[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Brennkraftmaschine, insbesondere einen Boxermotor,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der DE-AS 11 49 198 ist ein Kurbelgehäuse für eine Brennkraftmaschine bekannt,
bei der eine Lagerbrückenhälfte Teil des Gehäuses ist und die weitere Lagerbrückenhälfte
über Befestigungsschrauben festgesetzt wird. Die Gehäusehälften sind über durchgehende
Zylinderkopfschrauben miteinander verbunden. Desweiteren ist aus der US-PS 29 69 781
ein Kurbelgehäuse bekannt, das mit der Lagerbrücke über gemeinsame Schrauben verbunden
wird.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Brennkraftmaschine, insbesondere einen Boxermotor
zu schaffen, die einen einfachen Montageaufbau besitzt, eine Bauausführung mit verschiedenen
Werkstoff ermöglicht und eine optimale Ölzuführung zu beiden Lagerstellen der Kurbelwelle
gewährleistet.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst. Weitere vorteilhatte Merkmale beinhalten die Unteransprüche.
[0005] Mit der Erfindung wird erreicht, daß die Lagerbrücke aus einem anderen Material als
das Zylinderkurbelgehäuse bestehen kann und eine Montage losgelöst vom Kurbelgehäuse
erfolgt. Dies wird möglich durch eine Festlegung der Lagerbrücke im Kurbelgehäuse
über getrennt von den Lagerstuhlschrauben angeordnete Zylinderkopfschrauben.
[0006] An das Kurbelgehäuse sind Aufnahmen für Aggregate wie für einen Anlasser usw. mit
angegossen. Ebenso sind Kühlkanäle in das Gehäuse integriert. Desweiteren weisen die
beden Gehäusehälften Wandungen zur Bildung eines Ölraumes auf, in der eine Ölfangeinrichtung
mit Durchtrittsöffnungen zur Ölwanne an den Gehäusehälften angeordnet sind.
[0007] In den der Lagerbrücke zugerichteten Verbindungsflächen des Zylinderkurbelgehäuses
sind ÖIkanäle eingelassen, die von der ebenen Verbindungsfläche der Lagerbrücke abgedeckt
werden. Der Ölkreislauf verläuft über die Ölkanäle im Zylinderkurbelgehäuse, durch
Querbohrungen und Schrägbohrungen in der Lagerbrücke zu den Lagerstellen der Kurbelwelle.
Über einige Bohrungen der Zylinderkopfschrauben erfolgt eine Zuführung von Öl in den
Zylinderkopf, der hierzu entsprechende Schrägkanäle aufweist.
[0008] Die Trennebene des Zylinderkurbelgehäuses ist in der gleichen Trennebene wie die
Lagerbrücke gelegen und verläuft durch die Kurbelwellenlagermitte. Hierdurch ergibt
sich ein symmetrisches Kurbelgehäuse mit den jeweiligen Zylinderköpfen.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben.
[0010] Es zeigen
Fig. 1 einen Querschnitt durch ein Zylinderkurbelgehäuse mit Lagerbrücke und Zylinderköpfen
im Bereich der Zylinderkopfschrauben,
Fig. 2 einen Querschnitt gemäß Fig. 1 im Bereich der Zylinderbohrungen,
Fig. 3 einen Schnitt durch die Lagerbrücke nach Linie 111-111 der Fig. 7,
Fig. 4 eine Ansicht in Pfeilrichtung Z auf einer Anlagefläche der Lagerbrücke gemäß
Fig. 3 gesehen,
Fig. 5 eine Ansicht in Pfeilrichtung X auf die weitere Anlagefläche der Lagerbrücke
gemäß Fig. 3 gesehen,
Fig. 6 eine Ansicht auf die Ölkanäle im Kurbelgehäuse in Pfeilrichtung X in der Schnittebene
VI-VI gemäß Fig. 2 gesehen, und
Fig. 7 eine Ansicht auf die Ölkanäle im Kurbelgehäuses in Pfeilrichtung Z in der Schnittebene
VII-VII der Fig. 2 gesehen.
[0011] Eine Brennkraftmaschine, insbesondere ein Boxermotor, umfaßt im wesentlichen ein
Kurbelgehäuse 1, in dem eine Lagerbrücke 2 gehalten ist. Mit dem Kurbelgehäuse 1 sind
die jeweiligen Zylinderköpfe 3 und 4 verbunden. Das Kurbelgehäuse besteht beispielsweise
aus einem Aluminium-Werkstoff und die Lagerbrücke besteht beispielsweise aus einem
Grauguß.
[0012] Das Zylinderkurbelgehäuse 1 besteht aus Gehäusehälften 5 und 6, die eine Trennebene
a-a besitzen, welche mit der Trennebene b-b der Lagerbrücke 2 übereinstimmt.
[0013] Die beiden Hälften 2a, 2b der Lagerbrücke 2 sind über gleichgerichtet angeordnete
Lagerstuhlschrauben 7, 8 miteinander verbunden.
