[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Formen oder Vorformen von Zuschnitten
für Packungen, insbesondere Klappschachteln mit abgerundeten oder polygonalen Längskanten,
wobei die Zuschnite einer Formstation zuführbar sind mit wenigstens einem aus einer
Formplatte mit formgebenden Längsrändern und bewegbaren Formwerkzeugen, insbesondere
langgestreckten Formwalzen, bestehenden Formaggregat, wobei die bewegbaren Formwerkzeuge
unter Verformung des Zuschnitts entlang Randbereichen der Formplatte bewegbar sind,
insbesondere von der Unterseite der Formplatte zur Oberseite.
[0002] Klappschachteln - auch Hinge-Lid-Packung genannt - sind eine weitverbreitete Verpackungsform
für Zigaretten. Neuerdings werden zunehmend Klappschachteln für Zigaretten eingesetzt,
deren aufrechte Längskanten abgerundet, abgeschrägt oder polygonal ausgebildet sind.
Die Fertigung derartiger Packungen erfordert eine Vorbehandlung der Zuschnitte, nämlich
ein Vorformen derselben im Bereich der Längskanten. Ein Beispiel für eine Vorrichtung
zum Formen bzw. Vorformen von Zuschnitten für Klappschachteln zeigt und beschreibt
US 4 708 704.
[0003] Die vorliegende Erfindung befaßt sich mit einer Weiterentwicklung bzw. Verbesserung
der Vorrichtung gemäß US 4 708 704 oder ähnlicher Formvorrichtungen für Zuschnitte.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art so auszubilden, daß eine höhere Leistung beim Formen bzw. Vorformen der Zuschnitte
erzielt wird.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die erfindungsgemäße Vorrichtung dadurch gekennzeichnet,
daß die bewegbaren Formwerkzeuge, insbesondere Formwalzen, nach Ausführung eines formgebenden
Bewegungstaktes von der Formplatte seitwärts abhebbar und entlang einer mit Abstand
von der Formplatte verlaufenden Bewegungsbahn in die Ausgangsposition zurückführbar
sind.
[0006] Während beim Stand der Technik aufgrund US 4 708 704 die Formwerkzeuge, nämlich Formwalzen
eine Auf- und Abbewegung im Bereich der seitlichen abgerundeten oder trapezförmigen
Formränder der Formplatte durchführen, werden erfindungsgemäß die Formwerkzeuge nach
Beendigung eines formgebenden Arbeitstaktes aus dem Bereich der Formplatte bewegt
und mit deutlichem Abstand von dieser in die (untere) Ausgangsstellung zurückbewegt.
Dadurch wird beträchtlich Zeit gewonnen. Wenn nämlich die Formwalzen in der oberen
Position von der Formplatte abgehoben sind, kann der durch Vorformen bearbeitete Zuschnitt
bereits abtransportiert und ein nachfolgender, unbearbeiteter Zuschnitt in Position
gebracht werden. Wenn die Formwerkzeuge die Ausgangsstellung erreicht haben, kann
der zu bearbeitende Zuschnitt die erforderliche Position an der Unterseite der Formplatte
bereits erreicht haben. Der Vorteil liegt in einer wesentlich verkürzten Taktzeit
der Formstation.
[0007] Zur Betätigung der Formwalzen ist erfindungsgemäß ein mechanisches Getriebe vorgesehen,
das aus einem schwenkbar sowie auf- und abbewegbar gelagerten Winkelhebel für die
Formwalzen und zwei in aufeinander abgestimmter Weise wirkenden Betätigungsgetrieben
besteht. Hierdurch ergeben sich unterschiedliche Bewegungsbahnen der Formwerkzeuge
während des vorzugsweise von unten nach oben verlaufenden Arbeitstaktes einerseits
und während der Rückkehr in die Ausgangsstellung andererseits.
