(19)
(11) EP 0 670 006 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
09.07.1997  Patentblatt  1997/28

(21) Anmeldenummer: 93921841.8

(22) Anmeldetag:  23.09.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6E04F 19/02, E04F 19/06
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP9302/578
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9412/744 (09.06.1994 Gazette  1994/13)

(54)

PROFILLEISTE FÜR DIE RANDFASSUNG VON FASSADENPLATTEN

PROFILED STRIP FOR HOLDING FACADE PANEL EDGES

BANDE PROFILEE UTILISEE POUR RETENIR DES BORDS DE PANNEAUX DE FACADE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR LI LU NL

(30) Priorität: 23.11.1992 DE 9215875 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
06.09.1995  Patentblatt  1995/36

(73) Patentinhaber: Klöber, Johannes
58256 Ennepetal (DE)

(72) Erfinder:
  • Klöber, Johannes
    58256 Ennepetal (DE)

(74) Vertreter: Rieder, Hans-Joachim, Dr. et al
Rieder & Partner Anwaltskanzlei Postfach 11 04 51
42304 Wuppertal
42304 Wuppertal (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
CA-A- 956 075
FR-A- 2 587 742
US-A- 3 445 972
FR-A- 2 157 330
US-A- 3 381 430
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine aus Kunststoff bestehende Profilleiste als Kanten- oder Abschlußprofil für die Randfassung von Fassadenplatten oder dergleichen gemäß Gattungsbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Eine derartige Profilleiste ist aus der US-PS 3,445,972 her bekannt. Dort sind elastisch federnde Zungen vorgesehen, welche sich in den U-förmigen Aufnahmeraum erstrecken. Die Zungen gehen dabei von der Seite des Grundes aus. Durch diese Anordnung ist das Abfedern einer Fassadenplatte mit einem seitlichen Ausweichen der Platte verbunden. Dies ist nachteilhaft.

    [0003] Aus dem Prospekt "PROTEKTOR-Werk", Seite 12, Ausgabe 31. Mai 1990, ist eine weitere Distanzierung bekannt. Sie besteht dort aus einer im Querschnitt semisphärischen Wandausbuchtung in Richtung des Aufnahmeraumes. Dieser Vorsprung läuft über die Länge der Profilleiste durch.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Profilleiste unter Aufrechterhaltung einer einwandfreien Wasserableitung sowie Kriechfeuchtigkeitssperre und -abführung verlegetechnisch zu verbessern.

    [0005] Gelöst ist diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebene Erfindung.

    [0006] Die Unteransprüche sind vorteilhafte Weiterbildungen des Gegenstandes der Erfindung.

    [0007] Zufolge solcher Ausgestaltung ist eine gattungsgemäße Profilleiste erhöhten Gebrauchswerts erzielt. Der wasserabführende Zwischenraum und die Belüftungsfähigkeit des Aufnahmeraumes bleiben erhalten; jedoch wird die Abstützung der Fassadenplatten nun so erreicht, daß die witterungsbedingten Phämomene wie Wärmeausdehnung und Kälteschrumpfung ohne Beeinträchtigung der Profilleiste und Plattenfixierung kompensiert werden. Erreicht ist das durch eine Art Pufferzone unter Nutzung auch einer gewissen Vorspannung. Konkret schlägt die Erfindung dazu, zwei von einer gemeinsamen Wurzel ausgehende Zungen vor. Außerdem bringt die Erfindung in Vorschlag, daß die Zunge als Leiste in Form eines Viertelkreis-Bogenabschnitts gestaltet ist. Sie geht dabei in peitschenartiger Gestalt und Ausrichtung vom Grund des Aufnahmeraumes aus. Eine belastungsmäßig besonders vorteilhafte Ausrichtung liegt vor, wenn die Zunge in etwa senkrechter Richtung im Grund entspringt und in etwa paralleler Richtung zum Grund endet. Die Anlage ergibt sich so am Zungenrücken in Abhängigkeit von der Andrückwirkung in mehr oder weniger breiter Berührung. Überdes bringt die Erfindung noch in Vorschlag, daß die Bogenlänge der Zunge kleiner ist als der Abstand zwischen der Wurzel der Zunge und der inneren Randkante des Grundes des U-förmigen Aufnahmeraumes. Hierdurch ist die gesamte Breite des Raumes bzw. Bodens für die gegenüber abbiegenden Kräften ausweichende Zunge nutzbar; es kommt nicht zu einer widerhakenartigen Verklemmung.

