[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauteil für Verbrennungsmotoren und insbesondere für Einspritzanlagen
von Verbrennungsmotoren. Beispielsweise bei der Herstellung von Verbrennungsmotoren
mit interner Verbrennung, z.B. Diesel- und Otto-Motoren und dabei insbesondere solche
mit Einspritzaggregaten, ergibt sich die Notwendigkeit zur Bereitstellung komplizierter
Formteile, die ihrerseits auf einfache und schnelle Weise herstellbar sein müssen.
[0002] Der Erfinder hat sich die Aufgabe gestellt, Bauteile, beispielsweise für Einspritzanlagen,
vorzuschlagen, welche über eine technisch optimierte Formgebung verfügen und auf einfache
und leichte Weise insbesondere industriell in grossen Stückzahlen hergestellt werden
können.
[0003] Die Aufgabe wurde gemäss nachfolgenden Angaben gelöst.
[0004] Vorliegende Erfindung betrifft ein Bauteil gemäss Anspruch 1. Bevorzugte Ausführungsformen
dieses Bauteiles sind in den Ansprüchen 2 bis 4 beschrieben. Auch betrifft vorliegende
Erfindung ein Verfahren zur Herstellung dieses Bauteils gemäss Anspruch 5. Die Verwendung
des Bauteiles ist in Anspruch 6 beschrieben.
[0005] Die Figuren 1 bis 6 illustrieren vorliegende Erfindung beispielhaft näher.
[0006] Figur 1 stellt einen Querschnitt durch das Strangpressprofil 10 dar. Anstelle eines
Strangpressprofiles kann auch ein Gussstück vorgesehen sein. Das Strangpressprofil
10 oder ein Gussstück wird aus Metall und dabei vorzugsweise aus Aluminium oder einer
Aluminiumlegierung gefertigt, wobei harte Aluminiumlegierungen den Vorzug haben. Eine
fahnenförmige Anformung 12 ist am Strangpressprofil 10 vorgesehen, wobei die fahnenförmige
Anformung 12 beispielhaft einen Wulst 13 aufweist. Durch die Länge des Profils hindurch
zieht sich eine Hohlkammer 11, die beispielsweise einen runden Querschnitt hat oder
auch U-förmig sein kann. In vorliegendem Fall weist das Strangpressprofil 10 einen
Fussteil 14 auf. Das Strangpressprofil 10 weist wenigstens eine Ausnehmung, insbesondere
in Form einer Bohrung 23, auf. Die Mittelachse der Bohrung 23 liegt auf der eingezeichneten
Y-Achse. Die Bohrung 23 führt durch den Fussteil 14 in die Hohlkammer 11. Das Strangpressprofil
10 kann beispielsweise zwischen einer und sechs Bohrungen aufweisen, wobei drei bis
sechs Bohrungen bevorzugt sind. Die Bohrungen untereinander können in gleichmässigem
Abstand oder versetzt zueinander stehen.
[0007] Figur 2 zeigt einen Schnitt durch ein hohlzylinderförmiges Formteil 15, dessen Hohlraum
mehrere über die Höhe gestuft angeordnete Querschnitte mit von unten nach oben abnehmenden
Radien aufweist. Das Formteil 15 weist einen zylindrischen Teil 16 auf, der beispielsweise
einen leicht keilförmigen oder kegelstumpfförmigen Querschnitt aufweisen kann. Anschliessend
an den zylindrischen Teil 16 kann sich ein weiterer oder mehrere weitere zylindrische
Teile anschliessen, deren Innen- und Aussendurchmesser grösser ist als derjenige des
zylindrischen Teils 16. Der Übergang von einem zum andern zylindrischen Teil kann
eine Schulter oder Stufe 17 bilden, wobei die Stufe oder Schulter auch eine Ringnut
ausbilden kann. In diese Ringnut kann beispielsweise ein Dichtring eingesetzt werden.
Das Formteil 15 kann sich in einer weiteren Stufe innen und aussen ausweiten und schliesslich
mit einem Randwulst 18 abschliessen. Der Aussendurchmesser des zylindrischen Teiles
16 ist gleich oder ein wenig, z.B. bis zu 5%, kleiner als der Innendurchmesser der
Bohrung 23.
