[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen von lonen, insbesondere für ein
Massenspektrometer, wie Flugzeitmassenspektrometer, aus thermisch instabilen nichtflüchtigen
großen Molekülen, bei dem eine die Moleküle aufweisende Probensubstanz Energiepulsen
ausgesetzt wird, durch welche Moleküle aus der Probensubstanz freigesetzt werden,
und bei dem die freigesetzten Moleküle von einem Strahl eines Trägergases mitgenommen
und bei dessen Expansion gekühlt sowie anschließend in einem lonisationsraum ionisiert
werden, sowie eine Vorrichtung zum Erzeugen von lonen, insbesondere für ein Massenspektrometer,
wie Flugzeitmassenspektrometer, aus thermisch instabilen nichtflüchtigen großen Molekülen,
mit einer Einrichtung zum Erzeugen eines Tragergasstrahles, einer Energiequelle zum
Desorbieren von Molekülen aus dem Probenmaterial und einer Einrichtung zum Einbringen
von Probenmaterial in den Trägergasstrahl, insbesondere zur Durchführung des vorstehend
angegebenen Verfahrens.
[0002] Aus der DE-PS 38 00 504 ist ein Verfahren der gattungsgemäßen Art bekannt, bei dem
die Desorption der Moleküle durch einen Laserstrahl erfolgt. Es dient zum Überführen
insbesondere großer Moleküle in die Gasphase, bevor die Moleküle mittels eines anschließend
durchgeführten lonisationsvorganges in einen chemischen Zustand gebracht werden, in
dem sie erst einer massenspektrometrischen Analyse zugänglich werden. Dabei wird ausgenutzt,
daß die von den Molekülen durch die Desorption aufgenommene innere Energie im Trägergasstrahl
stark reduziert wird, so daß die Moleküle stark abgekühlt werden und deren thermische
Zersetzung weitgehend verhindert wird. Dieses Desorptionsverfahren ist für flüssige
und feste Probensubstanzen geeignet, wobei es sich als günstig herausgestellt hat,
die Moleküle der Probensubstanz in einer Matrix unterzubringen, die sich thermolytisch
leicht zersetzt.
[0003] Eine Vorrichtung, mit der dieses Desorptionsverfahren durchgeführt werden kann, ist
in der Zeitschrift "ANGEWANDTE CHEMIE" 1988, Seiten 461 ff., in dem Übersichtsartikel
"Die Multiphotonen-lonisation (MUPI)-Massenspektrometrie", beschrieben. Die Probensubstanz
wird dabei vor die Öffnung einer Düse gebracht, aus der das Trägergas austritt. Durch
Verwendung von Infrarot-Laserlicht werden die Moleküle der Probensubstanz in den expandierenden
Strahl des Trägergases desorbiert. Dadurch werden die inneren Freiheitsgrade der Moleküle
abgekühlt, und die Moleküle werden von dem Trägergasstrahl weitertransportiert. Üblicherweise
wird diese Vorrichtung als gepulstes System betrieben, das aus einem gepulsten Ventil
zum Erzeugen des Trägergasstrahles und einem Laser zur Desorption der neutralen Moleküle
besteht. Da die Moleküle als Strahl, bzw. im Pulsbetrieb als Teilchenpaket, weitertransportiert
werden, ist es möglich, diesen Desorptionsprozeß räumlich getrennt von dem nunmehr
nachfolgenden lonisationsprozeß zu halten.
[0004] Für die massenspektrometrische Untersuchung der betrachteten großen Moleküle hat
sich die Einphotonen- oder Multiphotonen-lonisation bewährt. Da die Wellenlänge der
eingestrahlten Photonen auf die Energiedifferenz zwischen dem Grundzustand und einem
angeregten Zustand des neutralen Moleküls abgestimmt werden kann, ist es möglich,
die Ionisation selektiv nur der zu untersuchenden Moleküle vorzunehmen; die Trägergasteilchen
bleiben dabei in ihrem neutralen Zustand und beeinflussen die nachfolgenden Untersuchungsergebnisse
nicht.
[0005] Obwohl die Multiphotonen-lonisations-Massenspektrometrie erfolgreich betrieben wird,
ist sie doch für einige Problemstellungen nicht anwendbar, da oftmals eine lediglich
selektive Anregung der neutralen Moleküle nicht genügend Information zur gewünschten
Strukturaufklärung des Moleküls liefern kann, weil bei unbekannten Molekülen die zu
wählende Anregungswellenlänge nicht hinreichend vorherbestimmbar ist. Auch hat sich
herausgestellt, daß einige Substanzen auf die dargestellte Weise nur schwer ionisiert
werden können.
[0006] Es sind lonisationsverfahren bekannt, die nichtselektiv wirken. Dazu zählt die Elektronenstoß-lonisation.