[0014] Jede Gehäusehälfte 5, 6 des Kurbelgehäuses 1 ist über Zylinderkopfschrauben 9, 10;
9a, 10a mit der Lagerbrücke 2 verspannt, wobei die Schrauben 9, 10 und 9a, 10a jeweils
auch den Zylinderkopf 3, 4 am Gehäuse 1 festsetzen. Die Zylinderkopfschrauben 9, 10
sind entgegengerichtet zu den weiteren Zylinderkopfschrauben 9a, 10a angeordnet und
gründen endseitig jeweils in einer Aufnahmebohrung der Lagerbrücke 2.
[0015] In der Anlagefläche 11 und 12 jeder Kurbelgehäusehälfte 6 und 5, die den ebenen Flächen
13 und 14 der Lagerbrückenhälften 2a und 2b gegenüberstehen, sind Ölkanäle 15, 16
und 17 eingelassen. Diese werden von den gegenüberstehenden ebenen Anlageflächen 13
und 14 abgedeckt, so daß sich jeweils geschlossene Ölkanäle ergeben.
[0016] Die Ölkanäle 15 und 16 sind untereinander über einen ersten gehäuseseitigen Kanal
18 und der Ölkanal 15 der einen Gehäusehälfte 6 ist mit dem Ölkanal 17 der weiteren
Gehäusehälfte 5 über mindestens zwei Querkanäle 19 und 20 in der Lagerbrücke 2 verbunden.
Von diesen Kanälen 19, 20 sowie vom Kanal 17 zweigen Schrägkanäle 21 in der Lagerbrücke
2 ab, die zu den Lagerorten 22 der Kurbelwelle führen. Die Eintrittsöffnung 22 der
Schrägkanäle 21 sind in Fig. 5 näher dargestellt. Die Schrägkanäle 21 können mit den
beiden Querkanälen 14, 20 vorzugsweise eine gleiche Öleintrittsöffnung 19a aufweisen.
In vorteilhafter Weise sind die Eintrittsöffnungen der Kanäle 19 und 21 bzw. 20 und
21 getrennt.
[0017] Der Ölkanal 16 weist einen Zufluß bei 23 auf, der mit einer Ölpumpe 24 verbunden
ist. Über einen zwischengeschalteten Ölfilter 25 im Kanal 16 fließt das Öl durch den
gehäuseseitigen Kanal 18 zum Ölkanal 15. Vor Eintritt in diesen Kanal 15 durchfließt
das Öl einen ÖI-/Wasserwärmetauscher 26.
[0018] Die Zylinderkopfschrauben 9, 10 und 9a, 10a sind in Bohrungen 30 des Gehäuses 1 sowie
der Köpfe 4 und 5 angeordnet, welche gleichzeitig Öldurchführungen bilden. Hierzu
weisen sie einen größeren Durchmesser als die Schrauben auf. Von diesen Bohrungen
zweigen Verbindungskanäle 31 in den Ölkanal 15 ab. Ebenfalls sind in der zweiten Gehäusehälfte
6 Verbindungskanäle 32 von den Bohrungen der Bolzen 9, 10 in den Ölkanal 17 vorgesehen.
Hierdurch kann das Öl von den Ölkanälen 15 und 17 zu jeder Kopfseite 4, 5 durch die
Bohrungen der Zylinderkopfschrauben 9, 9a und 10, 10a fließen, wozu von den Bohrungen
jeweils ein im Kopf angeordneter Schrägkanal 33 abzweigt.
[0019] Wie insbesondere aus den Fig. 6 und 7 näher zu erkennen ist, erstrecken sich die
Ölkanäle 15, 16 und 17 nahezu über die gesamte Länge des Kurbelgehäuses 1, wobei in
den Gehäusehälften 5 an beiden Längsseiten die Ölkanäle 15, 16 und an der Gehäusehälfte
6 nur an einer Längsseite der Ölkanal 17 angeordnet ist.
[0020] Jede Hälfte 5,6 des Zylinderkurbelgehäuses 1 weist mindestens sich gegenüberliegende
angegossene Kühlkanäle 35, 36 auf. Zwischen den Kühlkanälen 35 einer Gehäuseseite
ist eine Anlasseraufnahme 37 vorgesehen, die der Gehäusehälfte 6 zugeordnet ist und
mit der Trennebene a-a endet.
[0021] Gegenüberliegend an der anderen Gehäuseseite sind symmetrisch zur Trennebene a-a
in die Gehäusehälften 5, 6 integriert zwei trichterförmig zulaufende Wandungen38,
39 einer Ölfangeinrichtung angegossen. Innerhalb dieser Einrichtung ist eine Zwischenwelle
40 gelagert. Diese Einrichtung ist zwischen Wänden 41, 42, welche von Kühlkanälen
36 abzweigen, angeordnet. Der von den Wänden 41, 42 gebildete Raum wird mittels eines
Dekkels 43 abgeschlossen und bildet eine Ölwanne. In den Wänden 41, 42 sind ÖI-Durchtrittsöffnungen
44 vorgesehen.
