[0001] Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum Beschleunigen und Abbremsen der
Drehanode einer Drehanoden-Röntgenröhre, bei der den Statorwicklungen des Antriebsmotors
für die Drehanode in einem Beschleunigungs-Modus in der Phase versetzte Wechselspannungen
zuführbar sind und bei der in einem Brems-Modus auf wenigstens eine der Wicklungen
eine Gleichspannung einwirkt, mit einer Steuereinrichtung für den Beschleunigungs-Modus
und den Brems-Modus.
[0002] Eine solche Schaltungsanordnung ist aus der US-PS 3,963,930 bekannt. Dabei sind die
Statorwicklungen über eine Reihe von Schaltern wahlweise mit einer Wechselspannungsquelle
für eine niedrige Drehzahl, einer Wechselspannungsquelle für eine hohe Drehzahl und
mit einer Gleichspannungsquelle verbunden. Die Schalter werden von einer Steuereinrichtung
so gesteuert, daß im Beschleunigungs-Modus eine der beiden Wechselspannungsquellen
an die Statorwicklungen angeschlossen ist und im Brems-Modus die Gleichspannungsquelle.
Die Vielzahl der dafür erforderlichen Schalter sowie die Tatsache, daß für die hohe
Drehzahl und den Bremsvorgang gesonderte Spannungsquellen erforderlich sind, macht
diese Schaltungsanordnung aufwendig.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine einfache Schaltungsanordnung der
eingangs genannten Art anzugeben. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß wenigstens eine der Statorwicklungen an eine Spannungsquelle angeschlossen ist,
die in einem ersten Betriebszustand eine periodische Wechselspannung und in einem
zweiten Betriebszustand eine pulsierende Gleichspannung liefert, daß dieser Statorwicklung
eine ein- und ausschaltbare Diodenanordnung von solcher Polarität parallelgeschaltet
ist, daß sie durch die pulsierende Gleichspannungsquelle in Sperrichtung betrieben
wird und daß die Steuereinrichtung im Beschleunigungs-Modus die Wechselspannungsquelle
im ersten Betriebszustand hält und die Diodenanordnung ausschaltet und daß sie im
Brems-Modus die Wechselspannungsquelle im zweiten Zustand hält und die Diodenanordnung
einschaltet. Die Spannungsquelle, die die eine Statorwicklung speist, ist also sowohl
im Beschleunigungs-Modus als auch im Brems-Modus wirksam. Die nur im Brems-Modus wirksame
Diodenanordnung, im einfachsten Fall eine Diode, bewirkt dabei, daß die Verlustleistung
im Brems-Modus klein bleibt und verhindert daher eine Zerstörung der Bauelemente.
[0004] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß die Wechselspannungsquelle
zwei Schaltglieder mit je einem Schalter aufweist, daß die Schalter an eine Gleichspannung
angeschlossen sind und im ersten Betriebszustand periodisch geschaltet sind und daR
im zweiten Betriebszustand das eine Schaltglied gesperrt und das andere periodisch
ein- und ausgeschaltet ist. Durch die Schaltglieder wird die Gleichspannung alternierend
mit entgegengesetzter Polarität an die eine Statorwicklung angeschlossen und durch
Sperren des einen Schaltgliedes kann ohne weiteres die für den Brems-Modus erforderliche
pulsierende Gleichspannung erzeugt werden. Wenigstens eines der Schaltglieder hat
eine Doppelfunktion, d.h. es wirkt im Beschleunigungs- und im Brems-Modus, was den
Schaltungsaufwand weiter verringert.