    [0008] Der Gegenstand der Erfindung ist nachstehend anhand eines zeichnerisch veranschaulichten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigt
    Figur 1
    in perspektivischer Darstellung den Abschnitt einer Profilleiste in Form eines Kantenprofils.
    Figur 2
    dasselbe im Querschnitt mit zugeordneten, in strichpunktierter Linienart dargestellten Fassadenplatten,


    [0009] Die als Kantenprofil 1, Anschlußprofil oder sogenanntes Fugenprofil 2 oder dergleichen realisierten Profilleisten P bestehen aus elastistischem, eine gewisse Rückstellkraft aufweisendem Kunststoff. Beim Ausführungsbeispiel ist auf sogenanntes Hart-PVC zurückgegriffen. Die Profilbildung kann im Wege des Extrudierens geschehen; eine Spritzgieß-Herstellung ist ebenso denkbar.

    [0010] Die gezeichneten Profile bilden nur einen Auszug der entsprechenden Bauteilgattung insofern, als es sich auch um sogenannte Laibungsprofile und Abschlußprofile sowie Fugenprofile handeln kann.

    [0011] All den genannten Profilleisten ist ein rinnenartigen Aufnahmeraum 3 gemeinsam. Der im Querschnitt U-förmig wandungsbegrenzte Aufnahmeraum 3 nimmt den Rand 4' von beispielsweise Fassadenplatten 4 auf.

    [0012] Je nach Profilleiste P ist nur ein Aufnahmeraum 3 berücksichtigt, beispielsweise im Falle von Fugenprofilen und Abschlußprofilen. Geht dagegen die Fassadenplattenzuordnung über Eck, so sind, wie in Figur 1 dargestellt, bei solchen Kantenprofilen zwei rechtwinklig zueinanderstehende Aufnahmeräume 3 realisiert.

    [0013] Vom Grund 5 eines jeden U-förmigen Aufnahmeraumes 3 geht ein bei der Profilbildung gleich mitberücksichtigter Vorsprung V aus. Letzterer dient zur Distanzierung des gefaßten Fassadenplattenrandes 4' zum Grund 5 hin. Sinn und Zweck dieser Lösung ist es, eine nicht besetzte Rinne 6 zum Abführen des Wassers zu belassen, welche auch der Belüftung der einsteckenden Fassadenplattenränder 4' dient. Ein Belüftungsfreiraum besteht um den ganzen Einsteckbereich des besagten Fassadenplattenrandes 4'.

    [0014] Bezüglich der erwähnten, die freie Abstützung bringenden Vorsprünge V handelt es sich um eine elastisch bzw. flexibel federnde Zunge 7. Die Federungsrichtung liegt in der Hauptsache senkrecht zum Grund 5.

    [0015] Konkret ist die Zunge 7 als in Längsrichtung des Profiles verlaufende Leiste gestaltet. Sie weist die Form eines Viertelkreis-Bogenabschnitts auf. Dies bedeutet, daß die Zunge 7 in etwa senkrechter Erstreckung dem Grund 5 des Aufnahmeraumes 3 entspringt, um, dem Kreisbogenverlauf folgend, etwa in paralleler Erstreckung zum Grund 5 in maximalem Abstand dazu zu enden. Die Breite der Zungen richtet sich nach den Gebrauchs- und Stabilitätsverhältnissen, insbesondere nach der zu erwartenden Belastung durch die Fassadenplatten 4 oder dergleichen. Ihre Wandungsdicke ist in jedem Fall geringer als die Wandungsdicke der einzelnen Profilabschnitte. In der Darstellung beträgt die Wandungsdicke der Zungen 7 etwa die Hälfte der Wandungsdicke der sonstigen profilbildenden Abschnitte.