[0008] Weitere Einzelheiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden nachfolgend anhand
der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen Teilbereich einer Verpackungsmaschine für Klappschachteln in schematischer
Ansicht,
Fig. 2 eine Formstation als Teil der Vorrichtung gemäß Fig. 1 in vergrößertem Maßstab,
ebenfalls in perspektivischer Darstellung,
Fig. 3 eine Querschnittsdarstellung zu Fig. 2 mit einem Betätigungsgetriebe für Formwerkzeuge.
[0009] Das in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsbeispiel befaßt sich mit der Herstellung
von Klappschachteln 10, deren vordere und/oder rückseitige, aufrechte Längskanten
11, 12 abgerundet sind. Es entsteht so eine Klappschachtel in der Gestaltung gemäß
US 4 753 383.
[0010] Zur Herstellung derartiger Klappschachteln 10 werden einem üblichen Zuschnitt-Magazin
13 nacheinander ungefaltete Zuschnitte 14 an der Unterseite entnommen. Bei dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel ist hierfür ein in der Praxis üblicher Abroller 15 tätig.
[0011] Die Zuschnitte 14 gelangen nach dem Verlassen des Zuschnitt-Magazins 13 in eine Zuschnittbahn
16. Diese führt zu einem Faltrevolver 17, in dessen Bereich die Klappschachteln 10
weitgehend fertiggestellt und gefüllt werden. Der Faltrevolver 17 kann in der in US
4 084 393 beschriebenen Weise ausgebildet sein.
[0012] Dem Faltrevolver 17 ist im Bereich der Zuschnittbahn 16 eine Formstation 18 vorgeordnet.
In deren Bereich werden die Längskanten 11, 12 im Bereich des im übrigen flachen,
ungefalteten Zuschnitts im Sinne einer Abrundung vorgeformt. Der vorgeformte Zuschnitt
wird danach auf der Zuschnittbahn 16 dem Faltrevolver 17 zugeführt und in üblicher
Weise weiterverarbeitet.
[0013] Die Formstation 18 ist mit mindestens einem Formaggregat 19 ausgestattet. Dieses
besteht aus einem feststehenden Formwerkzeug, nämlich einer Formplatte 20 und zwei
bewegbaren Formwerkzeugen, nämlich Formwalzen 21 und 22. Die Formplatte 20 ist mit
seitlichen, in Längsrichtung verlaufenden Formrändern 23, 24 ausgebildet, die der
Kontur der herzustellenden Längskante 11, 12 entsprechen. Im vorliegenden Falle sind
demnach die Formränder 23, 24 rund. Die Formplatte 20 ist an die Abmessungen des Zuschnitts
14 angepaßt. Seitliche Bereiche desselben ragen in der Ausgangsstellung seitlich über
die Formplatte 20 hinweg. Es handelt sich dabei um die bei einem Zuschnitt 14 für
Klappschachteln 10 üblichen Seitenlappen 25, 26. Diese werden bei der Vorformung des
Zuschnitts gegen die Formränder 23, 24 gedrückt, so daß im Bereich zwischen den Seitenlappen
25 und 26 einerseits und einem mittleren Bereich des Zuschnitts 14 die abgerundeten
Längskanten 11 geformt werden.
[0014] Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel wird der Zuschnitt 14 auf der Zuschnittbahn
16 durch Transportwalzen 27 in die Formstation 18 gefördert, und zwar derart, daß
der Zuschnitt 14 unterhalb der Formplatte 20 liegt. Durch geeignete Halteorgane, insbesondere
Saugorgane (nicht dargestellt) wird der Zuschnitt gegen die Unterseite der Formplatte
20 gedrückt. Der Zuschnitt 14 nimmt dabei die in Fig. 2 und Fig. 3 gezeigte Position
ein.