Für große Moleküle, wie im vorliegenden Fall, sind derartige Verfahren jedoch nicht
anwendbar, da sie zu einer starken Fragmentierung des Moleküls führen. Zudem würden
auch die Trägergasteilchen ionisiert, was zu Sättigungseffekten, elektrostatischer
Abstoßung und damit zu schlechter Auflösung und ungenügender Empfindlichkeit der Analyse
führte. Solche Einflüsse sind schon deswegen nicht vernachlässigbar, da die Trägergasteilchen
gegenüber den zu untersuchenden Molekülen in mindestens tausendfach höherer Konzentration
vorliegen.
[0007] Aus der DE-PS 873 765 ist die Verwendung der Elektronenstoßionisation bekannt, jedoch
führt die Kombination dieser Vorgehensweise mit einem Verfahren, wie es aus der DE-OS
36 19 886 vorbekannt ist, lediglich zu stark fragmentierten Ionen im niedrigen Massenbereich,
so daß sich hiermit also keine großen, thermisch labile, nicht-flüchtige Moleküle,
wie z. B. Peptide, untersuchen lassen.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das gattungsgemäße Verfahren dahingehend
weiterzubilden, daß Ionen aus thermisch instabilen, nichtflüchtigen großen Molekülen
bereitgestellt werden können, wobei eine nicht-selektive lonisationsmethode eingesetzt
werden kann.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe in Weiterbildung des gattungsgemäßen Verfahrens
dadurch gelöst, daß die Moleküle durch Elektronenstoß ionisiert werden; daß die Strahlungsdichte
der für die Ionisation verwendeten Elektronen so gewählt wird, daß im Fokus des Elektronenstrahles
eine Potentialmulde erzeugt wird, deren Tiefe größer als die Translationsenergie der
Molekülionen im Trägergasstrom ist; daß die durch die Elektronenstoßionisation erzeugten
Molekülionen in der Potentialmulde jeweils für einen bestimmten Zeitraum gesammelt
werden; und daß die jeweils in der Potentialmulde gesammelten Molekülionen gepulst
aus der lonisationskammer herausbeschleunigt werden.
[0010] Besonders bevorzugte Ausführungsformen des Verfahrens nach der Erfindung sind Gegenstand
der entsprechenden Unteransprüche.
[0011] Die Vorrichtung nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß eine lonisationskammer
vorgesehen ist, die eine Eintrittsöffnung und eine Austrittsöffnung für einen Teilchenstrahl
aufweist, wobei eine Elektronenquelle so angeordnet ist, daß der von dieser erzeugte
Elektronenstrahl innerhalb der lonisationskammer auf die Bahn des Teilchenstrahles
fokussiert ist; daß die Einrichtung zum Erzeugen des Trägergasstrahles eine Austrittsöffnung
für den Trägergasstrahl aufweist; und daß in der Nähe der Austrittsöffnung ein Probenträger
angeordnet ist, auf dem das Probenmaterial angebracht ist.
[0012] Bevorzugte Ausführungsformen der Vorrichtung nach der Erfindung sind Gegenstand der
Unteransprüche.
[0013] Der Erfindung liegt die überraschende Erkenntnis zugrunde, daß es gelingt, entgegen
dem verbreiteten Vorurteil der Fachwelt auch instabile Moleküle mittels Elektronenstoß
zu ionisieren, wobei diese Möglichkeit dadurch geschaffen wird, daß der "Jet"-Strahl,
der mittels des gattungsgemäßen Verfahrens erzeugt wird, eine derartige Abkühlung
der innerhalb des Strahles nur sehr geringe Relativbewegungen ausführenden schweren
Moleküle, die später ionisiert werden sollen, herbeiführt, daß sie bei der Elektronenstoßionisation
nicht zerfallen. Die zusätzliche Maßnahme des gepulsten Abziehens der ionisierten
Moleküle, welche durch die Erzeugung der Potentialmulde einstellbarer Tiefe ermöglicht
wird, fördert in erfindungswesentlicher Weise die Nachweisempfindlichkeit im Massenspektrometer
und damit die Auflösung.
[0014] Erfindungsgemäß werden Moleküle also durch Elektronenstoß ionisiert, wobei als Trägergas
vorzugsweise Helium und/oder Neon verwendet wird/werden; die Energie der Elektronen
im Elektronenstrahl liegt dabei natürlich vorzugsweise unterhalb der lonisationsenergie
des Trägergases.
