[0001] Die Erfindung betrifft Hartmetallplatten und damit bestückte Gesteinsbohrer.
[0002] Bei den bisher bekannten Gesteinsbohrern, wie sie beispielsweise aus der DE-OS 34
26 977 oder der DE-OS 30 25 890 bekannt sind, sind Hartmetallplatten mit einem mindestens
eine Schneidkante tragenden Kopfteil und mit einem der Geometrie einer Aufnahmenut
im Bohrwerkzeug angepaßten Fußteil in eine oder mehrere ausgeschnittene bzw. ausgefräste
Nuten eines Bohrerkopfs oder einer Bohrkrone eingesetzt und darin durch Verlöten befestigt.
Die Aufnahmenuten wurden generell als gewöhnliche Rechtecknuten konstanten Querschnitts
ausgeführt.
[0003] Seit je her war es jedoch schwierig, eine spannungsfreie, feste, den mechanischen
Beanspruchungen einer Gesteinsbohrerspitze möglichst lange standhaltende Lötverbindung
zwischen Hartmetallplatte und Aufnahmenut im Bohrwerkzeug zu erhalten. Wegen der unterschiedlichen
Wärmeausdehnungskoeffizienten von Hartmetall und Stahl lassen sich beim Löten Spannungen,
insbesondere im unteren Bereich der Einstichnut, nicht vermeiden, Spannungen, die
bei mechanischer Beanspruchung des Gesteinsbohrers im normalen Bohrbetrieb leicht
zur Bildung von Rissen und schließlich zum Ausbrechen der Hartmetallplatte führen
können.
[0004] Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, schlägt die DE-OS 34 26 977 vor, die Einstichnut
tiefer auszuführen, als der axialen Einlöttiefe der Hartmetallplatte entspricht. Auf
diese Weise sitzt der Fuß der Hartmetallplatte nicht auf dem Nutgrund auf; vielmehr
bleibt zwischen der Unterseite des Fußteils der Hartmetallplatte und dem Nutgrund
nach dem Einlöten der Hartmetallplatte ein Hohlraum frei, in den allenfalls überschüssiges
Lot fließen kann.
[0005] Es hat sich jedoch gezeigt, daß der so geschaffene Hohlraum zu einer mechanischen
Schwächung des Bohrerkopfes bzw. einer Bohrkrone führt und daß ein ungewolltes Lösen
bzw. Abfallen der Hartmetallplatte nicht sicher genug vermieden werden können.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Hartmetallplatte und einen damit bestückten
Gesteinsbohrer zu schaffen, die so beschaffen sind, daß sich zwischen Hartmetallplatte
und Aufnahmenut im Bohrwerkzeug eine wesentlich stabilere und dauerhaftere Verbindung
ergibt, die leicht verlötet werden kann und die selbst bei Rißbildung innerhalb der
Lotschicht ein unbeabsichtigtes Herausfallen der Hartmetallplatte aus der Aufnahmenut
sicher verhindert.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Hartmetallplatte der eingangs genannten
Gattung dadurch gelöst, daß das Fußteil einen Querschnitt aufweist, der gegenüber
dem Maximalquerschnitt des Kopfteils mindestens teilweise erweitert ist, und zwar
entweder stetig oder unstetig erweitert ist.
[0008] Der erfindungsgemäße Gesteinsbohrer mit einem Schaft, einem Bohrkopf und mindestens
einer Hartmetallschneidplatte, die in mindestens eine Aufnahmenut des Bohrkopfs eingesetzt
und darin, vorzugsweise durch Verlöten, befestigt ist, ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufnahmenut hinterschnitten ist und daß der Bohrkopf mit mindestens einer
erfindungsgemäßen Hartmetallschneidplatte bestückt ist, deren in die Aufnahmenut eingesetzter
Teil einen der Geometrie der hinterschnittenen Aufnahmenut angepaßten, vorzugsweise
möglichst exakt angepaßten, Querschnitt aufweist.
[0009] Durch die Hinterschneidung der Aufnahmenut und den an die Geometrie der Hinterschneidung
angepaßten Querschnitt der eingesetzten Hartmetallplatte, der, je nach der gewählten
Art der Hinterschneidung, entweder stetig, z.B. konisch, erweitert sein kann oder
aber unstetig, z.B. stufenförmig oder sägezahnartig, werden formschlüssige Verbindungen
geschaffen, die weit größeren mechanischen Kräften unbeschadet und wesentlich länger
andauernd widerstehen können, als dies bei den herkömmlich gestalteten Hartmetallschneidplatten
und Gesteinsbohrern der Fall war.
[0010] Bei optimaler, exakter Anpassung des Querschnitts des in die Aufnahmenut einzusetzenden
Teils der Schneidplatte an die Geometrie der Hinterschneidung der Aufnahmenut läßt
sich die Dicke der Lotschicht auf ein ideales Mindestmaß reduzieren, was der Rißbildung
beim Löten und Abkühlen aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten
entgegenwirkt. Vor allem aber wird erreicht, daß die Frage der Rißbildung innerhalb
der Lotschicht ihre bisherige dramatische Bedeutung verloren hat, weil ein unbeabsichtigtes
Lösen oder Herausfallen der Schneidplatten aufgrund des Formschlusses zwischen Aufnahmenut
und Fußteil der Platten selbst dann nicht mehr möglich ist, wenn die Lötverbindung
reißen sollte.
