[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff von Anspruch
1 sowie eine Betonpumpe nach demjenigen von Anspruch 7.
[0002] Besonders bevorzugte Ausführungsvarianten, einerseits des Verfahrens, anderseits
der erwähnten Betonpumpe, sind in den Ansprüchen 2 bis 6 bzw. 8 bis 11 spezifiziert.
[0003] Die Erfindung wird anschliessend beispielsweise anhand von Figuren erläutert.
[0004] Es zeigen:
Fig. 1 schematisch die Aufsicht auf eine bekannte Betonpumpe zur Erläuterung der daran
entstehenden Probleme;
Fig. 2 als Beispiel und bevorzugte Ausführungsvariante, die Pumpe der in Fig. 1 dargestellten
Art mit den erfindungsgemässen Massnahmen, in Aufsicht;
Fig. 3a die erfindungsgemäss bevorzugte Einteilung des Auswurfzyklus eines Pumpenkolbens;
Fig. 3b bei einer Auswurfzykluseinteilung gemäss Fig. 3a die weiter bevorzugte erfindungsgemässe
Bewegungscharakteristiksteuerung anhand des Geschwindigkeitsprofils über der Zeit;
Fig. 4 schematisch und in Form eines Funktionsblock/Signalflussdiagrammes eine bevorzugte
Realisationsform des erfindungsgemässen Verfahrens an einer erfindungsgemässen Betonpumpe.
[0005] In Fig. 1 ist schematisch und in Aufsicht eine typische Kolbenbetonpumpe bekannter
Art dargestellt. Sie umfasst mindestens zwei Kolben/Zylinderanordnungen 1A und 1B,
welche üblicherweise mittels einer hydraulischen Antriebseinheit 3, typischerweise
je mittels einer hydraulischen Kolben/Zylinderanordnung, gegenphasig angetrieben werden.
Die Kolben/Zylinderanordnungen 1A bzw. 1 B wirken in einen Betontank 5 einerseits
und anderseits in ein S-förmig gekrümmtes Verbindungsrohr 7, dessen Auslass mit einer
Leitungsanordnung 9, typischerweise hin zu einer Betonspritzdüse 11, verbunden ist.
[0006] Das S-förmige Verbindungsrohr 7 pendelt, angetrieben (nicht dargestellt), um die
Achse A des Leitungssystemanschlusses, derart, dass die Kolben/Zylinderanordnungs-seitige
Oeffnung der S-förmigen Verbindungsleitung 7 sequentiell dichtend mit den Kolben/Zylinderanordnungen
1A, 1B verbunden ist. Der jeweils nicht mit dem S-förmigen Verbindungsrohr 7, welches,
wie mit dem Pfeil w
7 dargestellt, um die Achse A pendelt, verbundene Kolben/Zylinder saugt Beton aus dem
Betontank 5 an, während gleichzeitig der andere Kolben/Zylinder über das Verbindungsrohr
7 in das Leitungssystem 9 wirkt.
[0007] An derartigen Pumpen wird entlang dem Leitungssystem 9, und insbesondere an der oft
manuell geführten Spritzdüse 11, eine starke Druckpulsation mit Pulsrepetitionsfrequenz
entsprechend der Auswurffrequenz der Kolbenanordnungen 1A, 1B festgestellt, welche
sich bei manuell geführter Düse 11 in starken pulsierenden Schlägen offenbart.
[0008] Diese Pulsationen sind von vielen, im weiteren Störgrössen genannten Parametern an
der Pumpe abhängig:
- Die Störgrösse ZL in Fig. 1 bezeichnet den Sachverhalt, dass die Zylinder der Kolben/Zylinderanordnungen
nicht immer 100%ig betongefüllt werden.
- Mit der Störgrösse ZF ist die eingestellte Fördernenge pro Zeiteinheit bezeichnet, welche die erwähnten
beobachteten Pulsationen mitbeeinflusst.
- Mit der Störgrösse Zg ist die Ausbildung, insbesondere die Länge des Leitungssystems
9, gegebenenfalls auch die Ausbildung der Spritzdüse 11, bezeichnet. Auch diese Grössen
beeinflussen die beobachteten Pulsationen.
- Mit der Störgrösse ZB ist die Betonrezeptur bezeichnet, welche ebenfalls die erwähnten Pulsationen beeinflusst,
und
- mit der Störgrösse Zz ist die Art verwendeter Zusätze, wie insbesondere verwendeter Beschleunigermittel
(pulverförmig, flüssig etc.), sowie der Zugabeort und die Zugabeart (Menge pro Zeiteinheit
etc.) bezeichnet, die ebenfalls die erwähnten Pulsationen beeinflussen.
