Verbesserung der fotografischen
Charakteristika (z.B. Entwicklungsbeschleunigung, hoher Kontrast, Sensibilisierung
usw.). Neben natürlichen oberflächenaktiven Verbindungen, z.B. Saponin, finden hauptsächlich
synthetische oberflächenaktive Verbindungen (Tenside) Verwendung: nicht-ionische Tenside,
z.B. Alkylenoxidverbindungen, Glycerinverbindungen oder Glycidolverbindungen, kationische
Tenside, z.B. höhere Alkylamine, quartäre Ammoniumsalze, Pyridinverbindungen und andere
heterocyclische Verbindungen, Sulfoniumverbindungen oder Phosphoniumverbindungen,
anionische Tenside, enthaltend eine Säuregruppe, z.B. Carbonsäure-, Sulfonsäure-,
eine Phosphorsäure-, Schwefelsäureester- oder Phosphorsäureestergruppe, ampholytische
Tenside, z.B. Aminosäure- und Aminosulfonsäureverbindungen sowie Schwefel- oder Phosphorsäureester
eines Aminoalkohols.
[0070] Die fotografischen Emulsionen können unter Verwendung von Methinfarbstoffen oder
anderen Farbstoffen spektral sensibilisiert werden. Besonders geeignete Farbstoffe
sind Cyaninfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe und komplexe Merocyaninfarbstoffe.
[0071] Eine Übersicht über die als Spektralsensibilisatoren geeigneten Polymethinfarbstoffe,
deren geeignete Kombinationen und supersensibilisierend wirkenden Kombinationen enthält
Research Disclosure 17643 (Dez. 1978),Kapitel IV.
[0072] Insbesondere sind die folgenden Farbstoffe - geordnet nach Spektralgebieten - geeignet:
1. als Rotsensibilisatoren
9-Ethylcarbocyanine mit Benzthiazol, Benzselenazol oder Naphthothiazol als basische
Endgruppen, die in 5- und/oder 6-Stellung durch Halogen, Methyl, Methoxy, Carbalkoxy,
Aryl substituiert sein können sowie 9-Ethyl-naphthoxathia- bzw. -selencarbocyanine
und 9-Ethyl-naphthothiaoxa- bzw. - benzimidazocarbocyanine, vorausgesetzt, daß die
Farbstoffe mindestens eine Sulfoalkylgruppe am heterocyclischen Stickstoff tragen.
2. als Grünsensibilisatoren
9-Ethylcarbocyanine mit Benzoxazol, Naphthoxazol oder einem Benzoxazol und einem Benzthiazol
als basische Endgruppen sowie Benzimidazocarbocyanine, die ebenfalls weiter substituiert
sein können und ebenfalls mindestens eine Sulfoalkylgruppe am heterocyclischen Stickstoff
enthalten müssen.
3. als Blausensibilisatoren
symmetrische oder asymmetrische Benzimidazo-, Oxa-, Thia- oder Selenacyanine mit mindestens
einer Sulfoalkylgruppe am heterocyclischen Stickstoff und gegebenenfalls weiteren
Substituenten am aromatischen Kern, sowie Apomerocyanine mit einer Rhodaningruppe.
[0073] Auf Sensibilisatoren kann verzichtet werden, wenn für einen bestimmten Spektralbereich
die Eigenempfindlichkeit des Silberhalogenids ausreichend ist, beispielsweise die
Blauempfindlichkeit von Silberbromiden.
[0074] Den unterschiedlich sensibilisierten Emulsionsschichten werden nicht diffundierende
monomere oder polymere Farbkuppler zugeordnet, die sich in der gleichen Schicht oder
in einer dazu benachbarten Schicht befinden können. Gewöhnlich werden den rotempfindlichen
Schichten Blaugrünkuppler, den grünempfindlichen Schichten Purpurkuppler und den blauempfindlichen
Schichten Gelbkuppler zugeordnet.
[0075] Farbkuppler zur Erzeugung des blaugrünen Teilfarbenbildes sind in der Regel Kuppler
vom Phenol- oder ∝-Naphtholtyp.