[0015] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können die gesamten Vorteile der bekannten Technik
der Laserverdampfung mit anschließender Kühlung genutzt werden, um thermisch instabile,
nicht flüchtige Moleküle zu untersuchen, die derartigen Analyseverfahren sonst nicht
zugänglich wären. Da die inneren Energien der Moleküle durch die Kühlung erheblich
verringert sind, führt auch die anschließende Elektronenstoß-lonisation zu weniger
Fragmenten, als üblicherweise erwartet werden. Die Vorteile der räumlichen Trennung
von Verdampfung und Ionisation können beibehalten werden - Flexibilität in der Konstruktion
von Desorptions-und lonisationssystem ohne Notwendigkeit struktureller Kompromisse;
kein Verdrecken der lonenquelle durch desorbiertes Probenmaterial; bei der Desorption
gebildete Ionen (im Gegensatz zu neutralen Probenmolekülen) erreichen nicht die lonenquelle
-, wobei gute Ausbeuten zu erzielen sind. Durch Verwendung der Edelgase Helium oder
Neon als Trägergas wird die Entstehung von Trägergasionen verhindert oder zumindest
sehr stark unterdrückt. Beide Edelgase haben ein sehr hohes lonisierungspotential
(24.6 eV bzw. 21.6 eV), so daß sie bei Elektronenenergien unterhalb dieser lonisierungspotentiale,
wie sie vorzugsweise zur Anwendung kommen, praktisch nicht ionisiert werden. Die zu
untersuchenden Moleküle, mit einem lonisierungspotential in der Größenordnung von
etwa 10 eV, werden bei den genannten Elektronenenergien hingegen bereits sehr gut
ionisiert.
[0016] Ein massenspektrometrisches Nachweisverfahren, das die Pulsstruktur der Ionenerzeugung
nutzt, ist die Flugzeit- oder Time-of-Flight (TOF)-Massen- spektrometrie. Grundsätzlich
hat ein Flugzeit-Massenspektrometer den Vorteil, daß mit jedem Puls ein vollständiges
Massenspektrum registriert wird. Darüber hinaus verfügt die Flugzeitmassenspektrometrie
über eine physikalische Eigenschaft, die sie zur Untersuchung von großen Molekülen
besonders geeignet macht. Die Auflösung nimmt nämlich mit wachsender Masse zu.
[0017] Allerdings kann eine gute Auflösung bei der Untersuchung der Molekülionen mit einem
Flugzeitmassenspektrometer auch nur dann erreicht werden, wenn die Molekülionen zu
einem möglichst genau definierten Zeitpunkt ( t < 5ns) auf einem möglichst kleinen
Raum ( < 1 mm) starten. Im allgemeinen ist es deshalb nicht möglich, die gesamte in
einen Gasstrahl enthaltene Probe auszunutzen.
[0018] Es hat sich aber gezeigt, daß die Empfindlichkeit der Anordnung gesteigert werden
kann, wenn die Strahlungsdichte der für die Ionisation verwendeten Elektronen so gewählt
wird, daß im Fokus des Strahles eine Potentialmulde erzeugt wird. Die zu untersuchenden
neutralen Moleküle fliegen in den Fokus des Elektronenstrahles, werden dort ionisiert,
können jedoch dann - im ionisierten Zustand - den Fokus nicht mehr verlassen. Sie
werden also in einem räumlich begrenzten Volumen über einen relativ langen Zeitraum
von bis zu 100 µs gesammelt. Die so gesammelten ionisierten Moleküle lassen sich jeweils
als "Paket" mit exakt definierter Startzeit abziehen, wobei z. B. 50 ns nach dem Ende
des Sammelns (Abschalten des Elektronenstrahles) die Abschlußplatte auf 0 V geschaltet
wird und hierdurch die ionisierten Moleküle in das Massenspektrometer beschleunigt
werden. Durch diese gepulste "Paketübertragung" läßt sich eine gute Ausbeute mit hoher
Auflösung (wie für Laser-lonisation üblich) bei gleichzeitig hoher Empfindlichkeit
(wie für Elektronen-Stoßionisation charakteristisch) erzielen.
[0019] Als Energiepulse für die Desorption können im übrigen mit Laser erzeugte Lichtpulse
verwendet werden; dabei sind auch kontinuierlich arbeitende Laser geeignet. Die eingesetzten
Wellenlängen liegen dabei im Bereich von Mikrometern bis hinab zu einigen zehn Nanometern.
Die Energiepulse können auch durch Beschuß mit Ionen oder Neutralteilchen aufgebracht
werden.
[0020] Bei einer besonderen Ausführungsform der Erfindung wird wahlweise eine Ionisation
der Probe durch Elektronenstoß oder durch Photonenanregung in demselben lonisationsraum
durchgeführt. Die zu untersuchende Probe muß daher nur einmal präpariert und in den
lonisationsraum eingelassen werden und kann anschließend unter Ausnutzen der Vorteile
beider lonisationsverfahren untersucht werden. Dabei ist also sichergestellt, daß
ein- und dieselbe Probe mit beiden Meßmethoden untersucht wird. Vorteilhaft ist es
dabei, wenn sowohl der Photonenstrahl gepulst ist als auch die gasförmige Probe gepulst
zugeführt wird, wobei die lonisationsverfahren entsprechend synchronisiert geschaltet
werden müssen. Die Umschaltfrequenz ist dabei lediglich durch die für die Aufnahme
des Spektrums und dessen Auswertung benötigte Zeit begrenzt.
