[0001] Die Erfindung betriffte ein Verfahren zur Herstellung eines Relais mit einem Anker,
mit mindestens einem beweglichen Kontaktelement und mit einem langgestreckten Schieber
zur Übertragung der Ankerbewegung auf das bewegliche Kontaktelement.
[0002] Relais mit dem erwähnten allgemeinen Aufbau, also mit einem Schieber zur Übertragung
der Schaltbewegung, sind in vielen Formen bekannt. Beispielsweise zeigt die DE-A-38
35 118 ein solches Relais mit einem langgestreckten stabförmigen Schieber, der mit
einer fest vorgegebenen Länge gefertigt wird. Da jedoch durch die Fertigung der Einzelteile
und durch die Montage Toleranzen auftreten und sich summieren, müssen derartige Relais
nach dem Zusammenbau häufig justiert werden, damit der vorgegebene Ankerhub auch zu
der gewünschten Schaltbewegung an den Kontaktelementen und durch einen bestimmten
Überhub zur Erzeugung einer vorgegebenen Kontaktkraft führt. Bei herkömmlichen Relais
kann diese Justierung beispielsweise durch eine Biegung am Ankerende oder an den Kontaktelementen
vorgenommen werden. Meist wird dabei die gewünschte Einstellung erst in mehreren Schritten
mit jeweils zwischengeschalteter Messung erreicht. Außerdem sind solche Justiervorgänge
nur schwer automatisierbar. Insbesondere sind diese Vorgänge nicht in einen normalen
Linientakt einer Fertigungsanlage integrierbar, weil das Relais dabei mehrfach zum
Messen und Nachjustieren aufgesetzt werden muß.
[0003] Aus der DE-PS 10 61 441 ist weiterhin ein Relais bekannt, bei dem der Schieber zwar
eine feste Länge hat, dessen Befestigungsstelle am Anker aber durch eine verstellbare
Schraube gebildet wird. Eine solche Justierung erfordert jedoch nicht nur eine aufwendige
Handarbeit, sondern auch eine in der Massenfertigung nicht mehr vertretbare Konstruktion.
[0004] Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, Verfahren zur Herstellung eines Relais der
eingangs genannten Art so zu gestalten, daß die Justierung zum Ausgleich der Fertigungstoleranzen
mit einfachen Mitteln in den normalen Fertigungsablauf, nämlich den Linientakt einer
Massenproduktion, einbezogen werden kann, wobei insbesondere kein mehrfaches Messen
und Nachjustieren erforderlich ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird dieses Ziel dadurch erreicht, daß die Länge des Schiebers individuell
dem durch die Fertigungstoleranzen bedingten tatsächlichen Abstand zwischen dem Anker
und dem beweglichen Kontaktelement bei einem vorgegebenen Schaltzustand angepaßt ist.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden also nicht Anker oder Kontaktfedern nach
der vollständigen Montage durch Biegen oder auf sonstige Weise an die fest vorgegebene
Länge des Schiebers angepaßt, sondern es wird die wirksame Länge des Schiebers an
die Herstellungs- und Montagetoleranzen der Funktionsteile des Relais angepaßt.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines solchen Relauf umfaßt demnach
die folgenden Schritte:
a) Die Funktionselemente des Relais, insbesondere der Anker und das bewegliche Kontaktelement
bzw. die beweglichen Kontaktelemente, werden ohne Schieber in ihrer endgültigen Lage
zusammengebaut,
b) der Anker und jedes bewegliche Kontaktelement werden unabhängig voneinander in
eine einem vorgegebenen Betriebszustand entsprechende Stelle gebracht,
c) dann wird der Abstand zwischen dem Anker und jedem beweglichen Kontaktelement gemessen
und
d) schließlich wird der Schieber mit einer dem gemessenen Abstand entsprechenden wirksamen
Länge hergestellt und dann montiert.