[0009] Die vorliegende Erfindung setzt sich zum Ziel, die Pulsationen an einem gegebenen
Abschnitt des Leitungssystems, insbesondere an der Spritzdüse, auf ein vorgebbares
Mass einzustellen, insbesondere mindestens nahezu zum Verschwinden zu bringen.
[0010] Ein erster Ansatz hierfür wäre eine gezielte Auslegung der erwähnten Störgrössen,
so dass ihre Kombination zum erwünschten Ziel führt. Die Vielzahl der erwähnten Störgrössen,
deren Aufzählung nicht abschliessend ist, zeigt aber, dass dieses Vorgehen äusserst
problematisch und aufwendig ist, insbesondere wenn Zeitvarianz der Störgrössen vorliegt.
[0011] Die vorliegende Erfindung, ausgehend vom Verfahren eingangs genannter Art, löst das
erwähnte Problem dadurch, dass die Pulsation am gewählten Abschnitt, insbesondere
an der Spritzdüse 11, beobachtet wird und die Charakteristik der Ausstossbewegung
der Kolben an den Kolben/Zylinderanordnungen 1A, 1B so lange verändert wird, bis die
Pulsation das erwünschte Mass erreicht hat. Bis auf Ausnahmesituationen, bei denen
möglicherweise ein gezielt pulsierender Auswurf erwünscht ist, ist das bevorzugterweise
erwünschte Mass Verschwinden der erwähnten Pulsation.
[0012] Die Erfindung geht mithin von der Erkenntnis aus, dass die erwähnten Pulsationen
kritisch und sensibel von der Bewegungscharakteristik der erwähnten Kolben im Auswurfzyklus,
d.h. gemäss Fig. 1 bei der Bewegung gegen das Leitungssystem 9 hin, abhängen und dass
diese Charakteristik beherrscht einstell- und veränderbar ist. Damit wird das zu beherrschende
Phänomen, nämlich die Pulsationen, als Resultat aller erwähnten Parameter, beobachtet
und mit einer beherrschbaren Grösse, nämlich der Charakteristik der erwähnten Ausstossbewegung,
die Pulsation auf das erwähnte erwünschte Mass eingestellt, dabei alle erwähnten Störgrössen
bzw. deren Einfluss auf die Pulsationen auskompensiert.
[0013] Ausgehend von einer Betonpumpe der in Fig. 1 schematisch dargestellten Art, ist in
Fig. 2 anhand eines Funktionsblock/Signalflussdiagrammes die Erfindung in zwei prinzipiellen
Ausführungsvarianten dargestellt. Es sind dieselben Bezugszeichen verwendet wie in
Fig. 1.
[0014] Die Antriebseinheit 3 weist einen Steuereingang E3 für die Ansteuerung der Bewegungscharakteristik
der Kolben der Kolben/Zylinderanordnungen 1A, 1B, auf, während ihres Vorschubzyklus
bzw. Auswurfzyklus. Grundsätzlich kann daran die Geschwindigkeitscharakteristik während
dieser Vorschubbewegung gesteuert verändert werden, wie mit der Vorgabeeinheit 13
von Fig. 2 schematisch dargestellt, woran die erwähnte Charakteristik v(t) verstellt
werden kann. Dies erfolgt manuell, d.h. mit einem Eingabeorgan 15, wie mit einem Potentiometer
oder einer Eingabetastatur, oder indem die Vorgabeeinheit 13 für den Antrieb 3 als
Stellglied in einem Regelkreis wirkt, bei welchem, beim interessierenden Abschnitt
des Leitungssystems 9, insbesondere im Bereich der Spritzdüse 11, wie mit dem Detektor
17 dargestellt, die Auswurfpulsationsamplitude erfasst wird, das Ausgangssignal des
Detektors 17 an einer Vergleichseinheit 19 mit einem an der Vorgabeeinheit 21 vorgebbaren
SOLL-Wert für die Pulsationsamplitude verglichen wird und mit dem Vergleichsresultat
als Regeldifferenz Ap auf die Einheit 13 für die Bewegungscharakteristik der Kolben
eingegriffen wird. Dadurch wird die Pulsationsamplitude bis auf die bleibende Regeldifferenz
an den an der Vorgabeeinheit 21 vorgebbaren SOLL-Wert herangeführt, der in den meisten
Fällen zu Null gewählt wird.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsvariante für das erfindungsgemässe Stellen der Bewegungscharakteristik
der Kolben in ihrem Auswurfzyklus wird, gemäss Fig. 3a, innerhalb des Vorschubzyklus,
entsprechend der Zeitspanne T, eine erste Zeitspanne, bevorzugterweise zu Beginn des
Vorschubzyklus, festgelegt, welche in Fig. 3a mit T
1 bezeichnet ist. In der verbleibenden Zeitspanne T -Ti werden die Kolben, wie schematisch
dargestellt, mit vorgegebener fixer Geschwindigkeit v
o vorgetrieben. In der erwähnten Zeitspanne der Länge T
1 wird entweder die Geschwindigkeit bzw. Beschleunigung variiert, wie gestrichelt dargestellt,
bevorzugterweise wird aber auch hier, wie mit vi ausgezogen dargestellt, eine vorgegebene,
von v
o abweichende, höhere Geschwindigkeit v
1 gefahren, jedoch die Zeitspanne T
1 und mithin auch T -Ti als Stellgrösse variiert.