    [0016] Die als Kantenprofil 1 realisierte Profilleiste P (vgl. Figuren 1 und 2) enthält zwei Zungen 7 pro Aufnahmeraum 3. Dort gehen die Zungen 7 von einer gemeinsamen Wurzel W aus. Gebildet ist die Wurzel an der dem Aufnahmeraum 3 zugewandten Seite des Grundes 5. Die Wurzel liegt in der Längsmittelebene des Grundes 5. Die Zungen 7 fächern dazu beidseitig, d.h. einander abgewandt, etwa V-förmig aus. Es liegt eine spiegelsymmetrische Gestalt vor. Die Wurzel sitzt im Mittelbereich eines frei gespannten Wandungsabschnittes 8 der Profilleiste P.

    [0017] Die Wandungsabschnitte 8 liegen vor aufgrund einer Hohlkammer K. Letztere besitzt quadratischen Querschnitt. Sie ist gebildet durch anschließende, den Wandungsabschnitten 8 entsprechende Wandungsabschnitte, welche dort einen Kastenprofilabschnitt an der Profilleiste P formen. Auf diese Weise ist eine offene Innenecke vor den randgefaßten Fassadenplatten 4 vermieden.

    [0018] Weiter ist baulich so vorgegangen, daß die beiden Aufnahmeräume 3 der Fugen- bzw. Anschlußprofilleiste 2 mit Zungen 7 ausgestattet sind, die über den Teilungssteg der diesbezüglichen Anschlußleiste 2 zusammenhängen. Diese Anschlußleiste hat eine Art Doppel-T-Profil mit auf einer Seite länger ausgebildeten T-Schenkeln. Der andere, kürzer ausgebildete T-Schenkel ist leicht konvex gekrümmt und bildet einen gefälligem Fugenabschluß der gegeneinander ausgerichtet eingefaßten Fassadenplatten 4 oder dergleichen.

    [0019] Die gegen die freien Enden der Zungen 7 getretenem Stirnflächen 4" der Ränder 4' der Fassadenplatten 4 finden eine distanzbelassende Abstützung zum Grund 5 hin. Die Zuordnung kann in einer gewissen Vorspannung geschehen. Dies würde im Falle des Schrumpfens der Fassadenplatten 4 ein Nachlaufen der abstützenden Zungen 7 bewirken. Andererseits ergäbe sich im Falle der Wärmeausdehnung das beiklappende Ausweichen der abstützenden Zungen 7 in Richtung des Grundes 5 hin. Auf diese Weise werden etwa zu einem Lösen führende Belastungen von der Profilleiste P ferngehalten; andererseits bleibt aber die für die Entwässerung und Belüftung notwendige Rinne 6 erhalten. Auch die Fassadenplatten 4 selbst sind frei von Spannungen, einfach aufgrund des zwischengeschalteten Puffers in Form der Zungen 7.


    Ansprüche

    1. Aus Kunststoff bestehende Profilleiste (P) als Kanten- oder Anschlußprofil (1 bzw. 2) für die Randfassung von Fassadenplatten (4) oder dergleichen, mit einem U-förmig wandungsbegrenzten Aufnahmeraum (3) für den Fassadenplattenrand (4') und zwei von einer gemeinsamen Wurzel (W) vom Grund (5) eines U-förmigen Aufnahmeraumes (3) ausgehenden elastisch federnden Zungen (7), zur Distanzierung des Fassadenplattenrandes (4') zum Grund (5) hin, gekennzeichnet durch zwei von der in der Längsmittelebene des Grundes (5) liegenden Wurzel (W) ausgehende, etwa V-förmige und spiegelbildlich angeordnete, jeweils die Form eines Viertelkreis-Bogenabschnittes aufweisende Zungen (7).
     
    2. Profilleiste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zunge (7) in etwa senkrechter Erstreckung dem Grund (5) entspricht und in etwa parallele Erstreckung zum Grund beabstandet endet.
     
    3. Profilleiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bogenlänge der Zunge (7) in gestreckter Form kleiner ist als der Abstand zwischen der Wurzel (W) der Zunge (7) und der inneren Randkante (9') des Grundes (5) des U-förmigen Aufnahmeraumes (3) .
     
    4. Profilleiste nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Zungen eine spiegelsymmetrische Gestalt haben.
     
    5. Profilleiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zungen von einem Wandungsabschnitt (8) einer Hohlkammer (K) ausgehen.
     
    6. Profilleiste nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlkammer von eimem Kastenprofilabschnitt an der Profilleiste (P) im Eckbereich ausgebildet ist.
     
