[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Härten von Einmetall-Ventilen.
[0002] Einmetall-Einlaßventile, insbesondere solche aus einem härtbaren Stahl X 45 CrSi
9 3 werden heute üblicherweise an den verschiedenen Funktionsstellen wie Schaftende,
Keilnut, Schaft und Ventilsitz mit örtlich gezielt wirkenden unterschiedlichen Härteverfahren
behandelt, was nur in zeitraubenden, für jede Funktionsstelle zeitversetzt gesondert
vorzunehmenden Einzelhärtungen durchgeführt werden kann. Dies ist beispielsweise aus
der DE-PS 40 14 072 bekannt. Verschiedene lokal unterschiedlich wirkende Härtungsstufen
für Einlaßventile sind auch aus der DE-AS 14 76 045, jedoch nur für Stähle mit einem
Anteil von 0,08 bis 0,25% Kohlenstoff bekannt. Aufgrund der verschiedenen Einzelhärtungen
gestaltet sich das Härten von derartigen Einlaßventilen sehr kostspielig. Das Schaftende
und die Keilnut sowie der Ventilsitz werden durch gesonderte Induktionsverfahren örtlich
gezielt gehärtet, wogegen der Ventilschaft entweder bei geringer Einhärtetiefe nitriergehärtet
oder oberflächlich durch galvanisches Aufchromen unter Bildung eines Bi-Metall-Ventiles
hart gemacht wird.
[0003] Aus der Beschreibungseinleitung der DE-B-1 206 455 ist ein Verfahren zum Härten von
Ventilen, insbesondere von Einlaßventilen für Brennkraftmaschinen, deren Ventilteller
an erhitzten und gegebenenfalls geschliffenen Stahlabschnitten angestaucht und nachgepreßt
werden, wobei die Ventile im Anschluß an das Nachpressen einer zweistufigen Wärmebehandlung
unterzogen, werden durch welche das Ventil die gewünschten Festigkeitseigenschaften
erhält. Dabei werden die Ventile nach dem Abkühlen in einem Sammelkasten in einem
Ofen auf eine Temperatur oberhalb des für die Härtung maßgeblichen Umwandlungspunktes
erwärmt und dann in Öl gehärtet. Dann werden die Ventile angelassen, wozu sie in einem
gesonderten Ofen auf eine bestimmte Temperatur mit entsprechender Haltezeit erwärmt
werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Härten von Mono-Werkstoff-Ventilen
zu entwickeln, das preisgünstig ist, jedoch gleichwohl eine in allen Funktionsbereichen
der Ventile ausreichende Härte und Rißbeständigkeit, insbesondere im Schaftbereich
gewährleistet.
[0005] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale
gelöst.
[0006] Dank der Erfindung kann auf die für lokal unterschiedlichen Bereiche am Ventil vorgenommenen,
gesonderten Einzelhärtungen verzichtet werden, wodurch Zeit in der Fertigung eingespart
wird und die für jede Einzelhärtung speziell ausgebildete und daher teuere apparative
Ausrüstung entfällt. Desweiteren wird eine einheitliche Massenhärtung ermöglicht,
bei der die derart gehärteten Ventile an sämtlichen Funktionsstellen eine ausreichende
Härte und Rißbeständigkeit, letztere insbesondere im Ventilschaftbereich aufweisen.
[0007] Dem erfindungsgemäßen Härtungsverfahren liegt die auf jahrelange Beobachtungen von
Schadensfällen sich stützende Erkenntnis zugrunde, daß eine - härtungsbedingt geringe
- Zähigkeit des Werkstoffes, gerade im Schaftbereich für die Haltbarkeit des Ventils
nicht von wesentlicher Bedeutung ist. Sprödbrüche treten dabei nur bei verchromten
Ventilen (Bi-Metall-Ventilen) auf und werden infolge einer beim galvanischen Verchromen
einsetzende Wasserstoffversprödung verursacht. Durch die in der Erfindung verwandte
Ofenhärtung ist dementgegen ein Wasserstoffeintrag in den Ventilwerkstoff ausgeschlossen.
[0008] Darüber hinaus bietet die Schafthärte einen guten Verschleißschutz und erhöht den
Widerstand gegen plastische Verformungen des Ventils bei Überlastung im Betrieb. Gemäß
des Unteranspruches 2 können die Ventile in zweckmäßiger Weise als Schüttgut gehärtet
werden, wodurch eine zeitraubende voneinander getrennte Aufstellung der Ventile erspart
wird.
[0009] In der nachfolgenden Zeichnungsbeschreibung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
näher erläutert; dabei zeigen:
Fig. 1 einen Stangenmaterialrohling in einer Seitenansicht,
Fig. 2 den Rohling aus Fig. 1 nach einer Stauchbehandlung in einer Seitenansicht,
Fig. 3 der gestauchte Rohling aus Fig. 2 in ausgeschmiedeter Ventilform in einer Seitenansicht,
Fig. 4 das Ventil aus Fig. 3 nach zerspanender Bearbeitung,
Fig. 5 eine schematisierte Härtung mehrerer Ventile gemäß Fig. 3,
Fig. 6 ein Einzelventil im einheitlich durchgehärteten Zustand nach Entspannungsglühen
aus Fig. 5. in einem Längsschnitt.