[0015] Um eine exakte Führung und Positionierung des Zuschnitts 14 bei Übergabe an die Formplatte
20 zu gewährleisten, sind der Formplatte 20 Förderscheiben 43 zugeordnet. Diese sind
im vorliegenden Fall an der Formplatte 20 selbst angeordnet. Die Förderscheibe 43
tritt mit einem unteren Bereich in einen Längsschlitz 44 am Ende der Formplatte 20
ein. Die Förderscheibe 43 wirkt mit einer zusätzlichen, unterhalb der Formplatte 20
angeordneten Förderscheibe (nicht gezeigt) zusammen. Eine der Förderscheiben 43 ist
in enger Nachbarschaft zu den Transportwalzen 27 angeordnet. So ist für die Übergabe
des Zuschnitts 14 an die Formplatte 20 eine Führung durch mehrere Organe gegeben.
[0016] Nunmehr werden die Formwalzen 21, 22 wirksam. Diese befinden sich in einer Ausgangsstellung
unterhalb der Formplatte 20 und auch unterhalb des Zuschnitts 14. Die Formwalzen 21,
22 werden nun entlang einer ersten kreisförmigen Bewegungsbahn 28 entlang der Kontur
der Formränder 23 unter Mitnahme der überstehenden Teile des Zuschnitts 14 bis in
eine obere, in Fig. 3 strichpunktierte Position bewegt. Dabei werden die Bereiche
der Längskanten 11, 12 unter Druck an die Formränder 23, 24 angelegt.
[0017] Nach diesem formgebenden Arbeitstakt kehren die Formwalzen 21, 22 in die Ausgangsstellung
zurück, nämlich unterhalb der Formplatte 20. Dabei werden die Formplatten entlang
einer Bewegungsbahn 29 bewegt. Diese ist so gewählt, daß die Formwalzen 21, 22 aus
der oberen Endstellung seitwärts und sodann abwärts und schließlich zurück in die
Ausgangsstellung gelangen. Die Seitwärtsbewegung der Formwalzen 21, 22 bewirkt, daß
sie vollständig aus dem Bereich der Formplatte 20 bzw. des Zuschnitts 14 gelangen.
Unmittelbar nach Beendigung des formgebenden Arbeitstaktes kann demnach der verformte
Zuschnitt 14 abtransportiert und ein neuer, ebener Zuschnitt 14 zugeführt werden.
Dieser kann sich bereits in der Arbeitsstellung gemäß Fig. 2 befinden, wenn die Formwalzen
21, 22 die Ausgangsstellung (ausgezogene Linien in Fig. 3) erreichen.
[0018] Die Bewegung der Formwalzen 21, 22 entlang der unterschiedlich gestalteten Bewegungsbahnen
28, 29 wird durch ein besonderes Getriebe erreicht. Gemäß Ausführungsbeispiel der
Fig. 3 sind die Formwalzen 21, 22 an oberen Enden eines Winkelhebels 30 angeordnet.
Die Formwalzen 21, 22 sind am oberen, freien Ende eines aufrechten Schenkels 31 angeordnet.
Auf einen in Ausgangsstellung horizontal gerichteten Schenkel 32 wirkt ein Hubantrieb
33. Dieser besteht im vorliegenden Falle aus einem im wesentlichen auf- und abbewegbaren
Lenker 34, der gelenkig mit dem freien Ende des Schenkels 32 einerseits und mit einem
Betätigungshebel 35 andererseits verbunden ist. Letzterer wird in vertikaler Ebene
in schwenkendem Sinne auf- und abbewegt.
[0019] Die komplexe, überlagerte Bewegung der Formwalzen 21, 22 entlang den Bewegungsbahnen
28, 29 wird durch die Arbeitsweise eines weiteren Getriebes bewirkt. Dieses ist hier
als Kurbel 36 ausgebildet mit einem Kurbelarm 37. Die Kurbel 36 liegt in der Darstellung
gemäß Fig. 3 verdeckt hinter dem Winkelhebel 30. Dieser ist im Bereich eines Drehlagers
38 mit dem Kurbelarm 37 verbunden, wobei das Drehlager 38 im Bereich der Verbindung
der beiden Schenkel 31, 32 liegt. Ein ortsfestes Kurbellager 39 liegt darüber.