    7. Profilleiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch zwei Aufnahmeräume (3) der Fugen- bzw. Anschlußprofilleiste (2), die über einen Teilungssteg zusammenhängen.
     
    8. Profilleiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandungsdicke der Zungen (7) etwa der Hälfte der Wandungsdicke der sonstigen profilbildenden Abschnitte beträgt.
     


    Claims

    1. Plastic profile strip (P) as an edge or connecting profile (1 or 2) for the edge mounting of facing tiles (4) or the like, with a receiving chamber (3) defined by walls in a U-shape for the facing tile edge (4') and two elastically springing tongues (7) starting from a common base (W) from the bottom (5) of a U-shaped receiving chamber (3), for spacing the facing tile edge (4') from the bottom (5), characterised by two tongues (7) which start from the base (W) located in the longitudinal centre plane of the bottom (5), are more or less V-shaped and arranged in reverse symmetry and in each case have the shape of a quartercircle arc section.
     
    2. Profile strip according to claim 1, characterised in that the tongue (7) in a more or less perpendicular direction corresponds to the bottom (5) and in a more or less parallel direction ends at a distance from the bottom.
     
    3. Profile strip according to any of the preceding claims, characterised in that the arc length of the tongue (7) in extended form is less than the distance between the base (W) of the tongue (7) and the inner edge (9') of the bottom (5) of the U-shaped receiving chamber (3).
     
    4. Profile strip according to one or more of the preceding claims, characterised in that the two tongues have a shape with reverse symmetry.
     
    5. Profile strip according to any of the preceding claims, characterised in that the tongues start from a wall section (8) of a hollow chamber (K).
     
    6. Profile strip according to claim 5, characterised in that the hollow chamber is formed by a box profile section on the profile strip (P) in the corner region.
     
    7. Profile strip according to any of the preceding claims, characterised by two receiving chambers (3) of the joint or connecting profile strip (2), which adhere together by a dividing web.
     
    8. Profile strip according to any of the preceding claims, characterised in that the wall thickness of the tongues (7) is approximately half the wall thickness of the other profile-forming sections.
     


    Revendications

    1. Barre profilée (P) en matière plastique, faisant office de profilé d'arête ou de raccordement (1. respectivement 2) pour enchâsser des plaques de façade (4) ou analogues, avec un espace de logement (3) délimité par la paroi en forme de U destiné au bord (4') des plaques de façade de languettes (7) flexibles élastiquement et partant d'une racine (W) commune depuis le fond (5) d'un espace de logement (3) en forme de U. pour espacer le bord (4') de la plaque de façade vis-à-vis du fond (5), caractérisée par deux languettes (7) présentant chacune la forme d'un tronçon d'arc en quart de cercle, disposées à peu près en forme de V et en symétrie spéculaire, et partant de la racine (W) se trouvant dans le plan médian longitudinal du fond (5).
     
    2. Barre profilée selon la revendication 1, caractérisée en ce que la languette (7) présente. dans le sens perpendiculaire, une étendue à peu près perpendiculaire au fond (5) et s'achève en une allure à peu près parallèle au fond et à distance de celui-ci.
     
    3. Barre profilée selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la longueur d'arc de la languette (7), lorsqu'elle est sous forme étirée, est inférieure à l'espacement entre la racine (W) de la languette (7) et l'arête de bordure intérieure (9') du fond (5) de l'espace de logement (3) en forme de U.
     
    4. Barre profilée selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que les deux languettes ont une configuration en symétrie spéculaire.
     
    5. Barre profilée selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les languettes partent d'un tronçon de paroi (8) d'une chambre creuse (K).
     
    6. Barre profilée selon la revendication 5, caractérisée en ce que la chambre creuse est réalisée par un tronçon de profilé en caisson sur la barre profilée (P) dans la zone d'angle.
     
    7. Barre profilée selon l'une des revendications précédentes, caractérisée par deux espaces de logement (3) de la barre profilée de joint, ou de raccordement (2). qui sont suspendus ensemble par une nervure de séparation.
     
    8. Barre profilée selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'épaisseur de paroi des languettes (7) est d'environ la moitié de l'épaisseur de paroi des autres tronçons formant le profil.
     




    Zeichnung