[0011] Der Querschnitt des Fußteils der Schneidplatten kann erfindungsgemäß ganz oder teilweise
konisch, schwalbenschwanzförmig oder teilkreisförmig erweitert sein, wobei auch alle
denkbaren Kombinationen dieser Geometrien möglich sind. So kann beispielsweise der
Querschnitt des Fußteils, vom Kopfteil in Richtung des Fußteils gesehen, zunächst
konisch erweitert sein und dann teilkreisförmig auslaufen oder nach der konischen
Erweiterung spitzwinklig, stumpfwinklig oder rechtwinklig auslaufen. Ferner kann zwischen
dem Kopfteil und dem Fußteil der Hartmetallplatte ein Abschnitt konstanten Querschnitts
vorhanden sein.
[0012] Der mit den erfindungsgemäßen Hartmetallplatten bestückte Gesteinsbohrer kann einen
gewöhnlichen Bohrerkopf mit nur einer Schneidplatte oder aber eine Bohrkrone mit zwei,
drei oder mehr Hartmetallschneidplatten besitzen, die entweder sternförmig oder sich
kreuzend angeordnet sind. Außerdem kann der Bohrer eine als Zentrierspitze ausgebildete
Hartmetallschneidplatte aufweisen, die ebenfalls in einer hinterschnittenen Aufnahmenut
vorzugsweise durch Verlöten befestigt ist. Die Hartmetallschneidplatten können durch
eine Verstemmung zusätzlich gesichert sein.
[0013] Die Erfindung wird anhand der Zeichnung weiter erläutert:
Fig. 1 bis Fig. 1 g zeigt in Stirnansicht verschiedene Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Hartmetallplatte;
Fig. 1 h ist eine Seitenansicht der Hartmetallplatte gemäß Fig. 1 g;
Fig. 2 ist eine Seitenansicht des Oberteils einer Bohrkrone einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Gesteinsbohrers, der mit drei Hartmetallschneidplatten gemäß
den Fig. 1 g, 1 und mit einer Zentrierspitze bestückt ist;
Fig. 3 ist eine Draufsicht auf den Gesteinsbohrer gemäß Fig. 2.
[0014] Bei der Ausführungsform der erfindungsgemäßen Hartmetallplatte gemäß Fig. 1 trägt
das Kopfteil 3 der Hartmetallplatte 1 eine Schneidkante 2. An das Kopfteil schließt
sich, in Richtung des Fußteils 4 gesehen, ein Abschnitt 8 konstanten Querschnitts
an. Das Fußteil 4 ist teilweise konisch erweitert und läuft dann spitzwinklig aus.
[0015] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 b schließt sich das Fußteil 4 unmittelbar an
das Kopfteil 3 der Hartmetallplatte 1 an, ohne daß ein Abschnitt konstanten Querschnitts
zwischen diese beiden Teile eingeschoben wäre. Der Querschnitt des Fußteils 4 ist
von oben bis unten stetig konisch erweitert.
[0016] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1c folgt nach einem Abschnitt 8 konstanten Querschnitts
ein schwalbenschwanzförmig erweitertes Fußteil 4.
[0017] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1d folgt dem Abschnitt 8 konstanten Querschnitts
ein Fußteil 4 mit pfeilförmigem Querschnitt, der nach einer unstetigen Erweiterung
spitzwinklig ausläuft.
[0018] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1e folgt dem stetig konisch erweiterten Querschnitt
ein teilkreisförmig auslaufender Bereich im Fußteil 4.
[0019] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1f läuft das unstetig erweiterte Fußteil 4 parabolisch
gekrümmt aus.
[0020] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1g folgt einem Abschnitt 8 konstanten Querschnitts
ein Fußteil 4 mit teilkreisförmigem (Dreiviertelkreis) Querschnitt. Die Stirnflächen
dieser Hartmetallplatte sind im Bereich des Kopf- und Fußteils 3, 4 vorzugsweise abgefast
(Fig. 1 h).
[0021] Der erfindungsgemäße Gesteinsbohrer (Fig. 2, 3) trägt auf seinem Schaft 10 eine Bohrkrone
11 mit drei sternförmig angeordneten Hartmetallschneidplatten 1 mit je einer Schneidkante
2 sowie mit einer Hartmetallschneidplatte 5 in Form einer Zentrierspitze, die ebenfalls
drei Schneidkanten 5' besitzt.
