[0001] Die Erfindung betrifft eine Fangbremse und eine Projektilwebmaschine mit Fangbremse.
[0002] Die Projektile werden in der Fangbremse abgebremst, wobei die Ruhelage der Projektile
innerhalb kleiner Abweichungen gehalten werden muss. Das Erreichen enger Grenzen für
die Ruhelage des Projektils in der Fangbremse wird durch wechselnde Einflüsse im Betrieb
der Webmaschine stark erschwert. So müssen Projektile noch minimal geschmiert werden.
Dabei hängt der Bremsweg von der vorhandenen Rest-Schmiermenge ab. Auch Dicken-Toleranzen
der Projektile, Abnützungszustand der Bremsbeläge und Betriebszustand der Webmaschine
(kalt oder warm) beeinflussen den Bremsweg. Es ist bekannt, die Fangbremse durch Sensoren
zu steuern, um die Ruhelage der Projektile zu erreichen. So sind z.B. aus der US-PS
3 563 281 bzw. CH-PS 469 839, neben kurzlebigen mechanisch betätigten Schaltern auch
berührungslose magnetische, optische, photoelektrische und induktive Sensoren bekannt
geworden. Diese weisen u.a. folgende Nachteile auf: Optische Sensoren sind verschmutzungsempfindlich
und daher unzuverlässig. Induktive Sensoren lassen sich nur in Stahlprojektilen einsetzen.
Ueberdies sind Kunststoffprojektile kaum zu orten. Hier sind zusätzliche unerwünschte
Metalleinlagen im Kunststoffmantel erforderlich.
[0003] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diese Nachteile zu überwinden
und eine Fangbremse so zu verbessern, dass eine einwandfreie Funktion unter allen
Betriebsbedingungen und bei hohen Webmaschinentourenzahlen gewährleistet ist. Diese
soll sowohl für Stahl- als auch für Kunststoffprojektile anwendbar sein.
[0004] Eine Projektilwebmaschine mit Fangbremse ist durch die Merkmale des Anspruches 9
gekennzeichnet.
[0005] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 Schematisch und teilweise geschnitten, dargestellte Ansicht einer Ausführungsform
einer erfindungsgemässen Fangbremse;
Fig. 2 ein Schnitt entlang der Linie 11-11 in Fig. 1 und
Fig. 3 ein Schnitt entlang der Linie 111-111 in Fig. 2.
[0006] Die Fangbremse gemäss Fig. 1 weist eine obere, bewegliche Bremsbacke 1 und eine untere,
ortsfeste Bremsbacke 2 auf, deren Bremsflächen 3, 4 einander zugewandt sind und einen
Bremsspalt 5 bestimmen. Ein von der Webmaschine angetriebenes Bremshebelsystem 6 betätigt
die Fangbremse. Eine Verstellvorrichtung 7 mit Gleitstück 8 und Stellkeil 9 verschiebt
über das Hebelsystem 6 die bewegliche Bremsbacke 1. Mit einem Stellmotor 10 wird die
Einstellung der Bremse verändert. Ein von den Führungszähnen 11 her in den Bremsspalt
eindringendes Projektil 12 wird in der Fangbremse vollständig abgebremst, so dass
das Projektil 12 im Abstand vor einem Rückschieber liegt, der mit dem Webmaschinenantrieb
synchronisiert ist. Die Ausführung und Funktionsweise des Rückschiebers ist an sich
bekannt und wird daher nicht beschrieben.
[0007] Die Fangbremse enthält ferner eine mit einer Druckluftquelle 14 verbindbare Abtasteinrichtung
15, um das Eintreffen oder Vorhandensein eines Projektils 12 festzustellen. Die Abtasteinrichtung
15 enthält zwei Signalleitungen 16 und 17, die einerseits in der Bremsfläche 4 der
ortsfesten Bremsbacke 2 münden und andererseits an eine Drossel 18 angeschlossen sind,
um die Signalleitungen mit Luft unter konstanten Druck zu speisen. Die Signalleitungen
stehen über eine Zweigleitung 19 mit einem Drucksensor 20 in Verbindung, die aufgrund
von Druckänderungen in den Signalleitungen jeweils ein elektrisches Signal abgeben.