[0021] Im Gegensatz zum Stand der Technik sind, wie ausgeführt, für ein und dieselbe lonisationskammer
eine Elektronenquelle und eine Photonenquelle vorgesehen, die zur Ionisierung der
gasförmige Probe innerhalb der lonisationskammer wahlweise betreibbar sind, wobei
die Ionisierung vorzugsweise pulsförmig erfolgt. In den bisher bekannten Apparaturen
wurde die Photonen-lonisation in einem konstanten elektrischen Feld durchgeführt,
wobei die notwendige genau definierte Startzeit der Ionen durch zeitlich entsprechend
bemessene Laserpulse festgelegt wurde. Für die Elektronenstoß-lonisation ist eine
solche Vorgehensweise unzweckmäßig. Wenn man zwischen Elektronenstoß-lonisation und
Photonen-lonisation problemlos umschalten möchte, kann dies nur dadurch geschehen,
daß die Photonen-lonisation nicht standardmäßig, sondern an die Apparatur für die
Elektronenstoß-lonisation angepaßt durchgeführt wird.
[0022] Für die Umschaltung ist es weiterhin wichtig, daß die Justierung und damit auch die
Masseneichung des nachgeschalteten Massenspektrometers nicht verändert werden müssen.
Nur so können Wiederholraten in der Größenordnung von 20 Hz erreicht werden, so daß
bei jedem Pulspaket aus zu untersuchenden Molekülen umgeschaltet werden kann. Um dies
zu erreichen, müssen die Ionen exakt zur vergleichbaren Zeit, exakt in demselben Volumen
und exakt auf demselben Potential ionisiert werden. Neben dem Durchführen der lonisation
innerhalb einer lonisationskammer für die unterschiedlichen lonisationsverfahren ist
dazu vorteilhaft, daß der von der Elektronenquelle ausgesandte Elektronenstrahl und
der von der Photonenquelle ausgesandte Photonenstrahl im wesentlichen auf denselben
Bereich der lonisationskammer fokussiert sind. Sind der Elektronenstrahl und der Laserstrahl
justierbar eingerichtet, so kann man die erforderlichen Einstellungen während des
Betriebes der Vorrichtung relativ einfach durchführen.
[0023] Es wurde weiter oben schon ausgeführt, daß auch die Photonen-lonisation unter denselben
Bedingungen wie die Elektronenstoß-lonisation durchgeführt wird. Vorteilhaft ist dazu
die lonisationskammer eine auf positives Potential gelegte lonisationskammer, dessen
Abschlußplatte, also der Bereich, in dem die ionisierten Moleküle die lonisationskammer
verlassen, separat beaufschlagbar ist. Die Startzeit für die aus der lonisationskammer
entlassenen Ionen wird dann dadurch festgelegt, daß diese Abschlußplatte innerhalb
sehr kurzer Zeit auf Erdpotential, d.h. auf 0 V geschaltet wird. Natürlich ist es
innerhalb des Erfindungsgedankens auch möglich, die Abschlußplatte auf ein von 0 V
verschiedenes Potential zu schalten, sofern dieses nur so gewählt wird, daß es zur
Beschleunigung der Ionen in das Massenspektrometer geeignet ist. Zum Zeitpunkt des
Schaltens der Abschlußplatte auf das Beschleunigungspotential starten die lonen in
dem somit entstandenen Beschleunigungsfeld ihren Flug im der lonisationskammer nachgeschalteten
Massenspektrometer.
[0024] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden Elektronenquelle und/oder
Photonenquelle, wie bereits dargelegt, gepulst betrieben, so daß als Massenspektrometer
ein Flugzeitmassenspektrometer eingesetzt werden kann, mit dem zu jedem lonenpaket
ein komplettes Massenspektrum aufgezeichnet werden kann.
[0025] Weitere Merkmale und Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen
und aus der nachfolgenden Beschreibung, in der Ausführungsbeispiele anhand der schematischen
Zeichnung im einzelnen erläutert sind. Dabei zeigt:
Fig. 1 den schematischen Aufbau eines ersten Ausführungsbeispieles einer Vorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 2 eine Detailansicht der Vorrichtung im Bereich der zu verdampfenden Probensubstanz;
Fig. 3 ein Intensitäts-Zeit-Diagramm für den verwendeten Elektronenstrahl;
Fig. 4 ein Spannungs-Zeit-Diagramm für die Beschleunigungsplatte aus der Vorrichtung
nach Figur 1;
Fig. 5 ein Rohdatenspektrum der nichtflüchtigen Substanz Mesoporphyrin, wobei dem
Trägergasstrahl (Helium) zu Testzwecken Luft und Benzol beigemischt wurde;
Fig. 6 das Rohdatenspektrum des nichtflüchtigen, thermisch instabilen Peptids Trp-Met-Asp-Phe-NH2;
Fig. 7 den schematischen Aufbau eines zweiten Ausführungsbeispieles einer Vorrichtung
zur Durchführung einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 8 mit der Vorrichtung von Fig. 7 erhaltene Rohdatenspektren für das thermisch
instabile Peptid Trp-Pro-Leu-Gly-Amid, wobei sowohl das Multiphotonen-lonisationsspektrum
(MPI) als auch das Elektronenstoß-lonisations-Spektrum (EI) dargestellt sind; und
Fig. 9 ein Rohdatenspektrum, erhalten mit der Vorrichtung von Fig. 7, des thermisch
instabilen Peptides Pro-Phe-Gly-Lys-Acetat, wobei wiederum sowohl das Multiphotonen-lonisations-Spektrum
(MPI) als auch das Elektronenstoß-lonisations-Spektrum (EI) dargestellt sind.