[0020] Das durch die Kurbel 36 gebildete Getriebe ist vor allem für die Seitwärtsbewegungen
der Formwalzen 21, 22 verantwortlich. Diese Bewegung wird überlagert mit der Aufwärtsbewegung
des Lenkers 34. Der Kurbelarm 37 führt eine hin- und hergehende Bewegung in vertikaler
Ebene aus, die durch einen Bewegungspfeil 40 gekennzeichnet ist. Die Verbindungsstelle
zwischen Lenker 34 und Schenkel 32, nämlich ein Drehlager 41, bewegt sich dabei entlang
einer komplexen Bewegungsbahn 42, die annähernd die Form einer "8" hat.
[0021] Weitere konstruktive Einzelheiten der Formstation 18 können entsprechend US 4 708
704 ausgebildet sein. Dies gilt insbesondere für Förderorgane zum Abtransport der
Zuschnitte. Die Bewegung der Formwerkzeuge, nämlich Formwalzen 21, 22 kann auch in
gegengesetzter Richtung ablaufen. In diesem Falle ist der Zuschnitt 14 auf der Oberseite
der Formplatte positioniert.
1. Vorrichtung zum Formen oder Vorformen von Zuschnitten für Packungen, insbesondere
Klappschachteln, mit abgerundeten oder polygonalen Längskanten (11, 12), wobei die
Zuschnitte (14) einer Formstation (18) zuführbar sind mit wenigstens einem aus einer
Formplatte (20) mit formgebenden Längsrändern (Formränder 23, 24) und bewegbaren Formwerkzeugen,
insbesondere langgestreckten Formwalzen (21, 22), bestehenden Formaggregat (19), wobei
die bewegbaren Formwerkzeuge unter Verformung des Zuschnitts (14) entlang Randbereichen
der Formplatte (20) bewegbar sind, insbesondere von der Unterseite zur Oberseite,
dadurch gekennzeichnet, daß die bewegbaren Formwerkzeuge, insbesondere Formwalzen
(21, 22), nach Ausführung eines formgebenden Bewegungstaktes von der Formplatte (20)
seitwärts abhebbar und entlang einer mit Abstand von der Formplatte (20) verlaufenden
Bewegungsbahn (29) in die Ausgangsposition zurückführbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Formwerkzeuge, nämlich
Formwalzen (21, 22), während des formgebenden Arbeitstaktes von einer Ausgangsposition
unterhalb der Formplatte (20) entlang einer bogenförmigen, insbesondere kreisbogenförmigen
Bewegungsbahn (28) um die Längsränder, nämlich Formränder (23, 24), herum bis zur
Oberseite der Formplatte (20) bewegbar, sodann entlang einer seitwärts gerichteten
und danach abwärts gerichteten Bewegungsbahn (29) in die Ausgangsposition zurückführbar
sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Formwerkzeuge,
nämlich Formwalzen (21, 22), an einem winkelförmig ausgebildeten Hebel (Winkelhebel
30) angebracht sind, der als zweiarmiger Hebel ausgeführt ist, dessen freier Schenkel
(32) mit einem auf- und ab- sowie seitwärtsbewegbaren Betätigungsorgan, insbesondere
einem Hubantrieb (33), verbunden ist und der darüber hinaus mit dem freien Ende eines
Kurbelarms (37) einer ortsfest positionierten Kurbel (36) verbunden ist.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die ungefalteten Zuschnitte (14) entlang einer Zuschnittbahn (16) der Unterseite
der Formplatte (20) zuführbar und an einer unteren Anlagefläche der Formplatte (20)
zur Durchführung der formgebenden Bearbeitung fixierbar sind.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zuschnitte (14) nach der formgebenden Bearbeitung durch an den in Förderrichtung
rückwärtigen und vorderen Endbereichen der Formplatte (20) wirkende Förderscheiben
(43) abtransportierbar sind, wobei obere Förderscheiben (43) in Längsschlitze (44)
der Formplatte (20) eintreten zum Erfassen des Zuschnitts (14) in einem mittleren
Bereich.