[0076] Farbkuppler zur Erzeugung des purpurnen Teilfarbenbildes sind in der Regel Kuppler
vom Typ des 5-Pyrazolons, des Indazolons oder der Pyrazoloazole.
[0077] Farbkuppler zur Erzeugung des gelben Teilfarbenbildes sind in der Regel Kuppler mit
einer offenkettigen Ketomethylengruppierung, insbesondere Kuppler vom Typ des α-Acylacetamids;
geeignete Beispiele hierfür sind α-Benzoylacetanilidkuppler und α-Pivaloylacetanilidkuppler.
[0078] Bei den Farbkupplern kann es sich um 4-Äquivalentkuppler, aber auch um 2-Äquivalentkuppler
handeln. Letztere leiten sich von den 4-Äquivalentkupplern dadurch ab, daß sie in
der Kupplungsstelle einen Substituenten enthalten, der bei der Kupplung abgespalten
wird. Zu den 2-Äquivalentkupplern sind solche zu rechnen, die farblos sind, als auch
solche, die eine intensive Eigenfarbe aufweisen, die bei der Farbkupplung verschwindet
bzw. durch die Farbe des erzeugten Bildfarbstoffes ersetzt wird (Maskenkuppler), und
die Weißkuppler, die bei Reaktion mit Farbentwickleroxidationsprodukten im wesentlichen
farblose Produkte ergeben. Zu den 2-Äquivalentkupplern sind ferner solche Kuppler
zu rechnen, die in der Kupplungsstelle einen abspaltbaren Rest enthalten, der bei
Reaktion mit Farbentwickleroxidationsprodukten in Freiheit gesetzt wird und dabei
entweder direkt oder nachdem aus dem primär abgespaltenen Rest eine oder mehrere weitere
Gruppen abgespalten worden sind (z.B. DE-A-27 03 145, DE-A-28 55 697, DE-A-31 05 026,
DE-A-33 19 428), eine bestimmte erwünschte fotografische Wirksamkeit entfaltet, z.B.
als Entwicklungsinhibitor oder -accelerator. Beispiele für solche 2-Äquivalentkuppler
sind die bekannten DIR-Kuppler wie auch DAR-bzw. FAR-Kuppler.
[0079] Das Material kann weiterhin von Kupplern verschiedene Verbindungen enthalten, die
beispielsweise einen Entwicklungsinhibitor, einen Entwicklungsbeschleuniger, einen
Bleichbeschleuniger, einen Entwickler, ein Silberhalogenidlösungsmittel, ein Schleiermittel
oder ein Antischleiermittel in Freiheit setzen können, beispielsweise sogenannte DIR-Hydrochinone
und andere Verbindungen, wie sie beispielsweise in US-A-4 636 546, 4 345 024, 4 684
604 und in DE-A-31 45 640, 25 15 213, 24 47 079 und in EP-A-198 438 beschrieben sind.
Diese Verbindungen erfüllen die gleiche Funktion wie die DIR-, DAR- oder FAR-Kuppler,
außer daß sie keine Kupplungsprodukte bilden.
[0080] Hochmolekulare Farbkuppler sind beispielsweise in DE-C-1 297 417, DE-A-24 07 569,
DE-A-31 48 125, DE-A-32 17 200, DE-A-33 20 079, DE-A-33 24 932, DE-A-33 31 743, DE-A-33
40 376, EP-A-27 284, US-A-4 080 211 beschrieben. Die hochmolekularen Farbkuppler werden
in der Regel durch Polymerisation von ethylenisch ungesättigten monomeren Farbkupplern
hergestellt. Sie können aber auch durch Polyaddition oder Polykondensation erhalten
werden.
[0081] Besonders gut geeignete hochmolekulare Farbkuppler sind erfindungsgemäße Verbindungen,
in denen Q ein Farbkupplerrest ist.
[0082] Die Einarbeitung der Kuppler oder anderer Verbindungen in Silberhalogenidemulsionsschichten
kann in der Weise erfolgen, daß zunächst von der betreffenden Verbindung eine Lösung,
eine Dispersion oder eine Emulsion hergestellt und dann der Gießlösung für die betreffende
Schicht zugefügt wird. Die Auswahl des geeigneten Lösungs- oder Dispersionsmittels
hängt von der jeweiligen Löslichkeit der Verbindung ab.