[0026] Das erste Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zum Erzeugen von Ionen aus thermisch
instabilen, nichtflüchtigen großen Molekülen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren,
die in Figur 1 dargestellt ist, umfaßt eine Einrichtung 1 zur Erzeugung eines Trägergasstrahles,
aus der der Trägergasstrahl, gesteuert von einem gepulsten Ventil mit Düse 10, in
ein Vakuum austritt. Bei Verwendung von Helium als Trägergas wird dabei ein Gaspuls
der Länge 1 us bis 10 ms erzeugt, wobei eine Pulslänge von 500 us oder weniger für
die meisten Zwecke optimal ist. Auf der Hochdruckseite des Ventils wird ein Helium-Vordruck
von etwa 2 bar eingestellt; grundsätzlich kann es zweckmäßig sein, den Druck je nach
Anforderung zwischen 0,2 bar bis 200 bar zu halten. Die Düse 10 hat eine Öffnung mit
einem Durchmesser von 0,2 mm, der aber auch im Größenbereich von 0,01 bis 1 mm variiert
werden kann. Das Öffnen des Ventils beziehungsweise der Düse 10 geschieht elektromagnetisch.
[0027] Ein auf diese Weise erzeugter Gaspuls wird auch Überschallstrahl genannt. Dabei bewegen
sich die Trägergasatome mit etwa gleicher Geschwindigkeit, wobei die relative thermische
Bewegung der Atome verhältnismäßig gering ist. Demzufolge hat der Strahl eine niedrige
Temperatur in der Größenordnung von 1 K.
[0028] In unmittelbarer Nähe der Öffnung der Düse 10 befindet sich ein Probenträger 3 mit
darauf angebrachter Probe, die entweder fest oder flüssig sein kann, wobei es auch
möglich ist, diese Probe in eine Matrix einzubauen. Etwa senkrecht zum aus der Düse
10 austretenden Strahl wird aus einer geeigneten Lichtquelle, beispielsweise aus einem
C0
2-Laser, gepulstes Infrarotlicht als Photonenstrahl 2 auf den Probenträger 3 bzw. die
darauf befindliche Probe gestrahlt.
[0029] Zum Fokussieren des Photonenstrahls 2 ist eine Linse 20 vorgesehen. Der Puls dieses
Photonenstrahls 2 ist zeitlich mit dem aus der Düse 10 austretenden Puls des Trägergases
synchronisiert. Eine geeignete Pulslänge für einen C0
2-Laser mit der Wellenlänge des Lichtes von 10,6 um ist 10 us. Durch den auftreffenden
Photonenstrahl 2 wird das zu untersuchende Material bevorzugt in den Raum vor der
Düse 10 desorbiert. Zunächst sind sämtliche Freiheitsgrade der Moleküle, nämlich Rotations-,
Vibrations- und Translationsfreiheitsgrade, angeregt; die darin enthaltene Energie
wird anschließend im Teilchenstrahl, dem Überschallstrahl, stark abkühlen. Dadurch
wird ein Zerfall der thermisch instabilen Moleküle weitgehend verhindert.
[0030] Die vom Probenträger 3 desorbierten Moleküle liegen nun im gasförmigen Zustand vor
und befinden sich zum größten Teil im aus der Düse 10 austretenden Trägergasstrahl.
Zusammen mit dem Trägergas werden die Moleküle als Teilchenstrahl 4 auf einen Abstreifer
oder Skimmer 5 transportiert, der lediglich den zentralen Bereich des Teilchenstrahles
4 durchläßt. Der "abgeschälte" Anteil des Teilchenstrahles 4 muß aus vakuumtechnischen
Gründen abgepumpt werden und steht somit für die Analyse nicht mehr zur Verfügung.
[0031] Der Skimmer 5 besteht im wesentlichen aus einem auf eine ebene Wand 50 aufgesetzten
Hohlkegel, dessen Spitze zu einer Öffnung 51 ausgebildet ist, deren Durchmesser entsprechend
dem Querschnitt des auszublendenden Teilchenstrahles 4 gewählt ist. Somit wird erreicht,
daß ein nahezu genau in einer vorgewählten Richtung ausgerichteter Teilchenstrahl
schließlich in den lonisationsbereich eintritt.
[0032] Die Ionisation findet innerhalb einer lonisationskammer 7 statt. Die Frontwand 70
der lonisationskammer 7 weist, ausgerichtet mit der Düse 10 und der Öffnung 51 des
Skimmers 5, eine Eintrittsöffnung 71 auf, durch die der Teilchenstrahl 4 eintritt.