[0005] Die beiden Schaltglieder in Verbindung mit der die Gleichspannung liefernden Gleichspannungsquelle
wirken als Wechselrichter, und es leuchtet ein, daß - bei einem Antriebsmotor mit
zwei Statorwicklungen - für die andere Statorwicklung mit Hilfe zweier weiterer Schaltglieder,
aber derselben Gleichspannungsquelle ein weiterer Wechselrichter aufgebaut werden
könnte, dessen Ausgangsspannung um 90
° gegenüber derjenigen des ersten Wechselrichters versetzt wäre. Der Vorteil gegenüber
Antrieben, bei denen die Phase der Wechselspannung für die eine Statorwicklung mittels
eines Hilfskondensators gedreht wird, bestünde darin, daß zwei starr unter einem Winkel
von 90 versetzte Spannungen mit gleicher Leistung erzeugt werden könnten. Den gleichen
Vorteil, aber eine weitere Vereinfachung, erreicht man nach einer Weiterbildung der
Erfindung dadurch, daß eine Gleichrichteranordnung vorgesehen ist, deren Gleichspannungsausgang
über die Schaltglieder mit der ersten Statorwicklung verbunden ist, und deren Wechselspannungseingang
mit der zweiten Statorwicklung verbunden ist. Hierbei entfallen also Schaltglieder
für einen zweiten Wechselrichter und die hierfür erforderliche Ansteuerung.
[0006] In weiterer Ausgestaltung ist dabei vorgesehen, daß Mittel zum Erzeugen eines in
bezug auf die Spannung an der zweiten Statorwicklung um 90 versetzten Steuersignals
vorgesehen sind und daß Mittel zum Ableiten der Schaltsignale für die Schaltglieder
aus dem Steuersignal vorgesehen sind. Dadurch wird die Herstellung der 90*-Phasenbeziehung
zwischen den Spannungen an den Statorwicklungen besonders einfacher.
[0007] Eine andere Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß eine Rechteckspannungsquelle
(33, 34) vorgesehen ist, die ein Rechtecksignal mit einstellbarem Tastverhältnis zur
Steuerung des einen Schaltgliedes (21) im Brems-Modus erzeugt. Durch diese Ausgestaltung
läßt sich die Stärke des Bremsvorganges beeinflussen.
[0008] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung und
Fig. 2 die zugehörige Steuereinrichtung.
[0009] In Fig. 1 ist mit 1 der die Drehanode tragende Rotor eines Antriebsmotors für die
Drehanode einer Drehanoden-Röntgenröhre bezeichnet und mit 2 bzw. 3 die zugehörigen,
um 90
° gegeneinander versetzten Statorwicklungen. Der Rotor ist ein Kurzschlußläufer, und
der Antriebsmotor ist ein Asynchronmotor. Zwischen den Statorwicklungen 1, 2 und dem
Rotor besteht ein relativ großer Abstand, weil im Betrieb der Röntgenröhre die Kathode
Hochspannungspotential führt und die Statorwicklung Massepotential. Dadurch ergibt
sich zwischen Rotor 1 und Stator 2, 3 eine geringe magnetische Kopplung. Im übrigen
ist die Drehanoden-Röntgenröhre nicht näher dargestellt.
[0010] Die elektrische Leistung zum Beschleunigen und Abbremsen wird den drei Anschlüssen
L1, L2, L3 eines Drehstromnetzes entnommen, an denen gegenüber ihren gemeinsamen Nullpunkt
N drei um 120 gegeneinander versetzte Wechselspannungen mit Netzfrequenz anliegen.
Aus den drei Wechselspannungen wird durch je eine Gleichrichterdiode 18 an einem Kondensator
10 eine positive Gleichspannung erzeugt; ebenso wird aus den drei Wechselspannungen
über entgegengesetzt gepolte Gleichrichterdioden 18 an einem Kondensator 20 eine negative
Gleichspannung erzeugt. Die beiden Kondensatoren 10 und 20 sind in Reihe geschaltet
und an ihrem gemeinsamen Verbindungspunkt mit dem Nullpunkt N des Drehstromnetzes
verbunden, der zugleich auch an den beiden Statorwicklungen 2 und 3 gemeinsamen Anschlußpunkt
5 angeschlossen ist.