[0083] Methoden zum Einbringen von in Wasser im wesentlichen unlöslichen Verbindungen durch
Mahlverfahren sind beispielsweise in DE-A-26 09 741 und DE-A-26 09 742 beschrieben.
[0084] Hydrophobe Verbindungen können auch unter Verwendung von hochsiedenden Lösungsmitteln,
sogenannten Ölbildnern, in die Gießlösung eingebracht werden. Entsprechende Methoden
sind beispielsweise in US-A-2 322 027, US-A-2 801 170, US-A-2 801 171 und EP-A-O 043
037 beschrieben.
[0085] Anstelle der hochsiedenden Lösungsmitteln können Oligomere oder Polymere, sogenannte
polymere Ölbildner Verwendung finden.
[0086] Die Verbindungen können auch in Form beladener Latices in die Gießlösung eingebracht
werden. Verwiesen wird beispielsweise auf DE-A-25 41 230, DE-A-25 41 274, DE-A-28
35 856, EP-A-O 014 921, EP-A-0 069 671, EP-A-O 130 115, US-A-4 291 113.
[0087] Die diffusionsfeste Einlagerung anionischer wasserlöslicher Verbindungen (z.B. von
Farbstoffen) kann auch mit Hilfe von kationischen Polymeren, sogenannten Beizenpolymeren
erfolgen.
[0088] Geeignete Ölbildner sind z.B. Phthalsäurealkylester, Phosphonsäureester, Phosphorsäureester,
Citronensäureester, Benzoesäureester, Amide, Fettsäureester, Trimesinsäureester, Alkohole,
Phenole, Anilinderivate und Kohlenwasserstoffe.
[0089] Jede der unterschiedlich sensibilisierten, lichtempfindlichen Schichten kann aus
einer einzigen Schicht bestehen oder auch zwei oder mehr Silberhalogenidemulsionsteilschichten
umfassen (DE-C-1 121 470). Dabei sind rotempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten
dem Schichtträger häufig näher angeordnet als grünempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten
und diese wiederum näher als blauempfindliche, wobei sich im allgemeinen zwischen
grünempfindlichen Schichten und blauempfindlichen Schichten eine nicht lichtempfindliche
gelbe Filterschicht befindet.
[0090] Bei geeignet geringer Eigenempfindlichkeit der grün-bzw. rotempfindlichen Schichten
kann man unter Verzicht auf die Gelbfilterschicht andere Schichtanordnungen wählen,
bei denen auf den Träger z.B. die blauempfindlichen, dann die rotempfindlichen und
schließlich die grünempfindlichen Schichten folgen.
[0091] Die in der Regel zwischen Schichten unterschiedlicher Spektralempfindlichkeit angeordneten
nicht lichtempfindlichen Zwischenschichten können Mittel enthalten, die eine unerwünschte
Diffusion von Entwickleroxidationsprodukten aus einer lichtempfindlichen in eine andere
lichtempfindliche Schicht mit unterschiedlicher spektraler Sensibilisierung verhindern.
[0092] Liegen mehrere Teilschichten gleicher spektraler Sensibilisierung vor, so können
sich diese hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, insbesondere was Art und Menge der
Silberhalogenidkörnchen betrifft unterscheiden. Im allgemeinen wird die Teilschicht
mit höherer Empfindlichkeit von Träger entfernter angeordnet sein als die Teilschicht
mit geringerer Empfindlichkeit. Teilschichten gleicher spektraler Sensibilisierung
können zueinander benachbart oder durch andere Schichten, z.B. durch Schichten anderer
spektraler Sensibilisierung getrennt sein. So können z.B. alle hochempfindlichen und
alle niedrigempfindlichen Schichten jeweils zu einem Schichtpaket zusammengefaßt sein
(DE-A-19 58 709, DE-A-25 30 645, DE-A-26 22 922).