[0022] In die Bohrkrone 11 sind drei im Querschnitt teilkreisförmig hinterschnittene Aufnahmenuten
6 eingefräst, welche jeweils bis zur Mantelfläche der Bohrkrone 11 verlaufen. In die
hinterschnittenen Aufnahmenuten 6 sind drei Hartmetallschneidplatten der Ausführungsform
gemäß Fig. 1g sowie eine Zentrierspitze 5 entsprechenden Querschnitts eingesetzt und
zur Erleichterung bei der Montage bzw. beim Verlöten im Bereich der Öffnung der Aufnahmenut
6 zur Mantelfläche der Bohrkrone 11 durch eine Verstemmung 7 fixiert. Die Verstemmung
7 dient auch der zusätzlichen Sicherung der Hartmetallplatten 1 gegen radiales Herausfallen
für den Fall, daß die Lötverbindung defekt sein sollte, reißen oder brechen sollte.
[0023] Bei der Herstellung des Gesteinsbohrers gemäß Fig. 2 und 3 wird so verfahren, daß
zunächst die hinterschnittenen Nuten 6 ausgefräst werden, dann die der Geometrie der
Hinterschneidung entsprechenden Hartmetallschneidplatten ausgewählt und seitlich,
von der Mantelfläche her in die Nuten eingeschoben, mit der Mantelfläche leicht verstemmt
und schließlich verlötet werden.
[0024] Aufgrund der besonderen Geometrien von Hartmetallplatte und Aufnahmenut läßt sich
insbesondere auch die Lötverbindung zur Zentrierspitze verbessern, und die Zentrierspitze
läßt sich präziser und mit größerer mechanischer Festigkeit als bisher im Bohrkopf
befestigen, wodurch die Zentrierung beim Bohren insgesamt verbessert wird. Durch die
allseitig gleichmäßig ausgebildete, dünne Lotfuge zwischen Schneidplatte und Aufnahmenut,
ist jede Schneidplatte quasi "schwimmend" angeordnet, was sich auf eine gleichmäßige
Kräfteverteilung beim Bohren günstig auswirkt. Infolge ihrer formschlüssigen Verbindung
mit dem Bohrkopf können die Schneidplatten auch dann nicht beim Bohren herausgerissen
oder herausgeschleudert werden, wenn die Lotverbindung reißen sollte. Die dadurch
bedingte längere Lebensdauer der erfindungsgemäßen Gesteinsbohrer ist von ganz erheblicher
volkswirtschaftlicher Bedeutung.
1. Hartmetallplatte (1) für Bohrwerkzeuge, insbesondere Gesteinsbohrer, mit einem
mindestens eine Schneidkante (2; 5') tragenden Kopfteil (3) und mit einem der Geometrie
einer Aufnahmenut (6) im Bohrwerkzeug angepaßten Fußteil (4), dadurch gekennzeichnet,
daß das Fußteil (4) einen Querschnitt aufweist, der gegenüber dem Maximalquerschnitt
des Kopfteils (3) mindestens teilweise erweitert ist.
2. Hartmetallplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt des
Fußteils (4) mindestens teilweise konisch erweitert ist.
3. Hartmetallplatte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt des
Fußteils (4) schwalbenschwanzförmig erweitert ist.
4. Hartmetallplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt des
Fußteils (4) teilkreisförmig erweitert ist.
5. Hartmetallplatte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt des
Fußteils (4), vom Kopf- (3) in Richtung des Fußteils (4) gesehen, zunächst konisch
erweitert ist und dann teilkreisförmig ausläuft.
6. Hartmetallplatte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt des
Fußteils (4), vom Kopf- (3) in Richtung des Fußteils (4) gesehen, zunächst konisch
erweitert ist und dann spitz-, stumpf- oder rechtwinklig ausläuft.
7. Hartmetallplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
sie zwischen ihrem Kopfteil (3) und ihrem Fußteil (4) einen Abschnitt (8) konstanten
Querschnitts aufweist.
8. Gesteinsbohrer mit einem Schaft (10), einem Bohrkopf (11) und mindestens einer
Hartmetallschneidplatte (1; 5), die in mindestens eine Aufnahmenut (6) des Bohrkopfs
(11) eingesetzt und darin, vorzugsweise durch Verlöten, befestigt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufnahmenut (6) hinterschnitten ist und daß der Bohrkopf (11) mit mindestens
einer Hartmetallschneidplatte (1; 5) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 bestückt ist,
deren in die Aufnahmenut (6) eingesetzter Teil einen der Geometrie der hinterschnittenen
Aufnahmenut (6) angepaßten Querschnitt aufweist.
9. Gesteinsbohrer nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch eine Bohrkrone (11) mit mindestens
drei Hartmetallschneidplatten (1; 5).
10. Gesteinsbohrer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartmetallschneidplatten
(1; 5) sternförmig angeordnet sind.
11. Gesteinsbohrer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartmetallschneidplatten
(1; 5) sich kreuzend angeordnet sind.
12. Gesteinsbohrer nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
er eine Hartmetallschneidplatte (5) in Form einer Zentrierspitze aufweist.
13. Gesteinsbohrer nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
die Hartmetallschneidplatten (1) im Bereich der Öffnungen der sie aufnehmenden Nuten
(6) zur Mantelfläche des Bohrkopfs oder der Bohrkrone (11) durch eine Verstemmung
(7) zusätzlich gesichert sind.