[0011] Die von dem gemeinsamen Verbindungspunkt abgewandten Anschlüsse der Kondensatoren
10 und 20 sind über steuerbare Schalter in Form von IGBT-Transistoren 11, 21 miteinander
verbunden. Der gemeinsame Verbindungspunkt der beiden Transistoren ist mit dem zweiten
Anschluß 4 der Statorwicklung 2 verbunden. Den IGBT-Transistoren 11 und 21 ist je
eine Diode 12, 22 antiparallel geschaltet. Diese Dioden sind also normalerweise nichtleitend,
es sei denn die Spannung am Anschluß 4 ist positiver als die Spannung am Kondensator
10 bzw. negativer als die Spannung am Kondensator 20.
[0012] Die Elemente 10 ... 12 bzw. 20 ... 22, stellen einen Wechselrichter in Halbbrückenschaltung
dar. Stattdessen könnte grundsätzlich auch ein Wechselrichter in Vollbrückenschaltung
verwendet werden, bei dem die Statorwicklung 2 über zwei Schaltglieder mit je zwei
Schaltern mit einer Gleichspannungsquelle verbunden ist, wie aus der US-PS 3,832,553
bekannt. Allerdings wäre der Aufwand dafür höher - auch wenn eine der Gleichrichtergruppen
18 bzw. 28 und der zugehörige Kondensator 10 bzw. 20 entfallen könnte. - Bei der Beschleunigung
der Drehanode werden die Schalter 11 und 21 im Gegentakt ein- und ausgeschaltet, so
daR sich an der Statorwicklung 2 eine Rechteckwechselspannung (ohne Gleichanteil)
ergibt.
[0013] Der Statorwicklung 2 ist darüberhinaus die Serienschaltung einer Diode 30 und eines
IGBT-Transistorschalters 31 parallelgeschaltet. Dieser Transistorschalter ist nur
in der Bremsphase leitend (geschlossen). Der Anschluß 6 der zweiten Wicklung 3 ist
über einen (Triac-) Schalter 7 mit dem Wechselspannungsanschluß L1 verbunden.
[0014] Die Schalter 7, 11, 21 und 31 werden über Optokoppler geschaltet, deren einer Teil
- der Empfangsteil 8a, 13a, 23a, 32a - in Fig. 1 dargestellt ist und deren anderer
Teil - der Sendeteil 8b, 13b, 23b und 32b - in Fig. 2 in Verbindung mit der Steuereinrichtung
dargestellt ist. Die Steuereinrichtung liefert die zur Steuerung der vier genannten
Schalter erforderlichen Schaltsignale.
[0015] Dabei wird in der Schaltung 15 aus der Spannung zwischen den Klemmen L1 und N, die
auch an der Statorwicklung 3 anliegt, ein zu dieser Spannung synchrones, gleichphasiges
Signal erzeugt, das einem 90
°-Phasendrehglied 16, vorzugsweise einem Integrator zugeführt wird, dessen Ausgangssignal
gegenüber seinem Eingangssignal um 90 versetzt ist. Das Ausgangssignal des Phasendrehgliedes
16 wird dem ersten Eingang eines UND-Gatters 24 und über einen Inverter 17 dem ersten
Eingang eines UND-Gatters 14 zugeführt. Die zweiten Eingänge dieser UND-Gatter sind
an einen Steuereingang ACL angeschlossen, der außerdem noch mit dem Optokoppler 8b/8a
zur Steuerung des Schalters 7 verbunden ist. Der Ausgang des UND-Gatters 14 ist mit
dem Optokoppler 13b/a zur Steuerung des IGBT-Transistors 11 verbunden, während das
UND-Gatters 24 mit dem einen Eingang eines ODER-Gatters 36 verbunden ist, dessen Ausgang
mit dem Optokoppler 23b/a verbunden ist, der die Schaltsignale für den IGBT-Schalttransistor
21 liefert.