[0008] Die Figur 3 zeigt eine Draufsicht auf das Formteil 15, gemäss Figur 2. Das Formteil
15 kann beispielsweise ein Gussteil oder ein aus dem vollen gearbeitetes Formteil
oder ein Fliesspressteil sein, wobei zweckmässig als Material Metalle, wie beispielsweise
Aluminium oder Aluminiumlegierungen angewendet werden können, wobei weiche Qualitäten
von Aluminium oder Aluminiumlegierungen vorteilhaft sind.
[0009] Sowohl für das Strangpressprofil 10 wie auch für das Formteil 15 können vorzugsweise
Werkstoffe wie AlMgSiO.5 angewendet werden. Es kann auch zweckmässig sein, für das
Strangpressprofil 10 eine härtere Legierung zu verwenden als für das Formteil 15.
[0010] Figur 4 zeigt das Strangpressprofil 10 und in vorbereitender Weise eingeführt in
die Bohrung 23 der zylindrische Teil 16 des hohlzylinderförmigen Formteiles 15. Die
Ringnut 17 an der Schulter des Formteiles 15 stösst an den Rand der Bohrung 23. Die
Länge des zylindrischen Teiles 16 wird so gewählt, dass der zylindrische Teil 16 in
der Regel nicht in die Hohlkammer 11 eindringt. Durch den Hohlraum des hohlzylinderförmigen
Formteiles 15 wird ein Dorn, wie ein Dorn oder ein Dehn- oder Spreizdorn 19 geführt.
Der äussere Durchmesser des Dornes ist z.B. um 0,5 bis 3 mm, zweckmässig um 1 bis
2 mm grösser als der innere Durchmesser des Formteiles 15 im Bereich des zylindrischen
Teiles 16. Der Dorn 19 wird auf der gleichen Achse wie die Mittelachse der Bohrung
des Formteiles 15 gegen den zylindrischen Teil 16 geführt. Die in der Regel kegelige
Spitze des Dornes 19 zentriert den Dorn weiter und durch Krafteinwirkung wird der
Dorn 19 durch die Bohrung des zylindrischen Teiles 16 gedrückt oder gestossen, wobei
sich das Material des zylindrischen Teiles 16 plastisch verformt, so dass zwischen
dem hohlzylinderförmigen Formteil 15 und dem Strangpressprofil 10 eine festsitzende
und gegebenenfalls flüssigkeits- und gasdichte Reibschlussverbindung entsteht.
[0011] Der Dorn 19 und insbesondere dessen kegelige Spitze besteht zweckmässigerweise aus
härterem Material als dasjenige des Strangpressprofils 10 und insbesondere des Formteils
15. Bevorzugt werden Dorne 19 aus Stahl eingesetzt, wobei insbesondere deren kegelige
Spitzen aus gehärtetem Stahl oder z.B.mit einer Chromauflage bestehen können.
[0012] Zum leichteren Einführen des Dornes 19 in die Bohrung des Formteils 15 kann die Oberfläche
des Dornes und/oder die Innenwandung des zylinderischen Teiles 16 mit einem Trenn-
und/oder Schmiermittel, wie z.B. Trockenschmierstoffen oder Oel oder Fett versehen
werden.
[0013] Die Innenwandung der Bohrung 23 im Strangpressprofil 10 kann glatt sein oder kann
ein Innengewinde oder Rillen oder ein Rauhigkeitsmuster aufweisen. Es kann auch das
Formteil 15 im Bereich des zylindrischen Teiles 16 aussen glatt sein oder ein Gewinde,
Rillen oder ein Rauhigkeitsmuster aufweisen. Es können auch sowohl der zylindrische
Teil 16 des Formteiles 15 und die Bohrung 23 des Strangpressprofiles 10 je ein Gewinde,
Rillen oder Rauhigkeitsmuster aufweisen. Dies mit der Massgabe, das der zylindrische
Teil 16 an seiner Aussenseite und die Bohrung 23 an ihrer Innenseite vorteilhaft beide
nicht gleichzeitig glatt sind. Der Dorn kann mechanisch, hydraulisch, pneumatisch
etc. in den zylindrischen Teil 16 gepresst und wieder ausgezogen werden. Werden mehrere
Formteile 15 in ein Strangpressprofil 10 gepresst, kann dies gleichzeitig oder nacheinander
erfolgen, je nach Art der Vorrichtung.