[0008] Am einfachsten ist die maßgenaue Herstellung des Schiebers durch Abschneiden von
einer vorgefertigten Maximallänge oder von einem Band zu bewerkstelligen. Denkbar
wäre aber auch eine Verformung des Schiebers, etwa das Eindrücken, Vergrößern oder
Verkleinern einer Sicke bei einem Schieber aus Blech. Auch eine Verformung eines Kunststoffschiebers,
beispielsweise durch Ultraschall, wäre denkbar.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung naher
erläutert. Es zeigt
Figur 1 den schematischen Aufbau eines Relais mit einem langgestreckten Schieber,
Figur 2 eine schematische Darstellung zur Längenmessung für den Schieber,
Figur 3 eine schematische Darstellung zur Herstellung des Schiebers,
Figur 4 die Draufsicht auf einen Schieber mit Anker und einem Umschaltkontakt,
Figur 5 eine Figur 4 entsprechende Ansicht, jedoch mit zwei Schiebern und zwei Umschaltkontakten,
Figur 6 einen Anker für die Anordnung von Figur 5 in perspektivischer Darstellung,
Figur 7 eine Draufsicht auf eine Relaisanordnung mit einem Schieber und vier Umschaltkontakten.
[0010] Das in Figur 1 schematisch dargestellte Relais zeigt einen Sockel 1, auf welchem
ein Magnetsystem mit einer Spule 2, einem Kern 3 und einem Joch 4 angeordnet ist.
In dem Sockel 1 sind außerdem feststehende Gegenkontaktelemente 5 und 6 sowie ein
Anschlußelement 7 für eine Mittelkontaktfeder 8 verankert; letztere bildet mit den
beiden Gegenkontaktelementen 5 und 6 einen Umschaltkontakt oder Wechsler. Ein an dem
Joch 4 gelagerter Anker 9 bildet mit dem Ende des Kerns 3 einen Arbeitsluftspalt 10
und betätigt mit seinem freien Ende 11 über einen langgestreckten, kartenförmigen
oder stabförmigen Schieber 12 die Mittelkontaktfeder 8. Bei Erregung des Magnetsystems
nimmt der Anker die gestrichelt gezeigte Position 9' ein; entsprechend wird die Mittelkontaktfeder
8 in die gestrichelte Position 8' umgeschaltet, also vom Öffner-Kontaktelement 6 zum
Schließer-Kontaktelement 5. Soweit handelt es sich um einen allgemein bekannten Aufbau
eines Relais.
[0011] Um die Fertigungstoleranzen der einzelnen Teile und ihrer Befestigungslage auszugleichen,
ist es beispielsweise möglich, das im Querschnitt verminderte Ende 11 des Ankers zu
biegen und damit zu justieren; üblich ist es auch, die feststehenden Gegenkontaktelemente
5 und 6 und/oder auch die Mittelkontaktfeder 8 durch Biegen zu justieren.
[0012] Bei dem Relais wird nun anstelle der herkömmlichen Justierung die wirksame Länge
des Ankers (ohne Berücksichtigung der Haltenasen an den Enden) individuell gewählt.
Zu diesem Zweck wird das Relais gemaß Figur 1 zusammengebaut, jedoch ohne den Schieber
12. Danach wird beispielsweise gemäß Figur 2 das System erregt, so daß der Anker 9
an der Polfläche des Kerns 3 anliegt. Gleichzeitig wird mit einem andeutungsweise
gezeichneten Hilfsstift 13 die Mittelkontaktfeder 8 in die Schließstellung bewegt,
bis sie das Schließer-Kontaktelement 5 berührt. Dann wird der Abstand D zwischen dem
Anker und der Mittelkontaktfeder 8 an den jeweiligen Angriffspunkten des Schiebers
gemessen. Um die wirksame Schieberlange zu ermitteln, muß dann noch ein Betrag d für
den Überhub addiert werden. Um diesen Betrag muß die Mittelkontaktfeder 8 nach dem
Schließen des Kontakts weiterbewegt werden, um den gewünschten Kontaktdruck zu erzeugen.
Mit diesem Schiebermaß D + d wird dann für jedes montierte Relais ein Schieber zurechtgeschnitten.