[0016] Die Steuereinrichtung enthält außerdem einen Generator 33, der eine dreieckförmige
Wechselspannung von z.B. 320 Hz erzeugt. Diese Wechselspannung wird in einem Komparator
34 mit einer einstellbaren Gleichspannung V
R verglichen, so daß sich am Ausgang des Komparators ein 320 Hz Rechtecksignal ergibt,
dessen Tastverhältnis von der Polarität der Gleichspannung V
R sowie deren Größe in bezug auf das Dreiecksignal des Generators 33 abhängt. Das Ausgangssignal
des Komparators 34 wird dem einen Eingang eines UND-Gatters 35 zugeführt, dessen Ausgang
mit dem zweiten Eingang des ODER-Gatters 36 verbunden ist. Der zweite Eingang des
UND-Gatters 35 ist mit einem Steuereingang BRT verbunden, der zugleich über den Optokoppler
32b/32a den IGBT-Schalter 31 steuert.
[0017] Die Schaltung arbeitet folgendermaßen:
Wenn der Benutzer eine Röntgenaufnahme machen will, muß der Rotor 1 aus dem Stillstand
auf seine Nenndrehzahl beschleunigt werden. Zu diesem Zweck wird für einen definierten
Zeitraum, z.B. eine Sekunde, das Signal am Steuereingang ACL auf "1 " gesetzt, während
das Steuersignal am Steuereingang BRT "0" bleibt. Infolgedessen liefern während dieses
Zeitraums die UND-Gatter 14 und 24 zueinander gegenphasige Rechtecksignale, die über
die Optokoppler 13a/b bzw. 23a/b die IGBT-Schalter 11 und 21 im Gegentakt ein- und
ausschalten, so daß sich über der Statorwicklung 2 eine Rechteckspannung mit Netzfrequenz
ergibt, die gegenüber der Netzspannung zwischen L1 und N um 90 in der Phase versetzt
wird. Gleichzeitig macht der Optokoppler 8b/a während des genannten Zeitraums den
Schalter 7 leitend, so daß an der Statorwicklung 3 eine sinusförmige Wechselspannung
anliegt. Grundsätzlich wäre es möglich, auch die Statorwicklung 3 durch einen zweiten
Wechselrichter mit einer Rechteckspannung zu speisen. Dies würde aber weitere IGBT-Schalter
und Optokoppler erfordern, was den Schaltungsaufwand vergrößern würde.
[0018] Da die Gleichspannung an den Kondensatoren 10 und 20 jeweils der Amplitude der Wechselspannung
entspricht, hat die Rechteckspannung an der Statorwicklung 2 die gleiche Amplitude
wie die sinusförmige Wechselspannung an der Statorwicklung 3. Da die in einer Rechteckspannung
enthaltene sinusförmige Grundschwingung eine um etwa 27 % höhere Amplitude hat als
die Rechteckspannung, ist bei identisch aufgebauten Statorwicklungen der Strom durch
die Wicklung 2 entsprechend größer als der Strom durch die Statorwicklung 3. Diese
Unsymmetrie ist an sich nicht störend; gegebenenfalls kann sie dadurch beseitigt werden,
daß die Statorwicklung 2 eine entsprechend höhere Wicklungszahl hat.
[0019] Nach Ablauf des Beschleunigungszeitraums wird auch das Signal ACL "0". Die Drehanode
hat dann ihre Solldrehzahl erreicht und läuft aufgrund ihres Trägheitsmomentes auch
noch während der nun folgenden Röntgenaufnahme weiter. Alle Schalter sind gesperrt.
[0020] Nach dem Ende der Röntgenaufnahme wird die Drehanode abgebremst, um ihre Lager zu
schonen. Eine Abbremsung einer Drehanode wäre grundsätzlich mit Hilfe einer sogenannten
Drehfeld-Bremse möglich, die aber neben einem mehrphasigen Wechselrichter auch noch
die Messung oder die Simulation der jeweiligen Drehzahl erfordern würde, da ohne deren
Kenntnis kein Stillstand der Drehanode erreicht werden könnte. - Eine generatorische
Bremsung, bei der die im Rotor gespeicherte Energie über einen Gleichrichter in einen
Bremswiderstand rückgespeist wird, hätte wegen der geringen magnetischen Kopplung
zwischen Rotor und Stator keinen Effekt. - Als praktisch realisierbare Alternative
bleibt die Bremsung des Rotors durch eine aus dem Netz abgeleitete Gleichspannung.