[0093] Das fotografische Material kann weiterhin UV-Licht absorbierende Verbindungen, Weißtöner,
Abstandshalter, Filterfarbstoffe, Formalinfänger, Lichtschutzmittel, Antioxidantien,
D
Min-Farbstoffe, Zusätze zur Verbesserung der Farbstoff-, Kuppler- und Weißenstabilisierung
sowie zur Verringerung des Farbschleiers, Weichmacher (Latices), Biocide und anderes
enthalten.
[0094] Die Schichten des fotografischen Materials können mit den üblichen Härtungsmitteln
gehärtet werden. Geeignete Härtungsmittel sind z.B. Formaldehyd, Glutaraldehyd und
ähnliche Aldehydverbindungen, Diacetyl, Cyclopentadion und ähnliche Ketonverbindungen,
Bis-(2-chlorethylharnstoff), 2-Hydroxy-4,6-dichlor-1,3,5-triazin und andere Verbindungen,
die reaktives Halogen enthalten (US-A-3 288 775, US-A-2 732 303, GB-A-974 723 und
GB-A-1 167 207), Divinylsulfonverbindungen, 5-Acetyl-1,3-diacryloylhexahydro-1,3,5-triazin
und andere Verbindungen, die eine reaktive Olefinbindung enthalten (US-A-3 635 718,
US-A-3 232 763 und GB-A-994 869); N-Hydroxymethylphthalimid und andere N-Methylolverbindungen
(US-A-2 732 316 und US-A-2 586 168); Isocyanate (US-A-3 103 437); Aziridinverbindungen
(US-A-3 017 280 und US-A-2 983 611); Säurederivate (US-A-2 725 294 und US-A-2 725
295); Verbindungen vom Carbodiimidtyp (US-A-3 100 704); Carbamoylpyridiniumsalze (DE-A-22
25 230 und DE-A-24 39 551); Carbamoyloxypyridiniumverbindungen (DE-A-24 08 814); Verbindungen
mit einer Phosphor-Halogen-Bindung (JP-A-113 929/83); N-Carbonyloximid-Verbindungen
(JP-A-43353/81); N-Sulfonyloximido-Verbindungen (US-A-4 111 926), Dihydrochinolinverbindungen
(US-A-4 013 468), 2-Sulfonyloxypyridiniumsalze (JP-A-110 762/81), Formamidiniumsalze
(EP-A-0 162 308), Verbindungen mit zwei oder mehr N-Acyloximino-Gruppen (US-A-4 052
373), Epoxyverbindungen (US-A-3 091 537), Verbindungen vom Isoxazoltyp (US-A-3 321
313 und US-A-3 543 292); Halogencarboxyaldehyde, wie Mucochlorsäure; Dioxanderivate,
wie Dihydroxydioxan und Di-chlordioxan; und anorganische Härter, wie Chromalaun und
Zirkonsulfat.
[0095] Die Härtung kann in bekannter Weise dadurch bewirkt werden, daß das Härtungsmittel
der Gießlösung für die zu härtende Schicht zugesetzt wird, oder dadurch, daß die zu
härtende Schicht mit einer Schicht überschichtet wird, die ein diffusionsfähiges Härtungsmittel
enthält.
[0096] Unter den aufgeführten Klassen gibt es langsam wirkende und schnell wirkende Härtungsmittel
sowie sogenannte Soforthärter, die besonders vorteilhaft sind. Unter Soforthärtern
werden Verbindungen verstanden, die geeignete Bindemittel so vernetzen, daß unmittelbar
nach Beguß, spätestens nach 24 Stunden, vorzugsweise spätestens nach 8 Stunden die
Härtung so weit abgeschlossen ist, daß keine weitere durch die Vernetzungsreaktion
bedingte Änderung der Sensitometrie und der Quellung des Schichtverbandes auftritt.
Unter Quellung wird die Differenz von Naßschichtdicke und Trockenschichtdicke bei
der wäßrigen Verarbeitung des Films verstanden (Photogr. Sci., Eng. 8 (1964), 275;
Photogr. Sci. Eng. (1972), 449).