[0014] Figur 5 zeigt das Bauteil gemäss vorliegender Erfindung in einer fertigen Ausführungsform.
Das Strangpressprofil 10 und das Formteil 15 sind trennfest miteinander verbunden
und der Hohlraum 11 kommuniziert über den Hohlraum des Formteiles 15. Der Innendurchmesser
des zylindrischen Teiles 16 wurde ausgeweitet und das Material durch den Dorn wenigstens
teilweise in das Gewinde oder die Rillen oder das Rauhigkeitsmuster gepresst. Falls
eine Stufe 17 vorgesehen ist, kann an jener Stelle ein Dichtring, eine Unterlagsscheibe
oder dergleichen angeordnet werden. Die Stufe 17 kann zusätzlich eine Ringnut zur
Aufnahme des Dichtringes aufweisen. Zusätzlich zur trennfesten Verbindung von Strangpressprofil
10 und Formteil 15 über den zylindrischen Teil 16 wird damit eine abdichtende Wirkung
erreicht.
[0015] Figur 6 zeigt eine weitere mögliche Ausführungsform vorliegender Erfindung. Ersichtlich
ist wiederum das Strangpressprofil 10, dieses Mal mit einer querschnittlich U-förmig
gestalteten Hohlkammer 11. Das Formstück 15 ist wiederum über den zylindrischen Teil
eingepresst. Durch die plastische Verformung des Materials des zylindrischen Teils
16 des Formteiles 15 und die querschnittliche Gestalt des Hohlraumes 11 hat sich ein
Wulst 22 gebildet, welcher für gute Passform und sichere Verankerung des Formteiles
15 in der Bohrung 23 des Strangpressprofiles 10 sorgt. Die Bohrung im Formteil wurde
durch den Einsatz des Dornes 19 derart ausgeweitet, dass der Durchmesser der Bohrung
im zylindrischen Teil nunmehr so gross ist wie im anschliessenden Mittelteil des Formstückes
15. Nach erfolgter plastischer Verformung wird der Dorn 19 jeweils wieder aus der
Bohrung gezogen und steht für weitere Operationen zur Verfügung.
[0016] Vorliegendes Bauteil kann vorteilhaft verwendet werden als Einspritzleiste in Motoren
mit innerer Verbrennung. Dies können Motoren sein, welche eine Einspritzanlage aufweisen
und nach dem Diesel- oder Otto-Prinzip arbeiten. Die Einspritzleiste zieht sich entlang
des oder der Zylinderköpfe und entsprechend kann die Leiste eine Länge von 30 bis
90 cm aufweisen und entsprechend der Zylinderzahl und Anzahl Einspritzventile 1 bis
8, zweckmässig 2 bis 6 und insbesondere 3 bis 6 Bohrungen 23 und eine entsprechende
Anzahl Formteile 15 aufweisen. Der Innendurchmesser des Hohlraumes 10 kann für vorliegenden
Einsatzzweck beispielsweise 5 bis 20 mm und vorzugsweise 8 bis 15 mm betragen, die
Formteile können beispielsweise eine Höhe von 20 bis 50 mm, vorzugsweise 25 bis 35
mm, aufweisen, und der zylindrische Teil 16 kann einen Aussendurchmesser von beispielsweise
7 bis 10, vorzugsweise 8 bis 9 mm, aufweisen. Die Abstände der Bohrungen sind in der
Regel symmetrisch und richten sich in der Regel nach dem Abstand der Einspritzdüsenlöcher
im Zylinderkopf und dem gegenseitigen Abstand der einzelnen Zylinder. Ist eine Einspritzanlage
mit doppelten Einspritzdüsen vorgesehen, so kann dies bei der Gestaltung des Strangpressteiles
10 und der Anzahl der Formteile 15 entsprechend berücksichtigt werden. In zweckmässiger
Ausführungsform bei der Verwendung vorliegenden Bauteiles als Einspritzleiste schliesst
die Mittelachse durch das Formteil 15 und die Achse durch die Anformung 12 einen Winkel
von beispielsweise 90° ein. Das Formteil 15 stellt insbesondere ein Kupplungsteil
zu weiteren Vorrichtungen der Einspritzanlage dar. Sowohl bei dem Strangpressteil
10 wie auch dem Formteil 15 betragen die Wandstärken insbesondere im Bereich der jeweiligen
Bohrungen oder Hohlräume zwischen 2 und 5 mm, bevorzugt 3 mm. Die fahnenförmige Anformung
12 kann eine Dicke von beispielsweise 2 bis 5, vorzugsweise 3 mm, aufweisen.