[0010] In Fig. 1 bis 4 sind einzelne Stufen der Ventilform im Herstellungsprozeß eines Ventils
für Brennkraftmaschinen, insbesondere für Einlaßventile dargestellt. Dabei wird ein
in Fig. 1 gezeigter Stangenmaterialrohling 1 aus einem härtbaren Stahl wie beispielsweise
aus X 45 CrSi 9 3 an einem Ende 2 erwärmt. Am erwärmten Ende 2 des Rohlings 1 wird
dann eine Birne 3 (Fig. 2) durch Elektrostauchen angestaucht, wonach der Rohling 1
zu einem Ventil 4 ausgeschmiedet wird. Hierzu wird der Ventilschaft 5 und der Ventilteller
6 vorgeformt (Fig.3). Anschließend wird nach Fig. 4 das Ventil 4 eventuell zerspanend
vorbearbeitet, wobei das Schaftende 7 und der Ventilteller 6 funktionell gestaltet
wird und im Bereich des Endes 7 in den Ventilschaft 5 eine Keilnut 8 eingearbeitet
wird.
[0011] Alternativ zu der beschriebenen Umformung des Einlaßventils 4 ist zu dessen Herstellung
auch die Methode des Warmfließpressens denkbar. Dabei wird das Material in Stabform
auf die Umformtemperatur aufgeheizt und durch eine Matrize mit Negativform des Ventils
durchgepreßt.
[0012] Die derartig ausgebildeten Ventile 4 werden zum Härten als Schüttgut 10 in einem
Korb 11 aufgenommen und mit diesem in einen Härtofen 12 eingebracht. Im Härteofen
12 werden die Ventile 4 gleichmäßig und gleichzeitig bei einer Temperatur von etwa
950°C für die Dauer von 1-2 Stunden und Normalatmosphäre wärmebehandelt und danach
gemeinsam aus der Ofenwärme in einem Ölbad 13 abgeschreckt, wodurch dieses auf etwa
100°C aufgewärmt wird (Fig. 5). In der Ofenwärme werden alle Oberflächenpartien und
Bauteilquerschnitte der Ventile 4 gleichmäßig und somit die einzelnen funktionellen
Ventilabschnitte wie der Ventilschaft 5, der Ventilteller 6, das Schaftende 7, die
Keilnut 8 und der Ventiltellerboden 9 in gleicher Weise wärmebehandelt.
[0013] Die abgeschreckten Ventile 4 werden anschließend im Korb 11 in einen weiteren Ofen
14 geschoben und dort bei einer Temperatur von etwa 200±20°C ca. ½ - 1 Stunde lang
dem Vorgang des Entspannungsglühens unterzogen. Dadurch werden Eigenspannungsspitzen
im Gefüge, die beim Härten entstehen, abgebaut und gleichzeitig eine Gefügeumwandlung
tetragonalen Plattenmartensites in kubischen Martensit erreicht. Dies verbessert die
Zähigkeit des Ventilwerkstoffes und nivelliert unterschiedliche Härten zwischen den
Ventilen 4. Diese werden hierbei auf eine Härte im Bereich von 57±3 HRC eingestellt.
Fig. 6 zeigt dabei mit der Schnittschraffur 15 ein bearbeitetes, einheitlich und gleichmäßig
durchgehärtetes Einzelventil 4.
[0014] Im gehärteten Zustand erfolgt die Endbearbeitung der Ventile 4 durch Schleifen oder
Polieren zur Herstellung der geforderten Oberflächenqualität.
1. Verfahren zum Härten von Einmetall-Ventilen, insbesondere von Einlaßventilen für Brennkraftmaschinen
aus einem härtbaren Stahl, insbesondere aus X 45 CrSi 9 3,
wobei,
unter Verzicht auf eine örtlich gezielte Sonderbehandlung einzelner Oberflächenpartien
viele gleiche Ventile (4) gemeinsam und gleichzeitig einer für alle Oberflächenpartien
und Bauteilquerschnitte gleichmäßig wirkenden Wärmebehandlung bei etwa 950°C in einem
Härteofen (12) unterzogen und danach gemeinsam aus der Ofenwärme abgeschreckt werden
und wobei die Ventile (4) anschließend durch Entspannen bei einer Temperatur von etwa
200±20°C unter Beibehaltung ihrer durch die vorhergehende Wärmebehandlung geschaffenen
martensitischen Gefügestruktur auf eine Härte im Bereich von 57±3 HRC eingestellt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ventile (4) als Schüttgut (10) gehärtet werden.
1. Process for the hardening of monometal valves, especially of inlet valves for internal-combustion
engines, consisting of a hardenable steel, especially of X 45 CrSi 9 3, dispensing
with a locally controlled special treatment of individual surface parts, a plurality
of identical valves (4) being subjected jointly and simultaneously to a heat treatment,
acting uniformly for all surface parts and component cross-sections, at approximately
950°C in a hardening furnace (12) and thereafter being jointly quenched out of the
furnace heat, and the valves (4) being subsequently set at a hardness in the range
of 57 ± 3 HRC by stress-relieving at a temperature of approximately 200 ± 20°C with
retention of their martensitic structure produced by the preceding heat treatment.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the valves (4) are hardened as
bulk material (10).
1. Procédé de durcissement de soupapes formées d'un seul métal, notamment de soupapes
d'admission pour moteurs à combustion interne réalisées en un acier pouvant être trempé,
notamment du X 45 CrSi 9 3, selon lequel sans utiliser aucun traitement particulier,
ciblé localement, d'éléments individuels de surfaces, on soumet un grand nombre de
soupapes identiques (4) en commun et simultanément à un traitement thermique à environ
950°C, qui agit d'une manière uniforme pour toutes les parties de surface et toutes
les sections transversales de composants, dans un four de durcissement (12), puis
on les refroidit brusquement hors de la chaleur du four, et selon lequel on règle
ensuite la dureté des soupapes (4) dans la gamme de 57 ± 3 HRC, par détente de contrainte
à une température d'environ 200 ± 20°c et moyennant le maintien de leur structure
martensitique créée par le traitement thermique précédent.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on durcit les soupapes (4)
en tant que matériau en vrac (10).