[0097] Bei diesen mit Gelatine sehr schnell reagierenden Härtungsmitteln handelt es sich
z.B. um Carbamoylpyridiniumsalze, die mit freien Carboxylgruppen der Gelatine zu reagieren
vermögen, so daß letztere mit freien Aminogruppen der Gelatine unter Ausbildung von
Peptidbindungen und Vernetzung der Gelatine reagieren.
[0098] Farbfotografische Negativmaterialien werden üblicherweise durch Entwickeln, Bleichen,
Fixieren und Wässern oder durch Entwickeln, Bleichen, Fixieren und Stabilisieren ohne
nachfolgende Wässerung verarbeitet, wobei Bleichen und Fixieren zu einem Verarbeitungsschritt
zusammengefaßt sein können. Als Farbentwicklerverbindung lassen sich sämtliche Entwicklerverbindungen
verwenden, die die Fähigkeit besitzen, in Form ihres Oxidationsproduktes mit Farbkupplern
zu Azomethin- bzw. Indophenolfarbstoffen zu reagieren. Geeignete Farbentwicklerverbindungen
sind aromatische, mindestens eine primäre Aminogruppe enthaltende Verbindungen vom
p-Phenylendiamintyp, beispielsweise N,N-Dialkyl-p-phenylendiamine wie N,N-Diethyl-p-phenylendiamin,
1-(N-Ethyl-N-methansulfonamidoethyl)-3-methyl-p-phenylendiamin, 1-(N-Ethyl-N-hydroxyethyl)-3-methyl-p-phenylendiamin
und 1-(N-Ethyl-N-methoxyethyl)-3-methyl-p-phenylendiamin. Weitere brauchbare Farbentwickler
sind beispielsweise in J. Amer. Chem. Soc.
73, 3106 (1951) und G. Haist, Modern Photographic Processing, 1979, John Wiley and Sons,
New York, Seite 545 ff. beschrieben.
[0099] Nach der Farbentwicklung kann ein saures Stoppbad oder eine Wässerung folgen.
[0100] Üblicherweise wird das Material unmittelbar nach der Farbentwicklung gebleicht und
fixiert. Als Bleichmittel können z.B. Fe(III)-Salze und Fe(III)-Komplexsalze wie Ferricyanide,
Dichromate, wasserlösliche Kobaltkomplexe verwendet werden. Besonders bevorzugt sind
Eisen-(III)-Komplexe von Aminopolycarbonsäuren, insbesondere z.B. von Ethylendiamintetraessigsäure,
Propylendiamintetraessigsäure, Diethylentriaminpentaessigsäure, Nitrilotriessigsäure,
Iminodiessigsäure, N-Hydroxyethyl-ethylendiamintriessigsäure, Alkyliminodicarbonsäuren
und von entsprechenden Phosphonsäuren. Geeignete als Bleichmittel sind weiterhin Persulfate
und Peroxide, z.B. Wasserstoffperoxid.
[0101] Auf das Bleichfixierbad oder Fixierbad folgt meist eine Wässerung, die als Gegenstromwässerung
ausgeführt ist oder aus mehreren Tanks mit eigener Wasserzufuhr besteht.
[0102] Günstige Ergebnisse können bei Verwendung eines darauf folgenden Schlußbades, das
keinen oder nur wenig Formaldehyd enthält, erhalten werden.
[0103] Die Wässerung kann aber durch ein Stabilisierbad vollständig ersetzt werden, das
üblicherweise im Gegenstrom geführt wird. Dieses Stabilisierbad übernimmt bei Formaldehydzusatz
auch die Funktion eines Schlußbades.
[0104] Bei Farbumkehrmaterialien erfolgt zunächst eine Entwicklung mit einem Schwarz-Weiß-Entwickler,
dessen Oxidationsprodukt nicht zur Reaktion mit den Farbkupplern befähigt ist. Es
schließt sich eine diffuse Zweitbelichtung und dann Entwicklung mit einem Farbentwickler,
Bleichen und Fixieren an.