Die Mündungen der Signalleitungen 16 und 17 sind auf einer Linie liegend angeordnet,
die etwa der Symmetrielinie des abzubremsenden Projektils 12 entspricht, wobei eine
Mündung im Eintrittsbereich, um das Eintreten des Projektils in die Fangbremse festzustellen
und die andere Mündung in der Laufrichtung des Projektils von der erstgenannten Mündung
beabstandet ist, um die Anwesenheit des abgebremsten Projektils festzustellen.
[0008] Die Druckluftquelle 14 ist ein Verdichter, der über eine Leitungsanordnung 22 mit
den Drosseln 18 verbunden ist. Anstelle aus einem Verdichter, kann die Luft aus anderen
Quellen bezogen werden.
[0009] Die Abtasteinrichtung 15 wird mit Luft unter konstantem Druck gespeist. Hierzu ist
es von Vorteil, wenn die Drosseln 18 einstellbar sind. Die Luft tritt als quer zum
Bremsspalt gerichteter Luftstrom aus den Mündungen aus. Beim Eintritt eines Projektils
12 in den Bremsspalt werden die Luftströme nacheinander unterbrochen, wo durch ein
Rückstau in den Signalleitungen 16 und 17 auftritt. Dieser Rückstau bewirkt ein Ansprechen
der Drucksensoren 20, die ein Steuersignal an eine Steuereinrichtung 24 abgeben.
[0010] Die Figuren 2 und 3 zeigen eine andere Ausführungsform der Abtasteinrichtung. Bei
dieser Einrichtung sind im Eintrittsbereich der Fangbremse zwei Mündungen vorgesehen,
die über parallel verlaufende Abschnitte 25 der Signalleitung 16 gespeist werden.
[0011] Mit dieser Einrichtung kann in besonders vorteilhafter Weise eine Beschädigung des
Projektils 12 durch den Schlaghebel (nicht dargestellt) der Webmaschine festgestellt
werden, so dass letzter stillgesetzt werden kann.
[0012] Die vorstehend beschriebenen Ausführungsform der Abtasteinrichtung 15 kann als Baueinheit
ausgebildet werden. In diesem Fall sind die Signalleitungen in einem Organ angeordnet,
welches so angeordnet ist, dass die Mündungen dem Bremsspalt zugewandt sind. Die Druckluftquelle
ist, die mit der Druckluftquelle 14 als Bausatz für eine Webmaschine zusammengestellt.
[0013] Es können an sich bekannte Sensoren (z.B. piezoelektrische), Differenzdruckschalter
oder dgl. Geberorgane eingesetzt werden. Da bei der erfinderischen Fangbremse nur
ein Triggersignal und kein quantitatives Kraftsignal erforderlich ist, kann die Anordnung
der Geberorgane und ihre Signalgrösse so gewählt werden, dass das Signal einerseits
eindeutig grösser ist als Rauschen und Störsignale von Beschleunigungskräften des
Elements und dass anderseits aber der zulässige Messbereich des Geberorgans nur zu
einem kleinen Teil ausgenützt werden muss. Dies erhöht wiederum Lebensdauer und Zuverlässigkeit
der Kraftmessgeber sehr stark.
[0014] Da die Projektile eines Projektilsatzes infolge Herstellungstoleranzen und Abnützung
im Betrieb eine gewisse Streuung aufweisen, z.B. bezüglich Dicke, Gewicht und Reibungskoeffizient,
resultiert daraus bei fixer Bremseinstellung auch eine entsprechende Streuung der
individuellen Bremswege. Zur Kompensation dieser Streuung kann nun jedem Projektil
12 eines Projektilsatzes eine Bremsgrundeinstellung zugeordnet werden, so dass jedes
Projektil 12 im wesentlichen mit gleichem Ruheabstand X vom Rückschieber zum Stehen
kommt. Diese Bremsgrundeinstellung kann durch die Steuerschaltung selbstlernend ausgeführt
und gespeichert werden. Es können aber auch Programme generiert und verwendet werden,
welche zur Steuerung der Fangbremse Garn- und Betriebsparameter der Webmaschine berücksichtigen.