[0021] Wenn man zu diesem Zweck unmittelbar eine der Gleichspannungen an den Kondensatoren
10 oder 20 heranziehen würde, indem man während der Bremsphase den Anschluß 4 über
einen der Schalter 11, 21 mit einer dieser Spannungen verbindet, dann würde sich ein
derart starkes Bremsmoment ergeben, daß die Drehanoden-Achse dadurch beschädigt werden
könnte, oder, bei magnetischer Sättigung des Stator-Blechpaketes, mindestens sehr
hohe Verlustwärme in der Stator-Wicklung entstehen würde. Man könnte aber auch eine
Gleichstrom-Bremsung dadurch erzeugen, daß man bei der Bremsung beide Schalter 11,
21 alternierend, aber mit unterschiedlich langer Einschaltdauer, einschaltet, so daß
sich am Anschluß 4 eine pulsförmige Wechselspannung ergeben würde, der ein Gleichanteil
überlagert ist. Diese Lösung hätte aber den Nachteil, daß bei der schnellen Schaltfolge,
mit der die Schalter 11, 21 geschaltet werden müßten, infolge der Stator-Induktivität,
immer nur derjenige Schalter 11, 21 einen Strom führt, der länger eingeschaltet wird,
(z.B. der Schalter 21). Nach dem Abschalten dieses Schalters würde der Strom der Statorwicklung
über die zum anderen Schalter antiparallele Diode (12) fließen und den zugehörigen
Kondensator (10) überladen und zerstören. Um dies zu verhindern, müßte durch eine
zusätzliche Schaltung ein Entlastungswiderstand eingefügt werden, der dann aber hohe
Verlustleistung in Wärme umwandeln würde.
[0022] Die Erfindung geht daher einen anderen Weg.
[0023] Zum Bremsen wird während eines festen, zum vollständigen Abbremsen ausreichenden
Zeitraumes, z.B. 1 sec, das Signal am Steuereingang BRT auf "1 und an ACL auf "0"
gesetzt. Dadurch wird über den Optokoppler 32a, 32b der Schalter 31 leitend geschaltet,
so daß die Diode 30 parallel zu der Statorwicklung 2 wirksam ist. Der Schalter 7 ist
gesperrt, weil er nicht über den Optokoppler 8a/b aktiviert wird. Auch der Schalter
11 ist gesperrt, weil das UND-Gatter 14 keine Schaltimpulse zum Optokoppler 13a/b
durchläßt. Jedoch gelangen nunmehr Rechteckimpulse mit einstellbarem Tastverhältnis
über das UND-Gatter 35 und das ODER-Gatter 36 zum Optokoppler 23a/b und schalten den
Schalter 21 periodisch ein- und aus.
[0024] Dadurch wird an der Klemme 4 eine pulsierende Gleichspannung erzeugt, d.h. eine (Rechteck-)
Wechselspannung mit überlagertem Gleichanteil. Dadurch fließt in der Statorwicklung
2 ein Gleichstrom mit einer gewissen Welligkeit, der ein den Rotor 1 abbremsendes
Magnetfeld hervorruft. Wenn die Diode 30 nicht parallel zur Statorwicklung 2 wirksam
wäre, würde in den Impulspausen, d.h. bei gesperrtem Schalter 21, der Strom über die
Diode 12 fließen, was - wie bereits erwähnt - eine weitere Aufladung des Kondensators
10 bewirken würde bzw. eine zusätzliche elektrische Leistung in der Größenordnung
der für die Abbremsung des Rotors erforderlichen Bremsleistung erfordern würde. Dieser
Leistungsverlust wird praktisch vollständig dadurch vermieden, daß die Statorwicklung
2 in den Pulspausen durch die Diode 30 kurzgeschlossen wird, weil der Strom jetzt
nicht mehr die Gegenspannung am Kondensator 10 überwinden muß. Dadurch ergibt sich
auch eine geringere Welligkeit des Stroms durch die Statorwicklung, die zur Senkung
der Schaltfrequenz genutzt werden kann. Gleichzeitig halbiert sich der Schalt-Spannungshub.