Senkrecht auf den Teilchenstrahl 4 auftreffend wird ein gepulster Elektronenstrahl
6 in die lonisationskammer 7 eingeführt, deren Fokus 61 so eingestellt ist, daß er
auf der Bahn des Teilchenstrahles 4 liegt. Der Elektronenstrahl ist zeitlich mit einer
Länge von 10 ns bis 100 us gepulst, wobei der Puls auf die Zeitspanne, in der das
Teilchen-"Paket" vorbeifliegt, synchronisiert ist. Die lonisationskammer 7 befindet
sich auf einem positiven Potential von etwa 1000 V.
[0033] Die Energie der im Elektronenstrahl 6 eingebrachten Elektronen ist von einigen eV
bis 100 eV regelbar. Diese Elektronen ionisieren nun die zu untersuchenden Moleküle
durch Elektronenstoß. Wenn die Energie der Elektronen in der Größenordnung von 25
eV gewählt wird, werden die Teilchen des Trägergases nicht ionisiert, so daß sich
später keine Verfälschungen des Ergebnisses bei der massenspektrometrischen Analyse
ergeben.
[0034] Die Strahldichte der Elektronen ist so hoch, daß sich im Fokus 61 des Elektronenstrahles
6 eine Potentialmulde oder Potentialkuhle aufbauen kann, die tief genug ist, um die
ionisierten Moleküle, also Molekülkationen, die sich zunächst mit der Geschwindigkeit
des Teilchenstrahles 4 bewegen, für kurze Zeit zu fangen. So werden die zu untersuchenden
Molekülionen in einem räumlich begrenzten Volumen gesammelt.
[0035] Die Pulsdauer des Elektronenstrahls 6 ist so angepaßt, daß der Puls beendet ist,
wenn auch das Sammeln beendet ist. Einige 10 ns später wird die die lonisationskammer
7 verschließende Abschlußplatte 73 in weniger als 5 ns auf 0 V geschaltet. Zu diesem
Zeitpunkt starten die Molekülionen vom Sammelpunkt im Fokus 61 zur Austrittsöffnung
72 in der Abschlußplatte 73 hin in dem entstandenen Beschleunigungsfeld ihren Flug
im Flugzeitmassenspektrometer.
[0036] Figur 2 zeigt den Raum vor der Düse 10 der Einrichtung zur Erzeugung eines Trägergasstrahles.
Der Strahl 4 tritt als Pulspaket aus der Düse 10 aus und passiert die auf dem Probenträger
3 befindliche Probensubstanz 30 aus den zu untersuchenden Molekülen. Synchronisiert
mit dem Trägergas-Pulspaket wird ein Photonenpuls 2 eingestrahlt, der die Desorption
der Moleküle aus der Probensubstanz bzw. vom Probenträger 3 bewirkt. Die Moleküle
diffundieren in den Teilchenstrahl hinein und werden von diesem in Richtung auf den
Skimmer bzw. auf die lonisationskammer getragen.
[0037] Figur 3 zeigt das Intensitäts-Zeitdiagramm des Elektronenstrahls, der die Ionisierung
der Moleküle in der lonisationskammer bewirkt. Der Puls ist steilflankig und wird
über den für die Ionisation benötigten Zeitraum konstant gehalten.
[0038] Nach Abschalten des Elektronenstrahl-Pulses (Figur 3) wird das Potential der Abschlußplatte
des Faraday-Käfigs, wie in Figur 4 gezeigt, innerhalb sehr kurzer Zeit abgeschaltet,
so daß sich hier ebenfalls ein steilflankiger Puls ergibt, der über einen Zeitraum
von z. B. 20 us auf 0 V gehalten wird, welcher ausreicht, das für die Beschleunigung
der Molekülionen erforderliche Feld zu erzeugen; natürlich kann die Abschlußplatte
statt auf 0 V auch auf ein anderes zur Beschleunigung der Molekülionen geeignetes
Potential geschaltet werden.
[0039] Figur 5 zeigt ein Rohdatenspektrum der nichtflüchtigen Substanz Mesoporphyrin. Dabei
sind dem Trägergas Helium (mit dem Masse-Ladung-Verhältnis m/z = 4) Luft und Benzol
beigemischt. Diese Beimischungen ergeben Peaks im Bereich von m/z = 28 sowie einen
relativ genau definierten Peak bei m/z = 78.
[0040] Obwohl bei der Elektronenstoß-lonisation üblicherweise ein hoher Fragmentanteil auftritt,
während das ionisierte Molekül in der Regel nicht beobachtet werden kann, erhält man
hier einen gut ausgebildeten Peak bei m/z = 566,3, dessen Existenz durch die zuvor
durchgeführte Kühlung der zu untersuchenden Moleküle hervorgerufen wird. Das Massespektrum
(Isotopenverteilung) in der Umgebung des Molekülion-Peaks ist in höherer Auflösung
derselben Figur im Detail dargestellt.