[0016] Damit resultieren die in Fig. 3b als bevorzugte Ausführungsvariante für das Stellen
der Bewegungscharakteristik der Kolben in den Auswurfzyklen dargestellten Verhältnisse.
[0017] Es hat sich gezeigt, dass durch Variation der Grösse T
1 die erwähnten Pulsationen stationär über längere Zeit und sehr genau auf vorgegebene
Werte einstellbar sind, insbesondere zum Verschwinden gebracht werden.
[0018] In Fig. 4 ist, ausgehend von den Erläuterungen gemäss Fig. 2 und 3a, in Form eines
Signalfluss/Funktionsblockdiagrammes eine bevorzugte Ausführungsform einer nach dem
erfindungsgemässen Verfahren arbeitenden erfindungsgemässen Betonpumpe dargestellt.
Es ist nurmehr ein Kolben 1A der Pumpe nach Art der in Fig. 1 dargestellten gezeigt.
[0019] Eine Taktgebereinheit 20 gibt einen Rechteckimpulszug ab mit einer Repetitionsfrequenz
entsprechend der Kolbenbetätigungsfrequenz. In den "L"-Halbperioden werden die Kolben
vorgetrieben, in den "H"-Halbperioden rückgeholt. Bei Abfallen des Zyklussignals ausgangsseitig
der Zyklussteuereinheit 20 wird eine Zeitgebereinheit 21 gesetzt, welche einen Ausgangsimpuls
der an einem Eingang E einstellbaren Zeitspanne T
1 ausgibt. Mit diesem Impuls der erwähnten veränderbaren Zeitspanne T
1 wird der Antrieb 3, wie schematisch mit dem Umschalter Q
1 dargestellt, mit dem Geschwindigkeitssteuersignal v
1 gemäss Fig. 3 angesteuert, während in der verbleibenden Zeitspanne T -T
i des Auswurfzyklus "vor" der Antrieb 3 über die Umschalteinheit Q
1 mit der Vorschubgeschwindigkeit v
0 angetrieben wird.
[0020] In den Rückholphasen wird, wie mit dem Umschalter Q
2 dargestellt, der Kolben entsprechend dem Steuersignal für die Rückholgeschwindigkeit
v, rückgeholt.
[0021] Die Zeitspanne T
1 wird entweder mit dem manuellen Eingabeorgan 15 gemäss Fig. 2, wie mit einem Potentiometer
oder einer Tastatur, eingestellt, und/oder es wird, wie erläutert wurde, am interessierenden
Bereich des Leitungssystems 9, wie insbesondere im Bereich der Spritzdüse 11, die
Pulsation, in Fig. 4 bei P schematisch dargestellt, mit dem Detektor 11 erfasst, wie
anhand von Fig. 2 erläutert wurde, an der Vergleichseinheit 19 mit dem einstellbaren
SOLL-Wertsignal verglichen, und es wird mit dem Differenzsignal die Zeitspanne T
1 so lange eingestellt, bis die Pulsationen P auf einen vorgegebenen Wert eingeregelt
oder, und bevorzugterweise, ausgeregelt sind.