Beispielsweise wird gemäß Figur 3 von einem Band das Maß D + d mit einem Schneidgerät
14 entlang der Schnittlinie 15 abgeschnitten. Die Nasen 16 an den Schieberenden haben
keinen Einfluß auf die wirksame Länge des Schiebers und bleiben deshalb außer Betracht.
[0013] In den Figuren 4, 5 und 7 sind in der Draufsicht auf ein Relais gemaß Figur 1 verschiedene
Kontakt- und Schieberanordnungen gezeigt. In Figur 4 ist der in Figur 1 dargestellte
Fall mit nur einem Schieber 12 gezeigt. In diesem Fall werden, wie bereits anhand
der Figur 3 erläutert, die Endkanten 15 beschnitten, um die wirksame Schieberlänge
zu erhalten. Natürlich könnten auch am gegenüberliegenden Ende des Schiebers dessen
Endkanten 17 zur Längeneinstellung beschnitten werden.
[0014] In Figur 5 ist schematisch eine Ausführungsform mit zwei nebeneinanderliegenden Umschaltkontakten
gezeigt. In diesem Fall werden beispielsweise zwei in einer Ebene nebeneinanderliegende
Mittelkontaktfedern 18 über zwei ebenfalls in einer gemeinsamen Ebene liegende Schieber
22 betätigt. Der Anker 19 besitzt in diesem Fall zwei gabelförmig nebeneinanderliegende
Ende 20 und 21 zur Betätigung der beiden Einzelschieber 22. Für jeden dieser Schieber
22 wird jedoch unabhängig die erforderliche wirksame Lange ermittelt und durch Abtrennen
an der Schnittlinie 25 hergestellt. Auf diese Weise kann auch ein fertigungsbedingter
Versatz der beiden Ankerenden 20 und 21 ausgeglichen werden.
[0015] Ein Mehrwechslerrelais kann jedoch auch mit einem einzigen Schieber betrieben werden,
wie dies beispielsweise in Figur 7 für vier Umschaltkontakte gezeigt ist. In diesem
Fall wird über einen Anker 29 ein Schieber 32 betätigt, welcher seinerseits über Fensterausschnitte
33 und 34 und mit seinem freien Ende 35 insgesamt vier Mittelkontaktfedern 38 betätigt.
Bei der Herstellung des Relais wird nun nach dem erfindungsgemäßen Prinzip für jede
der Mittelkontaktfedern 38 die erforderliche Schieberlange ermittelt, und bei der
Herstellung des Schiebers werden diese unterschiedlichen Längen durch Beschneiden
an den vier Betätigungskanten 39, 40, 41 und 42 berücksichtigt.
[0016] So kann insbesondere bei Mehrwechslerrelais durch unterschiedliches Beschneiden des
Schiebers auch der Gleichlauf der Kontaktfedern sichergestellt werden.
1. Verfahren zur Herstellung eines Relais mit einem Anker (9; 19; 29), mit mindestens
einem beweglichen Kontaktelement (8; 18; 38) und mit einem langgestreckten Schieber
(12; 22; 32) zur Übertragung der Ankerbewegung auf das bewegliche Kontaktelement,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
a) die Funktionselemente des Relais, insbesondere der Anker (9; 19; 29) und das bewegliche
Kontaktelement (8) bzw. die beweglichen Kontaktelemente (18; 38), werden ohne Schieber
in ihrer endgültigen Lage zusammengebaut,
b) der Anker (9; 19; 29) und jedes bewegliche Kontaktelement (8; 18; 38) werden unabhängig
voneinander in eine einem vorgegebenen Betriebszustand entsprechende Stellung gebracht,
c) der Anstand zwischen dem Anker und jedem beweglichen Kontaktelement wird gemessen
und
d) der Schieber wird mit einer dem gemessenen Anstand (D) entsprechenden wirksamen
Länge (D + d) hergestellt und dann montiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Messung des Anstandes (D) der Anker in den angezogenen Zustand und das jeweilige
bewegliche Kontaktelement (8) in Berührung mit einem Gegenkontaktelement (5) gebracht
werden und daß die Länge des Schiebers aus dem gemessenen Anstand (D) und einem vorgegebenen
Maß für den Überhub (d) ermittelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei mehreren beweglichen Kontaktelementen (18) der Abstand vom Anker für jedes
Kontaktelement einzeln ermittelt wird und daß für jedes bewegliche Kontaktelement
ein eigener Schieber (22) hergestellt und montiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei mehreren beweglichen Kontaktelementen (38) der Abstand vom Anker für jedes
Kontaktelement einzeln ermittelt wird und daß der Schieber (32) mit unterschiedlichen
Betätigungsabschnitten (39, 40, 41, 42) für jedes bewegliche Kontaktelement (38) hergestellt
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (12; 22; 32) auf die ermittelte Länge abgeschnitten wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber durch Deformation auf die ermittelte Länge gebracht wird.