Beispiel 1
Emulsion 1 (EM 1)
[0105] In einem 10 l-Reaktionskessel wurde eine wäßrige Lösung aus 30 g inerter Knochengelatine
und 40 g KBr in 3 l Wasser vorgelegt. Dieser Vorlage wurden bei einer Temperatur von
75°C 1500 ml einer 2/3 molaren Silbernitratlösung und 1500 ml einer Halogenidlösung
die 1/8 molar an Iodid und 1 molar an Bromid mit jeweils konstanter Dosierung über
einen Zeitraum von 30 min zugeführt. Nach einer Pause von 10 min wurden weitere 1800
ml einer 0,5 molaren wäßrigen AgNO₃-Lösung und 1800 ml einer 0,55 molaren Ammoniumbromidlösung
über einen Zeitraum von 30 min mit konstanter Dosierung bei 75°C zugeführt.
[0106] Danach wurde die Emulsion abgekühlt, durch Ansäuern und unter Zusatz eines Flockmittels
ausgeflockt. Das Flockulat wurde mehrfach ausgewaschen und unter Zusatz von inerter
Knochengelatine redispergiert, so daß sich ein Silber/Gelatine-Gewichtsverhältnis
von 1:0,3 (bezogen auf Silbernitrat) ergab.
[0107] Die so erhaltene Emulsion hatte einen mittleren Korndurchmesser von 0,9 µm und einen
Iodidgehalt von 9,9 Mol-%.
[0108] Der Anteil von tafelförmigen Kristallen an der Gesamtprojektionsfläche betrug nach
elektronenmikroskopischen Aufnahmen ca. 25 %. Das durchschnittliche Aspektverhältnis
der tafelförmigen Kristalle lag bei 3,5. EM1 ist eine Vergleichsemulsion.
EM 2 (erfindungsgemäß)
[0109] EM 2 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 0,34
g des Copolymer 1 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 55 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 6.
EM 3 (erfindungsgemäß)
[0110] EM 3 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 1,36
g des Copolymer 1 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 78 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 10.
EM 4 (erfindungsgemäß)
[0111] EM 4 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 3,4
g des Copolymer 1 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 85 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle >15.
EM 5 (Vergleich)
[0112] EM 5 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 0,17
g der Verbindung PVP K30 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 65 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 7.
EM 6 (Vergleich)
[0113] EM 6 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 0,68
g der Verbindung PVP K30 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 80 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 9.
EM 7 (Vergleich)
[0114] EM 7 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 1,7
g der Verbindung PVP K30 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 87 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 17.
[0115] PVP K30 ist ein Polyvinylpyrrolidon mit Mw ∼ 30.000.
EM 8 (erfindungsgemäß)
[0116] EM 8 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 0,34
g des Copolymers 13 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 45 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 5.
EM 9 (erfindungsgemäß)
[0117] EM 9 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 1,36
g des Copolymers 13 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 72 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 11.
EM 10 (erfindungsgemäß)
[0118] EM 10 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 3,4
g des Copolymers 13 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 78 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle >12.
EM 11 (Vergleich)
[0119] EM 11 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 0,34
g des Vergleichspolymers VP 1 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der
Gesamtprojektionsfläche betrug 55 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen
Kristalle 6,5.
EM 12 (Vergleich)
[0120] EM 12 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 1,36
g des Vergleichspolymers VP 1 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der
Gesamtprojektionsfläche betrug 73 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen
Kristalle 8.
EM 13 (Vergleich)
[0121] EM 13 wurde wie EM 1 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 3,4
g des Vergleichspolymers VP 1 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der
Gesamtprojektionsfläche betrug 82 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen
Kristalle 15.
[0122] Vergleichspolymer VP 1 wird hergestellt durch Polymerisation von Vinylpyrrolidon
in Gelatinelösung. Das Gewichtsverhältnis PVA:Gelatine ist 1,0.
Emulsion 14 (EM 14)
[0123] In einem 10 l-Reaktionskessel wurde eine wäßrige Lösung aus 30 g inerter Knochengelatine,
36 g KBr und 3,2 g KJ in 3 l Wasser vorgelegt.