Beides reduziert die Verluste im Schalter 21 erheblich. Am Ende des Zeitraums, während
dessen BTL = "1" ist, ist der Rotor 1 vollständig abgebremst. Die Bremskraft kann
durch Verändern der Vergleichsspannung VR am Komparator 34 den Erfordernissen angepaßt
werden.
[0025] Statt an einem Drehstromnetz kann die Schaltungsanordnung auch an einem einphasigen
Wechselstromnetz betrieben werden, wobei die Wechselspannung dem Anschluß L1 zugeführt
werden müßte. Den Kondensatoren 10, 20 müßten dann zusätzliche Kondensatoren parallelgeschaltet
werden, um die Welligkeit der Gleichspannung klein zu halten.
1. Schaltungsanordnung zum Beschleunigen und Abbremsen der Drehanode (1) einer Drehanoden-Röntgenröhre,
bei der den Statorwicklungen (2, 3) des Antriebsmotors für die Drehanode in einem
Beschleunigungs-Modus in der Phase versetzte Wechselspannungen zuführbar sind und
bei der in einem Brems-Modus auf wenigstens eine der Statorwicklungen (2) eine Gleichspannung
(10 ... 12; 20 ... 22) einwirkt, mit einer Steuereinrichtung für den Beschleunigungs-Modus
und den Brems-Modus,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine der Statorwicklungen an eine Spannungsquelle
angeschlossen ist, die in einem ersten Betriebszustand eine periodische Wechselspannung
und in einem zweiten Betriebszustand eine pulsierende Gleichspannung liefert, daß
dieser Statorwicklung eine ein- und ausschaltbare Diodenanordnung (30) in solcher
Polarität parallelgeschaltet ist, daß sie durch die pulsierende Gleichspannung (20-22)
in Sperrichtung betrieben wird und daß die Steuereinrichtung (14 ... 16, 34 ... 36)
im Beschleunigungs-Modus die Wechselspannungsquelle im ersten Betriebszustand hält
und die Diodenanordnung ausschaltet und daß sie im Brems-Modus die Wechselspannungsquelle
im zweiten Zustand hält und die Diodenanordnung einschaltet.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wechselspannungsquelle
zwei Schaltglieder (11, 21) mit wenigstens je einem Schalter aufweist, daß die Schaltglieder
an eine Gleichspannung angeschlossen sind und im ersten Betriebszustand periodisch
geschaltet sind und daß im zweiten Betriebszustand das eine Schaltglied (11) gesperrt
und das andere (21) periodisch ein- und ausgeschaltet ist.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Antriebsmotor
zwei Statorwicklungen (2, 3) aufweist, daß eine Gleichrichteranordnung (18, 28) vorgesehen
ist, deren Gleichspannungsausgang über die Schaltglieder (11, 21) mit der ersten Statorwicklung
(2) verbunden ist, und deren Wechselspannungseingang mit der zweiten Statorwicklung
(3) verbunden ist.
4. Schaltungsanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel (15, 16)
zum Erzeugen eines in bezug auf die Spannung an der zweiten Statorwicklung (3) um
90 versetzten Steuersignals vorgesehen sind und daß Mittel zum Ableiten der Schaltsignale
(14, 24) für die Schaltglieder aus dem Steuersignal vorgesehen sind.
5. Schaltungsanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Rechteckspannungsquelle
(33, 34) vorgesehen ist, die ein Rechtecksignal mit einstellbarem Tastverhältnis zur
Steuerung des einen Schaltgliedes (21) im Brems-Modus erzeugt.