1. Method for producing a relay having an armature (9; 19; 29), having at least one moving
contact element (8; 18; 38) and having an elongated slide (12; 22; 32) for transmitting
the armature movement to the moving contact element,
characterized by the following steps:
a) the functional elements of the relay, in particular the armature (90; 19; 29) and
the moving contact element (8) or moving contact elements (18; 38), are assembled
in their final position without the slide,
b) the armature (9; 19; 29) and each moving contact element (8; 18; 38) are moved
independently of one another to a position corresponding to a predetermined operating
state,
c) the distance between the armature and each moving contact element is measured,
and
d) the slide is produced with an effective length (D + d) corresponding to the measured
distance (D), and is then fitted.
2. Method according to Claim 1, characterized in that, in order measure the distance (D), the armature is moved to the pulled-in state
and the respective moving contact element (8) is moved into contact with a mating
contact element (5), and in that the length of the slide is determined from the measured
distance (D) and a predetermined amount for the excess travel (d).
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that, if there are a plurality of moving contact elements (18), the distance from the
armature is determined individually for each contact element, and in that a specific
slide (22) is produced and fitted for each moving contact element.
4. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that, if there are a plurality of moving contact elements (38), the distance from the armature
is determined individually for each contact element, and in that the slide (32) is
produced with different operating sections (39, 40, 41, 42) for each moving contact
element (38).
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the slide (12; 22; 32) is cut to the determined length.
6. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the slide is changed to the determined length by deformation.
1. Procédé de fabrication d'un relais avec une armature (9; 19; 29), avec au moins un
élément de contact mobile (8; 18; 38) et avec un coulisseau étiré (12; 22; 32) pour
transmettre le mouvement de l'armature à l'élément de contact mobile,
caractérisé par les étapes suivantes:
a) les éléments fonctionnels du relais, en particulier l'armature (9; 19; 29) et l'élément
de contact mobile (8) ou, le cas échéant, les éléments de contact mobiles (18; 38)
sont assemblés dans leur position définitive sans coulisseau,
b) l'armature (9; 19; 29) et chaque élément de contact mobile (8; 18; 38) sont indépendamment
l'un de l'autre mis dans une position correspondant à un état de fonctionnement prédéterminé,
c) on mesure la distance entre l'armature et chaque élément de contact mobile, et
d) le coulisseau est fabriqué et ensuite monté avec une longueur effective (D + d)
correspondant à la distance mesurée (D).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, pour mesurer la distance (D) l'armature est mise dans l'état excité et l'élément
de contact respectif mobile (8) est mis en contact avec un élément de contre-contact
(5) et en ce que la longueur du coulisseau est déterminée à partir de la distance
mesurée (D) et d'une mesure prédéterminée pour la surélévation (d).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la distance à partir de l'armature est déterminée séparément pour chaque élément
de contact pour plusieurs éléments de contact mobiles (18), et en ce que pour chaque
élément de contact un coulisseau (22) approprié est fabriqué et monté.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la distance à partir de l'armature (38) est déterminée séparément pour chaque élément
de contact pour plusieurs éléments de contact mobiles (38), et en ce que le coulisseau
(32) est fabriqué avec différentes coupes d'actionnement (39, 40, 41, 42) pour chaque
élément de contact mobile (38).
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le coulisseau (12; 22; 32) est découpé à la longueur déterminée.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le coulisseau est amené à la longueur déterminée par déformation.