[0041] Figur 6 zeigt ein Rohdatenspektrum des thermisch instabilen Peptides Trp-Met-Asp-Phe-NH
2. Auch hier ist ein Peak beim entsprechenden Molekülion (m/z = 596,4) festzustellen,
der zuvor ohne die Kombination der Elektronenstoß-lonisation mit vorangehender Kühlung
niemals aufgetreten ist.
[0042] Das in Figur 7 dargestellte weitere Ausführungsbeispiel der Vorrichtung nach der
Erfindung umfaßt eine lonisationskammer 7, deren Frontwand oder -platte 70 mit einer
Eintrittsöffnung 71 versehen ist, durch den die zu untersuchenden Moleküle 4 in Form
eines kontinuierlichen Strahles oder als Teilchenpaket eintreten können. Der Frontplatte
70 gegenüberliegend ist eine Abschlußplatte 73 vorgesehen, die eine mit der Eintrittsöffnung
71 ausgerichtete Austrittsöffnung 72 aufweist.
[0043] Für manche Anwendungen kann es vorteilhaft sein, wenn die zu untersuchenden Moleküle
nicht auf der von Eintrittsöffnung 71 und Austrittsöffnung 72 definierten Achse einströmen,
sondern durch Diffusion von allen Seiten in die lonisationskammer 7 gelangen.
[0044] Sobald sich die zu untersuchenden Moleküle in der lonisationskammer 7 befinden, wird
der lonisationsvorgang eingeleitet.
[0045] Beispielsweise kann zunächst die Ionisation durch Elektronenstoß erfolgen. Dazu wird
ein Elektronenstrahl 6 auf das Zentrum der lonisationskammer räumlich fokussiert,
wobei die Energie der Elektronen von einigen eV bis hinauf zu 100 eV regelbar ist.
[0046] Wenn der Einlaß der zu untersuchenden Moleküle gepulst erfolgt, wird auch der Elektronenstrahl
6 im Pulsbetrieb zugeschaltet, wobei die Pulsdauer von 10 ns bis etwa 100 us betragen
kann.
[0047] Um eine gute Auflösung bei der Untersuchung der Molekülionen mit einem Flugzeitmassenspektrometer
zu erreichen, müssen die Molekülionen zu einem möglichst genau definierten Zeitpunkt
( t < 5 ns) auf einem möglichst kleinen Raum « 1 mm) starten. Im allgemeinen ist es
nicht möglich, diese Bedingungen einzuhalten und die gesamte, in einem Gasstrahl enthaltene
Probe auszunutzen. Es hat sich aber gezeigt, daß die Empfindlichkeit der Anordnung
gesteigert werden kann, wenn die Strahlungsdichte der für die Ionisation verwendeten
Elektronen so gewählt wird, daß im Fokus 61 des Strahles eine Potentialmulde erzeugt
wird. Die zu untersuchenden neutralen Moleküle fliegen in den Fokus des Elektronenstrahles
6, werden dort ionisiert, können jedoch dann - im ionisierten Zustand - den Fokus
61 nicht mehr verlassen. Sie werden also in einem räumlich begrenzten Volumen über
einen relativ langen Zeitraum von bis zu 100 us gesammelt.
[0048] Nachdem die Elektronenstoß-lonisation beendet ist, wird die Abschlußplatte 73 der
lonisationskammer 7 etwa 10 ns später auf 0 V geschaltet, wobei dieses Umschalten
in weniger als 5 ns stattfindet. Damit wird der Startimpuls für die Ionen für ihren
Flug im Flugzeitmassenspektrometer geliefert.
[0049] Einige µs später wird die lonisationskammer 7 wieder insgesamt auf positives Potential
gelegt, beispielsweise auf 600 V. Anschließend kann die Photonen-lonisation vorgenommen
werden.
[0050] Dazu wird ein gepulster Laserstrahl 4a in die lonisationskammer 1 eingestrahlt. Die
verwendeten Laserpulse haben eine typische Dauer von 5 ns.
[0051] Bei der Photonen-lonisation würde allein die kurze Dauer der Laserpulse für eine
genau definierte Startzeit der Ionen sorgen, so daß es der lonisationskammer 7 mit
der separat beaufschlagbaren Abschlußplatte 73 nicht bedürfte. Allerdings wäre eine
problemlose Umschaltung zwischen Elektronenstoß-lonisation und Photonen-lonisation
nicht möglich, wenn man für beide lonisationsverfahren unterschiedliche räumliche
Anordnungen verwenden müßte. Auch wäre es an sich möglich, bei Photonen-lonisation
die Abschlußplatte auf konstantem Potential zu halten, wobei sich aber in der Praxis
veränderliche Potentialverteilungen ergeben, die eine Umjustierung des Massenspektrometers
notwendig machen. Daher wird auch für die Photonen-lonisation der Startimpuls für
die ionisierten Moleküle durch das Schalten der Abschlußplatte 73 auf 0 V gegeben,
was unter denselben Bedingungen wie zuvor im Zusammenhang mit der Elektronenstoß-lonisation
beschrieben geschieht.