[0022] Damit wird es auf höchst einfache Art und Weise möglich, die erwähnten Pulsationen
trotz ihrer Abhängigkeit von einer Vielzahl Störfaktoren bzw. Pumpenbetriebsparametern
rasch und bleibend zu beseitigen, wobei die beschriebene Rückführungsregelung insbesondere
ermöglicht, dass auch bei instationären Betriebsbedingungen die Pulsationen ausgeregelt
bleiben.
1. Verfahren zur Einstellung der Pulsationsamplitude (P) an einem vorgegebenen Abschnitt
eines Betonleitungssystems auf ein gewünschtes Mass, wobei das Leitungssystem (9,
11) von einer Kolbenbetonpumpe beschickt wird, die mindestens zwei im Gegentakt betriebene
Kolben/Zylinderanordnungen (1A, 1B) aufweist, die gemeinsam sequentiell in das Leitungssystem
(9) fördern, dadurch gekennzeichnet, dass
- die Pulsation am Abschnitt (11) beobachtet wird,
- die Charakteristik (v(t)) der Ausstossbewegung der Kolben so lange verändert wird,
bis die Pulsation (P) das erwünschte Mass erreicht hat.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Abschnitt eine
Betonspritzdüse (11) wählt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man während
einer ersten Ausstossbewegungs-Zeitphase (T, ) die Charakteristik variiert, in der
verbleibenden (T T1) konstant hält und dabei vorzugsweise die erste Zeitspanne (Ti)
an den Beginn der Ausstosszeitspanne (T) setzt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubgeschwindigkeit
des Kolbens (vi) in der ersten Zeitspanne (T1) konstant unterschiedlich, vorzugsweise höher als in der verbleibenden Zeitspanne
(T -Ti) eingestellt wird und die Länge der ersten Zeitspanne (T1) verstellt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man eine
von der Pulsationsamplitude am Abschnitt (11) abhängige Grösse messtechnisch erfasst,
mit einem vorgebbaren Wert (21) vergleicht und mit dem Vergleichsresultat die Charakteristik
(v(t)) so lange verstellt, bis das Vergleichsresultat einen vorgebbaren oder vorgegebenen
Minimalwert erreicht.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man als
erwünschtes Mass einen Nullwert vorgibt.
7. Betonpumpe mit mindestens zwei Pump-Kolben/Zylinderanordnungen (1A, 1B), die zyklisch
in ein Leitungssystem (9) fördern, wobei die Kolben/Zylinderanordnungen (1A, 1B) durch
eine Antriebsanordnung (3) getrieben sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsanordnung
(3) eine gesteuert verstellbare Antriebscharakteristik im Ausstosszyklus der Kolben
aufweist und ein manuell betätigbares Eingabeorgan (15) auf einen Charakteristik-Steuereingang
am Antrieb wirkt und/oder ein Stellsignal, welches ausgangsseitig einer Differenzbildungseinheit
(19), als Resultat des Vergleichs eines Signals, das abhängig ist von den Pulsationsamplituden
an einem Abschnitt (11) des Leitungssystems (9) und einem vorgebbaren SOLL-Wertsignal,
erscheint, für die Regelung der Druckpulsationen am genannten Abschnitt auf einen
erwünschten Wert.
8. Betonpumpe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsanordnung
(3) in einem ersten Zeitabschnitt (T1) des Ausstosszyklus (T) jeweils eines Kolbens die gesteuert verstellbare Charakteristik
aufweist, wobei vorzugsweise dieser erste Zeitabschnitt (T1) zu Beginn des Ausstosszyklus gelegen ist.
9. Betonpumpe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsanordnung
(3) im ersten Zeitabschnitt (T1) eine gesteuert verstellbare Vorschubgeschwindigkeit
aufweist und/oder dass an der Antriebsanordnung (3) die Länge des ersten Zeitabschnittes
(T1) gesteuert verstellbar ist und dabei die Vorschubgeschwindigkeit im ersten Zeitabschnitt
unterschiedlich, vorzugsweise höher ist als im übrigen Vorschubzyklus (T -Ti).
10. Betonpumpe nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass im Abschnitt,
vorzugsweise an einer Betonspritzdüse (11), ein Pulsationsmesssensor (11) angeordnet
ist, der auf die Differenzbildungseinheit (19) wirkt.
11. Betonpumpe nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die
Kolben/Zylinderanordnungen (1A, 1B) über ein Verbindungsrohr (7) zyklisch mit einem
Betontank (5) und mit dem Leitungssystem (9) wirkverbunden sind.