So kann bei einem Mehrschusswechsel mit unterschiedlichen Garnen die Steuerung der
Fangbremse gemäss Schussrapport und Garngewicht erfolgen. Schweres Garn bremst das
Projektil im Flug stärker als leichtes Garn. Es muss also entsprechend weniger stark
gebremst werden, um die gleiche Ruhelager X zu erreichen.
[0015] Bei Betriebsunterbrüchen mit Abkühleffekten ändern sich die Bremsverhältnisse und
damit die Ruhelage X. Auch dies kann erfindungsgemäss kompensiert werden durch entsprechende
Programme der Steuerschaltung.
[0016] Die Fangbremse enthält einen Bremsteil 2 und eine diesem zugeordnete Abtasteinrichtung
15, um die Berührung eines Projektils mit dem Bremsteil der Fangbremse zu ermitteln.
Eine Druckluftquelle 14 ist mit Signalleitungen 16, 17 der Abtasteinrichtung 15 verbunden.
Die Signalleitungen 16, 17 münden in der Bremsfläche 4, so dass ein quer zum Bremsspalt
5 gerichteter Luftstrom erzeugt wird und stehen mit den Sensoren 20 in Verbindung,
die durch den bei Unterbrechung des Luftstromes auftretenden Rückstau in den Signalleitungen
aktiviert werden und ein Steuersignal an eine Steuereinrichtung 24 abgeben. Dadurch
wird eine einwandfreie Funktion unter allen Betriebsbedingungen erreicht.
1. Fangbremse für eine Projektilwebmaschine, welche Fangbremse zwei Bremsteile (1,
2) mit jeweils einer Bremsfläche, welche einen Bremsspalt bestimmen und eine Abtasteinrichtung
aufweist, welche die Berührung der Bremsteile mit dem abzubremsenden Projektil abtastet,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Druckluftquelle (14) vorgesehen ist und dass die
Abtasteinrichtung (15) mindestens eine mit der Druckluftquelle (14) verbindbare Signalleitung
(16, 17), um einen quer zum Bremsspalt (5) gerichteten Luftstrom zu erzeugen und einen
damit verbundenen Sensor (20) aufweist, um einen durch die Behinderung des Luftstromes
durch das im Bremsspalt (5) befindliche Projektil (12) bewirkten Rückstau in ein Steuersignal
umzuwandeln.
2. Fangbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtasteinrichtung
(15) zwei Signalleitungen (16, 17) aufweist, die mit der Druckluftquelle (14) verbindbar
sind, um zwei in der Eintrittsrichtung des Projektils (12) beabstandete Luftströme
im Bremsspalt (5) zu erzeugen.
3. Fangbremse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Signalleitung
(16, 17) zwei Abschnitte (24) aufweist, um zwei quer zur Eintrittsrichtung des Projektils
(12) beabstandete Luftströme im Bremsspalt (5) zu erzeugen.
4. Fangbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Einrichtung (18) vorgesehen ist, um den Luftdruck in der Signalleitung (16, 17) konstant
zu halten.
5. Fangbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Signalleitung
(16, 17) mindestens teilweise in einem Bremsteil angeordnet ist und in die Bremsoberfläche
mündet.
6. Fangbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtasteinrichtung
(15) ein Organ aufweist, in welchem die Signalleitung (16, 17) mindestens teilweise
ausgebildet ist und dass die Abtasteinrichtung (15) so angeordnet ist, dass die Signalleitung
(16, 17) mit der offenen Seite dem Bremsspalt zugewandt sind.
7. Fangbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtasteinrichtung
(15) als Baueinheit ausgebildet ist.
8. Fangbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtasteinrichtung
(15) und die Druckluftquelle (14) als Bausatz ausgebildet sind.
9. Projektilwebmaschine mit einer Steuereinrichtung und Fangbremse nach einem der
Ansprüche 1 bis 8.