[0017] Bei der praktischen Anwendung des erfindungsgemässen Bauteiles in Einspritzanlagen
von Motoren mit innerer Verbrennung ist die Hohlkammer des Strangpressprofiles 10
und der Hohlraum des Formteiles von Kraftstoff durchflossen. Der Kraftstoff wird unter
hohen Drücken gefördert. Entsprechend muss die Abdichtung zwischen Strangpressprofil
und Formstück durch kraftstoffbeständige Dichtungen oder Dichtringe und/oder durch
flüssigkeitsdichte plastische Verformung des zylinderischen Teiles 16 in der Bohrung
23 erreicht werden. Die Einspritzleiste ist in der Regel im Bereich des Zylinderkopfes
von Verbrennungsmotoren angeordnet und ist dafür vorgesehen den von der Kraftstoffpumpe
geförderten Treibstoff zu den Einspritzventilen zu bringen.
1. Bauteil enthaltend ein Strangpressprofil mit wenigstens einer Hohlkammer und tangential
oder radial abstehend eine fahnenförmige Anformung, wobei das Strangpressprofil wenigstens
eine Ausnehmung aufweist, welche in die Hohlkammer führt und in jede dieser Ausnehmungen
ein endseitiger zylindrischer Teil eines hohlzylinderförmigen Formteiles mit gestuften
Radien greift und das hohlzylinderförmige Formteil radial vom Bereich der Hohlkammer
des Strangpressprofils abragt und der endseitige zylinderische Teil des hohlzylinderförmigen
Formteiles plastisch verformt in der Ausnehmung festgelegt ist.
2. Bauteil gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zylinderische Teil des
Formkörpers in der Bohrung des Strangpressprofiles eine Reibschlussverbindung ausbildet.
3. Bauteil gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkammer einen runden
oder U-förmigen Querschnitt aufweist.
4. Bauteil gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in die Hohlkammer führende
Ausnehmung glatt ist oder ein Gewinde, Rillen oder Rauhigkeitsmuster aufweist.
5. Bauteil gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der eine zylindrische Teil
des hohlzylinderförmigen Formteils aussen glatt ist, ein Gewinde, Rillen oder Rauhigkeitsmuster
aufweist.
6. Verfahren zur Herstellung eines Bauteils gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass in die Ausnehmung, welche in die Hohlkammer des Strangpressprofiles führt, der
endseitige zylinderische Teil des hohlzylinderförmigen Formteiles eingesetzt wird
und ein Dorn durch das hohlzylinderförmige Formteil geführt wird, wobei der Durchmesser
des Dornes grösser ist, als der Innendurchmesser der Bohrung des endständigen zylinderischen
Teiles des hohlzylinderförmigen Formteiles, und der Dorn unter plastischer Verformung
des endständigen zylindrischen Teiles des hohlzylinderförmigen Formteiles durch die
Bohrung des endständigen zylinderischen Teiles gedrückt, gepresst oder gestossen wird,
wobei sich die Wand der Ausnehmung und die Wand des endständigen zylindrischen Teiles
des hohlzylinderförmigen Formstückes formschlüssig und trennfest miteinander verbinden
und dass anschliessend der Dorn wieder zurückgezogen wird.
7. Verwendung des Bauteiles nach Anspruch 1 als Einspritzleiste in Motoren mit interner
Verbrennung.