[0124] Dieser Vorlage wurden bei einer Temperatur von 70°C 1.200 ml einer wäßrigen Lösung
von 136 g AgNO₃ und 1.200 ml einer wäßrigen Lösung von 150 g KBr und 6,8 g KI mit
jeweils konstanter Dosierung über einen Zeitraum von 30 min zugeführt.
[0125] Nach einer Pause von 10 min wurden weitere 1.600 ml einer wäßrigen Lösung von 204
g AgNO₃ und 1.600 ml einer wäßrigen Lösung von 130 g NH₄Br über einen Zeitraum von
32 min mit konstanter Dosierung zugeführt.
[0126] Danach wurde die Emulsion abgekühlt, durch Ansäuern und unter Zusatz eines Flockmittels
ausgeflockt. Das Flockulat wurde mehrfach ausgewaschen und unter Zusatz von inerter
Knochengelatine redispergiert, so daß sich ein Silber/Gelatine-Gewichtsverhältnis
von 1:0,3 (bezogen auf Silbernitrat) ergab.
[0127] Die so erhaltene Emulsion hatte einen mittleren Komdurchmesser von 0,8 µm und einen
Iodidgehalt von 3 Mol-%.
[0128] Der Anteil von tafelförmigen Kristallen an der Gesamtprojektionsfläche betrug nach
elektronenmikroskopischen Aufnahmen ca. 35 %. Das durchschnittliche Aspektverhältnis
der tafelförmigen Kristalle lag bei 4. EM 14 ist eine Vergleichsemulsion.
EM 15 (erfindungsgemäß)
[0129] EM 15 wurde wie EM 14 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 0,34
g des Copolymers 1 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 68 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 7,5.
EM 16 (erfindungsgemäß)
[0130] EM 16 wurde wie EM 14 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 1,36
g des Copolymers 1 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 84 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 14.
EM 17 (erfindungsgemäß)
[0131] EM 17 wurde wie EM 14 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 3,4
g des Copolymers 1 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 92 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 18.
EM 18 (Vergleich)
[0132] EM 18 wurde wie EM 14 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 0,17
g der Verbindung PVP K30 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 73 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 8.
EM 19 (Vergleich)
[0133] EM 19 wurde wie EM 14 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 0,68
g der Verbindung PVP K30 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 87 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 16.
EM 20 (Vergleich)
[0134] EM 20 wurde wie EM 14 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 1,7
g der Verbindung PVP K30 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 94 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 21.
EM 21 (erfindungsgemäß)
[0135] EM 21 wurde wie EM 14 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 0,34
g des Copolymers 3 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 55 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 6.
EM 22 (erfindungsgemäß)
[0136] EM 22 wurde wie EM 14 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 1,36
g des Copolymers 3 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 78 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 11.
EM 23 (erfindungsgemäß)
[0137] EM 23 wurde wie EM 14 hergestellt mit der Änderung, daß die Vorlage zusätzlich 3,4
g des Copolymers 3 enthielt. Der Anteil tafelförmiger Kristalle an der Gesamtprojektionsfläche
betrug 80 % und das mittlere Aspektverhältnis der tafelförmigen Kristalle 14.
[0138] Die Emulsionen EM 1 bis EM 23 wurden mit Gold- und Schwefelverbindungen bis zum optimalen
Empfindlichkeits-Schleier-Verhältnis gereift, mit 5 mmol 4-Hydroxy-6-methyl-1,3,3a,7-tetraazainden
pro Mol AgNO₃ stabilisiert und mit dem Rotsensibilisator S 1 spektral sensibilisiert.
Sodann wurden die nachfolgenden Schichtautbauten 1 bis 4 hergestellt, die sich lediglich
in der Art der eingesetzten Emulsion unterschieden. Es wurden die optimale Sensibilisatorbelegung,
der Schleier, die relative Rotempfindlichkeit und die relative Blauempfindlichkeit
geprüft, wobei die optimale Sensibilisatorbelegung diejenige ist, mit der die höchste
Rotempfindlichkeit erzielt wird. Der Träger war Cellulosetriacetat; die Mengen beziehen
sich auf 1 m².