1. Brennkraftmaschine, insbesondere Boxermotor mit einem in Kurbelwellenlagermitte
längsgeteilten Zylinderkurbelgehäuse sowie einer Lagerbrücke, welche über Zylinderkopfschrauben
mit dem Kurbelgehäuse verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Zylinderkurbelgehäuse
(1) mit der Lagerbrücke (2) eine gemeinsame vertikale Trennebene (a-a) aufweist und
beide Lagerbrückenhälften (2a, 2b) einerseits über Lagerstuhlschrauben (7, 8) miteinander
verbunden sind und andererseits die Lagerbrücke (2) über Zylinderkopfschrauben (9,
10 und 9a, 10a) zwischen den zu beiden Seiten der Lagerbrücke (2) angeordneten Kurbelgehäusehälften
(5, 6) unter Bildung von Ölkanälen (15, 16 und 17) gehalten ist und über die Schrauben
(9, 10 und 9a, 10a) gleichzeitig Zylinderköpfe (3, 4) am Kurbelgehäuse (1) befestigbar
sind.
2. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerstuhlschrauben
(7, 8) jeweils gleichgerichtet in der Lagerbrücke (2) und die Zylinderkopfschrauben
(9, 10) des Zylinderkopfes (3) und der Gehäusehälfte (6) den Schrauben (9a, 10a) des
Zylinderkopfes (4) und der Gehäusehälfte (5) entgegengerichtet angeordnet sind.
3. Brennkraftmaschine nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Zylinderkopfschrauben (9, 10 und 9a, 10a) teilweise in Öldurchführungen bildenden
Bohrungen (30) des Gehäuses (1) und des Kopfes (3, 4) angeordnet sind, welche ausgangsseitig
des Gehäuses (1) bzw. der Gehäusehälften (5, 6) in einer Anlagefläche (12 und 11)
einen Verbindungskanal (31, 32) zu den Ölkanälen (15, 17) im Zylindergehäuse (1) aufweisen
und die Bohrungen (30) mit einem Schrägkanal (33) im Zylinderkopf (3, 4) verbunden
sind.
4. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ölkanäle (15, 16 und 17) nur in den Flächen (11, 12) des Zylinderkurbelgehäuses
(1) angeordnet und jeweils von einer gegenüberstehenden Anlagefläche (13, 14) der
Lagerbrücke (2) abgeschlossen sind.
5. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ölkanäle (15, 16 und 17) im Zylinderkurbelgehäuse (1) sich
annähernd über die gesamte Länge zu beiden Längsseiten jeder Gehäusehälfte (6) erstrekken
und die Kanäle (15 und 16) miteinander über mindestens einen Gehäusequerkanal (18)
verbunden sind und gegenüberliegende Ölkanäle (15, 17) der Gehäusehälften (5, 6) an
Schräg- und Querkanälen (21, 19, 20) in der Lagerbrücke (2) angeschlossen sind.
6. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens ein Querkanal (19, 20) oberhalb der Kurbelwellenlagerung
vorgesehen ist, der mit den zu den Lagerstellen (22) geführten Schrägkanälen (21)
jeweils in den Ölkanal an der Längsseite mündet.
7. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Ölkanal (16) der einen Längsseite in der Gehäusehälfte (5)
mit einer Ölpumpe (24) verbunden ist und zwischen einer Zu- und Abflußbohrung (16a,
16b) des Kanals (16) ein Ölfilter (25) angeordnet ist und zwischen diesem Ölkanal
(16) und dem weiteren Ölkanal (15) an der anderen Längsseite der Gehäusehälfte (5)
ein ÖI-/WasserWärmetauscher (26) vorgesehen ist.
8. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder einen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die eine Gehäusehälfte (5) an beiden Längsseiten jeweils den Ölkanal
(15, 16) aufweist, wobei die andere Gehäusehälfte (6) nur an einer Längsseite den
Ölkanal (17) aufweist, in den die Querkanäle (19, 20) der Lagerbrücke (2) einmünden.
9. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß jede Hälfte (5, 6) des Zylinderkurbelgehäuses (1) mindestens sich
gegenüberliegende angegossene Kühlkanäle (35, 36) aufweist und jeweils zwischen zwei
Kühlkanälen (35) einer Gehäuseseite eine in der Gehäusehälfte (6) integrierte Anlasseraufnahme
(37) angeordnet ist.
10. Brennkraftmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen zwei
Kühlkanälen (36) der weiteren Gehäuseseite in der Gehäusetrennebene (a-a) zusammentreffende,
trichtenförmig zulaufende Wandungen (38, 39) vorgesehen sind, zwischen denen eine
Zwischenwelle (40) gelagert ist.
11. Brennkraftmaschine nach den Ansprüchen 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß
von den Kühlkanälen (36) Wandungen (41, 42) zur Bildung einer Ölwanne abzweigen, in
der die trichterförmig zulaufenden Wandungen (38, 39) angeordnet sind, welche Öffnungen
(44) zum Öldurchtritt aufweisen.