[0052] Bei der Vorrichtung nach Fig. 1 decken sich der Fokus des Elektronenstrahles 6 und
der Fokus des Photonenstrahles 4a in einem Bereich 61, der auf der Bahn der zu untersuchenden
Moleküle liegt.
[0053] Fig. 8 zeigt Rohdatenspektren für das thermisch instabile Peptid Trp-Pro-Leu-Gly-Amid.
Das Multiphotonen-lonisations-Spektrum (MPI) zeigt einen gut ausgebildeten Peak beim
entsprechenden Molekülion (m/z = 447,4), der beim Elektronenstoß-lonisations-Spektrum
(EI) weniger stark ausgebildet ist. Die beiden sich gegenüberstehenden Spektren zeigen
deutlich, daß jeweils unterschiedliche Fragmente in unterschiedlichen Anteilen erhalten
werden. Beide Spektren wurden unter exakt denselben experimentellen Bedingungen mit
derselben Probe aufgenommen, wobei das erfindungsgemäße schnelle Umschalten zwischen
der Photonen-lonisation und der Elektronenstoß-lonisation vorgenommen wurde. Als Einlaßsystem
wurde die für thermisch instabile Moleküle geeignete Laser-Desorption in einem Überschallstrahl
benutzt.
[0054] Fig. 9 zeigt die Rohdatenspektren von Pro-Phe-Gly-Lys-Acetat, wobei die Spektren
wiederum einerseits durch Multi-Photonen-lonisation (MPI) und andererseits durch Elektronenstoß-lonisation
(EI) aufgenommen worden sind. Dabei wurden dieselben experimentellen Bedingungen unter
Verwendung derselben Probe eingehalten. Wieder wurde zwischen Photonen-lonisation
und ElektronenstoßIonisation schnell umgeschaltet. Man erkennt, daß mit der Elektronenstoß-lonisation
kleinere Fragmente erhalten werden, so daß gerade hier deutlich wird, daß sich die
beiden mit unterschiedlichen lonisationsverfahren erhaltenen Spektren vorteilhaft
ergänzen.
[0055] Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination
für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich
sein.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0056]
1 Einreichung zur Erzeugung eines Trägergasstrahles
2 Photonenstrahl
3 Probenträger
4 Teilchenstrahl
4a Photonenstrahl
5 Abstreifer (Skimmer)
6 gepulster Elektronenstrahl
7 lonisationskammer
10 gepulstes Ventil mit Düse
20 Linse
30 Probe
50 Wand
51 Öffnung
61 Fokus
70 Frontwand
71 Eintrittsöffnung
72 Austrittsöffnung
73 Abschlußplatte
1. Vorrichtung zum Erzeugen von lonen, insbesondere für ein Massenspektrometer, wie
Flugzeitmassenspektrometer, aus thermisch instabilen nichtflüchtigen großen Molekülen,
mit einer Einrichtung zum Erzeugen eines Trägergasstrahles, einer Energiequelle zum
Desorbieren von Molekülen aus dem Probenmaterial einer Einrichtung zum Einbringen
von Probenmaterial in den Trägergasstrahl, dadurch gekennzeichnet, daß eine lonisationskammer
(7) vorgesehen ist, die eine Eintrittsöffnung (71) und eine Austrittsöffnung (72)
für einen Teilchenstrahl aufweist, wobei eine Elektronenquelle so angeordnet ist,
daß der von dieser erzeugte Elektronenstrahl (6) innerhalb der lonisationskammer (7)
auf die Bahn des Teilchenstrahles fokussiert ist; daß die Einrichtung zum Erzeugen
des Trägergasstrahles (1) eine Austrittsöffnung für den Trägergasstrahl aufweist;
und daß in der Nähe der Austrittsöffnung ein Probenträger (3) angeordnet ist, auf
dem das Probenmaterial angebracht ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Elektronenquelle
und eine Photonenquelle vorgesehen sind, die zur lonisierung der gasförmigen Probe
(4) innerhalb der lonisationskammer (7) wahlweise betreibbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektronenquelle und
die Photonenquelle zur Ionisierung der gasförmigen Probe (4) innerhalb der lonisationskammer
(7) wahlweise alternierend betreibbar sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der von der Elektronenquelle
ausgesandte Elektronenstrahl (6) und der von der Photonenquelle ausgesandte Photonenstrahl
(4a) im wesentlichen auf denselben Bereich (61) der lonisationskammer (7) fokussiert
sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der von der Elektronenquelle
ausgesandte Elektronenstrahl (6) und der von der Photonenquelle ausgesandte Photonenstrahl
(4a) auf einander benachbarte Bereiche (61) der lonisationskammer (7) fokussiert sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die lonisationskammer
(7) auf positives Potential gelegt ist und eine separat beaufschlagbare Abschlußplatte
(73) aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektronenquelle
und/oder die Photonenquelle gepulst betreibbar sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschlußplatte
(73) bei Elektronenstoß- und Photonenionisation im selben Rhythmus schaltbar ist.