- Schicht 1
- (Antihaloschicht)
Schwarzes kolloidales Silbersol aus
0,4 g Ag und
3,0 g Gelatine
- Schicht 2
- (Zwischenschicht)
0,5 g Gelatine
- Schicht 3
- (Rotempfindliche Schicht)
rotsensibilisierte Emulsion gemäß Tabelle 3 aus
5,1 g AgNO₃
6,0 g Gelatine
2,4 g Blaugrünkuppler BG 1
- Schicht 4
- (Zwischenschicht)
1,0 g Gelatine
- Schicht 5
- (Härtungsschicht)
0,24 g Gelatine
0,3 g Härtungsmittel der Formel

- Rotsensibilisator S 1:
-

- Blaugrünkuppler BG 1:
-

Die Proben wurden in einem Sensitometer hinter einem Stufenkeil belichtet, in dem
folgenden Entwickler bei 38°C 195 Sekunden entwickelt und der weiteren Verarbeitung
unterworfen.
Entwickler
[0139]
| 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure-dinatriumsalz |
2 g |
| Ethylendiamin-N,N,N',N'-tetraessigsäure |
2 g |
| Kaliumcarbonat |
34,1 g |
| Natriumhydrogencarbonat |
1,55 g |
| Natriumdisulfit |
0,28 g |
| Natriumsulfit |
3,46 g |
| Kaliumbromid |
1,34 g |
| Hydroxylaminsulfat |
2,4 g |
| 4-Amino-3-methyl-N-ethyl-N-(β-hydroxyethyl)-anilin mit Wasser auf 1 l auffüllen. |
4,7 g |
[0140] Die weitere Verarbeitung umfaßt die folgenden Bäder:
| Stoppbad |
1 Minute bei 38°C |
| Bleichbad |
3 1/4 Minuten bei 38°C |
| Wässern |
3 1/2 Minuten bei 38°C |
| Fixierbad |
3 1/4 Minuten bei 38°C |
| Wässern |
5 Minuten bei 38°C |
[0141] Die verwendeten Stopp-, Bleich- und Fixierbäder entsprechen den üblicherweise verwendeten
(British Journal of Photography,
1974, Seiten 597 und 598).
[0142] Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 aufgeführt.

[0143] Es zeigt sich, daß mit allen verwendeten Zusätzen sowohl der Anteil tafelförmiger
Kristalle wie auch das Aspektverhältnis deutlich steigen.
[0144] Die Werte der Emdpfindlichkeit der EM 2 bis EM 13 sind auf EM 1 (gleich 100), die
Werte der Empfindlichkeit von EM 15 bis EM 23 auf EM 14 (gleich 100) bezogen.
[0145] Tabelle 3 zeigt aber, daß eine für den fotografischen Einsatz verwendbare spektrale
Sensibilisierbarkeit nur die mit den patentgemäßen Verbindungen hergestellten Emulsionen
besitzen. Die Vergleichsverbindungen verhindern eine wirksame spektrale Sensibilisierung.
Beispiel 2
[0146] Im US-PS 4 714 671 sind Weichmacherlatices mit und ohne core/shell Struktur angegeben.
Diese Copolymere zeigen gute Weichmachereigenschaften, sind aber bei Zusatz von Elektrolyten
oder Lösungsmittel wie Aceton instabil. Die erfindungsgemäßen Copolymere 15, 16, 20,
21 weisen eine vergleichbare Monomerzusammensetzung auf und enthalten zusätzlich die
erfindungsgemäßen Peptidmonomere. Wie die folgende Tabelle 4 zeigt sind die erfindungsgemäßen
Copolymere gegen die genannten Zusätze wesentlich stabiler.
[0147] Zur Prüfung der Stabilität geht man so vor, daß man zu 100 ml des Latex in einem
250 ml Becherglas, 0,5 ml der Elektrolytlösung oder 100 ml Aceton unter Rühren zutropft
und anschließend die Latexstabilität beurteilt.
[0148] Die Vergleichspolymere 15A, 16A, 20A und 21A wurden wie die erfindungsgemäßen Copolymere
15, 16, 20 und 21 hergestellt, aber ohne Verwendung der Peptidmonomere 2 und 3.
